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Fairbiotea: Bericht von der Qingshan-Farm

Newsletter 08/2016, Bericht aus den Fairbiotea-Projekten

 

Fairbiotea

Das Fairbiotea-Logo ist auch auf unseren Fairbiotea-Tees zu sehenWegen der besonderen politischen und sozialen Lage in China ist die Beschaffung von zuverlässiger, fairer Bio-Ware erschwert. Obwohl die Chinesen die Regeln ihrer harmonischen und ganzheitlichen Feng-Shui-Lehre auch auf die Landwirtschaft anwenden, passt das Einhalten unserer rigiden EU-Bio-Gesetzgebung nicht ins Weltbild. Mehr oder weniger häufig sind China-Bioprodukte aus den unterschiedlichsten Gründen pestizidbelastet, was für europäische Bio-Importeure ein aufwändiges Analysesystem unbedingt erforderlich macht. Der parallel wachsende Kapitalismus hat eine gigantische Landfluchtbewegung ausgelöst, mit negativen Folgen für die Landwirtschaft.

Unser Tee-Importeur, mit dem wir seit über 35 Jahren zusammenarbeiten, tüftelte deshalb seit 2008 an einer Lösung, die im Jahr 2010 unter dem Logo "Fairbiotea" spruchreif wurde: ein über den EU-Bio-Standard hinausgehendes Qualitäts-Management-System für ökosoziale Gerechtigkeit, das die Verordnung, besonders für den Teebereich, ergänzt und sicherer und transparenter für alle Seiten macht. Ein Versuch, eine vertrauensvolle, verläßliche Situation für Bauern und Handelspartner bis zu den KonsumentInnen zu schaffen.
Das System ist auf ein praktisches Qualitätsmanagement ausgerichtet, und bietet kostenlose, qualifizierte Schulung und analytische Beratung für Bio-Teebauern und -Farmen. Neben zusätzlichen Sicherheitsstandards hat das System eine ökosoziale Entwicklung zum Ziel: Entwicklung von Nährstoffkreisläufen, Bonussysteme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Motivation der Bauern, Abnahmegarantien, faire Preise u.v.m.. Die Fairbiotea-Standards werden jährlich extern von CERES geprüft. Zur Zeit machen 2 Teegärten bei Fairbiotea mit: Qingshan und Donghzai.
Wir listen aus jeder Ernte soviele Fairbiotea-Tees wie nur möglich. Die Teegärten sind auf dem Rücketikett angegeben - Fairbiotea-Tees tragen das Siegel. Wir zahlen einen höheren Preis für die Tees, sowie eine jährliche Gebühr.

Am Ende dieses Newsletters geht der Fairbiotea-Gründer mit seinem langjährigen Hintergrundwissen auf Preis- und Exportentwicklungen und deren Folgen auf eine nachhaltige soziale Entwicklung ein, auch auf die harten Wettbewerbsbedingungen in China mit gegenseitigen Auswirkungen mit dem europäischen Markt.
Nun folgt der Fairbiotea-Newsletter 08/2016:

 


 

 

Qingshan-Farm

 


 

Allgemeine Entwicklung

 

Auch dieses Jahr gibt es positive ökologische Entwicklungen aus der Qingshan-Farm zu vermelden. Auch in Bezug auf Modernisierung und Qualitätsmanagement können wir über größere Entwicklungsschritte in der Qingshan-Farm berichten. Diese Entwicklung hat sich bei der jüngsten Fairbiotea-Inspektion im Frühsommer 2016 bestätigt. Es gab auch in diesem Jahr keinerlei Probleme mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Tees aus diesem Teegarten. Die EU-Verordnung für den ökologischen Landbau und das National Organic Program (NOP), die amerikanische Bio-Verordnung, wurden umgesetzt. Alle anderen gesetzlichen Anforderungen für Lebensmittelsicherheit in der EU wurden ebenfalls erfüllt.
 

 

 

 

Umweltkontaminationen

 

In den letzten Jahren hat das BFR (Bundesinstitut für Risikoforschung) das Bewusstsein deutscher Handelsunternehmen dahingehend geschärft, dass immer mehr gesundheitsgefährdende Substanzen in Lebensmitteln minimiert werden müssen. Es geht hier um Substanzen, die schon immer in Lebensmitteln enthalten waren und überwiegend als Umweltkontaminanten zu bezeichnen sind. So gibt es gleich eine ganze Reihe von Chemikalien, die beim Verbrennen von organischem Material durch eine chemische Reaktion in Rauch entstehen. Ähnlich wie wir das auch vom Grillen oder beim offenen Kaminfeuer kennen. Auch geräucherte Lebensmittel enthalten solche Substanzen.

Weltweit werden bei der Teeverarbeitung in den Teefabriken Kohle und Holz als Brennstoff eingesetzt. Bei der Verbrennung von Unkraut in der Landwirtschaft, von Treibstoff im Straßenverkehr und in der Industrie sowie durch das Heizen von Wohnungen mit Holz, Kohle oder Öl entstehen diese Substanzen, die in die Umwelt gelangen und die landwirtschaftlichen Produkte kontaminieren können. Neben solchen, vermutlich gesundheitsschädlichen Substanzen, die in Rauch entstehen, gibt es eine Reihe anderer natürlicher Umweltkontaminanten, z.B. Mineralstäube, die aus den Böden gelöst werden und durch Wind in die Landwirtschaft getragen werden.

Es gibt etwa 6000 verschiedene Pflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide (PA), ein natürliches Pflanzengift, enthalten. PA ist natürlicherweise in Unkräutern zu finden. Bei der maschinellen Ernte von landwirtschaftlichen Produkten werden Unkräuter mitgeerntet. Dies lässt sich nicht ganz vermeiden. Dadurch gelangen die gesundheitsgefährdenden Substanzen auch in die landwirtschaftlichen Produkte.

Wir möchten es bei diesen Beispielen belassen, um die allgemeine Problematik solcher Kontaminierungen und deren Kontrolle im Produktionsprozess verständlich zu machen. Es gibt darüber hinaus jedoch weitere Substanzen, die natürlicherweise oder durch allgemeine Umweltverschmutzung in der Umwelt vorhanden sind und Produkte verunreinigen können. Teilweise sind die Kontaminationen zu ungenügend erforscht, um die Kontaminationsquellen überhaupt erkennen zu können.

Europäische Handelsunternehmen und Lebensmittelproduzenten stehen vor einer großen Herausforderung, da BFR, EFSA (European Food Safety Authority, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und weitere Behörden eine Minimierung der Substanzen in Lebensmitteln fordern, aber keine praktischen Lösungen anbieten können.

Sofern die Kontaminationsquellen gefunden sind (oft sind es mehrere Quellen gleichzeitig), können oft auch Maßnahmen zur Minimierung der Substanzen gefunden werden. Das erfordert häufig Zeit und große Investitionen in die Modernisierung, z.B. den Kauf neuer Verarbeitungsmaschinen oder eine risikoorientierte Kontrolle des Produktionsprozesses, also kostenintensive Maßnahmen zur Änderung von Prozessabläufen.

Die Kontrolle von Kontaminationsprozessen ist also mit großem Aufwand verbunden. Diese Maßnahmen, die die Gesundheit europäischer Verbraucher fördern und das Europäische Gesundheitssystem entlasten, kosten viel Geld, welches überwiegend die Produzenten aufbringen müssen. Die Produkte verteuern sich dadurch ebenso wie durch die Umsetzung sozialer Mindeststandards und vieles andere, was aus Europa gefordert wird.

Leider möchten die europäischen Unternehmen und Konsumenten die höheren Produktpreise nicht bezahlen, was bedeutet, dass die Produzenten und Bauern entweder auf den Kosten sitzen bleiben oder ihren sozialen Verpflichtungen gegenüber ihren Arbeitern nicht mehr nachkommen können. Diese Umstände erschweren die Investitionsbereitschaft zunehmend und verlangsamen die Entwicklung in der internationalen Landwirtschaft.

Die europäischen Medien tragen wenig dazu bei, die Verbraucher detailliert zu informieren. Die Verbraucher werden permanent mit negativer Berichterstattung verunsichert, statt Wege aufgezeigt zu bekommen, wie sie eine positive Entwicklung unterstützen können. Es wäre hilfreich, wenn die europäischen Verbraucher erkennen könnten, dass sie und die Produzenten davon profitieren, wenn höhere Produktpreise bezahlt würden, die tatsächlich bei den Produzenten ankommen oder indem Projekte wie Fairbiotea stärker unterstützt werden.





Modernisierung, Minimierung von gesundheitsgefährdenden Substanzen

 

Wie alle landwirtschaftlichen Betriebe weltweit hat auch die Qingshan-Farm mit den o.g. Umweltkontaminanten zu tun. 2015 wurden im Fairbiotea-Projekt Maßnahmen zur Reduzierung von gesundheitsgefährdenden Substanzen umgesetzt. Weitere Maßnahmen sind in Arbeit. So wurden in der Vorverarbeitungsfabrik neue Maschinen angeschafft und Umbaumaßnahmen vorgenommen. Die Maschinen werden nun elektrisch beheizt, so dass auf die bisherige Befeuerung mit Holz verzichtet werden kann. Dadurch werden Rauchkontaminationen unterbunden und Kontaminationssubstanzen wie Anthrachinon, Biphenyl, Ortho-Phenylphenol, PAK etc. minimiert.

Die bisherige Art des Unkrautjätens wurde verbessert, wodurch eine mögliche Kontamination mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA) verhindert wird.

Eine neue Endverarbeitungsfabrik befindet sich im Bau. Diese wird mit den modernsten Maschinen ausgestattet werden und ihren Betrieb mit Beginn der nächsten Saison aufnehmen. Dadurch werden das Qualitätsmanagement und das Hygienemanagement noch stärker als bisher an europäische Anforderungen angepasst.





Kompostforschungsprojekt

 

Das laufende Kompostforschungsprojekt, welches Fairbiotea in der Qingshan-Farm seit Jahren betreibt, wird einen Beitrag zum Schutz der Teepflanzen liefern und die Böden fruchtbarer machen. Bis dahin werden die Erträge in den nächsten Jahren weiterhin niedriger ausfallen.



Auch im Jahr 2015 hat Fairbiotea die Fortführung des Kompostforschungsprojektes finanziert. Das Projekt wird von Dr. Pablo Gonzales geleitet. Erneut wurde technisches Equipment für die Kompostforschung und die Kompostgroßproduktion angeschafft. Finanziert wurde dies überwiegend aus dem Fairbiotea-Bonussystem.
Mehr über die Kompostforschung lesen Sie bitte unter: www.fairbiotea.de/assets/files/Newsletter_DEU_07_2014.pdf

Fairbiotea hofft, dass in den Jahren 2016 und 2017 weitere fehlende Maschinen und Geräte angeschafft werden können, die für eine moderne Kompostgroßproduktion nötig sind.






Kompostgroßproduktion

 

Die Kompostgroßproduktion hat im Frühling 2016 begonnen. Immer wieder treten Probleme auf, die wir im hochentwickelten Europa nicht erwarten. So stellen wir fest, dass manche Geräte, die von Fairbiotea finanziert wurden und den Bauern die Arbeit erleichtern, von den Bauern nicht benutzt werden, weil sie einfach nicht gewohnt sind, damit umzugehen.

Werkzeuge, die an den Traktor angebaut werden, passen nicht oder gehen schnell defekt und müssen vom Hersteller nachgearbeitet werden. Ein Anhänger, der für den Traktor angeschafft wurde, ist nicht so ausgelegt, dass er in den engen Kurven und auf den schmalen Straßen benutzt werden kann usw.

Leider dauert es immer sehr lange, bevor Anschaffungen tatsächlich einsatzfähig sind. Entwicklungsarbeit bedeutet Geduldsarbeit und ist immer wieder von Rückschlägen begleitet.

Nachdem nun entsprechende Maschinen zur Verfügung stehen, Bezugsquellen für unterschiedliche Biomassen gefunden sind, Lieferanten für Kuhdung vorhanden sind (die eigenen Rinder reichen nicht aus), sind wir zuversichtlich, dass wir, was den Nährstoffkreislauf angeht, einen riesigen Schritt weiter sind. Wir hoffen, dass nun der Kern des ökologischen Landbaus erreicht ist und wir zukünftig Kompostanwendungen haben werden, die die Farm ökologisch nachhaltig voranbringen wird.

 



Bonussystem

 

Mit dem Strategiewechsel, Bonuszahlungen nur noch für Materialien, Maschinen, Werkzeuge oder andere sichtbare Projekte auszuzahlen, hat Fairbiotea die Kontrolle über den Verbleib der Gelder wieder zurückgewonnen. In den vergangenen Jahren mussten wir wiederholt feststellen, dass finanzielle Bonuszuwendungen nicht bei den Bauern ankamen oder die Höhe der Zuwendungen, die die Bauern erhielten, nicht mit den geplanten Zahlungen übereinstimmten. Eine Überprüfung der Auszahlungen war praktisch unmöglich geworden. Leider ist Korruption in China weit verbreitet.

Bis zum Jahr 2015 hat Fairbiotea folgende Entwicklungsmaßnahmen initiiert und co-finanziert:

  • * Traktor als Antrieb für verschiedene Geräte, die in der Kompostproduktion benötigt werden und als Zugmaschine für einen Anhänger
  • * Frontlader
  • * Mähgeräte für Großflächen
  • * Schredder
  • * Kompostabdeckung 5x50 Meter
  • * Messgeräte für Sauerstoffgehalt und Feuchtigkeitsgehalt im Kompost
  • * Kompostwender (selbstfahrend)
  • * Neuer Lastwagen
  • * Neue elektrisch betriebene und elektrisch heizende Maschinen für die Teeverarbeitung in der Vorverarbeitungsfabrik
  • * Zuwegung für Kompostplatz (Kompost-Großproduktion)
  • * Jahresgehälter für zwei Kompostmanager
  • * Honorar des Fairbiotea-Beraters und Projektleiters des Kompostforschungsprojektes
  • * 100 Schattenbäume
  • * Demeter-Training für Manager
  • * UTZ-Training
  • * Für die Xiaojiaqiao-Schule, die von den Kindern der Qingshan-Farm besucht wird, wurde die komplette Ausstattung eines neuen Multimediaraums finanziert.







Im Wesentlichen konzentriert sich Fairbiotea darauf, die Bonus-Prämien in die nachhaltige Entwicklung der Farm zu investieren und nach Möglichkeit sichtbare und kontrollierbare soziale Projekte zu unterstützen. Das ist nur dann möglich, wenn diese Maßnahmen vom Farmmanagement und von den Bauern gewünscht sind und entsprechende Vorschläge formuliert werden, die einer nachhaltigen Entwicklung entsprechen.





 

Teepreise, Export und nachhaltige soziale Entwicklung

 

Steigende Herstellungs-, Arbeits- und Sozialkosten nicht durch entsprechend höhere Einnahmen aus dem Exportgeschäft kompensieren zu können, belastet eine positive ökonomische und soziale Entwicklung in nahezu allen Teegärten der Welt. In Europa werden nach wie vor zu mehr als 90% die Teesorten mit den billigsten Exportpreisen konsumiert. Dieser Trend nimmt bedauerlicherweise noch zu. Bessere Qualitäten, die teilweise das zehnfache der Exportpreise bringen würden, werden in Europa immer weniger nachgefragt. Das reduziert zusätzlich die Einnahmen von Teeproduzenten.

Dennoch erwarten europäische Unternehmen und Verbraucher von den Produzenten ständig neue Anstrengungen und Investitionen in die Sicherstellung europäischer Lebensmittelsicherheit. Es werden zudem immer mehr teure Zertifizierungssysteme gefordert, die von den Produzenten finanziert werden müssen. Mehr und mehr werden nun auch noch eine Reihe von teuren Sozialzertifizierungen verlangt, deren Kosten die Produzenten tragen sollen, die aber weder den Produzenten noch den Bauern einen Nutzen bringen, weil diese Zertifizierungen nicht die Interessen von Bauern und Produzenten vertreten, sondern reine Marketinginstrumente sind, die dem Markenimage europäischer Unternehmen dienen. Wenn die Produzenten für diese Leistungen keinen Ausgleich in Form angemessen höherer Produktpreise bekommen und soziale Zertifizierungen nicht in der Lage sind, eine Verbesserung der Lebensbedingungen herbeizuführen, dann muss man sich fragen ob dieses Verhalten europäischer Zertifizierer und Markenhersteller nicht eher in die Zeit des Kolonialismus vor 100 Jahren gehört.
Lesen Sie mehr dazu unter Teequalität und Export in unserem letztjährigen Newsletter: www.fairbiotea.de/assets/files/Newsletter_DEU_09_2015.pdf
Alles was in diesem Newsletter über die positive nachhaltige Entwicklung in Qingshan zu lesen ist, ist nur deshalb möglich, weil Fairbiotea den größten Teil dieser Entwicklung finanziert. Es gibt kaum Teegärten in der Welt, die eine solche Unterstützung bei der nachhaltigen Entwicklung von außen bekommen.





Die Praxis der Sozialstandards in chinesischen Teefarmen

 

Jede Provinz in China hat unterschiedliche aber ähnliche gesetzliche Standards, die von größeren Unternehmen in der Regel eingehalten, von kleineren Unternehmen jedoch oft unterlaufen werden. Diese gesetzlichen Sozialstandards gelten für alle Betriebe, die mit ihren Mitarbeitern befristete oder unbefristete Arbeitsverträge abschließen müssen.

Diese Gesetze gelten nicht für die traditionell organisierten Teefarmen (kleinbäuerliche Betriebe, selbständige Bauern besitzen kleine Erbpachtflächen, die sie selbst bewirtschaften). Diese Bauern besitzen keine Arbeitsverträge und werden von Teefabrikbesitzern und Tee-Aufkäufern oft regelrecht ausgebeutet. Solche Kleinbauern bilden die Mehrheit in der chinesischen Landwirtschaft und erzielen kaum mehr als 50 Euro monatliche Einkünfte aus der Landwirtschaft.

In solchen Strukturen ist eine risikoorientierte biologische Landwirtschaft nicht möglich, obwohl Bio-Zertifikate ausgestellt werden.

 

 

 

 

 

Qingshan, Company Farm, Provinz Hunan

 

  • Gesetzlicher Mindestlohn Landtarif: für alle Beschäftigten 1390 RMB (ca. 190 Euro) monatlich. Es wird auch übertariflich bezahlt. Ausgebildete Fachkräfte, z.B. in der Endverarbeitungsfabrik erhalten bis zu 4500 RMB (ca. 600 Euro) monatlich.
  • Gesetzlicher Mindestlohn Stadttarif: 1720 RMB (ca. 240 Euro) monatlich
  • Gesetzliche Rentenversicherung: 20% der Lohnsumme zahlt der Arbeitgeber, 8% der Arbeitnehmer
  • Gesetzliche Krankenversicherung: 8% der Lohnsumme zahlt der Arbeitgeber, 2% der Arbeitnehmer
  • Gesetzliche Unfallversicherung: 0,5% der Lohnsumme zahlt der Arbeitgeber, 0,5% der Arbeitnehmer


Gesetzliche Arbeitsverträge: Außer den Saisonarbeitern (Erntehelfern), die kurzfristige Arbeitsverträge während der Erntesaison erhalten, bekommen alle Mitarbeiter unbefristete Verträge. In der Erntesaison werden Überstunden geleistet, die während der erntefreien Zeit abgefeiert werden können. Überstunden an Werktagen werden mit dem 1,5-fachen vergütet, an Wochenenden mit dem 2-fachen und Feiertage mit dem 3-fachen. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden, 5 Arbeitstage die Woche. Urlaub gibt es an den gesetzlichen Feiertagen, 11 Tage im Jahr.

Gewerkschaften sind im gesetzlichen Rahmen erlaubt und sollen die Rechte der Arbeitnehmer schützen. Gewerkschaften auf Unternehmensebene (betriebliche Gewerkschaften) sind zu gründen, wenn im Unternehmen 25 oder mehr Gewerkschaftsmitglieder arbeiten. Die Gewerkschaftsvertreter werden von einer dem Betrieb übergeordneten Behörde ernannt. Hauptaufgabe der Gewerkschaften ist die Bündelung und Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer, immer auch mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Statt Arbeitskämpfen ist das Ziel, einen Ausgleich von Arbeitnehmer- und Unternehmensinteressen zu verfolgen und ganzheitliche Lösungen anzustreben.

Betriebsrat: Die betrieblichen Gewerkschaften unterstützen die Gründung von Betriebsräten im Unternehmen. Anders als die Gewerkschaftsvertreter werden die Betriebsräte von allen Arbeitnehmern im Unternehmen gewählt. Der Betriebsrat ist nicht ständig aktiv, sondern tritt in bestimmten Abständen als Gremium zusammen. In der Qingshan-Farm existiert kein Betriebsrat.

 

 

 

 

Wettbewerbsverzerrungen im chinesischen Markt, mit Folgen für den Europäischen Markt

 

So sehr China bemüht ist, die traditionelle kleinbäuerliche Landwirtschaft aus sozialen, wirtschaftlichen und qualitativen Gründen durch moderne Company-Farmen zu ersetzen, so sehr sorgen genau diese Bemühungen im Zusammenspiel mit dem Exportgeschäft für unfaire Wettbewerbsbedingungen, die auch in Europa wirksam sind.

Die Kleinbauern, die ihre kleinen Erbpachtflächen überwiegend mit Tee zum Verkaufen und mit Gemüse zur Eigenversorgung bewirtschaften, werden als selbständige Bauern betrachtet, die nur sehr wenig Anspruch auf soziale Rechte haben. Oft schließen sich 50 bis 500 Kleinbauern zu einer Produktionsgemeinschaft zusammen, die dann den Tee bis zur Endtrocknung verarbeitet.

Moderne chemische Dünger, Pestizide und Herbizide betrachten die überwiegend älteren Bauern als einen Segen, weil ihnen dadurch die beschwerliche Arbeit in den Teegärten erheblich erleichtert wird. Die jungen Bauern sind nicht mehr in den Dörfern, sondern suchen ihr Glück als Wanderarbeiter in den großen Städten.

Die Kleinbauern produzieren ökologisch zertifizierten Tee, ohne dass sie jemals in ökologischem Landbau geschult wurden, die Anforderungen des europäischen Marktes kennen oder einen Biozertifizierungsvertrag mit einer Kontrollstelle abschließen.

Die EU-Bioverordnung sieht einen Mechanismus vor, der ursprünglich als Marktzugang für Kleinbauern gedacht war. Die Kleinbauern sollten nicht vom Biomarkt ausgeschlossen werden und dennoch sollte Biosicherheit hergestellt werden. Dies ist jedoch theoretisches Wunschdenken, das sich in Kulturen außerhalb Europas praktisch nicht umsetzen lässt.

Dieser Mechanismus wird dadurch ausgelöst, dass ein Unternehmen oder eine Einzelperson von außen einen Zertifizierungsvertrag finanziert und mit einer EU-Biokontrollstelle abschließt und sich zu einem internen Kontrollsystem (ICS) verpflichtet, das den ökologischen Herstellungsprozess sicherstellen soll. Die teilnehmenden Kleinbauern werden im Rahmen der Zertifizierung namentlich gelistet und die jeweilige Größe der Anbaufläche dokumentiert. Der Inhaber des Zertifikates bzw. dessen Management soll die Bauern im ökologischen Landbau ausbilden und den ökologischen Herstellungsprozess überwachen. Dies findet jedoch nur theoretisch statt. In der Praxis werden die Bauern allenfalls aufgefordert, auf chemische Substanzen zu verzichten, wobei erfahrungsgemäß ein Teil der Bauern diesen Anweisungen nachkommt und ein anderer Teil sich diesen offen oder insgeheim verweigert. Der so angebaute Tee wird dann von der Gemeinschaft getrocknet und vermischt. Die Kontrollstellen sind kaum in der Lage zu kontrollieren welcher Bauer nun Chemikalien angewendet hat und welcher nicht.

Der Besitzer des Zertifikates, üblicherweise einer oder mehrere lokale Politiker, die ebenso über kein Wissen über ökologischen Landbau verfügen, kaufen den Bauern diesen so hergestellten Tee sehr billig ab. Die Bauern profitieren nicht vom höheren Preis, der für Biotee am Markt erzielt wird. Die Bauern erhalten einen Preis, der den Marktanforderungen angepasst ist. Der Aufkäufer verkauft den Tee an andere chinesische Großhändler oder Exporteure weiter bzw. exportiert den Tee direkt.

In solch einem System kann überwiegend keine risikoorientierte Bioherstellung sichergestellt werden. Die europäischen Anforderungen in Bezug auf Lebensmittelsicherheit können nicht umgesetzt werden, es gibt kein Qualitäts- und Hygienemanagement. Investitionen in Lebensmittelsicherheit werden nicht getätigt. Diese Systeme erhalten trotzdem problemlos alle nachhaltigen Zertifizierungen wie z.B. Rainforest Alliance, UTZ und FLO Fair-trade.

FLO Fair-trade zertifiziert in China ausschließlich nur diese kleinbäuerlichen Strukturen, in denen es sehr unfair zugeht. Andere Strukturen, in denen nachhaltige Standards und soziale Gesetze eingehalten werden und die Arbeiter gut behandelt werden, zertifiziert Fair-Trade skandalöserweise nicht.

Stellt man die traditionelle, kleinbäuerliche, ökologische Teeproduktion der modernen ökologischen Teeproduktion, verwaltet durch große Wirtschaftsunternehmen (Company-Farmen) gegenüber, ist klar ersichtlich, dass die Teeproduktion in kleinbäuerlichen Betrieben sehr viel billiger ist, weil auf nachhaltige Entwicklung verzichtet wird und die Teeproduktion in modernen Company-Farmen sehr viel teurer ist, weil eine nachhaltige Entwicklung stattfindet, arbeitsrechtliche Gesetze greifen und lebensmittelrechtliche Anforderungen aus Europa eingehalten werden.

Der ungleiche Wettbewerb dieser beiden Systeme in China, begleitet von den niedrigen europäischen Preiserwartungen, führt zu einer paradoxen Realität in Europa. Die Teesorten, die aus modernen chinesischen Betrieben stammen, können im Export nicht mehr mit den Preisen der Teesorten konkurrieren, die aus den traditionellen Teefarmen stammen. Deshalb wird in Europa immer mehr Tee aus traditionellen Betrieben vermarktet. Die fehlende Nachhaltigkeit dieser billigen Tees steht aber im krassen Widerspruch zu den nachhaltigen Anforderungen, die europäische Gesetze, Unternehmen und Verbraucher erwarten.

Mittlerweile ist die Wettbewerbsverzerrung so stark und der wirtschaftliche Druck im Export nach Europa so hoch, dass die modernen Betriebe in China damit begonnen haben Tee aus der traditionellen Landwirtschaft zuzukaufen, um die hohen Preise aus der nachhaltigen Bewirtschaftung kompensieren zu können.

Leider ist die Kenntnis über solche Hintergründe in Europa nicht sehr populär. Und die Schlüsse die man daraus ziehen muss sind noch weniger populär, denn man kann sich nicht wie üblich für die billigsten Produkte entscheiden, wenn man verantwortlich nachhaltig handeln möchte, sondern man muss sich für die teuersten Produkte entscheiden, um eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen. Es ist außerdem erforderlich, die Bezugsquellen genau zu kennen.

Fairbiotea-Tee, hier von der Donghzai-Farm, von Heuschrecke

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Tags: fairbiotea, china, bio-tee, qingshan farm
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I Ging: 11 Der Friede

Gabriele Seifert: I Ging - Outside Projekt

 

Die Künstlerin:

Am Rande der legendären David Hockney-Ausstellung im Kölner Museum Ludwig 2012/13, in der Museumsnacht und der danach stattfindenden Museums-Party (ja, das hatte der vorvorherige Direktor Kasper König eingeführt: Kunststudenten erklären Besuchern die Objekte, danach gibt's Party) lernten wir die Kölner Künstlerin Gabriele Seifert kennen. Vom Hölzchen aufs Stöckchen auf die Schafgarbenstengel kommend, kommen wir auf ihr I Ging-outside Projekt.

 

In ihrem aktuellen Kunst-Projekt "I Ging-outside", jetzt im siebten Jahr, bringt Gabriele das ehrwürdige I Ging im Kölner Stadtbild (und auch anderswo über die Welt verstreut - bis nach Südkorea) in passenden Kontexten ein. Seit diesem Treffen im Museum gibt es "I Gings" von Gabriele im Heuschrecke-Blog - in der Regel eins pro Jahreszeit, und manchmal extra für uns gemacht. Highlights sind z.B. die Aktion in unserer Firma: http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2014/03/12/i-ging-nr-21-das-durchbeissen-nr-22-die-anmut.htm  und die verschlungene Lissabon-Geschichte: http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2014/11/27/i-ging-nr-55-die-fuelle.htm .

 

 

 

Das I Ging (Yi Jing, Buch der Wandlungen):

... ist ein chinesisches, sehr altes Orakelsystem, das seit mind 2000 v.Chr. belegt ist. Es wurde mit 16 Schafgarbenstengel, oder später auch mit 3 Münzen geworfen. In mehreren Würfen erhält man zur gestellten Frage nach einem binären System ein Hexagramm, das aus 6 durchgehenden oder unterbrochenen Linien bestehen. Es gibt 64 verschiedene Hexagramme mit jeweils einer bestimmten Bedeutung, dazu Weisheits-Texte (evtl. Konfuzius zugeschrieben), die konkret, philosophisch und kosmisch zu verstehen sind - nicht ganz einfach, nie eindeutig, nie schlecht oder gut. 

 

 

Diesmal: Bougainvillea Frieden (I Ging 11, Der Friede)

 

"Im August 2012 war ich in einer türkischen Ferienanlage an der Ägäis. Mit Muße habe ich aus den verstreuten Blüten einer Bougainvillea ein Friedenszeichen gelegt.
Nach kurzer Zeit hatte der Wind schon wieder das Zeichen verweht und auf dem Rückweg sah ich einen alten Mann alles zusammenfegen.
Frieden ist leider immer gefährdet und höchst vergänglich…


Euch noch einen schönen Sommerabend und herzliche Grüße"

 

Gabriele Seifert

 

Gabriele Seifert: Der Friede, I Ging Nr. 11

Gabriele Seifert: Der Friede, I Ging Nr. 11

Gabriele Seifert: Der Friede, I Ging Nr. 11 

 

 

 

 

 

 


 Gabriele Seifert

Gabriele Seifert ist 1959 geboren und lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Köln.
 
Arbeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Collage, Video und Installation.

Vita: Sie hat Philosophie und Kunst an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf studiert, und war Meisterschülerin bei Ulrich Erben.
Für Furore sorgte sie in Münster mit ihrem Beitrag zur Ausstellung Frau und Technik und der mehrtägigen Multimedia-Aktion Nadeln in Ketten, 1986 in der Hamelhalle. Aber auch sonst machte sie mit Malerei und Lichtbild-Installationen von sich reden.
Ab 1986 begleitete Gabi Seifert Bands wie Mortification To The Flesh oder die Osnabrücker Poison Dwarfs auf Tourneen und bereicherte deren Auftritte mit Dia-Performances. Osnabrücker Musiker widmeten ihr zum Dank den Song She's a jewel. Das Lied erschien 1987 auf dem Album Portsmouth von Prince Of The Blood.
Im Februar 1987 zog Gabi Seifert nach Köln und entdeckte für sich die Videokunst. Dieses Metier hat sie 1989/90 in Düsseldorf bei dem "Vater der Media Art" Nam June Paik studiert, der ihr bis zu seinem Tode freundschaftlich verbunden blieb. Paik machte sie nicht nur mit neuen Techniken bekannt, sondern auch mit dem Videokünstler Matthias Neuenhofer. Den hat sie 1991 geheiratet. Heute lebt Gabriele Seifert mit ihrem Gatten und den Kindern Luis und Maleen im Kölner Agnesviertel.  (Quelle: http://www.adamriese.info/wmgabi.htm)


Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.gabrieleseifert.net


Fotos © Gabriele Seifert
IGing ist noch keine Trademark dieser Börsenkapitalfirma No.1  (noch heißt es <i-dsching>, nicht <ai-dsching>).

 

 

 

 

 

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Tags: i ging, frieden, gabriele seifert
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Lieblingsrezept vom Lammertzhof

Tomatensugo mit Bruschetta-Gewürz von Heuschrecke

Bioland-Hof Lammertzhof von Heinrich Hannen und Petra Graute-Hannen
Bioland-Hof Lammertzhof von Heinrich Hannen und Petra Graute-Hannen
Hofansicht
Hofansicht
Der Hofladen
Der Hofladen
Die Belegschaft ...
Die Belegschaft ...
... und die jungen Helfer
... und die jungen Helfer
Bruschetta da Roberto von Heuschrecke (gibt auch ein scharfes Arrabbiata da Roberto). Roberto ist unser Schwager, Inhaber des Eiscafe-Bistros Segalla und begnadeter Koch. Er entwickelte mit uns die beiden Rezepturen.
Bruschetta da Roberto von Heuschrecke (gibt auch ein scharfes Arrabbiata da Roberto). Roberto ist unser Schwager, Inhaber des Eiscafe-Bistros Segalla und begnadeter Koch. Er entwickelte mit uns die beiden Rezepturen.
Der Biolandhof Lammertzhof von Heinrich Hannen und Petra Graute-Hannen in Kaarst ist schon seit Jahrzehnten Kunde bei uns.
Unter ihren MitarbeiterInnen hat Petra nun eine Lieblingsrezept-Aktion ausgerufen: jede/r soll seine liebsten Produkte beschreiben, mit Rezepten. Diese werden im Laden veröffentlicht - für die KundInnen.
Petra erzählte uns schon seit mehreren Jahren, wenn wir sie auf Messen trafen, von ihrem tollen Sugo-Rezept mit unserer Gewürzmischung "Bruschetta da Roberto". Anlässlich der Lieblings-Aktion hat sie es nun für uns aufgeschrieben:

 

"Name: Petra Graute-Hannen

Arbeitsbereich: Einkauf, Verkauf, Planung, Leitung, Mitarbeiterführung …… und Inhaberin.   

Mein Lieblingsprodukt im Hofladen ist „Bruschetta da Roberto“ von Heuschrecke (in Köln), weil ...
... es Tomatengerichten eine besondere Note gibt.
Weil die Firma Heuschrecke eine tolle Arbeit leistet, beeindruckendes Wissen und Einkaufskontakte für Kräuter und Gewürze hat und dabei noch authentische Kreationen bringt mit Gesicht: Roberto ist ein Verwandter der Eigentümer Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner."

 

Mein Lieblingsrezept: Tomatensugo

 

Zutaten (Für 4Personen):

  • 1 kg kleine Tomaten (Amoroso)
  • ca.  60 g getrocknete  Tomaten
  • ½ Bund Lauchzwiebeln oder 2 Schalotten
  • 2-3 El gutes Olivenöl (mein Favorit von SanVicario) evtl. auch von dem Tomatenöl etwas dazu
  • 1Knoblauchzehe
  • ca. 1 El Bruschetta da Roberto
  • einen kräftigen Schuss Sherry (ca. 50 ml)
  • 1 El Zucker
  • Fleur de Sel oder auch Kräutersalz (mediterran, von Heuschrecke)
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • frischer Basilikum

 

Zubereitung:


Die Bundzwiebel /Schalotte klein schneiden, die Tomaten halbieren und das Innere aushöhlen (geht auch ohne, wenn man sich aber die Arbeit macht, schmeckt die Sugo intensiver). Eventuell je nach Größe der Tomaten noch kleiner schreiben.

 

Dann das Öl erhitzen und die Zwiebeln/Schalotten und die getrockneten Tomaten anbraten.

 

Den Knoblauch zerdrücken und ebenfalls zufügen.

 

Anschließend die frischen Tomaten, das Bruschettagewürz und den Sherry zugeben. den Zucker oben drüber streuen und zugedeckt erst auf großer Flamme aufbrutscheln, dann klein stellen und langsam weich dünsten und einköcheln lassen.

 

Am Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Sugo mit frischem Basilikum bestreuen.


Dazu gute italienische Pasta (z.B. Orecchiette oder Cicatelli von San Viario. Als Ergänzung  bzw. sättigender wird es noch mit roten Linsen auf italienische Art: Dazu kleingeschnittene Zwiebel und Knoblauch in gutem Olivenöl zuerst andünsten, die Linsen zufügen dann wie ein Risotto immer wieder mit kleinen Mengen Gemüsebrühe (oder Hühnerbrühe, wer es mag) angießen und weich dünsten.

 

Auf dem Teller gibt man einen Schuss gutes Olivenöl obendrauf.

 

 

Guten Appetit !!

 

wünscht Petra Graute-Hannen

Opens external link in new windowhttp://www.lammertzhof.info/

 

 

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Tags: lammertzhof, bioland-hof, bio-gemüse, bio-gewürze, bruschetta da roberto, sugo, tomaten, rezept
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Gastbeitrag
05.08.2016
14:47

Mikrokosmos: Holz-Schildborstlinge

Kleine Pilze im regnerischen Sommer ...

Foto 1 Hochwasser am Hellenbach, Klumpenmühle
Foto 1 Hochwasser am Hellenbach, Klumpenmühle
Foto 2 Holz-Schildborstlinge, scheinbar auf nacktem Boden
Foto 2 Holz-Schildborstlinge, scheinbar auf nacktem Boden
Foto 3 Randhaare von Scutellinia scutellata, bis 2mm lang
Foto 3 Randhaare von Scutellinia scutellata, bis 2mm lang
Foto 4 Borsten von Scutellinia scutellata, 1000 Mikrometer
Foto 4 Scutellinia scutellata, Borsten von 1-2000 Mikrometern
Foto 5 Scutellinia scutellata, Asci / Paraphysen (schlauchförmige Fortpflanzungsorgan der Pilze)
Foto 5 Scutellinia scutellata, Asci (schlauchförmige, 8 Sporen enthaltende Fortpflanzungszellen), dazwischen Paraphysen (keulenköpfige, sterile Zellen)
Foto 6 Scutellinia scutellata, Sporen im Schlauch
Foto 6 Scutellinia scutellata, Sporen im Ascus
Foto 7 Scutellinia scutellata, feinwarzige Sporen
Foto 7 Scutellinia scutellata, feinwarzige Sporen
Foto 8 Scutellinia scutellata, wie ein Feuerwerk wirken die angefärbten Asci / Paraphysen
Foto 8 Scutellinia scutellata, wie ein Feuerwerk wirken die angefärbten Asci / Paraphysen

 

Am 25. Juni kam er bereits zum 2. Mal den normalerweise im Sommer winzigen Hellenbach  - meist führt er gerade mal 2 Liter /Sekunde - heruntergetost: der Starkregen.

 

 

 

Er überschwemmte das Tal an der Klumpenmühle bei Riegenroth im Hunsrück weitläufig (Foto 1).

 

 

 

Ideales Klima für’s Pilzwachstum, sollte man meinen. Aber dem war nicht so! Bei Inspektion der Hochwasserschäden erfreute uns also umso mehr der Fund eines ganzen Haufens Holz-Schildborstlinge  (Scutellinia scutellata), die wir auf dem Waldweg fast zertreten hätten, wenn uns das orangerote Leuchten der flachen, kleinen Becherlinge von 0,3 bis ca. 1 cm im Durchmesser nicht rechtzeitig aufgefallen wäre (Foto 2).

 

 

 

Die Becherchen wuchsen scheinbar auf nacktem Waldboden, aber, wie der Name “HOLZ-Schildborstling” schon sagt, ist bei seinem Wirt immer Holz im Spiel und seien es auch nur kleine im feuchten Boden versteckte tote Ästchen, auf denen die stiellosen Fruchtkörper sich entwickeln.

 

 

 

Je näher man die schildartigen Becher unter die Lupe nimmt, desto einleuchtender wird der Name Borstling: das orangerote Hymenium ist von einem Becherrand umgeben, der mit bis zu 2 mm langen, spitzen, borstigen, braunen Haaren besetzt ist, dunkler, als die Aussenseite der tellerförmigen Becher (Foto 3).

 

 

 


In Deutschland gibt es mehr als 10 verschiedene Schildborstlinge, die sich alle rein äusserlich und ihren Biotopansprüchen sehr ähneln, deshalb ist es unerlässlich, sich bei der Artbestimmung unbedingt an den mikroskopischen Merkmalen dieser kleinen Schlauchpilze zu orientieren.

 

 

 


Die Länge der unten  häufig gegabelten Haare bis zu 1000 manchmal gar 2000 Mikrometern (Foto 4), die Jod-negativen Schläuche, mit einem Deckel (auf unserem Foto 5 allerdings nicht sichtbar) zur Entlassung der breitelliptischen, ganz, ganz schwach warzig ornamentierten 8 Sporen (ca. 19-21 Mikrometer lang, ca. 12-14 Mikrometer breit, Foto 6, Foto 7) versehen, die oben keulig verdickten (bis ca. 10 Mikrometer) sterilen Zellen (Paraphysen, auch Foto 5) zwischen den Schläuchen  --- all’ das führte uns zur Festlegung auf den in unseren Breiten häufigsten Schildborstling:

 

 

 


Scutellinia scutellata – einfach: Holz-Schildborstling, so (wider)borstig wie der diesjährige Sommeranfang! Darauf ein Feuerwerk! (Foto 8).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen schönen Sommer noch wünschen die PSV



Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer









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Evi und Lothar Claußnitzer-Wandelt, Pilzsachverständige
Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt und Wiesenmeister).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos © Evi Wandelt, Lothar Claußnitzer

 

 

 

 

 

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Tags: mikrokosmos, pilze, holz-schildborstling, scutellinia scutellata
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