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Stadt-Smoothies

Ungrüne Smoothies ... also, man geht in die Natur ...


Beim Osterfrühstück hatte eine Freundin mich mit ihrer Begeisterung angesteckt: grüne Smoothies. Erfrischend und ein gesunder Start in den Tag.


Gerade kam das erste Grün aus dem Boden, und die ersten Baumknospen zeigten sich. Wir kauften einen Mixer mit 750 Watt (es könnten ruhig mehr sein, habe ich festgestellt - aber gefühlte 100 Dezibel, also mit Ohrenschützer benutzen) und das Experimentieren begann: Löwenzahnblätter, junge Brennnesselblätter, Scharbockskraut und Gundelrebe war der Grünanteil - dazu kamen 1 Apfel und 1 Banane - das war unsere Grundvariante für 2 Personen, die eher gesund als elegant schmeckte.


Später gab es Gänseblümchen, Löwenzahnblüten, Fichtenspitzen, Spitzwegerich, Apfelblattknospen, junge Brombeerblättchen, und das erfrischende klettige Labkraut. Dazu eine Scheibe Zitrone oder Orange mit noch etwas Schale daran, und zur Abrundung ein Stück Vanillestange oder Zimtstange. Ich nenne sie Stadt-Smoothies, da die Zutaten aus der Region zwischen Spich und Köln stammen, und sie nicht wirklich grün, sondern verschieden erdtonfarbig werden. Richtig grün würde es mit Matcha- oder Spinatpulver.


Zum Sommer hin werden die Stadt-Smoothies aromatischer: Rosenblüten, Klatschmohn, Kamille, Veronika, die Lindenblüten, Kleeblüten, die Melisse aus dem Firmenbeet, Johanniskraut, Malven, Storchenschnabel, weiße Labkrautblüten. Die Brennnesselblätter werden nun zu aggressiv - aber die Blüten bzw. Brennnesselfrüchte mit feinwürzigem Aroma kommen und bleiben bis weit in den Herbst hinein (Vorrat für den Winter sammeln - lassen sich gut trocknen).


Natürlich habe ich auch die klassischen grünen Smoothies mit Salat und diversen (Kohl-) Blättern ausprobiert - das war eher langweilig, so wie Hausaufgaben ....  es macht mir mehr Spaß, die Pflanzen in der Natur zu entdecken, und im Jahresverlauf die Veränderungen im Geschmack zu beobachten. Ich sammele auf dem Weg zur Arbeit auf den Feldern und Brachen, oder am Rhein beim Wochenend-Walken. Blöderweise wird gemäht - aber Nischen bleiben. Die Devise ist, gesundes Pflanzengut und sauber zu sammeln - genügend entfernt von Straßen und Hundekackwegen.


Weil es sich um (heilkräftige - was ich durchaus mitbedenke) Wildpflanzen handelt, dosiere ich sparsam: insgesamt eine gute Handvoll Wildpflanzen, dazu verschiedenes Obst und Gewürze auf ca. 400ml Wasser für 2 Personen - das ist ein schönes erstes Frühstück. Eine Regel ist auch, nicht jeden Tag dasselbe zu nehmen, sondern die Sorten regelmäßig zu wechseln.
Vor der Zubereitung wässere ich das Sammelgut eine Viertelstunde - in dieser Zeit krabbeln ggfs. die mitgeernteten Insekten auf die obersten Halme und warte auf ihre Rettung.
Dann werden zuerst die Wildpflanzen sämig zerkleinert, danach erst kommt das Obst dazu.


Mit dem Sommer wird das Obstangebot größer: Kirschen, Johannisbeeren, Him- und Brombeeren, Pfirsiche, aber gerne auch Mangos. Da wir in der Firma noch einen Sack Apfelstreifen hatten, die zu groß für Teemischungen sind, haben wir diese während des Sommers genommen und vorher etwas einweichen lassen.


Was bringt der Herbst? Pflaumen und dunkle Weintrauben von unserem Hausmeister aus dem Westerwald. Es gibt immer noch Nachtkerzenblüten, jetzt mit den wertvollen Samenkapseln, die ich noch grün abernte. Ackerschachtelhalm, Kleeblüten, Wegwartenblüten, Steinkleeblüten, die duftenden Blüten der Ackerdistel, und Schafgarbe. Das echte, leicht bittere Eisenkraut ist nun verblüht - der Beinwell blüht zum 2. Mal, und ab und zu gibt es auch eine richtig bittere Hopfenblüte, oder aromatischen Beifuss. An Grünem wächst noch Löwenzahn-, Gänsefingerkraut, kleine Braunelle und Spitzwegerich, und wohl nicht mehr lange die chlorophyllreichen Baumblätter von Linde und Akazie. Im Moment haben ich großes Vergnügen daran, die Samenkapseln des üppig am Rhein wuchernden indischen Springkrauts zu sammeln - die Samen haben einen schönen, nussigen Geschmack. Hagebutten verwende ich sowohl frisch, als auch getrocknet - dies wird auch ein guter Vitamin-C-Spender über den Winter sein.


Der Weißdorn begleitet durch 3 Jahreszeiten: die jungen Blätter, die duftigen weißen Blüten, und jetzt gehen gerade die roten Beeren zuende - ein bisschen Arbeit, weil hier der harte Kern herausgeholt werden muss.


Zum Herbst passen sehr gut wärmende Gewürze: 1-2 Cardamom-Kapseln oder Curcuma, Sternanis werde ich noch testen, und eine gute Prise Fenchelsamen dazu.


Also, man geht in die Natur, sammelt Bekanntes, und das Unbekannte checkt man mit Kräuterbüchern. Mal sehen, was Herbst und Winter da draußen Essbares zu finden ist.
Und es gibt natürlich auch noch Fortgeschrittenen-Versionen.

 



Ursula Stübner


Tags: wildkräuter, biogewürze, smoothies
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