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Gastbeitrag
16.09.2011
15:05

Ohrenkuss: Zum Erdbeben in Japan

"Erdbeeben ist wie Krieg"

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.
Heute möchten die Ohrenkuss-AutorInnen den Menschen in Japan nach der Erbeben- und Atom-Katastrophe im März 2011 ihr Mitgefühl ausdrücken. Die Lage in Japan ist weiterhin brisant, obwohl das Thema hier aus der Presse so ziemlich verschwunden ist. Deshalb finden wir es gut, dass Ohrenkuss Japan als Thema für den Monat September gewählt hat.






Ohrenkuss: Redaktionssitzung zum Thema Japan


Am 11. März 2011 gab es in Japan ein großes Erdbeben mit vielen Toten und Verletzten. Viele Häuser sind eingestürzt und viele Städte wurden überschwemmt.
Die Ohrenkuss-Redaktion hat sich mit dem Erdbeben in Japan und dem Unglück in Fukushima beschäftigt. Alle Redakteure waren sehr betroffen und hatten großes Mitgefühl mit den Japanern.





Martin Weser hat genau verfolgt, was in Japan passiert ist. Er schreibt:

"Japen ist Ort da wo ganz viele Leute umsteben kamen von der Welle.
Das ist schlim schlim genug.
Es gibt viele Leute in Japen die sind alle traurig.
In Japen ist alles kaput auch die Häuser von der Welle getrümmt und die Leute in den Häuser sind ums Leben gekommen. Die haben nichts zu Essen sie müssen alle auf dem Boden schlafen das war grausam gewesen in Japen.
Die alle Leute haben geweind von der Welle und von Erdbeeben. Sie haben kein zu Haus,... Es ist alles kaput in Japen sie haben mitleid.
Erdbeeben ist wie Krieg das ist traurig genug und das ist grund in Japen."





Ohrenkuss: Antonio Nodal, Gedanken zu Japan
Antonio Nodal haben die schrecklichen Bilder aus Japan sogar in seine Träume verfolgt. Er diktiert dazu:

"Japan, sehr Häuser und alle kaputt.
Hohe Wasser, schwarze Wasser hat ein gutes Schiff, alles kaputt gemacht.
Alle, viele Leute sterben.
Das ist schwer.
Ich fühle, nachdenke.
Nachdenke, Liebe Nacht geträumt.
Träumt er für: nicht gut."










Auch Katharina Müller ist unglücklich über das Erdbeben. Sie weist aber auch darauf hin, dass nicht nur in Japan, sondern überall auf der Welt Menschen in Armut leben. Sie schreibt:

"Ich habe eine Meinung. Ich habe auch ein Wunsch die Welt in Orgnung bringen. Ich habe ein Recht auf die Welt. Ich bin traurig das die Welt aus sind die Armen Leute die geinen Zuhause haben sind Armen weill es Edbeben und Wasserfluten in Küsten gibt. Große Flutwellen über die Küste in Japan und in den Neuseland."





Die Ohrenkuss-RedakteurInnen haben darüber nachgedacht, wie sie sich aus dem Gefühl der Ohnmacht und Untätigkeit lösen könnten. Sie kamen auf die Idee, ihr Mitgefühl auszudrücken indem sie Ideen für Trostpakete entwickelten. 


Martin Weser hat sich genau überlegt, was er in ein solches Trostpaket packen würde. Er schreibt:

"Ich würde gerne denen helfen das die Leute nicht mehr traurig sind. Das die Leute nicht mehr arm sind. Und denen die Häuse und andere alle wieder aufbauen.
Man kann alles zu schicken beispiel Anziehsachen.
Trostpaket.
Man kann ganz viel rein tun beispiel gestrickten Socken oder gestrickten Schal das ist selbst gemachte.
Dann haben die Japen schönen warm um den Hals.
Man kann auch Anziehsachen sein in den Paket.
Ich bin über Japen traurig mit der Welle und die Leute nicht mehr da sind das ist zum weinen."



Ohrenkuss: Redaktionssitzung zum Thema Japan
Tobias Wolf hat sogar schon eine Idee, an wen er sein Paket schicken würde, und möchte auch einen Brief an den Empfänger mit hineinlegen. Er diktiert:

"Es war einmal ein Junge irgendwo in Japan, einfach irgendwo. Der Junge hieß MiPang oder so ähnlich, der seine Familie in dem schrecklichen Erdbeben verloren hatte, der durch ein Wunder seine Bekannten von der Familie zufällig gefunden hat, die ihn dann übernommen haben für sein weiteres Leben. So was nennt man auch ein Trost-Paket.
Zum Trost würde ich ihm Sachen für die Schule schicken, was er so braucht. "Schade, dass du deine Familie verloren hast. Ich weiß, dass dies hart ist. Das ist mein Beileid." Das würde ich so in den Brief schreiben."





Auch Martin Weser weiß schon, was in sein Paket kommt und an wen er es adressieren wird. Außerdem hat er viele gute Wünsche, die er mit ins Paket stecken wird. Martin diktiert:
 

"Yue Hopu, der ist ein Mann, der lebt in Japan.
Der ist siebzig Jahre alt und lebt auf dem Land.
Da gibt gefährliche Dinge, die sind gefährlich.
Die Häuser sind Trümmer geworden mit Welle.
Da drin sind viele Leute gestorben.
Das ist sehr traurig auf dem Land.
 
Schleife und Ansichtskarte, dass er sich freut.
In einem Karton und dann werde ich das verpacken.
1000 Geld.
Blumensträuße.
Anziehsachen.
Ich wünsche Yue Hopu ein neues Leben.
Und sein Frieden.
Und sein Hoffnung.
Und die Welt beherrscht.
Und die Welt Ordnung ist."





Horst Kolbitz, mit 57 Jahren der dienstälteste und somit auch der lebenserfahrenste im Ohrenkuss-Team, diktiert die Packliste für ein besonders verlockendes Paket:

"Paket von Horst
Kartoffeln und Bockwurst.
Erbsen und Möhren. Dann gut.
Hinterher Eis drauf und Eierlikör. Dann besser wieder."

 

 

 




Zusammengestellt von Angelika Frey
Fotos © Ohrenkuss




Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Tags: ohrenkuss, down syndrom, japan, fukushima, erdbeben, trostpaket
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