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Schau in die Röhre, Kleines

Youtube - die Welt im Video

Eine der Errungenschaften des Internets:
jeder kann ein Sender sein, kann seine Meinung kundtun und sich sein Publikum suchen.

In der Vor-Internet-Zeit waren wir reine Empfänger: Radio-Empfänger, Fernseh-Empfänger.
Zum Beispiel eine eigene Zeitung zu verlegen, viele Menschen weltweit zu erreichen, war sehr schwierig.
Heute ist es möglich, seine Meinung zum Beispiel hier im Blog kund zu tun, oder sogar einen eigenen TV-Kanal zu betreiben.

Beispiel: youtube.com"YouTube" ist der größte Fernseh-Sender der Welt. Völlig kostenlos, ohne Fernseh-Gebühren ohne feste Verträge.
YouTube wurde 2005 gegründet und 2006 für 1,3 Milliarden Euro an Google verkauft. Millionen Menschen sind hier nicht nur Zuschauer, sondern gestalten ihr Programm selber. Sie laden hier ihre selbst gedrehten Videos hoch und erreichen damit wiederum Millionen Menschen. Eine handelsübliche Digital-Web-Cam für weniger als 50 Euro und ein Internet-Zugang reichen. Viele dieser Videos sind belanglos: Selbstdarstellungen pubertierender Look-Alikes und 5-Minuten-Stars - aber manches ist sehr professionell gemacht und vieles äußerst witzig!

Youtube hat über die Unterhaltung hinaus auch soziale und politische Aspekte: die aktuellen Volks-Revolutionen im nahen Osten wären ohne diese Plattform wohl nicht denkbar und es gab vor Jahren eine Initiative/NGO in Südamerika, die Videokameras verteilt hat, damit Verbrechen oder Vergehen von GOs dokumentiert werden. Das Material wird dann bei Youtube hochgeladen und alle interessierten Menschen können es sehen.

Junge Menschen schauen Musik-Videos auf YouTube - der neue Song von Bruno Mars? - kurz in youtube gesucht und schon hat man zusätzlich zur Musik auch noch das Video in bester Qualität. Die Nutzergewohnheiten ändern sich: gehöre ich noch zu der Generation der "Sammler und Jäger", die alles Material abspeichern, so findet meine 19jährige Tochter das vollkommen unnütz: "ist doch eh alles online...". Keine Notwendigkeit, zu archivieren und zu verwalten. Ich bleibe aber bei dem "besser haben als brauchen" und sammle z.B. die historischen Musikvideos aus der "Beatclub"-Zeit, die launigen Reden der "zahnlosen Squaw" Wolfgang Neuss oder mittlerweile historische Osho-Videos aus Poona.

Mein Freund Bernhard hat im Alter von 61 Jahren ebenfalls die Möglichkeit von YouTube für sich entdeckt: Eigentlich wollte er ein Werbevideo für Produkte seiner Firma in die eigenen Internet-Seiten einbinden. Damit das nicht seinen Firmen-Speicherplatz belastet, hat er sich bei youtube.com angemeldet, testweise ein Video mit seinem Android-Smartphone gedreht und dann bei youtube hochgeladen.
Das ging schnell und unkompliziert. Und weil das so einfach ging, hat er mit seinem Freund, dem Taxifahrer, begonnen, kleine Kurzfilme um den fiktiven Helden "Hubert, der Taucher" zu entwickeln. Nette kleine Geschichten die mit selbstgebastelten Figuren aus bemalten Steinen realisiert werden. Ich kann diese Filme bewerten (Daumen hoch oder runter), kann Kommentare dazu absondern und sogar das Angebot vom Bernhard als "Kanal" abonnieren. Dann habe ich diesen Fernseh-Sender quasi immer einprogrammiert.

YouTube bietet seit kurzem ein Partner-Programm an, bei dem Kanäle mit genügend Abonnenten an den Einnahmen der gezeigten Werbung beteiligt werden. Interessante Inhalte können so vergütet werden und sich zu einer interessanten Einnahmequelle mausern.

Wieder eine Option mehr für die Beschäftigung im Alter...




Wolfgang Kurtz

ist
Wolfgang Kurtz Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.

Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.


Tags: youtube, video, mcluhan, sender, internet-tv, bruno mars
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