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Biokontrolle

EG-Bio-Verordnung - Bürokratie und Praxis

Letzte Woche hatten wir unsere große jährliche Biokontrolle, zugleich fand unsere NOP-Zertifizierung nach den neuen, aufwendigeren Regularien statt. NOP/USDA ist der Biostandard der USA, wie bei uns die EU-Bio-Verordnung.

 

Unterm Strich ist es viel Bürokratie. Man neigt dazu zu denken, dass es ungerecht ist, dass wir diese Bürokratie am Hals haben, und nicht die Konventionellen, die uns die Lebensmittel versaut haben.

 

Also: 3 PrüferInnen waren bei uns, von morgens 9:00 bis abends 18:00 Uhr, die ohne Pause konzentriert gearbeitet haben.

 

Es wird geprüft, ob wirklich alle Zertifikate der Vorlieferanten vorliegen, alle Importpapiere und dazugehörige Rechnungen werden überprüft, Lohnverarbeitung und Private-Label-Füllungen. Das Thema Bio-Importe aus Drittländern ist besonders kompliziert - durch kleine Formalfehler geraten ganze LKWs oder Container mit Bioware ins Nirwana.

 

Auf einem Rundgang werden alle Etikettierungen geprüft, und die kleinen Abkürzungen der Lagerarbeiter hinterfragt - oder die vielen Lieferanten, die fantasievolle Etiketten schreiben, die nicht genau der EG-VO entsprechen ...

 

Unsere Datenlage wird allgemein geprüft: Lieferscheine, Rechnungen, Warenetikettierung, Kundenstammdaten, Lieferantenstammdaten, wie gehen wir mit Analysen um, wie mit Schädlingsbekämpfung, mit Rückrufen.

 

Dann gibt es noch stichprobenartige Warenflusskontrollen: einzelne Produkte werden vom Einkauf über Produktion/Abfüllung bis zu den einzelnen Kunden verfolgt - hier sollte es keine Ungereimtheiten oder wundersame Vermehrungen geben.

 

Im guten Normalfall, und bei uns ist es so, ist die Biokontrolle eine Mischung aus Prüfung und lösungsorientierter Schwachstellenanalyse, und deshalb Teil eines ständigen Verbesserungsmanagements (was immer passiert, wenn Externe sich umschauen).

 

Die komplette Verantwortung im Schadensfall oder Biobetrug liegt trotz aufwändiger Prüfung beim Importeur oder Inverkehrbringer. Also: zuverlässige Quellen sind alles - das hat sich in 30 Jahren nicht geändert. Klatsch und Tratsch mit den Kollegen ist hilfreich.

 

Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

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