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Weihnachtliche Filmtipps

Meine kleine Liste der 10 besten menschlichen Filme

Wenn dann der vorweihnachtliche Stress von euch abgefallen ist und die Familienfeiern und Geschenkveranstaltungen vorbei sind und wieder etwas Ruhe einkehrt in diesen kostbaren Tagen "zwischen den Jahren", dann ist wohl auch Zeit für einen gemütlichen Film-Abend.
Ob aus der Videothek oder vom Online-Verleih oder direkt von der eigenen Festplatte - es muss nicht unbedingt ein plattes Weihnachtsvergnügen wie "Kevin allein zu Haus" (hektische US-Eltern vergessen, ihren Sohn in die Weihnachtsferien mit zu nehmen, und er verteidigt heroisch das idyllische Ami-Haus gegen tumbe Einbrecher) oder "Der Grinch" (in dem Jim Carrey eine grüne Kreatur spielt, die Weihnachten hasst und deswegen als Weihnachtsmann verkleidet die Geschenke stiehlt... laut "Lexikon des internationalen Films" eine „wüste Mischung aus Kitsch und Galle“...) sein.

Nein, es gibt sie wirklich: intelligente, zutiefst menschliche und dadurch anrührende Filme.
Hier meine kleine Auswahl und Empfehlung für die Feiertage.  



Benny und Joon (USA 1993, Regie Jeremiah S. Chechik)
Menschliche Filme beschäftigen sich mit den Facetten des Mensch-Seins, den Abgründen und Wendungen des menschlichen Lebens.
In dem amerikanischen Spielfilm "Benny und Joon" geht es um die junge Erwachsene Joon, die seit dem Unfall ihrer Eltern psychisch krank ist und von ihrem älteren Bruder Benny versorgt und betreut wird. Dann lernt Joon den ebenfalls "seltsamen" Sam (herrlich: Johnny Depp) kennen, einen Sonderling der wenig spricht und eher pantomimisch wie Charlie Chaplin kommuniziert.
Die beiden verlieben sich ineinander, was der Beschützer-Bruder Benny nicht akzeptieren kann. Es kommt zum dramatischen Höhepunkt als Sam und Joon  fliehen wollen.
Ein anrührender aber auch komischer Film. Zutiefst menschlich. 



Cast Away (USA 2000, Regie Robert Zemeckis)
Es gibt selten Filme, die mit so wenigen Schauspielern auskommen.
Dies ist die Geschichte des FedEx-Managers Chuck Nolan (Tom Hanks) der mit der Besatzung eines Transport-Flugzeugs seiner Firma abstürzt und als einziger Überlebender für 4 Jahre auf einer einsamen Südsee-Insel strandet.
Wunderbar, wie er überlebt, fast wahnsinnig wird, sich selber einen schlimmen Zahn zieht und Freundschaft mit einem Ball namens "Wilson" schließt. Verzweifelte Selbstmord-Versuche und schließlich die Fluchtversuche von der Insel und das Zurückfinden in die Gesellschaft machen aus dem Ein-Personen-Kammerspiel fesselndes und großes Kino.



Chocolat (GB/USA 2000, Regie Lasse Hallström)
erzählt von einer Mutter und ihrer unehelichen Tochter, die in den 50er Jahren in einem kleinen französischen Städtchen eine Chocolaterie mit selbst hergestellten Schokoladen und Pralines eröffnen. Angefeindet von den konservativen Einwohnern und dem bigotten Bürgermeister, gewinnt Vianne (Juliette Binoche) doch zunehmend Freunde und Liebhaber ihrer süßen Kunstwerke. Im Spannungsfeld zwischen Lust und Mäßigung
ruft der Bürgermeister zu einem Aufstand der "ehrbaren" Bürger auf und die Situation entlädt sich in der Zerstörung der Chocolaterie.
Johnny Depp und Judi Dench in Nebenrollen lassen den Film mit großer Wärme funkeln. Heiße Schokolade in der kalten Jahreszeit...



Contact (USA 1997, Regie: Robert Zemeckis)
Und doch ein Science-Fiction-Film dabei!
Die Geschichte der kleinen Ellie Arroway (Jodie Foster) die durch Ihren liebevollen Vater mit dem Hobby des Funkens beginnt, später Radio-Astronomin wird und eine Funk-Botschaft von Außerirdischen entdeckt. Sie darf mit einer durch gefunkte Alien-Baupläne gebauten Maschine zu einem fremden Welt reisen, auf der sie einem Außerirdischen in der Gestalt Ihres Vater begegnet.
Menschlich anrührend die Vater-Tochter-Beziehung (er nennt sie "Fünkchen"!) und das Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Religion.
Nach einem Buch des Astronomen Carl Sagan und einer sehr engagiert agierenden Jodie Foster.   


 
Das Beste kommt zum Schluss (USA 2000, Regie Rob Reiner)
Zwei ungleiche Männer in einem Krankenhauszimmer: der arme schwarze Automechaniker (Morgan Freeman) und der reiche weiße Krankenhaus-Stifter (Jack Nicholson) sind beide an Krebs erkrankt und haben nur noch 6 - 12 Monate zu leben. Sie leiden gemeinsam und werden Freunde. In der Langeweile des Krankenzimmers und angesichts des baldigen Todes beginnen die beiden, eine "bucket list" zu erstellen - eine Liste der Dinge, die sie gern noch in der verbleibenden Zeit erleben würden. Mit den Mitteln des Milliardärs besteigen die beiden seinen Privat-Jet und sehen die Pyramiden, Taj Mahal, besteigen Berge und erleben Fallschirmsprünge. Und beide finden zum Schluss das, was im Leben am Wichtigsten ist: die Liebe...
Großer warmherziger Film über die Sterblichkeit mit viel Rührung aber auch Witz und großartigen Akteuren.



Das Labyrinth der Wörter (Frankreich 2010, Regie Jean Becker)
Der ungebildete und vom Dorf verlachte Germain (Gérard Depardieu) ist ein 45 Jahre alter Gärtner, der in seiner Mittagspause im Park die 94-jährige Margueritte kennenlernt. Die alte Dame ist sehr gebildet und liebt Bücher. Bald treffen die beiden sich regelmäßig und sie liest ihm vor, erweckt sein Interesse für Wörter und Literatur.
Als der Sohn der alten Dame diese in ein "günstiges" Altersheim nahe der belgischen Grenze abschiebt, beschließt Germain, seine alte Mentorin zu befreien...
Wie so viele französische Filme mit einem ganz eigenen Flair und einem gänzlich anderen Rhythmus als amerikanische Filme. 



Einer flog übers Kuckucksnest (USA 1975, Regie Milos Forman)
Diesen Film habe ich 1976 in einem kleinen Kino auf der Kölner Schildergasse gesehen und war sehr beeindruckt von seiner Botschaft.
Der Beat-Poet Ken Kesey hat damit seine Anklage des Vollzugs in geschlossenen psychiatrischen Anstalten geschrieben und Jack Nicholson spielt so eindringlich, dramatisch und gleichzeitig witzig den Rebell, der sich auflehnt und selber zum Opfer wird.
Unvergesslich: die Bootstour mit den "Verrückten" und die Szene, als der große Indianer-Häuptling den schweren Waschtisch aus dem Boden reißt und das Fenster der Anstalt einwirft, um in die Freiheit zu entfliehen...
Dieser Film war zu Recht für 9 Oscars nominiert und hat dann tatsächlich 5 Oscars gewonnen.



König der Fischer (USA 1991, Regie Terry Gilliam (ex-Monty Phyton))
Einer meiner absoluten Lieblingsfilme, oft gesehen, immer wieder gut...
Junger aufstebender Rundfunkmoderator (Jeff Bridges als Jack) in New York verursacht schuldhaft einen Amoklauf durch seine Tiraden gegen schicke Yuppies. Einer seiner treuen Hörer nimmt sich die Pump-Gun und richtet ein schreckliches Blutbad in einer Yuppie-Kneipe an. Jahre später nach Karriereknick, Absturz und Alkoholismus trifft Jack einen verrückten Penner, der sich als ehemaliger Literatur-Professor herausstellt, dessen geliebte Frau bei dem Amoklauf getötet wurde. Seitdem ist er obdachlos und auf der Suche nach dem "Heiligen Gral". Jack kümmert sich um Parry und hilft ihm dabei, eine neue Liebe (bezaubernd: Amada Plummer als die die schüchterne, einsame Buchhalterin Lydia) und den Heiligen Gral zu finden.
Ganz großes menschliches Kino um Schuld, Ängste, das Auf und Ab im Leben.
Zum Schluss liegen die beiden Freunde nackt auf einer Wiese im Central Park und beobachten die Sterne.
Wer diesen Film nicht kennt, hat Kino verpennt :-)



Und täglich grüßt das Murmeltier (USA 1993, Regie Harold Ramis)
Fieser egozentrischer Fernseh-Moderator (Bill Murray) wird "in einer Zeitschleife eingesperrt" als er aus einer amerikanischen Kleinstadt berichten soll.
Jeden Morgen klingelt der Wecker und der Tag beginnt - immer der Gleiche!
Und Phil, der Anfangs arrogant und zynisch mit seinen Mitmenschen umgeht und versucht, seine Aufnahmeleiterin Rita (Andie MacDowell) herum zu kriegen, lernt Tag um Tag mehr über das Leben, feilt an seinem Charakter und kann schließlich die Frau seines Herzens überzeugen.
Amüsante Komodie über den Sinn des Lebens und die elementare Wichtigkeit des Arbeitens an sich selber. Charmante Idee, die man gesehen haben muss!  



Ziemlich beste Freunde (Frankreich 2011, Regie Olivier Nakache, Éric Toledano)
Wieder ein französischer Film, den ich 2x im Kino gesehen habe und der mir auch beim zweiten Sehen in einem Kino in Kiel viel Spass bereitet hat.
Nach einem Paragliding-Unfall ist der steinreiche Spross einer Champagner-Dynastie an den Rollsuhl gefesselt. Sein Leben ist bequem - hat er doch Assistenten, Bedienstete und Pfleger in seiner Villa in Paris. Der dynamische Schwarze mit Namen "Driss" dagegen kommt aus einer der Vorstädte, ist vorbestraft und will nur seinen Zettel fürs Arbeitsamt unterschrieben haben. Weil er aber anders ist als die üblichen Pfleger bekommt er den Job zur Probe und es entwickelt sich eine turbulente und beschwingte Freundschaft. Jeder der beiden kann dem anderen dort helfen, wo die Verletzungen und Behinderungen des Körpers, des Kopfes oder der Seele alleine nicht zu bewältigen sind.
Ein ziemlich schöner und absolut lebensbejahender Film, der nicht umsonst mit 8,8 Millionen Zuschauern zum Publikumserfolg Anfang 2012 in deutschen Kinos wurde.


Die aufgelisteten Titel stellen nur meine persönliche Auswahl dar.
Bin gespannt auf eure Kommentare und Ergänzungen dieser Liste.





Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

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  • 3 Kommentar(e)
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Martin Mittelmann
03.01.2013
12:01

Sind ein paar gute dabei

Benny & Joon: Den kenne ich nicht. habe ich noch nicht gesehen, werde das aber nachholen. Castaway: Naja. Tolle Leistung von Tom Hanks. Ist nicht einfach einen Film über weite Strecken allein zu tragen. Letzendlich aber doch zu rührselig. Irgendwie kommt man den Personen nicht nahe. Chocolat: schönes "Feelgood Movie". Viele Klischeees, aber schön fotografiert. Ein Märchen halt. Contact: Die großen Fragen und der gescheiterte Versuch einer Antwort darauf. Mehr was für Leute auf der Suche nach spirituellem Ausgleich. Das Beste kommt zum Schluss: Nicht unbedingt die beste Arbeit von Rob Reiner. Keine Zeitverschwendung aber auch kein Highlight. Das Labyrinth der Wörter: Sehr märchenhaft, aber schön. Emotional mitreissend. Ein wirklich schöner Film. Einer flog über das Kuckucksnest: Wer sind die "normalen" und wer die "bekloppten"? Toller Film mit humaner Botschaft. König der Fischer: Gilliam kann es. Er ist ein großartiger Geschichtenerzähler der die Menschen mag. Unbedingt anschauen. Täglich grüßt das Murmeltier: Eine eigentlich alte Geschichte: Stinkstiefel muss durch die Liebe einer Frau erlöst werden. Aber super witzig. Leider einmal zu oft gesehen. Ziemlich beste Freunde: Ambitioniert aber letzlich doch schmonzettenhaft. Mich hat der Film ziemlich kalt gelassen. Grüße aus Rhede, Martin

Wolfgang Kurtz
16.01.2013
01:01

Guter Kommentar!

Lieber Martin, vielen Dank für Deine kenntnissreichen Kommentare. Da merkt man, dass Du seit vielen Jahren Dein eigenes Kino hast :-) Grüsse "us Kölle" nach Rhede!

Peter Kirwel
29.03.2013
19:29

Herr

Lieber Wolfgang, ein 11. Film muß zwingend dazu, auch wenn er schwarzweiß und grottenalt ist: "Ist das Leben nicht schön ? / It´s a wonderful life" von Frank Capra. Am Beispiel eines Beinahe-Selbstmörders zeigt sich, wie wichtig jeder einzelne Mensch ist. Einfach umwerfend.

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