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Beschaffungs-Alltag und Neuprodukte 2015

Frühjahr 2015. Aus unserem Alltag als Bio-Importeur: Kleinbauernprojekte, Preise, Neuprodukte-Planung und Beschaffung

 

1) Rooibusch - PreiserhöhungenDemeter-Versuche unserer Rooibuschbauern in Wupperthal, Südafrika



Es gibt neue Preise für Rooibusch rot, 100g, 200g und 1kg, gültig ab sofort.

Hintergründe:

Es ist eine ziemlich drastische Preiserhöhung, die wir im November schon vorangekündigt hatten, aber wir hatten gerechnet, dass die preiswerter importierten Mengen bis in den späten Frühling reichen würden (Unklarheiten bei den Beständen).
Leider sind wir jetzt in der Situation, dass wir diese 3 Preise direkt umsetzen müssen. Die Rooibusch-Mischungen werden mit und mit folgen. Wir setzen dort einfachere Qualitäten ein werden (die die natürliche Aromatisierung besser zur Geltung kommen lassen), und davon haben wir noch mehrere Monate Vorrat.

Nach jahrelanger Niedrigpreispolitik hat sich der Rooibuschanbau für viele Bauern nicht mehr rentiert, sodass es jetzt zu einer Verknappung gekommen ist. Dazu kommen gestiegene Lebenshaltung und Löhne in Südafrika.
Da wir mit einem Fair-Projekt (Wupperthal) zusammenarbeiten, akzeptieren wir die Preiserhöhung ohne große Diskussion. Aktuell ist fast der gesamte Rooibusch-Marktpreis um bis zu 100% nach oben gegangen.
Noch zur Qualität: Der Wupperthal-Rooibusch ist begünstigt durch Kleinklima und traditionelle endemische Variationen - eine der hochwertigsten Rooibusch-Qualitäten. Zudem wird dort auch die aufwändige "Nursery" betrieben. (Bio-Grossbetriebe lassen sie gewöhnlich Ausnahmegenehmigungen für konventionelle Setzlinge geben.)

Neuerung: Die Wupperthal-Cooperative hat sich in einem der Dörfer mit Demeter-Anbau auseinandergesetzt - voller Begeisterung. Wir hoffen, dass irgendwann eine Demeter-Zertifizierung folgen wird ...



2) Neuprodukte 2015



Rechtzeitig zur wichtigen BioFach-Messe in Nürnberg im Februar hatten wir unsere Neuprodukteliste 2015 zusammengestellt und an unsere Kunden gemailt.

In der Beschaffung hakt es aber mal wieder bei einigen Produkten gewaltig. Diese komplexen Schwierigkeiten bei den Bestellungen und Importen sind leider irgendwie typisch für Bio-Kleinbauernprojekte. Wir sind da schon einiges gewöhnt und sehen es als unsere Aufgabe an, einerseits das Chaos auszuhalten ohne aufzugeben, und andererseits konstruktiv mitzuwirken und Pannen auszubügeln, denn wenn man sich die bewundernswerte Arbeit der ProjektgründerInnen und -mitarbeiterInnen genau anschaut, versteht man, dass nicht alles klappen kann.

Im Moment ist es aber besonders unübersichtlich.

Gründe sind leider nicht nur Organisationsdefizite in den komplexen Projekten, sondern auch die hiesige Analytik, insbesondere die aktuelle Bewertung des BfR, der "natürlichen Umweltstoffe" (z.B. Anthrachinon, Biphenyl, Ortho-Phenylphenol usw., sog. Kontaminanten) pauschal als Pestzide einstuft. Diese Stoffe, mehr oder minder bedenklich, entstehen z. B. bei der Trocknung und stammen aus anderen ubiquitären Quellen, könnten aber auch 'natürliche' Bestandteile der Pflanzen sein.
Dann gibt es noch die "clashs of culture", und manchmal kommt alles zusammen. Darüber schwebt noch die drohende EU-Revision mit der Abkehr von der Prozessorientierung.



Heuschrecke-Neuprodukt: Keltischer Beerenmix. Früchtetee und Smoothie-Zutat für Hochleistungsmixer

Zunächst die Artikel, die tatsächlich jetzt sofort lieferbar sind:

  • 30337 Baobab-Pulver, getrocknete Fruchtpulpe der Frucht des Affenbrotbaums
  • 32967 Zimtblätter (als Gewürz und als Teezutat)
  • 30757 Flohsamen
  • 31997 Orangenminze

    neu in unserer Kelten-Reihe
  • 33550 Keltische Blüten, Kräutertee & Smoothiezutat
    (Zutaten: Ringelblume, Königskerze, Kornblume, Malvenblüte, Holunderblüten, Heidekrautblüten, Schlüsselblume, Schlehenblüte, Hopfenblüten, Veilchenblüten, Klatschmohn. Geschmack: sehr fein, elegant, aber intensiv. Anwendung:  Kräutertee: 10g für l kochendes Wasser, 10min ziehen. Smoothie: als Ergänzung 1 TL pro Person hinzugeben (für Hochleistungsmixer). )
  • 33560 Keltischer Beerenmix, Früchtetee & Smoothiezutat
    (Zutaten: Blaubeeren (Heidel-), Hagebutte, Sanddornbeere, Johannisbeere schwarz, Wacholderbeere, Vogelbeere, Holunderbeere (Holunder=erhitzt). Geschmack: zart-herb-fruchtig. Anwendung: Früchtetee: 15-20g in 1l Wasser zum Kochen bringen und 10min köcheln lassen. Smoothie: als Ergänzung 1 TL pro Person hinzugeben (für Hochleistungsmixer).)

    die schönen Tees vom Kanchanjangha Tea Estate in Ost-Nepal
  • 57543 und 57544 Nepal Kanchan Green (Grüntee) 100g und 250g
  • 57553 Nepal Grüntee Premium, Typ Mao Feng
  • 57534 Nepal-Small-Farmers-Aktionstee, Schwarztee
  • 57523 und 57524 Nepal Kanchan black (Superior Schwarztee 2.Fl.) 100g und 250g
  • 57563 Nepal Kanchan Gold (Schwarztee Premium)

    edle Tees aus China Yunnan von der Fairbiotea-Teefarm Dongzhai
  • 62043 China Yellow Dragon, Gelber Tee
  • 62103 China Black Tea Golden Snail, edler Schwarztee
  • 62113 China Golden Yunnan 1.Grade, edler Schwarztee

    auf Kundenwunsch
  • 61112 Matcha Kabusé1 Nachfüllpack 60g-Tüte




Neu dazugekommen auf Kundenwunsch (Vegan-Boom) - Lieferbar ab KW16:

  • 35185 Kala Namak, indisches trad. Schwarzsalz
    (Rötlich-braunes Steinsalz, mit Pflanzenasche von Haloxylon recurvum (Salsoloideae, Amaranthgewächs), bei hoher Temperatur (ca. 900°C) im Tongefäß ca. 24 Std. gebrannt + gemahlen. Typischer Schwefelwasserstoff-Geruch (nach Ei). Zutaten: Steinsalz, Pflanzenasche. Verwendung: ayurvedische + vegane Küche.



Bio-Moringabaum in Simbabwe

Container Simbabwe - lieferbar ca. Mitte/Ende Mai:

  • 31782 Moringa Blatt Tee
  • 31784 Moringa Pulver

 

Geschichte

Die Geschichte (wer hier weiterlesen will ...): Unsere Bestellung für diesen Container hatten wir im März 2014 nach der vorletzten Biofach zusammengestellt, im Juli auf unserer Reise dorthin noch ergänzt, im Dezember sollte alles hier sein. Ein typischer Lager-Umzug in Simbabwe sorgte für die erste monatelange Verzögerung - es gab oft nur zufällig eine Antwort aus dem Projekt.
Als denn endlich alles zu packen war, wurden neue Exportbestimmungen in Simbabwe erlassen: Das Landwirtschaftsministerium hatte entschieden, dass jedes Permit (muss einzeln pro Produkt beantragt werden) vom Minister persönlich unterschrieben werden muss, natürlich wurde niemand darüber vorab unterrichtet und keiner konnte mehr exportieren. Das hat ca. 2 Monate gedauert. Der Container ist letzte Woche rausgegangen. Durch eine weitere Schusseligkeit wurden die Papiere nicht wie üblich CIF Troisdorf gestellt, das wird ca. eine Woche kosten. Ende April / Anfang Mai soll der Container in Hamburg eintreffen, ein paar Tage später wird er verzollt (wenn die Papiere mal ausnahmsweise vor dem Container hier eintreffen sollten..) und bei uns sein, dann folgt die Analytik (+ 1-2 Wochen). Die Produkte werden gegen Ende Mai dann lieferbar sein.



Simbabwe: Bio-Gotu Kola im Winter
Simbabwe - lieferbar ca. Anfang Mai:

  • 30851 Gotu Kola
    Centella asiatica, Wassernabelkraut (sieht ähnliche wie Gundelrebe oder Postelein aus). Geschmack: mild, eigenwillig krautig. Herkunft: Kleinbauernprojekt Organic Africa (KAITE), ZimbabweAnwendung: Als Kräutertee, auch als Zutat zu Suppen, Smoothies, Ayurveda-Küche, hohe und wichtige Pflanze im Ayurveda.

 

Geschichte

Die Geschichte: s.o. -
mehr zufällig erfuhren wir, dass sich die KAITEs um mehr als 20 % bei den Volumenmengen für den Container verschätzt haben - also lange gemachte Verabredungen nicht eingehalten werden konnten (vorher hatten sie noch Kollegenmengen eingeworben usw.)
Ohne Absprache wurde das gelöst: GotuKola ist rausgeflogen...
Der Container (s.o.) schwimmt wie gesagt, wir haben rumgetobt. Ergebnis: eine kleine Menge Gotu Kola kommt per Flugzeug (hoffentlich) - zur Überbrückung bis im Herbst/Winter ein neuer Container zusammengestellt werden kann.


Wilder Szechuan-Pfeffer in Nepal

Lieferdatum noch unbestimmt - vielleicht aber nah dran ...:

  • 32448 Szechuan-Pfeffer

 

Geschichte

Diese Geschichte ist am komplexesten: Im Juli besuchten wir ja in Nepal das Kanchanjangha Tea Estate. Eine ziemlich unberührte, schwer zugängliche Gegend - wir sind zu den Bauern-Cooperativen und Teefeldern botanisierend gewandert und haben dabei zufällig Sträucher mit Szechuanpfeffer entdeckt. Für uns wurden die wildwachsenden Beeren dann Ende August geerntet, getrocknet, die Kontrollstelle hat ihn mit auf das Bio-Zertifikat genommen - alles korrekt - und Anfang Januar war der Container mit Tee, Zimtblättern und dem Pfeffer bei uns.

Die übliche Multimethode-Pestizidanalyse hatte beim Szechuan-Pfeffer die 3 "Pestizide" gefunden, die auch alle typisch etwas mit Trocknung zu tun haben: Anthrachinon, Biphenyl, Ortho-Phenylphenol. Die einzelnen Stoffe konnten zwar mit Trocknungsfaktor und Messfehler (50% Sanco) runtergerechnet und einzelne BNN-Orientierungswerte eingehalten werden. Aber bei 3 Stoffen ist Sense. Unsere Kontrollstelle führt gemäß Stand der Forschung diese Werte auf Trocknungsprozesse (mit Holzkohle geheizte Trockenflächen) zurück. Zusätzlich gibt es die Vermutung, dass auch die Pflanzen selbst solche Stoffe enthalten könnten.
In solchen Fällen veranlassen die Kontrollstellen einen Crosscheck und können dann nach korrektem Ermessen (Prozessorientierung) die Ware als Bio-Produkt freigeben. Die Kontrollstelle des Partners stellt dafür üblicherweise eine chargengenaue Bescheinigung aus, dass keine Pestizide eingesetzt wurden - dann kann die Freigabe erfolgen.

Für uns biozertifiziert: Nepal-Szechuanpfeffer vom Kanchanjangha Tea EstateDas spielte sich kurz vor der BioFach-Messe ab. Das Projekt in Nepal arbeitet mit einer australischen Kontrollstelle. Durch 3 Zeitzonen gab es unglaubliche Verzögerungen, bevor das nepalesische Kastensystem es beinahe ganz scheitern ließ:
Unsere direkten Anprechpartner im Projekt entstammen einer landwirtschaftlichen Kaste, wie auch der Gründer des Tea Estate. Sie managen die Prozesse und Produkte vor Ort, und organisieren auch die Bio-Kontrolle.
In Kathmandu sitzt die Export-Verwaltung unter Leitung aus der "höherstehenden" Händlerkaste.
Im Vorfeld der BioFach-Messe hatten wir Förderung bei SIPPO/Schweiz für eine Messe-Teilnahme unserer landwirtschaftlichen Partner organisiert - was im Kastenkontext Nepals aber nicht ging. Unsere gutgemeinte Intervention hatte intern leider zu heftigem Streit geführt (wer darf zur Biofach fahren - natürlich die Kathmandu-Kaste...), worunter die Lösung unseres Pfefferproblems gelitten hat. Jetzt sind hoffentlich ein paar Wogen wieder geglättet, und ein neuer Anlauf, die australische Kontrollstelle zu der richtigen Bescheinigung zu bewegen (diese war ebenfalls unwillig, aus Furcht, vor der EU-Bürokratie etwas falsch zu machen ...), soll jetzt unternommen werden.

Die Fortsetzung: seht Ihr daran, ob wir demnächst Szechuan-Pfeffer ausliefern oder nicht. Bzw. formal muss natürlich jede/r entscheiden, ob er dieses Produkt so führen wollte.

Zur EU-Bio-Revision gab es auf der BioFach die "Nürnberger Erklärung" und ein Interview der BNN-QS-Fachfrauen zum Thema:
Opens external link in new windowhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2015/03/12/eu-bio-revision.htm




Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner

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