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Kille Enna: Topinambur - Püree

TOPINAMBUR -JOGHURT-PÜREE MIT ÄPFELN





Kille Enna, Köchin, Gewürzspezialistin und Autorin
Kille Enna, Spitzenköchin, Buchautorin und Fotografin, lebt in Ystad.
Sie wird in Schweden und Dänemark fast wie ein "Idol für die naturbelassene Küche" verehrt, wie uns unsere schwedischen Kunden versichert haben (siehe auch
unser Portrait:Opens internal link in current window Kille Enna, Spitzenköchin, Fotografin, Autorin ).
Zur Zeit ist sie in der Welt unterwegs für die schwedische Kampagne "STOP FOOD FUEL".
Kille liebt Gewürze, ihre Aromen, und ist begeistert von unseren Qualitäten. Wir wiederum sind begeistert von ihrer überschwänglichen Energie, ihrem Mut und der Kreativität in dem, was sie tut. Wir haben selten so lebensfreudig beschwingte, authentische Rezepte gesehen wie in ihrem Kochbuch (siehe Buchtipp unten, auch ein schöner Geschenktipp mit den künstlerischen Fotos von Kille Enna).

Das Nachkochen ist wie ein sich Hineinvertiefen in die jeweiligen Früchte oder Gemüsesorten, die im Zentrum stehen - eine Auseinandersetzung mit allen Geschmacksfacetten, Aromen und Eigenarten  - verstärkt durch die reichhaltigen Gewürzen, die Kille Enna ihren "Stars" aus der Natur gerne an die Seite stellt. Dadurch, oder manchmal auch durch überraschende Säure, Schärfe, Herbe oder Süße, werden die Sinne hellwach ...


Topinambur sind praktisch, sie sind über den ganzen Winter bis ins Frühjahr im Bioladen erhältlich, und halten sich gut eine Weile im Kühlschrank. Dieses säuerlich-nussige Püree hatte es uns angetan, eine leicht zuzubereitende Delikatesse zu einem Alltags- oder sogar Festessen.

Bio Senf schwarz


Benötigte Gewürze - z.B. von Heuschrecke:
Schwarzer Senf (Brassica juncea)
Pfeffer schwarz, Tellicherry-Qualität
Meersalz traditionell (Natursalz aus Portugal)

 

 



TOPINAMBUR -JOGHURT-PÜREE MIT ÄPFELN


Dieses frische, cremige Püree kann durchaus als Hauptgericht serviert werden. Aber auch
als Beilage zu gebratenem Fisch, Fleisch oder einer Bratwurst ist es lecker.

Zutaten

Beilage für 4 Personen

  • etwa 150 g dünn geschnittene Baconscheiben



Kille Enna: Topinambur Püree
Für das Topinambur-Joghurt-Püree:

  • 500 g Topinambur
  • Meersalz
  • etwas ausgelassenes Fett vom Bacon
  • 1 TL braune Senfkörner
  • 150 g Äpfel, gewaschenund Kerngehäuse entfernt, aber mit Schale
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 175 g griechischer Joghurt
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer





1) Für den Bacon: Baconscheiben auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Den Backofen auf 200 °C vorheizen und Baconscheiben darin 15–20 Minuten rösten. Alternativ in einer Pfanne braten. Das ausgelassene Fett aufbewahren.

2) Für das Topinambur-Joghurt-Püree: Topinambur putzen, waschen, schälen und im Ganzen in einem Topf mit leicht gesalzenem Wasser garen. Das Wasser abgießen. Eine Pfanne erhitzen und etwas Baconfett hineingeben. Senfkörner darin braten, bis sie aufpoppen und grau werden. Gekochten Topinambur in die Pfanne geben und mit einer Gabel zerdrücken. Äpfel grob reiben und mit Chiliflocken hinzufügen. Das Püree noch einmal erwärmen.

3) Die Pfanne vom Herd nehmen und griechischen Joghurt unterrühren. Das Topinamburpüree mit Pfeffer würzen und mit dem knusprigen Bacon servieren.




best wishes from up north

 

Kille Enna






Buchcover: Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag

*) Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag GmbH, München Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.christian-verlag.de . Rezepte nach Jahreszeiten, mit wunderschönen Fotos von Kille Enna.
Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung von Kille Enna und dem Christian-Verlag. Dieses Rezept finden Sie auf S.193.

Rezepttext u. Foto © Kille Enna   Öffnet externen Link in neuem Fensterkilleenna.com

Fotos Gewürze: Heuschrecke









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Tags: kille enna, topinambur, bio-gewürze, rezepte
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Heiliger des Monats März: Dismas

25. März: Dismas - auch eine Ostergeschichte ...



Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten psychologisch-spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht).
Und auch - seltsam aktuelle - Lehrstücke in Politik (Religion ist immer politisch), Philosophie, Soziologie und Pädagogik. Manchmal auch Soap Opera.

 

Schutzpatron der Todgeweihten und der zum Tode Verurteilten 



Als der Zimmermannssohn genug vom Dickebretterbohren hat und endlich loslegt, kann man sich gar nicht schnell genug im Keller verstecken. Alles, was am schönen blauen See Genezareth bei drei nicht auf den Bäumen ist, wird gecastet, Karpfenschlitzer, Steuerheinis, politische Wirrköpfe, egal und herzlich willkommen in der Mannschaft.


Bereits zu Lebzeiten Jesu wundert man sich über die Bauerntrampel, mit denen er durch die Lande zieht. Den Jerusalemern sind das galiläische Dialektstammler, die ihre Memorabilien in einer geradezu schmerzlich schlichten Sprache niederschreiben – so sie denn überhaupt schreiben können, horribile dictu.


Es gab wohl tausend treffliche Gründe für den Messias, sich bei der Auswahl seines terrestrischen Teams der erstbesten Dahergelaufenen zu bedienen.
Der Chef weiß schließlich mehr, als „Impulsveranstaltung“ steht Pfingsten im Firmenkalender, und reichliche Gaben von heiligem Geist werden der Gurkentruppe Feuer unterm Hintern machen: paßt schon.


Immer aber kann sich selbst die personifizierte Sanftmut nicht mit dem Gedanken an ein zukünftiges Update über das Elend hinwegtrösten. Wenn diese Vollpfosten auf offener Landstraße gerade mal zehn Meter hinter ihm sich die Köpfe blutig schlagen über der Frage, wer im Gottesreich welchen tollen tollen Job bekommen wird; wenn ihm alle neidhammelig nicht gönnen, daß ein Groupie seine frischgewaschenen Füße massiert; wenn ihm Petrus zum soundsovielten Male lautstark vor allen Leuten die Welt erklärt (und dieses Großmaul ihn dann wortgewaltig verleugnet, als es drauf ankommt) – dann reißt Jesus der Geduldsfaden, gefühlte Stunden kann er den Haufen plätten und zusammenfalten, Herrgottsakramentkruzifixnochmal.
Menschlich verständlich haben uns die Evangelisten von diesen spezielleren Herrenpredigten nur recht zarte Andeutungen überliefert.


Golgotha ist dann die Krönung des gruppendynamischen Prozesses. Er hängt gefoltert am Kreuz seinem Tod entgegen, nahebei auf einem Weg ist business as usual, die Leute kauen ihre Currywurst und machen sich lustig, spucken, werfen Steine, reißen Witze; selbst einer der mit ihm Todgeweihten würgt mit letzter Kraft dumme Sprüche auf den König in ihrer Mitte heraus – und seine Apostel, die Säulen der Kirche, die heiligen Zwölfboten - „standen in einiger Entfernung vom Kreuz“, wie Lukas gewohnt zurückhaltend formuliert. Einer der letzten Gedanken Jesu wird gewesen sein, „wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde“.


Und da hat der heilige Dismas seinen Moment in der kosmischen Geschichte des  Heils. Er, der Mörder Vergewaltiger Schwerverbrecher am Kreuz zur Rechten des ungekrönten Königs von Juda; der nun so leidet, wie ehedem seine Opfer litten; für den es unaufhaltsam dem Tod entgegen geht; dieser  Dismas sagt seinem Räuber-Kumpan, er solle das Maul halten und im Angesicht des Endes Gottesfurcht zulassen. „ Wir hängen am Holz, hätten besser früher hier gehangen. Der da hat nichts getan und stirbt wie wir. - Jesus, Mann Gottes, denk an mich.“
Und Jesus, der noch ungekrönte König, schlägt am Kreuz, diesem mystischen Thron des Menschensohnes, den Strauchdieb Dismas zum Ritter. „Der Abend dieses elenden Tages sieht uns beide – beide - nirgendwo anders als beim Vater. Uns erwartet das Paradies.“


Geprügelt haben sich seine Apostel, die Säulen der Kirche, um den Platz zu seiner Rechten. Als er aber zu vergeben war, der Platz zu seiner Rechten, da „standen sie in einiger Entfernung“, auf der Zuschauertribüne.
Und auf ewig am Thron steht Dismas, der schwarze Mann, der Böse, der einzige Heilige, den Gott selbst heiliggesprochen hat.


Sage mal einer, der Chef hätte keinen Humor – und Rache ist Blutwurst.






Peter Kirwel




Peter Kirwel, Autor der Heiligen des Monats


Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb für Topas (Bio-Hersteller veganer Wheaty-Produkte) und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.



 

 



 

 

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Vergessene Produkte

Aus dem Frühling meines Lebens...

Es gibt ja immer mehr junge Menschen, die sich gar nicht vorstellen können, dass es mal kein Internet gab.
Die ganz ungläubig fragen: "...und wie konnte man dann seine Mails abrufen?".

Bei vielen Dingen, mit denen wir aufgewachsen sind, schütteln unsere Kinder den Kopf: Wer kennt heute noch den Begriff „C90“?
Audio-Cassetten, Compact-Cassetten, FerroChrom und Chromdioxyd – ausgestorbene Begriffe der Tonaufzeichnung.

Da diese Technik für mich einmal sehr wichtig war, hier der würdigende Blog-Beitrag.

Compact-Cassetten dienten der Tonaufzeichnung und Wiedergabe.
Musik gab es im Radio oder auf Schallplatten. Und wer günstig kopieren wollte, konnte dies nur mit Tonbändern oder Tonband-Cassetten, quasi dem Urahn von MP3 und Cloud-Music.

Compact-Cassetten wurden von der holländischen Firma Philips 1963 zum Standard gemacht.
Vorher gab es schon verschiedene Vorläufer wie Tonbandspulen und in USA das 8-Track-Band, die uns aber hier nicht interessieren müssen.
Cassetten gab es in verschiedenen Längen. Bei der C60 passte auf jede Bandseite 30 Minuten Audio-Information - einmal umdrehen und man hörte 60 Minuten insgesamt.
C60, got it? Bei der C90 passten 2 x 45 Minuten drauf, was schon ziemlich gut für die Aufnahme beider Seiten einer LP (Langspielplatte) reichte. C120 boten noch mehr Spieldauer - aber das Bandmaterial war dünner, damit es in die genormte Größe der Cassette passte und dadurch riss das Band leichter oder es kam zu "Bandsalat".
Dann konnte man als erfahrener Bastler das hauchdünne dunkelbraune Material entwirren, mit etwas "Uhu" kleben und mit einem Bleistift das Band wieder aufwickeln. Das konnte so lange dauern wie die lange Version von "Innagaddadavida" mit Schlagzeugsolo...

Manchmal passte das letzte Stück der Schallplatte nicht mehr ganz auf die Cassetten-Seite.
Dann brach die Musik ab. Und man gewöhnte sich an das abrupte Ende.
Es soll Menschen gegeben haben, die Jahre später völlig erstaunt zum ersten Mal dieses Stück komplett mit Ende von CD gehört haben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Anfangs waren die meisten Cassetten leicht gelblich, fast elfenbein-farben und kamen von den Firmen AGFA oder BASF.
Vom Sonntags-Taschengeld konnte ich mir alle 2 Wochen 1 Cassette kaufen.
Später wurden die Cassetten dann in "poppigen" Farben hergestellt. Gelb, orange, lila wie Prilblumen. Und einige Jahre später waren sie dann wieder schwarz mit Metalleffekten und kamen von exotischen Herstellern wie "TDK" oder "Maxell".
Auch in der Qualität tat sich was. Im Bandmaterial war weniger Eisen (rötlich-braun) und immer mehr Chrom (dunkelbraun bis schwarz).
Das sollte einen besseren Sound bringen. Dafür wurde dann die Musik schlechter.

Waren die Abspielgeräte anfangs tragbare, mit Batterien bestückte Mono-Geräte mit wenig Funktionen, so wurden mit den Jahren daraus gestylte "Tapedecks" mit VU-Metern, Acryl-Schiebereglern, Stereo, DNS und DNL und Dolby.


Und Anfang der 1980er wurden sie dann wieder ganz klein, als Sony den "Walkman" erfand und man die Musik mit Kopfhörer überall hören konnte.
Ich war so begeistert von der Idee dieser kleinen mobilen Geräte, dass ich meine viele Kilo schwere "Komponenten-Anlage" und die tollen "Pearl"-Boxen verkaufte und vom Erlös einen gebrauchten VW und den ersten Sony Walkman kaufte.
Ich hatte viel Spaß in meiner Jugend.
Mein Ohrenarzt meint, die Hörschäden im Mittelton-Bereich kämen wohl aus dieser Zeit.



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.



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Tags: cassette, kassette, compact-cassette, c60, c90, c120, sony, philips, walkman
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BioFach 2013 Nachlese

Unsere globale Bio-Familie trifft sich

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Wir bedanken uns zunächst sehr herzlich bei allen Kunden-, Lieferanten- und InteressentInnen für ihren Besuch an unserem Messestand auf der BIOFACH 2013.



Die BioFach ist die Weltleit-Fachmesse für Bio-Produkte und findet jedes Jahr im Februar in Nürnberg statt. Einen solch intensiven Einblick in die Globalität bis zum Ursprung der Ware und in die Dimension der Branche gibt es nur hier. Unsere Produzenten reisen z.T. fast 10.000 km an - deshalb ist für uns die Anwesenheit auf der BioFach unverzichtbar - und deshalb hat die Messe für uns auch immer eine festliche Seite - unsere globale Bio-Familie (viele Kleinbauern) trifft sich.
Auf der BioFach kommt man einmal total aus seinem Alltagstrott heraus und blickt aus einer animierten Position auf seine eigene Firma und sein eigenes Tun. Diese Auszeit, wenn auch anstrengend, trägt dazu bei, neue Ideen zu schöpfen und sich selbst zu relativieren.



An unserem Stand hatten wir wie immer unser komplettes Sortiment an Gewürzen, Salzen, Kräutern und Tees ausgebreitet - bei uns ja fast wie ein Wiki-Nachschlagewerk. An Neuprodukten gab es dieses Jahr: Duftcurry, Keltisches Suppengewürz und Matcha Tee als preiswertere 2.Pflückung. Letzterer, der bekannte japanische Pulvertee der Teezeremonie, erlebt z.Zt. einen richtigen Hype, für Gesundheitsbewusste und (!) für Speedy-Partykids. Uns freut es, dass Japan Tee nach dem für die Bauern schwierigen Einbruch durch das Fukushima-Unglück wieder einen deutlichen Aufschwung erlebt.



Wir haben die diesjährige BioFach als offen und lebendig erlebt. Aus unserer Sicht waren die Besucherzahlen wieder besser als letztes Jahr. Nachdem der Sonntag als Messetag weggefallen war, sind viele der Naturkostfachhändler erst mal vergrault worden - nun waren es etwas mehr, und auffällig viele Urgesteine der Bioszene sind vorbeigekommen.
Auch das Gastland Rumänien verstärkte den Eindruck "back to the roots" mit vielen Kleinst-Ausstellern und einfachen Bauern für Milchprodukte, Früchte Honig und Blütenpollen. Hier konnte, wer sich die Muße nahm, einmal die Unterschiede der Blütenpollen aus den einzelnen Jahreszeiten kosten, die in den verschiedensten leuchtenden Farbtönen von Gelb über dunkles Purpur bis strahlend-Grün wie kleine Edelsteine aussahen. Ein hier nur als gelb-orange Einheitspollen bekanntes Produkt in seiner ursprünglichen Vielfältigkeit entdecken ...



Die Biofach ist seit einigen Jahren gleichermaßen für die Einkaufs- und Verkaufsseite wichtig. Jedes Jahr sticht auf irgendeine Weise ein Thema/Land hervor - dieses Jahr war es Portugal: eine wirklich große Anzahl junger portugiesischer Bauern und Bäuerinnen, die nach der Landflucht der Eltern in die Stadt wieder auf das Land der Großväter zurückkehren, besuchte uns (und die Kollegen) im Laufe der Messetage am Stand. Eine aktuelle Stadtflucht-Bewegung in der Eurokrise? Bio-Kräuteranbau scheint für sie sehr attraktiv. Ein Teil unserer Arbeit am Messestand ist auch immer Beratung - was könnte angebaut werden, was würde auf dem Bio-Markt noch fehlen, wovon gibt es immer zuwenig etc. ...



Auch auf der BioFach sichtbar und spürbar: bei vielen Agrar-Produkten, auch Kräutern und Gewürzen, gibt es das Phänomen ‚Go East'. Nach der Ost-Erweiterung der EU stiegen dort natürlich, wie gewollt, die Löhne, die Qualitätssicherung wurde besser gemäß den hohen EU-Standards, Kosten und Preise nähern sich dem Westen.
Die Naturkostbranche reagiert dann leider manchmal (öfter?) nicht anders als die konventionelle Lebensmittelindustrie: wer früher in Polen gekauft hat, geht jetzt in die Ukraine, und wer in Kroatien gekauft hat (EU-Anwärter, ab Sommer 2013 EU-Land), kauft jetzt in Bosnien, Albanien etc. für die Hälfte ein. Das bekommen wir konkret als Partner und deutscher Importeur des Wildsammlungsprojekts Terra Magnifica in Kroatien zu spüren.
Derselbe gnadenlose Preisdruck (wo wir uns fragen müssen, wie real der eigentlich ist?), der auch zu unseren typischen, schneller getackteten Lebensmittelskandalen führt.



Grundgedanken der EU, Zitat EU:

"So steht die EU für humanistische Werte und ein Gesellschaftsmodell, das von der großen Mehrheit der Bürger unterstützt wird. Die Europäer wollen die ihnen überlieferten Werte erhalten, zu denen der Glaube an die Menschenrechte, gesellschaftliche Solidarität, freies Unternehmertum und eine gerechte Verteilung der Früchte des Wirtschaftswachstums, das Recht auf eine geschützte Umwelt, die Achtung der kulturellen, sprachlichen und religiösen Vielfalt und ein harmonischer Ausgleich zwischen Tradition und Fortschritt gehören"

(http://europa.eu, Europa in 12 Lektionen). Schön, nicht? (Wie ist das gerade mit Ungarn - exkommunizieren?)



Am Vorabend der BioFach findet traditionell unsere "Trust Organic Small Farmers" Konferenz statt. Diese Netzwerk- und Selbsthilfe-Initiative von Bio-Kleinbauernprojekten und gleichgesinnten Importeuren und Händlern von 4 Kontinenten haben wir 2007 mitgegründet (siehe auch: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2013/02/21/trust-organic-small-farmers.htm). Der offene Austausch ist in der Globalwirtschaft wahrscheinlich einmalig: in einem Sharing berichtet jedes der Projekte und jede der Firmen, wie es ihm im letzten Jahr ergangen ist, Erfolge wie Schwierigkeiten, und gemeinsam auf der Suche nach z.T. unkonventionellen Lösungsstrategien. Dieses Jahr kristallisierten sich zwei Themen heraus:

1) Der eigentlich wichtigste Bereich, in dem Kleinbauernprojekte sofortige Unterstützung benötigen, wäre "lokalen Forschung". Das ist im "unfriendly" Vormarsch der Patent-Saatgut- und Gentechnik-Multis und der Agro-Industrie offensichtlich. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft braucht fast kostenlose lokale Strategien für vermehrungsfähiges Saatgut, selbst herstellbare, lokal abgestimmte und für den Öko-Landbau taugliche Schädlingsbekämpfungsmittel, sowie im Klimawandel resistente Pflanzenvarietäten. Zwei Beispiele aus unserer Gruppe:
Die Wupperthal Original Rooibos Cooperative hat eine 70jährige Wissenschaftlerin kennengelernt, die nun ehrenamtlich lokale Mittel gegen den größten Rooibusch-Schädling, einem Wurm, der die Wurzel zerstört, erforscht. Erste Ergebnisse zeigen, dass aus einem lokalen Wasser ein bestimmter Pilz isoliert werden kann, der die Wurzeln schützen würde.
Die professionelle NGO PDS in Kerala hat ein eigenes Schulungs- und Forschungscenter gegründet. Hier war es ebenfalls ein Erfolg, einen Pilz zu züchten zum Schutz der Cardamom-Wurzeln vor einem Wurmschädling, der von den Bauern selbst kostenfrei auf Kaffeesatz vermehrt werden kann.

2) Was kann eine relativ kleine, nur lose organisierte Initiative mit wenig Finanz- und Zeit-Ressourcen an Öffentlichkeitsarbeit stemmen?
Die Aufforderung der Projekte an alle der Gruppe: "Visit each other", und erzählt darüber. Sehr schön! Machen wir - auf nach Zimbabwe!






Dieses Jahr wurde unsere Initiative von IFOAM eingeladen, sich auf dem BioFach-Kongress in der Session "Social Justice and Organic Agriculture - Do We Care?" zu präsentieren.
Diese IFOAM-Veranstaltung war hochspannend. In 5 Beiträgen, darunter von Sunil Joseph Muricken für Trust Organic Small Farmers, ging es letztlich um Grenzen und unbeabsichtigte Folgen des institutionalisierten Fairen Handels unter dem Wachstumsdekret.
Es gibt mittlerweile fast eine Handvoll Fair-Trade-Zertifizierungen (im Down-Grade-Wettbewerb), zusätzlich zu den unterschiedlichen Bio-Zertifizierungen für EU, USA, Japan, Schweiz und Norwegen. Jeder Abnehmer hat seine Anforderungen, und die Produzenten geben zigtausend EUR allein für Zertifizierungen aus. Zertifizierungen bedeuten Monitoring, Datenerhebung und Kontrolle auf hohem westlichen Standard (für Kleinbauern viel Realitätsfernes), und beinhalten keinerlei Beratung.

Das Denken wurde bei folgenden Berichten auf den Kopf gestellt:

In einem kürzlich erstellten Hungerbericht heißt es, dass unter 20% der Hungernden aus Stadtgebieten / Slums stammen, aber über 50% der Hungernden Kleinbauern sind.

In Peru gab es ein Quinoa-Projekt zur Förderung der ärmsten Kleinbauern. Ein Diagramm zeigte eine steigende Umsatzkurve. Dahinter verbargen sich folgende (wahrscheinlich typische, dass müsste in größerem Rahmen erforscht werden) Entwicklungen: der Export steigt, der Anbau wurde von Medium Scale Farmers, also mittelgroßen Bauern übernommen, die Kleinbauern fielen aus den Produktionsprozessen bei steigender Nachfrage raus, die Preise im Inland stiegen für das wichtige Nahrungsmittel Quinoa stark an, und damit auch der Hunger.

 




Im einem anderen Vortrag des BioFach Kongresses ging es um das EU-übergreifende Projekt GeoFairTrade - den Bauern bis aufs Feld schauen, ebenfalls reine Indikatorenentwicklung und Datenerhebung für westliche Konsumenten, aber ohne praktische Beratungsunterstützung vor Ort. Das kam nicht gut an bei einigen unserer Projektpartnern - sie erinnert dieses westlich gedachte Tool fast an Überwachung, eine Maßnahme auf Facebook-Niveau. Zitat Kleinbauern: "Wir müssten sagen, baut Eure Lebensmittel doch selber an."



Eine Klage von Kleinbauernprojekte, die wir auf der BioFach gehört hatten, ging um die geplante scharfe EU-Regulierung von Mineralölrückständen in Lebensmitteln über Verpackungsmaterial (Recycling-Papiersäcke). Eine solche Regulierung würde schlagartig alle Kleinbauern vom Markt ausschließen, die nicht die Marktmacht haben, an einwandfreie Papier-Säcke zu kommen. Hier wurde nicht nur Regulierung, sondern auch Unterstützung durch die EU gefordert. Regulierung folgt der Jahrhunderte gängigen Praxis, das schwächste Glied in der Lebensmittelkette für Schadstoffe verantwortlich zu machen - den Bauern statt der Kunststoff-, Papier-, Verpackungs-, Farb- und Druck- oder chemischen Industrie.



Sprunghafte Entwicklungen entstehen nach zufälligen oder seltsamen Zusammentreffen von Menschen mit unterschiedlichsten Fachkenntnissen. Folgende ungesteuerte Ereignisse an unserem Stand könnten die Keimzelle für wunderbares Neues werden ...

... Wolfgang Wilhelm, Pionier für Biotee (ihm verdanken wir, dass es in Deutschland ein ziemlich komplettes Teesortiment bis in die höchsten Qualitäten in Bio gibt) trifft erstmalig zusammen mit Heribert Schramm (er gründete einen professionellen Obst- und Gemüseimport für die deutsche Bioladenszene) und Helmut Gote (Kölner Gastrokritiker, Autor von Rundfunk- und Fernsehsendungen, sowie Büchern im Foodbereich, und bio-affin, sofern es bessere Qualität hat).

... Jochen Schritt, Gründer eines alteingesessenen Naturkost-Fachgroßhandels trifft Sunil Muricken vom Kleinbauernprojekt PDS aus Indien/Kerala, der noch ganz in Rage wegen GeoFairTrade war (s.o.).

... unser Lieferant Roman Turk, Gründer des Wildsammlungsprojekts Terra Magnifica in Kroatien trifft zum ersten Mal seinen Kollegen aus dem Nachbarland Ungarn, Guszti Dorotovic, der (u.a. für uns) die Bio-Paprika-Kleinbauern koordiniert. Beide haben gemeinsam, dass sie wirklich Alles durch die Umstände bedingt (nach dem Balkankrieg bzw. nach Ende des Realsozialismus) höchst kreativ auf teilweise unkonventionellen Wegen selber erfinden mussten.




Wir halten Sie auf dem Laufenden, wenn da was Neues erfunden wird ...




Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner

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Tags: biofach messe 2013
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Gastbeitrag
13.03.2013
10:03

Ohrenkuss: Freundschaft

... springen und lachen, wie ein geborenes Kind im Jahr ...


Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen regelmäßig bei uns zu aktuellen Themen.
Der Anfang des Jahres 2013 steht unter dem Thema Freundschaft. Die folgenden Texte stammen von den Ohrenkuss-AutorInnen Julia Bertmann, Lars Breidenbach, Aladdin Detlefsen, Dominic Edler, Claudine Egli, Nora Fiedler, Angela Fritzen, Julian Göpel, Verena Günnel, Marc Lohmann, Antonio Nodal, Romy Reißenweber, Marley Thelen, Maria Troyer und Verena Elisabeth Turin, zusammengestellt von Katja de Bragança.
Die Texte sind erstmalig in der Ausgabe von "Das Band" erschienen, 1/2013 (Opens external link in new windowwww.bvkm.de)

Alle Texte diktiert, wenn nicht anders angegeben. Ergänzungen in Klammern oder in kursiver Schrift.

 





Ohrenkuss: Freundschaft



Opens external link in new windowBrieffreundschaft. Johanna von Schönfeld
Opens external link in new windowClaudine Egli (42)

Das Thema Freundschaft hat sie sehr aufhorchen lassen, und sie hat mir umgehend diktiert: "Freundschaft ist Liebe."

 


Opens external link in new windowAntonio Nodal (38)


Ich möchte Freund sein und Unsinn, bei Ohrenkuss ist auch 15 Jahre hier und mit den Leuten hier nur Freund sein und Unsinn machen.
Freundschaft ist Liebe!

 


Opens external link in new windowMarc Lohmann (33)


Freundschaft: Mit uns Kollegen zusammen sein. Und reden mit denen. Und für die Zeitung (Ohrenkuss) schreiben.
Freundschaft: Auch Freund sein. Mit Kollegen von Ohrenkuss: Freundschaft behalten kann.
Freundschaft: Spaß haben, gute Kumpels. Bester Freund. Lachen und Witze machen. Mit Freunde Gespräche führen oder bei der Arbeit.
Freundschaft: Essen gehen, ins Kino, Konzerten, Theater. In die Oper gehen, aber nur ganz selten.
Kontakt aufnehmen: Von mir aus!
Adressbuch, das braucht man. Zum nachzugucken. Telefonnummer und Vorname und Nachname.
Ich hab von dem Daniel und der Verena Briefe geschrieben und ich hoffe dann auch gut ankommt und durchlese zuhause.
Bei Absage: Was anderes überlegen!

 

 

Opens external link in new windowLars Breidenbach (37)


Liebe Ohrenkuss, ich schreibe Thema, heißt Freundschaft. Ganz wichtig: (durch) dick und dünn zusammen heißt Freunde. Freundschaft heißt auch überarmen (umarmen), Wangenkuss, höflich, nett sein ist wichtig!
Kein Streit, streiten ist nicht so schön (weil) dann Freundschaft aus ist. Freundschaft, mit Freunden ausgehen: spazieren gehen,  essen gehen, schwimmen gehen, auch Sauna.
Oder Picknick, Thema heißt Wiese, Picknick auf Wiese, aber ohne Sonne, Sonne kann ich nicht haben, Sonnenbrand, und Hitzepöckchen, Ausschlag Haut, will ich nicht haben. Oder Kaffeetrinken zu Hause, oder Geburtstag feiern mit Freunden.
Kontakt (halten) ist wichtig: Thema heißt Telefonieren, Telefon sprechen ist wichtig,
Kontakt halten, anrufen mit ... (zählt seine Telefonfreunde auf).




Zeichnung: Freundschaft. Maria Troyer
Opens external link in new windowMaria Troyer (24), handgeschrieben


Freundschaft / Kaufen kann man Freundschaft nicht. / Bezahlbar ist es nicht. / Man kann nur Freunde sein. / Beste Freunde hat man überall. / Eine Freundin kann gut zuhören,
wenn man Probleme hat. / Oder über Buben zu reden. / Einfach nur zusammen sein,
wie es Freunde gerne machen.






Opens external link in new windowJulia Bertmann  (31), am Computer geschrieben


Freunde finden kann man in der Schule, bei der Arbeit oder beim Sport. Freunde braucht man zum quatschen. Wenn ich ins Kino gehe, gehe ich mit meiner Freundin.
Wenn man traurig ist können Freunde einen trösten. Ich habe auch Brieffreunde.
Wir schreiben uns regelmäßig. Man kann mit Freunden auch telefonieren bis das Ohr ganz heiß ist. Meine Schwester und ich sind auch dicke Freunde.
Meine Freundin und ich kennen uns schon über 20 Jahre. Jeder hat ein anderes Hobby.
Aber wir verstehen uns trotzdem.





Opens external link in new windowVerena Günnel (25)


Freundschaft ist viele Freundinnen kennen lernen. Um zum Reden und miteinander zu verabreden. Und zu einladen. Wir gehen ein bisschen Stadt laufen, manchmal gehen wir zum Weihnachtsmarkt oder ins Kino gehen, Film anschauen. Und einkaufen.
Ich hab ein beste Freundin. Den Namen darf ich nicht verraten. Ist eine Kollegin von mir an mein Arbeitsstelle von mir. Die ist noch jung. Die ist meine beste Freundin.
Wenn ich befreundet bin, dann muss ich mich Respekt nehmen, mich sensibel sein, freundlich anzusprechen wie ein Freundschaftigkeit Freundschaft zu nehmen. Und jemand ansprechen, dann sind wir in Kontakt. Manchmal rufe ich sie zu Hause an, mit dem Telefon vielleicht und mit dem Handy. Dann rede ich mit ihr und dann verabreden wir.
Es gibt manchmal auch keine Freundschaft, wenn keiner Freundschaft nehmen will. Es ist schwierig zu entscheiden wie Freundschaft, weil das Mittel das alles wegen diese Freundschaft jemand ein Position zu sich selber zu entscheiden, wenn Freundschaft keinen mehr hat. Dann muss sie sich selbst erinnern, sein Zukunft zu nehmen und zu sagen, was sie braucht.





Opens external link in new windowMarley Thelen  (20)


Aktivitäten mit Freunden zu jeder Jahreszeit! Frühling, da blüht auch manchmal der Apfel und wir pflücken gerne und wir springen und lachen, wie ein geborenes Kind im Jahr und Spaß machen. Wir machen eigentlich Freundin und Freund schwimmen gehen. Im Sommer und Eis essen. Am Herbst geh ich am liebsten mit dem Hund raus und mehr Spaß finde ich, wenn wir zu Melbad gehen. Im Winter bleiben wir zuhause. Da machen wir eine große Weihnachtsfest zu Feiern. Dazu gibt es noch etwas zu essen.





Opens external link in new windowJulian Göpel (29)


Freundschaft ist für mich, dass man ein Geschenk rüber bringt zu seiner besten Freundin. Freundschaft ist telefonieren.
Freundschaft bedeutet, dass man so viel zusammen feiern darf, wie man will. Freundschaft bedeutet, dass man schöne Texte
schreibt, per Computer, per E-Mail für den anderen.
Mein bester Kumpel, mit dem kann man viel Unterhaltung als Freundschaft. Freundschaft ist dann in der Freizeit aktiv. Mit Freunden über stupide Themen reden.
Freunde kennen lernen beim Sport und bei der Disco. Man kennen lernen in Kino und geheime Botschaft zu senden, nur der Freund verstehen.





Opens external link in new windowAladdin Detlefsen (27)


Wenn einer sagt bis du mein Freund. Fühlt sich gut an. Freunde ist mein Kumpel. Kein Freund is Fremder, kenn ich überhaupt gar nicht. Ich fühl mich besser. Mein Gefühl sagt viel besser.
Freunde ist Freunde. Zum Verabreden. Freunde hab ich Pierre und Tobias und so weiter.
Verschiedene Kumpels. Eine will Kino gehen, eine will zum Wohnung gehen und Film gucken zu Hause. Andere will Fußball gucken. Oder zum Mittagessen gehen. Theater angucken.
Verabreden ist egal. Mein bester Freund bin ich am liebsten zusammen.
Miteinander sprechen, auch Gebärdensprache. Telefon fragen was willst du machen?
Ganz viel Kontakt. Wenn ich anrufe und Bescheid sage und frage: na has du Lust, hast du Bock auf was? Die Betreuer, muss telefonieren, wann, die Uhrzeit und Treffpunkt.





Dominic Edler (29), selbst auf dem Computer geschrieben


Meine Busenfreunde / Das Meine Zwei Freunde.
Der Frieda er ist für mich ein bester Freund / Wenn ich mall Krank bin ist er wie eine Krankenschwester  / ich kam von ihn sehr weil Lermen und gut zuhören  / ich Mark ihn so wie er ist er ein sehr guter Familenferund mit Behinderung.
Der Mark ist lieber guter Kollege und Freund. Er birgt mich zu Lachen bei jedem Spaß.





Opens external link in new windowAngela Fritzen (38)


Meine Freundin heißt Christine. Wir haben sehr viel gespielt. Mit Instrumente. Du hast mit mir Klavier und Blockflöte gespielt. Sie war nett und freundlich mit mir. Und sie spricht auch sehr gerne über die Freundschaft. Das ist wichtig für mich. Sie ist genauso alt wie ich, 38 Jahre alt. Beide im Mai 39. Sie ist gestorben am Dienstag. Sie ist im Krankenwagen gestorben. Ich war auch bei der Beerdigung dabei.
Wir haben zusammen auf einem Zimmer geschlafen, früher mal, als der Vater noch gelebt hatte.  Ich habe mitgemacht, was die machen, einfach mal. Die hat nicht nur Klavier gespielt, die hat auch Schlagzeug gespielt. Ich war dabei. Es war meine einzige Freundin und meine beste Freundin sogar.
(Eine neue Freundin) müsste genauso klein wie ich, dieselbe Größe. Sie kann freundlich sein und fröhlich und sie kann sehr gut lachen. Der soll freundlich sein, ich will, dass die mit mir lacht und Zärtlichkeit mit mir umzugehen. Die auch das Vertrauen hat und das will ich gerne haben.
Freundschaft: Sie muss einen Freundin haben, wenn ihr mich versteht. Wenn du meine Freundin wirst, dann würde ich dich gerne auf meinen 40. Geburtstag einladen.
Zusammen Kaffee trinken. Mit mir Kontakt haben.
Keine Freundschaft: Sobald mich einer schlägt, so etwas gibt es auch. Ich kenne einen. Da war die Freundschaft für mich zu Ende. Das fand ich nicht so prickelnd gut. Weil ich war ziemlich sauer über sie.  Jetzt will sie noch mit mir Kontakt haben. Nein, kriegst du nicht. Ende.
Freunde finden?  Ich muss mir eine nehmen.  Aus dem Freundschaftsbrief. Da habe ich schon mal gemacht mit der Veronika Hammel. Die schicke ich auch SMS auf Handy.




Opens external link in new windowNora Fiedler (23) selbstgetippt


Freunde findet nicht über all auf der welt freunde sind die sich gerne mögen mit denen reden tanzen und lange auf blieben ... aber nur wenn die eltern weg sind oder nachtdinste oder doppelkopfkurse haben. so sind meine bessde freunde und das machen sie auch so wie ich.
Besste freunde sind für mich das allawichtikste in leben / meine freunde tanzen immer zu ihren musick wenn sie langwilich sind. Aufjedenfall sind die meine bessde freundinen eine von denen reitet ihren leben lang und spilt hocki das ist ihr ganzes leben das ist meine allabessde freundin das iist mir nicht egal. Ich habe kein besster freund er ist immer genervt auf mich wenn ich zu na bin meine bessde freundin ist nicht ervunden
sie ist echt. Ende.



Opens external link in new windowDaniel und Fabian Rauers: Auch ein Bruder kann ein bester Freund sein.
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Romy Reißenweber
(23), auf dem Computer geschrieben


Wozu sind Freunde (und Freundinnen) da? Das man sich austauschen kann und füreinander da sind. Was für Sorten Freunde gibt es? Das man entweder hinten rum erzählt oder Direkt ins Gesicht. Was sind Freunde genau? Das man zusammen hält. Woran erkennt man einen Freund / eine Freundin? Über Freundin kann man über alles reden oder mit Freund kann man ein Paar  werden. Was macht man mit Freunden? Freunde treffen, Stadtbummeln , Kino gehen. Ist es wichtig, ob die Freunde eine Behinderung haben? Oder ist es egal? Nein Ich finde es in Ordnung. Jeder hat ein Handicap wir haben was gemeinsam Down Syndrom. Erzähle von Deiner besten Freundin. Sie hat mit 18 Lebensjahr Epilepsie bekommen. Wie findet man Freunde? Hast Du einen gute Tipp? Ja das man keine aussuchen kann man muß es akzeptieren wollen. Wie kümmerst Du Dich um Deine Freundschaften?  Entweder Briefe schreiben , SMS schreiben , oder anrufen , E-Mail.
Was fällt Dir schwer? Wo brauchst Du vielleicht Unterstützung? Ich tue es mir schwer zu erklären könnt ihr mir Unterstützen bitte.





Opens external link in new windowVerena Elisabeth Turin (33), mein Text ist aus meinen Kopf entstanden. Und ich habe selbst von einem weißen Blatt aufs Computer per E-Mailpost abgetippt.


1) Freunde und Freundinnen sind für schlechte Zeiten von seinen Freunden da. Wenn sie in allgemeinen Schwierigkeiten sind. Und sie halten auch fest zusammen. Anschließend unternehmen sie sehr viel miteinander.
2) Es gibt viele Sorten von Freunden. Und auch falsche Freunde.
3) Freunde sind genau, wenn man um sie sehr lieb kümmert. Und Sorgen macht. Und manchmal anruft und fragt wie es es ihnen geht.
4) Man erkennt einen Freund und eine Freundin nur, dass sie sehr nett sympatisch, sehr liebevoll, respektvoll, ein wenig besorgt, einfühlsam, verlässlich, nachgebend, wiedergebend sind.
5) Mit Freunden kann man vieles unternehmen. Zum Beispiel: Eis und Pizza und Trinken ins gathaus gehen, spazieren, Disco gehen, Bibliothek gehen Eislaufen, Schwimmen, Kino gehen, Einkaufen.
6) Für mich sind die Freunde die eine Behinderung haben sehr wichtig. Und mir ist es das egal, wenn meine Freunde eine Behinderung haben. Mein Freund ist ein Epileptiker.
7) Meine Freunde finde ich im Computer wenn ich E-Mailbriefe schreibe. Oder wenn ich bei euere Seite Ohrenkuss bei den vielen Steckbriefen von Fernkorresspondenten / in Autoren hinklicke. Und ganz  selten im Internet wo ich bestimmte Adressen suche. Manche finde ich in Urlaub neue Freunde.
 8) Was mir schwer fällt ist meinen Freund eine Watsche zu geben.
 9) Bei der Unterstützung brauche ich nur Zug und Busverbindungen von meinen vater der im Computer nachschauen geht. Welche Zug und Busverbindungen sind..
Wenn ich nach St. Chrsitnina ins Grödnertal zum meinen Freund fahre. Und auch wieder zurück nach Sterzing.
10) Ich habe zwei gute Tipps meistens mache ich ein Fragebogen. An den interressanten Menschen die ich sehr bewundere. Zuerst schriebe ich immer ein Vorstellungbrief an diese Menschen. Meistens steht bei meinen Fragebogen ob sie oder er vergeben sind oder nicht, und wie sie oder er heißen, Lieblingsgetränkeund Speißen, Hobbys, Musikarten haben drinnen. Und dann tun diese Menschen diesen Fragebogen auszufüllen und schicken es mir per Post wieder zurück. Man kann auch etwas ausmachen, und sich in der Bar, Disco Schwimmbad treffen.
11) Ich kümmere mich ganz lieb um meine Freundschaften. Auch wenn es um alte Freundschaften geht. Meistens schreibe ich Briefe an sie. So eine Art Brieffreundschaften

 

 

 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Fotos und Texte © Ohrenkuss
 
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Tags: ohrenkuss, down syndrom, beste freunde und freundinnen, freundschaft
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