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Heiter bis wolkig

Musik aus der Cloud

Montage, Hintergrundfoto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0



Wir leben in einer wahrlich Multi-Medialen Welt.

Wer Musik hören möchte, kann dies mit dem alten Dampf-Radio, trendiger Vinyl-Schallplatte, gekaufter CD, praktischer Computer-MP3-Datei und neuerdings auch aus der Cloud.

Der Marketing-Begriff "Cloud" meint Internet-Server, auf denen Inhalte gespeichert werden und dann mit jedem internetfähigen Gerät jederzeit abrufbar sind.
Und davon gibt es immer mehr: Smartphones und Tablett-Computer scheinen prädestiniert für das "streamen" von Musik aus der Cloud.


Der große Innovator Apple hat den Reigen vor ca. einem Jahr im Dezember 2011 begonnen.
Jeder Inhaber eines iTunes-Kontos kann 25.000 Musiktitel für 25 Euro pro Jahr auf Cloud-Servern speichern und dann auf bis zu 5 MacOS/iOS-Rechnern (z.B. Macbook, iPhone, iPad) und bis zu 5 PCs wiedergeben.

Vorteilhaft ist die "Match" Funktion: dem Anbieter bekannte Songs müssen nicht langwierig hochgeladen werden, sondern es werden einige Sekunden analysiert und dann durch den entsprechenden Titel aus dem iTunes-Shop ersetzt.
Dadurch wir die Songqualität verbessert. Durch ein paar Klicks wird aus einem eher bescheiden klingenden 96-kBit-Song ein hochwertiges 256-kBit-Stück.

Und es werden die "eigenen" Musikstücke aus egal welchen Quellen durch Kauf-Titel ersetzt. Besonders interessant, wenn man nicht nur eigene CDs brav selber gesampelt hat, sondern auch Musik aus dubiosen Quellen abgleicht. Es funktioniert quasi wie Geldwäsche für Musikstücke - nach dem "Match" sind die Songs legal und enthalten die eigene Apple-ID (E-Mail-Adresse) damit man sie nicht weitergeben kann.

Mit dieser Vorgehensweise hofft Apple, Freizeit-Musik-Piraten auf die legale Seite holen zu können, wo man dann in Zukunft seine Musik ganz gesetzestreu im iTunes-Store kauft. Und wahrscheinlich war dies auch ein wichtiges Argument gegenüber der GEMA und den deutschen Musik-Labels, die als Rechteinhaber ihr OK zu dem Cloud-Musik-Modell geben mußten.


In den letzten Monaten habe ich alle drei Music-Cloud-Dienste, die "Matching" anbieten, ausprobiert.

Die sind Apple iTunes, der Online-Händler Amazon und Google. Microsoft hat zwar auch eine Musik-Cloud, wird aber "Scan & Match" erst in 2013 anbieten können.

Bei Apples iTunes Match wurde meine Musik wurde zu 70% erkannt, der Rest musste tagelang hoch geladen werden. Auch die Bedienung war nicht sehr intuitiv.
Meine Stücke mussten gelöscht werden, um dann durch die Stücke von iTunes ersetzt zu werden. Vor allem aber empfand ich die Bindung an das Apple-Ökosystem recht einschränkend: meine Musik konnte ich nach 3 Tagen Upload nur auf Rechnern mit iTunes hören. Und auf iPhones und iPads, aber nicht auf meinem Android Smartphone.

Amazons MP3 Angebot fand ich recht nervig, weil ständig Werbung eingeblendet wurde "...Sie hören momentan Genesis - es könnte Sie auch interessieren: Phil Collins..."
Amazon fand auch von allen 3 Diensten die wenigsten Cover und ersetzte schon mal ein Cover einer "Wolf Maahn"-CD durch das Cover eines Volksmusik-Albums.

Meinen letzten Test machte ich mit Google Play Music. Hier hatte ich das Gefühl, dass JEDER meiner Musik-Titel hoch geladen wurde - erst nach 5 Abenden ständigen Hochladens war meine Musik in der Cloud gesichert. Das Matching funktionierte bei mir überhaupt nicht.
Trotzdem schön ist bei dieser Lösung die Darstellung in einem beliebigen Browser. Die Dinger hat man ja überall...
Google Music ist dadurch mit jedem Betriebssystem nutzbar. Und es gibt schön gemachte Apps sowohl für Android als auch für iOS. Was die Konkurrenz unter Druck bringen wird ist der nicht mehr verbesserbare Preis: das Google-Angebot für 20.000 Songs absolut kostenlos ist.

Es macht Spaß, meine Lieblings-Musik aus der Wolke auch im Büro abspielen zu können.



Die mobile Nutzung ist allerdings kein überzeugendes Argument:
Bei einer Datenflatrate von 500 MB im Monat und einer Songgröße von ca. 5 MB ist das Ende der "Flatrate" schnell erreicht.
Schon nach dem Hören von gut 100 Songs würde der Internet-Zugang mit meinem Smartphone langsamer. Da bleibt die bessere "Cloud" eine handelsübliche 32 GB Speicherkarte, auf der ich mein Songs immer mit mir führen kann. Bequemer zu überspielen, schneller zu laden und sicherer ohne Internet-Zugriff.


Für den, der es selber einmal ausprobieren möchte, habe ich die 3 Anbieter noch einmal übersichtlich verglichen:  

Apple iTunes MatchApple iTunes Match
Start 16.12.2011
25.000 Titel, 25 Euro/Jahr. Wandlung bekannter Titel in legale 256 kBit AAC mit E-Mail-Adresse. App für iOS.
Kostenlose Software "iTunes" zum Hochladen und sichern. Abspielen über iTunes.
Maximal 10 Geräte, davon 5 Macs und 5 PCs.


Amazon MP3Amazon MP3
Start 18.09.2012
250.000 Titel, 25 Euro/Jahr. Wandlung bekannter Titel in legale 256 kBit MP3. App für Android und iOS.
Kostenlose Software "Amazon Music Importer" zum Hochladen und sichern. Abspielen im Browser.
Maximal 10 Geräte. - Testversion für bis zu 250 Songs kostenlos -


Google Play MusicGoogle Play Music
Start 13.11.2012
20.000 Titel, kostenlos. Wandlung bekannter Titel in legale 320 kBit MP3. App für Android und iOS.
Kostenlose Software "Music Manager" zum Hochladen und sichern. Abspielen im Browser.
Maximal 10 Geräte.




Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

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