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Gastbeitrag
08.05.2015
17:01

Mikrokosmos: Anemonenbecherling

... unter den grünen Blättern von Buschwindröschen

 

 

DUMONTINIA TUBEROSA (Gemeiner Anemonen-Becherling)

 

 

201505_anemone_nemorosa_buschwindroeschen
In diesem Frühjahr hatten wir Glück, denn Glück braucht man um diesen kleinen, braunen, versteckt unter den grünen Blättern von Windröschen fruchtenden Becherling zu entdecken. Er parasitiert auf den Rhizomen (den in der Erde kriechenden Sprossen) von allerlei, zu den Hahnenfußgewächsen zählenden Windröschen, am häufigsten am seinerseits oft flächendeckend im zeitigen Frühjahr im noch lichten Laubwald blühenden Busch-Windröschen (Anemone nemorosa) (Foto 1)

 

 

 

 

 

 

 


201505_dumontinia_tuberosa_anemonenbecherling_anemona_nemorosa

Am besten sucht man ihn an nicht-blühenden Pflanzen, denn offenbar wird das befallene Windröschen so geschwächt durch den Parasiten, dass ihm keine Kraft zur Blütenbildung bleibt. Gräbt man den knapp aus vorjährigem Laub auftauchenden, meist nur 1 cm durchmessenden Becherling aus, erstaunt der 5-10 cm lange, zäh-elastische Stiel, der aus einem aussen dunklen, innen hellen Knöllchen (deshalb der Artname “tuberosa”), dem sogenannten Sklerotium auswächst. (Foto 2)

 

Dieses Speicherorgan des Becherlings sitzt direkt an den Rhizomen des Windröschens. Wegen des Sklerotiums zählt der Anemonenbecherling zur Familie der Sklerotienbecherlingsverwandten, hat aber allein eine ganze Gattung  (Dumontinia) für sich, da er sich von den eigentlichen Sklerotienbecherlingen mikroskopisch im Becheraufbau unterscheidet.

 

 

 

 

 
201505_dumontinia_tuberosa_40xDumontinia tuberosa gehört zu den Schlauchpilzen, die Schläuche, in denen 8 glatte, langelliptische, durchsichtige Sporen, heranwachsen haben keinen Deckel, sondern an der Spitze einen auf Mikrobild 1 deutlich in jodhaltigem Lugol blau angefärbten Apikalapparat, durch den die reifen Sporen austreten können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

201505_dumontinia_tuberosa_hyphenbildend_sporen100xDie Sporen beginnen im geeigneten Medium sofort mit der Hyphenbildung, in unserem Fall sogar gleich in der Aufbewahrungsdose im Kühlschrank (Mikrobild 2).
Zu den Speisepilzen zählt der kleine Schlauchpilz nicht, obwohl er gar nicht schlecht riecht und mild schmeckt. Da hält man sich besser an den Maipilz.....

 

 

 

 

 

 

 

 

Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer
 




Bilder mit Klickvergrößerung

 


Die Pilzsachverständigen bei der Arbeit ...
Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt und Wiesenmeister).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos © Evi Wandelt, Lothar Claußnitzer

 

 

 

 

 

 

 

 


Tags: mikrokosmos, pilze, anemone, becherlinge, parasiten, rhizome
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