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Die Qingshan-Teefarm

Enge Zusammenarbeit mit Fairbiotea: Qingshan Teefarm in Hunan / China. Ein Portrait

Hier stellen wir Ihnen die Teefarm "Qingshan" (gesprochen: Tschingschan) in China vor, von der wir neben Aktionstees (China Sencha, Chun Mee, China Aktionstee) vor allem viele schöne Teespezialitäten bekommen, wie Jasmin und Green Dragon Pearls, Jasmin-Grüntee, Weißer Tee "White Monkey", Pai Mu Tan, Gunpowder, Mao Feng, Green Scent Tip und China-Gyokuro. (Die Herkünfte können aber wechseln, weil nicht jede Teefarm jedes Jahr die gleichen Sorten herstellt.)


Daten: Die Qingshan Tea Farm (leuchtender Berg) liegt in der Provinz Hunan im Yuan Ling County. Größe: 141 Hektar, Produktion ca. 330.000kg Tee jährlich. Unsere favorisierte Teefarm in China: die Vorabmuster entsprechen typischerweise unserem Geschmack, danach machen wir die entsprechenden Jahreskontrakte. Qingshan arbeitet intensiv mit Fairbiotea zusammen.


Der folgende Text stammt von der sehr informativen Website Opens external link in new windowwww.fairbiotea.de, und aus dem IMO-Inspektionsbericht der Fairbiotea-Kontrolle 2012. (Unsere Anmerkungen sind in Kursiv-Schrift.)


Fairbiotea ist die Initiative unseres Teemaklers für sichere, sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Teeproduktion in China. Die Fairbiotea-Inspektion findet zusätzlich zur normalen Bio-Kontrolle statt. Fairbiotea unterstützt die Farmen mit Beratung, Organisationshilfen und Geldern, z.B. Bonusgelder an die ArbeiterInnen, und gibt Auflagen für den Bio-Anbau auf.


(Weitere Berichte zu China Tee, z.B. auch den Inspektionsbericht 2013, finden Sie unter Opens internal link in current windowLieferantenportraits (runterscrollen zu China Tees)




Bio-Teefarm Qingshan

Die Fähre zur Halbinsel und zur Qingshan-Teefarm
Junge Jasminpflanzen für den edlen Jasmintee. Die frischen Blüten werden dem Tee untergemischt, wieder ausgesiebt und wieder frische Blüten zugemischt - 3 - 4 Mal, bis der Jasmintee sein bezauberndes, sinnliches Aroma erreicht.
Die IMO-Kontrolleure begutachten für die Bio-Kontrolle und für Fairbiotea die Teefelder.
Pruning: alle paar Jahre werden die Teesträucher stark zurückgeschnitten, um die Pflanze zu kräftigen und die Qualität zu erneuern.
Die Farmarbeiter stellen ihren Kompost selber her - Inspektion durch die Bio-Kontrolleure.
Teefeld, Bio-Teefarm Qingshan
Die TeepflückerInnen, Qingshan
Die TeepflückerInnen, Qingshan
Die Bio- und Fairbiotea-Kontrolleure interviewen die Teepflücker. Interessantes Phänomen auch auf den anderen Interview-Fotos: die befragten TeepflückerInnen halten immer genussvoll eine frisch angezündete Zigarette in der Hand ...
Teereihen im Teefeld der Qingshan-Farm
Die Kuh ist gerade kein Lastenträger
Fairbiotea-Initiative: Gemüsegärten für die Farmer zur Selbstversorgung
Die Farmerfamilien wohnen typischerweise in diesen Holzhäusern.
Lunch für die Kontrolleure auf der Teefarm. Unserer Meinung nach zählt die chinesische Küche zu den weltbesten. Auch in armen Gegenden oder einfachen Dörfern werden auf einem 2-Flammenkocher die köstlichsten, vielgängigen Menues gezaubert.
Dorf mit typischen Holzhäusern auf der Halbinsel
Die Teesträucher werden relativ hoch belassen hier. Das Pflücken ist körperlich schon anstrengend ...
Vor der Weiterverarbeitung in der Teefabrik werden die Teeblätter für kurze Zeit zum Anwelken ausgebreitet.
Alte, rüstige Dame auf Qingshan
Die Kontrolleure inspizieren die Teefabrik. Hier werden die Teeblätter nach dem Welken erhitzt (geröstet oder gedämpft), um die Fermentation zu stoppen. Anschließend werden sie geformt (China hat eine ausgeprägte Teekultur mit den unterschiedlichsten Formen des getrockneten Blattes, von der lieblichen Augenbraue, Jadespiralen, über Gunpowder und Drachenperlen bis hin zu Teerosen) und getrocknet.
Hier das vorläufige Endprodukt, der Rohtee.

 



Auch im Sommer 2012 wurde wieder eine Inspektion von einer unabhängigen Kontrollstelle (IMO China/Schweiz) durchgeführt. Die Ergebnisse werden bestätigen, daß die "fairbiotea"-Entwicklung kontinuierlich verfolgt und verwirklicht wird (und stellt auch die Schwierigkeiten dar).



Standort und Lage der Farmen


Die Farm liegt, ideal geschützt für den ökologischen Landbau, auf einer bergigen Halbinsel mit Höhen bis zu 750m, inmitten eines Stausees ( Wuqiangxi ).
Dieser dient als natürliches Wasserreservoir und als Zuchtgebiet für Biofische. Weder auf der Insel, noch in der näheren Umgebung, haben sich Industrieunternehmen angesiedelt, durch deren Tätigkeit Kontaminations-Gefahren für die Ökoflächen bestehen könnten.
Auf der Halbinsel wird ausschließlich ökologische Landwirtschaft betrieben. Neben ökologischen Gemüsegärten, die der Grundversorgung mit Nahrungsmitteln dienen, wird überwiegend Tee angebaut.
Der Stausee sorgt dabei für ein Feucht-Klima, welches wiederum der Qualität des Tees zu Gute kommt: Eine gesunde "Grüne Insel" mit reichhaltiger, natürlicher Vegetation.


Im Jahr 2011 gab es noch keine durchgängig befahrbare Straße zu der Farm, die nächste Straßenanbindung liegt 7 km entfernt.
Die Farm ist nur mit dem Schiff erreichbar. Lieferungen zu den Inseln müssen ebenfalls mit dem Schiff transportiert werden. Die ca. 300-330 Tonnen Tee die jährlich auf der Insel hergestellt werden, mußten auf dem Rücken zum Weitertransport zum Schiff getragen werden.


Bei der "fairbiotea"-Inspektion im Juni 2012 konnte in der Farm festgestellt werden, daß im zurückliegenden Jahr sehr viel im Straßenbau passiert ist.
Die einfache Zufahrtstraße wurde größtenteils asphaltiert. Bei trockenem Wetter kann diese, noch nicht ganz fertiggestellte Straße schon befahren werden. Man wartet nun auf weitere Zuschüsse von der Behörde, um die restlichen 2-3 Kilometer asphaltieren zu können. Dann ist die Farm auch bei schlechtem Wetter befahrbar und vollständig an das Straßenverkehrsnetz angeschlossen. Nach vollständiger Fertigstellung kann ein Kleinlaster ca. 10 Tonnen Tee in 3 Stunden zur Endverarbeitungsfabrik transportieren.
Gegenüber dem bisherigen Transport per Schiff entsteht dadurch eine erhebliche Zeitersparnis und Arbeitserleichterung. Das ist bei immer weniger verfügbaren Arbeitskräften sehr hilfreich und es können dadurch Kosten gespart werden.
In der Farm wurden viele Fußpfade durch schmale Betonstraßen ersetzt (ca. 12 km). Dadurch können die Waren (Tee, Kompost etc.) innerhalb der Farm mit Fahrzeugen transportiert werden. Bisher mussten die Bauern alles auf dem Rücken tragen. Den Anstoß für diese Bauvorhaben gaben "fairbiotea" und die Bauern von Qingshan durch die Teilfinanzierung mit den Bonus-Geldern.



Das Leben in den Farmen


Auf der Halbinsel existieren (insgesamt) ca. 200 Haushalte, 148 Haushalte sind mehr oder weniger als Saisonarbeiter in den Tee-Anbau eingebunden.

Davon befinden sich 67 Haushalte direkt in der Qingshan Farm. Davon haben 52 Haushalte vom Staat das unentgeltliche Nutzungsrecht an ihren Tee-Flächen (Erbpacht). Diese Haushalte haben sich dazu entschlossen, ihr gesamtes Tee-Land komplett von einer Betreibergesellschaft bearbeiten zu lassen. So kann deutlich mehr Einkommen erwirtschaftet werden, als wenn jeder seine kleinen Flächen selber nutzen würde. In der Regel leben die Bauern in einzelnen, freistehenden Holzhäusern. Meist leben 3 Generationen unter einem Dach: Die Großeltern, 1 bis 2 Elternpaare und 1 bis 2 Kinder.

Nur in höheren Lagen liegen zwei Dörfer ( Yubuxi und Chakoutan ). Derzeit leben in der Qingshan Farm nur noch 165 Personen. Davon arbeiten derzeit 85 als Vertragsarbeiter in der Fabrik, im Farm-Management oder als Saisonarbeiter. Die restlichen 80 Personen sind arbeitsunfähige Alte, Kranke und Kinder oder Personen, die anderen Tätigkeiten außerhalb der Tee-Farm nachgehen.

Die chinesische Landbevölkerung hat es nicht einfach. Deshalb haben in den letzten Jahren viele Männer und Frauen im arbeitsfähigen Alter ihre Familien verlassen, um in den großen Städten im Osten des Landes, fern der Heimat, einen besser bezahlten Job zu finden.

Diese Wanderarbeiter-Jobs sind heute oft die Haupteinnahmequelle der chinesischen Land-Familien. Die Kinder leben meist bei den Großeltern, während die Eltern nur einmal im Jahr für 2 Wochen zum Frühlingsfest zurückkehren.

Zuhause leben überwiegend nur noch Alte und Kinder. Die Alten pflanzen Gemüse, züchten Hühner, Schweine, Ziegen, Rinder und fischen im See - ausschließlich zur Selbstversorgung. Nur kann so leider kein finanzielles Einkommen erzielt werden.
Von ihrer Betreibergesellschaft werden sie - gegen Bezahlung - als "selbständige Bauern" lediglich nach Bedarf auf der Tee-Farm eingesetzt. So pflücken diese Bauern z.B. während der Erntesaison als "Saisonarbeiter" den Tee und verkaufen die frischen Blätter über die Gesellschaft an die Tee-Fabrik.

Manchmal finden sie sogar eine feste Anstellung im Umfeld oder innerhalb der Tee- Farm. Dort sind die Einkommen besser als im chinesischen Durchschnitt, weil die privat-organisierten Betreibergesellschaften gegenüber den sonstigen, überwiegend unorganisierten Kleinbauer-Strukturen, sehr viel bessere Tee-Preise erwirtschaften können und den Haushalten durch Pachteinnahmen und Bezahlung der landwirtschaftlichen Tätigkeiten ein niedriges aber festes Einkommen verschaffen.

Auf der Qingshan-Farm gibt es in der Nähe Kindergärten, Grundschulen ( 1.-7. Klasse ) und zwei Mittelschulen ( 7.- 9. Klasse ). Die Schulen sind wegen der fehlenden Straße für die Kinder nicht täglich erreichbar. So sind die Kinder unter der Woche im Internat untergebracht. Alle Kinder besuchen die Schule mindestens 9 Jahre lang - und zwar kostenlos. Wenn die Schule weiter entfernt liegt, müssen die Eltern in China für Unterkunft und Verpflegung im Internat aufkommen. Kindergärten müssen in China von den Eltern immer selbst bezahlt werden.



Arbeitsrecht, Soziales und Einkommen


2012: In den letzten Jahren haben immer mehr junge Menschen im arbeitsfähigen Alter die Farmen verlassen, um ihr Glück als Fabrikarbeiter oder als Wanderarbeiter zu suchen.

Die Abgeschiedenheit auf dem Land ist für junge Chinesen unattraktiv, die Arbeit schwer und die Bezahlung, verglichen mit anderer Arbeit, ist schlecht. Die Städte sind sehr viel attraktiver.

Inzwischen ist die Zahl der arbeitsfähigen Bauern in der Farm stark zurückgegangen und die überwiegende Zahl dieser Bauern ist älter als 50 Jahre. Die Bauern werden heute überwiegend als Saisonarbeiter gegen Tageslohn beschäftigt, hinzu kommt eine immer größer werdende Zahl von Saisonarbeitern, die von außen angeworben werden müssen. Die Zahl der Fabrikarbeiter mit längerfristigen Arbeitsverträgen steigt, und es gibt große Bemühungen der Betreibergesellschaft diese überwiegend qualifizierten Arbeiter dauerhaft zu halten.

Selbständige Bauern in der Tee-Produktion und in der Tee-Landwirtschaft gibt es inzwischen nicht mehr. Alle traditionell ansässigen Bauern, die früher selbständig ihr eigenes Pachtland bewirtschaftet haben, erhalten nach wie vor Zahlungen für die Verpachtung Ihrer Tee-Flächen an die Betreibergesellschaft. Auch die Bauern, die weggezogen sind.

Alle Bauern, die in der Farm für die Betreibergesellschaft arbeiten, erhalten geregelten Tageslohn, sofern sie keine längerfristigen Arbeitsverträge in der Tee-Fabrik oder im Farm-Management haben.

Trotz stark steigender Löhne gelingt es derzeit nicht, genügend Arbeitskräfte zur Auslastung der Farmkapazitäten zu finden. Deshalb kann die Farm nur einen Teil der Tee-Mengen herstellen, die möglich wären, wenn ausreichend und qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden wären. Für Unternehmen in China ist der Mangel an Arbeitskräften eine völlig neue Situation. Man mußte sich bisher noch nicht darum kümmern die Arbeitssituation attraktiver zu gestalten, um genügend Arbeitskräfte zu bekommen. Man tut sich mit dieser neuen Situation sehr schwer.

Das Arbeitsumfeld, die Bezahlung, Behandlung und die Leistungen müssen verbessert werden. Die Arbeit muss besser organisiert und durch Modernisierung erleichtert werden, damit junge Menschen auf der Farm bleiben und mehr Arbeiter dauerhaft angeworben werden können. Das stellt die Betreibergesellschaft vor große Herausforderungen, weil diese Maßnahmen hohe Investitionen erfordern und schnell umgesetzt werden müssen. Dadurch steigen die Produktionskosten und der Tee-Preis muss deshalb ebenfalls steigen.
Die Lebenshaltungskosten in China steigen ständig und oft stärker als die Einkommen auf dem Land. Deshalb wird man auch in den nächsten Jahren mehr Geld für die Herstellung von Tee ausgeben müssen.



Biologischer Anbau und Tee Ernte


Auf der Qingshan-Tea-Farm sind derzeit 141 ha mit Tee bepflanzt ( Camellia Sinensis ). Im Laufe einer Erntesaison werden, abhängig vom Wetter, ca. 1200 to frische Tee-Blätter gepflückt, die dann zu ca. 300 -330 to getrocknetem Tee verarbeitet werden.
Derzeit wird über die Ausweitung der Tee Anbau Fläche diskutiert. In der Nachbarschaft könnten weitere, schon (bio-)zertifizierte Flächen auf das "fairbiotea"-System umgestellt werden.
In der Qingshan Vorverarbeitungs-Tee-Fabrik wird zunächst das Rohmaterial (fertig getrockneter Tee ) hergestellt. Danach wird der Tee in der Endverarbeitungs-Fabrik nachgearbeitet (gereinigt, graduiert, sortiert, geschnitten, qualifiziert und verpackt ).

Im Frühling erzielen die Top-Tee-Sorten Preise von bis zu 300,- Euro Farm-VKPreis per Kilo im chinesischen Markt! Das gilt für die besten Grünen und Weißen Tees des Jahres, die meist nur in sehr kleinen Mengen gepflückt werden und ausschließlich in China konsumiert werden.
Exportiert werden überwiegend die preiswertesten Tee-Sorten. Für grünen Fannings-Tee, der in Aufgussbeuteln verarbeitet wird und der etwa 15-20% der Produktion ausmacht, können momentan nur Preise erzielt werden, welche die Produktionskosten nicht ausreichend decken. Der Markt macht die Preise.

(Anm.: Das wird gerne von großen Anbietern behauptet, aber kann natürlich so nicht stehenbleiben: "Der Markt gibt höhere Preise nicht her". Nicht der Markt, sondern die großen Bio-Abnehmer zahlen zu geringe Preise. Bei guter Kommunikation kann gute Ware auch zu fairen Preisen weitergegeben werden, vielleicht bei etwas weniger Umsatz. Wenn man den Marktfetischisten geglaubt hätte, hätte, hätte es keine Biobewegung gegeben. Zur Problematik der Teepreise siehe auch unseren Beitrag: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2012/04/17/warum-wird-tee-teurer.htm )

Grundsätzlich werden unterschiedlichste Sorten in verschiedenen Tee-Qualitäten hergestellt: Verschiedene Sorten Grüne Tees, Jasmin Tees, Weiße Tees, Oolong Tees, bei ausreichender Nachfrage auch Schwarze Tees und Pu Erh Tees.
Bei der Ernte im Frühling, Sommer oder Herbst, wird unterschiedlich gepflückt, so wird die gute Qualität im Frühling überwiegend per Hand gepflückt. Bei der Ernte im Sommer und im Herbst wird häufig, für die preiswerten Tee-Sorten, maschinell gepflückt. Dabei wird eine Art tragbarer Rasenmäher mit großem Fangsack eingesetzt.



Inspektion 2012, Mängel und Verbesserungen


In der Umgebung der Qingshan Farm sind derzeit ca. 900 Hektar Tee in der Umstellung auf biologischen Anbau. Die Fläche soll zukünftig noch auf ca. 4500 Hektar erweitert werden. Die Qingshan Farm hat sich mit der Hilfe von "fairbiotea" zu einem Model mit Forschungscharakter entwickelt. Erfahrungen, die dort gesammelt werden, können zukünftig auch in den anderen Farmen in der Umgebung genutzt werden.

Trotz einiger Korrekturen und Verbesserungen mußten wir auch im vergangenen Jahr feststellen, daß es sehr schwierig bleibt, nachhaltige Beratung und Schulung in China in die Praxis umzusetzen. Insbesondere die interne Kontrolle und die interne Ausbildung der Arbeiter und Bauern im Qualitäts-Management kommen nur langsam voran. Die Gründe hierfür sind aus europäischer Sicht unergründlich. Im Wesentlichen ist das wohl auf strukturelle Gründe zurückzuführen, über die wir schon letztes Jahr berichtet haben.

Hinzu kommen zunehmend die Probleme, die durch die Abwanderung junger Bauern entstehen. Damit wandern auch ausgebildete Fachkräfte ab, deren Kenntnisse kaum durch Saisonarbeiter ersetzt werden können.
Ältere Menschen sind oft nicht bereit ihr Arbeitsverhalten zu ändern und befolgen ungerne neue Anweisungen und Abläufe. Geeignete Farm-Manager und qualifizierte Ausbilder zu finden ist extrem schwierig. Die Motivation ist bei allen Beteiligten nur bedingt vorhanden. Interne Anreize werden nicht ausreichend umgesetzt und oft fehlt noch das Verständnis und die Kreativität beim Management, solche Anreize zu schaffen.

Die extrem steigenden Produktionskosten und der schwache Euro verteuern nicht nur den Tee. Trotz enormen Teepreis-Steigerungen können die steigenden Kosten nicht schnell genug kompensiert werden. Die Produzenten geraten so unter enormen Kostendruck und vermeiden derzeit noch höhere Ausgaben für eine nachhaltige Entwicklung.

So muss "fairbiotea" weiter auf Kontinuität setzen und immer wieder die Entwicklung auf das beschränken, was gerade strukturell möglich und finanzierbar ist. Dabei darf die nachhaltige Entwicklung nicht aus den Augen verloren werden. Die aktuelle Situation erfordert Geduld und die Gewissheit, daß es zu einem späteren Zeitpunkt wieder schneller voran gehen wird.

(Über folgende, globale Pestizid-Problematik haben wir vor Kurzem in unserem Blog berichtet: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2012/09/06/bio-bashing-wem-nutzt-es.htm )

Im vergangenen Jahr haben wir vereinzelt in Bio-Tee Herbizide gefunden. Es kann sich um Ausschwemmungen aus höheren Berglagen gehandelt haben, zertifizierter Bio-Dünger oder die Umweltbelastung könnten eine Kontamination verursacht haben. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß sich einzelnen Bauern nicht an die "fairbiotea"-Standards gehalten haben und in ihren Gemüsegärten Herbizide benutzt haben, um sich Arbeit und Zeit bei der Unkrautbekämpfung zu sparen. Das wäre zwar im Sinne der EU-Gesetzgebung für den ökologischen Landbau nicht verboten, entspricht aber nicht den "fairbiotea"-Standards.
Letztlich konnte die Kontaminationsquelle auch nicht von der Bio-Kontrollstelle aufgedeckt werden.
Ab 2012 sollen nun organische Dünger auf Schadstoffe untersucht werden, um Kontaminationen zu vermeiden.
Die einzelnen Bauern sollen intensiver geschult und kontrolliert werden, um Fehlverhalten zu vermeiden.
Umweltkontaminationen lassen sich nur schwer durch geeignete Maßnahmen unterbinden.
Die kontaminierten Tees entsprachen dennoch den Europäischen Lebensmittel-Vorschriften und wurden nicht als Bio-Tee vermarktet.



Positiver Ausblick


Nach dem Kompost-Training im Herbst 2011, das im Auftrag von "fairbiotea" vonOpens external link in new window www.soilandmore.nl durchgeführt wurde, ist viel Erfreuliches in der Farm passiert. So konnte bei der Inspektion im Sommer 2012 festgestellt werden, daß nahezu alle ansässigen Bauern dezentral Kompost herstellen. Die Kompostherstellung erfolgt noch nicht professionell und effektiv genug, aber zum Üben und Erfahrung sammeln ist diese Entwicklung hervorragend. Durch das Kompostforschungsprojekt, unter der Leitung der "fairbiotea"-Berater werden weitere Erkenntnisse gesammelt, dokumentiert und ausgewertet, so soll die Herstellung von Kompost professionalisieren und die Nährstoffzufuhr optimiert werden.
Berechnungen haben ergeben, daß die heute schon gute Co2-Bilanz in Bio-Teefarmen bei einer Anwendung von Kompost auf nur 50% der Fläche, inklusive Transport der Ware nach Europa, hervorragend wäre. Denn die Bilanz wäre Co2-neutral. Die Kompost-Nutzung liefert den besten Beitrag für den Umweltund Klimaschutz, den die Landwirtschaft überhaupt liefern kann.


Das gesamte Portrait der Quingshan Farm ist nachzulesen unter: Opens external link in new windowhttp://www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Hunan/qingshan-tea-farm.html#01


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Tags: china, biotee, bio-grüntee, qingshan teefarm, fairbiotea
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Herzmarinade. Ein poetisches Rezept

Michael Domas: Herzmarinade (fast ein Liebesgedicht)

 
 
Was machen die Heuschrecken in ihrer Freizeit? Gerne Kultur, Film, Kunst, Literatur.

Auf dem letzten Literaturabend gab es Liebeslieder - und zwischen den Liedern trug Michael Domas seine erotischen Gedichte vor.
Dieses ungewöhnliche Liebes-Gedicht "Herzmarinade" - man soll es nachkochen können - stellen wir passenderweise in unserer Rubrik für Rezepte vor - nach dem Wildschweinrezept des ungarischen Jägers Andras für 10kg Fleisch http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2011/09/23/rezept-aus-ungarn-wildschweingulasch.htm kann uns nichts mehr schrecken ...




Herzmarinade



Malabar Pfeffer, Bio-Gewürze von Heuschrecke für das Liebesgedicht / -rezept
Drei Tage in Buttermilch und Rotwein
hast du das Herz mir mariniert.
Hast vorher durchwachsenen Speck
zwischen die feinen Fasern des Muskels geschoben,
trocken, sagst du, würde sonst das fettarme Fleisch.



Die Reste geronnenen Blutes hast du abgespült,
der Segelklappen sehnige Bänder gekappt
und mit kundiger Hand und geschliffener Klinge
beschnitten, was knorplig und ledern
sich deinem sanften Biss widersetzte.



Den Wildgeschmack rundend mit Süße und Säuren,
hast du's mit Pflaumen und Äpfeln gefüllt
und zugenäht wie eine kostbare Börse
mit weißem Zwirn. Weiß, damit er
sich entfernen lässt, bevor du's verzehrst.



Heiß brätst du's nun an von allen Seiten
zischend und brutzelnd in Butterschmalz,
das vom selben Tiere genommen.
Pfeffer nicht sparst du und nicht an Salz
und löschst den Braten mit eben dem Sud,
in dem er drei Tage geschwommen.






Michael Domas

 


 



"Michael Domas" ist das Pseudonym eines Weggefährten. Er ist Naturwissenschaftler, Spiritus Rektor unseres Literaturkreises und schreibt erotische Gedichte, Romane und Krimis. Die Herzmarinade hat es uns angetan ....

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Tags: herzmarinade, poesie, michael domas, bio-gewürze, malabar pfeffer
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eDemokratie

Klick Dich frei!

Screenshot Liquid FeedbackÄrgern auch Sie sich, wenn Politiker Entscheidungen treffen, die Sie als Wähler so nie mittragen würden?
Geht Ihnen der Hut hoch, wenn Sie in der Zeitung lesen, wofür unsinnig Steuergelder ausgegeben werden, Gelder die doch dringend für Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser oder Altersheime gebraucht würden?

Ist das nicht frustrierend, dass wir nur alle paar Jahre mal unser Wahlrecht ausüben dürfen - aber bei den vielen Entscheidungen, die täglich gefällt werden, nicht wirklich mit entscheiden? Die Wahlbeteiligung ist
seit 1975 in Deutschland kontinuierlich gesunken.

Klar könnte man sich parteipolitisch engagieren, Mitglied im Ortsverein werden, sich die Abende um die Ohren schlagen und hoffen, dass die Diskussionen irgendwann irgendwie nach Berlin gelangen.
Oder direkt teilnehmen an Initiativen wie Greenpeace, Amnesty, VCD oder einer Anti-AKW-Gruppe.

Screenshot Petitionsportal des BundestageAber haben wir nicht nach 15 Jahren Internet in Deutschland eine viel effektivere und direktere Möglichkeit, in quasi Echtzeit repräsentative Meinungsbilder zu erstellen?
Nach Jahren der Online-Spielerei mit ebay (Um-Verteilung von Gütern) und Peer-to-Peer (Tausch von Musik und Filmen) oder Facebook (Austausch von Meinungen zu meist banalen Themen) ist die Zeit gekommen für ein neues Tool, mit dem jede/R Einzelne direkt und demokratisch abstimmen kann.
Die Klick-Demokratie würde ohne Zeitverlust abbilden, was die Menschen wünschen und böte damit eine gute Grundlage für Entscheidungen der gewählten Volksvertreter. Ob Volkes Meinung dann die Einflüsterung von Populisten oder Medienmächten wiedergibt, möchte ich erst einmal dahingestellt lassen. Auch ist es derzeit im Internet nicht möglich, die Echtheit der Stimmabgabe zu überprüfen. Denn das Internet kann (im Gegensatz zu einer echten Wahlurne) nicht auf die korrekte Funktionsweise geprüft werden.
Das Problem der fehlenden Sicherheit und der Schutz gegen Hacker beim eVoting ist noch nicht gelöst.
Eine echte Authentifizierung des Nutzers wäre Voraussetzung, und dass schafft derzeit ja nicht mal der digitale Bundespersonalausweis...
Es kann also wohlgemerkt derzeit nur um Meinungsbilder gehen, da Computer und Netz zu anfällig für Manipulation sind.

Screenshot change.orgMir geht es erst einmal um die Machbarkeit, die, wie ich denke, gegeben ist durch eine Online-Quote der deutschen Bevölkerung von mittlerweile 77% (Quelle: Opens external link in new windowhttp://www.bitkom.org/) und die immer weitere Verbreitung von mobilen Internet-Geräten wie Smartphones und Tablet-Computern. Das Internet ist für Kommunikation höchst verfügbar!
Auch erste Software für direkte Abstimmungen gibt es. So nutzen die Mitglieder der "Piraten"-Partei "Liquid-Democracy" um schnell den Willen der Basis herauszufinden und darzustellen. Das bildet dann die Grundlage für Vorlagen, Anträge und Entwürfe.

Wir brauchen ein wahrlich "soziales Netzwerk"!
Technisch ähnlich wie Facebook und inhaltlich wie Liquid Feedback.
Facebook kann das nicht leisten: Facebook ist ein börsennotiertes multinationales Unternehmen und "sozial" nur durch das Engagement von Millionen von Menschen die darüber verbunden sind.

Campact-LogoWürden junge Menschen ähnliche Energie und Zeit in Abstimmungen über ihre direkte Umwelt- und Lebenssituation stecken wie derzeit in Facebook, wäre die Politik-Verdrossenheit überwunden und das politische Leben wieder lebendiger als ein sonntäglicher Urnen-Gang.

Hier gibt es mehr Ansätze und Infos zu direkter Demokratie und Aktionen:

Campact - Demokratie in Aktion            Opens external link in new windowhttps://www.campact.de/
Petitionsportal der Bundesregierung    Opens external link in new windowhttps://epetitionen.bundestag.de/
Liquid Feedback OpenSource Software Opens external link in new windowhttp://liquidfeedback.org/
change.org - Online Aktionsplatform     Opens external link in new windowhttp://www.change.org/de

(Auf change.org kann man zum Beispiel für die Freiheit von "Pussy Riot" unterschreiben [done!] oder seine Stimme gegen den Einsatz von Bienen-schädlichen Bayer-Giften abgeben. Witzig auch "kleine" Petitionen wie die vom 11-jährigen Otto, der seinen Park in Berlin retten will oder die Aktion für die Rückgabe einer Geige, die einer japanischen Musikerin durch den Zoll abgenommen wurde...)

Auch dieser Blog ist Meinungsbildend: senden Sie mir Ihren Kommentar, beteiligen Sie sich aktiv an der Diskussion!



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

Kille Enna: Herbstzeit - Pflaumenzeit (1)

Pflaumen-Tomaten-Chutney mit Ingwer




 

Kille Enna, Köchin, Gewürzspezialistin und Autorin
Kille Enna, Spitzenköchin, Buchautorin und Fotografin, lebt in Ystad.
Sie ist in Schweden und Dänemark vielleicht so etwas wie Sarah Wiener hier, ein "Idol für die naturbelassene Küche" -  siehe
unser Portrait:Opens internal link in current window Kille Enna, Spitzenköchin, Fotografin, Autorin


Kille liebt Gewürze, ihre Aromen, und ist begeistert von unseren Qualitäten.
Wir wiederum sind begeistert von ihrer überschwänglichen Energie, ihrem Mut und der Kreativität in dem, was sie tut. Wir haben selten so lebensfreudig beschwingte, authentische Rezepte gesehen wie in ihrem Kochbuch (siehe Buchtipp unten, auch ein schöner Geschenktipp mit den künstlerischen Fotos von Kille Enna).

Das Nachkochen ist wie ein Hineinvertiefen in die jeweiligen Früchte oder Gemüsesorten, die im Zentrum stehen - eine Auseinandersetzung mit allen Geschmacksfacetten, Aromen und Eigenarten  - verstärkt durch die reichhaltigen Gewürzen, die Kille Enna ihren "Stars" aus der Natur gerne an die Seite stellt. Dadurch, oder manchmal auch durch überraschende Säure, Schärfe, Herbe oder Süße, werden die Sinne hellwach ...

Jetzt ist die kurze Zeit im frühen Herbst, wo es gleichzeitig heimische Tomaten und Pflaumen gibt. Also los - ist ganz einfach:

Bio-Vanille von Heuschrecke: Pulver, Stangen und Vanillezucker





Benötigte Bio-Gewürze
- hier von Heuschrecke: Unser Vanillepulver stammt aus Nord-Ost-Madagaskar von Kleinbauernprojekten - hier das Lieferantenportrait: Opens external link in new windowhttp://www.heuschrecke.com/vanillemadagaskar.htm
Die Vanillestangen stammen von den Comoren. Unser Vanillezucker  besteht aus hellem Rohrohrzucker und 5% gemahlener Vanille.

 







Pflaumen-Tomaten-Chutney mit Ingwer

 


Schmeckt traumhaft zu Käse.

Pflaumen-Tomaten-Chutney. Foto: Kille Enna

Zutaten  

(ergibt 1,2 l)


  • 600 g vollreife Pflaumen oder Mirabellen
  • 450 g vollreife Tomaten
  • 50 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • 400 g heller Rohrzucker
  • 1 1/2 EL Balsam-Apfelessig
  • 1 EL fein gehackter frischer Ingwer
  • 1/4 Vanillestange, Mark ausgekratzt
  • 1/2 TL fein gehackte Jalapeños oder 1 Prise Chiliflocken
  • hochprozentiger Alkohol  für die Gläser (Anm.: zum Ausspülen zur Desinfektion. Wer keinen Alkohol verwenden möchte, kann z.B. die Flaschen/Gläser bei 100°C (keine Umluft) über ca. 15 min im Backofen sterilisieren.)



Pflaumen putzen, waschen, halbieren und entsteinen. Tomaten putzen, waschen und grob hacken. Zusammen mit Pflaumen und den übrigen Zutaten in einen Topf geben. Alles zum Kochen bringen und zugedeckt 15-20 Minuten köcheln lassen, bis das Chutney andickt. Dabei gelegentlich umrühren.


Ein paar Marmeladengläschen mit hochprozentigem Alkohol ausspülen und das kochend heiße Chutney auf die Gläser verteilen. An einem trockenen, kühlen, dunklen Ort lagern. Nach dem Öffnen ist das Chutney nur noch begrenzt haltbar und sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dort hält es bis zu einem Monat.







Kille Enna









Buchcover: Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag

*) Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag GmbH, München Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.christian-verlag.de . Rezepte nach Jahreszeiten, mit wunderschönen Fotos von Kille Enna. Das vorgestellte Rezept finden Sie hier auf S. 132.
Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung von Kille und dem Christian Verlag.

Fotos und Rezepttext © Kille Enna   Öffnet externen Link in neuem Fensterkilleenna.com






 

 




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Tags: pflaumen-tomaten-chutney, kille enna, bio-gewürze
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Gastbeitrag
12.09.2012
10:00

Tolleranz und Vorurteil. Ohrenkuss-Beitrag

Dass Menschen, Menschen sind, egal wie sie sind

Erfüllung eines Lebenstraums: Ohrenkuss-AurorInnen auf Mongolei-Reise. Angela Fritzen schreibt Logbuch.
Erfüllung eines Lebenstraums: Ohrenkuss-AurorInnen auf Mongolei-Reise. Angela Fritzen schreibt Logbuch in der Dunkelheit mit Stirnlampe.
Zahlreiche Redakteure vom Ohrenkuss machten sich im Sommer 2009 auf den Weg um mehr über die Gemälde Rosenmadonna und Weltgericht von Stephan Lochner (1400-1451) zu erfahren.
Zahlreiche Redakteure vom Ohrenkuss machten sich im Sommer 2009 auf den Weg um mehr über die Gemälde Rosenmadonna und Weltgericht von Stephan Lochner (1400-1451) zu erfahren.
Ohrenkuss-Sportreportage: Anna Maria Schomburg schwimmt.
Ohrenkuss-Sportreportage: Anna Maria Schomburg schwimmt.
Sommerblut-Theaterfestival Köln - Ohrenkuss begleitet das HORA-Theater Zürich.
Sommerblut-Theaterfestival Köln - Ohrenkuss begleitet das HORA-Theater Zürich.
Das Multitalent Susanne Kümpel hat den Auftrag übernommen, die Heuschrecke zu zeichnen. Susanne Kümpel ist 49 Jahre alt und Künstlerin von Beruf. Sie arbeitet in der Kreativen Werkstatt ALLERHAND in Köln. Zeichnend und malend ordnet sie in ihrem Werk Gesehenes und Erlebtes. Susanne Kümpel versteht die künstlerische Arbeit als Denkvorgang, der ihr eine intensive Auseinandersetzung und Durchdringung ihrer Lebenswelt eröffnet.
Das Multitalent Susanne Kümpel hat den Auftrag übernommen, die Heuschrecke zu zeichnen. Susanne Kümpel ist 49 Jahre alt und Künstlerin von Beruf. Sie arbeitet in der Kreativen Werkstatt ALLERHAND in Köln. Zeichnend und malend ordnet sie in ihrem Werk Gesehenes und Erlebtes. Susanne Kümpel versteht die künstlerische Arbeit als Denkvorgang, der ihr eine intensive Auseinandersetzung und Durchdringung ihrer Lebenswelt eröffnet.
Ohrenkuss: Das Glück in mir. Verena Günnel schreibt Wünsche auf.
Ohrenkuss: Das Glück in mir. Verena Günnel schreibt Wünsche auf.
Verena Günnel trägt Texte aus dem Ohrenkuss-Wörterbuch vor. Sie hat ein festliches mongolisches Gewand, einen Deel, an.
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Bildprüfung für die Ohrenkuss-Ausgabe Unsichtbar. Ohrenkuss-Redaktionssitzung.
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Erdbeeben ist wie Krieg. Ohrenkuss-Redaktionssitzung zum Thema Japan Mai 2011.
Erdbeeben ist wie Krieg. Ohrenkuss-Redaktionssitzung zum Thema Japan Mai 2011.
Ohrenkuss scheibt über Tiere: wenn man einfacch in der Nähe hat / das ist schön. Carina Kühne mit ihrem Hund Arco.
Ohrenkuss scheibt über Tiere: wenn man einfacch in der Nähe hat / das ist schön. Carina Kühne mit ihrem Hund Arco.
Nachtrag 1.10.2012:
Opens external link in new windowhttp://ohrenkuss.de/wir-schaffen-das-50-000-unterschriften-bis-zum-15-oktober-2012/
Bezieht Stellung mit Ohrenkuss!

Ohrenkuss bittet Euch, die ePetition zu unterzeichnen. Bis zum 15. Oktober 2012 müssen 50.000 Unterschriften zusammen kommen. Das Anliegen wird im Anschluss parlamentarisch geprüft. Worum geht es? Eine neue Methode der vorgeburtlichen Diagnostik soll eingeführt werden. Wenn alle schwangeren Frauen den Test in Deutschland machen würden, dann gäbe es als Konsequenz bald keine Menschen mit Down-Syndrom mehr.

Ohrenkuss Fernkorrespondentin Verena Elisabeth Turin erkennt den Wert der Vielfalt, sie schreibt: „Du bist ein Mensch, weil wir ganz verschiedene Meinungen und Grenzen und Gefühle haben“. Svenja Giesler will „dass sie Respekt vor mir haben. Die sehen nicht, wie ich mich fühle. Dass es mir Angst einjagt und dass es sehr erschreckend für mich ist. Ich habe Down-Syndrom, aber ich stehe dazu. Ich bin kein Alien, denn ich bin so wie ich bin. Jeder soll es verstehen und mich respektieren.“

Schaffen wir die 50.000 Stimmen?
Ohrenkuss Gründungsmitglied Michael Häger ist natürlich zuversichtlich und meint: „Wir schaffen das, weiter so!“.
Verteilt diese Information weiter, damit viele unterschreiben können, bitte hier anklicken:
Opens external link in new windowhttps://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_09/_04/Petition_35635.html

Bis zum 15. Oktober müssen 50.000 Unterschriften gesammelt werden.

 




Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen regelmäßig bei uns zu aktuellen Themen.
 
Heute diskutieren die Ohrenkuss-AutorInnen über Toleranz und Vorurteile.



  • Mit Beiträgen von Julia Bertmann, Judith Klier, Anna M. Schomburg, Maria Troyer, Martin Weser und Tobias Wolf. Zusammengestellt von Katja de Bragança

 




Was bedeutet eigentlich VOR-URTEIL? Mit solchen Fragen beschäftigen sich auch die Ohrenkuss-AutorInnen hin und wieder. Zum einen, weil sie gerne zu interessanten Themen recherchieren und schreiben - dann aber auch, weil sie (wegen ihres Down-Syndroms) oft unter Intoleranz und Vorurteilen zu leiden haben.
Hier könnt Ihr Auszüge (1) aus einer Ohrenkuss-Diskussion zum Thema lesen.



Anna M. Schomburg, 30 Jahre (handgeschrieben)

Vorurteile sind nicht so erfreulich! Man voruteilt jemanden in Bemerkungen, den man nicht kennt und redet schlecht über den, den man nicht kennt.
Jemanden zu verurteilen, den man nicht kennt, ist ganz diktatorisch und sehr selbstbezogen!
Es ist immer besser denjenigen gut zu kennen ohne ihn gleich zu verurteilen und schlecht zu machen!




Maria Trojer, 23 Jahre (mit der Hand geschrieben)

Andere sagen, dass die Menschen mit Down Syndrom dumm und ohne Gehirn sind - auch sowas kann ein Vorurteil sein, weil man so nicht sagen darf nur weil wir anders aussehen.
Ich finde es nicht normal was die anderen über uns sagen. Sowas kann gar nicht stimmen.




Tobias Wolf, 33 Jahre (diktiert)

Ich esse gerne Käsekuchen. Ich habe den Käsekuchen, den meine Ma gebacken hat, gegessen und ich habe immer gedacht, nur das ist mein Lieblingskuchen. Das war mein Vorurteil. Und jetzt habe ich mein Vorurteil überwunden, indem ich auch irgendwo anders in einer Konditorei Käsekuchen bestelle, in Garmisch oder Murnau.

 


Julia Bertmann, 31 Jahre (in einer eMail geschickt)

Ich kann darüber nichts schreiben. Die Wörter sind für mich zu hoch.
Ich weiß nur: Viele Leute glauben- wir mit Down Syndrom können nicht lesen und schreiben. Sie haben keine Ahnung. Das ist ein Vorurteil was sie haben.
Ansonsten habe ich mich mit diesen beiden Wörtern noch nicht auseinandergesetzt.




Tobias Wolf

Über Menschen mit Down-Syndrom kenne ich keine Vorurteile und auch nicht von mir selbst.




Martin Weser, 28 Jahre (handgeschrieben)

Manche sitzen in Rollstuhl, die sind nett und man kann unterhalten, die fühlen sich richtig gut. Manche nicht.
Man sollte tolerant sein für alle Menschen im Rollstuhl sind.
Die Menschen behaupten das andere komisch aus sehen und können nicht laufen, dan muss einer dabei sein und aufpassen, wenn sie nicht hinfällt und manche können selber helfen. Es gibt welche, die haben Down-Syndrom und manchen nicht.




Maria Trojer

Wenn es vorurteile gibt - über uns lästern oder blöde Gerüchte herumplaudern die sowieso nicht stimmen. Für uns ist das verletzend, wenn sie Schimpfwörter sagen. Ich finde es nicht so fein und ertrage keinen Spott. Weil es von den andern gemein ist.
Ich könnte mir wünschen, dass die Menschen toleranter werden und darüber sprechen wie es dem anderen geht, diesen fehler einsehen können.




Tobias Wolf

Vorurteile gibt's auch in der Politik. Wenn Herr Schäuble im Rollstuhl sitzt, kann er trotzdem Deutschland aus der Finanzkrise helfen.





Wie würdet Ihr den Begriff "Toleranz" erklären? Was meint Ihr dazu?


Martin Weser

Ich kenne viele Leuten, die so alt sind und manchen brauchen hilfe, das nennt man Toleranz.




Tobias Wolf

Wenn ich in einer Diskussionsrunde bin, dann höre ich zu, was die Themen sind und mache Vorschläge. Die Vorschläge von den anderen Teilnehmern finde ich dann auch ganz gut.
Als ich noch in der Schule war, habe ich mich immer gemeldet, immer wenn ich was wusste zum Beispiel in Geschichte. Wenn ich nicht drankam, habe ich die anderen drangelassen. Manchmal kommts vor, dass andere einfach reinreden, ohne sich zu melden. Das kommt manchmal vor. Das ist nicht in Ordnung.




Was passiert, wenn Menschen nicht tolerant sind?


Tobias Wolf

Wenn Menschen insgesamt nicht tolerant sind, dann passiert so wie in den Nachrichten, wie in Syrien oder in Iran, dass die Länder untergehen und das Land dann dahingeht durch einen Krieg.




Was kann man tun, damit sie es werden?


Tobias Wolf

Dass es hoffentlich endlich mal Frieden gibt, peace for the world, dass sie sich vertragen, dass alles besser wird.




Muss man überhaupt tolerant sein?!


Tobias Wolf

Ja, man muss tolerant sein.



Anna M. Schomburg

Toleranz ist immer erfreulich! Tollerant mit anderen umzugehen ist viel besser als ihn zu verurteilen! Tolerant zu anderen zu sein und ihn wahrzunehmen, was er braucht und ihn tolerant zu behandeln kann nie verkehrt sein! Tolerant zu sein gegenüber beiden kann nur positiv für beide enden!
Vorurteile sind nie schön und führen zu nichts gutem in Gemeinschaft und Tolerant ist jedoch sehr schön und ist nur etwas Gutes in Gemeinschaft! Tolerant zu sein über anderen ist immer besser als einen anderen zu voruteilen!




Wie fühlt es sich an, wenn Du mitbekommst, dass jemand ein Vorurteil hat?


Judith Klier

Wie man sich anffühlt? Da fühlt man sich nich sehr sicher / wenn man angerieifen fühlt das man Kritik an zu nehmen / aber ist sehr schwer ein  Vorurteil anzu nehemen in dem an man sich nicht wohl ist




Was könnte man tun, damit Menschen weniger Vorurteile haben?


 Judith Klier

Wie konnte man es weinger (weniger) machen? In dem man auf hört und das man Vorurteil so apsaptiert (akzeptiert) wird wie jede anderre / mal mehr oder mal weimiger / hat das man so nicht mehr im Lebeen keine Vorurteile haben / das ist nicht leicht.



Maria Troyer

Manche Leute können tolerant sein. Es gibt auch nette Menschen die sympatisch sind und mit ihnen Bekanntschaft zu schließen (gemeint ist: sie wünscht sich, mit ihnen Bekanntschaft zu schließen).



Judith Klier

Es passiert sehr viel / wenn man einfach ist um es zu vermieiden / wenn man eiinfach aufhören will / tn (tun) es nicht kann sa (sagen) / braucht man Hilfe um zu vermeiden.

 


Anna M. Schomburg

Es ist immer besser, den, den man nicht so gut kennt freundlich und gut zu behandeln, damit der zu dir auch liebevoll umgeht!




Tobias Wolf

Dass man den Menschen erklärt, was richtig ist und was falsch ist: Dass Menschen, Menschen sind, egal wie sie sind.



Maria Troyer

Man soll keine Angst haben, dass ein Kind down Syndrom hat. Nur wenn wir etwas wert sind und es nicht abtreiben will, dass sie ganz normal auf die Welt kommen.
Als ein Sonntagskind und in der Familie Glück bringt auch wenn wir etwas besonderes sind.

 

 

 



(1) Die Diskussionsbeiträge sind nicht korrigiert oder zensiert worden. Teilweise sind sie jedoch gekürzt worden.



 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Fotos und Texte © Ohrenkuss

Im August 2012 erschien dieser Text in leicht gekürzter Fassung im Schekker, dem Jugendmagazin der Bundesregierung.

 

 






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Tags: toleranz, vorurteile, down syndrom, ohrenkuss, Blog
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