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I Ging Nr. 55: Die Fülle

Gabriele Seifert: I Ging - Outside Projekt

 

Die Künstlerin


Am Rande der legendären David Hockney-Ausstellung im Kölner Museum Ludwig 2012/13, in der Museumsnacht und der danach stattfindenden Museums-Party (ja, das hatte der vorherige Direktor Kasper König eingeführt: Kunststudenten erklären Besuchern die Objekte, danach gibt's Party) lernten wir die Kölner Künstlerin Gabriele Seifert kennen. Vom Hölzchen aufs Stöckchen auf die Schafgarbenstengel kommend, kommen wir auf ihr I Ging-outside Projekt.
In ihrem aktuellen Kunst-Projekt "I Ging-outside", jetzt im fünften Jahr, bringt Gabriele das ehrwürdige I Ging im Kölner Stadtbild (und auch anderswo über die Welt verstreut - bis nach Südkorea) in passenden Kontexten ein. Dank der Künstlerin gibt es einige davon im Heuschrecke-Blog.
I Ging, abgesehen von eigenen schüchternen Versuchen mit selbstgesammelten Schafgarbenstengel (70er Jahre) ist die Domaine von unserem Lieblingslieferanten Terra Magnifica (Wildkräutersammlung in Kroatien), der dieses Orakel fest in seinen Geschäftsalltag eingebunden hat und so seinen Handlungshorizont erweitert. Nicht so untypisch, wie man auf den ersten Blick denkt ...
Doch unter den jüngeren Jahrgängen ist das I Ging - genauso wie der Kultfilm Harold & Maude -  merkwürdigerweise aus der Wahrnehmung ziemlich verschwunden ...



Das I Ging - outside Projekt


Die goldenen I Ging-Zeichen von Gabriele Seifert finden sich auf Wegen, Bäumen, Brücken und Plätzen. Dieses Zeichensystem, das aus 64 einzelnen Hexagrammen besteht und denen jeweils ein Begriff zugeordnet ist, ist vor über 3000 Jahren in China entstanden. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, das unsere Welt sich in einem ständigen Wandel befindet , man diesen aber klug beeinflussen kann.
Gabriele Seifert setzt diese I Ging-Zeichen in einen räumlichen Kontext und fügt ihnen so eine weitere Bedeutungen hinzu - wortwörtlich, witzig oder tiefsinnig. Diese Serie mit dem Titel I Ging-outside wird von ihr umfangreich fotografisch dokumentiert. Die Fotos erweitern die Bedeutungen der I-Ging Zeichen durch zufällig anwesende Menschen, Tiere oder auch Wettereinflüsse.
Meistens sind sie fest angebracht, mit goldener Farbe auflackiert, aber es gibt auch zarte, vergängliche I Ging-Zeichen von Gabriele, aus Blüten oder im Schnee.

 

Gabriele Seifert und Mario Caeiro, der Kurator vom VICENTE-Festival, vor der Kleinen Kirche Travessa da Ermida in Lissabon, BelemDiesmal: in Lissabon

 

Letztes Jahr waren wir in Lissabon und haben - statt üblicher Touristenfotos zu machen, Graffitis dokumentiert: Opens external link in new windowhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2013/09/04/lissabon.htm . Eine reiche Ausbeute, die Gabriele als Künstlerin faszinierte.
Vor kurzem fuhr Gabriele selbst wieder einmal nach Lissabon, um ein Kunstprojekt für das Vicente-Festival 2015 vorzubereiten. Sie hatte sich vorgenommen, für unsere Sammlung dort ein I Ging hinzuzufügen. Hier ist es:





Gabriele Seifert: I Ging 55 Die Fülle

 

   55. "Die Fülle“, Belem/Lissabon

 

"Wie versprochen hier ein Foto von meinem I-Ging Zeichen, welches ich in der Gasse dort gemacht habe (Anm.: um die Ecke der Kirche Travessa da Ermida, wo Gabriele nächstes Jahr eine Kunstinstallation anbringen wird).

Die 55 war schon da und ich habe mich in Absprache mit meinem Zeichen dazugesellt. Später fiel mir noch auf, dass ich gerade genauso alt bin…
Um die Ecke gibt es die berühmten "Pasteis de Belem“, die kleinen köstlichen Törtchen, deren Rezept geheim ist."

 



 


 Gabriele Seifert

Gabriele Seifert ist 1959 geboren und lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Köln.
 
Arbeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Collage, Video und Installation.

Sie hat Philosophie und Kunst an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf studiert.

Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.gabrieleseifert.net


 


Fotos © Gabriele Seifert
IGing ist noch keine Trademark dieser Börsenkapitalfirma No.1  (noch heißt es <i-dsching>, nicht <ai-dsching>).

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: i ging, gabriele seifert, köln, lissabon, kunst
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BSCI und die Risiko-Länder-Liste

Alles kontrollieren – geht das?

Risk countries & Small Farmers: Ägypten ...
Risk countries & Small Farmers: Ägypten ...
Burkina Faso
Burkina Faso
China
China
Indien
Indien
Madagaskar
Madagaskar
Nepal
Nepal
Sri Lanka
Sri Lanka
Südafrika
Südafrika
Zimbabwe
Zimbabwe


Ein großer Teil unserer Lebensmittel besteht längst aus Papier. Kunden kaufen z.B. 3kg Vanillepulver und verlangen dafür folgende Zertifikate und Dokumente: Sicherheitsdatenblatt,  Analysenzertifikat,  Spezifikation,  Details der exakten Zusammensetzung, Vegan-Zertifikat, Tierversuchsfrei-Zertifikat,  Bio-Zertifikat,  Ecocert-Zertifikat,  Frei-von-Zertifikate (GMO, Pestizide, Radioaktivität, Konservierungsmittel, Aromastoffen, synthetische Farbstoffe, Gelatine, Gluten, Hefe, Milch),  Allergendeklaration, Statement zur Umweltfreundlichkeit,  Potentiell allergene Duftstoffe,  RSPO (falls Palmöl als Zutat),  Flow Chart Herstellungsprozess. Wohlgemerkt - es handelt sich um pflanzliche Lebensmittel aus nachweislich kontrolliert biologischem Anbau, und die angeforderten weiteren Zertifizierungen sollen sich selbstverständlich nicht im Preis bemerkbar machen. (Es wirkt wie Satire, ist aber keine.)

 


Heute: Die BSCI-Risiko-Länderliste und nachweislich eingehaltenen Sozialstandards durch Audits und Zertifikate.

 


Die Business Social Compliance Initiative (BSCI) ist eine gemeinnützige Unternehmensvereinigung ( Brüssel, gegründet 2003). Sie soll auf Unternehmerseite eine gemeinsame Plattform für die unterschiedlichen europäischen Verhaltenskodizes und Überwachungssysteme sowie die Grundlage für ein gemeinsames Überprüfungssystem für Sozialstandards schaffen. Kern der BSCI ist die Einhaltung der ILO Kernarbeitsnormen. (aus dem Kodex der BSCI. ILO = International Labour Organization).
Mitglieder sind Konzerne und LEH-Ketten vorwiegend aus dem konventionellen Bereich. Auslöser der Gründung war die zunehmende Kritik von Verbraucher-Organisationen an internationalen und  westlichen Unternehmen, wenn deren Konsumgüter unter bewusster Ausnutzung der schlechten sozialpolitischen und Umweltbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern hergestellt werden, weil die Produktionskosten dort am niedrigsten sind.

 

 

Die Naturkostbranche hat sich bereits in der Gründungszeit vor über 40 Jahren aufgemacht, ein anderes, umwelt- und sozialverträgliches Wirtschaften zu etablieren. Auch heute, wo Bio bereits relevante Nischen besetzt, sind die Verhältnisse selbst in der gescholtenen (da in der EG-Bio-VO noch nicht ausreichend geregelten) Bio-Tier-Massenproduktion besser als im konventionellen Bereich. Der Qualitätsabstand bezüglich Umwelt- und Sozialverträglichkeit ist erst recht größer zwischen pflanzlicher Bio-Produktion und konventionell-agroindustriellen Produktionen.

 


Die BSCI Risiko-Länder-Liste (http://www.bsci-intl.org/resources/rules-functioning) ist wichtig für problematische Massenprodukte wie Palmöl, Baumwolle, Zucker oder Stein, oder für die Bekleidungsindustrie. Auf die in typisch kleinteiliger Landwirtschaft hergestellten Bio-Gewürze und -Kräuter wirken BSCI-Kriterien absurd.

 


Von der Risiko-Länder-Liste beziehen wir, z.T. bewusst, um Prozesse voranzubringen, aus mindestens 15 Ländern von Ägypten bis Zimbabwe Bio-Ware.
Die Einkaufsstrategie der Heuschrecke mit diesen schlecht beleumundeten Ländern ist der Versuch, entwicklungs- und biopolitisch in einem postkolonialen Export-Importsystem (Terms of Trade), für Tee, Kräutern und Gewürzen Signale für einen gerechteren Umgang mit Kleinbauern und deren Exportfirmen zu setzen. (Bei den bäuerlichen Familien gehen wir schon davon aus, dass auch die Kinder neben den Schulzeiten mitarbeiten – es hat jedoch nichts mit Arbeit in Steinbrüchen oder Baumwollspinnereien zu tun.)
Das gelingt nicht bei allen 500 Produkten, aber bei vielen wichtigen doch – wenn wir nicht selbst vor Ort eingreifen können, versuchen wir, von hier aus gute Qualität zu fairen Preisen zu beschaffen.

 

 

Im Bio-Bereich, besonders bei Gewürzen und Kräutern, gibt es tendenziell zuwenig Rohstoffe in der von uns gewünschten Qualität. Die Risikoländer hierbei zu meiden, kann nicht unser Ziel sein (in anders gearteten Geschäftsfeldern mag das anders zu bewerten sein). Die Unterstützung der einheimischen Kleinbauern-Landwirtschaft – am besten bio - ist immer elementar, egal wo. Gerade in Krisenländern ist dies etwas ganz Grundsätzliches.
Bei unseren Monoprodukten deklarieren wir immer das Ursprungsland, sowohl auf der 10g-Tüte als auch auf dem 25kg-Sack. Bei Mischungen mit bis zu 20 Zutaten ist das wegen des hohen Arbeitsaufwandes und der Rohstoffknappheiten / ständige Suche nach Ersatzware leider nicht möglich.

 


Zertifikate über die Einhaltung der Sozialstandards existieren hier wie in Entwicklungsländern erst ab gewissen Betriebsgrößen. Nicht untypisch im Machtgefälle ist dennoch, mit Produzenten erst Preise zu verhandeln, und dann noch Sozialstandards nachzufordern. Wenn die Zertifizierungen dann nicht in den Preis eingerechnet werden können, muss irgendwo mit Betrug gerechnet werden.
Alle Fairtrade-Zertifizierungen bringen zum Teil so erhebliche Kosten mit sich, dass sie typischerweise Kleinbetriebe oder Einzelbauern kaum stemmen können. Auch unsere Firma ist wegen der Vielfalt und Kleinteiligkeit als kleinerer mittelständischer Betrieb nicht Fairtrade-zertifiziert (siehe unsere Initiative Trust Organic Small Farmers).

 


Fazit: wir als Bio-Hersteller sehen unsere Arbeit als Prozess – bei jeder Gelegenheit die kleinbäuerliche Bio-Landwirtschaft zu fördern, und dabei hochwertige Qualität zu sichern. Wir bieten unseren Kunden neben der Biozertifizierung soviel Transparenz wie möglich, aber haben nicht den Anspruch, auf BSCI-Zertifizierungsebene mitzuhalten. Der Verwaltungsaufwand und die Kosten wären ruinös.

 

 

Respekt: unsere Bauernpartner aus  den BSCI-Ländern beginnen sich gegen den zunehmenden Anspruchs- und Überwachungswahn der westlichen Welt zu wehren. Sie fordern aktive Trainings und Consultings anstelle reiner Kontrollinstrumente bis zum Geocontrolling. Sie sind der Auffassung, dass die westliche Welt viele der Probleme geschaffen haben, die sie lösen sollen. Der Ärger ist abzusehen.

 


Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

 

P.S. Unsere Opens internal link in current windowLieferantenportraits untermauern natürlich unsere obigen Statements.

 

P.P.S. Unser Gewürzlieferant Biofoods, Dr. Sarath Ranaweera aus dem Risiko Land Sri Lanka ist "first world fairest fair trader awarded by FLO international".

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 2
Tags: bsci, risiko-länder-liste, sozialstandards, bio-landwirtschaft, kleinbauern
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Gastbeitrag
07.11.2014
17:00

Ohrenkuss: Schluss mit Lustig

Über das Lachen. Das ist hinterm Hals: rund, richtig doll ...

 Ohrenkuss-Magazin Oktober 2014 Schluss mit Lustig

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft gGmbH. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen regelmäßig bei uns zu aktuellen Themen.

Diesmal stellen wir das neue Ohrenkuss-Magazin: "Schluss mit Lustig" vor, ein Wörterbuch von A-Z des Lachens. Die folgenden Ausschnitte sind nur ein kleiner Teil - die Ohrenkuss-AutorInnen haben sich von allen Seiten mit dem Thema beschäftigt: ernst, übermütig, weise, poetisch, wissenschaftlich.

Redaktionsassistentin Anne Leichtfuss erzählt uns etwas aus dem Produktionsprozess des Magazins: "Ok, und noch ein bisschen was zum Workshop: Geleitet haben ihn Paul Roberts und Maria de Bragança Roberts, stattgefunden hat er in Bonn in der Ermekeil-Kaserne. Und was soll ich sagen - es war lustig! Es musste z.B. versucht werden, sich auf einen Stuhl zu setzen, dabei zu singen und einen darauf liegenden Luftballon zum Platzen zu bringen. Dann gab es schwierige Herausforderungen: Witzige Geschichten erzählt zu kriegen und keinesfalls zu lachen. Und es gab Boybands, deren Performances ausschließlich als Pantomime dargeboten wurden. Aber vielleicht kann ich Dir noch eine kleine Anekdote erzählen zur Ohrenkuss Witze-Jury. Für dieses Heft konnten die Ohrenkuss-Leserinnen und Leser Witze auf einer Postkarte einsenden. Das wurde auch rege wahrgenommen. Dann hatten wir einen begnadeten Witze-Erzähler in der Redaktion, Kalle Braune. Er hat - auswendig (!!) - alle Witze erzählt. Die Autorinnen und Autoren waren ausgestattet mit farbigen Plastik-Bällen. Wir hatten zwei Eimer, einen mit einem grinsenden Smiley für lustig, und einen mit einem unlustigen Smiley. Es hat großen Spaß gemacht und endete in nicht enden wollender Heiterkeit. Es gab einen Gewinner-Witz, der von absolut allen witzig gefunden wurde - und der ist natürlich im Heft. Und ein Witz wurde ganze 4x eingesendet - auch der ist im Heft."

Wir wissen, dass die Ohrenkuss-Redaktion ihre Themen immer sehr intensiv bearbeitet. Wie lange braucht eine Ausgabe - ein halbes Jahr?

Anne: "Und ja, wir haben etwa ein halbes Jahr lang an der Ausgabe gearbeitet, allerdings nicht am Stück, da wir schon vor dem letzten Heft, Insel, damit begonnen haben und zwischenzeitlich unterbrochen haben.!

Neugierig? - Schnell das Heft bestellen ... im Opens external link in new windowOhrenkuss-Kiosk

 

 

 

 

Auslachen


Nora Fiedler (selbst am Computer geschrieben):

Ich lache keinen aus ich behalte das für mich das macht keine menschenselle so was und da rüber will ich nicht erselen (erzählen) weihel nicht will ich hate das erlebt das fült sich echt bescisen an.



Bär


Achim Priester, handgeschrieben

Bär und Sternenbild
Ein großer Bär ist sehr erschreckt,
als er das Sternbild des großen Bären entdeckt,
denn jetzt glaubt er,
dass er nun da oben wär.


Ohrenkuss-Redaktion bei der Arbeit an Schluss mit Lustig

Clown


Martin Weser (handgeschrieben):

Im Zirkus, wenn ich den Clown sehe, dann lache ich in vollem Herzen.
Die Sonne bringt mich zum Lachen, wenn die strahlt.



Dame


Achim Reinhardt, handgeschrieben

Wenn ich keine Dame habe bin ich nicht lustig. Wenn mich jemand anlächelt, lächele ich zurück, wenn es eine Dame ist. Dann bin ich froh und glücklich.



Dinner for one


Martin Weser, handgeschrieben

Humor hat man schon mal das man besofen ist der Man schenkt in jedes Glas ein und ihrere Frau Sekt ein, der Man stolpert über den Teppich hinweg. Die Leute lachen voll begeisterung dabei. Immer wieder macht er die Gläser voll.



Enttäuschungen


Daniel Rauers, diktiert

Was ich nicht so lustig finde, sind ganz viele Enttäuschungen. Was ich nicht so lustig finde, dann fühle ich mich so hilflos. Wenn man nicht so lustig sind, dann fühle ich mich unglücklich oder wenn ich traurig bin.



Frauen


Johanna von Schönfeld (diktiert):

Frauen-Gespräch, die witzig sind. Frauen. Liebe, menschliche Gesellschaft. Lebensfreude weltweit, könnte singen und die Erdkugel betanzen.
Ich kann lachen über Frauen-Gespräche, die lustig sind. Bin ich auch ein Weib.
Weil das Leben live ist. Da sind die Gefühle gemischt.



Fröhlich


Aladdin Detlefsen, diktiert

Humor, die Name hab ich gehört, im Fernseher.  Humor ist irgendwas hat mit Sex zu tun, hab ich gehört.
Ich lache gerne, manchmal bin ich auch wütend.  Das ist so, hat was mit meiner Behinderung zu tun. Und manchmal bin ich auch ganz ganz glücklich.
Bei Abschied bin ich anders.
Wie kann ich leben mit Lachen und ohne Lachen.Ohrenkuss-Autorin Dorothee Reumann
Wenn Ohrenkuss-Team Witze erzählt, dann lache ich mit.
Und wenn ich streite, denn ist für mich gar nicht gut. Aber ist geil.
Wenn Leute Scherze macht und Blödsinn macht, dann lache ich mit.
Ich bin fröhlichste Mensch, aber manchmal brauch ich Abwechslung.
Wenn man stirbt, hat man nix mehr zu lachen. Und Spaß machen, mit Freund und Freundin. Mach ich immer Scherze, ja.



Grimassen


Johanna von Schönfeld (diktiert):

Grimassen sind ja eher Augenblicke. Die können meistens auch witzig sein, worüber ich meistens immer lachen muss.



Grinsen


Daniel Rauers, diktiert

Wenn es anfühlt wenn ich grinse. Wenn ich grinse anfühlt, wenn man alle tot grinst. Wenn die alle grinsen, dann grins ich auch noch. Grinsen macht auch Spaß. Grinsen ist irgendwie regelmäßig. Oder wenn ich Spaß mache, wenn man grinst. Wenn man grinst, wenn ich meine Bruder grinse, dann grins ich selber mit an. Grinsen ist, wenn ich meine Familie grinse, dann grinst der mich an. Wenn ich zurück grinse.



Humor


Teresa Knopp (selbst am Computer geschrieben):

Humor, was ist das überhaupt?  Ich finde es schwer es zu beantworten, weil ich das Wort nicht so kenne. Wörtlich übersetzt heißt Humor Feuchtigkeit, das Nass und Flüssigkeit. Dann frage ich mich bitteschön, warum  hat das nicht alles mit Lachen zu tun? Wir heute  verstehen darunter, Lachen, lächeln und Auslachen. Wenn ich lächele, dann bin ich froh  und überglücklich, dass ich lebe und einen tieferen glaube an Gott, den Schöpfer habe. Durch Jesus Christus bin ich geboren. Ihr wisst ja was Trauer ist. Humor ist der Gegensatz zu Trauer. Ich wurde in meiner Schule sehr soft ausgelacht. War nicht schön für mich. Wenn Humor nicht da wäre, dann gäbe es in den Zirkussen der Welt keine Clowns, sonst herrscht die ganze Trauer über der Welt. Echte Freunde können Witze und Sprüche kloppen. Sie müssten Humor verstehen können. Manchmal singe ich unter der Dusche, wenn ich froh bin. Ich habe einen Freund, der immer mich zum Lachen bringt.



Inklusion


Dominic Edler, selbst auf dem Computer geschrieben

Im einer WG im Stuttgart/Göppingen wir Lachen ganz kämme mietender wir sind wir sind eine Lustige WG das nenne ich Inklusion



Kissenschlacht


Verena Elisabeth Turin (handgeschrieben und dann selber auf dem Computer abgeschrieben):

Humor ist etwas lustiges. Humor ist auch für mich fasching. Dabei kann man sehr viel lachen. Überhaupt wenn ich mit meinen freund lachend einen Kissenschlacht mache. Lachend gitzeln wir uns auch, während er mich allgemein küßt.



Komisch


Nora Fiedler, handgeschriebenOhrenkuss-Autorin Marley Thelen

Komisch
Armor
Witzig
Ein neuhes gefül
Ein liebes wort, ein Kossenwort [Kosewort]
Neugirrich - butiwol [beautiful]
Tagtfol
wie eine leere in mir, wenn man Humor einfach weglässt
lustig
komisch, witzige Treumme
witzig, Gedichte
lachen, Verse
grippeln, verrückt sein
Witze, ausgelasen
Spüche, deuchander [durcheinander]



Lachen


Dorothee Reumann (diktiert):

Das ist gesund und ist witzig. Das ist rund, dick, dünn, schmal, Viereck, Dreieck. Humor und rote Backen. Das ist hinterm Hals: rund, richtig doll oder nicht doll. Das ist am Kopf, an den zwei Backen, am Hals, an den Ohren. Mit dem Mund! Und dann richtig doll. Humor heißt innen drinnen im Körper Gefühl ist - und dann raus.
Geräusche ist wie Tischklappern oder Tasse und Löffel oder Messerschneiden. Manche lachen Katze oder Schwein. Farbe: rot, blau, grün, gelb, orange und pink.
Herzklopfen wild und diesen Körper. Mitmachen ist gesund und schön abnehmen. Und diesen Mensch in dieser Runde angefangen lachen und dann alle zusammen. Und dann fängt an alle lachen. (Die Männer lacht angefangen und die Frauen lacht mit.) Und danach fühlt es so schön an. Und Herz klopft wild. Und dann so schön entspannen.



Lach-Folgen (diktiert)


Paul Spitzeck: "Ich mach mir in die Hose. Wenn man lachen, dann spanne die Bauch an."
Björn Langenfeld: "Lache ich, laufen schnell, muss ich aufs Klo gehen."
Daniel Rauers: "Ich mache gleich auch in die Hose."
Anna-Lisa Plettenberg: "Wenn ich lache, dann lache ich einfach. Mein Mund hört nicht mehr auf. Mein Bauch lacht auch mit."



Lächeln


Verena Günnel, diktiert

Lächeln ist schön. Es gibt viele jemanden zu lächeln zu bringen. Und zwar wenn jemand ansprechen oder ansehen, zum Beispiel mich anschauen, dann lächel einmal schön wie glücklich wie du bist. Es gibt vieles über beruflich lächeln zu tun. Und es ist auch ein wichtiges Satz für die Leute und Menschen positiv anzusehen, um sie zum lächeln zu bringen.



Mitlachen


Marley Thelen, diktiert

Wenn jemand ein Witz erzählt, dann lachen mit ganze Familie. Mitlachen ist ein cooles Wort, weil viele Menschen miteinander gelacht haben. Mitlachen ist es gut, aber manchmal auch schlecht.



No laughing matter


Gabrielle Garrigan, handgeschrieben

Remember everyone on Earth is at least just a little bit lonely so befriend a lonely, uncool person. Make friends of those who have great attitudes hang out with guys who suck lemons and you'll look really ugly by the time you're my age.



Quatsch


Anna-Lotta Mentzendorff (diktiert):

Quatsch ist etwas, wo man darüber lachen kann. Also nicht, wenn man lacht, weil jemand hinfällt und sich vielleicht verletzt hat; sondern, wenn so lustige Themen auftauchen, mit denen man gerade selbst so beschäftigt ist, wie mit Filmen, wo die halt immer so blöde Sachen machen und die Typen darin so bekloppt sind.  Z.B. bei "Wicky und die Starken Männer". Da gibt es ganz viele Stellen, wo man sich einfach hinschmeißen muss vor Lachen. Ich denke grade an eine Szene, wo z.B. das Piratenschiff unter geht und alle sind unter Wasser. Und sie ertrinken nicht, sondern labern die ganze Zeit in einer dämlichen Blubbersprache, die kein Mensch versteht und sie selbst auch nicht. Sie sagen z.B.: "Ist da wer?" und antworten ganz piepsig: "Ja, hiiiaaaa." Und dann kommt Faxe noch dazu, ein dicker Wikinger und fragt: "Ich muss mal, wo ist die Toilette?" Und dann wieder die Quietschstimme: "Pinkel bloß nicht ins Wasser", weil ja alle unter Wasser hocken und nicht so gelbes Wasser um sich herum haben wollen. Und dann kommt noch Schnurre, wieder ein anderer Wikinger und sagt dann zu seinem Freund: "Du Spatzenhirn !", weil der nicht gemerkt hat, dass der Ausgang hinter ihm lag und alle wollen natürlich schnell aus dem gesunkenen Schiff raus damit sie nicht ertrinken.
Das ist also der Film "Wicky und die starken Männer".



Totlachen (diktiert)


Angela Fritzen: "Das Totlachen macht so Spaß wegen die Witze zu erzählen. Und davon muss man totauslachen. Das geht immer weiter, wenn man weiter lacht. Dann kriegt man so Schwierigkeiten mit der Luft."

Marley Thelen: "Totlachen ist nicht so schön, weil jeder Mensch versteht das nicht was totlachen ist. Wenn jemand behindert ist, dann muss ich erklären wegen Totlachen versteht."



Tränen lachen (diktiert)

Ohrenkuss-Autor Achim Priester
Antonio Nodal: "Ich nicht, nein."

Paul Spitzeck: "Bei mir geht das überhaupt nicht. Wenn ich lache, mache ich immer in die Hose, nicht weine."

Daniel Rauers: "Ich habe Erfahrung damit. Wenn man Freundentränen hat. Ich hatte das schon, ja."

Natalija Vladisavljevi, handgeschrieben
"Ich lache weil ich es witzig finde aber ich könnte weinen wenn ich niemanden hätte, das Leben geht weiter und es gibt keine Verzeihung  ich würde weinen leise und laut so dass mich niemand hört und würde Tränen lachen ich wäre glücklich.
Wie niemand."
("Smejem se zato što mi je smešno a plakala bih da nemam nikog, život ide dalje nema opraštanja plakala bih tiho i glasno da me niko ne ?uje a smejala se do suza bila bi sre?na.
Kao niko
.")



Traurig und lustig gleichzeitig, geht das?


Antonio Nodal: "Ja, ich denke schon, ja. Das kenne ich. Manchmal: Traurig - ich lache. Ich denke, ist jemand gestorben. Höre ich Witz. Dann ist beides gleichzeitig. Ich denke."

Renate Schlögl (handgeschrieben): "Das Leben ist schwer, wenn ich traurig bin. Wenn ich fröhlich bin ist das Leben einfacher. Ich mag das nicht wenn andere weggehen. Der Abschied ist sehr schwer auf dieser Welt, das ist wahr!
Manchmal ist das Leben lustig und auch traurig.
Traurig-sein gehört zum Leben! Ich bin fröhlich und will lustig sein."
Daniel Rauers: "Also ich habe Erfahrung damit, wenn ich etwas so lustig finde.
Ich habe auch mitgekriegt: Wenn man lustig findet oder traurige. Geht beides. Aber ich kann nicht genau sagen wie. Das geht auch, wenn man traurig wäre."



Unterricht


Ruth Schilling, selbst am Computer geschrieben

liebe Katja
ein Problem hätten wir da noch in meine schule werde ich rausgesetzt vor der tür ich habe im unterricht gelacht. darum wollte ich nichts über unseren tehma sagen.
der schuleiter (HERR) im chemieunterricht auf keinen fall will ich nicht darüber schreiben
deine ruth



Verboten


Anna Maria Schomburg, handgeschrieben

Ja, ich lache gerne und bin fröhlich und guter Dinge! Mich bringt vieles zum Lachen z.B. niesen, hupen oder wenn ich ganz aufgeregt bin wie z.B. wenn es zum Cachen geht oder vor besonderen Festen wie Heilig Abend und Weihnachten, Nikolaus und Geburtstag! Wenn jemand plötzlich niesen muß z.B. muß ich einfach loslachen! Auch mein Keyboardlehrer und der Mann unserer engsten Freundin müssen über manche Dinge und Witze lachen! Aus welchen Gründen sie lachen müssen, weiß ich zwar nicht, aber es ist ihr Naturell so zu lachen! Auch über den Ausdruck "Das ist verboten" muß ich lachen!






 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

Fotos und Texte © Ohrenkuss, Fotos: Britt Schilling  Opens external link in new windowbrittschilling.de
Gestaltung des Titels (und der Ausgabe natürlich): Maya Hässig

 

 






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Tags: ohrenkuss, down syndrom, downtown werkstatt, kultur, kunst, poesie, chromosomen
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Kalte Füsse, weitergehen

Kathrin Franckenberg: Kreativität ist nicht dazu da, unsere Erwartungen zu erfüllen



Kathrin Franckenberg: Kalte Füsse, weitergehen

 

 

…. „Kalte Füße – weitergehen“

Kreativität ist nicht dazu da, unsere Erwartungen zu erfüllen –
im Gegenteil, wenn wir wirklich kreativ sein wollen, lässt sie uns nicht an den begrenzenden Vorstellungen unserer Erwartungen zurück,
sondern führt uns weiter, damit wir das wirklich Geheimnisvolle erforschen können…
Mit diesem Mysterium zu sein ist beglückend und erfüllend.

 




Kathrin Franckenberg




 



 



Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von M. Cassou, USA ("Point Zero"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter:

Opens external link in new windowhttp://www.youtube.com/watch?v=BNnQBDxX1I0&feature=youtu.be

 





"Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 

Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…"  

Kathrin Franckenberg

 

 

 

 

 

 

 

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Tags: point zero painting, authentisches malen intuitives malen, kreativität
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