BLOG | Neueste Nachrichten

Joshuas Gewürzreise: Safran
10.12.2017 10:41
Buchrezension: Achim Priester -...
03.12.2017 09:32
Vanille - Der Star der Desserts
19.11.2017 13:13
Ohrenkuss: Mütter
09.11.2017 18:00
Ajowan - Gar nicht so entfernter...
05.11.2017 12:38
heupd-Reportage: Bio-Anbau in der...
25.10.2017 13:31

Blog-Text-Suche

Meist gelesene Posts

Trocknungsverfahren für Kräuter und Gewürze
96257 mal gesehen   21.03.2014
Heiliger des Monats März: Oscar Romero
94664 mal gesehen   24.03.2014
Blogst Du hier!
77527 mal gesehen   21.10.2009
Verschwörungstheorien
75593 mal gesehen   19.05.2010

Archiv

Abonnieren für RSS-Reader

RSS 0.91Nachrichten
RSS 2.0Nachrichten

Zur Zeit wird gefiltert nach: November 1
Filter zurücksetzen

Heiliger des Monats November: Josaphat

27. November: Josaphat


Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten psychologisch-spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht). Wie in der Chemieindustrie sind die großen Religionen vordergründig Konkurrenten - aber hinter den Kulissen wird durchaus zusammengearbeitet ...

 

Wenn in einer dieser zynischen TV-Rate-Shows, wo Krümel an die Armen verteilt werden, damit diese nicht auf die Idee kommen, sich den ganzen Kuchen zu nehmen, die Millionen-Euro-Frage lautete: ist Buddha ein katholischer Heiliger ?, würden das selbst viele Theologen verneinen.

Ein junger Mann aus adliger Familie schwelgt Tag und Nacht in Luxus und Überfluß, seine bildschöne Frau liebt ihn, beide haben einen Sohn. Der Senior, in dessen Palast die kleine Familie in paradiesischer Sorglosigkeit  lebt, herrscht über ein wohlhabendes Ländchen. Jeden Anblick von Elend, Armut und Vergänglichkeit hält der Herr Papa bewußt von seinem auserwählten Nachfolger fern.
Um so schockierter ist dieser dann, als ihn ein unbewachter Ausflug mit der Realität konfrontiert. Ein Greis ohne Haare und Zähne, ein Fieberkranker, ein verwesender Leichnam, ein Mönch in bewußter Armut – diese Eindrücke zerbrechen seine rosa Brille. Sofort läßt er alle und alles hinter sich, materieller Wohlstand erscheint ihm nun als  täuschende Fassadenmalerei, als schaler Ersatz tieferer innerer Erfahrungen. Mehrere Jahre durchwandert er die Ferne, hört viele Philosophen und Gottesgelehrte, probiert sich in ihren Anweisungen. Nachdenkend geschieht ihm die endgültige Erleuchtung: daß jedes individuelle Begehren ganz sinnlos, ein Trugspiel ist, daß der Weg zum Heil über die Lösung von Leidenschaften führt.
Bis zu seinem Tod predigt er dies ungezählten Menschen, sammelt Schüler um sich, die ihm folgen in Wort und Tat.

Das ist die Geschichte des heiligen Josaphat, und zugleich ist sie es nicht. Denn, christlich gedeutet wird Josaphats Lebenserzählung und Lehre erst im kulturellen Einflußbereich Konstantinopels. Den Arabern ist er vorher (und noch gar nicht christlich) als „Budhasaf“ bekannt, die Tradition kam über den Iran zu ihnen, wo er „Bodisav“ heißt. Den Persern wiederum berichteten ursprünglich die benachbarten Inder vom „Bodhisattva“, „dem Erleuchteten“.
Der indische Königssohn Siddhartha Gautama Bodhisattva, den  jedermann „Buddha“ nennt, ist des Josaphat Kern.

„Lost in translation“, so kann man auch heiliggesprochen werden. Die Kirche jedenfalls übernimmt  auf diese Weise im 8. Jahrhundert wesentliche Lehren des Buddhismus in ihren überquellenden Legendenschatz und befeuert den Eifer ihrer Gläubigen mit der Weisheit des fernen Ostens.
Der Asket und Mönch und spätere gerechte Herrscher im Reich seines Vaters namens Josaphat wird populär im Abendland, man übersetzt seine Gleichnisse und Geschichten in alle Sprachen. Mitten in der schönsten Ritterzeit sitzen die tapferen Recken auf der Gozzoburg in Krems an der Donau, deren Bankettsaal teils bis heute mit der Geschichte des heiligen Josaphat ausgemalt ist, und lassen sich vom Minnesänger zum gepflegten Bierchen auf Mittelhochdeutsch was von Buddha vorsingen: ein Bild für die Götter, wie die Haudraufs in Blechhosen da an ihrem Kharma arbeiten !

Dabei ist das buddhistische Gedankengut leicht zu christianisieren. Schon Jesu „Vorläufer“ Johannes der Täufer, von dem Jesus selber sagt „unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben“, lehrt die Abwendung von den Leidenschaften, die radikale Umkehr, die Ausrichtung des ganzen Lebens hin auf den Geist, die Liebe, Gott – und materielle Werte sind ihm, dem „Rufer in der Wüste“, so unwichtig, ja störend, wie seinem Kollegen vom fernen Ganges. „Übertünchte Gräber !“ schimpft Johannes die Kinder der Welt, und Buddha hätte seine Freude daran gehabt: Kumpel in Kutten, vier Fäuste für ein Halleluja.

Als heiliger Josaphat  re-inkarniert paßt Buddha prima aufs Wolkenbänkchen, neben all die anderen Prophetinnen und Propheten. Oder hat der Herr in Orange seinen Lotosblütenthron mitgebracht ?
„Katholisch“ heißt „umfassend“, und so gehört Großzügigkeit und frohes Integrieren zum Innersten der Message.

Es ist daher recht possierlich anzuschaun, wenn Zeitgenossen das Kreuz von der Wand und vom Hals nehmen, statt dessen einen im Tchibo-Shop gekauften Buddha neben die Gartenzwerge setzen und dann meinen, sie hätten sich mit ihrer Wohlfühl-Esoterik wunders wie rabiat von der Kirche abgesetzt.
Weit gefehlt, ihr Kinder Gottes, breit lacht die bunte Heiligenschar aller Völker und Nationen, weit gefehlt.




 

Freundlichst

Peter Kirwel






Peter Kirwel, Autor der Heiligen des Monats


Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb für Topas (Bio-Hersteller veganer Wheaty-Produkte) und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.



 

 

 

 

 

 




Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: heiliger des monats, josaphat, buddha, siddhartha gautama bodhisattva
Anzahl Aufrufe: 3562

Herbstthema Pilze

Pilzmythen

Der Autor vor einem auch sehr großen Lebewesen - Scheibe eines Mammutbaums im GeoMuseum Uni Köln (Aufnahme: R. Moll)Wußten Sie es?
Das größte Lebewesen auf unserem Planeten ist nicht ein Elefant oder Blauwal, sondern ein Pilz.

In den USA, im Bundesstaat Oregon lebt ein Pilz, dessen Pilzgeflecht, das Myzel, über eine Fläche von neun Quadratkilometern gewachsen ist. Das ist größer als die Fläche von Köln-Mülheim mit seinen 7 Quadratkilometern.
Die lebende Masse wiegt grob geschätzt 600 Tonnen, das entspricht dem Gewicht von 4 Blauwalen.

Der Riesen-Pilz ist gleichzeitig auch das älteste Lebewesen des Planeten.
Der Hallimasch wächst seit etwa 2400 Jahren indem er sich von Baumwurzel zu Baumwurzel ausdehnt.

Erst im Jahr 2000 entdeckten amerikanische Forscher um die Forstwissenschaftlerin Catherine Parks mit Hilfe von Luftaufnahmen den Hallimasch. In Gebieten, in denen der Wald krank war, sammelten sie Proben pilzbefallener Wurzeln. Die überraschende Erkenntnis bei der Genanalyse: 61 der Proben stammten von demselben Hallimasch. Als sie ihre Werte auf eine Landkarte übertrugen, dämmerte den Forschern, welch einem Riesen sie da auf die Spur gekommen waren.
Der Hallimasch befällt aber nicht nur gesunde Pflanzen, sondern verspeist auch totes Holz - und recycelt so das organische Material, arbeitet also zusammen mit Bakterien als Sperrmüll-Abfuhr des Waldes.

Hexenring im Wald - von This image was created by user Sporulator at Mushroom Observer, a source for mycological images.You can contact this user here. [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia CommonsPilze sind eh sehr interessante Lebewesen.
Bisher sind nur 100.000 von den vermuteten 1,5 Millionen Arten weltweit bekannt und erforscht.
Sie sind weder Pflanzen, noch Tiere. Nicht Flora, nicht Fauna sonder "Funga".
Ähnlich den Insekten sind ihre Zellen teilweise aus Chitin aufgebaut. Statt Blattgrün, mit dem sie Sonnenlicht in Energie umwandeln könnten, ernähren sie sich von organischen Stoffen, die sie zersetzen oder beziehen die Nahrung direkt aus Pflanzen oder Bäumen. So wie Schimmelpilze organisches Material zersetzen und umwandeln oder wie Baumpilze, die auf Bäumen wachsen und sich die Fertignahrung aus den lebenden Bäumen holen.
Der japanische Shiitake etwa wird auch in Europa gezüchtet. Er kann auf Buche, Eiche, Kastanie, Ahorn oder Walnuss angebaut werden. (Interessantes Detail am Rande: der Shiitake-Pilz schmeckt nicht süß, salzig, bitter oder sauer - er schmeckt "umami". Diese 5. Geschmacksrichtung wurde erst jüngst von der Wissenschaft anerkannt. Es gibt auf der menschlichen Zunge eigene Zellen zur Wahrnehmung von "umami".)

Hexenring auf einer Wiese - von User:Mrs skippy (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia CommonsFür mich hatten Pilze schon als Kind eine geheimnisvolle, mystische Qualität.
In einem belgischen Comic hatte ich mit etwa 9 Jahren eine Geschichte gelesen, in der es um einen "Hexenring" ging.
Ein kreisrunder Ring, auf dessen Außenrand die Pilze wuchsen. Die Mitte leer. Im magischen Glauben nahm man an, diese Spuren hätten etwas mit Hexen und Elfen zu tun. Man glaubte, dass die Pilze in dem seltsamen Kreis die Spuren eines nächtlichen Tanzes beim Hexensabbat waren. Oder dass der Ring den Platz zeige, wo der Blitz in die Erde gefahren sei. Dabei habe er elektrische Energien entwickelt, die sich sternförmig ausbreiteten.
Oder er würde von Schlangen erzeugt, die im Kreis schlängelten oder von Hexen, die grasende Pferde bestiegen und mit ihnen immerzu im Kreis herum ritten.
Wissenschaftlich betrachtet ist es so, dass das Pilzmyzel sich an einem unterirdischen Wirt, zum Beispiel einer verrottenden Baumwurzel entwickelt, kreisrund weiter wächst und wenn die Fruchtkörper (das was landläufig "Pilz" genannt wird) an einem feuchten Herbsttag aus dem Boden sprießen, bleibt ein von Pilzen umringter Tanzplatz über.

Fliegenpilz - I, Tony Wills [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0) oder CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia CommonsSpäter als Jugendlicher, interessierten mich Pilzgeschichten, wie die vom Fliegenpilz, dessen berauschende Wirkung seit Urzeiten Gegenstand von Mythen ist. Der nordische Gott Wotan soll in seiner Wut Fliegenpilze sprießen gelassen haben wo er die Erde berührte. Germanische Krieger berauschten sich mit Fliegenpilzen, um furchtlos und mit berserker-hafter Wut in den Kampf zu ziehen. Besonders interessant fand ich als 15-jähriger Pubertierender bezeichnenderweise, dass in Sibirien der Urin von Fliegenpilz-Berauschten getrunken und damit der Pilz-Wirkstoff recycelt wurde, da er nicht komplett im Körper abgebaut wird. In Finnland soll man den Urin von Rentieren getrunken haben, die man vorher mit Fliegenpilzen gefüttert hatte. Sehr seltsame Stories...
Fliegenpilze sind übrigens normalerweise nicht gefährlich. In Teilen Japans gehört er als leckere Spezialität auf den Speiseplan. Und auch in Deutschland wurde er am Anfang des 20. Jahrhunderts noch gegessen, verschwand aber wegen der unsicheren Wirkung von den Sammel-empfehlungen. Die letale (tödliche) Dosis liegt für einen erwachsenen Menschen bei mehr als 10 Pilzen - anders der Knollenblätterpilz: hier reicht ein halber Pilz für die letzte Reise.
 
Eine andere Sorte Pilz, die hierzulande auf vielen feuchten Wiesen wächst lernte ich mit gut 20 Jahren während meines Zivildienstes im gut bewaldeten Weserbergland kennen: den kleinen "Spitzkegeligen Kahlkopf", der den psychoaktiven Wirkstoff Psilocybin enthält.
Aber auch das gängigste Rauschmittel unserer heutigen Gesellschaft, der Alkohol, wird erst durch einen Pilz möglich: der Hefepilz wandelt Traubensaft oder gemälzten Gerstensud in Alkohol um.

Am ungefährlichsten ist es wohl, die Früchte der Pilze zu einem guten Essen zu geniessen.
Gezüchtete Champignons mit Zwiebeln in Rahmsoße, heilende Shiitake-Pilze zu einer makrobiotischen Mahlzeit oder ein Hauch Trüffel auf einem Nudelgericht. 

Doch Vorsicht bei Pfifferlingen! Diese dürfen per Gesetz in Deutschland zwar zum eigenen Gebrauch gesammelt, aber nicht verkauft werden. Alle hier gehandelten Pfifferlinge stammen aus dem Ausland und oft aus Russland oder osteuropäischen Ländern in denen die Strahlenbelastung nach Tschernobyl immer noch sehr hoch ist.
Die Pfifferlinge sammeln die damals auf den Waldboden herabgeregneten radioaktiven Isotope, und sollten deshalb gemieden werden.



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

Kille Enna: Das IKEA-Projekt

Kille Enna: 101 Rezepte für die nachhaltige Küche



An dieser Stelle erschienen bereits viele Rezepte der dänischen Spitzenköchin, Autorin und Fotografin Kille Enna (siehe Portrait unten).
Kille liebt unsere Gewürze, und wir lieben die Kreativität ihrer feinen Rezepturen. Bisher war von ihren zahlreichen Kochbüchern nur ein einziges auf Deutsch erschienen (Der echte Geschmack. Christian Verlag GmbH, München).


Als Kille Enna vor ca. einem Jahr von ihrem Auftrag, ein IKEA-Kochbuch zu schreiben, erzählte, stellten wir uns ein kleines Büchlein vor, was die KäuferInnen der Küchen vielleicht als Give Away bekommen. Jetzt ist es erschienen - in 19 Sprachen und 28 Ländern - und sehr beeindruckend dick. Schwerpunkt ist die nachhaltige Küche, energiebewußt, mit vielen Tipps zur gesunden Küche, Lebensmittelkunde, Vorratshaltung und Lagerung, Resteverwertung, Recycling, Küchenausstattung (klaro), Recycling, Hygiene. Und 101 Rezepten. Der Stil ist skandinavisch geprägt (wir werden alle geduzt), und wie alle Dinge von Kille Enna, sehr schön gestaltet.
Bio-Paprika von Heuschrecke, Spitzenqualität aus Ungarn
aromatischer Urwaldpfeffer bio, aus dem Kannampady-ProjektFrisch gemahlenen Bio-Curry von Heuschrecke gibt es in scharf und mittelscharf (extra)

Da mehr oder weniger alle Menschen unserer Generation / Szene sich mit IKEA-Möbeln mindestens ihre erste Wohnung eingerichtet haben, ... (auch die ersten Bioladen-Einrichtungen. Nur Heidi hat in den 70ern seinen Bioladen "Was die Bäume sagen" in Köln mit selbstgesammeltem Bauholz ausgebaut. Die Zweitaustattung bestand aus mit Xylador behandelten Dachlatten. Vier Jahre später machte er bei der Katalyse, ein kritisches ökologisches Analyseinstitut, mit und erfuhr, wie giftig das war. Erst in 20 Jahren wird man auch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wie unbefangen man "damals" in der Landwirtschaft mit Spritzmitteln wie Glyphosat umging.) ... stellen wir das Buch natürlich vor. Und bedanken uns herzlich bei Kille Enna und dem IKEA-Projekt für die Erlaubnis, 3 Rezepte zu veröffentlichen. Zwei davon stammen aus einem Menu rund um das Thema Lachs, und das dritte beschreibt, was man mit den Kürbiskernen anfangen kann, die sonst meistens weggeworfen werden.




Wir empfehlen selbstverständlich unsere guten Bio-Gewürze dazu.

 











Rezept von Kille Enna aus Unser Essen - natürlich (IKEA-Projekt)

IM OFEN GEBRATENER LACHS,


MIT CRANBERRY-MEERRETTICH-KOMPOTT UND FENCHELJOGHURT
Aufgrund der hohen Temperatur braucht der Lachs nicht lange im Ofen. Schneide daher alle Zutaten sehr dünn, da sie ansonsten nicht gar und knusprig werden.
Du brauchst dafür einen Gemüsehobel oder ein scharfes Messer und etwas Geduld. Es empfiehlt sich wirklich, eine ganze Lachshälfte zu braten, da sie viel saftiger wird als mehrere kleinere Lachsscheiben. Im Ofen gebratener Lachs hält sich lange, sodass du ihn die nächsten drei Tage für deine Mahlzeiten verwerten kannst. Für das Kompott kannst du statt der roten Beeren auch Pfirsiche, Äpfel oder Pflaumen nehmen. Denk nur daran, sie ganz fein zu würfeln, damit sie schnell gar werden.


Hauptgericht für 6–8 Personen

Fencheljoghurt

  • 500 g Fenchel
  • 2 TL Meersalz
  • 200 g Joghurt, 10 % Fett
  • 100 g Crème fraîche
  • fein gehackte Fenchelblätter oder Dill
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Cranberry-Meerrettich-Kompott
  • 100 ml Wasser
  • 200 g heller Rohrzucker
  • 200 g frische Cranberrys oder Preiselbeeren
  • 30 g fein geriebener frischer Meerrettich


Lachs und Garnierung

  • ca. 1,3 kg frischer Lachs, mit Haut und ohne Gräten
  • 50 g geschälte rote Zwiebeln
  • 6 geschälte Knoblauchzehen
  • 50 g fein gehackte Fenchelstiele
  • eine Prise Chiliflocken
  • etwas Paprikapulver
  • 40 g flüssiger Honig
  • kalt gepresstes Olivenöl zum Braten
  • Meersalz
  • Beilage
  • 600 g gekochter Bulgur (roh ca. 300 g)


Fencheljoghurt:
Den gewaschenen Fenchel mit einem Gemüsehobel oder einem scharfen Messer in sehr dünne Scheiben schneiden und diese mit
2 TL Meersalz mischen. Etwa 15 Minuten lang durchziehen lassen, dann die Flüssigkeit auspressen und abgießen. Die Fenchel-scheiben mit dem Joghurt, der Crème fraîche und dem fein gehackten Fenchelgrün vermengen und mit Pfeffer abschmecken.
Cranberry-Meerrettich-Kompott:
Wasser und Zucker in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Die Cranberrys zugeben und ein paar Minuten bei starker Hitze kochen. Den Topf von der Kochstelle nehmen und den Meerrettich hinzufügen. Das Kompott abkühlen lassen.

Lachs mit Garnierung:
Den Lachs waschen, trocken tupfen und mit der Haut nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit Meersalz bestreuen. Die Zwiebeln und den Knoblauch in sehr dünne Scheiben schneiden und mit den Fenchelstielen über den Lachs verteilen. Mit Chiliflocken und Paprika würzen. Den Honig mit reichlich kalt gepresstem Olivenöl verrühren und über den Fisch gießen. Der garnierte Fisch kann ein paar Stunden lang im Kühlschrank ruhen. In diesem Fall aber Honig-Olivenöl erst kurz vor dem Braten darübergießen!
Den Lachs im vorgeheizten Backofen bei 250 °C etwa 10 Minuten (oder länger, je nach Dicke) braten. Mit Fencheljoghurt und Cranberry-Meerrettich-Kompott servieren. Dazu schmeckt Bulgur.








Rezept von Kille Enna aus Unser Essen - natürlich (IKEA-Projekt)

FISCHFRIKADELLEN MIT

CRANBERRY-MEERRETTICH-KOMPOTT


Ergibt 8 Frikadellen

  • 300 g kalter, gebratener Lachs
  • mit Garnierung
  • 100 g fein gehackte Möhren
  • fein geriebene Schale von
  • ½ unbehandelten Zitrone
  • 1 EL fein gehackter Dill oder
  • Fenchelgrün
  • 70 g Mayonnaise
  • Meersalz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 50 g Weizenmehl
  • 2 Eier
  • 200 g Paniermehl
  • kalt gepresstes Olivenöl zum Braten
  • 8 EL Cranberry-Meerrettich-Kompott




Das Lachsfleisch in eine große Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken. Die restlichen Zutaten zugeben und mit Meersalz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer abschmecken. In acht gleich große Portionen aufteilen. Aus der sehr fettigen Masse Frikadellen formen und diese für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Anschließend die Frikadellen nacheinander in Mehl, leicht geschlagenem, gewürztem Ei und Paniermehl wenden. Die Frikadellen bis kurz vor dem Braten kalt stellen. In einer großen Bratpfanne reichlich Olivenöl erhitzen. Die Frikadellen von beiden Seiten goldgelb und knusprig braten und mit dem Cranberry-Meerrettich-Kompott servieren.









Rezept von Kille Enna aus Unser Essen - natürlich (IKEA-Projekt)

FRISCH GERÖSTETE KÜRBISKERNE


Ideal zum Garnieren von Salaten und Suppen

  • frische Kürbiskerne (aus dem ausgehöhlten Kürbis)
  • kalt gepresstes Olivenöl
  • Meersalz
  • geräuchertes Paprikapulver oder Currypulver (kann ggf. weggelassen werden)


Möglichst viel von dem faserig schleimigen Kürbisfleisch um die Kerne herum entfernen. Die Kerne sorgfältig spülen, abtropfen lassen und ordentlich trocknen. Die Kürbiskerne in eine Schüssel geben und mit Olivenöl und Meersalz vermengen. In einer Schicht auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen. Im vorgeheizten Backofen 20–30 Minuten bei 180 °C rösten, bis sie knusprig und goldgelb sind. Nach 15 Minuten Backzeit ggf. mit etwas geräuchertem Paprika- oder Currypulver bestreuen.





best wishes from up north

 

Kille Enna



 

 




Kille Enna, Köchin, Gewürzspezialistin und Autorin

Kille Enna, Spitzenköchin, Buchautorin und Fotografin, lebt in Ystad.

Sie wird in Schweden und Dänemark fast wie ein "Idol für die naturbelassene Küche" verehrt, (siehe auch unser Portrait: Opens internal link in current windowKille Enna, Spitzenköchin, Fotografin, Autorin ).
 
Ihr Markenzeichen ist die tiefe Kenntnis im Umgang mit Aromen - sei es ganz puristisch im Umgang mit Früchten und Gemüsesorten, im Umgang mit Säure, Schärfe, Süße, - oder sehr reichhaltig im Umgang mit Gewürzen. Ihre Rezepte sind virtuos, was erst Erstaunen und dann ein sinnliches, lebensfreudiges Begreifen hervorrufen vermag. 

Kille Enna   Öffnet externen Link in neuem Fensterkilleenna.com
... so sieht das neue Kochbuch aus ...

Die Rezepte stammen aus dem Buch: Unser Essen - natürlich. © STABIL. Projekt und Produktion: Ikea of Sweden. Fotos, Texte und Rezepte: Kille Enna. 2013.
Rezepte: Lachs u. Fischfrikadellen: S. 88 - 90, Kürbiskerne: S. 137
Bezugsquelle (über die IKEA-Einrichtungshäuser):
Opens external link in new windowhttp://www.ikea.com/de/de/catalog/products/90263983/?query=STABIL+-+UNSER+E    
12,99 EUR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: kille enna, rezepte, bio-gewürze
Anzahl Aufrufe: 10344

I Ging 27: Die Ernährung

Gabriele Seifert: I Ging outside


Die Künstlerin


Am Rande der großartigen David Hockney-Ausstellung im Kölner Museum Ludwig 2012/13, in der Museumsnacht und der danach stattfindenden Museums-Party (ja, das hatte der vorherige Direktor Kasper König eingeführt: Kunststudenten erklären Besuchern die Objekte, danach gibt's Party) lernten wir die Kölner Künstlerin Gabriele Seifert kennen. Weil Christiane - ex-Heuschrecke-Mitarbeiterin und Bioladen-Pionierin mit ihr dort war. Vom Hölzchen aufs Stöckchen auf die Schafgarbenstengel kommend, kommen wir auf ihr I Ging-outside Projekt.
In ihrem aktuellen Kunst-Projekt "I Ging-outside", jetzt im vierten Jahr, bringt Gabriele das ehrwürdige I Ging im Kölner Stadtbild in passenden Kontexten ein. Dank der Künstlerin gibt es einige im Heuschrecke-Blog, passend zu den Jahreszeiten.
I Ging, abgesehen von eigenen schüchternen Versuchen mit selbstgesammelten Schafgarbenstengel (70er Jahre) ist die Domaine von unserem Lieblingslieferanten (Wildkräutersammlung in Kroatien), der dieses Orakel fest in seinen Geschäftsalltag eingebunden hat und so seinen Handlungshorizont erweitert. Nicht so untypisch, wie man auf den ersten Blick denkt ...
Doch unter den jüngeren Jahrgängen ist das I Ging - genauso wie der Kultfilm Harold & Maude -  merkwürdigerweise aus der Wahrnehmung ziemlich verschwunden ...

Das I Ging - outside Projekt


In Köln, aber auch anderswo (bis nach Südkorea ...), finden sich goldene I Ging-Zeichen auf Wegen, Bäumen, Brücken und Plätzen. Dieses Zeichensystem, das aus 64 einzelnen Hexagrammen besteht und denen jeweils ein Begriff zugeordnet ist, ist vor über 3000 Jahren in China entstanden. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, das unsere Welt sich in einem ständigen Wandel befindet , man diesen aber klug beeinflussen kann.
Gabriele Seifert setzt diese I Ging-Zeichen in einen räumlichen Kontext und fügt ihnen so eine weitere Bedeutungen hinzu, - wortwörtlich, witzig oder tiefsinnig. Diese Serie mit dem Titel I Ging-outside wird von ihr umfangreich fotografisch dokumentiert. Die Fotos erweitern die Bedeutungen der I-Ging Zeichen durch zufällig anwesende Menschen, Tiere oder auch Wettereinflüsse.




   27. Die Ernährung

 

 Gabriele Seifert: 27. Die Ernährung

Hier ein herbstliches I-Ging. Es ist beim Pilze suchen entstanden. Ich dachte auch an einen Fuchs...

 



Gabriele Seifert








 


 Gabriele Seifert

Gabriele Seifert ist 1959 geboren und lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Köln.
 
Arbeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Collage, Video und Installation.

Sie hat Philosophie und Kunst an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf studiert.

Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.gabrieleseifert.net





I Ging-Postkarten von Gabriele SeifertGabriele Seifert: I Ging - T-Shirts

I Ging - Postkarten und T-Shirts

Wer einmal etwas Besonderes verschenken oder verschicken will:
Eine Auswahl von 10 Motiven umfasst die Postkarten-Edition "IGing-Orte/Gold". Diese kann über Gabriele Seifert bestellt werden gs<at>gabrieleseifert.net
Neu: I Ging-T-Shirts von Gabriele Seifert. Die Website mit dem Shop Opens external link in new window8x8signs.com ist fast fertig ...



Fotos © Gabriele Seifert

IGing ist noch keine Trademark dieser Börsenkapitalfirma No.1  (noch heißt es <i-dsching>, nicht <ai-dsching>).




 
Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: i ging, gabriele seifert, köln, kunst
Anzahl Aufrufe: 4542

Buddha im November

Kathrin Franckenberg: Malen um des Malen Willens?


Kathrin Franckenberg: kleiner Buddha


Malen um des Malen Willens?

Künstlerisch, esoterisch, kindlich, naiv, obszön, chaotisch, neurotisch, psychotisch, hässlich, therapeutisch, banal, gekonnt, schön, platt, - wen kümmert das?

Wer spricht da?

 
Will ich dem inneren Kritiker das Feld überlassen?  Oder Freude haben und mit dem gehen, was auf natürliche Weise von selbst geschieht und sich gerade in diesem Moment ausdrücken will und zeigt?

 
Für wen male ich?

Für den Galeristen (den ich noch nicht kenne)?

Für Mama, Papa, meinen Chef oder die Nachbarin?

 
Bewertungen bremsen ab, machen es eng, bringen Freiheit ins Gefängnis.

 
Reine Kreativität entspringt jenseits von Bewertungen und Urteilen.

Sie ist einfach, und dehnt sich aus - und kümmert sich nicht um Qualitätsmerkmale.




Kathrin Franckenberg



 



Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von M. Cassou, USA ("Point Zero"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.malfreude.de







"Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 

Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…"  

Kathrin Franckenberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 1
Tags: point zero painting, authentisches malen, intuitives malen, kreativität entfesseln
Anzahl Aufrufe: 8664