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Der Verrückte. Nordindische Kürzestgeschichte.
Anil Dschanvidschay: Der Verrückte
Die Kürzestgeschichten aus Nordindien, in ihrer Art zwischen Weisheits- und Schelmengeschichten, haben es uns angetan. Wir freuen uns über die Erlaubnis von Prof. Kapp, sie hier im Heuschrecke-Blog vorzustellen.
Sowohl in der heißen als auch in der kalten Jahreszeit als auch während der Regenzeit zieht er in halbnacktem Zustand, nur in Lumpen gehüllt, einfach so umher. Hin und wieder sucht er sich hier und dort eine große Menge kleiner Hölzchen zusammen. Dann arrangiert er sie stundenlang mit großer Sorgfalt. Gleichzeitig murmelt er:
"Bitte nehmen Sie doch Platz, Herr Birla! Setzen Sie sich hierher, neben Herrn Tata! Und Herr Bharatram, lassen Sie sich doch bitte zusammen mit Herrn Dalmiya dort nieder, wo Sahu Sahab sitzt! Pilu Modi wird neben Herrn Atal Platz nehmen. Was? Sollten sie etwas dagegen einzuwenden haben, so gehen Sie doch bitte dorthin und setzen sich zu Tscharansingh! Für Jaggu Bhai dürfte doch wohl dort neben Morarji der passende Platz sein. Der Platz dort in der vorderen Reihe ist für Frau Indira reserviert. Dange dürfte sich wohl neben sie setzen. Ja, und wo Nambudripad und Jyoti Basu zu sitzen wünschen, ist ihnen freigestellt. Kommen Sie und führen Sie für uns mal das Schauspiel auf: ‚Wie sitzt man neben der Gegenpartei?'..."
In dieser Art und Weise redet er so lange, bis die Unmenge der gesammelten Hölzchen nicht mehr das Aussehen eines Hölzchenhaufens hat. Dann holt er Streichhölzer heraus und zündet sämtliche Hölzchen an. Kaum aber fangen die Hölzchen an zu brennen, da gerät er außer sich. Er fängt an, in die Hände zu klatschen, er fängt an, lauthals zu lachen, er fängt an, zu jubilieren, er fängt an, vor lauter Freude zu schreien.
Dann sagen die Leute:
"Er ist verrückt geworden!"
Anil Janvijay: Der Verrückte (1989), aus: Der Schmuck einer Frau. Kürzestgeschichten aus Nordindien. Ausgewählt, aus dem Hindi übersetzt und herausgegeben: Dieter B. Kapp. Shaker Verlag Aachen 2006; S.85
Prof. Dr. Dieter B. Kapp (geb. 1941), Indologe, zuletzt Professor an der Universität Köln, Übersetzer und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Werke, aber auch zeitgenössischer Literatur aus den verschiedenen Regionen und Sprachen Indiens. Träger der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Medaille und des Rabindranath-Tagore-Kulturpreises, und Künstler (Fotografie, Digitalkunst, Komposition).
Schöne Maschinen
Siebmaschine Eiche rustikal
Schon länger hatte uns Bioland-Kräuterbauer und langjähriger Lieferant Alfred Hammann von dieser Maschine vorgeschwärmt, sie aber nicht rausrücken wollen.
Vor 25 Jahren hatte er sie von einem Mühlenbauer, dem Schwiegervater seines Landmaschinenhändlers, gebraucht gekauft, der sie aus einer stillgelegten Mühle herausgebaut hatte. Dort hatte sie ungefähr seit dem ersten Weltkrieg zur Getreidereinigung gedient. Diese Siebmaschine geht auf die 100 Jahre zu.
Da Alfred Hamman sie nun nicht mehr benutzte, sollte sie jetzt uns zugute kommen.
Alfred Hammann hatte uns bereits zuvor gut zum Thema Mühlen beraten und hat uns hier auch schon robuste "Schätzchen" vermittelt.
Er brachte uns die Maschine in viele Einzelteile zerlegt vorbei. Gestern kam er nachschauen, ob unser "Huusmeister" Norbert (der Mann, der bei uns alles wieder ganz macht, und nebenbei indische Lyrik übersetzt - in der Übersetzungsgruppe von Prof. Kapp, siehe Rubrik "Mitten aus Indien") sie richtig zusammengebaut hat. Hat er.
Jetzt ist die antike Siebmaschine also bei uns, schon gereinigt, und wartet auf ihren Einsatz.
Bei Gewürzen und Kräutern brauchen wir Siebmaschinen, wenn Verarbeiter-Kunden einen ganz bestimmten Feinheitsgrad bzw. Schnittgröße benötigen, oder wenn aus Kräutern Feinteile und Staub herausgeholt werden sollen.
Die antike Siebmaschine wollen wir nun für die Verarbeitung von Kleinmengen testen.
Jetzt gibt es natürlich Überlegungen, ob wir die komplette Firma in ein Freilichtmuseum umwandeln ...
... frei nach Bazon Brock's Konzept „Musealisierung als Zivilisationsstrategie". Bazon Brock ist Professor für nicht-normative Ästhetik in Wuppertal und hat 2006 dieses Konzept zu seinem 70. Geburtstag u.a. im Kölner Museum Ludwig sehr lebendig vorgestellt (wir waren da ...).
"Wer ist schon noch bereit, zu erkennen, dass Alter die einzig verbindlich vorhersagbare Zukunft der Jugend ist. Das Altern hat man vor sich und nicht hinter sich."
Bilder mit Klickvergrößerung
Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper
die ebooks kommen
Schönes neues Lesen
Als 14-jähriger las ich viel Science-Fiction und war überzeugt, dass die Zukunft grandiose technische Wunder für die Menschheit bereithielt.
Viele Jahre später habe ich eingesehen, dass Atomkraft nicht nur Energieprobleme lösen kann sondern auch einen ganzen Sack neuer Probleme schafft.
Fliegende Autos, Kunstdünger oder Turbo-Gemüse halte ich nun nicht mehr für wünschenswert.
Aber einige meiner Science-Fiction-Träume sind Wirklichkeit geworden und haben unsere Welt grundlegend verändert:
Aus Mister Spocks "Kommunikator" wurde das Klapp-Handy. Endlich sind alle Menschen ständig miteinander verbunden, sogar unterwegs summt es bedeutungsvoll "bin grad in der Bahn..." und Beziehungsklärungen müssen nicht warten bis man sich sieht.
Eine andere Zukunftsidee war ein weltweites Netzwerk von Bildschirmen, über die man Angebot und Nachfrage optimal verteilen kann. Zuviele Äpfel im Garten? Kurze Nachricht und schon tauscht man die Äpfel gegen Birnen oder Ähnliches. Irgend etwas fehlt Dir? Tippe es ein und suche weltweit nach dem Anbieter.
Die rasante Entwicklung der Computertechnik und des Internet verwirklichte diese Utopie: bei ebay habe ich in den letzten Jahren ersteigert, was mir meine Eltern nie kauften und besitze jetzt eine ansehnliche Sammlung von "View Master"-3D-Scheiben oder die Carrera-Bahn, die ich nie bekam weil wir Kinder ja schon eine Märklin-Eisenbahn hatten. Das Internet als Tauschbörse funktioniert wunderbar - für die Musikindustrie sogar zu gut.
Durch intensiver tauschen von MP3-Dateien wurden die Musikkonzerne zum umdenken gezwungen - die alten Geschäftsmodelle funktionierten durch Peer2Peer-Netzwerke und iPods nicht mehr.
Ähnliches steht jetzt auch der Buchbranche bevor und damit sind wir bei einer weiteren Science-Fiction Erfindung:
So wie Captain Kirk in den "Star Trek" Fernseh-Folgen mit einem flachen Gerät in der Hand Baupläne der Enterprise oder Berichte des Schiffsarztes lesen konnte, so können wir Bücher digital lesen, als sogenannte eBooks. Die Entwicklung geht jetzt schon einige Jahre, vor allem auf den mobilen Computern beginnend mit dem Apple Newton über den Palm bis zum heutigen iPhone und auch auf größeren sehr flachen und leichten Lesegeräten, den eBook-Readern. Damit lassen sich digitalisierte Bücher mehr oder weniger komfortabel lesen - ein Vorteil ist, dass man hunderte von Büchern jederzeit bei sich hat und zum Beispiel beim Warten in der Schlange vor dem Postschalter lesen kann. In der Bahn und im Urlaub sowieso. Und im Bett mit dezenter Hintergrundbeleuchtung. Lesen! Überall! Sogar in verschiedenen Schriftgrößen, wenn das Auge nachläßt. Schöne neue Technik-Welt.
Auf der letzten Buchmesse wurden in Frankfurt wieder neue Reader vorgestellt, der Online-Händler Amazon hat den "Kindle" im Angebot, Thalia vermarktet den "Sony Reader" und die amerikanische Buchhandelskette Barnes & Noble plant ein eigenes Gerät.
Interessant ist eine bei Philips in Holland entwickelte Technik, mit der winzig klein schwarz-weisse Kügelchen in einer Bildschirm-Schicht durch elektrische Impulse ausgerichtet werden: dreht man die schwarze Hälfte nach oben, kann man aus vielen Kügelchen Buchstaben zusammensetzen, die sich gut von der weissen Umgebung abheben. Ein Leseerlebnis, dass ähnlich dem gedruckten Buch ist und nicht flimmert wie ein Bildschirm.
Ausserdem erfordert dieses Verfahren der "Elektrophorese" sehr wenig Strom, so dass man über 6000 Seiten lesen kann ohne den Akku des Gerätes laden zu müssen.
Alle großen Buchverlage haben mittlerweile digitales Lesefutter im Programm und haben auf der Buchmesse 2009 stolz von den geplanten Entwicklungen erzählt.
Allerdings werde ich den Eindruck nicht los, dass hier Bekenntnisse von Lippen kommen, die nicht gerne in den digitalen Apfel beissen. Haben die Verlagsmanager Sorge, dass es den Buchverlagen ähnlich gehen könnte wie den Musiklabels? Computer sind nichts anderes als Kopiermaschinen. Und so wie mit der Digitalisierung von Musik in MP3-Dateien auch der illegale Tausch und das kopieren der Daten möglich wurde, so könnte es auch den digitalen Büchern ergehen. Sammlungen von tausenden eingescannter Bücher könnten problemlos und rasend schnell als PDF oder im ePub-Format übers Netz verteilt werden ohne dass Verlage und Urheber daran verdienen.
Die Musiklabels haben diese Entwicklung schon hinter sich und darauf reagiert, indem die Produkte besser ausgestattet werden, Zusatznutzen enthalten und online günstiger erhältlich geworden sind.
Apple macht Millionen mit dem iTunes-Store, wo jeder Song im MP3-Format um 1 Euro kostet, ein Album meist 9,99 Euro.
Da ist der deutsche Buchhandel weit von entfernt:
das Angebot der eBooks, die man kaufen und herunterladen kann ist noch sehr begrenzt.
Keine aktuellen Verkaufshits wie der neue Schätzing oder Dan Brown. Keine Bestseller aus der Spiegel-Liste. Eher angestaubte Ware in einem schnell überschaubaren Sortiment.
Und: obwohl Druckkosten, Papierkosten und Lagerung bei den eBooks entfallen ist der Preis kaum günstiger. "Preisbindung" sagen einige deutsche Verleger und verstecken sich vor attraktiven Angeboten.
Schaut man sich das Sortiment der Online-Shops für deutschsprachige eBooks an, findet man zum Beispiel in meiner geliebten Kategorie "Science Fiction" wenig bekannte Namen und ab Seite 5 im Angebot fehlen dann die Cover-Bilder oder der Vorschautext. Es entsteht der Eindruck der schlechten Sortiments-Pflege, des Feigenblatt-Angebotes.
So verkauft man keine Bücher. Leser sind Augenmenschen und wollen das Cover des Buches sehen und Leseproben testen können, bevor sie kaufen. Und ein eBook darf auch nicht 20 Euro kosten sondern sollte deutlich unter dem Preis eines Taschenbuches liegen.
Ein engagiertes Einsetzen fürs eBook wäre auch den Schulbuchverlagen ans Herz zu legen. Mit digitalisierten Schulbüchern auf einem robusten Lesegerät würden die Schulranzen unserer Kinder ihr Rücken gefährdendes Gewicht verlieren.
Auch Jura- und BWL-Studenten die in meiner Studienzeit immer die Buch-Beladensten waren, könnten um viele Kilos erleichtert durchs Studium schlittern.
Und viele Wälder, die wegen Massen-Produkten wie japanischen Manga-Comics oder deutschen Herz-Schmerz-Romanen abgeholzt werden, könnten geschont werden.
Dann wird ein weiterer Zukunftstraum erfüllt und wir lesen bis unser Akku leer ist.
Wolfgang Kurtz
ist Inhaber der Kölner Internet-Agentur
kpunkt.
Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.
Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.
Teepause: Gefärbtes Wasser
Teebeutel oder richtiger Tee?
Wir bieten ausschließlich lose Tees als Blatt- oder Broken-Tees sowie Kräuter-/Früchtetee-Mischungen als sogenannten "Grobschnitt" bzw. "ganz" an.
Für eine möglichst hohe Teequalität verzichten wir auf Teebeutel. Warum?
Schwarz- und Grüntee-Teebeutel enthalten in den meisten Fällen "fannings" (Blattgrad eines Broken Tees, der durch Absiebung der Teeblätter entsteht = zweitkleinste Sortierung) oder sogar "Dust" ("Staub", noch kleinere Teepartikel = kleinste Sortierung). Fannings und Dust sind kleine, würzige Teepartikel, die einen schnellen und farb-ergiebigen Teeaufguss ergeben. Als Feinschnitt (sieht auch fast pulvrig aus) bezeichnet man den Teebeutel-Schnitt bei Kräuter- und Früchtetees. Feinschnitt wird technisch/maschinell hergestellt und verliert bei dieser Verarbeitung an Aroma und Qualität. Aber anders ginge es nicht durch die entsprechenden Abfüllmaschinen.
Der Tee kann sich in den kleinen Teebeuteln nicht so gut entfalten (nicht "frei schwimmen"). Oft erinnert der Teeaufguss dann eher an eine braune Brühe ohne den typischen Teegeschmack.
Je feiner der Schnitt, um so schneller verliert der Tee durch die vielen Schnittfläche an ätherischen Ölen, und um so schneller oxidiert er. In groben oder Blatt-Tees bleiben Aromen und Inhaltsstoffe bestmöglich geschützt.
Im Rahmen unserer wöchentlichen Mitarbeiter-Besprechung haben wir den direkten Vergleich Teebeutel-Aufguss und Aufguss mit losem Tee gemacht. Wir haben jeweils lose und im Teebeutel einen Darjeeling First Flush, einen Grüntee China Sencha und einen aromatisierten Schwarztee "Earl Grey" miteinander verglichen, natürlich alle bio.
Obwohl wir bewusst sehr gute Teebeutel-Qualitäten aus dem Naturkostladen für den Test ausgesucht hatten, waren die Unterschiede deutlich.
Geschmacklich waren die Teebeutel-Aufgüsse "dünner" und bedeutend weniger aromatisch als die losen Tees.
Beim Darjeeling konnte man sogar eine deutliche Papiernote der Teebeutel herausschmecken.
Die Aufgüsse aus losem Blatt waren nachhaltiger, das Aroma blieb länger im Mund und in der Tasse. Frappierend deutlich war das beim aromatisierten Tee Earl Grey.

Und weil es so viel Spaß macht, auch dieses Mal ein Rechenexempel:
- Heuschrecke-Darjeeling 1. Flush Teeaktion, loser Tee kbA - empfohlener VK: 11,29 Euro à 200g Tüte. Bei 10g Tee/l macht das 0,56 EUR für 1 Liter Tee.
- Teebeutel-Darjeeling 1. Flush, kbA - empfohlener VK: 2,99 Euro à 20 Teebeutel (à 2g). Bei 10g = 5 Teebeutel/l macht das 0,75 EUR pro Liter Tee!

Was ist auch gegen eine kleine tägliche Tee-Zeremonie einzuwenden. Dafür benötigt man nur ein paar Minuten mehr Zeit - mehr Zeit für Muße, um zur Ruhe zu kommen, ..., und um Tee zu genießen - wie heißt es nicht so schön:
"Man trinkt Tee, um den Lärm der Welt zu vergessen. ..."
Wir machen es so: 2 Kannen nehmen, in der einen (einfachen Glaskanne) den Tee vorziehen lassen, dann in die andere (schönen) Kanne durch ein Teesieb abseihen. Optimale Entfaltung des Teegeschmacks!
Unser Tipp: Loser Tee in selbst kreiertem Teebeutel:
"Wenn es mal schnell gehen muss", oder für unterwegs, dann füllen wir uns Tee in Tee-Papierfiltertüten ab und tuckern oder binden diese einfach zu. Ein bisschen Aufwand, aber der anschließende Teegenuss befürwortet die Aktion... ! Also, einfach mal ausprobieren....
Anekdote:
Der Vorläufer des heutigen Teebeutels wurde "aus Versehen" Anfang 1900 von einem amerikanischen Teehändler "erfunden". Aus Gewichts- und Platzgründen füllte der Teehändler Thomas Sullivan den Tee in kleine Beutel aus Seide ab. Die Kunden fanden das äußerst praktisch und gaben den ganzen Beutel ins Aufgusswasser ihrer Teekanne.
Petra Prescher
(heupd) Politiker haften für Unsinn
Europäischer Gerichtshof hebt Immunität auf
BRÜSSEL heupd | Nachdem riskant handelnde Finanz- und Bankmanager neuerdings für verursachte Schäden haftbar gemacht werden, sind jetzt die Politiker dran.
Um die schleichende Korruption in der EU schneller und effektvoller einzudämmen, hat der Europäische Gerichtshof nun beschlossen, die Immunität von Berufspolitikern grundsätzlich aufzuheben. Lobbyarbeit der Wirtschaft hatte dazu geführt, dass wider besseren Wissens und explizit gegen den Willen der Bevölkerung riskante und unsinnige Maßnahmen beschlossen wurden und dafür extra Gesetze, die dem Allgemeinwohl entgegenstehen, auf den Weg gebracht wurden.
Eins der schlagenden Beispiele hierfür sind die Verlängerung der Laufzeiten bei Atomkraftwerken im vollen Wissen, dass die Sicherheit der Bevölkerung nicht gewährleistet werden kann - Stichworte: marode Bausubstanzen und Atommülllagerung. Überholte Technik wird am Netz gelassen, um verbundenen Konzernen Profit zuzuschanzen.
Das andere aktuelle Beispiel ist die erneute Zulassung von gentechnisch verändertem Saatgut. Diese Maßnahme, eine der ersten Amtshandlungen der neuen Regierung, verstößt offensichtlich gegen den in umfassenden Umfragen erhobenen Willen der Bevölkerung.
Zudem verstößt sie gegen das geltende Recht der EG-VO 834/2007 (EG-BIO-Verordnung), da die unvermeidbare Streuung der genmanipulierten Saaten und die unumkehrbare Kontamination von alteingesessenen Pflanzenbestände bewusst in Kauf genommen wird. In vollem Wissen um das Risiko für Umwelt und Gesundheit durch diese neuartigen Pflanzen wurde zugelassen, dass gentechnisch verändertes Saatgut die Novel Food Verordnung passiert. Ein Bio-Anbau in Europa wird dadurch ad absurdum geführt.
In all diesen Fällen können politische Entscheidungsträgern von StaatssekretärInnen bis zu KanzlerInnen und PräsidentInnen in Zukunft persönlich für Folgeschäden mit einer Verjährungsfrist von 30 Jahren haftbar gemacht werden, aber ebenfalls auch in schlimmen Einzelfällen vorbeugend angeklagt werden. Der Europäische Gerichtshof verspricht sich davon ein verantwortlicheres, nachhaltigeres Handeln der Politiker. us/hg
heupd - Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten










