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Februar: Karneval und ...

Kathrin Franckenberg: Ins Unbekannte

 

Kathrin Franckenberg: Ins Unbekannte

 

„Was ich am meisten möchte,

ist, aus dieser Persönlichkeit hinauszuspringen,

und mich dann jenseits des Sprunges zu setzen.

Ich habe zu lange dort gesessen, wo ich erreichbar bin.“

 

(Rumi 1207 - 1273)

 

 

 

 

 

 


 



Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von M. Cassou, USA ("Point Zero"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter:

Opens external link in new windowhttp://www.youtube.com/watch?v=BNnQBDxX1I0&feature=youtu.be

 





"Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 

Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…"  

Kathrin Franckenberg

 

 

 

 

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Tags: point zero painting, authentisches malen, intuitives malen, kreativität, kunst
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Nachruf: Norbert Grüßer

Abschied von Norbert Grüßer

Norbert Grüßer (Foto: Manfred Herrig)
Abschiedsfest, zum Gedenken, in Norberts Garten



Das selbst gebaute Gartenhaus wird wohl bald abgebaut... (Gartenfotos: Rolf + Conni Heck)


* 01.12.1957   † 15.01.2015

Unserem speziellen Hausmeister hatten wir ein eigenes Zeiterfassungsformular mit dem Titel Huusmeister gemacht - die Kontrolleure des Mindestlohngesetzes hätten ihre Freude daran gehabt.

Norbert Grüßer hat uns in der Heuschrecke ca. 20 Jahre ‚gedient', nicht durchgängig, mit Pausen wegen des Studiums, oder weil er woanders arbeiten wollte, z.B. in befreundeten Unternehmen. Öko-Sein war zentral für ihn - auch mit wenig Geld war der Einkauf im Bioladen Ehrensache.

Als Fahrer und Mitarbeiter im Lager ging es los, und seine letzte Tätigkeit bei uns nach dem Studium der Indologie und Informatik war: Huusmeister.
Man ahnt, wie komplex und reich sein Leben war, während er wirklich einfach in seinem selbst gebauten Gartenhaus (er war gelernter Zimmermann) in einer Schrebergartenkolonie wohnte -selbstbestimmt in seiner Arbeit, meisterhaft im Organisieren, anspruchsvoll im Umgang mit seinem Leben. Es hatte etwas von Zen, als auch von übervollem Genuss und Freude (er rauchte nicht nur Tabak - nur zur Arbeit war Abstinenz vereinbart).

Er kam freitags, meist mit der TAZ unterm Arm, zu uns und hat die Sachen, die über die Woche kaputtgegangen waren, repariert und Geräte, Maschineninventar usw. (und uns irgendwie mit -) gepflegt.

Norbert kam immer mit großem Hallo herein und quatschte dann fast ununterbrochen mit uns oder den Mitarbeitern - seine Stimme, die den Freitag durch das Gebäude singsangte, ganze Bandbreite von enthusiastisch bis zornig, haben wir praktisch noch im Ohr. Das hielt zwar den ganzen Betrieb auf, aber hob die Stimmung und zog ein feines Netz an guter Energie durch die Firma. Davon abgesehen, dass sich seine Äußerungen zu den banalen Sujets des Reparierens eher auf mehreren Meta-Ebenen bewegten. Für uns hatte der Freitag mit Norbert etwas von Aus-Chillen nach unserer langen Arbeitswoche. Norbert war belesen - es gab genug zu diskutieren.

Vor ein paar Jahren musste er aufhören zu arbeiten. Der Darmkrebs und die Chemotherapie haben ihm seine Energie geraubt, dann haben ihn seine Ärzte aufgegeben. Norbert hat auf seine Weise weitergelebt und die Voraussagen der Ärzte noch um ein Vielfaches überlebt. Ab und zu kam er uns besuchen, ließ sich mit gutem Assam Tee versorgen - sein Lieblingsgetränk - bis zuletzt. Schwärmte von seinen Freunden, seiner eingeschworenen Gemeinschaft, die wir jetzt auf dem Abschieds-Wintergartenfest zu seinem Andenken getroffen haben. Dann, als die Reise nach Spich zu beschwerlich wurde, haben wir häufig freitags nachmittags telefoniert.

Indien - in den letzten Jahren ein Traum, dort noch hinzukommen um eine Ayurveda-Behandlung zu machen - ließ sich nicht mehr realisieren, er war zu schwach.
Durch Norbert lernten wir, weil er Mitglied der Übersetzergruppe seines Kölner Indologie-Professors Dieter Kapp war, die indischen Kürzestgeschichten kennen, die dieser herausgegeben hat. Etliche haben wir mit freundlicher Genehmigung in unserem Blog vorgestellt.

Für diesen Nachruf haben wir das Buch noch einmal aufs Geratewohl aufgeschlagen - Kürzestgeschichten aus Nordindien, in ihrer Art zwischen Weisheits- und Schelmengeschichten:

Der letzte Pfeil


Nachdem der letzte Pfeil aus einem Köcher herausgenommen und verschossen worden war, wurde die Stirn des Teufels feucht, und jedem Tropfen seines Schweißes entsprangen ihm treu ergebene Krieger und warteten mit ehrfürchtig gefalteten Händen auf die Befehle ihres Gebieters.

Mit einem Mal blickte der Teufel zum Himmel hinauf, und sein Gesicht wurde fahl. Doch schon im nächsten Augenblick warf er einen Blick auf die arglosen Menschen in der Welt und brach in gellendes Gelächter aus.

Und darauf holte er nach und nach unzählige, unter seinem langen schwarzen Mantel verborgene Gewänder hervor, Gewänder von Heiligen, Propheten, Politikern, Gelehrten, Dienern Gottes, Lakaien der Gesellschaft und Abkömmlingen vornehmer Familien, und sagte, während er sie von sich schleuderte:

"Nehmt diese Gewänder und legt sie bedenkenlos als Rüstung an und herrscht dann so lange furchtlos über Herz und Verstand sowie Haus und Vermögen der arglosen Menschen in der Welt, bis unter ihnen das klare Urteilsvermögen, die Guten und die Schlechten voneinander zu unterscheiden, verschwunden sein wird."

Die Krieger verneigten sich ehrerbietig und machten sich auf in die Welt, und zusehends gerieten die allerbesten Menschen, die allerbesten Prinzipien und die allerbesten Absichten in die Fänge des Teufels und blieben es.





Sri Tilak: Der letzte Pfeil, aus: Der Schmuck einer Frau. Kürzestgeschichten aus Nordindien. Ausgewählt, aus dem Hindi übersetzt und herausgegeben: Dieter B. Kapp. Shaker Verlag Aachen 2006; S.224

Prof. Dr. Dieter B. Kapp (geb. 1941), Indologe, zuletzt Professor an der Universität Köln, Übersetzer und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Werke, aber auch zeitgenössischer Literatur aus den verschiedenen Regionen und Sprachen Indiens. Träger der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Medaille und des Rabindranath-Tagore-Kulturpreises, und Künstler (Fotografie, Digitalkunst, Komposition).



Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner




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