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Matcha Tee

Kabusé- und Premium-Matcha


Japanisches Grünteepulver, Kabusé- und Tencha - Qualität aus kontrolliert biologischem Anbau

Leichte Tee-Erntemaschine in Japan, Kagoshima, auf Bio-Teefeld

 

Die japanische Teeszene ist völlig überrascht durch den aktuellen Matcha Tee -Boom in Deutschland: einmal sind die Öko-Partykids von Koffein-Dosengetränken auf Matcha-Tee umgestiegen (ebenso Studierende im Lern-Stress), zum anderen ist er Zutat der "Grünen Smoothies", einer interessanten Wellness-Idee. Sowohl junge Veggie-Köche als auch die alteingesessenen Fernsehköche kochen mit Matcha-Tee.


Ach ja, und dann ist es natürlich auch der klassische Tee der japanischen Teezeremonie. Wie bei Wein übertreffen sich die begehrten Qualitäten, und die Preise steigen so hoch wie für seltene Champagner.


Champagner ist das Stichwort. Matcha Tee wird aus besten Tencha-/Sencha-Qualitäten hergestellt, enthält viel Teein und ist dementsprechend anregend. Ein tolles Getränk für ein Fest, zur Einstimmung, für angeregte Gespräche mit Freunden. Schon die kleine Zeremonie der Zubereitung hat etwas Festliches.

 

 





Häufig gestellte Frage: Hat Matcha Rohkostqualität?

 

Nein, grundsätzlich nicht. ABER: gerade die japanische Methode ist ein optimierter Prozess, wo bei möglichst kurzem Hitzeeinsatz die Fermentationsenzyme gestoppt werden, andererseits die Poren aufgeschlossen und damit die Wirkstoffe wie Vitamine verfügbar gemacht werden. Laut Tabellen hat Matcha-Pulver z.B. noch doppelt soviel Vitamin C wie Zitrone.
Der Herstellungsprozess im Einzelnen: die Grünteeblätter werden direkt nach der Ernte für 1-2 min. bei 100°C gedämpft. Anschließend werden die Blätter bei 60 - 80°C für 6-8-min. getrocknet. Dann hat man den Aracha-Tee = Trocknungs-Vorstufe.
Der hochwertigere Matcha Premium aus Tencha-Tee wird als Aracha anschließend langsam auf Steinmühlen (30g/Std) gemahlen, wobei das Mahlgut sich hier nicht mehr über 40°C erhitzt. Bei Kabusé-Matcha wird vorher endgetrocknet, also etwas länger getrocknet, bevor er gemahlen wird.

 

 Kabusé-Feld (bio) in Japan, Kagoshima

Was ist Kabusé?

 

Halbschattentee. Auf den Teefelder werden ca. 10 Tage vor der Ernte schwarze Netze, die noch 50% Licht durchlassen, über die Teesträucher gelegt. Dadurch steigern die Pflanzen ihre Wirkstoffbildung und entwickeln das duftige Aroma.
Bei Vollschattentee sind die Netze dichter und lassen nur noch 10% des Lichts hindurch.

 

 

 

Was ist Tencha?

 

Dieser Grundtee für den klassischen Matcha aus Vollschattentee wird als ganzes Blatt schonend getrocknet, und anschließend werden die Blattrippen herausgelöst. Dadurch wird der Tee zart und weich, besonders rund und aromatisch.
Bei den etwas preisgünstigeren Kabusé Matcha Tees (#61104 Kabusé 1. Pflückung und #61107 Kabusé 2. Pflückung) ist der Grundtee ein guter Sencha-Tee, der aus dem ganzen Teeblatt hergestellt wurde.
Matcha aus Tencha wird aber als der "echte" Matcha angesehen ( in unserem Sortiment: #61109 Matcha Premium).


Matcha - Steinmühlen mahlen sehr langsam. Ergebnis: 30g Matcha-Pulver

Das Mahlen

 

Die edlen Tencha-Matchas wie unser Matcha Premium werden auf Steinmühlen so langsam vermahlen, dass das Teepulver nicht über 40°C erwärmt wird, um die Zerstörung der geschmacksgebenden Eiweiße zu vermeiden Das Ergebnis ist 30g pro Stunde - das Zusehen ist sehr meditativ.
Die Kabusé-Matchas werden etwas "effizienter" auf Keramikmühlen gemahlen: 75g pro Stunde ist das Ergebnis.

 

 

 

Die Zubereitung

 Matcha-Zubereitung

Matchaschale (oder größere (Müsli-)Schale) mit heißem Wasser vorwärmen. Etwa 1 kleinen gestr. Teel. Pulver hineingeben (professionell: 1 - 2 Bambusspatelspitzen). 70-100ml gekochtes Wasser auf 70-80°C abkühlen lassen und dann erst auf das Pulver gießen. Mit dem Bambusbesen (alternativ kl. Schneebesen) solange schlagen, bis feiner Schaum (Jadeschaum) an der Oberfläche entsteht.
Und dann durch den Schaum schlürfen: frisch-süßlich mit leichter "Edel-Bitterkeit" und viel Teein.
Zu diesem intensiv - bitteren Tee isst man "Teesüßigkeiten", in Japan aus süßen Bohnenpasten, bei uns z.B. Marzipan. Für die jüngere Generation: Marshmellows würden auch sehr gut passen (gibt's die eigentlich schon in Bio?), Schokolade eher nicht.





Die Herkunft unserer Matcha Tees - keine Radioaktivität nachweisbar


Die Matcha-Tees in unserem Sortiment stammen aus Kagoshima, ganz im Süden Japans. Kagoshima ist bekannt für heiße Quellen und noch aktive Vulkane (malerisch: der Sakurajima). Die fruchtbare vulkanische Erde macht es zu einem hochwertigen Teeanbaugebiet. Kabusé-Tees sind klassisch für dort.
Seit dem Unglück 2011 - dem Erdbeben und anschließendem Reaktor-Unglück in Fukushima - wird regelmäßig auf Radioaktivität getestet. Alle Test waren unter der Nachweisgrenze. Kagoshima liegt ca. 1200km südlich von Fukushima.




Kabusé-Matcha Nr. 2, kbA, Heuschrecke

Matcha Nr. 1, kbA, HeuschreckeMatcha Premium, kbA, Heuschrecke

Unser Sortiment


Wir führen zur Zeit  3 Matcha-Sorten:

  • Kabusé Nr. 1- Matcha (Halbschattentee): auf Keramikmühlen gemahlenes ganzes Blatt, 1. Pflückung. Aromatisch und kräftig mit edelbitterer Note. Empfehlenswert für leichten Matcha, gut geeignet für Smoothies und Mixgetränke. In der 30g-Schmuckdose.
  • Kabusé Nr. 2- Matcha (Halbschattentee): auf Keramikmühlen gemahlenes ganzes Blatt, 2. Pflückung. Kräftig - feinherbe Tasse (Schale). Sehr gut geeignet für die Grüntee-Küche, für Smoothies, Desserts etc.. In der preisgünstigen 50g-Tüte.
  • Matcha Premium, Vollschattentee, bei dem die Blattrippen vorher entfernt wurden (Tencha). Auf Steinmühlen vermahlen. Geschmack zwischen Herbe und Süße gut balancierend, leicht nussig, intensiver Duft, kräftige, grüne Farbe. Ein klassischer Matcha-Tee mit Herkunft Kagoshima - für die eigene Teezeremonie. In der 30g-Schmuckdose.

 

 

 

Bezugsquellen: im Naturkostladen oder -versand (sieheOpens internal link in current window links)
Fotos: Matchamühlen und Teezubereitung © Markus Hastenpflug (danke, Markus)
           Teemaschine, Kabusé-Feld, Produkte © Heuschrecke

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: matcha, sencha, tencha, japan.bio-grüntee, grünteepulver, kabusé, schattentee
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Ohrwurm

Adel Tawil - "Lieder"

Meine Tochter Johanna machte mich auf einen besonderen Pop-Song aufmerksam, den ich seitdem in meinem Hirn und meinen Ohren habe: "Lieder" von Adel Tawil.

Adel Tawil 2008-08-30.jpg
Adel Tawil 2008-08-30“ von Torsten Crull for Szenebilder - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.



Adel Tawil, ein Sänger, der in den letzten Jahren im Duo "Ich + Ich" auftrat, hat im Oktober 2013 sein erstes Solo-Album herausgebracht.
Johanna war von dem Song berührt, weil er sich mit diesem Lied bei seiner bisherigen Partnerin Annette Humpe bedankt, die es dem vormals völlig unbekannten Tawil ermöglichte, jetzt Karriere als Sänger seiner eigenen Lieder zu machen.

Adel Tawil (Adel Salah Mahmoud Eid El-Tawil) ist gebürtiger Berliner mit Eltern ägyptisch-tunesischer Herkunft und wurde von Annette Humpe, für die Vertonung eines Filmmusikstücks engagiert. Seine Stimme gefiel ihr so gut, dass beide das Duo Ich + Ich gründeten.
Annette Humpes Gruppe "Ideal" gehörte in den 80ern zu den bedeutendsten Bands der Neuen Deutschen Welle, danach war sie Teil von DÖF, Humpe & Humpe zusammen mit Schwester Inga, danach Produzentin von Rio Reiser und z.B. den Prinzen - also deutsche Pop-Prominenz.
Adel Tawil sang und mischte, sie schrieb die Songs und sang mit.
Sieben Jahre und drei erfolgreiche Alben später wagt Adel Tawil sein erstes Solo-Album und bedankt sich stilsicher.

Als ich den Song dann auf Youtube hörte und sah, hat es mich ziemlich weggeblasen:
Adel Tawil hat in jede Zeile des Songs Anspielungen auf wichtige Musiker oder bekannte Songs eingebaut, präsentiert damit ein reiches pop-kulturelles Wissen und rührt auch mein Herz mit seiner Liebe zur Musik.

Im Folgenden habe ich mal den Text aufgeschrieben und löse einige Bezüge auf.
OK - jeden Song kannte ich auch nicht - Google war bei 5 Zeilen mein Freund.
Aber das genaue Hören des Liedtextes hat enorm Spaß gemacht!

1. Strophe Original:
Ich ging wie ein Ägypter
Hab mit Tauben geweint
War ein Voodoo-Kind
Wie ein rollender Stein
Im Dornwald sang Maria für mich
Ich starb in Deinen Armen, Bochum 84
Ich ließ die Sonne nie untergehen
In meiner wundervollen Welt.

**************************************

Und hier die 1. Strophe mit Auflösung:

Ich ging wie ein Ägypter
(Walk like an Egyptian - The Bangles)

Hab mit Tauben geweint
(When doves cry - Prince)

War ein Voodoo-Kind
(Voodoo Child - Jimi Hendrix)

Wie ein rollender Stein
(Like a rolling Stone - Bob Dylan)

Im Dornwald sang Maria für mich
(Maria durch ein Dornwald ging - Kirchenlied)

Ich starb in deinen Armen, Bochum 84
(I just died in your arms tonight - Cutting Crew / Bochum - Grönemeyer)

Ich ließ die Sonne nie untergehen
(Don't let the sun go down on me - Elton John)

In meiner wundervollen Welt.
(What A Wonderful World - Louis Armstrong)


Refrain:

Und ich singe diese Lieder

Tanz mit Tränen in den Augen
(Dancing with tears in my eyes – Ultravox)

Bowie war fürn Tag mein Held
(Heroes – David Bowie)

Und EMF kann es nicht glauben
(Unbelievable - EMF)

Und ich steh im lila Regen
(Purple Rain - Prince)

Ich will ein Feuerstarter sein
(Firestarter – Prodigy)

Whitney wird mich immer lieben
(I will always love you – Whitney Houston)

Und Michael lässt mich nicht allein.
(You are not alone – Michael Jackson)


Strophe 2:

Ich war willkommen im Dschungel
(Welcome to the Jungle – Guns N' Roses)

Und fremd im eigenen Land
(Fremd im eigenen Land – Advanced Chemistry)

Mein persönlicher Jesus
(Personal Jesus – Depeche Mode)

Und im Gehirn total krank
(Insane in the Brain – Cypress Hill)

Und ich frage mich, wann
Werd ich, werd ich berühmt sein
(When Will I Be Famous – Bros)

So wie Rio, mein König für die Ewigkeit
(König von Deutschland – Rio Reiser)

Ich war am Ende der Straße angelangt
(End Of The Road – Boyz II Men)

War ein Verlierer, Baby, doch dann
(Loser – Beck)

Hielt ich ein Cover in der Hand
Darauf ein Mönch, der in Flammen stand
(Das Cover von Killing in the Name – Rage Against the Machine)

Kurt Cobain sagte mir, ich soll kommen wie ich bin.
(Come as you are – Nirvana / Im Hintergrund das bekannte Gitarrenriff)


Strophe 3:

Ich war einer von fünf Jungs
(The Boyz - die erste Band von Adel Tawil)

"One Minute" aus, dann wars vorbei
(One Minute – The Boyz)

Ich sang nur noch für mich,
für ne unendlich lange Zeit
Dann traf ich auf sie
(Anette Humpe, mit der er das Duo Ich + Ich hatte)

Und sie erinnerte mich
(Du erinnerst mich an Liebe – Ich + Ich)

Wir waren Welten entfernt
Und doch vom selben Stern...
(Vom selben Stern – Ich + Ich / Im Hintergrund der DÖF-Hit "Codo")

***********************************

Ein geniales Musik-Rätsel, intelligente Pop-Musik, ergreifend präsentiert und absolut hörenswert.

Hier der Link zum Original-Video auf VEVO:
Opens external link in new windowhttp://vevo.ly/XHnSLj     (Bitte Cookies zulassen, sonst stockt das Video)

Und hier noch ein Link zu einem schönen alternativen YouTube Video:
Opens external link in new windowhttp://youtu.be/kiMG_JV2gbo

Hattet ihr auch schon mal solche Ohrwürmer? Welche Musik hast Du grade im Kopf?

Tragt euch unten ein...




Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 1
Tags: adel tawil, lieder, musik, rätsel, annette humpe, ideal, ich + ich, Blog
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Pfefferschule

Alle unsere Pfeffersorten auf einen Blick (10 Seiten).

  • Erklärungen, Fotos, und Links zu Lieferantenportraits und Reiseberichten.

  • Alles bio.

 



Pfeffer schwarz ganz Tellicherry (TGSEB) Pfeffer schwarz ganz Tellicherry (TGSEB)

Pfeffer schwarz ganz Tellicherry (TGSEB)


Tellicherry-Pfeffer schwarz ganz ist unser Hauptprodukt im Naturkostladen. Er stammt aus Kerala / Südindien vom Kleinbauernprojekt Sahyadri Spice Farmers Consortium, ein Projekt der Peermade Development Society (PDS).

Schwarzer Pfeffer sind die kurz vor der Reife geernteten Beeren, die gerade beginnen, sich rot zu färben. Sie werden nur direkt bei den Kleinbauern getrocknet (und wie alle Pfefferarten natürlich zentral noch dampfsterilisiert).
Diese rötlich geernteten Beeren sind nach der Trocknung schwarz-braun mit leichtem rötlichem Schimmer.

TGSEB heißt: Tellicherry Garbled Special Extra Bold - sortierte, extragroße Beeren von 4,75mm Durchmesser (Siebgröße) laut Regelung. Diese Größe und die etwas spätere Ernte bringen einen höheren ätherischen Ölgehalt und dadurch ein sehr schönes, fruchtiges Aroma mit sich. Nur 10% der Ernte ist TGSEB-Qualität.

Tellicherry ist der Name des traditionellen Ausfuhrhafens und synonym für diese hohe Pfefferqualität aus Kerala.

Infos: Lieferantenportrait PDS/Sahyadri Spice Farmers:Opens internal link in current window http://www.heuschrecke.com/lief_pds.htm
Reisebericht zur PDS und den Sahyadri Spice Farmers: Opens internal link in current windowhttp://www.heuschrecke.com/sri_indien_reise.htm





Pfeffer MG1 schwarz ganz und Pfeffer schwarz gemahlenPfeffer MG1 schwarz ganz und Pfeffer schwarz gemahlen

Pfeffer MG1 schwarz ganz und Pfeffer schwarz gemahlen

stammt üblicherweise ebenfalls von den Sahyadri Spice Farmers. In den Monaten Februar bis ca. August 2015 müssen wir wegen Rohstoffknappheit auf eine andere Quelle ausweichen, die aber ebenso aus Kerala, Indien stammt. Dies wird auf den Rücketiketten angezeigt.

 

Hinweis: Durch die Entwicklung des Dollar-Kurses und der Situation in den Anbauländern selbst steigen alle Pfefferpreise im Moment kontinuierlich.


MG1 ist die kleinere Siebgröße (4,25mm) ganzer, unverletzter Beeren mit angenehmer, nicht bitterer Schärfe im Vordergrund und sauberem Aroma. Diesen preiswerteren Pfeffer, der den Hauptteil der Ernte ausmacht, bieten wir ganz, geschroten und gemahlen für unsere Verarbeiterkunden an.

Auch der Pfeffer schwarz gemahlen der Marke Heuschrecke ist MG1.

Wir mahlen alle Pfeffersorten in kleinen Chargen selbst bei uns im Haus, sodass der Pfeffer lange frisch ist. Unsere Mühlen mahlen aromaschonend, d.h. nicht staub- oder mehlfein, sondern eine Idee pixeliger. So halten sich die Aromen länger.
Unsere gemahlenen Pfeffersorten sind insofern eine Spezialität von uns, da in der industriellen Fertigung für gemahlenen Pfeffer üblicherweise Bruch und Schwundkörner verwendet werden. Wir verwenden ausschließlich gesunde, ganze Beeren.

Infos: Unsere Mühlen:   Opens external link in new windowhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/07/02/unsere-gewuerzmuehlen.htm








Malabar Pfeffer schwarz ganzMalabar Pfeffer schwarz ganz

Malabar Pfeffer schwarz ganz

Unser Pfeffer 'Malabar Super' ist eine Hand-Sieb-Auslese der größten Beeren, eine Rarität. Er stammt ebenfalls von den Opens internal link in current windowSahyadri Spice Farmers.
Aus der gesamten Ernte werden nur unter 0,1% dieser braun-rötlich glänzenden, sehr aromatischen Beeren gewonnen. Sobald dieser Pfeffer aus der Mühle rieselt, steigt der schöne, fruchtig-balsamisch-holzige Duft in die Nase. Beste Qualität in Bio.
Infos: siehe oben











 

 

 

 

Urwaldpfeffer weiß ganz und gemahlen

Urwaldpfeffer schwarz ganz und gemahlen

Urwaldpfeffer schwarz ganz und gemahlen

Urwaldpfeffer weiß ganz und gemahlen



Seit vielen Jahren arbeiten wir mit der Peermade Development Society (PDS) und den Sahyadri Spice Farmers in Indien/Kerala zusammen. Diese kirchliche Nichtregierungsorganisation fördert durch verschiedene Projekte die Lebensqualität der ärmeren kleinbäuerlichen und indigenen Bevölkerung.

Eine Gruppe der Sahyadri Spice Farmers lebt in der geschützten Urwald-Niederlassung Kannampady für die indigenen Stämme (Adivasi).


Urwaldpfeffer schwarz ganz und gemahlenUrwaldpfeffer schwarz ganz und gemahlen
Die PDS kam mit der Idee auf uns zu, Gewürze aus Kannampady separat unter der genauen Herkunftsbezeichnung zu vermarkten, um Aufmerksamkeit für die indigenen Gewürzbauern zu erreichen. So entstand die kleine Reihe "Gewürz-Projekt" von 4 Sorten Urwaldpfeffer aus Kannampady.


Für Urwaldpfeffer schwarz ganz verwenden wir TGSEB-Qualität (Tellicherry - falls nicht ausreichend vorhanden, nehmen wir TGEB) aus Kannampady, für schwarz gemahlen nehmen wir die MG1-Qualität aus Kannampady. Dort werden noch alte Sorten wie Karimunda angebaut.


Weißer Urwaldpfeffer ist die vollreif (rot) geerntete Beere, die dann etwa 10 Tage in Wasser fermentiert. Anschließend wird die Schale abgerubbelt. Durch das Fermentieren entsteht der typische (Schafstall-) Geruch und ein besonders würziges Aroma.


Weißer Pfeffer ist für viele Convenience-Produkte (Wurst und vegane Entsprechungen, Konserven) eine unverzichtbare würzig-deftige Aromagrundlage (und ohne schwarze Pixel). Die jüngeren Kids lieben diesen Geschmack nicht mehr so - der Zeitgeist - aber in der regionalen Feinschmeckerküche setzt er sehr gute Akzente.
Urwaldpfeffer weiß gemahlen wird aus den ganzen Beeren bei uns im Haus jeweils frisch gemahlen.

Urwaldpfeffer weiß ganz und gemahlen Urwaldpfeffer weiß ganz und gemahlen








Infos:
Unser Besuch in Kannampady, Reiseberichtteil: Opens internal link in current windowhttp://www.heuschrecke.com/sri_indien_reise3.htm
Geschichte, Daten Kannampady: Opens external link in new windowhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2011/04/26/urwaldpfeffer-kannampady.htm

Fairer Handel: Die Kleinbauernprojekte PDS/Sahyadri, SOFA/Biofoods und wir (sowie weitere Projekte und Importeure) sind Gründungsmitglied der Kommunikations - und Netzwerk - Initiative "Trust Organic Small Farmers". Info Opens external link in new windowhier














Pfeffer weiß ganz, Sri LankaPfeffer weiß ganz, Sri Lanka

Pfeffer weiß ganz, Sri Lanka


Den SOFA-Kleinbauern aus Sri Lanka gelingt der weiße Pfeffer sehr schön hell, mit der typischen, nicht zu starken würzigen Note, und einer klaren Schärfe. Deshalb nehmen wir ihren Pfeffer für die Marke Heuschrecke als ganze Beere.

Für weißen Pfeffer werden die Beeren vollreif (rot) geerntet. Um die Schale zu lösen, liegen die Pfefferbeeren ca. 10 - 12 Tage in täglich gewechseltem Wasser. Dabei findet eine Fermentation statt und der Pfeffer bekommt die typische würzige "Stall"-Note. Anschließend wird die Schale kräftig abgerubbelt.


Infos:
Lieferantenportrait Biofoods und SOFA: Opens internal link in current windowhttp://www.heuschrecke.com/lief_sofa.htm
Unsere Reise zu Biofoods und den SOFA-Kleinbauern: Opens internal link in current windowhttp://www.heuschrecke.com/srilanka_reise.htm






Pfeffer weiß gemahlen, Indien / KeralaPfeffer weiß gemahlen, Indien / Kerala. Streudose und Nachfüllbeutel

Pfeffer weiß gemahlen, Indien / Kerala

Für unseren weißen Pfeffer gemahlen nehmen wir die weißen Pfefferbeeren der Opens internal link in current windowSahyadri Spice Farmers aus Kerala und mahlen sie jeweils frisch in kleinen Chargen. Sie sind typischerweise etwas dunkler und aromatischer. Allgemein sagt man, dass Pfeffer aus Kerala aromatischer ist als andere Herkünfte - und der aus Sri Lanka etwas schärfer sei.
In diesem Teil unseres Indien-Reiseberichts wird die Fermentation von weißem Pfeffer und das Abrubbeln der Schale gezeigt.

Infos:
Dier Herstellung von weißem Pfeffer, in unserem Reisebericht: Opens internal link in current windowhttp://www.heuschrecke.com/sri_indien_reise5.htm














Pfeffer grün luftgetrocknet, Indien / KeralaPfeffer grün luftgetrocknet, Indien / Kerala

Pfeffer grün luftgetrocknet, Indien / Kerala

Auf unseren Wunsch bekommen wir von den Opens internal link in current windowSahyadri Spice Farmers auch einen getrockneten grün geernteten Pfeffer. Wegen der aufwendigeren Trocknung und des geringeren Beerengewichts ist der Preis für grünen Pfeffer höher als für die späteren Ernten. Die Beere ist dunkelgrün und etwas krumpeliger durch die frühe Ernte. Das Aroma und die Schärfe sind frisch.















Pfeffer grün gefriergetrocknet, IndienPfeffer grün gefriergetrocknet, Indien

Pfeffer grün gefriergetrocknet, Indien

Durch die aufwendige Gefriertrocknung bleibt die Beere groß, glatt und ganz leicht, mit hellgrüner Farbe. Das Aroma ist noch mal grüner und frischer als bei der herkömmlichen Trocknung.
Der technische Aufwand schlägt sich gut im Preis nieder - doch einige Kunden lieben diese Frische - daher haben wir ihn ebenfalls im Programm.
Die Herkunft ist Indien, jedoch nicht aus unseren Projekten. Diese Art der Herstellung machen nur einige Spezialbetriebe.







Bis hierhin gehörten alle beschriebenen Sorten zur Familie Piperaceae und zur Stammpflanze Piper nigra.










Pfeffer lang Pfeffer lang

Pfeffer lang "Pippali" ganz und gemahlen, Indien (oder Indonesien / Sumatra / Aceh)

Botanisch: Piper longum (Piperaceae)

Wenn man die ähren- oder kätzchenartigen Fruchtstände mit der Lupe erforscht, sieht man, dass sie aus vielen winzigen Beeren bestehen, die wie fest gepresst zusammenstehen. Es gibt dabei größere und kleinere Varianten - da Langer Pfeffer knapp ist, bieten wir die Größe an, die wir bekommen.

Im Ayurveda spielt Langer Pfeffer "Pippali" eine wichtige Rolle - aber auch in anderen asiatischen Ländern (Indonesien, Vietnam) wird er gerne als Gewürz verwendet. Das Aroma ist noch mal anders intensiv als bei schwarzem Pfeffer - erinnert an warmes Brot mit einer süß-säuerlichen, duftigen Note, und die Schärfe ist leicht anästhesierend.

Die Frage ist immer: wie kriege ich den klein. Nur hartgesottene Pfeffermühlen können ihn gänzlich vermahlen. Ein Tipp ist, ihn zuerst in kleine Scheiben zu schneiden und dann zu mörsern oder zu mahlen. Ein anderer Tipp von WDR-Moderator Thomas Hackenberg ist, einfach die ganze Rispe ins Gericht zu tun und anschließend wie ein Lorbeerblatt wieder herauszufischen.
Wir können ihn natürlich leicht durch unsere großen Mühlen laufen lassen, und bieten ihn auch gemahlen an.





KubebenpfefferKubebenpfeffer

Kubebenpfeffer, meist Indonesien / Sumatra / Aceh

Botanisch: Piper cubeba (Piperaceae)
Diese Pfeffersorte hat für uns eher etwas fremdartiges: "raue" Aromen mit Anklängen nach Holz und Balsam, und eine Art von Schärfe, die an Kampfer oder Eucalyptus erinnert. Man kann gut eine der leichten, schwarzen, kugeligen Beeren mit dem typischen Stielchen in den Mund nehmen und zerkauen - z.B. für frischen Atem.
In den Herkunftsländern wird er für Reis, Gemüse und Meeresfrüchte verwandt. In Nordafrika ist er Bestandteil des Ras el Hanout - deshalb ist auch viel Kubebenpfeffer im Heuschrecke-Rosengewürz. Er wird sogar für Parfüms, z.B. für Seifen genutzt - wenn man ihn mal probiert hat, kommt einem das aus Herren-(Tabak-)parfums bekannt vor.












"Pfeffer" rosa / Rosa Beeren, Brasilien oder Madagaskar

Botanisch: Schinus terebinthifolius (gehört nicht zur Pfefferfamilie, sondern zu den Sumachgewächsen / Anacardiaceae)
Wegen der Zerbrechlichkeit der zarten Beere ist der Sortieraufwand hoch und die Ausbeute gering - daher der höhere Preis.
Diese ganz leichten Beeren (Steinfrüchte) sind überhaupt nicht scharf, sondern süß, mit typischen terpentinartigen und pfefferartigen Noten. Die dünne, leuchtendrote Schale umgibt hohl den kleinen Kern (zerbrechlich). Er wird wegen des empfindlichen Aromas und flüchtiger Farbstoffe erst direkt vor der Verwendung zerkleinert (Mörser, Mühle, aber grob!) und sparsam dosiert, da er die Schleimhäute reizen kann.
Im Gericht hat er eine schöne Optik, aber auch der exotische Geschmack ist reizvoll zu Fisch, hellem Gemüse (Spargel) oder auch zu süßlichen Speisen (z.B. Mango-Mozarella). Helmut Gote findet ihn überflüssig - Thomas Hackenberg steht drauf (laut WDR5-Sendung Gans und Gar, Opens external link in new windowhttp://www.wdr5.de/sendungen/gansundgar/pfeffer106.html).











Szechuan - Pfeffer, Nepal

Szechuan - Pfeffer, Nepal

Szechuan - Pfeffer, Nepal - (voraussichtlich ab Herbst/Winter)


Botanisch: Zanthoxylum piperitum (gehört nicht zur Pfefferfamilie sondern zu den Rautengewächsen / Rutaceae).

Endlich gibt es diesen interessanten Pfeffer auch biozertifiziert. Wir bekommen ihn vom Kanchanjangha Tea Estate aus Nord-Ost-Nepal (Foothills Himalaya), Distrikt Panchthar, ca. 60 km Luftlinie südlich des 8000ers Kanchenjunga.
KTE, wie die Teefarm kurz genannt wird, hat eine interessante Geschichte und Gesellschaftsstruktur: Der Gründer Deepak Prakash Baskota begann 1984 -  erst 26jährig - mit einem ha Land nach britischem Vorbild den ersten nicht-postkolonialen Teegarten aufzubauen. Dieser wurde genossenschaftlich mit etwas über 100 Mitgliedern weitergeführt, und als erster Teebetrieb in Nepal 1997 biozertifiziert. Zusätzlich sind über 300 Kleinbauern, selbst in kleinen Dorf-Kooperativen organisiert, angeschlossen. Hauptprodukt ist natürlich Tee, als zweites Standbein werden Gewürze wie Ingwer, Cardamom, Szechuan-Pfeffer, Zitronengras, Zimtblatt und Orangenschalen wild gesammelt bzw. angebaut.


Die Pfefferfrüchte sind kleine rötlich bis schwarze (je nach Herkunft, in Nepal sind sie etwas dunkler) Kapseln mit höckriger Oberfläche, die sich packman-artig öffnen und einen Samenkern mit Häutchen freigeben.
Die Schärfe ist anästhesierend-prickelnd. Die Aromen haben Anklänge an Zitrusnoten, aber auch Kiefernharz-Komponenten. Ein sehr eigener, einprägsamer Geschmack, am bekanntesten in chinesischen Fleisch- (Schwein), Geflügel-(Ente) und Fischgerichten. In Japan haben wir ihn ganz schlicht auf frischem Seidentofu mit Sojasauce kennengelernt.



Nepal, Kanchanjangha Tea EstateBlick vom Haus des Kanchanjangha Tea Estate

 Szechuan-Pfeffer wächst wild in den Foothills des Himalaya, und wird von den Kleinbauern für uns gesammelt.... noch etwas unreif - Ende August wird geerntet. Die Beeren öffnen sich beim Trocknen und werden rötlich-schwarz.

 

 

 

Schokoladenpfeffer aus biozertifizierter Wildsammlung

Spezialitäten



 

Schokoladenpfeffer

aus der Art Piper longum, eine kleine, fast schwarze Sorte 'Langer Pfeffer', der erstaunlicherweise Schokoladen-Aromen hat.

Er stammt aus Wildsammlung Assam / Nordost-Indien. Wie langer Pfeffer universell einsetzbar. Der Geschmack passt besonders gut zu dunklen Soßen, eher dunklen Gemüsen und Fleisch, wahrscheinlich auch zu Tomatengerichten. Und ebenfalls zu Süßspeisen.

 









Paradieskörner, Malagueta-Pfeffer

 

 

Paradieskörner, Malagueta-PfefferParadieskörner 

Malagueta Pfeffer, Aframomum melegueta aus Afrika, Elfenbeinküste, aus der Familie der Ingwergewächse.

Es sind kleine, dunkle Samenkörner mit einem pfeffrigen Geschmack, ingwerartiger Schärfe und Aromen, die an Cardamom oder an Kubebenpfeffer erinnern. Universell einsetzbar. Typisch in der nord- und westafrikanischen Küche, auch in der Gewürzmischung Ras el Hanout. Er wird z.B. zu Auberginen, Kartoffeln, Lamm und Fisch verwendet. Wir tun ihn gerne ins Wokgemüse, grob gemahlen ...
Paradieskörner wurden bereits im alten Rom und Mitteleuropa als Pfefferersatz verwendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Pfeffer buntPfeffer bunt

Pfeffer bunt


Unsere Mischung aus schwarzem, weißem, grünem und rosa Pfeffer. Schillernd - je nachdem welches Korn man in der Mühlenumdrehung erwischt.






 









ZitronenpfefferZitronenpfeffer

Zitronenpfeffer


Eigentlich ist Zitronenpfeffer eine frisch zubereitete Paste mit Pfeffer, geriebener Zitronenschale, Knoblauch und Olivenöl.
Für unser Gewürzsortiment haben wir eine runde Mischung komponiert aus weißem, schwarzem und grünem Pfeffer. Die kräutrig-zitronige Note stammt von geriebener Zitronenschale, ergänzt durch die Kräuter Zitronengras und Zitronenmyrte.





Das war's für jetzt.


P.S. Piper nigra ist weltweit mehr oder weniger standardisiert. Szechuan Pfeffer fällt überall anders aus - farblich und mal mehr oder wenig zitronig. Langer Pfeffer ist mal kürzer, dünner, länger, dicker je nach Ursprungsland.



2014 - Circle

Kathrin Franckenberg: Circle




Kathrin Franckenberg: Circle

 

 

 

Das Unerwartete erwartungsvoll begrüßen - 2014 - und jeden einzelnen Tag









 



Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von M. Cassou, USA ("Point Zero"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.malfreude.de







"Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 

Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…"  

Kathrin Franckenberg

 

 

 

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Tags: point zero painting, authentisches malen, intuitives malen, kreativität
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Heiliger des Monats Januar: Basilius der Große

2. Januar: Basilius der Große

Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten psychologisch-spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht). Diese Geschichte, die an den "Name der Rose" erinnert, ist auch wieder erschreckend aktuell - siehe die Büchervernichtung in Mali.



Patron der Kinder, der Mönche, der Seefahrer, der Bibliophilen

Bücher Bücher Bücher: staubsicher verschlossen ruhen hunderte und aberhunderte Papyrusrollen in den Schränken aus geschnitzem Zedernholz, stapeln sich die dicken Codices aus Pergament dicht an dicht in den Regalen. Viele Ausgaben sind illustriert, manche uralt, schwer auffindbare vollständige Abschriften der großen Dichter und Denker, von den Zeiten des Makedoniers Alexander über des Augustus goldenes Rom bis hin zur frühesten christlichen Tradition.
Seit Generationen ist die Familie des Basilius der frohen Botschaft zugewandt, seit alters her bringt sie schlaue Köpfe hervor. Bildung gilt hier alles, ein neuer, gut gefüllter Bücherschrank ist wichtiger als ein weiterer Olivenhain.

Basilius lebt und wirkt in der Mitte des 4. Jahrhunderts in Kappadokien, in Jahrzehnten aufgeregten Umbruchs. Einerseits ist das Christentum gerade von den endlosen Blutbädern der staatlichen Verfolgung erlöst worden, andererseits sind die alten Religionen noch stark, ein Sieg der neuen Ideen keineswegs sicher, es gibt Rückschläge. 
Als Priester, Bischof und Publizist ist Basilius einflußreich und angesehenen, ein Schwergewicht in jeder Diskussion. Mehrere seiner Vorfahren und engen Angehörigen werden bereits als Heilige verehrt, sein Bruder Gregor von Nyssa schreibt herrlich riskante fundamentaltheologische Betrachtungen über letzte Fragen, beide gemeinsam schätzen den sehr abgefahrenen und höchst umstrittenen Theologen Origines.

In eigenen Veröffentlichungen ist Basilius praxisnah. Aus seiner Feder stammt die prägende Regel zum Zusammenleben der Mönche, eine von ihm verfaßte Liturgie bringt Ordnung in lokalen Wildwuchs. Erfolgreich bekämpft er die Jesu Gottheit leugnende arianische Irrlehre, gegen deren Urheber Arius formuliert er das Schlagwort von dem „einen Wesen in drei Personen“. Diese Definition Gottes schließt Jesus und den heiligen Geist ein, es läuft nun auf eine Dreifaltigkeit hinaus.

Nicht überall wird in dieser wilden Zeit so feingeistig an der Weiterentwicklung der frohen Botschaft gearbeitet. Manche Gemeinden greifen schlicht zum Hammer, zerschlagen die verbliebenen Götzenbilder, demolieren die Tempel, übertünchen die Bilder der verlotterten olympischen Götterschar.
Ja, es werden Stimmen laut, die in radikaler Political Correctness fordern, die  Literatur der Alten dem Feuer zu übergeben, dem reinen Gottesstaat zuliebe. Es steht auf Messers Schneide, hier fallen Entscheidungen mit langer Wirkung – in den Westen kehren Plastiken erst Jahrhunderte später zurück, die Ostkirche lehnt Statuen bis heute ab.

In Basilius Brust schlagen zwei Herzen. Einerseits will er natürlich den Untergang der wirren, unmoralischen Götterwelt der alten Zeit, das Ende des würgend einengenden Aberglaubens.
Andererseits sind er und seine Freunde Büchernarren durch und durch, Freunde des Wissens, Liebhaber der klugen – und der schönen Worte.
Die Argumente der christlichen Radikalen gegen die Schriften des Feindes wiegen schwer, aber was wäre ein Leben ohne Poesie, ohne Ovid, Horaz, Homer, Vergil ?
Zur nicht geringen Überraschung der Eiferer fällt ihnen Basilius in den Rücken. Ausgerechnet Basilius, diese Stütze der Rechtgläubigkeit, die Säule der Kirche, der Lehrer der Lehrer, bricht eine Lanze für die Lektüre der Alten. Mit seinem schnell verbreiteten „Mahnwort an die Jugend über den nützlichen Gebrauch der heidnischen Literatur“ rettet er den geistigen Ertrag der griechischen und römischen Kultur in die Zukunft:

„Wollen wir klug sein, dann eignen wir uns aus jenen Schriften nur das Passende und der Wahrheit Verwandte an, übergehen aber das andere. Und wie wir beim Pflücken der Rose die Dornen vermeiden, so werden wir auch bei einer nutzbringenden Benützung solcher Schriften vor dem Schädlichen auf der Hut sein.“ (Kap. III,1)
„Denn diejenigen, welche aus jedem Gebiete sorgfältig ihren Nutzen ziehen, bekommen so wie die großen Ströme natürlich von überallher ihren Zuwachs.“ (Kap. VIII, 12)

Wenige Sätze aus dem richtigen Mund zur richtigen Stunde sorgen dafür, daß Klöster nicht nur religiöse Kaderschmieden, sondern auch Heimstätten des kulturellen Erbes werden. Als tausend Jahre später die Humanisten auf der Suche nach den Originalen der Schriften Ciceros und Plinius´ ausschwärmen, können sie nur finden, was fleißige mönchische Schreiberhände der Nachwelt bewahrt haben. Nicht um des Bewahrens willen, sondern weil sie die Autoren der Antike zu ihrer eigenen Bildung und Schulung nutzten. Es gibt keine Überlieferung antiker Kultur außerhalb der christlichen Klöster, die ganze geistige  Welt der Renaissance ruht fest auf der gelassenen Toleranz des Mittelalters und führt diese fort. Wenn Tugenden wie Individualität, gesunder Menschenverstand und Mut zur eigenen, abweichenden Meinung als gegensätzlich zur bunten und vielgestaltigen mönchischen Tradition des Mittelalters dargestellt werden, dann stimmt das einfach nicht:

„Allein es gibt nichts, was der verständige Mensch mehr fliehen muß, als für den Ruhm zu leben und auf das zu sehen, was dem großen Haufen gefällt, statt die gesunde Vernunft zur Führerin des Lebens zu wählen, an deren Hand er niemals von dem als recht Erkannten abweicht, müßte er auch allen Menschen widersprechen und um des Guten willen Schmähung und Gefahr riskieren.“

So schreibt Basilius, Schutzpatron der Mönche, zu Recht „der Große“ genannt, und welcher Humanist könnte es humaner sagen, welcher Aufklärer klarer ?




Freundlichst

 

Peter Kirwel





Peter Kirwel, Autor der Heiligen des Monats


Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb für Topas (Bio-Hersteller veganer Wheaty-Produkte) und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.



 

 

 

 

 

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Tags: basilius, griechische götter, bücher
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