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Heuschrecke
10.06.2011
14:24

Flugtee 2011 aus Indien+Japan

Kultur für Teefans, Sünde für Ökos

Edle Vorboten aus Indien und Japan

 


Wir bieten jedes Jahr einen Flugdarjeeling sowie einen Flug-Sencha (Shincha) aus kontrolliert biologischem Anbau an. Warum?


Argument dafür: als TeetrinkerIn im Nicht-Produktionsland nimmt man Anteil an einer Teekultur und -tradition, abseits von Massenpflückungen der späteren Pflückungsperioden, um die sich auch in der Naturkostbranche die Importeure bevorzugt reißen. Man kann es als Würdigung einer ganzheitlichen Teekultur beschreiben, denn jede Teeplantage produziert sowohl Tee im Spitzenbereich (vor allem die frühen Pflückungen) als auch im preiswerten Alltagsbereich. Sie sind darauf angewiesen, dass die VerbraucherInnen alle Qualitäts- und Preisstufen gleichermaßen abnehmen. Die Realität ist jedoch so, dass hohe Qualitäten kaum gefragt sind, und später unter Preis irgendwo untergemischt werden müssen. Der Flugdarjeeling gehört dazu, und ihn jedes Jahr in kleinem Umfang zu genießen, trägt dazu bei, die Teetradition des Herkunftslandeslandes zu erhalten (hier sägt sowieso schon Coca Cola dran ...)

Argument dagegen: Der Transport per Flugzeug ist energieaufwendiger als per Schiff, und aus ökologischen Gesichtspunkten  möglichst zu vermeiden.






Flugdarjeeling

 

Flugdarjeeling ist feiner, edler Tee der ersten Erntetage der 1. Pflückperiode (first flush) und wird erntefrisch eingeflogen.  Der Verkauf läuft bis Herbst, bis die Tees per Schiff eintreffen.
Passionierte Teetrinker warten alljährlich sehnsüchtig auf den frischen Frühlingsboten aus den Hochlagen Darjeelings. Nur aus den Hochlagen werden diese Top-Qualitäten erzielt.
TeegenießerInnen lieben und schätzen besonders das frische und sehr kraftvolle Aroma der ersten Pflückungen. Jeder einzelne Pflückgang hat seinen eigenen Geschmack und Charakter. Anfangs gibt es nur sehr kleine und kostbare Partien (DJ. / Invoice) von ca. 50 - 150 kg je Erntegang.


Wir haben uns dieses Jahr wieder für die sehr gute erste Pflückung (DJ1) der First Flush-Saison 2011 aus dem Bio-Teegarten Singell entschieden, der vor rund 20 Jahren auf "Bio" umgestellt hat. Dieser Garten liegt in ca. 1500 m Höhe in Darjeeling und liefert Spitzenqualitäten mit außerordentlichen Eigenschaften. Dieser Flugtee ist dieses Mal spritzig, dabei aber weich mit einem runden Geschmack, der an schmelzende Süße erinnert, mit extravagantem, hocharomatischem und zart-blumigem First Flush-Charakter.

Zubereitungstipp: Für den Aufguss benötigt man von dieser Pflückung ca. 10g Teeblätter und lässt den Tee ca. 2 Minuten ziehen. Am besten sollte gutes Wasser für solche hochwertigen Teesorten verwendet werden. Zum Beispiel gefiltertes Wasser oder St. Leonhardsquelle (still).






Bio-Teefeld in Japan, Kagoshima

Shincha Soshun - Flugsencha 

 

Auch in Japan gibt es jedes Jahr den Kult des Neuen Tees (Shincha heißt ‚Neuer Tee') und wird sogar noch stärker gepflegt als in Darjeeling. Die ersten Pflückungs-Durchgänge in der 1.Flush-Saison werden als Kostbarkeit gehandelt. Über dem ganzen Land liegt in dieser Zeit, wenn die Pflückungen wieder beginnen (Ende April/Anfang Mai) ein zarter, charakteristischer Grüntee-Duft.

Der Beginn der neuen Erntesaison und Einschätzungen der Teequalität sind Seite-1-Themen der Tageszeitungen. In den Teeläden werden Shincha-Feste gefeiert zu Ehren des neuen Jahrgangs.


Shinsha-Tee wird nach dem Dämpfen leichter getrocknet als normaler Sencha und ist deshalb wunderbar frisch und grün. Sein Aroma gleicht "einem Spaziergang durch einen erwachenden Teegarten", betört und erinnert an Lichee, Jasmin, grüne Algen. Per Flugzeug trifft eine kleine Menge als Vorbote ein, alle anderen Tees kommen ebenfalls per Schiff im Herbst.

Unser Shincha - Tee stammt aus Kagoshima und ist ein Kabusé - Halbschattentee. Er ist dieses Jahr natürlich auf radioaktive Belastung analysiert worden. Er weist keinerlei Radioaktivität auf: alle Werte liegen unter der Nachweisgrenze. Kagoshima liegt 1200 km von Fukushima entfernt, ganz im Süden.

In folgendem Beitrag beschreiben wir ein Shincha-Fest, das dieses Jahr bei der deutschen Partner- und Importfirma Shimodozono vom gleichnamigen Familienunternehmen in Kagoshima, von dem wir unseren Tee beziehen, stattgefunden hat: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2011/05/31/japan-3-shincha-fest.htm



Petra Prescher, Ursula Stübner


+++  AKTUELL  +++

Gerade erreichte uns der Link eines Spiegelartikels: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,767724,00.html   mit der Überschrift: Erhöhte Strahlung in Japans größtem Teeanbaugebiet. In einem "weit entfernten" Teeanbaugebiet ... usw.

Es handelt sich um Shizuoka, was von den relevanten Teeanbaugebieten Japans am nächsten an Fukushima liegt (was man im Artikel nicht erfährt). Erhöhte Werte waren hier zu erwarten. Allerdings ist auch dieses Gebiet differenziert zu betrachten:

"Bei den Untersuchungsergebnissen handelt es sich um den Aracha. Der ist vorgetrocknet und aus diesem werden verschiedene Teesorten hergestellt. Da der Aracha so nicht in den Handel kommt und weiter runtergetrocknet wird, ist die Relevanz der Ergebnisse umstritten. Es ist auch ein Steit zwischen der Zentralregierung in Tokio und der Praefektur-Regierung in Shizuoka ausgebrochen ob der Tee jetzt vermarket werden darf oder nicht. Bei den Werten gab es einige Ausreisser (der im Spiegel-Artikel natuerlich auch...) aber was sonst im Shizuoka-Tee gefunden wurde war maximal um die 100Bq/kg bei den frischen Blaettern und ca. 10-20Bq/kg bei dem verarbeiteten Tee."

So erreichte uns jetzt ein Kommentar zum obengenannten Artikel aus Tokio von unserem Bio-Partner aus dem Teeanbaugebiet Uji. Dort, in Uji, sei von behördlicher Seite weiterhin nichts gefunden worden.

 

Schwierig wird diese Verallgemeinerung im Spiegel-Artikel (und sicher noch weitere) für die Situation von Japan-Tees.

Selbstverständlich gelangen 2011er japanische Grüntees nur nach Analyse bei uns in Deutschland in den Handel, sodass Jede/r sich sicher fühlen kann.

Relevante Mengen 2011er Japan-Grüntees werden frühestens Ende August hier eintreffen.

Wir wollen mit unseren Informationen EndverbraucherInnen die Möglichkeit geben zu differenzieren. Die weiter entfernt liegenden Teeanbaugebiete Uji und Kagoshima sind bis jetzt unbelastet. Mit transparenten Informationen kann sehr gut weiter japanischer Grüntee konsumiert werden.

Japan-Produkte spielen eine kleine, aber feine Rolle im deutschen Lebensmittelmarkt, in der Naturkostbranche und bei uns. Seit dem Reaktorunglück berichten wir in Abständen über die dortige Situation und unsere Teelieferanten. Wir finden es wichtig, das Thema ‚Japan’ in der Öffentlichkeit „am Laufen zu halten“, aus Respekt für die Japaner, die – könnte man meinen – stellvertretend für die hochentwickelten Industrieländer das Atomunglück durchleben. Wir können nur hoffen, dass das, was wir jetzt an Japan lernen, nie anwenden werden müssen. Allein deshalb gebietet es sich eigentlich, öfter mal eine Schale kostbaren Japan Sencha Tee zu Ehren dieser alten, bemerkenswerten (Tee-) Kultur zu genießen - und Teebauern und Händlern Glück zu wünschen, was den Fallout angeht.          


22.6.2011   Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://edition.cnn.com/2011/WORLD/asiapcf/06/17/japan.green.tea/

Aktueller Bericht aus Japan zur Lage des Grüntees.




Heinz Gasper / Ursula Stübner

 




 

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