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Kille Enna: Fenchel & Rote Bete

An der Schnittstelle Sommer - Herbst: Gebratener Fenchel mit Zitrone und Roter Bete

 

An dieser Stelle versorgt uns wunderbarerweise schon seit gut 2 Jahren die dänische Spitzenköchin, Autorin und Fotografin Kille Enna (siehe auch Buchtipp und das Portrait unten) mit jahreszeitlich passenden Rezepte.

Ein letztes Sommerrezept für dieses Jahr von Kille Enna, das mit seiner warmen Aromafülle jetzt, Ende August, den Übergang in den Herbst "versüßt". Alle Zutaten sind momentan in bester Qualität im Bioladen erhältlich. Leicht zuzubereiten, sehr effektvoll auf dem nächsten Fest.

 

 

Gebratener Fenchel mit Zitrone und Roter Bete


Kille Enna: Vorspeise - Gebratener Fenchel mit Zitrone und Roter Bete
Herrlich sommerlich ist diese Vorspeise, die auch wunderbar als Beilage zu gegrillten
Meeresfrüchten und fetthaltigem Fisch passt. Ebenfalls lecker schmeckt sie in ein Fladenbrot gepackt und von einem würzigen Fleischspieß begleitet oder in einem grünen, knackigen Salat.


Zutaten


Vorspeise oder Beilage für 2–3 Personen

  • 500 g kleine Rote Beten
  • 200 g kleine Fenchelknollen
  • Olivenöl zum Braten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 2 TL fein gehackterRosmarin
  • 1 TL Honig
  • fein abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
  • 50 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • Meersalz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer







Birds-Eye, Bio-Chili vom Kleinbauernprojekt KAITE aus Afrika, SimbabweBio-Pfeffer aus dem Urwaldprojekt Kannampady in Indien, Kerala
1) Rote Beten putzen, waschen, vierteln und nochmals halbieren. Spitzen und Wurzelansatz der Fenchelknollen leicht stutzen, Knollen putzen, waschen und halbieren.

2) Eine große Pfanne erhitzen. Etwas Olivenöl hineingeben und das Gemüse darin bei hoher Temperatur etwa 10 Minuten braten, bis es gar, aber noch bissfest ist.
Knoblauch schälen, fein hacken und in den letzten Minuten der Garzeit zusammen mit Chiliflocken, Rosmarin, Honig, Zitronenschale und -saft hinzufügen.
Gut vermischen und mit Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.


 

Lovely thoughts from an Indian summer in Sweden.

 

 

Kille Enna



 

 




Kille Enna, Köchin, Gewürzspezialistin und Autorin

Kille Enna, Spitzenköchin, Buchautorin und Fotografin, lebt in Ystad.

Sie wird in Schweden und Dänemark fast wie ein "Idol für die naturbelassene Küche" verehrt, (siehe auch unser Portrait: Opens internal link in current windowKille Enna, Spitzenköchin, Fotografin, Autorin ).
 
Ihr Markenzeichen ist die tiefe Kenntnis im Umgang mit Aromen - sei es ganz puristisch im Umgang mit Früchten und Gemüsesorten, im Umgang mit Säure, Schärfe, Süße, - oder sehr reichhaltig im Umgang mit Gewürzen. Ihre Rezepte sind virtuos, was erst Erstaunen und dann ein sinnliches, lebensfreudiges Begreifen hervorrufen vermag. In ihrem Versuchsgut in Schweden baut sie alte vergessene Gemüse- und Obst-Sorten an.
 
 
Fotos © Kille Enna   Öffnet externen Link in neuem Fensterkilleenna.com

Buchtipp: Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag GmbH, München Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.christian-verlag.de . Rezepte nach Jahreszeiten, mit wunderschönen Fotos von Kille Enna. Das vorgestellte Rezept findet sich auf S. 72. 

 

 

 



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Tags: kille enna, rezepte, bio-gewürze, sommer, herbst
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Wahl-O-Mat

Die Qual der Wahl...

Am 22. September 2013 ist Bundestagswahl.

Wer diese kleine Möglichkeit der politischen Mitbestimmung nicht verfallen lassen möchte, sollte zur Wahl gehen und abstimmen.
Ich selber betrachte das als Pflicht für ein Mitglied dieses Staates und habe seit meinem 18. Geburtstag keine Wahl ausgelassen.

Mein Problem ist eher, mich für eine Partei zu entscheiden.
Ich will ganz offen darüber schreiben: "konservative" Parteien kommen für mich nicht in Frage.
Mein Herz schlägt eher links. Soziale Themen finde ich sehr wichtig. Und als ehemaliger "Alternativer" und langjähriger Inhaber eines Bioladens habe ich den Weg der "Grünen" von Anfang an verfolgt und oft unterstützt.

Aber so wie das Leben uns verändert, ändern sich auch die Parteien.
Eigentlich müsste man vor jeder Wahl die aktuellen Parteiprogramme aufmerksam studieren und mit den eigenen Vorstellungen abgleichen.
Langweilige und trockene Arbeit...

Seit 2002 gibt es ein Online-Angebot, mit dem man spielerisch seine Wünsche mit den Programmen der zur Wahl stehenden Parteien vergleichen kann.  
Der "Wahl-O-Mat" wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben und wurde bei der letzten Bundestagswahl 2009 über 6,7 Millionen Mal gespielt.
In einem "Frage-und-Antwort"-Verfahren werden 38 Thesen aufgestellt, auf die man mit "stimme zu", "stimme nicht zu", "neutral" oder "These überspringen" antworten kann.
Die Antworten werden mit allen zur Wahl zugelassenen Parteien abgeglichen.
Abschließend wird die Nähe der eigenen Position zu den Standpunkten der Parteien gezeigt.
Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die eigenen Antworten noch zu verändern, zu überdenken, zu modifizieren und man erhält sehr viele weiterführende politische Infos, wenn man das Thema vertiefen möchte.

Ein hervorragendes Tool zur politischen Bildung!

Ich selber hatte bei den letzten Wahlen etwas erstaunt festgestellt, dass meine Antworten den "Linken" näher waren als den "Grünen".
Beim Gang zur Wahlurne hatte ich mich aber in Gesprächen mit Freunden und vor allem meiner Liebsten davon überzeugen lassen, dass die Linken doch eh keine Chance hätten und ganz realistisch und zugegeben berechnend den Grünen als möglichen Regierungs-Koalitionären meine Stimme gegeben.

Ich denke, dieses Mal werde ich eher meinen Überzeugungen folgen...  


Der nächste Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl ist ab dem 29.08.2013 online unter Opens external link in new windowwww.wahl-o-mat.de bespielbar.

Wer nicht warten kann, findet spielbare Archiv-Versionen unter: Opens external link in new windowhttp://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/45484/archiv
 



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

 

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Tags: wahl-o-mat, wahl, bundestag, wählen, politik, politische bildung
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Heiliger des Monats August: Franz Reinisch

21. August: Franz Reinisch

Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten psychologisch-spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht). Andererseits verbergen sich darin auch höchst aktuelle Weisheiten, und zeigen, wie Religion und Politik zusammenhängen.






„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“ - Das ist der Eid, den jeder Soldat zur Zeit der Nazi-Diktatur ablegen muß, auch die Priester, die zur weiteren Zerschlagung der Kirche zahlreich zum Kriegsdienst  gezwungen werden.


Natürlich ist der 1934 eingeführte Text des Eides ein Unding. Bei Gott zu schwören, daß man einem Menschen unbedingten Gehorsam leisten wolle, geht gar nicht. Man kann sich nur wundern, daß sich die Armee eine solche Anmaßung zu eigen machte. Damals, 1934, ein Jahr nach  der Inthronisierung des Postkartenklecksers aus Wien, hätten anständige Offiziere – wenn es sie denn gegeben hätte - den braunen Kehricht noch ausfegen können. Zehn Jahre später, beim Anschlag im Juli 1944, war es zehn Jahre zu spät - kein Mensch, der bei Trost ist, geht fünf Minuten vor Schluß aus dem Kino, wenn ihm der Film von Anfang an nicht gefällt.


Als dieser Fahneneid dem Pallottiner-Pater Franz Reinisch zugemutet wird, 1942, da ist es bereits ein Eid auf das Böse selbst. Knietief watet Hitler im Blut seiner Millionen Opfer, lernschwache Schüler steckt man im Rheinland in Gaswagen und schickte den fassungslosen Eltern einen Schuhkarton mit Asche, ganze Altersheime leeren sich über Nacht, die Juden Europas, Sinti und Roma, die katholische Priesterschaft Polens, wehrlose russische Kriegsgefangene, im Osten brennt man Dörfer voller Frauen und Kinder ab, der Teufel ist los.


Pater Reinisch, eine Predigerbegabung, tourt Ende der 30er Jahre rastlos durch Deutschland, stemmt sich gegen die Unmenschlichkeit, die Entchristlichung. 1940 verpaßt ihm die Gestapo einen Maulkorb, vollständiges Redeverbot, er hält sich nicht daran. Es folgt die Einberufung, er bespricht sich mit Freunden, Pater Kentenich, selbst in Dachau im KZ, bestärkt ihn. Am 15. April 1942 betritt er die Kaserne in Bad Kissingen und erklärt dort, den Fahneneid auf Adolf Hitler nicht leisten zu wollen. Zur „Erledigung“ solcher Fälle braucht das Militär keine Hilfe, das kann man selber. Überwiesen ins Wehrmachtsgefängnis in Berlin wird ihm dort vom Reichskriegsgericht der Prozeß gemacht. Der Richter versucht ihm eine Brücke zu bauen und argumentiert, er als Priester könne sich dem „Kampf gegen den Bolschewismus“ doch nicht verweigern. Pater Reinisch entgegnet sinngemäß, daß der schlimmste Feind des deutschen Volkes der Führer des deutschen Volkes sei. - Die Fakten liegen auf dem Tisch und halb Europa in Trümmern, jeder kann diese Schlußfolgerung ziehen, aber nur wenige sprechen die offenbare Wahrheit aus. Am 21. August wird Franz Reinisch von der deutschen Armee durch das Fallbeil hingerichtet.


Es braucht 12 Jahre, die Nazi-Diktatur niederzukämpfen, dann fast fünfmal so lange (bis 2002 !), um gegen dauernden Widerstand alter und neuer brauner Kameraden die offizielle Aufhebung der  Urteile ihrer Terror-Gerichte zu erreichen.
Man muß sich das Mißverhältnis vor Augen halten: von den Tätern der Nazi-Zeit wird kaum einer angeklagt, noch weniger werden verurteilt, und deren Begnadigung erfolgt dann umgehend in den ersten Jahren der  Bundesrepublik. Hans Filbinger, Nazi-Militärrichter, NSDAP-Mitglied und SA-Mann, kann in Baden-Württemberg sogar Ministerpräsident werden.
Franz Reinisch aber bleibt für Deutschland bis 2002 ein Schwerkrimineller - „Recht“ und „Gerechtigkeit“ sind und bleiben zwei verschiedene Paar Schuhe.
 

Lassen wir uns überraschen, wann wir Franz Reinisch ganz amtlich als heiligen Märtyrer,  mutigen Bekenner der Wahrheit und glänzendes Vorbild begrüßen dürfen: der Seligsprechungsprozeß läuft, unsere besten Wünsche sind mit seinen sich kümmernden treuen Pallottinern.


 

 

Freundlichst

Peter Kirwel






Peter Kirwel, Autor der Heiligen des Monats


Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb für Topas (Bio-Hersteller veganer Wheaty-Produkte) und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.



 

 

 





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Tags: franz reinisch, pallottiner, nazi-diktatur
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Gastbeitrag
14.08.2013
08:42

Ohrenkuss: 46/47

Ohrenkuss bespricht den Film 46/47

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen regelmäßig bei uns zu aktuellen Themen.
Heute besprechen die AutorInnen den Film 46/47, wo es mit den Chromosomen und der Normalität einmal andersherum ist ...



 

Marc Dietschreit und Nadine Heinze sind zu Gast in der Ohrenkuss-Redaktion, um ihren Film 46/47 vorzustellen. Autor Daniel Rauers ist erfreut: "Der Film ist spannend. Ich freue mich da total drauf."



Johanna von Schönfeld findet den Hauptdarsteller cool: "Es geht um den Film, dass einer der 46 Chromosomen diesen Film zu zeigen, was gefilmt worden ist. Sie haben gezeigt, wie der 46 Chromosomen (der coole Typ, aus meiner Sicht) gespielt hat."

Ein cooler Typ? Kein schlechter Anfang! Aber worum geht es? Was ist das Thema des Films? Marc Lohmann: "Es geht um Down Syndrom." Soweit richtig - aber auch wieder nicht. Wer hat im Film das Down Syndrom? Wie ist das mit der Hauptfigur? "Der Junge hat 46 Chromosomen.", stellt Angela Fritzen klar.

Stimmt. Und die anderen? "Der junge Mann fährt Bus. Er hat kein Down Syndrom. Wenn er mit dem Bus fährt, die anderen, die haben 47 Chromosomen. Der Busfahrer und die Fahrgäste. Die haben Down Syndrom." Und nicht nur im Bus: "Draußen waren Leute mit Down Syndrom, auf der Freiheit, die rumlaufen irgendwo. Auf dem Platz, auf der Straße.", berichtet Marc Lohmann. Paul Spitzeck ergänzt: "Eine ist nicht behindert und eine ist behindert. Der eine hat 46 und der eine hat 47 Chromosome. Der Hauptdarsteller hat 46 Chromosome, die anderen 47 Chromosome."



Auch Marley Thelen ist besonders die Szene im Bus in Erinnerung geblieben: "Und wenn der im Bus, viele Menschen den Jungen angeguckt. Finde ich das gut? Anstarren finde ich nicht gut." Allerdings kommt es auch drauf an, wie geguckt wird, findet sie: "Ich finde toll, wenn jemand behinderte Menschen anguckt - aber nur manchmal. Manchmal guckt man auch dahin, wenn einer Pickel hat."

Marc Lohmann beschreibt die Szene im Bus so: "Alle starren den Mann an. Die denken: wie sieht der denn aus? Er hat sich geärgert. So war's aber gewesen." Und er beschreibt, wie es ist, wenn er nach der Redaktionssitzung mit dem Bus nach Hause fährt: "Wenn ich nach der Redaktionssitzung nach Hause fahre: Ich habe 47 Chromosomen. Die anderen in dem Bus haben weniger, 46. Ich bin der Einzige, der 47 Chromosomen hat. Werde ich angestarrt? Ganz wenig. Sonst muss der Busfahrer die rausschmeißen!"

Auch Antonio Nodal kommt das bekannt vor: "Ich kenne die Situation."



Julian Göpel haben wir auch gefragt, ob er beim Busfahren angestarrt wird. Zuerst startet er einen Aufruf: "Der Mann mit 46 Chromosomen wird angestarrt. Das finde ich gar nicht gut - schlecht, oberfaul. Das ist unfair! Wir müssen ihm helfen. Egal wie viele Chromosomen."  Und berichtet dann von seinen eigenen Erfahrungen: "Wenn ich alleine im Bus bin, dann sagen die immer: ‚Du siehst gut aus!' Dann sagen die zu mir: ‚Julian, Du bist schick angezogen.' Das finde ich gut! Aber es gibt auch Leute, die wenig zu mir sagen, wenn ich im Bus bin. Ich steige ein und grüße den Busfahrer." 

Im Film haben nicht nur im Bus und auf der Straße alle Menschen das Down-Syndrom - auch im Supermarkt. Angela Fritzen berichtet: "Der Mann hat kein Down-Syndrom. Die Erwachsenen und Kinder [haben] Down-Syndroms." Mitarbeiten, auch ohne Down Syndrom - ob das funktionieren kann? "Er möchte gerne mit dem Down-Syndrom mitarbeiten, dass er auch lernen kann, was er machen kann."

Paul Spitzeck erinnert sich an die Kassiererin im Supermarkt: "Die Kassenfrau guckt der nicht an der Dünne. Nicht ansehen. Weil der anders ist."



Nicht nur, dass er überall angestarrt wird und anders aussieht, ist Johanna von Schönfeld aufgefallen: "Er hat nicht so wirklich mit den Menschen geredet."



Zum Glück hat der junge Mann im Film einen Freund. Paul Spitzeck: "Der Freund, der Pizza liefert hat Down Syndrom."



Anna-Lisa Plettenberg findet ein weiteres Problem des jungen Mannes im Film total nervig: "Seine Mutter ihn immer nervt, weil die jeden Tag anruft." Das ist auch Michael Häger aufgefallen: "Ich habe was gehört: ein Telefon. Hörer abgenommen und einer hat was gesagt." Johanna von Schönfeld findet es cool, wie der Junge Mann seine Mutter am Telefon abserviert hat: "Er hat ziemlich coole Szenen gespielt, wie er mit seiner Mutter am Telefon gesprochen hat." Paul Spitzeck hingegen ist empört: "Der große Dünne hat gelogen ihre Mutter: Der hat gesagt ich bin im Badezimmer, obwohl der noch gespielt hat." Verstehen kann er es trotzdem irgendwie: "Freut er sich, dass die Mutter anruft? Nein der freut sich nicht, weil der kein Müttersöhnchen ist."



Was allen gefallen hat: die Musik, die der Hauptdarsteller über Kopfhörer in vielen Szenen des Films hört. Marley Thelen schreibt: "Ich finde es besonders, dass der Junge Musik gehört hat. Das finde ich toll." Paul Spitzeck mochte vor allem das erste Stück: "Das erste (instrumental Musik)."



Und was halten die Redakteurinnen und Redakteure vom Film? Lohnt es, ihn sich anzusehen? Michael Häger findet ja: "Der Film ist sehr gut." Angela Fritzen kann dem nur zustimmen: "Für mich ist der Film ist sehr wichtig und interessant." Julian Göpel dagegen macht sich Sorgen um die Zielgruppe: "Ich finde es gut. Ich würde sagen: nur wenige Personen können das gucken. Die Leute mir Down Syndrom, die könne das viel besser sehen. Die können den jungen Mann gut verstehen. Und viele Leute, die interessiert das nicht."

Johanna von Schönfeld vermeidet das Thema lieber. "Diesen Thema ist nicht mein Thema, weil das Thema für mich schon bewegt. Und ich hätte gerne von 40 bis 20 Chromosomen haben. Aber man kann ja nicht ändern."

Auch Paul Spitzeck macht der Film eher traurig: "Ich bin traurig, weil das Down Syndrom blöd ist für mich und ich finde das Scheiße."

Marc Lohmanns Fazit: interessant. "Ich finde den Film, ich habe den zum ersten Mal geguckt. Aber ich finde den Film schon gut anzusehen. Über Down Syndrom und Chromosomen. Ich denke, man sollte den ansehen. Ist schon interessant."



Also: am besten selber angucken. Ohrenkuss wünscht viel Vergnügen!




Links:
Opens external link in new windowhttp://www.heinze-dietschreit.de/filme/46-47/
 
Zum Trailer: Opens external link in new windowhttp://vimeo.com/channels/453240

 

 
 

 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

Fotos und Texte © Ohrenkuss
 

 








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Tags: 46/47, filmbesprechung, ohrenkuss
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August

Kathrin Franckenberg: August

 

 

Kathrin Franckenberg: August



August: Ohne Worte (... Weinen, im Fluss ...)


Kathrin Franckenberg



 



Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von M. Cassou, USA ("Point Zero"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.malfreude.de







"Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 

Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…"  

Kathrin Franckenberg

 

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Tags: point zero painting, intuitives malen, kunst
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