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Krabbel-Alarm

Motten und Käfer als Gabe der Natur

 

Einmal im Jahr gibt es unseren Aufruf zur Krabbel-Kontrolle. Am besten jetzt einmal die Vorräte durchgehen, und empfindliche Produkte, besonders alle Früchtetees und Kräutermischungen mit Blüten, vorsorglich (einfach mitsamt Packung zusammen in eine große Plastiktüte stecken) 4-5 Tage einfrieren. Im Spätsommer/Herbst dasselbe dann nochmal. Dann sollten sie wieder gut bis ins nächste Frühjahr kommen.


 

Passionierte Bio-Kräutertee- und Gewürzfans bekommen jetzt, wo die wärmeren Jahreszeiten anfangen, schon mal einen Schrecken: kleine braune Käferchen (Arten der Getreide- oder Reiskäfer) oder Maden krabbeln ihnen selbstbewusst beim Öffnen der Tüte entgegen. Frühling liegt in der Luft, Lebenskraft sprießt, das morphogenetische Feld ist günstig. Insekten und ihre Eier haben in extrem unwirtschaftlichen Umgebungen einfach die besseren Überlebensstrategien.

Nicht wünschenswert in unseren Lebensmitteln, es ist aber bei landwirtschaftlichen Bio-Produkten wie Gewürzen und Kräutern leider nicht 100%ig zu vermeiden, besonders in den warmen Zeiten.  Man wundert sich, was sie alles mögen, vom Paprika und Cayennepfeffer bis zu edlen Blüten, sogar Lavendel. In Grün- und Schwarztee können sie dagegen nicht überleben - er hat zuwenig Feuchtigkeit.

 

Warum ist das so, und was tun wir als Biobetrieb dagegen?

Im Naturkostbereich und besonders bei Kräutern und Gewürzen kann man Käfer oder auch Maden/Motten nicht ausschließen. Schließlich sind die Pflanzen, vor allem Blüten, der natürliche Lebensraum der Tiere. Hier ist der Mensch, der die Pflanzen erntet und benutzt, sozusagen der Störfaktor. Wir sind halt Konkurrenten um dieselben Beeren und Blätter.

 

Besonders hochwertige Kräuter und Blüten, die nicht für Teebeutelschnitt zerschreddert, sondern möglichst grob bis ganz belassen werden (wie bei unseren losen Heuschrecke-Tees), werden schonend bei ca. 40°Grad getrocknet. Die meisten Tierchen laufen in der ersten Welkphase davon, aber einige Exemplare sowie ihre Eier können natürlich drinbleiben und überleben.

Das "Ungeziefer"  wird sozusagen mit der Natur ins Haus geliefert. Es ist aber zum Glück nicht gesundheitsschädlich.

 

Da Bio-Produkte nicht mit Insektiziden behandelt und nicht bestrahlt oder begast werden wie konventionelle Produkte, werden hier natürlich eher lebendige als tote Käfer und Co vom Feld mitgeliefert. Man kann aber davon ausgehen, dass in jedem Lebensmittel, das aus Feld, Wald und Wiesen oder von Bäumen kommt, ein gewisser "Eiweißanteil" drin ist - in den hochverarbeiteten Lebensmitteln eben nur nicht mehr sichtbar. Es wurde einmal ausgerechnet, dass der Mensch durchschnittlich ein halbes Kilo Insekten auf diese Weise pro Jahr verzehrt.

 

Die natürlichen Methoden für Bio-Lebensmittel zur Schädlingsbekämpfung, die auch wir regelmäßig anwenden, sind Einfrieren und CO2-Behandlung. Bevor wir Ware auf Lager nehmen, wird sie behandelt, außerdem turnusmäßig in der wärmeren Jahreszeit. Diese Behandlungsmethoden beeinträchtigen nicht den qualitativen Wert des Bioprodukts, alledings verbleiben bei den biologischen Methoden immer ein paar resistente Eier (eine effiziente Überlebensform), die sich bei Klima-Umschwüngen wieder melden ...

 

Den Trend zur Mehrfach-Sterilisierung von Lebensmitteln, den wir im konventionellen, aber auch zunehmend im Biobereich beobachten, sehen wir sehr kritisch. Dann ist die Ware zwar lange haltbar und ohne Gefahr des lebendigen Befalls, aber die Nahrung wird eben auch steril und verliert ihre Bio-Wertigkeit.

 

Für den Privathaushalt empfehlen wir als erste Maßnahme beim ersten Anzeichen von Befall: in eine Plastiktüte stecken und 5 Tage einfrieren. Wie gesagt, die Käferchen und Maden sind nicht gesundheitsgefährlich, sondern nur etwas eklig für Menschen. Nach dem Tieffrieren können Kräuter und Gewürze dann ruhig weiter verwendet werden. Auch Kleider- und Holzmotten aus dem Haushalt fühlen sich übrigens in Bio-Lebensmitteln sehr wohl und lassen sich dort gerne nieder. Hier empfehlen wir auch, befallene Lebensmittel und Kleidung sofort in einer Plastiktüte tiefzufrieren.

 

Also - nicht böse werden, wenn's krabbelt ...

 

Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper


Tags: motten, käfer, natur, kräuter, bio, bio-kräutertee
Anzahl Aufrufe: 5972
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  • 1 Kommentar(e)
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Jürgen Opper
14.10.2010
16:16

Vorbeugen ist besser als einfrosten

Die beste und vorbeugendste Lösung bei Motten ist natürlich Nützlinge in Form von Schlupfwespen auszubringen, welche die Motteneier suchen, bebrüten und abtötet.Nach 8-10 Tagen schlüpft dann keine Mottenlarve, sondern eine neue Schlupfwespe die nur 0,3 - 0,4 mm klein ist. Diese Schlupfwespen "Trichogramma evanescens" überleben nur in Motteneiern; gibts keine Motten mehr sterben auch die Schlupfwespen aus.
-> Für den Privathaushalt gibts diese sehr nützlichen Nützlinge in gut sortierten Bioläden!

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