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Heilige des Monats August: Helena

18. August: Helena

  • Patronin der Archäologen und der Schatzsucher, der Stadt Trier, angerufen zur Aufdeckung von Diebstählen und alles Verborgenen



Heilige, die was taugen, sind Radikale, so oder so oder so. Mit dem industriegrau sauertöpfisch-frommen Getue mancher Kirchenkreise / Kirchengreise haben die dann so viel zu tun wie Jesus mit den päpstlichen Samtschlappen, nämlich nüscht.


Helena ist die einem recht schummrigen levantinischen Schankwirt von irgendwem unter dunklen Umständen geborene Tochter. Später führt sie selber eine derbe balkanesische Rummelbude, in der sich die Soldaten der Donaufront "entspannen". Konni, der wildeste Haudrauf von all den unzählbaren Sandalenheinis wird ihr Dauer-Schatz: und weil er so schön brutal ist und nach 100 Schlachten immer noch lebt, bringt er es zum guten Schluß tatsächlich zum römischen Kaiser. Paff pardautz, wer hätte das gedacht ! - Pech nur für Lenchen, denn die muß er nun erst mal in der Besenkammer verstecken und statt dessen eine parfümierte und frisch gebügelte höhere Tochter heiraten.


Konni sitzt in Trier und regiert so vor sich, aber Helena denkt gar nicht dran, nur in der Eifel spazieren zu gehen und den Wölfen beim Heulen zuzuhören. Sie fuhrwerkt im Hintergrund so lange hin und her, bis die höhere Tochter ins Kabuff kommt und  ihr uneheliches Söhnchen Konstantin den römischen Chef abgeben darf. Zähigkeit siegt, man hat der Beispiele mehrere.


Helena, inzwischen Christin geworden, hat viel nachzuholen und tut´s auch: als Queen Mum mit der goldenen Kreditkarte räumt sie im Heiligen Land mit der Brechstange so auf, daß es staubt, läßt Tempel abreißen und Kirchen bauen, findet das Grab Jesu, sein Kreuz, sein letztes Hemd, tonnenweise Souvenirs, es geht richtig rund. Ihr Sprößling, ganz braver Sohn der Matrona Maxima, hat die Christen inzwischen zu ehrlichen Leuten gemacht, die Antike ist vorbei, es geht Vollgas ab ins Mittelalter, Helenas Palast in Trier wird zum Dom umgebaut (und steht immer noch).


Im Nachhinein hat man an Helena viel herumgeflickt "wegen Ihrer Herkunft usw.", alles Käse. Den Herren Klerikern war die fromme Helene wohl einfach einen Zahn zu steil - aber Jesus stand ja definitiv eher auf die ganze lebensfrohe Prolobande als auf so steifleinene Scheinheilige. - Also denn Prost auf´s Trierer Lenchen mit Riesling aus Riol - und den Deckel holen wir als Heiligenschein !!











Unser Geschichtenerzähler   Peter Kirwel

Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb bei Öffnet externen Link in neuem   FensterViana/Tofutown.com, und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.






Tags: heilige des monats, helena, konstantin, trier
Anzahl Aufrufe: 4874
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  • 2 Kommentar(e)
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Wolfgang Kurtz
17.08.2011
09:59

Right On!

hach, ich beneide den Kollegen Kirwel um seine lockere und überaus amüsante Schreibe!

Peter Kirwel
20.09.2011
14:04

Herr

Hallo Wolfgang Kurtz, vielen herzlichen Dank für die Blumen !!! Freundlichst aus der Eifel Peter Kirwel

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