BLOG | Neueste Nachrichten

Joshuas Gewürzreise: Safran
10.12.2017 10:41
Buchrezension: Achim Priester -...
03.12.2017 09:32
Vanille - Der Star der Desserts
19.11.2017 13:13
Ohrenkuss: Mütter
09.11.2017 18:00
Ajowan - Gar nicht so entfernter...
05.11.2017 12:38
heupd-Reportage: Bio-Anbau in der...
25.10.2017 13:31

Blog-Text-Suche

Meist gelesene Posts

Trocknungsverfahren für Kräuter und Gewürze
96317 mal gesehen   21.03.2014
Heiliger des Monats März: Oscar Romero
94698 mal gesehen   24.03.2014
Blogst Du hier!
77634 mal gesehen   21.10.2009
Verschwörungstheorien
75638 mal gesehen   19.05.2010

Archiv

Abonnieren für RSS-Reader

RSS 0.91Nachrichten
RSS 2.0Nachrichten

Zur Zeit wird gefiltert nach: Juli 1
Filter zurücksetzen

I Ging: 56 Der Wanderer

Gabriele Seifert: I Ging - Outside Projekt

 

Die Künstlerin:

Am Rande der legendären David Hockney-Ausstellung im Kölner Museum Ludwig 2012/13, in der Museumsnacht und der danach stattfindenden Museums-Party (ja, das hatte der vorherige Direktor Kasper König eingeführt: Kunststudenten erklären Besuchern die Objekte, danach gibt's Party) lernten wir die Kölner Künstlerin Gabriele Seifert kennen. Vom Hölzchen aufs Stöckchen auf die Schafgarbenstengel kommend, kommen wir auf ihr I Ging-outside Projekt.
In ihrem aktuellen Kunst-Projekt "I Ging-outside", jetzt im sechsten Jahr, bringt Gabriele das ehrwürdige I Ging im Kölner Stadtbild (und auch anderswo über die Welt verstreut - bis nach Südkorea) in passenden Kontexten ein. Seit diesem Treffen im Museum gibt es "I Gings" von Gabriele im Heuschrecke-Blog - in der Regel eins pro Jahreszeit, und manchmal extra für uns gemacht. Highlights sind z.B. die Aktion in unserer Firma: http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2014/03/12/i-ging-nr-21-das-durchbeissen-nr-22-die-anmut.htm  und die verschlungene Lissabon-Geschichte: http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2014/11/27/i-ging-nr-55-die-fuelle.htm .

 

 

Das I Ging (Yi Jing, Buch der Wandlungen):

... ist ein chinesisches, sehr altes Orakelsystem, das seit mind 2000 v.Chr. belegt ist. Es wurde mit 16 Schafgarbenstengel, oder später auch mit 3 Münzen geworfen. In mehreren Würfen erhält man zur gestellten Frage nach einem binären System ein Hexagramm, das aus 6 durchgehenden oder unterbrochenen Linien bestehen. Es gibt 64 verschiedene Hexagramme mit jeweils einer bestimmten Bedeutung, dazu Weisheits-Texte (evtl. Konfuzius zugeschrieben), die konkret, philosophisch und kosmisch zu verstehen sind - nicht ganz einfach, nie eindeutig, nie schlecht oder gut. 

 

 

Diesmal: 56 Der Wanderer

 

" ...diesmal etwas nahe liegendes für Euren Blog, verbunden mit einem kleinen „crossover“. Ihr habt mir ja den Ohrenkuss-Kalender zu Weihnachten geschenkt und er dient dieses Jahr für Termine, Beobachtungen und hauptsächlich für Aufzeichnungen meiner künstlerischen Arbeit. Letztens musste ich mir ein I-Ging Zeichen notieren, um es mir für eine Aktion merken zu können,- dafür sind die gestalteten Wochenseiten mit Freiraum auch nützlich. Das Zeichen ist „Der Wanderer“. Hatte mich natürlich auch in den sehr schönen, interessanten und umfangreichen Beitrag von Ohrenkuss in Eurem Blog, erschienen am 15.4.2015 Opens external link in new window(http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2015/04/15/ohrenkuss-wer-bin-ich-wer-bin-ich-nicht.htm), vertieft."

 

Gabriele Seifert: 56 Der Wanderer 

 

Auf dem Berg ist Feuer: das Bild des Wanderers. So ist der Edle klar und vorsichtig in der Anwendung von Strafen und verschleppt keine Streitigkeiten.

Der Wanderer. Durch Kleinheit Gelingen. Dem Wanderer ist Beharrlichkeit von Heil.

(aus der Übersetzung der Originaltexte von Richard Wilhelm)

 

 



 


 Gabriele Seifert

Gabriele Seifert ist 1959 geboren und lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Köln.
 
Arbeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Collage, Video und Installation.

Vita: Sie hat Philosophie und Kunst an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf studiert, und war Meisterschülerin bei Ulrich Erben.
Für Furore sorgte sie in Münster mit ihrem Beitrag zur Ausstellung Frau und Technik und der mehrtägigen Multimedia-Aktion Nadeln in Ketten, 1986 in der Hamelhalle. Aber auch sonst machte sie mit Malerei und Lichtbild-Installationen von sich reden.
Ab 1986 begleitete Gabi Seifert Bands wie Mortification To The Flesh oder die Osnabrücker Poison Dwarfs auf Tourneen und bereicherte deren Auftritte mit Dia-Performances. Osnabrücker Musiker widmeten ihr zum Dank den Song She's a jewel. Das Lied erschien 1987 auf dem Album Portsmouth von Prince Of The Blood.
Im Februar 1987 zog Gabi Seifert nach Köln und entdeckte für sich die Videokunst. Dieses Metier hat sie 1989/90 in Düsseldorf bei dem "Vater der Media Art" Nam June Paik studiert, der ihr bis zu seinem Tode freundschaftlich verbunden blieb. Paik machte sie nicht nur mit neuen Techniken bekannt, sondern auch mit dem Videokünstler Matthias Neuenhofer. Den hat sie 1991 geheiratet. Heute lebt Gabriele Seifert mit ihrem Gatten und den Kindern Luis und Maleen im Kölner Agnesviertel.  (Quelle: http://www.adamriese.info/wmgabi.htm)


Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.gabrieleseifert.net


Fotos © Gabriele Seifert
IGing ist noch keine Trademark dieser Börsenkapitalfirma No.1  (noch heißt es <i-dsching>, nicht <ai-dsching>).

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: i ging, gabriele seifert, köln, kunst, der wanderer, ohrenkusskalender
Anzahl Aufrufe: 3005
Gastbeitrag
09.07.2015
16:49

Mikrokosmos: Boletus petraeus giganteus und Co

Makrokosmische Stein- Pilzzuchtanlagen

Foto 1: Mesa Arch (Island in the Sky), Canyonlands-Overlook
Foto 1: Mesa Arch (Island in the Sky), Canyonlands-Overlook
Foto 2: The Needles District (Overlook)
Foto 2: The Needles District (Overlook)
Foto 3: Echinocereus triglochidiatus (Claret-cup Cactus) Arroyo Salado, Santa Fe (New Mexico, USA) 09.06.2015
Foto 3: Echinocereus triglochidiatus (Claret-cup Cactus) Arroyo Salado, Santa Fe (New Mexico, USA) 09.06.2015
Foto 4: Opuntia polyacantha (Plains Prickly Pear) Island in the Sky, Canyonlands, Moab (Utah, USA) 30.05.2015
Foto 4: Opuntia polyacantha (Plains Prickly Pear) Island in the Sky, Canyonlands, Moab (Utah, USA) 30.05.2015
Foto 5: Elefantenfüße und Apokalytische Reiter
Foto 5: Elefantenfüße und Apokalytische Reiter
Foto 6: Stein-Pilz-Zuchtanlage, Needles District, Canyonlands NP
Foto 6: Stein-Pilz-Zuchtanlage, Needles District, Canyonlands NP
Foto 7: Boletus petraeus-giganteus (Riesen-Steinpilz) I Needles District,Canyonlands NP.
Foto 7: Boletus petraeus-giganteus (Riesen-Steinpilz) I Needles District,Canyonlands NP.
Foto 8 Boletus petraeus-giganteus (Riesen-Steinpilz) II Needles District, Canyonlands NP.JPG
Foto 8 Boletus petraeus-giganteus (Riesen-Steinpilz) II Needles District, Canyonlands NP.JPG
Foto 8: Boletus petraeus-giganteus (Riesen-Steinpilz) II Needles District, Canyonlands NP
Foto 9 Amanita petraea-gigantea (Riesen-Stein-Wulstling)
Foto 10: Gambelia wislizenii (Long-nosed Leopard Lizard) (Canyonlands NP)
Foto 10: Gambelia wislizenii (Long-nosed Leopard Lizard) (Canyonlands NP)
Foto 11: 2.v.links, Macrolepiota petraea-gigantea (Riesen-Steinschirmpilz) alias Balanced Rock , Arches NP
Foto 11: 2.v.links, Macrolepiota petraea-gigantea (Riesen-Steinschirmpilz) alias Balanced Rock , Arches NP
Foto 12 Geastrum minimum (Zwerg-Erdstern) Santa Fe, Arroyo Salado b.Ponderosa Pine 06.06.2015
Foto 12 Geastrum minimum (Zwerg-Erdstern) Santa Fe, Arroyo Salado b.Ponderosa Pine 06.06.2015

Langgestreckte Tafelberge, tiefe Schluchten, Sandsteinskulpturen aller Art -, wir befinden uns im Nationalpark Canyonlands (Utah, USA), einem kleinen Teil des Coloradoplateaus, das sich über 110.000 km² zwischen den Rocky Mountains im Norden und den wüstenartigen Ebenen im Südwesten der USA erstreckt.

Erst seit den letzten 20-30 Millionen Jahren im späten Tertiär, als mit der Auffaltung der Rocky Mountains auch das im erdaltzeitlichen Oberkarbon  vor über 290 Millionen Jahren ein Binnenmeer bildende Plateau angehoben wurde (der NP Canyonlands liegt heute auf einer Höhe von durchschnittlich 5000 Feet (ca.  1500 m)) gaben die von da an besonders unerbittlich wirkenden  Erosionskräfte, -  fließendes und tropfendes Wasser, Wind, springende Hitze und Kälte, sowie die absprengenden Kräfte von Eis und Pflanzenwurzeln - , dem Plateau seine gerade herrschende Gestalt.

Die jüngsten Schichten der geologischen Schichttorte sind im Canyonland NP heute bereits gänzlich abgetragen, Reste dieser jüngsten Ablagerungen sind im nur wenige Meilen nördlich von Canyonlands NP gelegenen Arches NP als kolossale Steinbögen, Riesenkugeln, gigantischen Burgmauern... zu bewundern.

Der Canyonlands NP ist besonders durch zwei verschiedene Erosionslandschaften gekennzeichnet:

Durch Canyons, die von Green River und Colorado River (nebst Zuflüssen) in Jahrmillionen ständig vertieft  und verbreitert wurden, wie sie im nördlichen Teil des Nationalparks, Island oft the Sky   eingesehen werden können  (siehe Foto 1),

- oder durch Wettererosion vertikal auseinandergesprengte, einstmals mächtige zusammenhängende Gesteinsschilde der Plateaus und Ebenen, wie sie im südlichen Teil des NP, im sogenannten Needles District dominieren (siehe Foto 2).

Bis auf die grünen Flussoasen an z.B. Colorado- und Green River fehlt es an Wasser im Land: mit nur ca. 10 Inches (ca.254 mm)  jährlichem Niederschlag befinden wir uns in einer baumarmen Halbwüste; entsprechend häufig wachsen Sukkulenten wie Yuccas, Opuntien oder andere Kakteen (siehe Fotos 3+4).


Da fragt man sich: Wo soll es hier Pilze geben?


Wir fanden die Pilzzuchtanlagen tief drin im Needles District. Seit Jahrmillionen wird hier nach diesem Schema gearbeitet:

Im Canyonlands-NP bestehen die Erdschichten aus grob 12 Gesteinsformationen, deren Alter vom bereits erwähnten Oberkarbon bis in die Oberkreidezeit (vor ca. 69 Millionen Jahren)  reicht.

Die älteste Schicht entstand durch Verdunstung eines riesigen Meeres und hinterließ Anhydrid und Gips, später Steinsalz und Sylvin. Diese sogenannte Paradox-Formation  ist nur teilweise an den tief eingeschnittenen Flussbetten sichtbar.  Über die Erdzeitalter entstanden darauf immer wieder warme Flachmeere und hinterließen fossilreiche Kalke, Sandsteine, Schiefer, die manchmal in Zwischenerosionszeiten wieder völlig abgetragen wurden.

Im Perm (vor 285-230 Millionen Jahren) kamen rote Sedimente aus den nord-östlich gelegenen Bergen (Uncomprahage Mountains) der Grand Junction Area, im Wechsel mit weißen Flugdünen dazu und wurden zum rot-weiß geschichteten Cedar Mesa Sandstone komprimiert.

Hunderte Meter aufliegender Schichten aus jüngerer Zeit wurden seit der Hebung der Rocky Mountains (vor ca. 30-20 Millionen Jahren )abgetragen, um den Cedar Mesa Sandstone  freizulegen. Diese Schicht wurde zur eigentlichen Stein- Pilzbrutstätte – aber wie?

  • Drei geologische Phänomene ermöglichten die Entstehung von wirklichen Stein-Pilzen:


1.       Eine lokale Hebung, der Monument Uplift, ließ den Cedar Mesa Sandstone bei der Aufwölbung krachen, es entstand eine Serie von Spalten, die von Ost nach West verliefen.

2.       Eine dicke Schicht Salz aus der unterliegenden ältesten Paradox Formation fließt unaufhaltsam in Richtung Colorado River und nimmt die aufliegenden Schichten mit, und zwar genau gegen den Monument Uplift in Nord-Süd-Richtung. Es kracht wiederum um 90° versetzt und die beiden gegenläufigen Spaltenserien formen quadratische Blöcke.

3.       Nun konnten die Giacometti-haften  Elemente ihr Erosionswerkzeug auspacken und skulpturierten unaufhaltsam den Cedar Mesa Sandstone Schicht um Schicht und rundherum von Blöcken zu Apokalytischen Reitern,  Elefantenfüßen oder eben zu diversen Stein-Pilz-Arten:

(siehe:

  • Fotos 5 und 6: Die Zuchtwerkstatt,
  • Fotos 7 und 8: Riesen-Steinpilze (Boletus petraeus-giganteus),
  • Foto 9: Riesen-Steinwulstling  (Jugendstadium) (Amanita petraea-gigantea))


Leoparden-Lizards  Foto 10  fühlen sich auf und unter diesen Stein-Pilzen  besonders wohl.

Einen Stein-Pilz ganz anderer Herkunft zeigt  Foto 11: Der Riesen-Stein-Schirmpilz im Paukenschlägel-Stadium (Macrolepiota petraea-gigantea), alias Balanced Rock, entstammt nicht der Needles-District-Pilzzucht,  sondern ist ein Relikt der Oberflächenerosion der obersten jüngsten Sand- und Kalksteinschichten des Arches-Nationalpark. Er dürfte vom baldigen Aussterben bedroht sein: der Entrada Sandstone des Schlägelkopfes steht auf einem sehr erosionsanfälligem, kalksteinhaltigem  Ring der sogenannten Carmel-Formation.

 Aber vergänglich sind sie letztlich alle, nur langsamer als Echte Pilze, von denen wir im Canyonlands Nationalpark gar keine zu Gesicht bekamen, obwohl  davon auszugehen ist, dass zuzeiten auch hier Geastrum minimum  (Foto 12) oder Tulostoma brumale unter ähnlichen Bedingungen wachsen, wie wir sie 300 Meilen östlich auf der Mesa von Santa Fe, Arroyo Salado (New Mexico,USA)  unter krüppeligen Ponderosa-Kiefern massenhaft vom Vorjahr stehen geblieben, antrafen.

 

 

 

Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer
 




Bilder mit Klickvergrößerung

 


Evi und Lothar Claußnitzer-Wandelt, Pilzsachverständige
Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt und Wiesenmeister).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos © Evi Wandelt, Lothar Claußnitzer

 

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: mikrokosmos, pilze, steinpilze, boletus petraeus giganteus, canyonland
Anzahl Aufrufe: 2865

Sommer

Kathrin Franckenberg: Gemixter Sommer

 

Kathrin Franckenberg: Gemixter Sommer

 

Sonne – so herbeigesehnt

Vögel – ja – und überall

Blaues Meer und graue Felsen

Berge, die im Grünen wachen

Nackte Füße, die in Sehnsucht tappen

Warme Erde, die müde wird.

 

Kathrin Franckenberg

 


 



Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von M. Cassou, USA ("Point Zero"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter:

Opens external link in new windowhttp://www.youtube.com/watch?v=BNnQBDxX1I0&feature=youtu.be

 





"Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 

Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…"  

Kathrin Franckenberg

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: point zero painting, authentisches malen, intuitives malen, kreativität, kunst
Anzahl Aufrufe: 2534

Hibiscusmarmelade

Farbe, Säure, Kirsch-Beeren-Düfte

 

Bio-Hibiscus aus einem Frauenprojekt in Burkina FasoAls wir im letzten Sommer in Darjeeling bei Prem Tamang (von der Firma TPTI, unserem Partner für Darjeeling Tee) beim Frühstück saßen, fragte er uns, warum es bei uns keine Hibiscusmarmelade (Rosella) gäbe.

 

Das war der Anlass, wieder einmal Ingrid von SOBO zu einer Rezept-Challenge anzustacheln. Jeder startete mit einem Pfund Hibiscus in seiner Experimentierküche.

 

Von Evi (siehe unsere Rubrik Mikrokosmos, ihre Pilzbeschreibungen) bekam ich Pflaumen und Quitten - damit waren meine Themen gesetzt. Ingrid bewahrte bis zum Schluss Stillschweigen darüber, was sie vorhatte.

 

Für die Pflaumen, die als Marmelade ja immer etwas Unterstützung brauchen (üblicherweise Gewürze), war die Hibiscus-Ergänzung perfekt. Zunächst habe ich etwa 2kg entsteinte Pflaumen nur mit etwas Wasser weich gedünstet, parallel etwa 250ml Hibiscus-Sud (aus ca 40g Hibiscus) gekocht (eine Weile köcheln lassen), und diesen zu den Pflaumen gegeben - außerdem 1 EL Baobab-Pulver (Baobabpulver bieten wir vom Kleinbauernprojekt KAITE aus Simbabwe an). Dann erst kam die entsprechende Menge Gelierzucker hinzu und das Ganze wurde zur Marmelade gekocht. Mmmh, der Hibiscus gibt eine sehr intensive Kirschsaft-Beerennote hinzu - die Säure ist da, aber verbirgt sich hinter der Süße - sehr knackig.

 

Mein zweites Hibiscus-Experiment mit Quitte war weniger ergiebig. Die typischen Quitteneigenschaften wurden durch die Hibiscusaromen zu stark überdeckt, hier bleibe ich lieber bei meinen vorherigen Experimenten mit Orangenschale, Vanille, Rosenwasser ...

Bio-Hibiscus Burkina Faso von Heuschrecke 

Auf der nächsten Messe drückte mir Ingrid zwei Gläser in die Hand. Ihre Zitronen-Hibiscus-Marmelade war ein Farben- und Aromenspiel - rote Zitronenmarmelade (!!) mit präsenten, herben Zitrusnoten, dazu die Hibiscus-Säure - sehr erfrischend.

Der Knüller war aber Ingrids Feigen-Hibiscus-Senf. Sehr ausgewogen, nicht scharf, süß-fruchtig. Wir haben ihn am liebsten zu würzigem Bergkäse gegessen.

Hier folgen nun die genauen Rezepte für Ingrids Marmelade und Senf:

 

 

 

 

 

 

 

 

Zitronen-Hibiskus-Marmelade

Ingrids Zitronen-Hibiscus-Marmelade

ZUTATEN:
80 g Hibiskusblüten
1000 ml Wasser
800 g BIO-Zitronen (fertig geputzt, d.h. waschen, evt. braune Stellen sparsam und die spitzen Enden an beiden Seiten abschneiden – nicht schälen!)
600 g Agavensirup/Honig (auch beides gemischt)
300 g Zucker  
½ TL Fleur de Sel
Ca. 11 g Fruchtgel von Arche (ca. ½ Päckchen; die Zitronen haben eine starke Gelierkraft!)


ZUBEREITUNG:
Zuerst die Hibiskusblüten mit 1000 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Min. stehen lassen. Dann durch ein Teenetz abseihen und gut ausdrücken – es sollte ca. 750 ml Tee ergeben.
Die Zitronen kleinschneiden und mit Süßungsmitteln, Salz und dem Fruchtgel in einen hohen großen Topf gegeben. Alles mit einem Pürierstab gründlich pürieren.
Den Hibiskustee unter die pürierten Zitronen mischen (nicht vor dem Pürieren!)  und das Ganze ein paar Std. (z.B. über Nacht) ziehen lassen.
Dann die Marmelade zum Kochen bringen, unter Rühren 3 Min. sprudelnd kochen lassen und sofort in sterilisierte Gläser füllen. Die Gläser schnell verschließen und für 5 Min. auf den Kopf stellen.
Angebrochene Gläser im Kühlschrank aufbewahren.




Feigen-Hibiskus-Senf

frische Hibiscusblüte
ZUTATEN:
80 g Hibiskusblüten
3 (frische) Lorbeerblätter
700 ml kochendes Wasser
250 g getrocknete, kleingeschnittene Feigen
30 ml (Sherry- oder Rotwein-) Essig
¼ - ½ TL Salz, etwas Pfeffer
Etwas frisch gemörserten grünen Pfeffer
120 g festen Honig
100 g (Himbeer-) Agavensirup
11 g Fruchtgel von Arche
etwas geriebenen Ingwer
60 g fein gemahlene gelbe Senfkörner

ZUBEREITUNG:
Hibiskusblüten und Lorbeerblätter mit dem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen und dann durch ein Teenetz in einen Topf abseihen – Teeblätter dabei gut ausdrücken. Lorbeerblätter dem Sud wieder zufügen. Das Ganze zum Kochen bringen und in einem großen hohen Topf über die Feigen gießen, zugedeckt ca. 3-4 Std. durchziehen lassen.
Essig, Salz & Pfeffer, Honig & Sirup und das Fruchtgel zu den Feigen geben und alles zusammen fein pürieren. Langsam zum Kochen bringen, 3 Min. sprudelnd kochen lassen, dann von der Platte nehmen. Den Senf und Ingwer nach Geschmack (je mehr, desto schärfer:-) zugeben und noch einmal aufkochen lassen. Sofort in sterilisierte Gläser füllen, fest verschließen und für 5 Min. auf den Kopf stellen.
Nach dem Anbruch kühl aufbewahren.

 

Gutes Gelingen wünschen

Ursula Stübner ... und Ingrid Küttelwesch

 

 

 

 



Ingrid Küttelwesch

Ingrid hatte vor einigen Jahren Praktikum bei uns gemacht, und bringt seitdem unsere Gewürze mit den Produkten von SOBO zusammen. Unter anderem entwickelt sie die SOBO-Dessertcremes zum Kalt-Anrühren. Die Marmeladen sind zum Vergnügen zwischendurch entstanden.
SOBO ist eine alte Kölner Naturkost-Firma. Inhaber Uli Bergholz hat damals, so glauben wir, die Sojaschnetzel für Deutschland "erfunden". Später hat er dann wahrscheinlich den Pudding  erfunden, und vor Kurzem vermutlich auch noch die Gummibärchen.
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.sobo-naturkost.de

 

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: hibiscus, marmelade, senf, bio kräuter, bio gewürze, sobo
Anzahl Aufrufe: 3277