Blog-Text-Suche

Meist gelesene Posts

Trocknungsverfahren für Kräuter und Gewürze
95975 mal gesehen   21.03.2014
Heiliger des Monats März: Oscar Romero
94568 mal gesehen   24.03.2014
Verschwörungstheorien
75337 mal gesehen   19.05.2010
Blogst Du hier!
75187 mal gesehen   21.10.2009

Archiv

Abonnieren für RSS-Reader

RSS 0.91Nachrichten
RSS 2.0Nachrichten

Apple iPad

Wer braucht sowas?

Nun ist es auch in Deutschland auf dem Markt und als sehr zufriedener iPhone-Benutzer habe ich mir das Apple iPad natürlich sofort beim Saturn "um die Ecke"
angeschaut, mal prüfend in die Hand genommen, gewogen und bedient - und wieder weg gelegt.

Sicher, das Gerät ist schön, wie alle Apple Produkte der letzten Jahre super designed, absolut funktional und stylish, so dass allein schon dadurch dieses "haben wollen"  Gefühl entsteht. Damit verdient Apple weltweit Milliarden und stieg in die Top-5 der weltweit wertvollsten Firmen auf.
Schon der erste iMac (Sie erinnern sich: Computer im transparenten Monitor-Gehäuse, in verschiedenen frischen Farben erhältlich) war so ganz anders als die langweiligen beige-grauen PCs der damaligen Zeit. Oder das MacBook meiner Tochter: aus einem Alu-Block (Uni-Body) gefräst, super solide verarbeitet, mit cleverer Akku-Anzeige und einem Netzkabel, dass nur magnetisch am Notebook befestigt ist und einfach nachgibt, bevor man es vom Tisch reißt - anders als die langweiligen Standard-Schlepptops aus dem Windows-Lager.
Apple-Rechner sind immer etwas edler und der Zeit voraus.
Und trotzdem blieb ich immer beim PC - das bisschen besseres Design oder kluge Ideen brachten mich nicht vom gewohnten Windows weg. Und XP stürzte ja auch gar nicht mehr so viel ab wie Win95.

Mein Widerstand gegen die Apple-Fraktion wurde das erst mit dem iPhone aufgeweicht. So was gab es in meiner Computer-Welt vorher nicht.
Zwar nutzte ich seit vielen Jahren sogenannte "Smartphones" der Firma Palm - mobile Telefone mit denen man auch Mails abrufen konnte, im Internet surfen und eBooks lesen konnte.
Musik machen, Spiele spielen - kleine Taschencomputer, gute Begleiter auf langen Bahnfahrten und schöne Männerspielzeuge.

Diese Firma Apple hatte alles noch mal verbessert: das Ding war ein besserer MP3-Player als ein iPod, spielte Videos und surfen im Internet machte damit Spass!
Bücher lesen war noch nie so komfortabel, sogar malen kann man mit dem Finger auf dem berührungs-empfindlichen Bildschirm.

Und das gibt es jetzt in einer größeren Version:
Das iPad ist wie ein großer iPod-Touch oder wie ein vergrößertes iPhone mit mehr Bildschirm aber ohne Telefon und Kamera.

Das iPad ist bestimmt ein tolles Gerät für Menschen, die Inhalte konsumieren möchten: Fotos gucken, Mails abrufen, Musik hören, Youtube-Videos schauen, Internet surfen.
Das wäre was für alle Menschen, die sonst keinen Computer haben, weil sie den zu kompliziert finden. Es beginnt schon mit dem Anschliessen: Netzkabel, Mauskabel, Bildschirm-Ausgang...
Das iPad funktioniert ohne Installation oder Verkabelung sofort nach dem Einschalten.
Das wäre auch was für Menschen, die nicht lernen wollen, mit Maus oder Tastatur umzugehen. Das iPad läßt sich konsequent mit den Fingern bedienen.
Es bietet für Computer-Abstinente, was McDonalds für Restaurant-Ungeübte brachte: leicht zu bedienende Fast-Food.
Auch bei McD "arbeitet" jeder mit den Fingern - spezielle "Werkzeuge" sind verpönt. Alle Menschen sind gleich.

Das iPad wäre zum Beispiel was für meine 79-jährige Mutter: die würde sich nie an so was kompliziertes wie einen Computer herantrauen (selbst ein Nokia-Handy hat sie uns vor Jahren zurückgegeben - zu kompliziert) aber bei meinem iPhone fand sie toll, dass sie die darauf gespeicherten Familienfotos mit einem Finger-"wisch" weiterblättern konnte.
Und so würde sie auch spielerisch das iPad bedienen.
Auf YouTube kann man Videos sehen, wo 4-jährige Kinder zum ersten Mal ein iPad in die Hände gedrückt bekommen und sich spielerisch die Bedienung aneignen. (Nicht ohne Grund wurde bei den ersten iPhones auf eine Bedienungsanleitung verzichtet - Apple fand, das sei alles selbsterklärend.)
Für alle Menschen denen ein "richtiger" Computer zu kompliziert ist, wird das iPad genau richtig sein.
Wahrscheinlich werden bald in ersten Luxus-Hotels und Senioren-Residenzen die Dinger zur Zimmerausstattung gehören.

Wer aber einen "richtigen" Computer bedienen kann und mehr möchte als vorgefertigte Kost konsumieren, für den eignet sich nach wie vor ein großer Computer besser.
Mein Kollege und Freund Thomas brachte das auf den richtigen Nenner: "ich habe mich für PCs begeistert, weil ich die aufschrauben konnte und verändern konnte und Karten austauschen konnte und selber Software dafür programmieren konnte. Das war der Reiz an Computern. Und genau das hat Apple verhindert und abgeschafft."

Apple fährt eine sehr restriktive Politik und lässt nur Software (sogenannte "Apps") zu, die dem Konzern genehm ist. Kontrolle und Zensur.
Apps können nur über die Apple-eigene Software "iTunes" auf die Geräte installiert werden. Kein offener Weg für eigene Dateien.
Apple weigert sich, in iPhones und iPads einen USB-Anschluss oder ein Karten-Laufwerk einzubauen und schottet dadurch die Geräte gegen Fremd-Software oder verändernde, erweiternde Peripherie ab. Schade.

Das geniale an Lego-Bausteinen war früher, dass man mit wenigen Grundformen ALLES bauen konnte. Der eigenen Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.
Lego starb für mich, als in den 80er Jahren vorgefertigte Baukästen mit "Spezial"-Steinen in die Spielwaren-Läden kamen, mit denen man nur das bauen konnte was der Hersteller vorgesehen und bunt auf die Packung gedruckt hatte. Wie öde, wie langweilig.

Für kreative Computer-Schaffende kann das iPad nur eine nette Maschine sein, die zum bequemen konsumieren auf der Couch einlädt, ein Praliné für zwischendurch. Nice to have.
Aber es kann nicht die Maschinen ersetzen, mit denen wir WebSites entwickeln, Bücher schreiben, Musik komponieren oder Fotos bearbeiten.

Ich habe das iPad im Saturn-Markt wieder weggelegt. Wenn ich mal 500 Euronen übrig hätte - mag sein, dass ich dieses edle Spielzeug kaufen würde.
Es würde auf dem Couchtisch liegen oder neben dem Bett und sicher auch mal benutzt werden - aber nicht den Computer ersetzten, an dem ich gerade diesen Blog-Beitrag schreibe.



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz
ist Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    Fensterkpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.

Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein. 


Tags: ipad, apple, computer, pc, iphone, ipod, all
Anzahl Aufrufe: 3849
  •  
  • 0 Kommentar(e)
  •  

Mein Kommentar

Bitte obigen Code eintragen

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.



Ihr Kommentar wird in der Regel am nächsten Arbeitstag freigeschaltet.

Spams, Links, rechtswidrige und anonyme Kommentare können nicht berücksichtigt werden.


Zurück