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Prism

Ein Ende der Naivität

Das Internet ist nicht böse!

Wir MenDas Siegel der NSAschen entscheiden, ob wir etwas zum Guten nutzen oder zum Schlechten.

Wir können übers Internet Kontakte zu Freunden auf der ganzen Welt halten oder jegliche Information abrufen.
Wir können uns individuell fortbilden und zu Gruppen mit revolutionärer Kraft zusammenfinden, so einfach wie es noch nie vorher in der Geschichte der Menschheit möglich war.

Aber wir können das Internet auch für Unterdrückung, Kriminalität und Bespitzelung nutzen.

Spätestens seit der Computerexperte Edward Snowden veröffentlicht hat, dass der amerikanische Geheimdienst "NSA" mit dem geheimen Überwachungsprogramm "Prism" Zugang zu Daten großer Internetkonzerne wie Facebook, Google, Microsoft, Apple, Yahoo und AOL hat, wissen wir, dass die Zeit der naiven Internet-Nutzung vorbei ist.

Ohne rechtliche Grundlage wurde die Daten-Kommunikation von Millionen Internet-Nutzern abgezapft, gespeichert und analysiert.
Nicht die Daten von amerikanischen Staatsbürgern - das wäre gegen die amerikanischen Verfassung. Mails, SMS, Telefonate, Skype-Video-Calls, oder Facebook-Postings aus aller Welt, vor allem aber aus den arabischen Ländern und, man staune, beim Bündnis-Partner Deutschland.
(Neuesten Meldungen zufolge sogar mit Wissen und Duldung der Bundesregierung, die damit gegen den Grundsatz verstoßen hätte, ihre Bürger zu schützen.)

Schon durch die wachsende Internet-Kriminalität müssen wir heute auf die Sicherheit unserer Rechner achten. Ohne Firewall und Virenscanner kann man gar nicht mehr online gehen - als ich bei einem Freund mal Windows neu aufgesetzt habe und online ging bevor der Virenscanner installiert war, hatten wir uns innerhalb 4 Minuten einen Schadcode eingefangen. Einen sogenannten "Fly by"-Trojaner, der sich durch den bloßen Besuch einer infizierten Website installiert und weitere Schad-Software nachlädt.
Wir müssen lernen, keine Passworte auf Rechnern zu speichern, das Online-Banking durch TAN-Generatoren abzusichern und 2-Wege-Authentifizierung zu nutzen, wo sie angeboten wird.
Online-Sicherheit wird aufwändiger.
Und da unsere Regierungen uns abhören und überwachen ("BND" will 100 Mio. Euro in Ausbau der deutschen Internet-Überwachung stecken Opens external link in new windowhttp://www.spiegel.de/politik/deutschland/internet-ueberwachung-bnd-will-100-millionen-investieren-a-905938.html) sollten wir auch hier lernen, uns zu schützen und unsere privaten Daten zu verteidigen.

Es ist an der Zeit, wieder zurück zu rudern: in den 1980ern, (Prä-Internet) gab es grosse Proteste gegen die "Volkszählung" in der BRD.
Viele alternativ denkende Menschen wollten sich nicht zählen und vom Staat überwachen lassen. Ich hatte damals den Volkszählern den Zutritt zu unserem kleinen Bioladen in Köln-Deutz verweigert und riskierte bewußt Zwangsgeld und sogar Haftstrafe. Soweit ist es damals nicht gekommen. Aber ich war bereit, die wenigen Daten, die der Staat von mir erfragen wollte zu verteidigen. Einige Jahre später war ich so begeistert vom jungen und wachsenden Internet, dass ich meine komplette Autobiografie online stellte. Einen detaillierten Überblick über mein Leben "so far" mit Zeit- und Ortsangaben und bunten Bildern.
Und als ich die sozialen Netzwerke Facebook und Google+ entdeckte, waren sogar meine Alltagsaktivitäten weltweit öffentlich lesbar.
Wäre ja auch schön, wenn die Welt so gut wäre, dass niemand Geheimnisse haben müsste.

Hier ein paar Tipps, wie man sich gegen die Daten-Sammelwut staatlicher Überwacher schützen kann:

1. Vermeiden Sie große Mail-Anbieter für Ihren E-Mail-Verkehr. Ihre Mails bei Google oder MSN werden in den USA gespeichert.
Bei Mails über ein eigenes Internet-Web (zum Beispiel auf den Servern meiner Firma Opens external link in new windowwww.kpunkt.com ) bleiben die Daten in Deutschland (Serverstandorte Dortmund, Karlsruhe, Dresden) und werden nur von Ihnen gelesen. Durch WebMail (Confixx WebMail und alternativ Roundcube) und nacheinander geschaltete Spamfilter (Greylisting und Spamassassin) sind unsere Mailserver sehr komfortabel.

2. Verwenden Sie alternative Suchdienste.
Google speichert jede Suchanfrage. Wenn Google nicht mitbekommen soll, wonach Sie suchen, was Sie interessiert, dann können Sie z.B. über IxQuick Opens external link in new windowhttps://ixquick.de/ suchen, "die diskreteste Suchmaschine der Welt" (Eigenwerbung).

3. Nutzen Sie keine "Cloud"-Lösungen, die auf "irgendwelchen" Servern liegen.
Wissen Sie, in welchem Land Ihre Firmendaten dann liegen und wer Zugriff hat?
Wir empfehlen, Ihre Daten (wenn überhaupt) verschlüsselt in einer Domain auf Servern mit Standort in Deutschland abzulegen.
Zum Verschlüsseln empfehlen wir die kostenlose OpenSource Software "TrueCrypt".
Ziehen Sie Ihre "OwnCloud" Opens external link in new windowwww.owncloud.org internationalen Anbietern wie Google Drive oder Dropbox vor.

4. Verzichten Sie auf "Google Analytics".
Da damit die Daten der Besucher auf Ihrer Website nach USA geschickt werden und dort gespeichtert/analysiert werden, ist Google Analytics nicht konform mit deutschen Datenschutzgesetzen. Sie können bei Verwendung von "Analytics" rechtlichen Ärger bis hin zur kostenpflichtigen Abmahnung bekommen.
Schauen Sie sich das deutsche OpenSource-Analyse-Tool "Piwik" Opens external link in new windowwww.piwik.org an. Damit verlassen Ihre Daten Deutschland nicht. Piwik wird vom "Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein" als datenschutzkonforme Alternative zu Google Analytics empfohlen.

5. Statt GoogleMaps
können Sie alternative Kartendienste nutzen, wie z.B. OpenStreetMaps Opens external link in new windowhttp://www.openstreetmap.de/ - kostenlos, nicht kommerziell und ohne Daten zu sammeln.

6. Wenn Sie um Ihre Privatsphäre und Ihre Daten besorgt sind - verzichten Sie auf Facebook, Google+ und ähnliche Social Networks.
Eine OpenSource Alternative könnte "Diaspora" Opens external link in new windowhttps://joindiaspora.com/ werden. Da sind allerdings momentan noch deutlich weniger "Freunde" zu finden als auf "Fazebuch".
Mein Traum: ein wirklich SOZIALES Netzwerk, ohne Werbung oder Gewinnabsichten und nicht im Besitz einer Firma. Ein gemeinnütziges Netz, in dem sich alle Menschen treffen und austauschen können.
Vielleicht eine Vorstufe zu einem System der Basisdemokratie, in dem jeder zu jedem Thema abstimmen kann und diese Trends in politische Entscheidungen einfließen. Liquid democracy...  

Eine schöne Idee finde ich, die sozialen Netzwerke zu verwirren und Daten unbrauchbar zu machen.
Warum das korrekte Geburtsjahr angeben? Outen Sie sich als ABBA-Fan. Erweitern Sie Ihre Familie um Ihre 28-jährige Oma aus Mali.
Lesen Sie auch mal was von Krimi-Autoren wie Heidegger oder Adorno :-)
Liken Sie das neue Album der angesagten Punk-Band "NSA".

 



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

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