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Südafrika-Reise (5) - Vom Rheinland nach Wupperthal
In Wupperthal: Rooibusch - Herstellung
Reisebericht in Fortsetzungen ... hier der 5. Teil.
(1. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/15/vom-rheinland-nach-wupperthal-1.htm )
(2. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm )
(3. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/20/vom-rheinland-nach-wupperthal-3.htm )
(4. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/27/suedafrikareise-4-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm )
Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal, Südafrika.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten. Unsere erste Station war noch weiter im Norden gelegen die Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville. Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her.
Unsere 8-köpfige Reisegruppe bestand aus: uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH, Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte, Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka. In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert. Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.


In diesem Teil wird nun das Schneiden und Fermentieren des Rooibusch-Tees beschrieben - also das, was direkt nach der Ernte geschieht.
Später werden wir die Dorfbewohner zur Ernte begleiten, und auch noch Frans van der Westhuizen besuchen, der die Endproduktion, also das Aussieben der verschiedenen Fraktionen (Größen), das Endtrocknen und Sterilisieren übernimmt.
Zur Rooibusch-Produktion gehört ein Teacourt, das ist einfach eine Trocknungsfläche aus Beton, direkt an der Teehalle, wie es sie auch in Indien und Sri Lanka für Muskat, Pfeffer, Ingwer, Curcuma usw. gibt.

Diesen Teacourt hatten die Mitglieder der Cooperative, Frauen wie Männer, vor kurzem gebaut: in wirklich schwerer Arbeit, mit Hacken und Schubkarren, eine ebene Fläche aus den Felsen gehauen und betoniert.
Die Vorgeschichte: es gab in Wupperthal eine Rooibusch-Association, seit 1998 auch biozertifiziert, und im Fairen Handel präsent. Gerade die Wupperthaler Region ist in Südafrika für den besten Rooibusch Tee bekannt.

Die Association hatte sich aufgerieben - die übliche Landflucht aus einem Dorf mit zuwenig Verdienstmöglichkeiten, Absatzkrise von Rooibuschtee (sehr starker Rückgang auch in Deutschland). Einige Mitglieder wollten in dieser Situation aufhören, die Bio-Richtlinien zu befolgen, andere doch weiter ökozertifiziert bleiben, was Stress in der Association und mit der Kontrollstelle auslöste (die Zertifizierung von Kleinbauerninitiativen ist recht aufwendig).

2009 gründete schließlich die "Öko-Fraktion" mit rund 80 Familien die Wupperthal Original Rooibos Coop. Allerdings ohne Produktionsmittel, sodass sie - bis auf ihren Besitz von Rooibos-Feldern - materiell von vorne anfangen mussten. Sie bekamen von der Moravian Church, dem aktuellen Besitzer der ehemaligen Missionsgüter, das Gebäude und Land der ehemaligen Gerberei zugeteilt.
Im dortigen Winter ist der Teacourt gebaut worden, eine Aktion, die auf unglaubliche Art die (Öko-)Dorfbewohner solidarisiert und gestärkt hat. Es existiert eine DVD über den Prozess (die wir irgendwann mal, sobald es technisch geht - in den Blog stellen wollen). Uns erinnerte das an das Zusammenrücken der Trümmerfrauen nach dem 2. Weltkrieg, dem Schuttaufräumen und Steineklopfen. 
Zum Zeitpunkt unserer Ankunft am frühen Nachmittag wurde gerade der Tee der Ernte des Vortags zusammengeschoben und in Säcke abgefüllt. Der Tee hatte in der Nacht zuvor fermentiert, und war am Morgen zum Trocken ausgebreitet worden.
Dieser Rooibusch-Rohtee wird später zur Weiterverarbeitung zu Frans van der Westhuizen gebracht.


Teehalle: Büro-Ecke und Lager, alles noch recht frisch eingerichtet.


Rückverfolgbarkeit: durch den Code auf den Säcken kann der Tee bis zur jeweiligen Pflückung zurückverfolgt werden. 
Piet Salomo und Sofia Valentyn aus dem Vorstand. Wir werden später noch an einer Vorstandssitzung teilnehmen.


Es geht weiter mit der Produktion:
Bis Mittag brachten Coop-Mitglieder mehrmals Ladungen frisch geernteten Tees - dieser musste nun auch am selben Tag zügig weiterverarbeitet werden - was mitunter bis in die Nacht geht.


Zunächst wird der Tee auf der Schneidemaschine zerkleinert - die Maschine ist eine neue, stolze Errungenschaft, die Frans vermittelt hatte.
Der frischgeschnittene Rooibusch fällt auf den Teacourt, und wird mit Schubkarren zu einer langen Reihe aufgehäuft.
Zwischendrin gab es ein Experiment - der (Grün-)Teewissenschaftler unserer Gruppe, Dr. Sarath Ranaweera aus Sri Lanka, versuchte eine neue Vorgehensweise - er begleitete die ganze Prozessreihe mit Ideen und Vorschlägen - vielleicht lassen sich einige Techniken der Grünteeherstellung auf den Rooibusch übertragen, um die Aromen noch besser herauszuholen ...




Ist die Reihe fertig, wird der Tee für die Fermentation vorbereitet. Er wird angefeuchtet, mit Schaufeln gut durchgearbeitet, und dann muss er sehr fest gepresst bzw. gequetscht werden, um die nadelartigen "Blättchen" des Rooibuschs aufzubrechen.
Der Pflanzensaft oxidiert (autofermentiert) dann und bringt die rot-braune Farbe und das Aroma, wie bei Schwarztee in Indien und Sri Lanka.


Früher wurden Esel über den Tee geführt, heute macht es ganz profan ein Traktor - gut gereinigt und am Boden abgedichtet, presst er mit seinen Reifen die angehäuften Teereihen. Zwischendurch werden die Reihen mit Schaufel und Holzschieber immer wieder durchgemischt, damit am Ende eine gleichmäßige Fermentation erreicht wird.
Über Nacht fermentiert der Tee, und der Duft, der über dem Teacourt liegt, ändert sich.
Am nächsten Morgen wird er dann auf der Trocknungsfläche ausgebreitet, so wie wir es eingangs gesehen hatten.
Am nächsten Tag werden wir die Cooperativenmitglieder nach Heuningvlei zur Ernte begleiten - das erzählen wir im nächsten Teil ...
Hier wollen wir unseren Wupperthaler Freunden zeigen, wie der Tee bei uns abgepackt wird:
Dear Friends from Wupperthal,

Thank you for showing us frankly all steps of production in your Rooibos-processing, and discussing all issues, equally if difficult or well-functioning. Not at least we thank your for your hospitality and sharing your beautiful environment with us. We often think of you as our global family.


Here you see how your tea is packed in our company. We don't do any teabags, just loose tea because of the better taste.


The ladies Lydia and Ira are responsible for tea-packing.
There is a half-automatic machine to fill the right weight, and the packages are labelled and closed by hand. Five packages are in one Display.
... und hier geht es weiter zum nächsten Teil des Reiseberichts:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/06/11/suedafrika-reisebericht-6-rooibusch-ernte-in-wupperthal.htm

Best regards to you all
Heinz-Dieter (Heidi) Gasper + Ursula Stübner
Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Fotos mit "cn" im Dateinamen: © Christine Nachmann, Fotografin aus Scarborough, Südafrika
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