Blog-Text-Suche

Meist gelesene Posts

Trocknungsverfahren für Kräuter und Gewürze
95975 mal gesehen   21.03.2014
Heiliger des Monats März: Oscar Romero
94568 mal gesehen   24.03.2014
Verschwörungstheorien
75337 mal gesehen   19.05.2010
Blogst Du hier!
75190 mal gesehen   21.10.2009

Archiv

Abonnieren für RSS-Reader

RSS 0.91Nachrichten
RSS 2.0Nachrichten

Zur Zeit wird gefiltert nach: November 1
Filter zurücksetzen

Heiliger des Monats November: Stephanos der Jüngere

28. November: Stephanos der Jüngere

Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten psychologisch-spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht).






  • Schutzpatron der Kunst, insbesondere der Malerei



Anfangs der 1980er Jahre las man auf manchen innerstädtischen Betonmauern der völlig überraschend kurzfristig vom Punk infizierten Bundesrepublik den anarchistischen Slogan "Wir brauchen keine anderen Herren, wir brauchen gar keine !". Gerichtet war das gegen die Linken und deren Tendenz, nach Erringung politischer Macht zu "roten Zaren" zu mutieren - im "realexistierenden Sozialismus" des damaligen Ostblocks hatte man das Trauerspiel ja ständig vor Augen.


Herrschaftsfreiheit, ein schöner philosophischer Traum. - Als an einem Mittwoch im Jahr 765 in der hochzivilisierten, kultivierten und prächtigen Metropole Konstantinopel die Obrigkeit zu verstehen gibt, daß sie sich etwaigen spontanen Äußerungen des Volkszorns gegen einige bereits inhaftierte, dem Kaiser mißliebige Mönche nicht entgegenstellen werde, verwandeln sich im Handumdrehen scheinbar normale Bürger zu begeisterten Killern. Mit Hurra!! wird das Gefängnis gestürmt, mit tobender Begeisterung werden der Abt Stephanos und einige andere Mönche herausgeschleift und so lange von mittlerweile blutbeschmierten, ganz freiwillig tätigen "Normalbürgern" durch die gefegten und gepflasterten, von übervollen Läden gesäumten Straßen der Stadt geprügelt, bis von Stephanos und den Brüdern selbst die Leichen in Stücke gerissen sind.
Dieselben lieben Mitmenschen drücken abends ihre Kinder ans Herz, liegen im Ehebett, gehen am anderen Morgen ihrer Arbeit nach - ganz wie die SS-Leute der Vernichtungslager, die nach getanem Werk mit Pantoffeln an den Füßen im Familienkreis den Tag gemütvoll ausklingen lassen.
- Merke: wenn im wirklichen Leben die Zügel gelockert werden, braucht es keine Stunde bis zum ersten Pogrom, das ist der Mensch.


Und, womit brachte der kleine, ganz machtlose Abt Stephanos die Bosse gegen sich auf ? In der Zurückgezogenheit seines abgelegenen Klosters hat er sich der Ikonenverfolgung widersetzt. Kaiser Konstantin V. setzt aber wie sein Vater Leo auf eine Politik der Bilderfeindlichkeit, die de facto ein Kampf gegen das Mönchtum ist. Die Klöster sind Festungen einer unabhängigen Kirche, Horte lokaler Frömmigkeitstraditionen, der Heiligenverehrung und eben auch der Ikonen, die ja ausschließlich von Mönchen gemalt werden dürfen. Absolutistischen Staatsideen von strammem Durchregieren stoßen da an ihre Grenzen, und diese Grenzen möchten die Kaiser ausdehnen. Eine Kirche ohne Inseln der Unabhängigkeit, ohne Mönchtum, ohne Bilder, reduziert auf Symbole und Ideen, wird schnell so einflußlos, privat und blaß, daß man sie "vor einer weißen Wand nicht mehr sieht". Prima für Tyrannen jeder Couleur ! Erbarmungslos drischt die chinesische Führung auf die tibetischen Klöster ein, abertausende Kirchen wurden im sowjetischen Rußland abgerissen, alle Orden in Nazi-Deutschland verboten. Herrschaft will alleine sein, haßt Widerworte.


Schöner Traum "Herrschaftslosigkeit", will ohne Gewalt auskommen, klappt leider nicht auf dieser "besten aller Welten" -  schrecklicher Albtraum Diktatur, entfesselt alle Gewalt, zerstört sich immer selbst (Napoleons Außenminister Talleyrand sagte zu seinem Chef: "Mit Bajonetten kann man alles mögliche machen, nur nicht darauf sitzen.").


Gut ist alles, was es dem Menschen ermöglicht, der Macht Zügel anzulegen, Freiräume für bunte Lebensentwürfe zu erhalten, durch Kunst und Religion und zweckfreies Denken Fenster zum ganz Anderen offen zu halten - der Abt Stephanos starb für mehr als für ein paar bemalte Bretter.





Peter Kirwel




Unser Geschichtenerzähler Peter Kirwel

Peter Kirwel

macht jetzt hauptberuflich den Vertrieb für Topas (Bio-Hersteller veganer Wheaty-Produkte) und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.



 



Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: heiligengeschichten, märtyrer, kunst, herrschaftslosigkeit
Anzahl Aufrufe: 3534
Gastbeitrag
26.11.2012
09:29

Mikrokosmos: Liebeserklärung an kleine Pilze

Helmlinge - so zart, so fein, so schön ...

Mycena inclinata - buntstieliger Helmling - auf Laubholzstamm
Mycena inclinata - buntstieliger Helmling
Mycena inclinata - Cheilocystiden 400fach, vergrößert
Mycena inclinata - Hutdeckschichtzellen
Mycena inclinata - Sporen, 1000fach vergrößert
Mycena inclinata - Stielrindenzellen, 400fach vergrößert
Tabelle Sporenmessung Mycena inclinata





Die Helmlinge (Gattung: Mycena, deutsch: Kleiner Pilz) haben es uns angetan.: sie sind meist so zart, so fein, so klein, so schlank und schön, trotzdem bleiben sie häufig unbeachtet oder übersehen. Denn sie sind nicht nur klein, sondern auch selten essbar, oft ungenießbar, manchmal giftig und wenn eine Art wirklich essbar ist (wirklich wohlschmeckend sind sie nie), kriegt man nur mühsam eine sättigende Portion von ihnen zusammengesammelt.



Für uns ist ihre Schönheit und Fragilität völlig ausreichend, um sie näher kennenlernen zu wollen, zumal auch ihre Mikromerkmale an Ästhetik einiges zu bieten haben. Da die ca.120 (die genaue Anzahl kennt keiner, Neuentdeckungen gibt es bis heute) in Deutschland zu findenden Arten wegen ihrer Vielgestaltig- und Vielfarbigkeit auch innerhalb einer Art makroskopisch selten eindeutig zu bestimmen sind, ist eine mikroskopische Analyse meist unerlässlich, selbst bei dem hier gezeigten Buntstieligen Helmling (Mycena inclinata).



Der Helmlingshabitus ist zwar richtig schön "helmlingsmäßig" mit kegelig-glockigem Hut und schlankem Stiel, aber so schön bunt, wie auf unseren Fotos muss der Stiel nicht unbedingt aussehen, im Gegenteil, er kann sogar ganz und gar blass sein, und andere Helmlinge, die so ähnlich aussehen, gibt's zuhauf. Wir sehen ihn hier in großer Menge auf einem toten Laubholzstamm (wahrscheinlich Buche) wuchern: Helmlinge ernähren sich durch Zersetzung toten organischen Materials, das muss nicht unbedingt Holz sein, wie beim Buntstieligen Helmling, andere weiden auf Wiesen, zersetzen Blätter oder Nadeln oder Zapfen und...



Alle Helmlinge haben merkwürdige sterile Zellen, meist artspezifisch geformt, an der Lamellenschneide, manchmal auch noch an den Lamellenseiten.



Unser Buntstieliger Helmling hat keulige Zellen mit langen fingerförmigen Auswüchsen. Wenn dann noch die Sporengröße (siehe unsere Messtabelle), die Zellen der Stielrinde und die äußersten Hutdeckschichtzellen passen, können wir ziemlich sicher sein, unseren Kandidaten am Schlafittchen zu haben.
Wir glauben, dass wir den Buntstieligen Helmling dingfest gemacht haben!



Übrigens, was uns an den Helmlingen erst recht gut gefällt: sie kommen früh im Jahr, manchmal schon im Januar und sie gehören mit zu den letzten "Großpilzen"-Fruchtkörpern, die gehen. Noch gestern konnten wir einige in unserer Nähe sichten!




Liebe Grüße


Eure (seit 2012) Helmlings-Fans





Bilder mit Klickvergrößerung

 



Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos © Evi Wandelt, Lothar Claußnitzer



Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: helmlinge, mycena, kleine pilze, sporen, hüte, lamellenschneiden
Anzahl Aufrufe: 3515

Spätherbstrezept von Kille Enna: Apfelbutter

Apfel- und Birnenbutter




Kille Enna, Köchin, Gewürzspezialistin und Autorin
Kille Enna, Spitzenköchin, Buchautorin und Fotografin, lebt in Ystad.
Sie ist in Schweden und Dänemark vielleicht so etwas wie Sarah Wiener hier, ein "Idol für die naturbelassene Küche" -  siehe
unser Portrait:Opens internal link in current window Kille Enna, Spitzenköchin, Fotografin, Autorin
Kille liebt Gewürze, ihre Aromen, und ist begeistert von unseren Qualitäten.
Wir wiederum sind begeistert von ihrer überschwänglichen Energie, ihrem Mut und der Kreativität in dem, was sie tut. Wir haben selten so lebensfreudig beschwingte, authentische Rezepte gesehen wie in ihrem Kochbuch (siehe Buchtipp unten, auch ein schöner Geschenktipp mit den künstlerischen Fotos von Kille Enna).

Das Nachkochen ist wie ein sich Hineinvertiefen in die jeweiligen Früchte oder Gemüsesorten, die im Zentrum stehen - eine Auseinandersetzung mit allen Geschmacksfacetten, Aromen und Eigenarten  - verstärkt durch die reichhaltigen Gewürzen, die Kille Enna ihren "Stars" aus der Natur gerne an die Seite stellt. Dadurch, oder manchmal auch durch überraschende Säure, Schärfe, Herbe oder Süße, werden die Sinne hellwach ...

... bei der Apfelbutter macht der kleine Anteil Salz in dem sonst süß-würzigen Aufstrich hellwach. Es gibt der Apfelfrucht konzentrierte Würze, Tiefe, Intensität.




Biogewürze von Heuschrecke ganz und gemahlen. Beispiel PimentFleur de Sel von HeuschreckeDie benötigten Gewürze gibt es von Heuschrecke in biologischer Spitzenqualität, sowohl ganz als auch gemahlen, im Bioladen.
Tipps: Muskatblüte ist etwas feiner und blumiger, Muskatnuss, kraftvoller und würziger im Geschmack.
Wir empfehlen, die Apfelbutter einmal mit dem Edelsalz Fleur de Sel auszuprobieren - durch den Mineralreichtum ist es weniger salzig, aber internsiver.










Apfel- und Birnenbutter


Apfel- und Birnenbutter. Rezept + Foto von Kille Enna
Meiner Meinung nach sollte Apfelbutter in keinem Haushalt fehlen. Diese Fruchtbutter, die gar keine Butter enthält, sondern ihren Namen aufgrund ihrer streichfähigen Konsistenz erhielt, ist wie gemacht für unsere deutschen Äpfel und Birnen. Insbesondere für die, die als Fallobst vom Baum plumpsen. Apfelbutter schmeckt köstlich auf Brot, in Tartes oder zu Käse sowie Fleisch- und Geflügelgerichten.



Zutaten:

Ergibt 1/2 l

 

  • 1,5 kg Äpfel wie Boskop, Cox Orange oder Gravensteiner
  • 200 ml Wasser
  • 200 g heller Rohrzucker
  • 100 g dunkler Muscovado- Zucker oder dunkler Farinzucker
  • fein abgeriebene Schale und Saft von 1 unbehandelten Zitrone
  • 8 Gewürznelken, fein gemahlen
  • 10 Pimentkörner, frisch gemahlen
  • 1/4 Ceylon-Zimtstange, Frisch gemahlen
  • 1/4 TL frisch gemahlene Muskatnuss oder -blüte
  • 2 TL Meersalz
  • hochprozentiger Alkohol für die Gläser (Anm.: zum Ausspülen zur Desinfektion. Wer keinen Alkohol verwenden möchte, kann z.B. die Flaschen/Gläser bei 100°C (keine Umluft) über ca. 15 min im Backofen sterilisieren.)




Äpfel putzen, waschen, mitsamt Schale und Kerngehäuse grob würfeln und in einen kleinen Topf geben. Wasser angießen und alles zum Kochen bringen. Dann bei reduzierter Hitze zugedeckt etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis die Äpfel ganz matschig geworden sind. Das entstandene Apfelmus durch ein feines Sieb oder eine Flotte Lotte passieren.


Zurück in den Topf geben, beide Zuckersorten, Zitronensaft samt -schale und die Gewürze hinzufügen. Den Deckel halb aufsetzen und das Apfelmus bei mittlerer Temperatur 1/2 -1 Stunde köcheln. Dabei Vorsicht walten lassen, denn das Apfelmus bricht während des Kochens gerne wie ein Vulkan aus und spuckt kochend heiße "Apfellava". Spritzt etwas davon auf Ihre Hand, tut das schrecklich weh. Tragen Sie möglichst Kochhandschuhe zum Schutz, wenn Sie sich dem Topf nähern. Leider brennt das Mus auch gerne einmal an, daher sollten Sie regelmäßig umrühren. Am Ende der Mühen halten Sie den besten Aufstrich der Welt für frisch gebackenes Brot und Toast in Händen.


Ein paar Marmeladengläschen mit hochprozentigem Alkohol ausspülen und die kochend heiße Apfelbutter darauf verteilen. An einem trockenen, kühlen, dunklen Ort lagern. Nach dem Öffnen ist die Apfelbutter nur noch begrenzt haltbar und sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dort hält sie bis zu 1 Monat.


Die Birnenbutter auf dieselbe Weise zubereiten.



Best wishes


Kille Enna









Buchcover: Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag

*) Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag GmbH, München Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.christian-verlag.de . Rezepte nach Jahreszeiten, mit wunderschönen Fotos von Kille Enna. Das vorgestellte Rezept finden Sie hier auf S. 141.
Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung von Kille und dem Christian Verlag.

Fotos und Rezepttext © Kille Enna   Öffnet externen Link in neuem Fensterkilleenna.com

Fotos Gewürze: Heuschrecke






 




Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: apfelbutter, boskop, bio-gewürze, nelke, piment, zimt, muskatblüte
Anzahl Aufrufe: 4496

Heiter bis wolkig

Musik aus der Cloud

Montage, Hintergrundfoto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0



Wir leben in einer wahrlich Multi-Medialen Welt.

Wer Musik hören möchte, kann dies mit dem alten Dampf-Radio, trendiger Vinyl-Schallplatte, gekaufter CD, praktischer Computer-MP3-Datei und neuerdings auch aus der Cloud.

Der Marketing-Begriff "Cloud" meint Internet-Server, auf denen Inhalte gespeichert werden und dann mit jedem internetfähigen Gerät jederzeit abrufbar sind.
Und davon gibt es immer mehr: Smartphones und Tablett-Computer scheinen prädestiniert für das "streamen" von Musik aus der Cloud.


Der große Innovator Apple hat den Reigen vor ca. einem Jahr im Dezember 2011 begonnen.
Jeder Inhaber eines iTunes-Kontos kann 25.000 Musiktitel für 25 Euro pro Jahr auf Cloud-Servern speichern und dann auf bis zu 5 MacOS/iOS-Rechnern (z.B. Macbook, iPhone, iPad) und bis zu 5 PCs wiedergeben.

Vorteilhaft ist die "Match" Funktion: dem Anbieter bekannte Songs müssen nicht langwierig hochgeladen werden, sondern es werden einige Sekunden analysiert und dann durch den entsprechenden Titel aus dem iTunes-Shop ersetzt.
Dadurch wir die Songqualität verbessert. Durch ein paar Klicks wird aus einem eher bescheiden klingenden 96-kBit-Song ein hochwertiges 256-kBit-Stück.

Und es werden die "eigenen" Musikstücke aus egal welchen Quellen durch Kauf-Titel ersetzt. Besonders interessant, wenn man nicht nur eigene CDs brav selber gesampelt hat, sondern auch Musik aus dubiosen Quellen abgleicht. Es funktioniert quasi wie Geldwäsche für Musikstücke - nach dem "Match" sind die Songs legal und enthalten die eigene Apple-ID (E-Mail-Adresse) damit man sie nicht weitergeben kann.

Mit dieser Vorgehensweise hofft Apple, Freizeit-Musik-Piraten auf die legale Seite holen zu können, wo man dann in Zukunft seine Musik ganz gesetzestreu im iTunes-Store kauft. Und wahrscheinlich war dies auch ein wichtiges Argument gegenüber der GEMA und den deutschen Musik-Labels, die als Rechteinhaber ihr OK zu dem Cloud-Musik-Modell geben mußten.


In den letzten Monaten habe ich alle drei Music-Cloud-Dienste, die "Matching" anbieten, ausprobiert.

Die sind Apple iTunes, der Online-Händler Amazon und Google. Microsoft hat zwar auch eine Musik-Cloud, wird aber "Scan & Match" erst in 2013 anbieten können.

Bei Apples iTunes Match wurde meine Musik wurde zu 70% erkannt, der Rest musste tagelang hoch geladen werden. Auch die Bedienung war nicht sehr intuitiv.
Meine Stücke mussten gelöscht werden, um dann durch die Stücke von iTunes ersetzt zu werden. Vor allem aber empfand ich die Bindung an das Apple-Ökosystem recht einschränkend: meine Musik konnte ich nach 3 Tagen Upload nur auf Rechnern mit iTunes hören. Und auf iPhones und iPads, aber nicht auf meinem Android Smartphone.

Amazons MP3 Angebot fand ich recht nervig, weil ständig Werbung eingeblendet wurde "...Sie hören momentan Genesis - es könnte Sie auch interessieren: Phil Collins..."
Amazon fand auch von allen 3 Diensten die wenigsten Cover und ersetzte schon mal ein Cover einer "Wolf Maahn"-CD durch das Cover eines Volksmusik-Albums.

Meinen letzten Test machte ich mit Google Play Music. Hier hatte ich das Gefühl, dass JEDER meiner Musik-Titel hoch geladen wurde - erst nach 5 Abenden ständigen Hochladens war meine Musik in der Cloud gesichert. Das Matching funktionierte bei mir überhaupt nicht.
Trotzdem schön ist bei dieser Lösung die Darstellung in einem beliebigen Browser. Die Dinger hat man ja überall...
Google Music ist dadurch mit jedem Betriebssystem nutzbar. Und es gibt schön gemachte Apps sowohl für Android als auch für iOS. Was die Konkurrenz unter Druck bringen wird ist der nicht mehr verbesserbare Preis: das Google-Angebot für 20.000 Songs absolut kostenlos ist.

Es macht Spaß, meine Lieblings-Musik aus der Wolke auch im Büro abspielen zu können.



Die mobile Nutzung ist allerdings kein überzeugendes Argument:
Bei einer Datenflatrate von 500 MB im Monat und einer Songgröße von ca. 5 MB ist das Ende der "Flatrate" schnell erreicht.
Schon nach dem Hören von gut 100 Songs würde der Internet-Zugang mit meinem Smartphone langsamer. Da bleibt die bessere "Cloud" eine handelsübliche 32 GB Speicherkarte, auf der ich mein Songs immer mit mir führen kann. Bequemer zu überspielen, schneller zu laden und sicherer ohne Internet-Zugriff.


Für den, der es selber einmal ausprobieren möchte, habe ich die 3 Anbieter noch einmal übersichtlich verglichen:  

Apple iTunes MatchApple iTunes Match
Start 16.12.2011
25.000 Titel, 25 Euro/Jahr. Wandlung bekannter Titel in legale 256 kBit AAC mit E-Mail-Adresse. App für iOS.
Kostenlose Software "iTunes" zum Hochladen und sichern. Abspielen über iTunes.
Maximal 10 Geräte, davon 5 Macs und 5 PCs.


Amazon MP3Amazon MP3
Start 18.09.2012
250.000 Titel, 25 Euro/Jahr. Wandlung bekannter Titel in legale 256 kBit MP3. App für Android und iOS.
Kostenlose Software "Amazon Music Importer" zum Hochladen und sichern. Abspielen im Browser.
Maximal 10 Geräte. - Testversion für bis zu 250 Songs kostenlos -


Google Play MusicGoogle Play Music
Start 13.11.2012
20.000 Titel, kostenlos. Wandlung bekannter Titel in legale 320 kBit MP3. App für Android und iOS.
Kostenlose Software "Music Manager" zum Hochladen und sichern. Abspielen im Browser.
Maximal 10 Geräte.




Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: cloud, apple itunes match, amazon mp3, google play music
Anzahl Aufrufe: 3761

Ungarn & Paprika. Ein Lieferantenbesuch

Unser Gewürzpaprika: Spitzenqualität von Bio-Kleinbauern der Region Szeged

037) Im Paprika-Museum: Marktszene Anfang letzten Jahrhunderts. Hier werden die getrockneten Gewürz-Paprika-Stränge gehandelt.
037) Im Paprika-Museum: Marktszene Anfang letzten Jahrhunderts. Hier werden die getrockneten Gewürz-Paprika-Stränge gehandelt.
038) Gewürz-Paprika-Markt Anfang 20. Jh. - Übrigens: Der Kommunismus brachte 1948 eine einschneidende Veränderung für die vielen kleinen Gewürzbauern. Sie durften nicht mehr selbst Paprikapulver für die Dorfmärkte produzieren, sondern mussten die Schoten direkt nach der Ernte an die beiden Staatsbetriebe mit Monopol abliefern. Frauen schmuggelten gerne unter ihren weiten Röcken dennoch einige Kilos heimlich produzierter Ware auf den Markt - fielen jedoch durch den Geruch auf. Zwei Monate Gefängnis gab es für 2 kg illegales Paprikapulver. Dieses Gesetz wurde erst 2009 wieder aufgehoben.
038) Gewürz-Paprika-Markt Anfang 20. Jh. - Übrigens: Der Real-Sozialismus brachte 1948 eine einschneidende Veränderung für die vielen kleinen Gewürzbauern. Sie durften nicht mehr selbst Paprikapulver für die Dorfmärkte produzieren, sondern mussten die Schoten direkt nach der Ernte an die beiden Staatsbetriebe mit Monopol abliefern. Frauen schmuggelten gerne unter ihren weiten Röcken dennoch einige Kilos heimlich produzierter Ware auf den Markt - fielen jedoch durch den Geruch auf. Zwei Monate Gefängnis gab es für 2 kg illegales Paprikapulver. Dieses Gesetz wurde erst 2009 wieder aufgehoben, 20 Jahre nach der Wende.
039) Paprika-Museum: Gewürzpaprika-Schoten reifen in aufgefädelten Strängen an der Hauswand nach.
039) Paprika-Museum: Gewürzpaprika-Schoten reifen in aufgefädelten Strängen an der Hauswand nach.
040) Paprika-Museum: Frauen sähen die Paprika-Saat von Hand.
040) Paprika-Museum: Frauen sähen die Paprika-Saat von Hand.
041) Jeder kennt die Samen - bei Gemüsepaprika stören sie beim Kochen, bei Gewürzpaprika enthalten sie den Stoff der roten Farbe und wertvolles Capsaicin.
041) Jeder kennt die Samen - bei Gemüsepaprika stören sie beim Kochen, bei Gewürzpaprika enthalten sie den Stoff der roten Farbe und wertvolles Capsaicin.
042) - Paprika liebt nur den Schatten des Arbeiters - beim Unkrautjäten.
042) - Paprika liebt nur den Schatten des Arbeiters - beim Unkrautjäten.
043) Paprika-Museum: Setzlinge
043) Paprika-Museum: Setzlinge
045) Die vier Qualitätsklassen für Gewürzpaprika. Edes-nemes, edelsüß oder nobel-sweet, ist zwar hier erst an 3. Stelle, aber steht im Ausland für beste Qualität. Die beiden vorhergehenden Qualitäten gibt es im Grunde nur 2-3 Monat direkt nach der Ernte vor Ort, und wegen des sinkenden ASTA-Gehalts haben diese Stufen auch nur ein Mindesthaltbarkeitsdatum von wenigen Monaten.
045) Die vier Qualitätsklassen für Gewürzpaprika. Edes-nemes, edelsüß oder nobel-sweet, ist zwar hier erst an 3. Stelle, aber steht im Ausland für beste Qualität. Die beiden vorhergehenden Qualitäten gibt es im Grunde nur 2-3 Monat direkt nach der Ernte vor Ort, und wegen des sinkenden ASTA-Gehalts haben diese Stufen auch nur ein Mindesthaltbarkeitsdatum von wenigen Monaten.
046) Paprika-Museum: Mühlsteine der alten Paprikamühle.
046) Paprika-Museum: Mühlsteine der alten Paprikamühle.
048) Im Produktionsraum unserer Bio-Paprikamühle
048) Im Produktionsraum unserer Bio-Paprikamühle
050) Hier sind die Mahlsteine drin. Gemahlen wird nach Gehör, sagt der Produktionsleiter.
050) Hier sind die Mahlsteine drin. Gemahlen wird nach Gehör, sagt der Produktionsleiter.
051) Heinz-Dieter Gasper von Heuschrecke, der Produktionsleiter der Mühle, Anita, die Chefin der Paprikamühle, Guszti, der Koordinator für unseren Bio-Paprika aus Szeged.
051) Heinz-Dieter Gasper von Heuschrecke, der Produktionsleiter der Mühle, Anita, die Chefin der Paprikamühle, Guszti, der Koordinator für unseren Bio-Paprika aus Szeged.
052) Trocknung der Rohware nach dem Reifen.
052) Trocknung der Rohware nach dem Reifen.
057) Gerade geerntet - ausgebreitet zum Nachreifen. Darunter ist eine warme Gebläse-Anlage, damit nichts schimmelt.
057) Gerade geerntet - ausgebreitet zum Nachreifen. Darunter ist eine warme Gebläse-Anlage, damit nichts schimmelt.
062) Im Herzen des Paprika-Gebiets und für Touristen ist der erste Paprika ein Hype wie der Beaujolais-Primeur. Schon im August gibt es das erste Pulver des neuen Jahrgangs ...
062) Im Herzen des Paprika-Gebiets und für Touristen ist der erste Paprika ein Hype wie der Beaujolais-Primeur. Schon im August gibt es das erste Pulver des neuen Jahrgangs ...
064) ... aber nur von Hybridpflanzen. Alles andere ist jetzt noch richtig grün - und wird aber gehaltvoller am Ende.
064) ... aber nur von Hybridpflanzen. Alles andere ist jetzt noch richtig grün - und wird aber gehaltvoller am Ende.

 




Paprika stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und kam wie viele Heil-, Gewürz- und Gemüse-Pflanzen im Gefolge Christoph Kolumbus nach Europa.


 

 

 


Paprika, und auch unser Gewürzpaprika, hat eine lange Vegetationszeit, und benötigt 6 Monate Wärme ohne Frost.
Zunächst wurde Paprika in Spanien angebaut, dann ab dem 18./19. Jahrhundert auch in Ungarn, wo die Methode verfeinert wurde, und sich über die Jahrhunderte ein Know How für höchste Qualität bildete.

 

 

 



In richtig heißen Ländern reift die Frucht am Strauch aus, in Ungarn kommt das klimatisch nicht ganz hin. So wurde eine Methode entwickelt, die Gewürzpaprikaschoten nach der Ernte im Oktober nachreifen zu lassen. Mindestens 2 Wochen, wenn möglich 3 Wochen, hingen sie in Netzen von den Hausgiebeln herab - heute lagern sie dieselbe Zeit in warmen Lagerhallen mit leichter Gebläse-Trocknung.

 

 

 



Der Vorteil des Nachreifens im Gegensatz zum Ausreifen am Strauch: es bleibt mehr Fruchtzucker erhalten, der am Strauch in den letzten Wochen doch abgebaut wird. Der Geschmack ist aromatisch-fruchtig, und Ungarn ist bekannt für die höchsten ASTA - (Farb-) Werte bei Gewürzpaprika.

 

 

 



Ursprünglich war Paprika immer scharf. Die Ungarn haben sozusagen den süßen Gewürzpaprika (edelsüß ist eine der Bezeichnungen) erfunden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es eine Mädchen-Aufgabe, die Paprikaschoten aufzuschneiden und die Kerne so lange zu waschen, bis die Schärfe hinausging. Inzwischen wurden milde Gewürzpaprika-Varietäten gezüchtet, und niemand wäscht mehr Kerne.

 

 

 

 

 

Die Kerne sind übrigens wichtig für die Farbe (wird nach dem Mahlen rot) und Brillanz des Pulvers, enthalten wertvolles Capsaicin und müssen unbedingt mitgemahlen werden.

 

 

 



Der Verarbeitungsprozess für ungarischen Gewürzpaprika ist:

  • Ernte: Unsere Bio-Kleinbauern ernten von Mitte September bis Mitte Oktober von Hand. (Konventionelle Großbetriebe ernten auch mit Maschinen und beginnen mit frühreifen Hybridsorten bereits Mitte August).


  • Nachreifen


  • Waschen (kalt)


  • Schnetzeln


  • Trocknen bei 45 - 80°C


  • Mahlen - 2x im Jahr, jeweils kurz vor dem Versand, um die Farbe bestmöglich zu erhalten. In Ungarn wird traditionell auf Steinmühlen gemahlen - nicht extrafein, sondern die Pixel bleiben etwas gröber (0,425 mm-Siebe), um die Inhaltsstoffe zu erhalten. Die ASTA-Werte bauen sich natürlicherweise im Laufe des Jahres ab (ca. 5 Asta/Monat, das Pulver wird gelblicher).


  • Könner ernten 250 ASTA und mehr in guten Jahren. Die diesjährige Mischung unserer Kleinbauern wird ca. 150 ASTA nach der Verarbeitung haben (die Verarbeitung reduziert natürlich auch etwas).

 

 

 

 



Unser Bio-Paprika wird ausschließlich auf Steinmühlen in einer Szegeder Paprikamühle, einem alten Familienbetrieb, verarbeitet, der sich dafür extra biozertifizieren ließ. Als bekannter Traditions-Betrieb mit eigener großer Marke wird dort parallel auch konventioneller Paprika vermahlen. Beide Produktionsstränge - konventionell und bio - verlaufen zeitlich und räumlich getrennt.
Die alten Fotos weiter oben stammen aus dem eigenen Paprika-Museum der Mühle.

 

 




Unser Gewürz-Paprika stammt von Bio-Kleinbauern in Süd-Ungarn rund um die Städte Szeged und Hodmezövasharely (sprich: Hodd mesöö vasharei)- diese Region steht für Spitzenqualität, bekannt für schwarze Erde.

 

 

 

 

 

Übrigens, gerade als wir dort waren, erhielt Anita, die Chefin unserer Paprikamühle, als eine der ersten ungarischen Firmen die Anerkennung, ihren Paprika mit der geschützten (seit 2010 EU-Gesetzgebung) Ursprungsbezeichnung "Szegedi Paprika" zu vermarkten.
Unser Paprika erfüllt zwar auch die Ursprungsbedingungen, aber da wir nicht im Ursprung sondern bei uns im Haus abfüllen, dürfen wir diese Bezeichnung wahrscheinlich nicht verwenden - geben aber als Herkunft die Region Szeged an.
Interessant auch:nur jeweils 1/2 Jahr gäbe es die Qualitätsbezeichnung "Szegedi Paprika", weil in der Regel nur etwa solange der Mindest-ASTA-Wert von 120 erfüllt werden kann.

 

 

 

 





Unser Koordinator Guszti requiriert die Bio-Bauern, sorgt für Saatgut, koordiniert Flächen, Mengen, Biozertifizierung und organisiert die Fertigstellung in der Paprikamühle und den Export.


 

 



Wenn sich ein Bauer entschließt, Bio-Paprika für unseren Koordinator auf zB. 2 oder 4 ha anzubauen, muss er die dreifache Fläche einplanen: Paprika wird in jährlicher Rotation mit Mais und Herbstweizen oder Gerste angebaut.

 

 

 



Paprika kann sowohl gesät als auch gepflanzt werden - unsere Biobauern machen beides, und zwar von Hand.
Über 30 Gewürzpaprika-Varietäten stehen zur Auswahl - mit Früchten "erected" oder "hanging down", und unterschiedlichem Reifeverhalten, sodass mehrfache Erntedurchgänge im September und Oktober stattfinden können.

 

 

 



Beikräuter werden im Bio-Anbau im Juni-Juli fast täglich von Hand geharkt, drei Komplettdurchgänge in der Saison. Paprika braucht es heiß und sonnig - ein ungarisches Sprichwort sagt: "Paprika liebt nur den Schatten des Arbeiters."

 

 

 



Der Klimawandel wirkt sich bereits aus, deshalb wird einerseits weiter mit geeignetem Saatgut experimentiert (wie in anderen Ländern auch), und sich andererseits darauf vorbereitet, überall Tropfbewässerungsanlagen aufzubauen - mobil oder fest. Auf einem Foto weiter unten sieht man, wie rissig der Boden im August ist.
Weitere Probleme für Paprika sind vor allem Hagel, Frost und Mäuse.



068) Partnerbauer Attila. Das Feld ist noch nicht so weit im August.
074) Heuschrecke Heinz-Dieter Gasper, Koordinator Guszti, Kleinbauer Attila.
076
078
080) Attila hat einen eigenen Bewässerungsteich angelegt.
081) Das Gerät zum Sähen oder Setzlinge setzen.
083
085) Diese landwirtschaftlichen Arbeitsgeräte haben ihre eigene Ästhetik.
086
087
090) Bewässerungsgerät für die Paprika-Felder
094) Der Hof
105) Pause bei Schwiegervater Andras. Es gibt selbsterjagtes und selbstzubereitetes Wildschweingulasch.
111) Kein Wildschwein, sondern das berühmte ungarische Mangalica-Schwein.




Drei unserer meist 8 verschiedenen ungarischen Gewürzpaprika-Bauern möchten wir hier einmal vorstellen.





Attila bewirtschaftet die Farm seiner Großeltern kontrolliert biologisch, und auf einer anderen, konventionellen Farm züchtet er daneben Saatgut für die Marktführerfirma Szegedi-Paprika. Dort baut er außerdem Kartoffeln, Hafer, Mais und Industrie-Luzerne an. Er hält Schafe für den Eigenbedarf und zur Gewinnung von Dünger.
Für Guszti baut Attila auf 4ha Bio-Gewürzpaprika in Rotation mit Mais und Brachland an. Dieses Jahr hat er drei verschiedene Sorten Paprika als Setzlinge gepflanzt.







117) Üppig grünes Paprikafeld von Bauernpartner Mihaly (rechts)
121) Die Pflanzen sind zwar hier schon weiter, aber die Schoten noch grün.
122
123) Mihaly
126) Mihalys Hof
127
130) Selbstversorgung spielt eine große Rolle in Ungarn.
131) Die Tiere und der große Garten haben dieselbe Bedeutung wie für andere "mein Haus, mein Auto, mein Boot". Das sichere Gefühl, sich in Krisenzeiten selbst versorgen zu können, wird sehr wertgeschätzt.
138) Bei Bauernpartner Kalman ...
140) ... mit seinen 3 Söhnen.
143) Eine Vorzeige-Ökofarm und ein schöner Familienbetrieb.
144
145) Der Boden zeigt die große Trockenheit.
150) Auf der Ökofarm
152
156) Kalman und seine Frau
158) Auch hier vieles zu Selbstversorgung: Bienen,
159) der große Garten
163) Hühner und Schafe
164) Gastfreundschaft

Mihaly, seit 2005 biozertifiziert und gesamt 25ha, baut für Guszti auf 2ha Gewürzpaprika an. Er erntet davon 15-20 to Rohware, das ergibt 2,5 - 3 to fertiges Paprikapulver. Daneben baut er für weitere Abnehmer Gewürzpaprika, Kürbis und Dinkel an.







Dieses Jahr hat er die Sorte "Hoffnung" als Saatgut eingebracht. Das Ergebnis sieht sehr gut aus. Am Tag zuvor hatten wir bei Attila die Sorte "Sonnenschein" gesehen, die eindeutig kleiner ausfiel. Die Namen drücken auch das Experimentieren mit Erfolgen und Fehlschlägen aus, das durch den Klimawandel notwendig wird.
















Kalman ist Bio-Pionier seit 1979. Seine 24ha Felder liegen günstig um die Farm herum und werden komplett biologisch bewirtschaft: Weizen, Facelia, Kartoffeln und Gewürzpaprika. Auf 1,2ha hat er für Guszti "Hoffnung" und "Caloressa" gesäht, mit dem Traktor. Geerntet wird wie bei den anderen Bauern per Hand.







Im Paprika-Feld gibt es eine Tröpfchenbewässerung. Auch wenn die Pflanzen gut versorgt sind, dürfen die Gewürzpaprika-Schoten nicht zu früh rot werden (jetzt Mitte August ist der Hauptteil noch ganz grün)- dies wäre ein Calciummangel der Pflanze.






Auf den Bildern sieht man Kalman mit seinen (prächtigen, finden wir) Söhnen. Sohn Kornel arbeitet neben seinem Studium auf der Farm mit und wird sie wohl später übernehmen.
In Kalmans Farm spürt man den Idealismus der Pioniere. Sie ist liebevoll eingerichtet und bietet Land- und Öko-Schnupperkurse für Schulkinder, mit einer Kochstelle draußen, einem prachtvollen Garten, einem Vogelmuseum und Streichelzoo mit Schafen und dressierten Hühnern.







Jetzt ist unsere Reise in Ungarn schon über ein Jahr her, aber ist im Moment wieder ganz lebendig, da gerade die ganzen Rohwaren-Muster unserer Bauernpartner der aktuellen Ernte 2012 - frische ganze und getrocknete, vorgeschnittene Schoten - durch unsere Hände gehen. Wir organisieren für Guszti hier in Deutschland die Pestizid-Analysen der einzelnen Rohwarenchargen bei einem BNN-akkreditierten Labor (siehe www.n-bnn.de/cms/website.php ) bevor sie dann in Szeged weiterverarbeitet werden. Im tiefsten Winter wird dann das warmrote, duftende, neue Bio-Gewürz-Paprikapulver bei uns eintreffen.




Ursula Stübner und Heinz-Dieter Gasper

 




P.S.

Noch etwas Praktisches: Warum klumpt Paprika eigentlich immer so schnell?

 

 

 

Das Festwerden oder Klumpigwerden ist früher oder später bei Lagerung ein unvermeidbares, produktbedingtes Problem bei allen Paprikas. Das liegt in erster Linie am Wassergehalt, in Kombination mit dem hohen Zuckergehalt. Paprika braucht eine Restfeuchte von mind. 6% bis höchstens 12%. Unter 6% würden die Aromen verschwinden (Sägemehl).
Unser ungarischer Paprika hat eine Restfeuchte von 8% im Durchschnitt. Er wird nach 3 - 4 Monaten natürlicherweise klumpig. Man verzögert das Problem durch optimale Lagerung, wie es mit den Vorräten in den Paprikamühlen geschieht: trocken und zwischen 0 - 10°C (wir lagern zwischen 10 und 18°C, und lockern vor dem Abfüllen alles auf). Das Klumpigwerden verstärkt sich unvermeidlich ab 20°C - 25°C und mit zunehmernder Raum-Feuchtigkeit.
Hier hilft nichts, außer selber nachzulockern, z.B. mit einer Gabel (Dose kann unten geöffnet werden), durch Aufstoßen und Schütteln. Da es ein natürliches Phänomen ist, müssen wir und unsere Kunden damit umgehen (kein Reklamationsgrund). Es beeinträchtigt nicht die Geschmacksqualität.




Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: bio-gewürze, bio-paprika, gewürz-paprika, ungarn, szeged
Anzahl Aufrufe: 7720