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Heuschrecke - Geschäftsbericht 2013

... `ne andere Art von Geschäftsbericht

Das war letztes Jahr - 4 to Bio-Chili aus dem Kleinbauernprojekt Kaite in Zimbabwe - hier die Farmerin Miriam


Wie ist es uns 2013 ergangen - zunächst: es war ein sehr arbeitsintensives Jahr für uns, mit einem guten Zuwachs, aber ein Teil der Mehrarbeit entstand auch durch den komplizierter gewordenen Einkauf und Verkauf von Bio-Ware.

 

Einmal bedeuten die zunehmenden Container-Importe, die wir selbst machen, weil hilfreiche Helferfirmen weggefallen sind, einen erheblichen Verwaltungs- und Organisationsaufwand. Ganze Container importieren wir von unseren Kleinbauern-Partnern wie PDS in Indien, BioFoods in Sri Lanka, KAITE in Zimbabwe und der Rooibusch-Cooperative in Wuppperthal, Südafrika.



Zum anderen verknappen sich insgesamt die Mengen an Bio-Rohwaren: durch schlechte Ernten aufgrund Klimawandel-Phänomenen, und auch durch Ausfälle wegen Spritzmittelbelastungen aus der konventionellen Agro-Industrie, vorneweg Glyphosat aus dem übermäßigen Maisanbau für Biogas und -sprit (das "Bio" täuscht ...), aber auch weitere Stoffe wie Anthrachinon und Biphenyl, die z.T. auch in natürlichen Prozessen entstehen, machen Sorgen.

 

 

... und Bruni, dieses Jahr 20 Jahre bei Heuschrecke, füllt die gemahlenen Chilis ab 

Der Angebots-Markt hat sich offensichtlich in einen Nachfrage-Markt gewandelt: zum Teil gibt es schon fast Wettläufe auf dem Bio-Rohwarenmarkt, um den Jahresbedarf zu sichern. Dies betrifft nicht nur Übersee- sondern auch einheimische Ware, als Folge einer verfehlten oder torpedierten Umweltpolitik, und auch von (Boden-) Spekulationen, und die drohende Verrentung einiger Biobauern-Pioniere.

Die Presse hat in den letzten Monaten verstärkt alarmiert, dass die ökologisch bewirtschaftete Fläche im Vergleich zur Nachfrage stagniert oder sogar sinkt.

 

 

Ab Herbst/Winter haben wir dann auch selbst zur Verknappung der Bio-Rohwaren beigetragen:

 

Der aktuelle Vegan-Boom lässt auch unsere Hersteller-Kunden sprunghaft wachsen, die dann innerhalb weniger Wochen ihren Gewürzbedarf fast verdoppelt haben.
Unsere handwerkliche Art (keine Industrieanlagen) der Herstellung und der Schwerpunkt Qualität/Kleinbauern im Einkauf (ausgesuchte und begrenzten Qualitäten) lassen kurzzeitige Mengensteigerungen nicht zu, sodass sich unsere Lieferfristen nun durchgängig verlängern.
Hier werden wir auch keine Kompromisse eingehen, sondern wollen unseren Kunden weiterhin aroma- und wirkstoffreiche Gewürze, Gewürzmischungen, Kräuter und Tees, bevorzugt aus kleinbäuerlicher Landwirtschaft, anbieten.
Die Engpässe, aber auch ein wichtiger Teil unserer Qualität, findet an den Mühlen statt. Bis auf wenige Ausnahmen (wofür unsere Mühlen nicht geeignet sind) mischen und mahlen wir alles selbst - nicht staubfein, sondern schonender "pixelfein" - was unsere Verarbeiter- und Gastronomiekunden schätzen.

 

 

Eine Aufregung des letzten und diesen Jahres ist die angestrebte Revision der EG-Bio-Verordnung, die - beabsichtigt oder unbeabsichtigt - das Risiko für Pestizid-Abdriften auf Bio-Felder mit dem beabsichtigten strikten Grenzwert ganz den Bio-Bauern zuschiebt.
Bisher arbeiten wir mit sogenannten Orientierungswerten: wenn Belastungen bei Bio-Ware über diesen Warnwerten liegen, wird im einzelnen nachgeforscht, wo, an welcher Stelle der Eintrag passiert ist, und ob dem Bio-Bauern eine Schuld zuzuweisen ist.
Diese Prozessorientierung würde dann zugunsten eines Entweder - Oder Schemas wegfallen. Darüber wird nun in Brüssel entschieden.

 

 

Was enorm viel Zeit gekostet hat, und mit Bio gar nichts zu tun hat, war ab Sommer 2013 die SEPA-Zahlungsverkehr-Umstellung. Über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis unsere 3 Softwares für den Waren-, Buchhaltungs- und Zahlungsverkehr kompatibel waren. Zum Schluss hat es bei uns betriebsintern besser funktioniert als bei den Banken und Kunden: über Wochen ist jede zweite Lastschrift  geplatzt, erst, weil Banken das alte Verfahren zu früh abgestellt hatten, und dann, weil die neuen Verfahren noch fehlerhaft waren.

 

Biozertifizierte Wildkräutersammlung in Kroatien 

Immer, wenn man sich in Vorfreude auf das Sommerloch zum Durchatmen entspannt, passiert etwas, was alle wieder aufscheucht: 2011 war es die EHEC-Epidemie mit fieberhafter Analytik in allen Bio-Betrieben, die mit Keimsaaten zu tun haben (bei uns Bockshornklee), 2012 waren es QAV - Aluminiumverbindungen aus Reinigungsmitteln auf Bio-Gemüse, und 2013 Pyrrolizidin-Alkaloide in Kräutern und Tee.
Das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) hatte eine etwas schwierige Untersuchung mit einer neuen Analysemethode veröffentlicht, ohne die Ergebnisse zu interpretieren, was bei den VerbraucherInnen vor allem Ängste geschürt hat. Es wurden für unerklärlich viele gebräuchliche Kräutertees Pyrrolizidinwerte veröffentlicht, ohne auf Herkünfte, Anbauweise, und Qualität (Teebeutelqualität oder Schnitt-/Krüllware) einzugehen.
Das bedeutete: selbst Hintergründe erforschen und kritisch hinterfragen, sich mit der Geschichte der Pflanzen und Analytik befassen, Stellungnahmen schreiben und eingrenzen. Mittlerweile hat sich die Aufregung wieder beruhigt.

 

 

 

Im ersten Halbjahr 2013 gab es leider auch etwas Trauriges: innerhalb weniger Monate waren mehrere liebgewordenen Kunden und Lieferanten unerwartet verstorben, Pioniere, aber auch jüngere Menschen.

Eine nachdenkliche Zeit inmitten der Alltagshektik. Dadurch ist das Bewußtsein, unser Berufsleben ganzheitlich zu leben ist, noch mal gestiegen - auch gerne mit viel Arbeit (manchmal aber auch etwas zuviel), solange wir sie als sinnvoll und befriedigend erfahren. Immer gut ist, wenn die Tätigkeiten über einen engen Geschäftshorizont hinausgehen, z.B. auch eine politische oder kulturelle Seite haben.

 

 

Kunstgenuss im Urlaub mit der Zuckerguss-Dame - nicht sieht man die Kinderfußabdrücke und Fingerspuren im rosa Zuckergusskunstwerk ... Entspannung in Lissabon bei Fado-Gesang

Im Sommerurlaub verbanden wir demgemäß zwei Wünsche: Wir nahmen uns Zeit, die Stadt Lissabon zu entdecken (siehe: Opens external link in new windowhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2013/09/04/lissabon.htm), und besuchten anschließend unseren alten Freund und quasi Wegbegleiter Ton Vink in Süd-Ost-Frankreich, der in den 80er Jahren dort die Bio-Kräuterfirma Herbiers du Diois gegründet hat. Seit einigen Jahren führt sein Sohn Tijlbert die Firma.

 



2013 in Zahlen und Ausblick 2014:

 

Der Umsatz-Zuwachs 2013 betrug doch fast 3%, obwohl wir ein Minus erwartet hatten: 2% auf Verarbeiter-Ware und 5% bei Naturkostläden / Marke Heuschrecke.
2014: erstaunliche Zuwächse im ersten Quartal werden wahrscheinlich einerseits für zu hohe Auslastung sorgen, aber andererseits auch für ein beruhigendes Polster in der Liquidität.
Innerbetriebliches: Wir sind nunmehr 18 MitarbeiterInnen (1,5 Stellen mehr) bei stabiler Kundenstruktur: ca. 70% Verarbeiterkunden und 30% Naturkostfachhandel.
Im Innenbereich arbeiten wir an unseren Produktionsstrukturen, jetzt  mit mehr Arbeitskraft und einer neuen Schneidmühle (insgesamt laufen jetzt 3 Mühlen).


Nach außen verstärken wir die Kommunikation mit den EndverbraucherInnen über QR-Codes auf der Ware, die dann zu Produktinfos, Reiseberichten und Lieferantenportraits führen. Dafür wurde noch einmal unsere Website modernisiert (responsive Design), sodass sie sich jetzt auch den kleinen Displays von Tablets und Smartphones anpasst.


 

 
Herzliche Grüße


Heinz-Dieter Gasper  und  Ursula Stübner

  •  
  • 1 Kommentar(e)
  •  
Julio
02.05.2014
13:22

Tietel?

an Heidi und Ursula: schön von euch zu lesen! julio

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