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Eiertanz

Smart durch die Woche

Das waren aufregende Wochen.

Eigentlich wollte ich ja nicht über Steve Jobs schreiben – alle Zeitungen und Magazine waren nach seinem Tod am 5.10.2011 voll davon. Er war auf dem Cover des „Spiegel“, darin ein Artikel mit der denkwürdigen Überschrift „i“. Auf der Apple-Website begrüßt seit seinem Tod ein großes schwarz-weiß Portrait von Jobs mit seinem Geburtsjahr und Todesjahr – sehr dezent, sehr stylish, sehr angemessen. Apple eben.
Nein, darüber muss ich nicht auch noch schreiben, wenn sogar die Mutter meines Freundes Mark ihren Sohn anruft und erzählt: „hast Du schon gehört, der Stief Schopps ist gestorben...“. Mark hatte seiner Mutter zum 60sten Geburtstag ein iPad geschenkt.

Für mich war die Woche eher aufregend, weil ich auf die Vorstellung des iPhone 5 wartete. Und enttäuscht wurde. Mein 2. iPhone (Modell 3Gs) ist jetzt auch schon wieder gut 2 Jahre alt und wie das bei Unterhaltungselektronik so ist: Produkte die im Fokus sind und schnell weiterentwickelt werden, kann man alle 1 – 2 Jahre austauschen. Das Bessere ist der Feind des Guten.
Das war früher so mit Computern und Monitoren – jedes Jahr war das Ding wieder doppelt so gut, doppelt so schnell, doppelte Kapazität. Das Moore'sche Gesetz.
Danach kam die schnelle Entwicklung der Digitalkameras – jedes Jahr wieder viel leistungsfähiger und mehr Megapixel für immer weniger Geld. Und heute sind es die Smartphones, die die Wirtschaft vorantreiben.
Beschwerte sich doch letztlich eine Kollegin, dass in jeder Mittagspause alle Männer ihre Smartphones zücken und Größenvergleiche zwischen Android- und iPhone-Displays anstellen, nur noch über Apps geredet wird und ein „normales“ Klapphandy milde belächelt wird.
Jaa! War früher das Auto der Stolz jedes Mannes so ist es heute sein Smartphone. Glänzend, mit großen Scheiben und viiiel Speicher und Megahertz. „Was hatter denn?“

Mein 2-jähriger Knebelvertrag bei der Telekom war abgelaufen und es sollte nun ein neues iPhone geben. Schon seit Monaten las ich die wild wuchernden Gerüchte im Netz mit: mindestens 4 Zoll Bildschirm (mein „altes“ iPhone 3GS hat ja nur 3,5 Zoll) und bestimmt 64 MB Speicher (gegenüber derzeit 32 GB) und eine ganz tolle 8 Megapixel-Kamera mit Blitzlicht.
Das wäre schon schön. Damit könnte man dann auch immer mal zwischendurch ordentliche Fotos knipsen.  

Am 4. Oktober war es so weit. Apple „Keynote“, eine Veranstaltung zur Vorstellung neuer Produkte für Journalisten.
Gleich nach dem Abendessen saß ich vor dem Rechner – das Event wurde aus Kalifornien übertragen und kommentiert. Und je länger es dauerte umso länger wurde mein Gesicht. Vorgestellt wurde kein Seligkeit verheißendes iPhone 5 sondern „nur“ ein rundum verbessertes iPhone 4, genannt iPhone 4S.

Die Enttäuschung war auch den anwesenden Journalisten anzumerken. Alle warteten darauf, dass zum Ende der Veranstaltung hin Steve Jobs auftreten würde und wie schon so oft sagen würde „one more thing“ und dann käme der Knaller.
Es kam weder der kranke und seit Ende August von seinem Job zurückgetretene Jobs auf die Bühne noch wurde das iPhone 5 vorgestellt.

Die Kommentare der Netzgemeinde rund um den Globus war sofort nachzulesen: „der Tag an dem Apples Abstieg begann“ schrieb ein Fanboy. Auf Twitter konnte man lesen: „Es ist fast so, als ob man 15 Monate lang auf Weihnachten wartet, nur um dann herauszufinden, dass man dieselben Geschenke bekommt wie letztes Jahr.“ Ein Anderer schrieb „Android hat auch schöne Töchter“ über das Konkurrenz-System zum iPhone.
Dramatisch: der Kurs der Apple-Aktie sank innerhalb einer Stunde um fast 5 Prozent. Der Firmenwert verlor Milliarden.

Dabei: wenn man sich das iPhone 4S anschaut, erfüllt es etwa 80% der Erwartungen. Es hat von allem mehr und besser und ist sicher das beste iPhone ever. Allein dass es im alten iPhone 4 Gehäuse steckt und keinen größeren Bildschirm hat, dass es kein neues bahnbrechendes Design hat, enttäuschte Millionen willige Konsumenten.

Ich schaute mir in den nächsten Tagen auch zum ersten Mal die Mitbewerber aus dem rasch wachsenden Android-Lager an, dem Betriebssystem des Werbegiganten Google, und fand gar nicht so übel, was ich sah. Die Hersteller Samsung und HTC produzieren seit 2010 sehr attraktive und im Vergleich zum iPhone halb so teure Geräte. Großer 4,3 Zoll Bildschirm, knackige Amoled-Displays, USB-Anschlüsse und wechselbare Akkus.

Einen Tag nach dem iPhone5 Desaster verstarb Steve Jobs. Meinen geschmacklosen Witz von Ursache und Wirkung werde ich hier nicht wiederholen. Und über sein Leben und Werk kann man wie Eingangs erwähnt jetzt überall lesen.

Ja, es waren aufregende Wochen.

Nachtrag:
Letzten Mittwoch gab es für alle iPhone-Benutzer ein kostenloses Update auf die Betriebssystem Version 5: iOS 5.
Wieder verließ ich nach dem gemeinsamen Abendessen meine Familie und setzte mich vor meinem Rechner. Dann versuchte ich, das Update zu laden.  Das dauerte lange, da erst ein Backup vom iPhone gemacht und dann das Gerät komplett gelöscht wird. Anschließend wird das neue Betriebssystem downgeloadet und installiert, danach das Backup wieder zurück gespielt. Und irgendwo inmitten dieses langen Prozesses fragte das Gerät noch mal bei den Apple-Servern an, zum freischalten.

Aber das ging nicht, weil Millionen von Menschen es gleichzeitig versuchten. Die Apple-Server waren hoffnungslos überlastet. Aber darauf kam ich dann erst nach dem 6. Versuch gegen kurz nach 12 in der Nacht. Und als ich die immer wieder  auftauchende Fehlermeldung „Error 3200“ in Google eingab und über 500 Treffer erhielt, wurde klar, dass ich nicht alleine den Abend sinnlos verbracht hatte. Viel zu spät ins Bett um nach einer kurzen Nacht direkt am nächsten Morgen den nächsten Versuch zu starten. Und siehe! Ich war gesegnet und erhielt mein Update.
Da der ganze Vorgang dann aber 2 Stunden dauerte und ich um keinen Preis unterbrechen wollte, war ich erst mit reichlicher Verspätung um halb elf im Büro.

Ja, da machst Du was mit! Ohne Computer und Smartphones hätten wir ein ruhiges, vielleicht etwas langweiligeres Leben.
So, jetzt muss ich schließen – muss noch nach Ersatz für ein paar Apps suchen, die nach dem Update nicht mehr so richtig  funktionieren...    



Wolfgang Kurtz

ist
Wolfgang Kurtz Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.


Tags: apple, iphone, steve jobs, android, smartphone, apps, ios5, iphone 4s
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