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Gastbeitrag
28.10.2009
08:00

Mikrokosmos: Herbst, Hochzeit für Pilze.

Leder-Täubling und Rübenstieliger Risspilz

Digitales Sporenbild von Russula sericatula, einem Leder-TäublingEs ist Herbst, Hochzeit zum Sammeln wilder Speisepilze, Hochzeit auch für (Hobby-)Mykologen, für die essbare Pilze eher nebensächlich sind, denn die Mikromerkmale von Pilzen sind ihnen oft viel wichtiger: zweifelsfrei lassen sich die allermeisten Pilze nämlich nur anhand von diesen bestimmen.

Nach den Sporen, also nach den Vermehrungseinheiten der (Groß-) Pilze, wird in jedem genauen Bestimmungsschlüssel gefragt. Per Augenschein lässt sich die Sporenfarbe nach dem Aussporen meist recht gut erkennen, aber Größe, Form, Inhalt (z.B. Vakuolen) oder Ornamentierung von Sporen sind nur mit 1000facher Vergrößerung im Mikroskop sichtbar. Manchmal bedarf es noch einer Anfärbetechnik, um Warzen, Stacheln, Netze auf den Sporen sichtbar zu machen.

Wir haben von Russula sericatula, einem Leder-Täubling, ein digitales Sporenbild angefertigt und die Sporen in µ (= 1/1000 mm) vermessen.

Das Ornament wurde mit Melzer Reagenz, einer Jod-haltigen Lösung, die die im Ornament enthaltenen Zucker blauschwarz anfärbt, so deutlich, dass man sogar die Länge der meist isoliert stehenden, hier und da etwas verbundenen oder auch verlängerten Warzen mit >1µ angeben kann.

Natürlich sehen alle ziemlich rundlichen Sporen etwas anders aus: das liegt daran, dass in der im Bild fokussierten Ebene von jeder Spore ein etwas anderer Schnitt in den Blick gerät. An dem herausstehenden Nippel waren die Sporen ursprünglich an der Ständerzelle in der Fruchtschicht (hier: der Lamelle) angeheftet, bis sie von ihr abgeschleudert wurden.


Genug der Wissenschaft: der Mikrokosmos ist ein ästhetisches Vergnügen, das man auch ohne Wissen rein visuell genießen kann, oder?

Lamellenseiten des Rübstieligen Risspilzes, MikrofotoDeshalb noch ein zweites Mikrofoto diesmal von den Lamellenseiten des Rübenstieligen Risspilzes (Inocybe napipes). Über das ganze Bild sind die kleinen, höckerigen Sporen verteilt, die ca. 30 % aller europäischen Risspilze aufweisen: allerdings hat auch hier jede Risspilzart etwas andere Höckersporen und manche sind langgestreckt wie ein bräunliches Öko-Gummibärchen.
Auffallend aber sind die spindeligen bis keuligen dickwandigen sterilen Zellen, die hier im Hyphengeflecht liegen: die meisten Risspilze haben diese Sonderzellen an ihrer Lamellenschneide und /oder an den Lamellenseiten.

Gegen solche Besonderheiten sind die Mikromerkmale von Steinpilzen eher langweilig. Aber den nehmen wir natürlich aus anderen Gründen mit, wenn wir ihn im Walde stehen sehen!!

 

 

Bildvergrößerung - einmal draufklicken.

 



Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt)

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos ©  Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer

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