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Gastbeitrag
24.12.2013
08:00

Mikrokosmos: Walk of Fame

Farbenfrohe Stars und Sternchen auf der Wiese

Hygrocybe punicea, granatroter Saftling, Nunkirche
Hygrocybe punicea, granatroter Saftling, Nunkirche
Hygrocybe pratensis, orangefarbener Wiesen-Ellerling, Klumpenmühle
Hygrocybe pratensis, orangefarbener Wiesen-Ellerling, Klumpenmühle
Hygrocybe lacmus, volettgrauer Saftling, Landwiesen
Hygrocybe lacmus, volettgrauer Saftling, Landwiesen
Hygrocybe calyptriformis, rosenroter Saftling, Nunkirche
Hygrocybe calyptriformis, rosenroter Saftling, Nunkirche
Hygrocybe ixotrichoderm 10x
Hygrocybe ixotrichoderm 10x




Diesmal zeigen wir “Weihnachtsdeko“ der besonderen Art:


bis in den trüben, kühlen aber noch frostfreien Spätherbst hinein beleuchten und beglänzen diese bunten (Vor)-“Weihnachtskugeln” die stumpfgrünen Magerwiesen in rot, orange, rosa, oft auch gelb und grün und braun, selten grauviolett.

 

 


Im Zeitalter industrieller Agrarwirtschaft haben solche ungedüngten, ertragsarmen Wiesen-Biotope, und damit auch die gegen Düngung empfindlichen Mycelien der Saftlinge, kaum noch eine Überlebenschance, sofern sie nicht zu Naturschutzgebieten erklärt werden.

 

 

 


Bis auf den etwas robusteren Orangenen Wiesen-Ellerling, den wir auf unserer eigenen, seit 25 Jahren nicht gedüngten Streuobstwiese angetroffen haben, stammen die abgebildeten Saftlinge aus solchen Naturschutzgebieten, zusätzlich stehen alle Saftlings- und Ellerlingsarten (also die Gattung Hygrocybe ) nach der Bundesartenschutzverordnung vom Januar 2004 (BGBl I S.1677) noch einmal gesondert unter Schutz. Nur im Rahmen von behördlich genehmigten Begehungen dieser Naturschutzgebiete (NSG) war uns die Entnahme von Fruchtkörpern in kleinen Mengen zu Bestimmungszwecken gestattet.

 

 

 


Öffentlich werden diese pilzlichen Kleinode kaum wahrgenommen, sie besitzen keinen wirtschaftlichen Nutzen, tragen nicht zum Gelingen der Energiewende bei (gegen Raps- und Maisfelder reagieren sie mit allergischem Verschwinden), sind einfach nur schön und sollen uns in dieser letzten Mikrokosmosausgabe 2013 makro-beglücken.

 

 

 


Wie ihr Glanz zustande kommt? Dazu diesmal das einzige Mikrobild: die feuchtschimmernden Arten (dazu gehört der Orangene Wiesen-Ellerling als trockene Art allerdings nicht) besitzen eine gelatinöse oder viskose Huthaut mit eingelassenem, haarfeinem Hyphengewebe. Abgebildet ist das sogenannte Ixotrichoderm des Granatroten Saftlings (Hygrocybe punicea).

 

 

 

Etwas Schneeglanz zu Weihnachten wär’ trotzdem schön.
 






Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer
 


 

 

 

 

Bilder mit Klickvergrößerung

 


Die Pilzsachverständigen bei der Arbeit ...

 


Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt und Wiesenmeister).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.

 

 

 

Fotos © Evi Wandelt, Lothar Claußnitzer



 

 

 


Tags: wiesen-biotope, wiesen-ellerling, saftlinge, hygrocybe
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