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12.10.2011
09:37

Ohrenkuss: Yes, we can

"Selber machen - Selber lachen"

  • Das neue Ohrenkuss-Heft „weil ich es kann“

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.
Heute stellen wir hier die neue Ohrenkuss - Ausgabe Oktober 2011 vor. Wir haben natürlich ein Abo, und freuen uns, wenn die Post uns das neue Heft bald bringt. Hier vorab einige Textauszüge:

 


Einleitung



Liebe Ohrenkuss-LeserInnen,


vor Ihnen liegt - voll im Trend - die Ohrenkuss-Ausgabe zum Thema Selber machen. Auf dem Titel steht aber "weil ich es kann". Warum?!

Weil wir beim Zusammen stellen der Texte gemerkt haben: Es sind so viele Texte.

Es sind so viele Themen. Die Leute vom Ohrenkuss-Team können einfach so viel.

Und sie wollen mehr können. Sie wollen alle noch mehr lernen. Denn es ist ja eindeutig: Selber machen - Selber lachen (Zitat Claudine Egli).

 

Viel zu lachen hatten die Eltern eines dreijährigen Jungen mit Down-Syndrom nicht, die vor mehr als 25 Jahren zur genetischen Beratung

kamen. Sie waren verzweifelt. Warum? Der Kinderarzt hatte ihnen nach der Geburt mitgeteilt: "Stellen Sie sich da rauf ein, Ihr Sohn wird nie etwas können.


Er wird noch nicht mal WC lesen können." Der Arzt hatte einfach keine Ahnung.


Er hat etwas gesagt, was nicht stimmt.

 
Ohrenkuss: Der Schafscherer bei der Arbeit. (c) Swetlana Gasetski

Diese Ohrenkuss-Ausgabe ist der Beweis: Menschen mit Down-Syndrom können sehr viel.

Sie können Schafe scheren, spinnen, stricken und darüber berichten (S. 4 und S. 32). Sie wissen Bescheid über das Erwachsenwerden (S. 8) in Theorie und Praxis. Sie wissen genau, was sie können und was sie noch können möchten (S. 10). Sie haben sehr viel mehr Mitgefühl als der Kinderarzt und können trösten (S. 20). Sie wissen auch, welchen Trost sie selber brauchen (und den brauchen sie oft, S. 18). Sie wissen genau, wie die Dinge gehen (S. 22) und wenn es ihnen nicht passt, dann haben sie bereits einen geheimen Plan, um die Erde zu verlassen: Mission Mars (S. 26). Sie können das mongolische Alphabet von A bis Z öffentlich vortragen (und natürlich auch das Wort WC lesen) und die Kunst anderer besprechen (S. 31).

 

Das Magazin Ohrenkuss wird 2013 fünfzehn Jahre alt. Damit wir das schaffen, kostet ein Ohrenkuss-Abonnement ab jetzt 23,60 EUR jährlich (zzgl. Porto + Ver pack ung), statt wie bisher 19,60 EUR. Für die alten AbonnentInnen erhöht sich der Preis ab der Frühjahrsausgabe 2012 zum Thema Skandal. 


Viel Freude beim Lesen wünscht das Ohrenkuss-Team (weil wir es können).

Dr. Katja de Bragança


Aus dem Kapitel: Schafe scheren, Wolle spinnen, stricken ...



Anna Maria Schomburg, handgeschrieben

Zuerst haben wir die Schafe geschoren, jeder bekam ein Schaf und hat dann die Wolle im Sack vertauscht!

Danach betrachteten wir uns die Wolle und vergliechen sie; schwarze und weiße Wolle! Dann wurde die Wolle gekämmt auf einem Wollkamm! Dann sponnen wir die Wolle auf einer Spindel; einer hielt die Spindel und der andere konnte drehen immer zu zweit und immer abwechselnd!

Dann wurde Die Wolle im warmen Wasser gewaschen! Dann haben wir die Wolle aufgefädelt! Dann gabs Mittagspause und die Wolle wurde verbrühmt und anschließend zu einem Knöl verwickelt! Daraus erstand die Schafwolle! Dann wurde gestrickt und der Pullander für Matteo fertiggestrickt, dann gab es die Anprobe!

Jetzt gibt's Kaffee und Schafe melken und Milch und Käseprobe!

Abends grillen noch die Ohrenküssler. Ich (Anna), Björn, Martin und Daniel arbeiteten zusammen.

 

 

 Ohrenkuss: Matteo betrachtet die nackten Schafe und trägt dabei seinen neuen Pullover. (c) Swetlana Gasetski

Daniel Rauers, diktiert

Pullover für Matteo

Wir haben heute das Schaf abgeschoren.

An schwarzem Kabel kann man ziehen, geht automatisch.

Die Schafe sind nackt.

Ich fand das gut, weil die Wolle abging.

Der Bauer das Schaf festzuhalten, dann wird die Wolle abgeschoren.

Wolle rein ins Wasser tun, abwaschen. Bürsten auch noch, ist eine harte Bürste.

Dann wenn die Wolle abgetrocknet, gezwirnt.

Danach habe ich den Wollknäuel gemacht. Es war eine Haspel.

Als der Wollknäuel fertig war, habe ich den angeguckt.

Dann haben wir eine Pause gemacht.

Dann habe ich gestrickt.

Einen Pullover hat Matteo angezogen. Weiße Strickwolle.

 

 

Daniel Rauers, diktiert

Ich habe Peter gesehen. Auf dem Bauernhof. Ich habe geholfen, Schaf geholfen.

In den Sack, die Wolle reingetan.

Und dann habe ich geschoren.

Wolle mit Wasser in die Schale, Wolle gewaschen.

Wolle gebürstet.

Dann haben wir Feuer angefacht, wir haben gegrillt.

Trecker gefahren, Björn und ich, mit Peter.

 

 Ohrenkuss: Die Ohrenkuss-Autoren Daniel Rauers und Björn Langenfeld prüfen die Wollqualität. (c) Swetlana Gasetski

Daniel Rauers, diktiert

Das gefällt mir (lila Wolle).

Ich habe es im Fenster gesehen, das hat Björn gesehen.

Ich habe alles gesehen.

Lila ist meine Lieblingsfarbe.

Ich habe mir die Regale angeschaut.

Andere Seite auch alles angesehen.

Das ist grau, das schwarz.

Stricken war gut.

Metermaß gesehen.

Abmessen, 12,5 cm.

Das grüne habe ich gesehen.

Strickkurs hat mir ganz gut gefallen.

Ich habe es mir so vorgestellt.

 

 

 

Martin Weser, diktiert

Ein Schaf geschoren

Wir haben zuerst geschoren, den Schaf. Den fand ich cool. Den Schaf ist kitzelig, deshalb ist er wackelig. Ein Mutter hat ein schönes Schafpullover an. Weiß, ganz weiß.

Viereckig: 12 Maschen wurde gestrickt. Die Regina und eine Reihe ich: Ich bin Linkshänder, ich mache alles mit links.

Diese Wolle habe ich aus Bonn gekauft. Dann habe ich angefangen, damit zu stricken. Und gleich ist die Mütze fertig. Danach fange ich mit diesem Schal an, wieder an. Alles für Weihnachten.

Wir sind in Mudenbach, hinter Hachenburg. Bauernhof, da gibt Schafen. Weiß, davon wird die Wolle gemacht. Zuerst geschoren, dann wird der Schaf kitzelig und das gefällt dem Schaf nicht.

 

 

 

 Ohrenkuss: Martin Weser lernt das Stricken - hier läßt er sich das Abnehmen der Maschen erklären (bisher hat er nur Schals gestrickt) (c) Swetlana Gasetski

Björn Langenfeld, diktiert

Schaf schere.

Glatt sein.

Heute Mittag Pause gemacht.

Gegessen: Bohnensuppe mit Lamm.

Schmeckt gut.

Wolle waschen.

Heute Bauernhof: Es ist schön hier - schön.

Ich Bagger gefahren.

Umziehen.

Faden gerollt.

Faden gezwirnt.

Wolle gedreht.

Viel gemacht.

Säcke - Wolle reingetan.

Schafe Kopf halten.

Scheren - Wolle ab.

Schaf ist glatt. Es hat geschwitzt.

Schafe schläft auf Heu.

Fünf Schaf.

Schaf ist Schwanz. Kurz und lang.

Schafe schwarze Nase. Bein schwarz. Bauch hell.

Am Kopf ist die Ohren, die Augen.

Schaf ist Maul. Schaf guckt zu uns.

Große Schafe und kleine Schafe.

Schaf liegt jetzt Boden-Heu.

 

 Ohrenkuss: Der Ohrenkuss-Autor Martin Weser schaut beim Schafescheren zu. (c) Swetlana Gasetski

Björn Langenfeld, diktiert

Schafe, Samstag.

6 Uhr raus, um pünktlich zu kommen.

Wolle scheren, schneiden, ein bisschen geschwitzt.

Ich Wolle Sack rein.

Schaf ist jetzt glatt.

Wolle gemacht.

Stäbe, Wolle rein, gesponnen.

Pause gemacht, gegessen.

Abends Feuer gemacht.

Alle sitzt auf Bank.

Grillen, Schafwurst, gegessen, Lammwurst.

Abends wir fahren nach Hause.

 

 

Björn Langenfeld, diktiert

Strickkurs Spaß machen. Mache es gerne.

Alleine oder mit Hilfe.

Neue Wolle. Wolle, Tasche machen, Schulterriemen hängen.

Schön hier.

Stricken ist viel Spaß.

Sitzen, fernsehen, stricken.

Fuß hochlegen, stricken.

Stricken weitermachen.

Geschäft ist gut.

Strickkurs machen.

Geschäft ist gut.

Wolle mit Kaufen. Und teuer ist. Viele Geld. 50 Euro alles zusammen.

 

 
Im November wollen die Ohrenkuss-AutorInnen über ihren Strick-Kurs berichten. Bis dahin!

 
Die Fotos des neuen Heftes entstand bei einem Schafscher-Workshop auf einem Biobauernhof in Mudenbach (Westerwald)

http://www.mudenbach.de/Aktuelle_Bildergalerie/articles/Ohrenkuss-Farrenau-Projekttag-2011.html

Fotos © Swetlana Gasetski, Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.swetlanagasetski.com    





Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den kostenlosen Newsletter "Ohrenkuss-Ipeschl" abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

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