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Stadt-Smoothies

Ungrüne Smoothies ... also, man geht in die Natur ...


Beim Osterfrühstück hatte eine Freundin mich mit ihrer Begeisterung angesteckt: grüne Smoothies. Erfrischend und ein gesunder Start in den Tag.


Gerade kam das erste Grün aus dem Boden, und die ersten Baumknospen zeigten sich. Wir kauften einen Mixer mit 750 Watt (es könnten ruhig mehr sein, habe ich festgestellt - aber gefühlte 100 Dezibel, also mit Ohrenschützer benutzen) und das Experimentieren begann: Löwenzahnblätter, junge Brennnesselblätter, Scharbockskraut und Gundelrebe war der Grünanteil - dazu kamen 1 Apfel und 1 Banane - das war unsere Grundvariante für 2 Personen, die eher gesund als elegant schmeckte.


Später gab es Gänseblümchen, Löwenzahnblüten, Fichtenspitzen, Spitzwegerich, Apfelblattknospen, junge Brombeerblättchen, und das erfrischende klettige Labkraut. Dazu eine Scheibe Zitrone oder Orange mit noch etwas Schale daran, und zur Abrundung ein Stück Vanillestange oder Zimtstange. Ich nenne sie Stadt-Smoothies, da die Zutaten aus der Region zwischen Spich und Köln stammen, und sie nicht wirklich grün, sondern verschieden erdtonfarbig werden. Richtig grün würde es mit Matcha- oder Spinatpulver.


Zum Sommer hin werden die Stadt-Smoothies aromatischer: Rosenblüten, Klatschmohn, Kamille, Veronika, die Lindenblüten, Kleeblüten, die Melisse aus dem Firmenbeet, Johanniskraut, Malven, Storchenschnabel, weiße Labkrautblüten. Die Brennnesselblätter werden nun zu aggressiv - aber die Blüten bzw. Brennnesselfrüchte mit feinwürzigem Aroma kommen und bleiben bis weit in den Herbst hinein (Vorrat für den Winter sammeln - lassen sich gut trocknen).


Natürlich habe ich auch die klassischen grünen Smoothies mit Salat und diversen (Kohl-) Blättern ausprobiert - das war eher langweilig, so wie Hausaufgaben ....  es macht mir mehr Spaß, die Pflanzen in der Natur zu entdecken, und im Jahresverlauf die Veränderungen im Geschmack zu beobachten. Ich sammele auf dem Weg zur Arbeit auf den Feldern und Brachen, oder am Rhein beim Wochenend-Walken. Blöderweise wird gemäht - aber Nischen bleiben. Die Devise ist, gesundes Pflanzengut und sauber zu sammeln - genügend entfernt von Straßen und Hundekackwegen.


Weil es sich um (heilkräftige - was ich durchaus mitbedenke) Wildpflanzen handelt, dosiere ich sparsam: insgesamt eine gute Handvoll Wildpflanzen, dazu verschiedenes Obst und Gewürze auf ca. 400ml Wasser für 2 Personen - das ist ein schönes erstes Frühstück. Eine Regel ist auch, nicht jeden Tag dasselbe zu nehmen, sondern die Sorten regelmäßig zu wechseln.
Vor der Zubereitung wässere ich das Sammelgut eine Viertelstunde - in dieser Zeit krabbeln ggfs. die mitgeernteten Insekten auf die obersten Halme und warte auf ihre Rettung.
Dann werden zuerst die Wildpflanzen sämig zerkleinert, danach erst kommt das Obst dazu.


Mit dem Sommer wird das Obstangebot größer: Kirschen, Johannisbeeren, Him- und Brombeeren, Pfirsiche, aber gerne auch Mangos. Da wir in der Firma noch einen Sack Apfelstreifen hatten, die zu groß für Teemischungen sind, haben wir diese während des Sommers genommen und vorher etwas einweichen lassen.


Was bringt der Herbst? Pflaumen und dunkle Weintrauben von unserem Hausmeister aus dem Westerwald. Es gibt immer noch Nachtkerzenblüten, jetzt mit den wertvollen Samenkapseln, die ich noch grün abernte. Ackerschachtelhalm, Kleeblüten, Wegwartenblüten, Steinkleeblüten, die duftenden Blüten der Ackerdistel, und Schafgarbe. Das echte, leicht bittere Eisenkraut ist nun verblüht - der Beinwell blüht zum 2. Mal, und ab und zu gibt es auch eine richtig bittere Hopfenblüte, oder aromatischen Beifuss. An Grünem wächst noch Löwenzahn-, Gänsefingerkraut, kleine Braunelle und Spitzwegerich, und wohl nicht mehr lange die chlorophyllreichen Baumblätter von Linde und Akazie. Im Moment haben ich großes Vergnügen daran, die Samenkapseln des üppig am Rhein wuchernden indischen Springkrauts zu sammeln - die Samen haben einen schönen, nussigen Geschmack. Hagebutten verwende ich sowohl frisch, als auch getrocknet - dies wird auch ein guter Vitamin-C-Spender über den Winter sein.


Der Weißdorn begleitet durch 3 Jahreszeiten: die jungen Blätter, die duftigen weißen Blüten, und jetzt gehen gerade die roten Beeren zuende - ein bisschen Arbeit, weil hier der harte Kern herausgeholt werden muss.


Zum Herbst passen sehr gut wärmende Gewürze: 1-2 Cardamom-Kapseln oder Curcuma, Sternanis werde ich noch testen, und eine gute Prise Fenchelsamen dazu.


Also, man geht in die Natur, sammelt Bekanntes, und das Unbekannte checkt man mit Kräuterbüchern. Mal sehen, was Herbst und Winter da draußen Essbares zu finden ist.
Und es gibt natürlich auch noch Fortgeschrittenen-Versionen.

 



Ursula Stübner

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Tags: wildkräuter, biogewürze, smoothies
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Heilige des Monats Oktober: Josephine

23. Oktober: Josephine Leroux

 

Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten psychologisch-spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht). Sehr oft sind die Heiligengeschichten sehr politisch - durchaus mit aktuellem Bezug.

 

 

 

Die selige Josephine ist eine junge Frau von 22 Jahren, als sie 1769 den Klarissen in Valenciennes beitritt. Geboren ist sie in Cambrai, ihr ganzes Leben verbringt sie dort im Norden Frankreichs an der Grenze zum heutigen Belgien.
Die Klarissen leben die Tradition der heiligen Klara, des radikalen Franciscus von Assisi Seelenfreundin. Äußere Armut, innerer Reichtum.
Der Welt unauffällig scheinen solche sprituellen Menschen, und wahrlich bemißt sich das Gelingen eines Lebensentwurfs ja nicht daran, ob ihn die Bildzeitung oder Hallo Deutschland der Dokumentation für würdig erachten.


Nicht Josephine ist es, die spektakulär ins Rad der Geschichte greift,  umgekehrt, es ist die politische Entwicklung, die ihr, der mittlerweile  47 jährigen ganz und gar harmlosen Nachfolgerin Christi ein unfaßbar grausames Ende bereitet.
Anfang September 1794 wird ihre gesamte klösterliche Gemeinschaft verhaftet. Die Gesetze Frankreichs dulden nach der Revolution von 1789 keine geistlichen Orden mehr. Steckt man sie ins Arbeitshaus, um sie „produktiv“ zu machen ? Schickt man sie zur Strafe in die Kolonien ? Nein, dieser Gruppe von wehrlosen Frauen wird in aller Öffentlichkeit, die Bürger können vom Mittagstisch aus durchs Fenster zuschauen, mitten in Valenciennes bei lebendigem Leib und vollem Bewußtsein der Kopf abgeschnitten.
Die ersten 5 sterben am 17. Oktober, die restlichen 6 eine knappe Woche später. Wollte man sie den Horror noch ein paar Tage „auskosten“ lassen, ist es einfach Willkür, wer weiß. Mit Josephine stirbt auch ihre jüngere Schwester Marguerite und die Oberin des Konvents.
Das sind 11 von Hunderten Nonnen, Mönchen, Priestern. Abertausende von  adligen Männern, Frauen und Kindern werden abgeschlachtet, auf offener Straße. Napoleon, erst General der Revolution, später ihr Erbe und Diktator, schickt europaweit Millionen Soldaten und Zivilisten in einen erbärmlichen, sinnlosen Kriegstod. Zum erzwungenen Schluß 1815 ist Frankreich keinen Quadratmeter größer als vor dem Vierteljahrhundert pausenlosen Gemetzels.


Bis heute gedenken die Franzosen dieser Ereignisse – nicht etwa der Opfer, nein, der glorreichen „Revolution“, Stichtag 14. Juli, der „Sturm auf die Bastille“. Das einfache Volk schwenkt Fähnchen  bei der Panzerparade, genießt den Nationalfeiertag und schläft mal aus.
Die oberen Zehntausend dagegen sitzen in ihren Stadtpalästen und Landschlößchen auf den Zinsenzinsen der Berge von Geld, die sich ihre Vorfahren in selbiger „Revolution“ zusammengerafft haben, schlürfen Austern zum Schampus -   savoir vivre, in geschlossener Gesellschaft.


Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Die Freiheit derer, die eh schon reich sind, noch immer reicher zu werden. Die Gleichheit der anderen in Chancenlosigkeit und Armut – und auf dem Schlachtfeld, der neu errungenen allgemeinen Wehrpflicht sei Dank, alle auf einem Haufen – und vor dem Gesetz, wo bis heute Max Mustermann in den Knast wandert und teure Rechtsanwälte die „Gleicheren“ raushauen. Und herzerwärmende Brüderlichkeit der Herrschenden gegen notleidende Banker, die sich mit Posten im Aufsichtsrat revanchieren, geteilte Freude ist halt doppelte Freude.


Im Geschichtsbuch liest sich das irgendwie „netter“, unsere verstaubten Professoren stehen nicht so auf die ekligen Details, da ist von Idealen die Rede und Menschenrechten und was nicht alles.
Vive la Trance ! möchte man diesen Träumern zurufen, es ging ums Geld, was sonst Kinder, und Papier ist geduldig.
Nüchtern betrachtet, bringt die französische Revolution diejenigen an die Macht, die sie heute noch haben, die Bourgeoisie, das Großbürgertum – und da werden sie auch bleiben, denn „alle Macht geht vom Volke aus, um nie wieder zu ihm zurückzukehren“, das ist parlamentarische Demokratie.


Josephine Leroux ist das bewußt, denn natürlich wird auch ihr Kloster beschlagnahmt und verschoben werden, korrupt bis in die Knochen ist die ganze Republik. Wer tot ist, kann nicht reklamieren, ihre Ermordung macht die Beute der Umsturzgewinnler krisenfest.


Kein noch so wild zusammenfabuliertes Traktätlein des Mittelalters ist so sehr Märchenstunde wie unser schulmäßiges Erzählen von der Französischen Revolution.



 
 

Freundlichst

Peter Kirwel






Peter Kirwel, Autor der Heiligen des Monats


Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb für Topas (Bio-Hersteller veganer Wheaty-Produkte) und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.



 

 

 

 



 

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Tags: klarissenorden, valenciennes, französische revolution, josephine
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Rezepte und neue Tour-Daten: Helmut Gote im Herbst


Helmut Gote: Herbst-Tournee in NRW / Neues Gemüse-Kochbuch

Im neuen Gemüse-Kochbuch: Helmut Gote kauft die Zutaten ein.
Helmut Gote, Jahrgang 1957, stammt - unverkennbar Ruhrpott - aus Bottrop, lebt in Köln, und ist kulinarischer Journalist, Rundfunk- und Buchautor.
In WDR 2: "Einfach Gote" und WDR 5 "Gans und Gar" serviert der Radiokoch mit der unverwechselbaren Stimme seit vielen Jahren Rezepte, Ansichten und Hintergrundinformationen im persönlichen Stil rund ums Kochen und Genießen. Es gibt mehrere Kochbücher und Restaurantführer von ihm. Unten stellen wir sein neuestes vor: "Einfach Gote! Alles mit Gemüse". Hier gibt es einerseits edle Gemüserezepte, aber andererseits auch sehr schlichte Rezepte (siehe Erbsen und Möhrchen) - wie man sie gut und auf den Punkt zubereiten kann, oder wie gehe ich richtig mit diesem und jenem Gemüse um - und das gefällt uns dann besonders gut an dem Buch.


Uns war er durch seine spitzfindig und amüsant geschriebenen Gastrokritiken im Kölner Stadtanzeiger aufgefallen - dann lernten wir ihn vor zweieinhalb Jahren persönlich kennen, als er für seinen Gewürzartikel recherchierte: Opens external link in new windowhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2012/04/20/heuschrecke-im-koelner-stadtanzeiger.htm . Noch bekannter ist er allerdings durch obengenannte Radiofeatures auf WDR 2 und 5 - wie uns die zahlreichen Gote-Fans, die sich in unserem familiären und geschäftlichen Umfeld nach der Gewürzaktion (wir durften bei 2 Veranstaltungen als Gewürzfachleute mit aufs Podium) outeten, bezeugen. Jede/r (erstaunlich viele Männer unter den Fans) konnte uns aus dem Stehgreif Gote-Kochtipps rezitieren, die Einzug in seine/ihre Küche genommen haben. Einmal waren wir sogar zu Gast geladen bei "Gans und Gar" über Pfeffer: Opens external link in new windowhttp://www.wdr5.de/nachhoeren/gans-und-gar.html# (Sendung aus Jan.2013, hatte allen Beteiligten viel Spaß gemacht).



Helmut Gote hat seinen eigenen Stil: kurzweilig, unterhaltsam und amüsant, höchst praktisch und anwendungsfreundlich, und hält mit seiner persönlichen Meinung zu Sinn und Unsinn nicht hinter dem Berg. Guter Geschmack und Qualität stehen im Vordergrund, und deshalb ist Gote bio-affin (er kocht sehr gerne mit unseren Gewürzen), da Bioprodukte in der Regel höherwertig hergestellt sind und meistens besser schmecken. Das freut uns als Bio-Pioniere natürlich besonders: dass nach den Fundi-Jahren in den 70/80ern, wo der Geschmack doch eher noch robust-rustikal war, jetzt viele Gastrokritiker, Kochautoren bis zu Spitzen und Sterneköchen auf Bio-Qualitäten bei Lebensmitteln schwören.


"Einfach Gote" geht nun auf den 2. Teil seiner Tournee in Nordrhein-Westfalen - hier können die WDR Hörer ihn einmal in einem 90 min. Liveprogramm sehen und erleben. Was erwartet die Gäste? Beispiele aus dem "internen Waschzettel":

"Die Bedeutung der Produktqualität bei Gemüse, Fleisch, Geflügel, Fisch - Frische, Preise, Bio.
Die Qualität der Zutaten (Konserven?)
Die Welt der Gewürze - wie man damit das Kochen sehr einfach und sehr wirksam verbessern kann.
Wo kommen denn die Gewürze eigentlich her - Geschichte des Handels von der Antike bis heute.
Was man über Reis alles wissen kann und sollte. Praktische Kochbeispiele mit Gewürzen und Reis.
Notwendige Technik in der Küche - Hightech-Rausch oder Handarbeit? Von Pfeffermühlen, Mörsern und anderen Zerkleinerern.
Wie lagere ich Zutaten richtig?"


Bio-Urwaldpfeffer aus Kannampady. Gewürzbauer Mr. Kadatha hält eine Tüte unsere (seines) Urwaldpfeffers in der Hand.
Ach ja, weshalb wir damit zu tun haben: Helmut Gote hat uns gebeten, kleine Probetütchen seiner höchstpersönlichen Lieblings-Bio-Urwaldpfeffermischung schwarz-weiß zu mischen und zu sponsern. Alle ZuschauerInnen bekommen zum Abschied solch eine Kostprobe geschenkt. Wer dann mehr davon möchte (und hier sollten die Bioläden an der Tourstrecke gut aufpassen), dem wird empfohlen, sich je ein Tütchen Bio-Urwaldpfeffer schwarz und Bio-Urwaldpfeffer weiß von Heuschrecke zu kaufen und selbst zu mischen.
Und was ist Urwaldpfeffer? Es ist eine schöne Tellicherry-Qualität (Beerengröße) aus alten Varietäten wie Karimunda, und stammt aus der Adivasi-Niederlassung Kannampady in Kerala (Indien), ein geschütztes "Reservat", das den indigenen Stämmen die Möglichkeit gibt, ihren Platz in der immer moderner werdenden Gesellschaft zu halten und ein würdevolles Leben zu leben: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2012/01/25/laendliche-bildbetrachtung.htm

  • Hier die Termine der "Einfach Gote" - WDR-Herbst-Tour 2013:
    26.10. Würselen (Städteregion Aachen) Altes Rathaus
    06.11. Schwerte (Unna) Rohrmeisterei
    19.11. Troisdorf (Rhein-Sieg-Kreis) Zur Küz
    28.11. Dorsten (Recklinghausen) Aula Gymnasium Petrinum
    29.11. Dormagen (Rhein-Kreis Neuss) Kulturhalle

 

 

 

Das neue Gemüse-Kochbuch von Helmut Gote

Bonusteil: Rezepte aus dem neuen Kochbuch: "Einfach Gote! Alles mit Gemüse"

 

Blumenkohl orientalisch

(S. 29)


Zutaten

1 Blumenkohl (etwa 1 kg)
6 Tomaten
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 g Safranfäden
2 TL Kreuzkümmelsamen
2 EL frische Petersilienblätter, grob zerschnitten
Olivenöl, Salz, Pfeffer


Zubereitung
Die Safranfäden mit etwas kochendem Wasser übergießen und 30 Minuten ziehen lassen. Den Blumenkohl waschen, das Grün und den dicken Strunk wegschneiden, dann den Blumenkohl in seine größeren Röschen zerteilen, also 8 bis 10 Stück. Diese Röschen mit sehr wenig gesalzenem Wasser in einem Topf mit geschlossenem Deckel 5 Minuten köcheln und anschließend im Topf lassen. Währenddessen die Tomaten unten kreuzweise einschneiden, mit kochendem Wasser übergießen und nach 2 Minuten mit kaltem Wasser abschrecken. Die Haut abziehen, die Tomaten halbieren, entkernen und den Glibber in ein Sieb legen. Den abtropfenden Tomatensaft auffangen.
Bio-Safran. Helmut Gote kocht gerne mit unseren Gewürzen.
Die Zwiebeln fein würfeln und in Olivenöl 5 Minuten lang glasig dünsten, etwas salzen und pfeffern. Die Kreuzkümmelsamen grob mörsern. Den Knoblauch fein hacken und kurz mit den Zwiebeln dünsten, den Kreuzkümmel einrühren. Mit dem Safran, seinem Sud und dem Tomatensaft ablöschen. Alles aufkochen lassen, die in Stücke geschnittenen Tomaten und die Petersilie einrühren und noch einmal abschmecken.

Das Blumenkohlwasser abgießen, die Röschen auf Teller geben und die Sauce gleichmäßig darüber verteilen. Schmeckt lauwarm besser als heiß.


"In diesem Rezept zeigt die edelste aller Kohlsorten, dass sie problemlos die Hauptrolle in einem Gericht spielen kann. Unterstützt wird sie von frischen Tomaten und orientalischen Gewürzen, deren Geschmack sich besonders schön entwickelt, wenn man den Salat lauwarm serviert."






Unser Bio-Muskat vom Kleinbauernprojekt SOFA in Sri Lanka

Erbsen und Möhren

(S. 46)


Zutaten
1 kg frische Erbsen (in der Schote)
1 Pf. Möhren
1 EL Butter
Salz, PfefferBio-Pfeffer aus dem Urwaldprojekt Kannampady
Muskatnuss, Zucker



Zubereitung
Die Erbsenschoten mit den Fingern an den Nahtstellen so drücken, dass sie aufplatzen, und die Erbsen auspuhlen.

Die Möhren putzen und schälen, das obere Ende abschneiden. Dann die Möhren längs halbieren und in etwa 1 Zentimeter dicke Scheiben schneiden, kurz in der Butter andünsten. Achten Sie darauf, dass alle Möhrenstücke gleichmäßig dünn mit der Butter überzogen sind.

Die Möhren salzen und pfeffern, eine Prise Zucker und etwa 0,1 Liter Wasser dazugeben. Den Deckel auflegen und die Möhren bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten lang vor sich hin köcheln lassen, währenddessen gelegentlich umrühren, damit sie gleichmäßig garen.

Wenn die Möhren schon etwas weich, aber noch bissfest sind, lassen Sie sie im offenen Topf weiterköcheln, bis das Wasser vollständig verdampft ist. Das dauert vielleicht noch einmal 5 Minuten, dann sollten die Möhren weich genug sein und schön glänzen.
Bio-Kreuzkümmel von Heuschrecke
Nun die Erbsen unter die Möhren mischen, 2 Minuten mitdünsten und den Geschmack noch einmal mit etwas Salz und etwas frisch geriebener Muskatnuss abrunden. Wenn Sie jetzt noch zusätzlich etwas Butter einrühren, dann glänzt das Gemüse noch mehr und schmeckt auch noch etwas besser.





 
 

 


 
Wer Adressen von Bioläden in der Nähe sucht: Opens external link in new windowwww.bioladen.de - bitte da in der linken Spalte auf "Ihr Bioladen" klicken. Dort gibt es eine Landkarte, wo Sie im Suchsystem einfach Ihre Postleitzahl eingeben, um die nächsten Bioladen-Adresse zu finden.
 

Foto H. Gote und Kochbuch © DuMont Buchverlag Köln

Die Rezepte stammen aus dem neuen Kochbuch:
 
Helmut Gote: Einfach Gote! Alles mit Gemüse. DuMont Buchverlag Köln 2013
 

Wir danken dem DuMont Buchverlag für die freundliche Genehmigung.
Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: helmut gote, nrw, tour, wdr, kochsendung, buchautor, journalist
Anzahl Aufrufe: 9277

Von Pixeln und Größe

Responsives Webdesign


Wer von uns hätte vor 15 Jahren gedacht, dass das "Internet" mal so wichtig würde?
Heute für viele unvorstellbar: kein Wikipedia, keine Online-Nachrichten, kein Youtube, keine schnelle Suche nach einer Telefonnummer auf Google. Kein Facebook, kein Twitter, keine schnellen E-Mails...
Und all das funktioniert nur, weil Millionen meiner Kollegen, die weltweite Gilde der Webmaster, Programmierer und Webdesigner seit vielen Jahren Inhalte eingeben, Strukturen vernetzen und Webseiten gestalten.
Und das "Web" immer weiter weben und entwickeln.

Vor etwa 5 Jahren habe ich mir das erste Smartphone gekauft. OK, ich geb's zu: es war das allererste iPhone...
Damals gab es ja nix anderes ("wir hatten ja nichts") womit man komfortabel unterwegs, mobil im Internet surfen konnte und Mails abrufen konnte. Der Bildschirm dieses ersten iPhones hatte ein Größe von 320 x 480 Pixeln. Nach Nokia-Handys und Palm-Organizern riesig groß!
Mittlerweile gibt es mobile Geräte von vielen Herstellern und in den unterschiedlichsten Bildschirmgrößen.
Neben den kleinsten Smartphones mit einer Bildschirmgröße von 240 x 320 Pixel gibt es Tablet-Computer mit Auflösungen von 768 x 1024 Pixeln und all das dann auch noch im Querformat...

Viele bisherige Internet-Auftritte passen nicht auf die kleinen Bildschirme, da sie ja für große Computer-Bildschirme entwickelt wurden. Und auch wenn's passt, sind doch viele Schaltflächen (Buttons) nicht lesbar oder mit dicken Fingern (nicht empört sein, ich spreche von mir :-) auf kleinen Screens schlecht bedienbar.
Folgerichtig ist die aktuell edelste Aufgabe für Webdesigner, die Web-Seiten in passenden Auflösungen für diese unterschiedlichen Bildschirmgrößen zu liefern. Der Doppelklick auf Text, um diesen in die richtige, lesbare Größe zu zoomen oder die (bei der Vorstellung des ersten iPhones durch Steve Jobs bejubelte) Geste des "Pinch & Zoom" bei der man mit 2 Fingern den Inhalt "auseinanderzieht" um ihn zu vergrößern, soll beendet werden.

von Muhammad Rafizeldi (Google+) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia CommonsDie neue Entwicklung nennt sich "responsive webdesign" was etwa mit "reaktionsfähiges Webdesign" beschrieben werden kann und ist durch den Einsatz moderner Standards wie HTML5, CSS3 und etwas Javascript umsetzbar.
Dazu fragt der Browser, wie groß der Bildschirm des Gerätes ist und liefert dann über eine Art "Weiche" (die "media queries") die richtigen Maße.
Ist bei einem großen Bildschirm der Internet-Auftritt zum Beispiel dreispaltig - sind auf einem kleinen Smartphone dann alle Spalten untereinander. Auch Inhalte wie Bilder und Textbreiten, Schriftgrößen sollten sich dem Bildschirm optimal anpassen. Fehlt der Platz für ein horizontales Menu mit nebeneinander angeordneten Buttons, können die Buttons zum Beispiel als Schaltflächen untereinander dargestellt werden.

3 verschiedene Größen sollte man in zukünftigen Internet-Auftritten mindestens berücksichtigen:
- Smartphones: 320px bis 480px
- Tablets: 768px bis 1024px
- Computer-Desktop: 1024px+

und die Varianten für quer gehaltene Geräte. Mit ständig neu hinzukommenden Geräten und größen kann der Aufwand durchaus auf 5 oder mehr Größen hinauslaufen. Mehr Aufwand für uns Webdesigner aber auch besserer Nutzen für den Anwender, der sich nicht an ein starres Design anpassen muss, sondern umgekehrt flexibel bedient wird.  
Ein einfacher Test
auf responsives Webdesign besteht in der momentan wahrscheinlich meist ausgeübten Geste unserer Zunft: auf einem Desktop-Rechner mit der Maus die untere rechte Ecke des Browser-Fensters anfassen und dasOpens external link in new window Fenster verkleinern und vergrößern (klicken zum Anzeigen). Dabei sieht man recht deutlich wie der Auftritt sich verhält.

Wir sind momentan dabei, die ersten Kunden-Auftritte responsive umzusetzen.
Auch unsere eigenen Auftritt Opens external link in new windowwww.kpunkt.com haben wir begonnen, so umzubauen, dass er mit möglichst vielen Geräten flexibel funktioniert.

Mit diesen kostenlosen Online-Tools kann man beliebige Adressen testen:  
Opens external link in new windowhttp://www.active-value.de/responsive-design-viewer/
Opens external link in new windowhttp://mattkersley.com/responsive/

Zum Vertiefen des Themas:
Opens external link in new windowhttp://t3n.de/news/tipps-tools-fuer-besseres-485235/

Und bei allen Menschen, die sich eigentlich gar nicht für Webdesign interessieren und das hier trotzdem gelesen haben, möchte ich mich entschuldigen und bedanken. Sorry folks - it's my Blog and I like it :-)



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

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Tags: responsive, webdesign, design, media queries, pixel, trends, smartphones, tablet, desktop
Anzahl Aufrufe: 3728
Gastbeitrag
09.10.2013
10:00

Ohrenkuss: Schönheit

"Ich sage es nur kurz: Die Schönheit bleibt."



Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen regelmäßig bei uns zu aktuellen Themen.

Ohrenkuss feiert dieses Jahr 15jähriges Jubiläum und hat sich dafür einiges an Aktionen ausgedacht. Es gab schon die künstlerische Heftausgabe "Wunder", ein großes Sommerfest am Rhein, eine Ausstellung, und jetzt als Geschenk an die LeserInnen ein Sonderheft mit dem Titel "Schönheit". Die männlichen und weiblichen Autoren berichten gewohnt pragmatisch, ehrlich, humorvoll, auch ernsthaft, und geschlechtertypisch leicht unterschiedlich. Mit sehr schönen Fotos in den Werkhallen einer Maschinenfabrik. Hier eine Kostprobe.

Im Jubiläumsjahr startet Ohrenkuss ebenfalls eine Abo-Kampagne (nicht 50.000 wie die TAZ, sondern 5000 - das sollte doch zu schaffen sein). Also: wer sich zweimal im Jahr über das bereichernde Ohrenkuss-Magazin im Briefkasten freuen will, kann es unter untenstehenden links abonnieren.



 

Schönheit - die Frauen und die Männer


Ohrenkuss: Schönheit

Ohrenkuss: Schönheit

Angela Fritzen, diktiert:

Ich sage es nur kurz: Die Schönheit bleibt




Daniel Rauers, diktiert:

Schönheit, das sind schöne Frauen, würde ich sagen.
Dann gibt's noch schöne Männer, würde ich sagen.
Zum Beispiel ich.

Nora Fiedler, handgeschrieben:


Köpperflege, Schönheitsgur, Schönheitsschlaf, Schönheitsbat, Schönheitspflege.


Aladdin Detlefsen, diktiert:

Die tanzt geil. Zum Angucken. Schönheit ist Tanz und Schönheit ist auch Arbeit.

Katja Sothmann, am Computer geschrieben:

Manche Kinder  die sich gehen lassen werden graue Mäuse,
werden dick, mit Pickeln, Fetten Haaren, und man riecht.
Und 1 Paar Jahre später wen man eine  junge Frau oder ein junger Mann ist
dann wirt alles anders.
Ab da verändert man sich und ab da wird man schöner
weil ab da schaut man auf sich. Ab dann duscht man und ißt weniger.
Aber es gibt auch innen drin Schönheit.
Die Menschen haben guten Humor da macht das äusere nichts aus.
Warum ich schön bin hat da mit was zu tun dass ich viele Freunde habe
die mich Lieben als Freundin und meine Familie die mich liebt
wegen mein Inneren und mein aussehen und meine Liebenswürdigkeit deswegen bin ich schön.   
                                                 

Björn Langenfeld, diktiert:

Schön ist Erinnerung.
Schön ist Kindheit.
Kindheit war gut. Warum? Weil Spaß machen! Ich groß, 1,72 m. Geändert, dass ich groß bin.
Ich bin alt.
Schön ist, dass ich älter bin.
Die Arbeit ist schön.
Als ich Kind war, war ich in Schule.
Ich bin ich gut.
Ich bin schön gelebt.

Nora Fiedler, diktiert:

Der Duft in seinem Zimmer und Frühlingsgeruch, der Duft von seine Haare,
wenn meine Hände durchwühlt; Marienkäfer.
Meine ganzen besten Freunde bei mir rum zu haben,
wenn meine Eltern Nachtschicht haben.
Nervennahrung, Schokolade, ein schönen Fernsehabend zu verbringen damit.
Im Urlaub Sonne, Meer, Spaß und selber aufzumachen die Kokosnüsse: Kokosnussmilch.



Aladdin Detlefsen, diktiert:

Osterwiese ist was Schönes.
Überhaupt.
Ich bin so glücklich.

Nora Fiedler, handgeschrieben:

Himmlisch, wunderschöne Treume zu haben von ihn, Schmmetterlinge in bauch zu haben,
Fridenheit, Duftkärtzen, reucherstäepchen, Frülingsgefüle, Schwesterliebe, leidenschaft.

Aladdin Detlefsen, diktiert:

Wenn meine Frau öfter verabreden kommt.
Wenn er kommt.
Wenn meine Frau bei mir
einzieht, dann freu ich mich auch riesig.
Schönheit ist das.

 

 

 

 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

Fotos und Texte © Ohrenkuss
 

 




 

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Tags: 15 jahre ohrenkuss, autorinnen mit down syndrom, literatur, poesie, alltagserzählung
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