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I Ging Nr. 52 Das Stillehalten, der Berg

Gabriele Seifert: I Ging - Outside Projekt

 

Die Künstlerin


Am Rande der großartigen David Hockney-Ausstellung im Kölner Museum Ludwig 2012/13, in der Museumsnacht und der danach stattfindenden Museums-Party (ja, das hatte der vorherige Direktor Kasper König eingeführt: Kunststudenten erklären Besuchern die Objekte, danach gibt's Party) lernten wir die Kölner Künstlerin Gabriele Seifert kennen. Weil Christiane - ex-Heuschrecke-Mitarbeiterin und Bioladen-Pionierin mit ihr dort war. Vom Hölzchen aufs Stöckchen auf die Schafgarbenstengel kommend, kommen wir auf ihr I Ging-outside Projekt.
In ihrem aktuellen Kunst-Projekt "I Ging-outside", jetzt im fünften Jahr, bringt Gabriele das ehrwürdige I Ging im Kölner Stadtbild (und auch anderswo über die Welt verstreut - bis nach Südkorea) in passenden Kontexten ein. Dank der Künstlerin gibt es einige im Heuschrecke-Blog, passend zu den Jahreszeiten.
I Ging, abgesehen von eigenen schüchternen Versuchen mit selbstgesammelten Schafgarbenstengel (70er Jahre) ist die Domaine von unserem Lieblingslieferanten (Wildkräutersammlung in Kroatien), der dieses Orakel fest in seinen Geschäftsalltag eingebunden hat und so seinen Handlungshorizont erweitert. Nicht so untypisch, wie man auf den ersten Blick denkt ...
Doch unter den jüngeren Jahrgängen ist das I Ging - genauso wie der Kultfilm Harold & Maude -  merkwürdigerweise aus der Wahrnehmung ziemlich verschwunden ...

Das I Ging - outside Projekt


In Köln und anderswo (bis nach Südkorea ...), finden sich goldene I Ging-Zeichen auf Wegen, Bäumen, Brücken und Plätzen. Dieses Zeichensystem, das aus 64 einzelnen Hexagrammen besteht und denen jeweils ein Begriff zugeordnet ist, ist vor über 3000 Jahren in China entstanden. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, das unsere Welt sich in einem ständigen Wandel befindet , man diesen aber klug beeinflussen kann.
Gabriele Seifert setzt diese I Ging-Zeichen in einen räumlichen Kontext und fügt ihnen so eine weitere Bedeutungen hinzu, - wortwörtlich, witzig oder tiefsinnig. Diese Serie mit dem Titel I Ging-outside wird von ihr umfangreich fotografisch dokumentiert. Die Fotos erweitern die Bedeutungen der I-Ging Zeichen durch zufällig anwesende Menschen, Tiere oder auch Wettereinflüsse.

 

Diesmal: Gebäude 9 

 

Wie schon in anderem Zusammenhang Opens external link in new windowerzählt, gibt es im Kölner Rechtsrheinischen sehr interessante Industriebrachen mit historischem Flair, die seit längerem (alternativ-) kulturell genutzt werden, wie z.B. das Gebäude 9 an der Deutz-Mülheimer Straße.
Gerade dieser ehemalige KHD-Komplex weckte in den letzten Monaten Gentrifizierungs-Begehrlichkeiten. Über 100 Künstlerateliers und ein preisgekrönter Club - die angesagtesten Newcomer spielen dort - sollten einem neuen Wohn-Gewerbepark weichen. Es gab eine bundesweite Rettungskampagne - sehr ruhig, freundlich, aber bestimmt und beharrlich, und nun scheint es, als seien Ateliers und Musikclub gesichert - der Investor bot allen einen unbefristeten Mietvertrag an - die Bebauungspläne werden modifiziert.
Gabriele hat ebenfalls seit langem ihr Atelier dort. Sie schreibt zu ihrem I Ging-Bild: "Und ja, wir haben gewonnen, unser Kunst-und Gewerbehof bleibt als Gewerbegebiet erhalten! Das ist das 1.Mal in Köln, dass eine Zwischennutzung nun Bestand hat. Das Foto ist auf unserem Gelände entstanden…"
Unser Tipp: in den Kulturveranstaltungen "Kölner Museumsnacht" und "Mülheimer Nacht" finden in mehreren alten Industriegebäuden Events und Ausstellungen statt. Es lohnt sich, hier mal die Schäl Sick abzuklappern.

 

 

52. Das Stillehalten, an der Wand vom Gebäude 9

 

          52. Das Stillehalten, der Berg







 


 Gabriele Seifert

Gabriele Seifert ist 1959 geboren und lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Köln.
 
Arbeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Collage, Video und Installation.

Sie hat Philosophie und Kunst an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf studiert.

Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.gabrieleseifert.net





I Ging-Postkarten von Gabriele SeifertGabriele Seifert: I Ging - T-Shirts
I Ging - Postkarten und T-Shirts

Wer einmal etwas Besonderes verschenken oder verschicken will:
Eine Auswahl von 10 Motiven umfasst die Postkarten-Edition "IGing-Orte/Gold". Diese kann über Gabriele Seifert bestellt werden gs<at>gabrieleseifert.net
Neu: I Ging-T-Shirts von Gabriele Seifert. Die Website mit dem Shop Opens external link in new window8x8signs.com ist fast fertig ...



Fotos © Gabriele Seifert
IGing ist noch keine Trademark dieser Börsenkapitalfirma No.1  (noch heißt es <i-dsching>, nicht <ai-dsching>).





 

 

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Tags: i ging, gabriele seifert, köln, kunst, gebäude 9, deutz-mülheimer, schäl sick, industriebrachen, gentrifizierung
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Lieferantenportrait: Honeybusch Tee, Ericaville, Südafrika

Bio-Honeybuschtee: Besuch bei der Cooperative Ericaville

1) Die letzte Etappe unserer Südafrika-Reise 2010 war - nach dem Besuch der Wupperthal Original Rooibos Coop ( Bio-Rooibusch, siehe unser Reisebericht unter "Lieferantenportraits") - Kurland, bzw. mit altem Namen Ericaville.
2) Nach 800 km südostwärts durch Halbwüstenlandschaft näherten wir uns also wieder der Küste - diesmal dem indischen Ozean - noch immer Western Cape, Plettenberg Bay, nähe Knysna an der malerischen Garten-Route. Etwas im Inland liegt die Township Kurland (Ericaville).
3) Im Jahr 1998 wurde die Internationale Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika ins Leben gerufen. Diese Gelder wurden auch an die Opfer der Apartheid, z.B. Township-Bewohner ausgezahlt. 84 Familien aus Kurland haben sich im Jahr 2000 zusammengeschlossen, gemeinsam Land gekauft und den Ericaville Farming Trust Honeybusch Project gegründet, um die Entschädigungsgelder möglichst nachhaltig existenzsichernd anzulegen.
4) Sidney Le Fleur, Vorsitzender des Trusts, empfing unsere kleine globale Reisegruppe und gab eine Einführung - bei einem erfrischenden Eistee aus Honeybusch gemischt mit Pfirsichsaft. Die Gruppe des Ericaville Farming Trust konnte 2001 auf 40ha Buschland sowie Ausrüstungsmaterial und einem Traktor beginnen.
5) Unter den Alternativen Prothea, Bucchu oder Honeybusch entschieden sie sich, Honeybusch (Cyclopia intermedia) zu pflanzen, wie Rooibusch ein authochtoner Teestrauch. Der Geschmack von Honeybusch Tee ähnelt dem des Rooibusch, hat aber leider nie dessen Bekanntheit erreicht. Durch die Fermentation hat er dieselbe balsamische Weichheit, ist in den Nuancen dabei etwas dunkler in den Aromen und hat eine duftende Blüten-Honignote. Er enthält ebenfalls kein Koffein.
6) Honeybusch wird wegen seiner Empfindlichkeit zunächst unter Folie gepflanzt.
7) In den niedriggelegeneren Lagen machen Klimawandel-Phänomene kräftig zu schaffen - Zeiten der Dürre mit Feuergefahr wechseln sich unkontrollierbar ab mit Flutregen und Überschwemmungen mit der Gefahr, dass die Wurzeln verfaulen.
8) Deshalb wurden nach den ersten 5 ha weitere Flächen auf einem höheren Level mit besserem Klima angelegt. Auch eine neue Tropfenbewässerung und verbesserte Beschneidungstechnik optimieren die Ernte.
9) In den ersten Jahren wurde einfach nur geerntet, und der Tee grün weiterverkauft. Um mehr Wert im Projekt zu schaffen, lassen die Mitglieder den Tee nun selbst bei einem Prozessor weiterverarbeiten (schneiden, fermentieren, trocknen und sterilisieren), und vermarkten ihn unter Projektnamen selbst.
10) Von Anfang an gab es gute Kontakte zum Fair Trade - Markt in Europa. Und es war von Anfang an klar, dass ökologisch angebaut werden sollte. Doch da Zertifizierungen kompliziert und kostspielig sind, hatte dieser formale Teil ein paar Jahre gedauert. Jetzt ist der Tee auf jeden Fall biozertifiziert und bei uns auf Lager.
11) Honeybusch wird während der (unscheinbaren) Blüte geerntet, um die feinen Honigaromen einzufangen.
12) Im Moment werden 20 - 30to im Jahr geerntet. Die Familien erweitern gerade die Anbau-Flächen auf 14ha und rechnen dann mit 45-50 to/Jahr.
13) Die Feldarbeiten werden von den Projekt-Frauen und Männern getan. Als Kleinbauern sind die Ericaviller vernetzt mit anderen Kleinbaueren-Cooperativen wie Wupperthal und Heiveld.
14) In guten Jahren gibt es 2 Ernten - dier erste im Februar, und eine weitere Anfang Oktober. Bei Dürre fällt eine Ernte und damit gut 30% des Ertrags weg.
15) Hier die Prozessbeschreibung für Honeybusch: 1) die frisch geernteten Bündel werden direkt zur Teefabrik transportiert. 2) Das Schneiden, ähnlich wie Rooibusch Tee, erfolgt auf einem alten Tabakschneider. 2) In einer rotierenden Trommel fermentiert der Tee bei 270 - 300°C über 36 Std. 3) Trocknen bei 45°C, 5) Wasserdampfsterilisation. 6) Endtrocknung.
16) Hier sind wir auf dem Weg von den Feldern zur Township Kurland - der Projektname Ericaville ist der alte Name von Kurland.
17) Kurland ist eine hübsch anzusehende Township mit 7000 Einwohnern. Hier erreichen wir das Gemeindezentrum.
18) Cullen Koopman, Präsident des Trusts.
19) Townships entstanden nach 1945 als behelfsmäßige Siedlungen für die nichtweisse Bevölkerung Südafrikas, abgeschnitten und abgelegen, meist am Rande größerer Städten, z.B. für Wanderarbeiter, die nicht in ihren angestammten Homelands lebten - ein Instrument der Apartheid. Unkontrollierter Bevölkerungszuzug, Gewalt und Kriminalität, Armut und Hunger wurden in vielen Townships zum Problem. Nach dem Ende der Apartheid nahm sich die Regierung mit aufgelegten Programmen vor, die Situation der Townships zu verbessern: Straßenbau, Gemeindeeinrichtungen für Bildung und Gesundheit, und versprochen wurde jeder Familie ein eigenes Steinhaus.
20) Zur Fussballweltmeisterschaft im Jahr 2010 in Südafrika wurden die Anstrengungen, in Vorzeigeregionen zumindest, deutlich sichtbar vorangetrieben - eine ungeheure Bautätigkeit.
21) In Kurland sind von den 7000 Einwohnern 70% "Legale" - in den Steinhäusern - und 30% "Informelle" in selbstgebauten, mehr oder weniger komfortablen Holzhäusern.
22) Mehr als 60% der Bewohner sind arbeitslos. Sie zogen vom Eastcape zu, wo sie ihren Lebensunterhalt zuvor im Baugewerbe verdienten. In Folge der globalen Finanzkrise gingen viele Bauunternehmen kaputt, und die Menschen verloren ihren Arbeitsplatz.
23) Sidney erzählt, dass Drogenprobleme und Gewalt schon Thema in ihrer Township seien. Es gäbe aber auch einen sozialen Zusammenhalt zwischen den Alteingesessenen und den Zugezogenen. Es gibt 8 verschiedene Kirchen in Kurland, die miteinander konkurrieren, aber als Wichtigstes eben ihren sozialen Aufgaben nachkommen.
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31) Kurz vor unserem Besuch sind bei einem Brandunglück 20 der Holzhäuser abgebrannt. Die jetzt zeitweise Obdachlosen bewohnen provisorisch das Gemeindehaus, die Kinder werden betreut, und gerade werden die Häuser wieder aufgebaut.
32) Faszinierend an Südafrika sind die vielfältigen Bevölkerungsgruppen - die ganz alten Ethnien der Urbewohner, Khoi San und Khoi Khoi, aber auch sehr differenzierte Identitäten, die aufgrund Vermischungen mit den Kolonisatoren, aus der Sklaverei, Wanderbewegungen und Clangeschichten entstanden sind.
33) Sidney erzählt uns, dass die Ericaviller zu den Griqua gehören. Wikipedia: "Griqua (afrikaans: Griekwa) ist eine Sammelbezeichnung für Gesellschaften im südlichen Afrika, die sich aus der Verbindung von Khoikhoi oder Nama und Buren entwickelten (Baster und Orlam). In der Zeit der Apartheid wurden sie zur Kategorie der „Coloureds“ gerechnet. (...) Die Griqua waren vor allem im 19. Jahrhundert eine bedeutende Bevölkerungsgruppe, viele verloren aber nach und nach ihre ethnische Identität, so dass sie heute nicht mehr die Rolle von einst spielen. Heute wird gelegentlich versucht, die Identität der Griqua wieder zu stärken und ihnen die Anerkennung als indigenes Volk zu verschaffen." Aber dahinter steckt natürlich eine Geschichte ...
34) Ein freigelassener Sklave, Adam Kok , der Bürgerrechte erhielt und eine Farm nahe Piketberg verwaltete, gründete eine ethnisch sehr lebhaft gemischte Gemeinschaft. Der Legende zufolge heiratete er um 1750 die Tochter des Chef eines Khoikhoi Clan und zog mit einer Anhängerschaft von Piketberg nach Little Namaqualand. Sein Sohn Cornelius Kok gründete eine weitere Gemeinschaft aus Baster (Bastaards), Khoikhoi und entflohenen Sklaven. Weitere Wanderungen und Gründungen staatsähnlicher Gemeinschaften unter der Führung von „Kapitänen“, wie Griqualand West und Griqualand East folgten. Seit 1813 gibt es offiziell anerkannt die Bezeichnung Griqua für diese Volksgruppen.
35) Im Laufe ihrer Geschichte wurden die Griqua durch Missionare christianisiert, und sie kämpften an Seite der Briten gegen die Buren.
36) Es gab Zeiten des Aufschwungs (Mineralien, Diamanten) und des Machtverlusts (Annektionen, Landverlust und Unterdrückung durch die Kolonialmächte). Die fast autonomen Griquasiedlungen innerhalb Südafrikas sind vollständig verschwunden. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Griquas eine durch den Verlust ihrer Unabhängkeit demoralisierte Minderheit.
37) Es gibt aber immer noch die „Griqua National Independent Church“. Der Ursprung war, datiert auf 1891, eine Vision, ein „Gottesruf“ von Andrew Abraham Stockenström Le Fleur, später “Der Reformer” genannt. Es war die erste unabhängige, indigene christliche Kirche in Südafrika. Sie diente dazu, sich von den Missionaren abzugrenzen, denen die Schuld für den Landverlust der Griquas zugeschrieben wurde.
38) Das ist nun sehr verkürzt dargestellt die Geschichte der Griqua. Doch wie bei den Wupperthalern begegnet man, wenn man in historische Texte hineinschaut, immer wieder denselben Familiennamen (Abraham Le Fleur, Sidney Le Fleur ...).
39) Und wenn man sich die Zeit nimmt, das alles genau zu studieren, ist es eine lebendige, dramatische und schillernde Abfolge von sich regelmäßig auf ähnliche Weise wiederholenden Ereignissen. Das ist bei unseren mittelalterlichen Rittergeschlechtern sicher nicht anders. Stoffe für Romane und für Serien.
40) Irgendwie beruhigend, dass diese menschlichen Grundmuster überall und immer gleich sind.
41)
42)
43)
44) Abschied von Kurland, in 4 Stunden die Garden-Route abgefahren (wofür andere 2 Wochen brauchen), aber ein kurzer Strandspaziergang am Indischen Ozean. Ein wunderschönes, vielfältiges Land!



Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner
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Tags: honeybusch, südafrika, ericaville, cyclopia intermedia, bio tee
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Heiliger des Monats Mai: Jakobus der Bruder Jesu

03. Mai: Jakobus der Bruder Jesu

 

Jesus ein Revoluzzer?
Am 22. Januar 2010 erzählte Peter Kirwel in unserer Rubrik "Heiliger des Monats" - passend zum Paulusjahr - auf seine charmante Art die Paulusgeschichte. Wie aktuell die Geschichte des Paulus noch heute ist, zeigte uns das Referat, das der Theologe und Paulusspezialist Gerhard Jankowski uns daraufhin zusandte (Opens external link in new windowhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/03/05/paulus-2.htm ). Die Geschichte erinnerte uns, läßt man mal die Religion beiseite, an unsere heutigen Netzwerke an alternativen Lebensformen incl. Protestbewegungen: Projekte nichtkommerzieller Landwirtschaft, an das Weltsozialforum in Porto Alegre, an die Bewegung der Gemeinwohlökonomie, an ATTAC, an OCCUPY. Die politisch-sozialen Gedanken der Gleichwertigkeit sind dieselben.
Hier nun die Geschichte des Jakobus, die Jesu Rolle wieder in demselben Kontext beschreibt.





  • Schutzpatron der Hutmacher



Ordnungsliebe kann bei Lohnbuchhaltern, Archivaren oder den unverdrossen sternenzählenden Astronomen was richtig Schönes sein, und auch das Laster des Briefmarkensammelns wäre ohne sie schlichtweg undenkbar.


Ja, selbst die liebe Mutter Kirche, der für gewöhnlich ein gewisser charmanter Schlendrian eher zu eigen ist als jede Form von Putzwut und systematischer Korrektheit, ruft bisweilen „schwäbische Kehrwochen“ aus. Wenn sich der Staub schließlich wieder legt, findet man nichts mehr da, wo es  vorher lag, dafür in Kisten und Kästen verschnürt und etikettiert, was sich solche Nachbarschaft nie hätte träumen lassen.


Aus verschiedenen netten Damen des lustigen Wandervogels rund um Jesus  wird so Maria Magdalena zusammengeleimt, ein ander Mal die heilige Anna mit 3 Männern überreich bedacht, die echte würde sich wahrscheinlich bedankt haben.
Beim Großreinemachen anläßlich des Konzils in Trient stopft man die meisten Jakobusse in einen Kessel Buntes, hält den Stabmixer rein und verpüriert Jakobus den Jüngeren mit  Jakobus dem Bruder Jesu und Jakobus dem Kleinen. Ein Kölner „Köbes“, der morgens nach diesem Vorbild Pils, Alt und Kölsch panschte, nähme das zweiten Frühstück schon in der Zwangsjacke.


Suppen mit vielen Zutaten schmecken nach allem und nichts. Es lohnt sich, in die Zeit vor dem Quirl zurückzugehen.


Jakobus, der Bruder Jesu – allein der Name hat Generationen von Theologen ins Schwitzen gebracht. Er, und die anderen in der Bibel erwähnten Brüder und Schwestern Jesu, dürfen wegen der „ewigen Jungfräulichkeit“ Marias ja keinesfalls echte Geschwister des Herrn sein. Also hängt man dem armen Joseph eine Patchworksippe aus erster Ehe an, oder macht sich eine wüste Vettern- und Cousinenwirtschaft passend.
Wie auch immer, Jesus geht diese sensationell heilige Familie während seines Erdenwallens mächtig auf den Senkel. In seinem Herzen brennt eine grundstürzende Message für das ganze Universum, die bucklige Verwandtschaft versucht ihn an die Hobelbank zu ketten.


Erst nach Tod und Auferstehung Jesu wird Jakobus scheinbar zum Sachwalter seines Bruders. Zusammen mit Petrus und Johannes leitet er die erste Christengemeinde in Jerusalem und hält die Truppe geeint, als es Petrus nach Rom zieht. So weit, so löblich. Gleichzeitig aber ist er der mächtige Gegenspieler des neu hinzugekommenen Paulus, der, ebenfalls  Jude, die offene Weltkirche fordert. Hat der Chef doch gesagt, „bleibt hier nicht stecken, schwingt die Hufe und lehrt alle Völker“. Jakobus dagegen will Neubekehrte erst zu Juden machen, Juden, die Jesus mögen, aber halt Juden.


Mit Peitschen in den Zimmermannsfäusten hat Jesus die Banker aus dem Tempel geprügelt, den hinterhältigen Sabbatpetzern sagte er „wenn Dir ein Schaf am Samstag ins Loch fällt, läßt Du es drin, Du Depp, oder holst Du es raus ?“, der heißblütigen Ehebrecherin riet er „mach mal halblang, Baby“, und abends schlürfte er nach harter Erlösungsarbeit mit  den Party-People sein Weinchen aus der Amphore – ein junger Wilder, ein cooler Typ und großer Chiller vor dem Herrn.
Aus diesem Mann mit Bart, dem Revoluzzer, nachträglich ein windelweiches Abziehbildchen  für´s orthodoxe Familienalbum zu machen, daran arbeiten Jakobus und seine Truppe – ausgerechnet verbündet mit den Pharisäern, und das sagt schon alles. Wer hat Jesus ans Kreuz gebracht, wenn nicht diese seelenlosen Oberfrommen, die es sooo gut meinen, die Tugend-Stalinisten, die gottfernen Erbsenzähler. Die bringen einen um vor lauter Liebe.


Das falsche Anbiedern ist letztlich für die Katz. Die Jerusalemer Bosse lassen Jakobus bei der erstbesten Gelegenheit vom Dach  schubsen, mit einer Walkerstange erschlagen. Simon, ein weiterer Bruder, wird sein Nachfolger, aber dieser Irrweg zur Familiensekte endet kurz darauf tragisch im Schutt und in der Asche des brennenden Jerusalem.


Es sind Paulus und Petrus, die das Christentum aus dem verstaubten palästinensischen Sandkasten in die Metropolen bringen, Athen und Rom, und da gehört es auch hin, mitten unter die Menschen, denn die Nachfolger Jesu sind eine Bewegung, keine Institution.


Ermordet wurde Jakobus, der Vorsteher der Gemeinde, mit dem Werkzeug der Wollfilzer, weshalb ihn die Hutmacher zum Patron wählten.
Mitunter kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß der jetzige „Vorsteher der Gemeinde“ auch von Filzprofis umgeben ist, die mit ihren  Bischofsstäben himmelhohe Filzmauern wirken. Wünschen wir dem lieben Franziskus, daß  die Schlüssel des Petrus noch öffnen und daß das Schwert des Paulus gewetzt ist.



 

 

 Herzlichst

 

Peter Kirwel

 





Peter Kirwel, Autor der Heiligen des Monats


Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb für Topas (Bio-Hersteller veganer Wheaty-Produkte) und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.


Peter verweist noch auf auf das Ökumenische Heiligenlexikon, deren Kalenderfunktion er gerne nutzt:  " ... vor allem, da die überkonfessionell und unabhängig sind -  wer sich weiter in die Welt der Heiligen vertiefen möchte, kann das ganz bequem auf der unerschöpflichen Seite www.heiligenlexikon.de tun".


 

 

 

 

 

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Tags: jakobus, jesus, paulus, petrus, pharisäer, patchworkfamilien, attac, occupy
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Mai

Kathrin Franckenberg: Schöpferische Frühlingskräfte

 

 

Kathrin Franckenberg: Schöpferische Frühlingskräfte

 

 

"Der sonnige, wonnige Mai ist da. Die schöpferische Frühlingskräfte dehnen sich weiter aus."

 

 

 



 



 



Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von M. Cassou, USA ("Point Zero"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.malfreude.de







"Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 

Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…"  

Kathrin Franckenberg

 

 

 

 

 

 

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Tags: point zero painting, authentisches malen intuitives malen, kreativität
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Gastbeitrag
05.05.2014
15:08

Ohrenkuss: Insel

Ich sage: die Insel ist wie ein Nebel, mit dem Schiff (*

Ohrenkuss: Insel, Titelbild


*) Daniel Rauers, diktiert



Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft gGmbH. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen regelmäßig bei uns zu aktuellen Themen.

In der aktuellen Ausgabe des Ohrenkuss-Magazins hat sich das AutorInnen-Team mit dem Thema Insel beschäftigt. Sehr vielfältig - es geht um Urlaub, Strand, chillen, aber auch ums Überleben, Abenteuer, Fantasie. Es gibt Gedichte und auch Politisches: Gedanken zu Lampedusa. Das Ohrenkuss-Magazin "Insel" ist global geworden, mit Beiträgen aus Schweden, Australien und USA. Die Texte sind diktiert, handgeschrieben, selbst getippt oder gemailt - und unverändert wiedergegeben.
Hier stellen wir zur Einstimmung auf den Sommer Auszüge vor, und hoffen, es macht neugierig auf mehr und Vorfreude aufs Reisen.
Das Ohrenkuss-Magazin kann online bestellt oder abonniert werden - Kontakt siehe unten.

 

 

Insel

 

 

Definition und Theorie


Ohrenkuss - Insel: Martin Weser nimmt auf jeden Fall Strickzeug mit.
Insel: nass. Meer, Sand, Bäume.


Antonio Nodal, diktiert





Eine Insel besteht aus Wasser und Salz, ringsrum gibt's Länder und Flüsse und Seen.

Julian Göpel, diktiert



Insel ist weg. Und oben in Flogzeug fenster trausen gucken bis unden und ist grün spanent und langsamm geht nach unden und schöne Schtad.

Dorothee Reumann, selbst getippt



Es gibt viele Inseln, die im Meer liegen, wie viele kann ich leider auch nicht sagen!

Anna Maria Schomburg, handgeschrieben



Eine Palme in einem Sandhügel und außer rum in einem Meer.
Sonnige Tage. Wolkenloser Himmel. Meeresrauschen.

Romy Reißenweber, selbst in einer eMail geschrieben


Ohrenkuss - Insel: Marc Lohmann bereitet den Koffer vor.
Ein Insel ist ein Land, was im Meer liegt und wo das Meer aufhört, weil es ans Land geht und man sucht festes Land unter den Füßen nach einer Schifffahrt und man sucht Unterschlupf auf einer Insel!

Anna Maria Schomburg, handgeschrieben



Es gibt andere und mehrere Inseln kleine und großen untern am Meersgrund das gibt auch eine Insel Rundweg.
Man schwimmt unter Wasser entlang bist nicht mehr geht dann taucht man wieder auf. Halbinsel das ist Sandstände da schwimmen vielen Fische.
Es gibt andere und mehrere Insel die sind schönste Länder, ich war schon oft auf einer Insel gewesen. Da bin ich auf dem Kamelle geritten an der Insel herum. Ich war überhall Insel gewesen.

Martin Weser, handgeschrieben



Mine gedanke zu traum- insel: Schloss, tire schlange, hangemate, baumehaus, schöne Wind, Burk mit Afen, lustg file tire. Meer, Abentrot und schömen baum wi palme, haus schlafen ligemate, Define schwimen mit meerfrauen, Kokusnus, ananas.

Judith Pollmächer, selbst am Computer geschrieben



Türkei: Insel im Meer und eine See. Einzigartige Mineralien. Wasser. Gerolsteiner.

Angela Fritzen, handgeschrieben



Auf der Insel Vashon vor Seattle gibt es viele Rehe, racoons und auch Vögel und sealions, Seelöwen. Ich kenne einen Radiosender auf der Insel Vashon der Radiosender heißt Voice of Vashon.
Im Sommer ist es schön, im Herbst ist es neblig und im Winter ist es stürmisch, wie jetzt gerade um diese Zeit. Im Nebel hört man, wie die Schiffe rumfahren, die Containerschiffe und wenn Nebel ist, fangen die an zu hupen, auch bei der Autofähre.

Tobias Wolf, auf Kassette diktiert






Träumen von der Trauminsel. Johanna v. Schönfeld

Insel - Gedichte




Gefangen
alleine sein
ich schreibe Tagebuch
denke vor mich hin
Trauminsel

Maria Trojer, handgeschrieben



Innere Insel
Ich erhole mich.
Frische Luft. Spazieren ist gut.
Meine Natur ist, wenn das Wetter gut ist, oder schlecht ist.
Wenn es so stark regnet, der stört mich nicht, wenn ich schlafe.
Ich gehe gerne, wenn die Sonne kommt, mit dem Hund.
Ich gehe gerne durch den Wald, mit dem Hund. Wir gehen zur Löwenburgstraße.
Der versteht mich.

Daniel Rauers, diktiert







Packliste



Ohrenkuss - Insel: Julian Göpel bereit zum Abenteuer.
Licht
Jeanshose
Oberteil
Seehund
zwei Bücher
Foto von mein Papa und meine Schwester
Vogel
Kerze und Streichhölzer
Gedichte
Rose für die Liebe im Herzen

Christiane Grieb, diktiert



Nur die nötigsten. Waschzeug, Schlafanzug , frischen Klamotten.
Ich nehme eine Umhängetasche mit, Rucksack.  
Ich nehme eine Freundin mit.

Romy Reißenweber, selbst in einer eMail geschrieben



Alte Schwatzkiste / Kapitänmütze und -kleidung / Schwatzkarte / Fernrohr / Kompass

Marley Thelen, diktiert



Plätzchen für die Insel zum Essen (von der Oma gebacken).
Schreibblick, Tagebuch. Ich schreibe viel da rein, was man erleben kann. Und etwas Abenteuerliches.
Discman.
Strickzeug, das ich auf der Insel stricken würde.
CDs, um Musik zu hören.
Buntstiften, um etwas zu Malen.
Teddybär zum Schmusen im Bett.
Flaschenpost für eine Schatzkarte zu schreiben und dann ins Meer werfen.
Zum Lesen habe ich was mit, braucht man beim Urlaub auf einer Insel zu machen.
Mappe von Ohrenkuss zum Rätsel zu machen auf der Insel und viel Vergnügen zu machen auf dem Liegestuhl.
Schneekugel mit meiner Freundin drauf zum Spielen und sie liebt mich so sehr.
Kamera, dass man schöne Bilder machen kann auf der Insel.

Martin Weser, handgeschrieben







Überleben und Beschäftigung auf der Insel





Ich will was essen. Da muss ich erst ein bisschen in Bewegung kommen. Ich bin ja auch Sportler.
An die Bäumen komme ich eigentlich ganz, ganz selten dran - nicht immer. Muss ich springen. Das ist ein bisschen schwierig. Weil da oben hängen ein paar Kokosnüsse. Die wollte ich gerne runterholen. Kann ich ein Leiter organisieren? Nein! Mit Holz muss bauen. Weil ich da drankommen muss. Ich baue die Leiter mit dicke Holz. Und mit Seil festgebunden. Dann kann ich hochsteigen und ein Kokosnuss runterholen zum Essen und zum Trinken. Zum Öffnen der Kokosnuss brauche ich etwas aus Metall, um aufzuhauen. Und zwar mit einem Axt. Axt habe ich irgendwo gefunden auf der Insel. Jemand hat wohl ein Axt verloren. Ich weiß nicht wer gehört. Egal!

Verena Günnel, diktiert



Ich bin auf der Insel beschäftigt. Liegen auf einer Hängematte. Einen Cocktail trinken, ein frisches Getränk. Ich trinke gerne Mangos.
Essen brauch ich schon. Gegrilltes Fleisch. Gegrillte Fische. Mit dem Käscher. Ich esse gerne gebratene Fische, brate ich auf dem Grill vor. Ich bau ihn einfach.
Ich schlafe an dem Strand. Hab kein Zelt. Nachts seh ich nichts mehr. Ich sehe gerne Fledermäuse. Die fliegen in der Nacht. Und sonst Grillen zirpen.

Daniel Rauers, diktiert



Auf jeden Fall muss man essen. Für die Hauptspeise gibt es nur Käfer und Würmer. Die sind da so untendrunter von dem Baum, kann man so hochheben. Es gibt auf jeden Fall so große Käfer mit elf Beinen, acht Beinen. Und so Schmetterlinge. Und Würmer, die sind so hautfarbe. Schleim- und vitaminreich. Die werden nur so gegessen, nur so in roh.
Auch zum Trinken gibt es nur ekelhaftes. Nur Wasser und Schlamm. Das Trinkwasser kommt aus einem Fluss. Da gibt es auch so Elefanten, der trinkt aus dem Fluss. Und ich trinke diesen Fluss auch.
Zum Schlafen: Ich mache das mit dem Holz. Ich baue aus Holz ein Bett. Und ich nehme so Palmen, aus Blättern. Als Hängematte aus Palmen. Ich brauch keine Dach, weil meine Hängematte tue ich genau, wo die Baum ist - wie Baumhaus. Wo der Tarzan lebt. So werde ich nicht nass.
Dann brauche ich noch was: so Grill-Feuerstelle, so direkt am Meer. So mit dem Holz, so aufzubauen. So eine Schüssel aus Stein. Und ein Angel brauche ich auch. Dann fange ich einen Fisch, so zwei, drei Fische. Ich angele mit einem Fisch. Mache Eimer voll mit Fische. Dann mache ich Feuer und grille ich die Fische. Dann esse ich was. Der Fisch schmeckt lecker, ist salzig. Er sieht genauso aus wie Meerbarbe.

Marley Thelen, diktiertOhrenkuss - Insel: Das Redaktionsteam incl. HelferInnen







Insel Ordnung




Alles muss ruhig und friedlich sein, nette Leute und dann kann man auch die Leute ansprechen, ob die Lust haben.
Nicht rumschreien.
Demo ist erlaubt, kann rufen und schreien, aber streiten ist nicht ok.
Ich möchte nicht mit Polizei Bomben schmeißt.
Was mit Politik angeht, kann man bedanken und friedlich sein.

Aladdin Detlefsen, diktiert



Eine Insel in meiner Faust. Ich bin meine eigene Insel. Da bestimme ich. Da sind meine Gesetze. Ich befehle mich selber. Ich bin mein eigener Krieger. Ich bin ein eigener Söldner. Ich bin ein eigener Chef von meiner Insel. Ich bin ein eigener Hotel-Besitzer.  

Julian Göpel, diktiert



Auf meiner Insel ist in Ordnung wenn ist jemand etwas los ist wenn es drund und drüber geht oder mal eine Ausernandersetzung da muss man die Ordnung wirder herstehlen.
In vielen Ländern gibt es Gesezte aber bei dennen ist es anders jeder macht es wie er will und das muss man einhalten soll das ein Gesezte das es wircklich war ist.
Ich bin auf der Insel gekommen weil ich mag und weil sehr viel Freude hat in den man schon darüber sich freut wo es in geht und weil mich die Leutesehr nett san.
Was wir nicht brauchen sind leute die Lust los san oder wenn man irgend etwas bräuchte und das haben möchte und wir weiter gehen wolln und sehen möchten das es etwas später nöch machen kann das die Leute immer unruhig san und einfach ihr Kopf einsetzen was die machen wolln.
Was soll nicht sein auf einer Insel in dem man einfach so lässt wie eine Insel es gibt viele Inseln die verschieden san was Kultur oder was anders gibt was zu sehen gibt wir alle san verschieden wie eine Insel auf Erden gibt auf der Welt aber ist nicht leicht.

Judith Klier, selbst am Computer geschrieben


Abschied von der Insel - bis zum nächsten Ma





Abschied von der Insel




Wenn ich je von der Insel wegmöchte, ein letzten Blick auf den Meer von dem Sonnenuntergang, da alles ein bisschen Liebeskummer. So wunderschön war das mit dem Sonnenuntergang und ein bisschen traurig noch, so still und wunderschön, wie der Klang in meinem Herzen ausgeht, zu Ende geht.

Nora Fiedler, diktiert




 

 

 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Fotos und Texte © Ohrenkuss, Fotos: Britt Schilling  Opens external link in new windowbrittschilling.de
 

 

 





 

 

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Tags: ohrenkuss, down syndrom, insel
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