Blog-Text-Suche

Meist gelesene Posts

Trocknungsverfahren für Kräuter und Gewürze
95980 mal gesehen   21.03.2014
Heiliger des Monats März: Oscar Romero
94569 mal gesehen   24.03.2014
Verschwörungstheorien
75341 mal gesehen   19.05.2010
Blogst Du hier!
75202 mal gesehen   21.10.2009

Archiv

Abonnieren für RSS-Reader

RSS 0.91Nachrichten
RSS 2.0Nachrichten

Lissabon

Dieses Jahr Urlaub in Portugal



Sommerurlaub. Dieses Jahr haben wir uns Portugal ausgeguckt, und zwar einen Städteurlaub. Lissabon ist ein alter Traum, in Porto wohnt unser Salzlieferant.

Heinz-Dieter Gasper war vor 45 Jahren mit einem Studienfreund schon einmal in Lissabon - die Bilduntertexte sind sein Bericht (durch die Verteilung des Fließtextes schonmal witzige Effekte). Hinter einigen Fotos verbergen sich zudem kurze Erklärungen - sichtbar, wenn der Cursor darübergeht.

Zu den Fotos: wir waren ganz fasziniert von der Bildsprache auf Mauern und Wänden, am liebsten großformatig auf den zugemauerten Häusern, wo kein Besitzer sich aufregt. Ein deutlich anderes Niveau als in Deutschland - sehen Sie selbst ...

 

Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

Bilder mit Klickvergrößerung



Wir wohnten an der schönsten U-Bahnstation Lissabons - Parque
Lissabon zum Zweiten- wie ist das, wenn man nach vielleicht fünfundvierzig Jahren zurückkommt?
von 2 Künstlerinnen gestaltet - zu Ehren der portugiesischen Entdeckungsreisenden. Dieser Bahnhof gehört auch zu den Menschenrechtsbahnhöfen wie Paris, Berlin und Brüssel.
Unspektakulärer als zu erwarten, Salazar ist weg, Nelkenrevolution mit Landreform und Gemeinwohl-Bewegung sind Geschichte,
Der Koch sitzt unter seinem Engel.
Otelo de Carvalho, der linksradikale Hauptmann, wohl sehr alt,
...
oder was ist aus ihm geworden?*)
...
Die garstige, unverblümte Art uns zwei langhaarigen, bärtigen, reisenden Pseudo-Freaks (Studenten),
...
das Unerwünschtsein laut und handgreiflich klar zu machen, ist auch Geschichte.
...
Wir kamen damals aus Spanien, wo wir maximal schräg beäugt wurden, mit dem Bummelzug,
...
und wurden schlagartig ab der portugiesischen Grenze im Abteil von den Bäuerinnen (mit Gemüse und Hühnern auf dem Weg von oder zum Markt) laut angeschrieen, an den Haaren gezogen,
Die Burg hoch über der Alfama
eine Menschentraube defilierte vorm Abteil, lachte und machte uns brüllend seine Aufwartung.
Viele Gebäude sind zugemauert - aber es wurde gerade auch viel restauriert.
In Lissabon war es denn etwas ruhiger,
Die Troika
nur manchmal liefen schreiende Kinder vor und hinter uns her,
...
die Busfahrer hielten schon mal auf offener Straße an und brüllten uns irgendwelche Schimpftiraden hinterher.
...
Ein selbstbewusstes, nicht duckmäuserisches Völkchen, was auf unsere Hippie-Aufmachung entsprechend reagierte.
...
Was uns einerseits imponierte, aber andererseits auch so stresste, dass wir Portugal/Lissabon auch nur 4-5 Tage ausgehalten haben,
...
wir sind wieder nach Spanien geflohen.
...
Natürlich haben wir die Highlights abgelaufen heute wie damals -
...
die wirren Alfamagässchen,
...
die damals noch heruntergekommene wenig renovierte Burg on top,
...
der riesige, leere Praca de Comercio, den eiserne Aufzug (Eiffel ließ bauen),
...
das Mosteiro des Hieronymus und den lokalen heiligen Antonius,
...
dessen Versuchungen sich Hieronymus Bosch sich nicht entgehen ließ, um ausschweifend diese zu bebildern.
...
Damals hing das Bild noch im Eingangsbereich eines alten Klosters/Kirche, heute im richtigen Museum als der Hingucker.
Der klassische Gitarrenspieler im Burghof...
Die Befreiung von der Diktatur Salazars, die EU, diverse Auszeichnungen als Kulturhauptstadt, die Expo -
Beim Fado
Alles scheint zu einer toleranteren, aber dennoch eher fremdelnden Gesellschaft geführt zu haben,
...
die mit der alten Geschichte als letzte Kolonialmacht etwas zu ungeniert kokettiert, wenn man sich die Texte der Raub-Kunst Museen ansieht.
...
Zwei sehr selbstbewusste Industrie-Mäzene haben sich mit Kunstsammlungen und Museen geradezu Unsterblichkeit verschafft - wir haben die Sammlungen genießen dürfen -
Teeliebhaber haben es schwer in den südeuropäischen Kaffeeländern.
einer der beiden, der den Nazi entkommene Armenier Gulbenkian sagt sicher einigen von Euch als Mr. Fünfprozent etwas.
Kommentar Heinz-Dieter Gasper: das habe ich mir schon länger überlegt ...
...
...
..
Der eiserne Aufzug, die urige Straßenbahn, sind inzwischen komplett in der Hand der Touristen, damals fuhren auch Einheimische damit.
...
Der Fado hat auch abseits der Touristenbusabzocke wieder etwas von seiner Natürlichkeit zurückgewonnen,
...
wir hatten Glück ihn wahrscheinlich authentisch in einem Wohnzimmerrestaurant mit Fado-Profis und -Amateuren zu erleben.
...
Wir haben Kabeljau (Bacalhau) und Tintenfisch (Polvo) ohne Ende und auch in Fastfood Variante genossen -
..
die Pastelerien haben uns in der Unterführung gesucht,
...
wir haben nicht wie Antonius agiert - war ja auch kein genialer Portraitist in Sicht, der heldenhaftes darstellen sollte.
Die Künstlerin in der Alfama bildet Kacheln nach für die Renovierung verfallener Schlösser und Villen.
Wer zählt die Höhenmeter, die die LissabonerIn (und wir Touristen)
Farbvergleiche.
die Treppenstufen, die wir hinter uns lassen mussten, um das eine oder andere Highlight zu suchen und zu besichtigen.
...
Rätselhafte, meist fehlende Beschilderung auf dem Weg zu den Kulturstädten, den Bahnen und Bussen -
...
verlängern den strapaziöse Teil schon mal unnötig.
...
Wahrscheinlich nutzt das irgendwem, wer weiß...
...
Nach 6 Tagen hatten wir das Gefühl 'durch' zu sein, sehr zufrieden.
...
Gelesen zum Ort gab es Saramagos Ricardo Reis,
...
auch im "A Brasileira" gelesen, Fernando Pessoa steht Wache vorm legendären Cafe -
...
(der erscheint 'leibhaftig' im doppelten Sinne in Buch des Nobelpreisträgers von 1998).
...

...
*) Wikipedia weiss es: Kleinunternehmer: Im Jahr 2011, als Portugal die Welt um internationale Finanzhilfe bat, hat Otelo Saraiva de Carvalho erklärt, er hätte die Revolution von 1974 nicht gemacht,
...
wenn er gewusst hätte, wie das Land jetzt dastehen würde.[1]
...
Weiter sagte er, dass ihn jeden Tag die Menschen auf der Straße bitten "nochmal einen 25. April, einen weiteren Militärputsch" auszurufen.
...
...
...
...
...
Die rosa Zuckerguss-Lady im Museum Serralves, Porto. Der Künstler heißt Urs Fischer, aus Zürich.
Nicht sieht man die Kinderfußspuren und Finger im Zuckerguss...
...
Der Rio Douro
Porto, nächste Station,
in Porto
gemütlicher, weniger Überseetouristen, nicht umsonst Kulturhauptstadt gewesen.
Gestalten im Wasser
Auch hier Mäzene die die Kultur beflügelten,
Unser Salzlieferant wohnt in Porto - das Salz wird im Naturpark Ria Formosa an der Algarve gewonnen.
ähnlich wie Gulbenkian's Museum, ist das Serralves Museum auch von einem wunderschönen Park umgeben.
Im Moment ist Sommerpause - Lager und Produktion sind leer.
Fünf Tage, wieder treppauf/treppab, hügelig, enge Sträßchen, malerisch, Weltkulturerbe, die Altstadt,
Die Lagerhalle und
der übervolle, etwas nervige Harry Potter 'no pictures please' Buchladen,
die Salzmischmaschine ruhen.
einer der schönsten Bahnhöfe der Welt
Vorbildliche Ordnung und Sauberkeit in der Salzhalle,
(Azulejos Kacheln ohne Ende auch in Lisboa, die Mauren haben die mal erfunden )
und die Arbeitswerkzeuge bekommen so eine gewisse Ästhetik.

Transportschnecke
das rosa Zuckerguss Mädchen (weiter oben) - was man nicht sieht: kleine Finger haben ehrfurchtslos davon gekostet
Abfüllanlage
und Fußspuren hinterlassen - unfreiwillig? wir werden Urs Fischer dazu befragen...
...

...

...

Ein kinetisches Kunstwerk vor der Uni in Porto ...

...
Im Gegensatz zu den Reinigungsfanatikern in Köln,
dort in Lisboa und Porto werden eher die Städtestraßen sauber gehalten (auffallend), statt aufwändige
Wandreinigung zu betreiben.
Das Grauen der Fassaden in der Stadt Köln wird jedenfalls deutlicher verteidigt als in Portugals Städten -
fehlgeleitetes Reinigungsbewusstsein, Ausgabenoptimierung ? Die hillije 3 Könige vum Kölle: Haus-und Grundbesitz,
ÖPNV und örtliches Verleger-Monopol?




Wir haben unseren Urlaub mit Bilder-Schatzsuche sehr genossen -
die Menschen, den spröden, hintergründigen Humor,
das Essen, die Kunst, den entspannten Straßenverkehr ...
Danach sind wir noch nach Frankreich gefahren, in die Drôme, wandern
und unsere Freunde von L'Herbier du Diois besuchen,
die dort in etwa dasselbe machen wie wir hier in der Heuschrecke.

Tags: urlaub, portugal, lissabon, porto, meersalz, graffiti, kunst
Anzahl Aufrufe: 8862
  •  
  • 0 Kommentar(e)
  •  

Mein Kommentar

Bitte obigen Code eintragen

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.



Ihr Kommentar wird in der Regel am nächsten Arbeitstag freigeschaltet.

Spams, Links, rechtswidrige und anonyme Kommentare können nicht berücksichtigt werden.


Zurück