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Heuschrecke
28.06.2013
13:08

Rooibusch-Konfitüre

Edle Rooibusch-Rose - Konfitüre mit Himbeere

 

Dass man aus Tee Marmelade machen kann, hat Ingrid uns zuletzt mit einem geschenkten Glas Rooibusch-Rose - Konfitüre gezeigt.

Der Geschmack ist fein und tiefgründig, und angenehm süß. Die balsamischen, dunklen Noten des Rooibuschs verbinden sich mit den zarten Blütennoten des Rosenöl und Lavendels sowie den Fruchtnoten von Himbeere zu einem erstaunlich runden und eleganten Gesamteindruck. Eine Delikatesse!

Ingrid hat unseren Rooibusch-Rose - Tee verwendet, den wir mit echtem ätherischen Bio-Rosenöl auf Veilchenwurzeln aromatisieren. Unser fast kunsthandwerkliches Aromatisierungsverfahren ist von den alten Blütenpotpourris abgeschaut: wir fixieren die ätherischen Öle in Bio-Veilchenwurzelstückchen, so dass die Aromen lange halten.
Duft und Geschmack dieser Aromatisierung sind bedeutend feiner als mit herkömmlichen Aromastoffen. Die Aromen entwickeln sich erst nach einigen Schlucken Tee voll im Mund und hinterlassen einen angenehm runden und frischen Nachgeschmack.
Dazu nehmen wir eine hervorragende Rooibusch-Qualität vom Westkap in Südafrika, aus Wupperthal von einer Bio-Kleinbauernkooperative  - hier geht es zum Lieferantenportrait: http://www.heuschrecke.com/lief_wupperthal.htm .

Und hier folgt Ingrids Rezeptur zum Nachkochen:

 

 

 

Rooibusch-Rose - KonfitüreBio-Duftrose



Zutaten & Herstellung:

• 3 gehäufte EL Rooibusch-Rose Tee (Heuschrecke)
• 1 EL Lavendelblüten, getrocknet (Heuschrecke)
mit:
• 600 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen.


Den Sud und:

• 1 EL Balsamico-Essig und
• 100 ml Rotwein und
• 2 EL Zitronensaft (kein Konzentrat!) und
• 1 Tasse Himbeeren (frisch oder TK) und
• 350g Agavensirup (oder andere Süßungsmittel)



gut verrühren, und dannEdler Rooibusch-Rose - Tee von Heuschrecke aus kbA. Handwerkliche Aromatisierung auf Veilchenwurzel (trad. Verfahren).Der echte Lavendel aus Frankreich ist im Gegensatz zur Hybridpflanze Lavandin mehr grau als blau - aber sehr aromatisch. Hier aus kbA von Heuschrecke.



• 1 1/2  Tütchen (à 25g) "Für Konfitüre & Co" von "Biovita", gut einrühren.

Nach Packungsvorschrift kochen.


Vor dem Abfüllen in sterilisierte Gläser eventuell noch 2 EL Rosenwasser hinzufügen (dann aber noch 1 Mal aufkochen).


Gläser gut verschließen und 5 Minuten auf den Kopf stellen. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.





Gutes Gelingen wünscht

Ingrid

 


Rezept von SOBO, entwickelt und aufgeschrieben von Ingrid Küttelwesch.

 

 Ingrid Küttelwesch





Ingrid hatte vor einigen Jahren Praktikum bei uns gemacht, und bringt seitdem unsere Gewürze mit den Produkten von SOBO zusammen. Die Konfitüre ist zum Vergnügen zwischendurch entstanden.
SOBO ist eine alte Kölner Naturkost-Firma. Inhaber Uli Bergholz hat damals, so glauben wir, die Sojaschnetzel für Deutschland "erfunden". Später hat er dann wahrscheinlich den Pudding  erfunden, und vor Kurzem vermutlich auch noch die Gummibärchen.
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.sobo-naturkost.de

 





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Tags: rooibusch-rose, bio tee, bio kräutertee, lavendel, konfitüre
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José Ruiz Rosas: großer peruanischer Lyriker

José Ruiz Rosas bekommt Auszeichnung "Personalidad meritoria de la cultura"

 

Die peruanische Schriftstellerin Teresa Ruiz Rosas stellt in unserem Literaturkreis regelmäßig ihre neuen Romane und Kurzgeschichten vor. Sie lebt wie wir in Köln-Mülheim. Bald werden wir sie mit ihrem interessanten Lebenslauf einmal extra vorstellen - hier soll nochmal ihr Vater zu Wort kommen, den wir in der Kölner Buchhandlung Bittner kennengelernt hatten:
Der peruanische Lyriker José Ruiz Rosas bei der Ehrung 2013. rechts seine Frau, links die peruanische Erziehungsministerin

Ihr Vater José Ruiz Rosas ist in Peru ein bekannter und geehrter Lyriker.

Geboren 1928 in Lima, ließ er sich in der südperuanischen Stadt Arequipa nieder (dort stammt auch Mario Vargas Llosa her), hat die renommierte Buchhandlung Trilce geführt, später die Zweigstelle des nationalen Kulturinstituts und die Stadtbiobliothek. Das war der Umkreis, wo (auch in den dunklen Zeiten Perus) ein wichtiger Teil des kulturell-intellektuellen Lebens Perus stattfand.

Bisher gibt es wenig deutsche Übersetzungen der Gedichte von José Ruiz Rosas. Ein Übersetzercolloquium um Teresa Ruiz Rosas hat deshalb eine zweisprachige Anthologie veröffentlicht. Teresa erzählte uns sehr anschaulich von der intensiven und berührenden Arbeit des Ringens um die Sprache. Das Ergebnis hat etwas Perfektes, als wäre die Poesie eine Blüte im vollsten Moment der Entfaltung - wer Sprache liebt, kann es hier zweisprachig nachempfinden ...


Im Frühjahr diesen Jahres wurde José Ruiz Rosas im hohen Alter mit dem "Reconocimiento: personalidad meritoria de la cultura" ausgezeichnet - in Peru eine hohe Ehrung als Persönlichkeit, die mit ihrem ganzen Lebenswerk zur kulturellen Entwicklung des Landes beigetragen hat.

 





BRIEF AN DIE PASSANTEN V


Hier meine Nachkommenschaft
zurzeit erkältet;
hier meine Glühbirnen,
meine Bücher;
hier mein Trinkwasser,
meine Freunde,
mein in Zahlen erzähltes Leben, geschützt
vor Gefahren;
hier mein Gesang, freudig oder traurig
auf seinen Wegen wandernd
hier wie ein gleitender Schatten,
was ich lebe;
seine Anmut übersteigernd
das ganz Kleine;
hier mit Auguren zwischen Opfer
und Mörder;
hier, nun endlich, mit meinen Dingen
so ruhig
und dort: wie viel pochendes Unglück,
Völkermord,
wie viel grausamer Schmerz für widerstehende
Menschen,
wie viel Schande auf der Welt von Ewigkeit
zu Ewigkeit.



Epístola a los transeúntes V

Aquí mi descendencia
con resfríos;
aquí mi luz eléctrica,
mis libros;
aquí mi agua potable,
mis amigos,
mi vida numerada y preservada
de peligros;
aquí mi canto, alegre o triste, andando
sus caminos;
aquí como una sombra deslizándose
lo que vivo;
en hipérbole haciendo sus donaires
lo más mínimo;
aquí con sus augures entre víctima
y asesino;
aquí, al fin y al cabo, con mis cosas
tan tranquilo
y allá cuánta desgracia palpitando,
genocidio,
cuánto dolor atroz para los hombres
aguerridos,
cuánata vergüenza al mundo por los siglos
de los siglos.

 






DEM TOD SO NAH I


Der Glaube, er ist fort. Nur der Zweifel bleibt.
Da ist keine Überzeugung. Wahrheit ist Mysterium.
Jeder Führer, der lügt, gibt vor, aufrichtig zu sein
und hinter halber Wahrheit verschanzt sich jeder Redner.

Ich irre durch Nebel, von Morgenröte entblößt,
dem täglichen Streben preisgeben, verlorenes Faultier,
das gleich einem kranken Strahl
die Zeit allmählich verbraucht, jedes Mal, wenn es umzieht.

Jedes Ding, das ich betrachte, trägt in sich
die warme Hoffnung, eins mit mir zu sein;
die Dinge, verborgen hinter dem Wort.

Vielleicht wendet sich alles zum Guten,
häuft sich auf zu meinen Habseligkeiten
und ich treffe mich wieder am Boden des Abgrunds, den ich erwartete.




Vecino de la muerte I

O dark dark dark
They all go into the dark
T. S. Elliot
The Four Quartets
"East Coker" III Z1

La fe, la fe se ha ido. Sólo queda la duda.
La convicción no existe. La verdad es misterio.
Cada líder que miente pretende que habla en serio
y en su verdad a medias cada orador se escuda.

Corro pro entre nieblas que el alba ya desnuda
al afán cotidiano, perdido megaterio
que como un rayo enfermo desde su abstracto amperio
va consumiendo el tiempo cada vez que se muda.

Ya en la substancia tiene cada cosa que observo
qué cálida esperanza de ser uno conmigo;
las cosas, estas graves posturas tras el verbo.

Quizá todo se vuelque a mi lado de amigo,
se me acumule todo como un total acervo
y me reencuentre al fondo del abismo que digo.






AGENDA I


Es gibt unendlich viele Dinge,
die Ampeln, die Pilze,
die Hälfte, die Aquarien,
Tiefe der bescheidenen Herzen,
das Glied einer Kette, den Horizont, die Risse
und all jenes
störrisch für immer an seinem Platz.

Ich wiederhole, es gibt
unendlich viele Dinge, die langsam in uns eindringen.


Agenda I

Hay un montón de cosas,
los semáforos, los hongos,
la mitad, los acuarios,
el adentro de los humildes corazones,
el eslabón, el horizonte, las grietas
y todo aquello
heroicamente ubicado para siempre.

Repito, hay
Un montón de cosas que se nos clavan lentamente.

 



 





Aus: José Ruiz Rosas: El viento donde tus ques exclamas / Der Wind, der dein Staunen trägt. Gedichte, 1950 - 2009, eine Anthologie. Öffnet externen Link in neuem FensterVerlag Ralf Liebe, Weilerswist 2009
Die Gedichte finden Sie auf den Seiten: S.58/59, S.60/61, S.78/79
Übersetzercolloquium: Ines Hagemeyer, Teresa Ruiz Rosas, Rainer Maria Gassen, Monika Driller, Monika Winterson
Wir danken für die freundliche Genehmigung von Teresa Ruiz Rosas und dem Verlag Ralf Liebe.




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Tags: jose ruiz rosas, reconocimiento: personalidad meritoria de la cultura, peru, lyrik, arequipa
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Kille Enna: Süßer Rhabarber

Zum heißen Sommer: süße Rhabarber-Pickles

 

An dieser Stelle erscheinen seit fast 2 Jahren in regelmäßgen Abständen jahreszeitlich passende Rezepte der dänischen Spitzenköchin, Autorin und Fotografin Kille Enna (siehe auch Buchtipp unten).

Bio Bourbon-Vanille von HeuschreckeNaturbelassene Meersalze wie unsere traditionellen Salze oder Fleur de Sel heben die Aromen der Zutaten sehr schön hervor.
Pünktlich zum superheißen Sommerbeginn - und an den letzten Tagen der Rhabarbersaison - schnell noch ein süßes Rhabarberrezept von Kille.

Kille Enna hat u.a. viele kleine, aromatische Rezepturen entwickelt - Essigsude, Relishs, Pickles - als Zutat zu einem edlen Menü - oder auch zur Verschönerung einer schnelle Mahlzeit, z.B. mittags in der Heuschrecke. Hier ist wieder ein Beispiel dafür - ebenso wie die unten ebenfalls benötigten Zitronenpickles, die wir richtig wie Marmelade haltbar eingekocht haben, und für unsere schnellen Wokpfannen in der Mittagspause nehmen. Ein Tipp: anstelle von "normalem" Meersalz (dieses wird in gesättigter Meeressole gewaschen) empfehlen wir, einmal die naturbelassenen, traditionellen Meersalze oder Fleur de Sel zu probieren. Sie enthalten etwas weniger NaCl (91 bzw. 95% anstelle 97,5 - 99% wie bei Speisesalz) und etwas mehr der anderen Mineralien. Dadurch wirken die Aromen der Zutaten weicher und präsenter.



 






Süsse Rhabarber-Pickles

 

Kille Enna: Süße Rhabarber Pickles


Die Kombination von eingelegten Zitronen und Vanille harmoniert einmalig mit dem Rhabarber. Diese kleinen Rhabarberstreifen schmecken auch in Salaten sehr gut. Der Rhabarbersud ist übrigens lecker zu Eis oder frischen Sommerbeeren, Sie können mit ihm aber auch einen Kuchen tränken oder ein Dressing aromatisieren.



Zutaten
Ergibt 1 kleines Einmachglas



1) Rhabarber putzen, waschen, sorgfältig in streichholzgroße Juliennestreifen schneiden
und in ein sauberes Einmachglas füllen.


2) Zucker, Wasser, Vanillemark samt -stange und Meersalz in einem kleinen Topf zum
Kochen bringen. Ein paar Minuten kochen, bis der Zucker aufgelöst ist. Zitronenthymian oder
Thymianblätter mit Zitronen-Pickles hinzufügen. Den Topf vom Herd nehmen.

3) Den heißen Sud über den Rhabarber gießen und alles gut vermischen. Nur Geduld, der
Rhabarber fällt schon noch zusammen. Nach 10–15 Minuten beginnt er weich zu werden,
und es gibt dann mehr als reichlich Sud, um alles zu bedecken. Diese süßen Rhabarber-
Pickles sind im Kühlschrank bis zu 1 Woche haltbar.




best wishes from up north

 

Kille Enna



 

 




Kille Enna, Köchin, Gewürzspezialistin und Autorin

Kille Enna, Spitzenköchin, Buchautorin und Fotografin, lebt in Ystad.

Sie wird in Schweden und Dänemark fast wie ein "Idol für die naturbelassene Küche" verehrt, (siehe auch unser Portrait: Opens internal link in current windowKille Enna, Spitzenköchin, Fotografin, Autorin ).
 
Ihr Markenzeichen ist die tiefe Kenntnis im Umgang mit Aromen - sei es ganz puristisch im Umgang mit Früchten und Gemüsesorten, im Umgang mit Säure, Schärfe, Süße, - oder sehr reichhaltig im Umgang mit Gewürzen. Ihre Rezepte sind virtuos, was erst Erstaunen und dann ein sinnliches, lebensfreudiges Begreifen hervorrufen vermag.
 
 
Fotos © Kille Enna   Öffnet externen Link in neuem Fensterkilleenna.com

Buchtipp: Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag GmbH, München Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.christian-verlag.de . Rezepte nach Jahreszeiten, mit wunderschönen Fotos von Kille Enna. Das vorgestellte Rezept findet sich auf S. 44





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Tags: kille enna, rhabarber, bio-gewürze
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Prism

Ein Ende der Naivität

Das Internet ist nicht böse!

Wir MenDas Siegel der NSAschen entscheiden, ob wir etwas zum Guten nutzen oder zum Schlechten.

Wir können übers Internet Kontakte zu Freunden auf der ganzen Welt halten oder jegliche Information abrufen.
Wir können uns individuell fortbilden und zu Gruppen mit revolutionärer Kraft zusammenfinden, so einfach wie es noch nie vorher in der Geschichte der Menschheit möglich war.

Aber wir können das Internet auch für Unterdrückung, Kriminalität und Bespitzelung nutzen.

Spätestens seit der Computerexperte Edward Snowden veröffentlicht hat, dass der amerikanische Geheimdienst "NSA" mit dem geheimen Überwachungsprogramm "Prism" Zugang zu Daten großer Internetkonzerne wie Facebook, Google, Microsoft, Apple, Yahoo und AOL hat, wissen wir, dass die Zeit der naiven Internet-Nutzung vorbei ist.

Ohne rechtliche Grundlage wurde die Daten-Kommunikation von Millionen Internet-Nutzern abgezapft, gespeichert und analysiert.
Nicht die Daten von amerikanischen Staatsbürgern - das wäre gegen die amerikanischen Verfassung. Mails, SMS, Telefonate, Skype-Video-Calls, oder Facebook-Postings aus aller Welt, vor allem aber aus den arabischen Ländern und, man staune, beim Bündnis-Partner Deutschland.
(Neuesten Meldungen zufolge sogar mit Wissen und Duldung der Bundesregierung, die damit gegen den Grundsatz verstoßen hätte, ihre Bürger zu schützen.)

Schon durch die wachsende Internet-Kriminalität müssen wir heute auf die Sicherheit unserer Rechner achten. Ohne Firewall und Virenscanner kann man gar nicht mehr online gehen - als ich bei einem Freund mal Windows neu aufgesetzt habe und online ging bevor der Virenscanner installiert war, hatten wir uns innerhalb 4 Minuten einen Schadcode eingefangen. Einen sogenannten "Fly by"-Trojaner, der sich durch den bloßen Besuch einer infizierten Website installiert und weitere Schad-Software nachlädt.
Wir müssen lernen, keine Passworte auf Rechnern zu speichern, das Online-Banking durch TAN-Generatoren abzusichern und 2-Wege-Authentifizierung zu nutzen, wo sie angeboten wird.
Online-Sicherheit wird aufwändiger.
Und da unsere Regierungen uns abhören und überwachen ("BND" will 100 Mio. Euro in Ausbau der deutschen Internet-Überwachung stecken Opens external link in new windowhttp://www.spiegel.de/politik/deutschland/internet-ueberwachung-bnd-will-100-millionen-investieren-a-905938.html) sollten wir auch hier lernen, uns zu schützen und unsere privaten Daten zu verteidigen.

Es ist an der Zeit, wieder zurück zu rudern: in den 1980ern, (Prä-Internet) gab es grosse Proteste gegen die "Volkszählung" in der BRD.
Viele alternativ denkende Menschen wollten sich nicht zählen und vom Staat überwachen lassen. Ich hatte damals den Volkszählern den Zutritt zu unserem kleinen Bioladen in Köln-Deutz verweigert und riskierte bewußt Zwangsgeld und sogar Haftstrafe. Soweit ist es damals nicht gekommen. Aber ich war bereit, die wenigen Daten, die der Staat von mir erfragen wollte zu verteidigen. Einige Jahre später war ich so begeistert vom jungen und wachsenden Internet, dass ich meine komplette Autobiografie online stellte. Einen detaillierten Überblick über mein Leben "so far" mit Zeit- und Ortsangaben und bunten Bildern.
Und als ich die sozialen Netzwerke Facebook und Google+ entdeckte, waren sogar meine Alltagsaktivitäten weltweit öffentlich lesbar.
Wäre ja auch schön, wenn die Welt so gut wäre, dass niemand Geheimnisse haben müsste.

Hier ein paar Tipps, wie man sich gegen die Daten-Sammelwut staatlicher Überwacher schützen kann:

1. Vermeiden Sie große Mail-Anbieter für Ihren E-Mail-Verkehr. Ihre Mails bei Google oder MSN werden in den USA gespeichert.
Bei Mails über ein eigenes Internet-Web (zum Beispiel auf den Servern meiner Firma Opens external link in new windowwww.kpunkt.com ) bleiben die Daten in Deutschland (Serverstandorte Dortmund, Karlsruhe, Dresden) und werden nur von Ihnen gelesen. Durch WebMail (Confixx WebMail und alternativ Roundcube) und nacheinander geschaltete Spamfilter (Greylisting und Spamassassin) sind unsere Mailserver sehr komfortabel.

2. Verwenden Sie alternative Suchdienste.
Google speichert jede Suchanfrage. Wenn Google nicht mitbekommen soll, wonach Sie suchen, was Sie interessiert, dann können Sie z.B. über IxQuick Opens external link in new windowhttps://ixquick.de/ suchen, "die diskreteste Suchmaschine der Welt" (Eigenwerbung).

3. Nutzen Sie keine "Cloud"-Lösungen, die auf "irgendwelchen" Servern liegen.
Wissen Sie, in welchem Land Ihre Firmendaten dann liegen und wer Zugriff hat?
Wir empfehlen, Ihre Daten (wenn überhaupt) verschlüsselt in einer Domain auf Servern mit Standort in Deutschland abzulegen.
Zum Verschlüsseln empfehlen wir die kostenlose OpenSource Software "TrueCrypt".
Ziehen Sie Ihre "OwnCloud" Opens external link in new windowwww.owncloud.org internationalen Anbietern wie Google Drive oder Dropbox vor.

4. Verzichten Sie auf "Google Analytics".
Da damit die Daten der Besucher auf Ihrer Website nach USA geschickt werden und dort gespeichtert/analysiert werden, ist Google Analytics nicht konform mit deutschen Datenschutzgesetzen. Sie können bei Verwendung von "Analytics" rechtlichen Ärger bis hin zur kostenpflichtigen Abmahnung bekommen.
Schauen Sie sich das deutsche OpenSource-Analyse-Tool "Piwik" Opens external link in new windowwww.piwik.org an. Damit verlassen Ihre Daten Deutschland nicht. Piwik wird vom "Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein" als datenschutzkonforme Alternative zu Google Analytics empfohlen.

5. Statt GoogleMaps
können Sie alternative Kartendienste nutzen, wie z.B. OpenStreetMaps Opens external link in new windowhttp://www.openstreetmap.de/ - kostenlos, nicht kommerziell und ohne Daten zu sammeln.

6. Wenn Sie um Ihre Privatsphäre und Ihre Daten besorgt sind - verzichten Sie auf Facebook, Google+ und ähnliche Social Networks.
Eine OpenSource Alternative könnte "Diaspora" Opens external link in new windowhttps://joindiaspora.com/ werden. Da sind allerdings momentan noch deutlich weniger "Freunde" zu finden als auf "Fazebuch".
Mein Traum: ein wirklich SOZIALES Netzwerk, ohne Werbung oder Gewinnabsichten und nicht im Besitz einer Firma. Ein gemeinnütziges Netz, in dem sich alle Menschen treffen und austauschen können.
Vielleicht eine Vorstufe zu einem System der Basisdemokratie, in dem jeder zu jedem Thema abstimmen kann und diese Trends in politische Entscheidungen einfließen. Liquid democracy...  

Eine schöne Idee finde ich, die sozialen Netzwerke zu verwirren und Daten unbrauchbar zu machen.
Warum das korrekte Geburtsjahr angeben? Outen Sie sich als ABBA-Fan. Erweitern Sie Ihre Familie um Ihre 28-jährige Oma aus Mali.
Lesen Sie auch mal was von Krimi-Autoren wie Heidegger oder Adorno :-)
Liken Sie das neue Album der angesagten Punk-Band "NSA".

 



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

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Tags: prism, nsa, überwachung, spionage, datenschutz, internet-sicherheit, sicherheit, sicherheits-tipps
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Heiliger des Monats Juni: Antonius von Padua

13. Juni: Antonius von Padua

Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten psychologisch-spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht).




  • Schutzpatron vieler Berufe, der Liebenden, der Eheleute, der Frauen in all ihren Nöten, der Armen, um eine gute Ernte, verläßlicher Helfer der Suchenden



Moderne Lebensbeschreibungen weisen Brüche und wilde Wendungen auf, selbst das Curriculum Vitae in der Bewerbung um einen Managerposten darf sich heute mit einer Auszeit als Zirkusclown in Kolumbien schmücken.


Antonius dagegen ist fromm von Anfang an, statt wilder Jugend und folgender Bekehrung wächst er gleich im Kloster auf, wird Mönch und bleibt es, erst in seinem Geburtsland Portugal, später in Italien bei den neuen Franziskanern, als deren erster Theologe er auf persönliches Bitten des heiligen Franziskus wirkt. Auch wenn er manchmal vor vollen Stadien predigt, der äußere Verlauf seines Lebens bleibt unspektakulär und, wie seinerzeit üblich, kurz: er stirbt in Padua am 13. Juni 1231, erst 36 Jahre alt.


Warum ist dieser Antonius so populär, warum ist er der vielleicht meist verehrte Volksheilige schlechthin ? Weil er Wunder wirkt, Wunder ohne Ende, Wunder am laufenden Band. Wunder zu Lebzeiten in ungezählter Menge, Wunder nach seinem Übergang in die bessere Welt, Wunder über Wunder. Antonius war offensichtlich davon überzeugt, daß bei uns Weltkindern "Viel viel hilft", und so versetzt er Berge, löst Knoten, führt heraus aus Labyrinthen. Rund um den Globus wenden sich Millionen täglich zu ihm in Verzweiflung über Verlorenes, und Antonius bringt Sortier in diese widerspenstige Dingwelt, das durfte auch der Autor dieser Zeilen erfahren.


Natürlich kann man rumklügeln und angestrengt nach nicht-spirituellen Gründen für solche Erlebnisse suchen - wem´s Spaß macht, da wird sich schon was finden.
Man kann Wunder aber auch einfach staunend geschehen lassen, und zum Dank ein Gebet losschicken, eine Kerze anzünden, ein paar Blumen in die nächste Kapelle stellen, ein paar Euro extra dorthin schicken, wo sie gebraucht werden.


Wunder, eins der letzten Tabus. Normalbürger zucken zusammen, Religionslehrer winden sich wie die Aale, Berufsintellektuelle schütteln ihr schütteres Haar.
Warum das Aufgeregsel ? Wenn man an Gott glaubt, an das unseren Alltag und Kleinkram krass Übersteigende, dann sind Wunder das Normale, durchdringt der Schöpfer seine Schöpfung, ist sein hell leuchtender Funke so allgegenwärtig wie der Tau in der Wiese.
Jungferngeburt, Auferstehung, Visionen aller Art, das sind doch Peanuts für den Chef, da braucht der doch keinen Schlaumeier, ihm zu erklären, daß er das eigentlich nicht darf.


Na ja, und wenn man nicht glaubt, dann braucht man sich auch nicht zu wundern.







Freundlichst

Peter Kirwel






Peter Kirwel, Autor der Heiligen des Monats


Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb für Topas (Bio-Hersteller veganer Wheaty-Produkte) und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.



 

 

 

 

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Tags: antonius von padua, verlieren, finden, wunder
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