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Hitparaden

Marke Heuschrecke: Ein Bogen von Vanilleschoten bis Matcha-Tee

  • Hier zeigen wir als eine Art Nachlese einmal Auszüge aus unserer Statistik 2014: Produkt - Hitparade der Marke Heuschrecke
  • Für unsere (tiefen) Spezialsortimente: Gewürze, Kräuter, Salze, Tee
  • Gesamt ca. 748 Produkte - hier stellen wir die ersten Plätze, nach Produktgruppen geordnet, vor. Wer einmal die Komplett-Hitparade lesen möchte - hier bitteschön ...

Regeln für den Einzelhandel und für die Küche zuhause: Ein Spezialsortiment lebt von einer runden Auswahl, die auch Selteneres sowie verschiedene Preis- und Qualitätsklassen bietet. Diese Hitparade dient in erster Linie auch dazu, zu überprüfen, dass die Renner nicht im Laden fehlen. Aber jeder Laden hat auch sein eigenes Profil mit Inhaber- und Kundenvorlieben. 

 

 Mono - Gewürze, Platz 1 - 15 (von 102 Sorten)

Bio-Vanillepulver von Kleinbauern aus Nord-Ost-Madagaskar, von HeuschreckeVANILLESCHOTEN, kbA Bourbon
VANILLEPULVER, Bourbon, kbA
SAFRAN Fäden kbA Iran
PFEFFER, schwarz, ganz, TGSEB Tellicherry
MUSKATNÜSSE, ganz, kbA
CURCUMA, gemahlen, Alleppy
CAYENNE PFEFFER/Chili gemahlen
UrwaldPfeffer 'Kannampady' schwarz ganz
SCHWARZKÜMMEL, Sekem, kbA
ZIMTSTANGEN,'Ceylon',10 cm,kbA
PAPRIKA, edelsüß, Ungarn, Nachfüllbeutel
KORIANDER, gemahlen, Litauen, demnächst wieder Deutschland
OREGANO, gerebelt, kbA
STERNANIS, ganz, kbA, Vietnam
MUSKATBLÜTE, gemahlen,kbA

 

 

Gewürzmischungen, Platz 1 - 15 (von 36 Sorten)

  • Unsere Keltische Serie, die uns am Herzen liegt, ist in allen Rubriken (Gewürze, Kräutertees, Kräutersalz) vorne. Hier verarbeiten wir viele heimische, traditionelle, seltenere Pflanzen aus Wildsammlung. Diese kommen vom biozertifizierten Wildsammlungsprojekt Terra Magnifica in Kroatien.
  • Ende des Jahres 2015 wird es noch eine neue, schöne, etwas fruchtige und ganz milde Currymischung von uns geben.

 

Garam Masala mit teilw. vorgerösteten Zutaten, bio, von Heuschrecke

GARAM MASALA, Gewürzmischung, kbA
Keltische Kräuterküche, kbA
PFEFFER, BUNT, ganz, kbA
Zitronenpfeffer, gemahlen kbA
HILDEGARTEN GEWÜRZ, gemahlen
CURRY-PULVER extra, Nachfüllbeutel
AYURVEDA - GEWÜRZ, kbA m. Tulsi
KRÄUTER DER PROVENCE, gerebelt
Lemon-Curry,Gewürz, gemahlen,
ORIENT Gewürz kbA gemahlen
HARISSA-Gewürz, gemahlen, scharf, kbA
ROSEN-GEWÜRZ Ras-el-Hanout, kbA
CURRY-PULVER, extra, kbA
BITTERGEWÜRZ Heidelberger kbA
Orangen-Curry, Gewürz,gemahlen, kbA

 

 

 

Kräutertee und Kräuterteemischungen, Platz 1 - 15 (von 99 Sorten)

Griechischer Bergtee, der leckerste, bio, von Heuschrecke

  • Hier gibt es 2015 einige Trend-Neulistungen , die dann bei der nächsten Statistik im vorderen Feld landen werden: Baobab-Fruchtpulver, Keltischer Beerenmix, Keltischer Blüten Tee, und Flohsamen in der 250g-Tüte.


BERGTEE, griechisch, Büschel, kbA
Keltischer Haustee, kbA
ROOIBUSCH Vanille kbA
ROOIBUSCH rot, pur       kbA
GUTE NACHT KRÄUTERMISCHUNG
KAMILLE, Blüten ganz, Kroatien
BRENN-NESSEL, Blatt-Krüll, kbA
ROOIBUSCH rot, pur       kbA
SALBEI, gerebelt, Bioland, kbA
Keltischer Abendtee, kbA
Krawallbrause Kindertee, kbA
PFEFFERMINZE, Blattkrüll Bioland, kbA
NANAMINZE, geschnitten, kbA
Cannabis- (Hanf)tee grün,geschnítten, KbA   (in Berlin auf Platz 1)
HAFERTEE GRÜN geschnitten, kbA

 

 

 

Salze und Kräutersalze, Platz 1 - 10 (von 30 Sorten)

Keltisches Würzsalz (sehr edel), kbA, von Heuschrecke

  • Auch hier 2015 eine Trend-Neulistung: Kala Namak, indisches Schwarzsalz (vegane Küche) - dieses wird sicher unter den ersten 10 in der nächsten Statistik landen. Und ich freue mich total, dass unser relativ junges Produkt "Keltisches Würzsalz" mit Wild-Wurzeln so gut ankommt.


Himalaya Salz fein Nachfüllbeutel 500g.
MEERSALZ JOD (mit Algen), Atlantik fein, kbA
MEERSALZ, Atlantik, fein, Portugal
Fleur de Sel Portugal Nachfüllbeutel
KRÄUTERSALZ mediterran Nachfüllbeutel 400g
Fleur de Sel Portugal 75g
KRÄUTERSALZ,traditionell 500g
KELTISCHES WÜRZSALZ kbA 75g
Himalaya Speise-Salz fein Dose
KRÄUTERSALZ mediterran Streudose

Tee (Grüntee, Schwarztee, Tee-Spezialitäten) Platz 1 - 20 (von 89 Sorten)

  • Hier kommen 2015 ein Nepal-Teesortiment und Edel-Tees aus ChIna Yunnan dazu. Als Spezialität werden sie sicher nicht unter den ersten 20 sein, aber für TeeliebhaberInnen das Sortiment bereichern. Ein Teesortiment kann man mit einem Weinsortiment vergleichen, vom preiswerten Landwein bis zum kostspieligen Bourgogne - so bieten wir auch hier alle klassischen Anbaugebiete an.

Matcha Kabuse 2 bio - dieser ist gut für Smoothies und zum Kochen geeignet.


MATCHA' Kabuse 2 Tee Japan 2.Pflückung
GRÜN TEE AKTION, China kbA 250g
MATCHA'Kabuse 1 Tee Jap 1.Pflückung
PU ERH Tee ChinaYunnan kbA rot (in Kürze wieder da)
CHINA SENCHA Aktion-Grüntee kbA 250g
CHUN MEE China Grüntee Aktion 250g
DARJEELING BioKampagne 250g
EARL GREY TEE schwarz, zart, kbA
DARJEELING BioKampagne 1kg
JAPAN SENCHA extra fine, kbA
VANILLE GRÜNTEE  kbA
DARJEELING AKTION 1.Flush  kbA
SHUTOH-BAN JAPAN BANCHA,kbA
CHINA JASMIN OOLONG kbA
DARJEELING HIMALAYA Classic, kbA
DARJEELING GRÜNTEE Simripani Aktion 250g
CHINA GRÜN TEE Wuyuan kbA
CHINA JASMIN grün Blatttee kbA
GRÜN TEE AKTION, China kbA 1kg
TEMPLE of HEAVEN Ch.Gunpowder



 

Was kaufen unsere Verarbeiterkunden, Naturkost-Hersteller: Platz 1 - 18 (von ca. 800 Sorten)

  • Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel, Käse- und Tofu- Hersteller, Metzger, Bäcker, Hersteller von Suppen, Salatsaucen, Würzpasten, Brotaufstrichen, Marmeladen, Süßigkeiten etc.. 

Eine unserer Mühlen - wir mahlen zeitnah am Verkauf bei uns im Haus

 

BÄRLAUCH, gemahlen, kbA, ORIGINAL-Säcke
VANILLEPULVER, Bourbon, kbA, ORI
STERNANIS, gemahlen, kbA Vietnam, ORI
Paprika Mischung kbA ORI für Käsehersteller
CURRY-Mischung, mild,  kbA, ORI
OREGANO, grün, gerebelt. kbA ORI
INGWER, gemahlen, kbA, ORI
PFEFFER, weiß, gemahlen, Mischung, ORI
PFEFFER,schwarz gemahlen, kbA, ORI
MUSKATBLÜTE, gemahlen, kbA, ORI
CURCUMA, gemahlen, kbA, ORI
PAPRIKA edelsüss, kbA,ORI
KAMILLENBLÜTEN, ganz, kbA, ORI
BOHNENKRAUT (Berg), kbA, Kroatien, ORI
CURRY-PULVER, extra, kbA ORI
MUSKATNÜSSE, gemahlen, Skal, kbA ORI
PAPRIKAFLOCKEN, rot, 9x9mm, kbA, ORI
BASILIKUM, gerebelt 2-4mm kbA, ORI

 

Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

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Tags: bio-gewürze, bio-kräuter, bio-kräutertee, salz, bio-kräutersalz, bio-tee
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Kostbares Leben

Kathrin Franckenberg: ... im kostbaren Leben


Kathrin Franckenberg: ... im kostbaren Leben



" ... Deines kostbaren Lebens. Schau mal, ich habe ein kleines Bild gemalt. Ich weiß nicht, ob ich da eher ein grundsätzliches Thema berührt habe, ein tieferes, was diese Sehnsucht nach etwas berührt, die die menschliche Suche vorantreibt. Denn es erinnert mich auch an das Fliehen der Menschen aus Situationen, in denen sie nicht mehr leben wollen. Die Suche."

 

Kathrin Franckenberg

 

 


 



Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von Michelle Cassou, USA ("Point Zero Painting"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter:

https://www.youtube.com/watch?v=toyIS39bpxU

 





"Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 

Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…"  

Kathrin Franckenberg

 

 

 

 

 

 

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Tags: point zero painting, authentisches malen, intuitives malen, kreativität, kunst
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Fairbiotea: Neues vom Qingshan Teegarten

Newsletter 10/2015, Bericht aus den Fairbiotea-Projekten: Qingshan-Farm

 

Fairbiotea

Das Fairbiotea-Logo ist auch auf unseren Fairbiotea-Tees zu sehenWegen der besonderen politischen und sozialen Lage in China ist die Beschaffung von zuverlässiger, fairer Bio-Ware erschwert. Obwohl die Chinesen die Regeln ihrer harmonischen und ganzheitlichen Feng-Shui-Lehre auch auf die Landwirtschaft anwenden, passt das Einhalten unserer rigiden EU-Bio-Gesetzgebung nicht ins Weltbild. Mehr oder weniger häufig sind China-Bioprodukte aus den unterschiedlichsten Gründen pestizidbelastet, was für europäische Bio-Importeure ein aufwändiges Analysesystem unbedingt erforderlich macht. Der parallel wachsende Kapitalismus hat eine gigantische Landfluchtbewegung ausgelöst, mit negativen Folgen für die Landwirtschaft.

Unser Tee-Importeur, mit dem wir seit über 35 Jahren zusammenarbeiten, tüftelte deshalb seit 2008 an einer Lösung, die im Jahr 2010 unter dem Logo "Fairbiotea" spruchreif wurde: ein über den EU-Bio-Standard hinausgehendes Qualitäts-Management-System für ökosoziale Gerechtigkeit, das die Verordnung, besonders für den Teebereich, ergänzt und sicherer und transparenter für alle Seiten macht. Ein Versuch, eine vertrauensvolle, verläßliche Situation für Bauern und Handelspartner bis zu den KonsumentInnen zu schaffen.
Das System ist auf ein praktisches Qualitätsmanagement ausgerichtet, und bietet kostenlose, qualifizierte Schulung und analytische Beratung für Bio-Teebauern und -Farmen. Neben zusätzlichen Sicherheitsstandards hat das System eine ökosoziale Entwicklung zum Ziel: Entwicklung von Nährstoffkreisläufen, Bonussysteme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Motivation der Bauern, Abnahmegarantien, faire Preise u.v.m.. Die Fairbiotea-Standards werden jährlich extern von CERES geprüft. Zur Zeit machen 2 Teegärten bei Fairbiotea mit: Qingshan und Donghzai.
Wir listen aus jeder Ernte soviele Fairbiotea-Tees wie möglich. Die Teegärten sind auf dem Rücketikett angegeben - Fairbiotea-Tees tragen das Siegel. Wir zahlen einen höheren Preis für die Tees, sowie eine jährliche Gebühr.

Am Ende dieses Newsletters geht der Fairbiotea-Gründer ebenfalls auf die Sozialstandard-Zertifizierungen ein, und belegt damit nochmal unsere Ausführungen aus unserem vorherigen Blogbeitrag. Nun folgt der Fairbiotea-Newsletter 10/2015:

 

Entwicklung


In unserem Newsletter 1/2014 und 7/2014 haben wir über eine positive ökologische Entwicklung in der Qingshan-Farm berichtet. Diese Entwicklung hat sich bei der jüngsten Fairbiotea-Inspektion im Mai 2015 bestätigt. Da wir außerdem keinerlei Probleme mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Tees aus diesem Teegarten haben, können wir davon ausgehen, dass der vorgeschriebene ökologische Prozess nach EU-Verordnung umgesetzt wird.




Die im Sommer 2013 durch extreme Trockenheit zerstörten Teebüsche wurden im Frühling 2014 neugepflanzt. Es wird nun ca. 7-10 Jahre dauern, bis die neuen Teebüsche wieder den vollen Mengenertrag bringen. Im Rahmen des Fairbiotea Bonussystems wurden ca. 100 Schattenbäume gepflanzt, die zukünftige Zerstörungen durch Dürre verhindern sollen. In den nächsten Jahren sollen, je nach Verfügbarkeit von Geldmitteln, weitere Schattenbäume gepflanzt werden.


Das laufende Kompostforschungsprojekt, das Fairbiotea in der Qingshan Farm seit Jahren durchführt, wird ebenfalls einen Beitrag für den Schutz der Teepflanzen und der Böden gegen Wetterextreme leisten. Bis dahin werden die Erträge auch in den nächsten Jahren, wegen der Trockenheit in 2013, niedriger ausfallen und die Teequalität wird ebenfalls beeinflusst werden.


Nachdem die Kontrollstelle IMO im Januar 2014 Ihre Kontrolltätigkeit in China aufgegeben hat, wurde diese Tätigkeit durch die deutsche Kontrollstelle Ceres übernommen, die schon länger, auch in China akkreditiert ist. Die Zusammenarbeit zwischen Fairbiotea und Ceres hat sich inzwischen sehr positiv entwickelt.




Kompostforschungsprojekt


 

Auch im Jahr 2014 hat Fairbiotea die Fortführung des Kompostforschungsprojektes finanziert und auch in 2014 wurde technisches Equipment für die Kompostforschung und die Kompostgroßproduktion angeschafft. Finanziert wurde das überwiegend von Fairbiotea.

Mehr über die Kompostforschung lesen Sie bitte unter: http://www.fairbiotea.de/assets/files/Newsletter_DEU_07_2014.pdf


Fairbiotea hofft, dass in den Jahren 2015 und 2016, die noch fehlenden Maschinen und Geräte angeschafft werden können, die für die Kompostgroßproduktion noch nötig sind. Derzeit wird mit den Qingshan Bauern über die Verpachtung eines passenden Geländes für die Kompostgroßproduktion verhandelt.

 

 

 

Bonussystem

 


Mit dem Strategiewechsel Bonuszahlungen nur noch für Materialien, Maschinen, Werkzeuge oder andere sichtbare Projekte auszuzahlen, hat Fairbiotea die Kontrolle über den Verbleib der Gelder wieder zurückgewonnen. Leider mussten wir in den vergangenen Jahren wiederholt feststellen, dass finanzielle Bonuszuwendungen nicht bei den Bauern ankamen oder die Höhe der Zuwendungen, die die Bauern erhielten, nicht mit den geplanten Zahlungen übereinstimmten. Eine Überprüfung der Auszahlungen war so praktisch unmöglich geworden. Leider müssen wir in China grundsätzlich davon ausgehen, dass in allen Bereichen der chinesischen Gesellschaft Korruption stattfindet.



Im Jahr 2014 wurden durch das Fairbiotea Bonussystem folgende Entwicklungsmaßnahmen finanziert:


  • Traktor als Antrieb für verschiedene Geräte, die in der Kompostproduktion benötigt werden und als Zugmaschine für einen Anhänger

  • Frontlader

  • Mähgeräte für Großflächen

  • Schredder

  • Kompostabdeckung 5 Meter x 50 Meter

  • Messgeräte für Sauerstoffgehalt und Feuchtigkeitsgehalt im Kompost

  • Die Jahresgehälter für zwei Kompostmanager

  • Honorar des Fairbiotea Beraters und Projektleiters des Kompostforschungsprojektes

  • 100 Schattenbäume

  • Demeter Training für Manager

  • Für die Xiaojiaqiao Schule, diese besuchen auch die Kinder der Qingshan Farm, wurde die komplette Ausstattung eines neuen Multimediaraums finanziert


 

Bevor mit der Kompostgroßproduktion begonnen werden kann, müssen über das Jahr 2014 hinaus weitere Geräte und Maßnahmen finanziert werden.

 

Leider treten auch immer wieder Probleme auf, die wir in dem hochentwickelten Europa kaum kennen. So stellen wir fest, dass manche Geräte, die von Fairbiotea finanziert wurden, von den Bauern nicht benutzt werden, obwohl diese Geräte ihre Arbeit erleichtern, weil sie einfach nicht gewohnt sind damit umzugehen.


Die jeweiligen Werkzeuge, die an den Traktor angebaut werden sollten, passen nicht und müssen vom Hersteller nachgearbeitet werden. Ein Anhänger, der für den Traktor angeschafft wurde, ist nicht so ausgelegt, dass er in den engen Kurven und auf den schmalen Straßen benutzt werden kann.


Leider dauert es immer sehr lange, bevor Anschaffungen auch einsatzfähig sind. Entwicklungsarbeit bedeutet Geduldsarbeit und ist immer wieder von Rückschlägen begleitet.


Im Wesentlichen konzentriert sich Fairbiotea darauf, die Bonus-Prämien in die nachhaltige Entwicklung der Farm zu investieren und nach Möglichkeit, sichtbare und kontrollierbar soziale Projekte zu unterstützen.


 

 

 

Teequalität und Export


Leider hat die Qualität bei einigen Teesorten etwas nachgelassen. Die Exportpreise sind teilweise sehr stark gestiegen. Dies ist dadurch begründet, dass die chinesische Regierung die Mindestlöhne für Saison- und Wanderarbeiter in den letzten Jahren um durchschnittlich ca. 13% pro Jahr erhöht hat, deshalb steigen auch die Produktionskosten permanent. Die anhaltende Schwäche des Euros hat Tee für Europa ebenfalls erheblich verteuert. Das nachhaltige Fairbiotea Projekt gibt es auch nicht umsonst.


Diese Preissteigerung zusammengenommen machen es nun Fairbiotea Produkten in Europa schwer, ausreichend Absatzmärkte zu finden und entsprechende Mengen Tee zu vermarkten, die einen Fortbestand von Fairbiotea sichern können. Leider müssen wir feststellen, dass Fairbiotea derzeit in Europa mit den Qingshan Tees keine Gewinne mehr erwirtschaften kann, weil die Teesorten wegen der Kosten, die Fairbiotea verursacht, für Europa zu teuer geworden sind und die Unterstützung für Fairbiotea aus dem Markt zu gering ist. Die Qingshan Farm kann auch nicht genug Gewinn erwirtschaften, um den dort lebenden Teebauern bessere Lebensbedingungen zu finanzieren.


Die permanent schlechten Lebensbedingungen in Teefarmen sind weltweit verantwortlich für die Flucht junger Menschen aus den Farmen in die großen Städte, auf der Suche nach besserer Arbeit, besserer Bezahlung und einem besseren Leben. Selbst Saison- und Wanderarbeiter haben ein besseres Einkommen als die Bauern in den Teefarmen. Deshalb gibt es kaum noch junge Bauern in den Teefarmen. Mit überwiegend nur alten Bauern, lässt sich aber nicht die traditionelle Qualität und Arbeitsleistung aufrechterhalten. Deshalb werden immer mehr Saison- und Wanderarbeiter in den Farmen benötigt und es fehlen immer mehr ausgebildete Fachkräfte. Das hat zur Folge, dass die Qualitätsanforderungen aus Europa ohne zusätzliche Mittel und Kräfte in Zukunft immer weniger erfüllt werden können.


Für Fairbiotea ist es frustrierend in Europa immer mehr über Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung, fairer Handel, Gemeinwohlökonomie usw. zu lesen und zu hören, aber gleichzeitig festzustellen, dass das Interesse des Marktes und der Verbraucher daran nur dann vorhanden ist, wenn der Tee besonders billig ist. Fair gehandelte, nachhaltige Produkte, die mit sozialer Verantwortung, umweltbewusst und gesundheitsbewusst hergestellt wurden, können nicht billig sein. Im Gegenteil, solche Produkte müssen teuer sein. Das ist nicht mit wenigen Cents herzustellen. Da in Europa kaum jemand bereit ist, mehr als Almosen für solche Leistungen zu bezahlen, wird es solche Leistungen auf Dauer auch nur sehr bedingt geben können oder diese Leistungen werden herbei fantasiert durch Marketing. Marketing ist in diesem Fall mehr Schein als Sein.


Seit Jahren nutzen mehr und mehr Markenhersteller die einfachen Lösungen, wenn es um das nachhaltige Image und die soziale Verantwortung im Marketing geht. Sie kaufen für wenig Geld Sozialzertifizierungen für Nachhaltigkeit und soziale Entwicklung oder Zertifikate für Fair Trade. Europäische Politiker und Medien werben für diese Sozialzertifizierungen, deren Label man mehr und mehr auf Produktpackungen von Markenherstellern finden kann. Offensichtlich gibt es da ein kollektives Unwissen über die Inhalte und Resultate solcher Zertifizierungen. Denn für Teeproduzenten und Teebauern haben solche Zertifizierungssysteme noch niemals positive Veränderungen herbeiführen können und man kann bezweifeln, ob das überhaupt gewollt ist, wenn sich nach 30 Jahren weltweiter Zertifizierungen nichts für Produzenten und Teebauern geändert hat.


Warum handeln wir als Gesellschaft so? Warum benutzen wir solche Marketinglügen? Warum betrügen wir uns gegenseitig? Warum wollen wir so wenig über die Folgen unseres Handelns und Konsumverhaltens wissen? Warum können wir uns nicht entsprechend unserer Einsicht ändern?

Ich fürchte die Antwort lautet, dass alle längst wissen, dass sich in einem globalen Wirtschaftssystem, in dem Unternehmen ausschließlich den niedrigsten Preisen und den höchsten Gewinnen folgen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben, Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Fairness kaum eine Rolle spielen können. Deshalb können nachhaltig und sozial verantwortliche Unternehmen und Menschen in unserer Gesellschaft, nur auf die internationale Politik hoffen, die weltweit Arbeits- und Sozialgesetze sowie Mindestlöhne gesetzlich festlegen muss, die auch Bauern und Arbeitern überall in der Welt einen angemessenen Lebensstandard sichern können und die gleichzeitig Wettbewerbsgleichheit unter den Bedingungen nachhaltiger und sozialer Verantwortung herstellen. Das würde den Begriff fairer Handel oder soziale Marktwirtschaft rechtfertigen. Bis dahin bitten wir von Fairbiotea, um Unterstützung durch den Kauf der Fairbiotea Tees, die überwiegend in Naturkostläden, aber auch in guten Teefachgeschäften zu finden sind.


Fairbiotea 2015/10


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Tags: china, bio-tee-qingshan-teegarten, fairbiotea
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Globaler Zertifizierungsmarathon: Greenwashing und Downgrading?

Erklärung Sozialstandards: unsere firmeneigene Politik hinsichtlich der Sozialstandards unserer Vorlieferanten


Bio-Pfeffer, Kleinbäuerin in Kerala, IndienDie Naturkostfirmen-Gründungen der 70er und 80er Jahre haben sich als Teil einer Erneuerungsbewegung verstanden, die ein anderes, umwelt- und sozialverträgliches Wirtschaften zu etablieren versuchten. Heuschrecke gehört zu diesen Pionieren.

Auch heute, wo Bio bereits relevante Märkte besetzt, fast zwanghaft nachhaltig zu sein versucht, v.a. dann wenn es meilenweit davon entfernt ist, sind die Verhältnisse selbst in der gescholtenen (da in der EG-Bio-VO noch nicht ausreichend geregelten - kompromissbedingt) Bio-Tier-Massenproduktion immer noch akzeptabler als in konventionellen Mega-Fleisch-Kasernen. Der Qualitätsabstand bezüglich Umwelt- und Sozialverträglichkeit ist erst recht größer zwischen pflanzlicher Bio-Produktion und konventionell-agroindustriellen Produktionen.

Wenn wir dennoch vermehrt wegen der IFS-Zertifizierungen unserer Kunden, die sich für Privatlabel-Auftragsproduktion entschieden haben, gefragt werden, hat das einen feinen cynischen Aspekt. Das berechtigte Misstrauen der konventionellen Lebensmittelkonzerne gegen die jahrelang praktizierten miserablen Zustände erwischt nun uns Ökos, die genau angetreten waren, das zu ändern. Jetzt helfen ‚wir' beim ‚greenwashing' und vergrößern den Bioanteil auf zuletzt kolportierte sieben Milliarden Euro. Diese Zertifizierungen beinhalten meist Einhaltung von Sozialstandards aller Art, auch gerne Fairtrade- & BSCI Standards.


Sozialstandard - Zertifikate


Wir selber sind weder IFS-,  Fairtrade- noch BSCI o.ä. zertifiziert, aber natürlich EG-Bio-zertifiziert.
Zertifikate über die Einhaltung der Sozialstandards sind hier wie in Entwicklungsländern erst ab gewissen Betriebsgrößen und Mengenvolumen der Produkte sinnvoll und bezahlbar.
Alle Sozial- oder Fairtrade-Zertifizierungen sorgen für so erheblichen Aufwand und Kosten, dass sie typischerweise von Kleinbetrieben oder Einzelbauern kaum zu stemmen sind.
Auch unsere Firma ist wegen unserer Vielfalt und Kleinteiligkeit als kleinerer mittelständischer Betrieb nicht Fairtrade-o.ä.-zertifiziert - in diesem Kontext sind wir bewusst Gründungsmitglied einer Art Gegeninitiave: unserer freien  "Trust Organic Small Farmers" Gruppe.
Nicht untypisch im Machtgefälle Nord-Süd: erst mit Produzenten Preise zu verhandeln, und dann noch Sozialstandards nachzufordern. Wenn die Zertifizierungen dann nicht in den Preis mehr eingerechnet werden können, muss der Exporteur sich wieder fatalerweise etwas einfallen lassen, diesem Druck zu entgehen.

Wir als Bio-Hersteller sehen unsere Arbeit als Prozess - bei jeder Gelegenheit die kleinbäuerliche Bio-Landwirtschaft zu fördern, und dabei hochwertige Qualität zu sichern. Wir bieten unseren Kunden neben der Biozertifizierung soviel Transparenz wie möglich, aber haben nicht den Anspruch, auf BSCI-Zertifizierungsebene mitzuhalten. Der Verwaltungsaufwand und die Kosten wären ruinös.
Wir haben es mit mindestens 40.000 Bauern (durch die Kleinbauernprojekte) zu tun. Unsere Bauernpartner aus den "Dritt"-Ländern beginnen sich gegen den zunehmenden Anspruchs- und Überwachungswahn der westlichen Welt zu wehren. Sie fordern aktive Trainings und Consultings anstelle reiner Kontrollinstrumente bis zum Geocontrolling. Sie sind der Auffassung, dass die westliche Welt erst viele der Probleme geschaffen haben, die die Bauern lösen sollen.
Der Zwang zu den genannten Zertifizierung hätte die Folge, alle Strukturen, die wir gemeinsam mit Produzenten und Kollegen vertrauensvoll aufgebaut haben, aufgeben zu müssen, und nur noch mit großen Einheiten wie Farmen zusammen zu arbeiten.


Zur BSCI - Riskoländerliste

Fair-Initiatove Fairbiotea: Teepflückerin in China, Qingshan Farm
Die BSCI Risiko-Länder-Liste (http://www.bsci-intl.org/resources/rules-functioning) ist durchaus wichtig für problematische Massenprodukte wie Palmöl, Baumwolle, Zucker oder Stein, oder für die Bekleidungsindustrie. Auf die in typisch kleinteiliger Landwirtschaft erzeugten Bio-Gewürze und -Kräuter wirken BSCI-Kriterien absurd.

Von der Risiko-Länder-Liste beziehen wir, z.T. bewusst, um Prozesse voranzubringen, aus mindestens 15 Ländern von Ägypten bis Zimbabwe Bio-Ware.
Die Einkaufsstrategie der Heuschrecke mit diesen schlecht beleumundeten Ländern ist der Versuch, entwicklungs- und biopolitisch in einem postkolonialen Export-Importsystem (Terms of Trade), für Tee, Kräutern und Gewürzen Signale für einen gerechteren Umgang mit Kleinbauern und deren Exportfirmen zu setzen. (Bei den bäuerlichen Familien gehen wir realistisch davon aus, dass auch die Kinder neben den Schulzeiten mitarbeiten - es hat jedoch nichts mit Arbeit in Steinbrüchen oder Baumwollspinnereien zu tun.)

Diesen Anspruch können wir nicht bei allen ca. 800 Produkten erfüllen, aber bei vielen wichtigen doch.
Wenn wir nicht selbst vor Ort eingreifen können, versuchen wir, von hier aus gute Qualität zu fairen Preisen zu beschaffen indem wir auch die geschmacklich besseren, teureren Qualitäten von Gewürzen, Kräuter und Tee ins Sortiment aufnehmen.
Im Bio-Bereich, besonders bei Gewürzen und Kräutern, gibt es immer wieder zuwenig Rohstoffe in der von uns gewünschten höheren Qualität. Die Risikoländer zusätzlich zu meiden, kann nicht unser Ziel sein (in anders gearteten Geschäftsfeldern (Klamotten...) mag das anders zu bewerten sein). Die Unterstützung der einheimischen Kleinbauern-Landwirtschaft - am besten bio - ist immer elementar, egal wo. Gerade in Krisenländern ist dies etwas ganz Grundsätzliches, Innovatives, gegen den Strich der meist durch und durch korrupten Diktaturen u.a.

Bei unseren Monoprodukten deklarieren wir immer das Ursprungsland, sowohl auf der kleinen 10g-Tüte als auch auf dem 25kg-Gebinde. Bei Mischungen mit oft 20 Zutaten ist das wegen des hohen Arbeitsaufwandes und der wechselnden Rohstoffknappheiten / Suche nach Ersatzware leider nicht möglich.


Weltwirtschaft und ethisches Handeln

Simbabwe: Meeting mit den Sammlerinnen von Sikalenge
Brennend aktuelle Themen in der Wirtschaft sind ethisches und faires Handeln, globale Gerechtigkeit, Umwelt- und Klimaschutz. In der momentanen Finanz- und Wirtschaftskrise wird wie in einem Röntgenbild offensichtlich, dass Armut, Verelendung, Hunger, Umwelt- und Klimaschäden mit dem (vorübergehenden?) Reichtum in unseren Breiten einhergehen.
Wie bekommt man nachhaltig und auf gerechte Weise die Menschheit satt? Die einen Wissenschaftler meinen, durch Agroindustrie und Gentechnik - die anderen sehen die Zukunft nur nachhaltig durch kleinteilige Strukturen gesichert: Schutz der traditionellen Landwirtschaft, sprich Förderung von Kleinbauernprojekten auf der ganzen Welt, biologischer Landbau, Schutz der traditionellen sozialen Gesellschaften.


Was bringt der faire Handel


Zunächst: der "Faire Handel" ist ein westliches Konstrukt. Denn warum sollte ein Bauer erst billig verkaufen, dann jährlich eine Gebühr bezahlen für die Fair-Zertifizierung, und dann auf einen gerade kostendeckenden Preis eine "Spende" bekommen wollen?

Die Profilierung mit Fair-Handels-Strategien dient mehr und mehr dem Marketing, seitdem es die ehrenamtliche Dritte-Welt-Initiativen verlassen hat: zur Zeit werden, neben den vorhandenen eingeführten Fair-Siegelsystemen, recht schnell neue Siegel aller Art aus dem Boden gestampft, um den Umwelt- und Ethikaspekt als ‚greenwashing' ins Blickfeld zu bringen.
Natürlich die Tendenz zum ‚downgrading'; die Konkurrenz der FT Systeme wird in Kürze zur Meldung führen:
Die gesamte Kakaobohnen-Produktion ist jetzt fair: die wenigen übriggebliebenen Player haben es irgendwie gedeichselt!

Alle Siegelsysteme bringen in mehr als einem Nebeneffekt hohe Verwaltungs- und Zertifizierungskosten mit sich. Das ist für Großunternehmen effektiv, und eben auch für den LEH (Beispiel Lidl/Transfair) leichter zu stemmen, und nur noch Zehntelcent Beträge sind der Unterschied beim Endprodukt. Für kleine, spezialisierte Unternehmen und Anbauer, die typischerweise mit kleinen Chargen arbeiten, ein ziemlicher Unsinn.

Auf Anbauer-Seite sind Großprojekte mit großen Chargen-Einheiten wegen der Kosten wie immer eindeutig im Vorteil. Für Groß-Kooperativen und Plantagen mit wenigen Produkten im überschaubaren Markt (Bananen, Kaffee) funktionieren die jetzigen Fair-Handels-Strategien effizient.
Kleinbauern-Projekte, die um die 2000 Familien mit je 1ha Land betreuen, wie unsere Lieferanten PDS in Indien, KAITE in Simbabwe und SOFA/Biofoods in Sri Lanka, sind zwar Fairtrade-zertifiziert, haben jedoch wegen der aufwendigen Organisation und hohen Zertifizierungskosten geringere Absatzchancen als Transfair-gesiegelte Großfarmen.

Hier liegt in jedem neuen Zertifizierungssystem, das auf den Weg gebracht wird, (wie auch die Klimaneutralitäts-Siegel) eine Gefahr für die typisch kleineren Produzenten und Händler der Branche: dass es aufgrund der finanziellen Ressourcen und Marktmacht von konventionellen Großunternehmen schnell übernommen und sogar (bei geringeren Kosten) besser gemacht wird. Denselben Mechanismus erwarten wir auch bei der bevorstehenden Revision der EU-Bio-Verordnung, wo ein EU-Bürokratie-dominiertes Konstrukt neben den Schwachstellen auch sinnvolle, gewachsene Strukturen verdrängen.


Unsere "Heuschrecke" - Strategien beim Einkauf

Kroatien, biozertifizierte Wildsammlung: Die Sammlerinnen von Bitelic
Als kleine, spezialisierte Bio-Firma für Kräuter, Gewürze und Tee suchen wir andere Wege, um die Qualitäten unserer Produkte besser zu kommunizieren.

Wir haben einige Prioritäten beim Einkauf:

Wir streben langfristige Lieferantenverbindungen an, und lehnen es ab, auf der Suche nach Schnäppchen hin und her zu hüpfen nach angeblicher "Heuschrecken Art".
Langfristige Beziehungen bringen Vertrauen und Zuverlässigkeit mit. Es entstehen persönliche Verbindungen, man schützt sich gegenseitig, fordert und fördert zugleich. Es findet gegenseitige Beratung statt: über Qualität der Ware, Marktlage, Vermarktungsmöglichkeiten und -strategien. Wir akzeptieren die Preise der Lieferanten, die das Fortbestehen des Projekts sichern. Abseits von einem Konkurrenzdenken entstehen Vernetzungen mit weiteren Absatzmöglichkeiten für unsere Produzenten.

  • Regionale Verbandsware:

Wo es möglich uns sinnvoll ist, kaufen wir regional ein: bei deutschen Bioland-Kräuterhöfen und einem niederländischen Demeter - Kräuterbetrieb.

  • Zertifizierte Wildsammlung und Kleinbauernprojekte:

Wir unterstützen das Wildsammlungsprojekt Terra Magnifica in Kroatien - zertifizierte Wildsammlung ist aktive Landschaftspflege und Umweltschutz. Der traditionelle Beruf des Kräutersammlers wird erhalten, Know How tradiert. Das Projekt hat dazu beigetragen, nach dem Krieg die traditionellen Sozialstrukturen auf dem Land wieder zu festigen.

Exotische Gewürze und einige Tees kaufen wir, wo möglich, bei biozertifizierten Kleinbauernprojekten ein, z.B. in Indien beim Sayhadri Spice Farmers Consortium / Peermade Development Society, Kerala, und in Sri Lanka bei SOFA / BIO FOODS, Kandy.
In Südafrika arbeiten wir mit der Wupperthal Rooibos Coop zusammen, und mit der Kleinbauerninitiative KAITE in Zimbabwe für Bio-Chili und diverse Kräuter.

Bei diesen Projekten wird durch die kleineren Strukturen und Feldeinheiten das traditionelle soziale Gefüge erhalten, und aktiv Landschaftsschutz betrieben. Durch eigene Forschungen und Schulungen der Kleinbauern wird diese ursprüngliche Art der Agrarwirtschaft zukunftsfähig gemacht und sichert den Familien den Lebensunterhalt. Dem typischen Phänomen Landflucht wird so vorgebeugt. Der Erhalt der ursprünglichen Landschaften und die schonende, nachhaltige Bewirtschaftung schützen auch bei uns das Klima. Gerade Kleinbauernprojekte pflegen eine reiche Biodiversität.


Beispiel Kannampady, Tribal-Gewürz-Projekt

Kerala, Indien, Adivasi-Reservat Kannampady - Bio-Urwaldpfeffer von Heuschrecke
Die Industrialisierung hat überall in der Welt immer eher negative Auswirkungen für die indigenen Bevölkerungen (Adivasi) und ihre Kultur gehabt als Vorteile (Segen) gebracht. Die Ureinwohner sind ihrer traditionellen Lebensbedingungen, die sie seit Jahrhunderten gepflegt haben, beraubt worden, und gezwungen worden, die Forderungen der Regierungen zu akzeptieren, sich niederzulassen und sich dem sogenannten modernen Leben anzupassen.

Kannampady ist eine Adivasi-Niederlassung / Reservat, inmitten des Urwalds gelegen. Die Hauptgruppen der dort lebenden Gemeinschaft in der Siedlung bilden Urali - und Ulladan Stämme. Eine größere Anzahl dieser Kleinbauern-familien produziert auf durchschnittlich 1 ha biozertifizierter Fläche diverse Gewürze als Cash Crop und Früchte zur Selbstversorgung. Eine Vielfalt an Sorten auf einem Flecken, der für unsereins nur undurchdringlich grün aussieht, wie Dschungel. Sie gehören zum Kleinbauern Consortium Sahyadri-Spice-Farmers, das von der NGO Peermade Development Society gegründet wurde. Die PDS trat mit dem Wunsch an uns heran, die Gewürze des Kannampady-Projekts getrennt mit genauer Herkunftsbezeichnung unter dem Aspekt des Tribal-Projekts zu vermarkten, um mehr Aufmerksamkeit für die Situation der Adivasi zu erreichen.


Trust Organic Small Farmers


Wir sind Gründungsmitglied der Kommunikations- und Netzwerk-Initiative "Trust Organic small Farmers". Es ist hauptsächlich eine Plattform des Austauschs, Beratung und Vernetzung zwischen Bio-Kleinbauernprojekten (z.Zt. aus Südafrika, Indien, Sri Lanka und Zimbabwe), sowie Bio-Importeuren und -Händlern aus Europa, USA und Kanada. In dieser offenen, vertrauten und lösungsorientierten Form ist diese Vernetzung einzigartig.
Die Früchte unserer Zusammenarbeit sollen neben Verbesserungen für die Projekte (wie unsere Kannampady-Aktion, die wir hier ausgeheckt haben) ebenfalls eine anschauliche und transparente Kommunikation zu EndverbraucherInnen sein.


Individualisierte Herkünfte bei Heuschrecke

Sri Lanka, Bio-Kleinbauernprojekt SOFA: Uva-Tee- und Gewürzfarmer
Da, wo es möglich ist, stellen wir den EndkundInnen unsere Lieferanten persönlich vor. Dann schreiben wir den konkreten Anbauer, bzw. das Projekt auf die Rücketiketten der Endverbraucher-Ware (teilweise mit QR-Code) und stellen dazu ein Portrait der Bauern oder Kleinbauernprojekte auf unsere Website. Unter: www.heuschrecke.com/lieferantenportraits.htm  finden Sie Betriebsbeschreibungen und Reiseberichte zu wichtigen Lieferanten.


... und Bio-Weltmarkt


Einen großen Teil unserer Produkte können wir auf diese Weise einkaufen, bei anderen Produkten müssen wir uns auf dem allgemeinen Bio-Weltmarkt nach Verfügbarkeit bedienen. Über die fast 40 Jahre haben wir uns ein Netz zuverlässiger Importeursfirmen aufgebaut. Hier wissen wir allerdings dann selten selber etwas über die konkrete Situation im Ursprung.
Fazit: Mit etwas Sorge betrachten wir, wie die überbordenden Zertifizierungsanforderungen der Lebensmittelindustrie in der Naturkostbranche ankommen.

Ein großer Teil unserer Lebensmittel besteht längst aus Dokumenten. Kunden kaufen z.B. 3kg eines Gewürz und verlangen neben dem obligatorischen Bio-Zertifikat dafür folgende weitere Zertifikate und Dokumente: Sicherheitsdatenblatt, Analysenzertifikat, Spezifikation, Details der exakten Zusammensetzung, Vegan-Zertifikat, Tierversuchsfrei-Zertifikat, Frei-von-Zertifikate (GMO, Pestizide, Radioaktivität, Konservierungsmittel, Aromastoffen, synthetische Farbstoffe, Gelatine, Gluten, Hefe, Milch), Allergendeklaration, Statement zur Umweltfreundlichkeit, zu Food Defense, Potentiell allergene Duftstoffe, RSPO (falls Palmöl als Zutat), Flow Chart Herstellungsprozess und Ernteprotokoll, und Zertifikate des Verpackungsmaterials, und eben Sozialstandard-Zertifikate. Wohlgemerkt - es handelt sich um pflanzliche Lebensmittel aus nachweislich kontrolliert biologischem Anbau, und die angeforderten weiteren Zertifizierungen sollen sich selbstverständlich nicht im Preis bemerkbar machen.

Dadurch, dass sich nun auch kleinere Lebensmittelhersteller durch Kundendruck (LEH) IFS-zertifizieren lassen, wird dieser Druck an die Vorlieferanten bis zu den Bauern weitergegeben. Der sicherste Bio-Einkauf stammt  jetzt schon aus Plantagen-Landwirtschaft, da hier besser standardisiert werden kann, und genug homogene Masse da ist. Bio-Kleinbauern retten zwar laut Weltagrarbericht 1 und 2, sowie dem neuen Welthungerbericht die Zukunft, drohen aber aus dem europäischen System als Lieferant herauszufallen.



Heinz Gasper (GF), Ursula Stübner (GL)



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Tags: sozialstandards, eg-bio-verordnung, bsci, fairtrade
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