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BioFach Messe 2012 - Ein Heuschrecke-Bericht.

Was tun wir eigentlich so auf der Messe? Über unsere Kunden, Lieferanten und Bio-Produkte.

01 Am Vorabend der BioFach findet unsere 6. Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz statt. Es nehmen Kleinbauern-Initiativen, Importeure und Hersteller wie wir, aus aller Welt teil.
02 Die Original Wupperthal Rooibusch Cooperative, Jardins de Gaia und l'Herbier du Diois aus Frankreich, wir,
03 die NGO PDS aus Indien, Frontier Coop aus den USA, SOFA/Biofoods aus Sri Lanka,
04 KAITE aus Zimbabwe, Equal Exchange aus England, und die Importfirma Topqualitea aus Kapstadt und Freiburg.
05 Wir tauschen uns aus über Neuigkeiten, Änderungen, Schwierigkeiten, Weiterentwicklungen,
06 und besprechen Strategien und Ziele unserer kleinen Gruppe für das kommende Jahr. Ein Bericht über die Konferenz folgt noch.
07 Der erste Messe-Morgen an unserem Stand - der Tee für unsere Kunden, Lieferanten und Besucher ist fertig. Naturkostläden, Naturkostgroßhandel, Hofläden, Kräuter- und Tee-Fachhandel, Praxen und Gesundheitsberater, verschiedenste Naturkost- und Kosmetikhersteller, die Gewürze und Kräuter benötigen, Anbauer und Importeure werden uns in den nächsten 4 Tagen besuchen.
08 Unsere diesjährigen Produktneuheiten sind zum Glück alle kurz vor der Messe fertiggeworden (keine Dummies): Harissa-Gewürz, Keltisches Würzsalz, edler Malabar-Super-Pfeffer von den Sahyadri Spice Farmers, Bambus Tee, Cannabis Tee, Kinder-Rooibusch Tee mit Erdbeer und Vanille, und 3 sehr edle China-Grüntees.
09 Unter dem Thema Coole Kelten stellen wir einmal unsere Keltische Produktserie vor, zum anderen das Projekt Terra Magnifica aus Kroatien, zertifizierte Wildsammlung und kleinbäuerliche Bio-Landwirtschaft mit einer Liste von über 200 heimischen (Wild-) Pflanzen.
10 Die Initiative unseres Teemaklers Wolfgang Wilhelm: Fairbiotea, für sichere Bio-Qualität, Nachhaltigkeit und fairen Handel. Hier stellen wir Teesorten der 4 teilnehmenden Teefarmen in China aus.
11 Auf der Messe können wirklich alle unserer Gewürzmischungen verkostet werden, von mild bis superscharf (Chinagewürz und Harissa sind die schärfsten - danach kommt nur noch Chili pur).
12 Daneben zeigen wir alle unsere Pfeffersorten - eine stolze Auswahl mittlerweile - von der Spitzenqualität Malabar Super (handverlesen),
12a ... bis zur holzig-aromatischen Spezialität Kubebenpfeffer.
13 Nach mehrfachen Kundennachfragen haben wir jetzt auch Cannabis-Tee von genehmigten Sorten,
14 ... und Bambustee, ein zur Zeit sehr geschätzter Wellnesstee aus Südkorea.
15 Wir haben neue edle Tees von den Fairbiotea-Farmen ins Programm genommen - hier Scent Tip von der Qingshan-Farm.
16 Auf der letzten Messe hörten wir ein Kind quengeln: "Ich mag keinen Früchtetee mehr ..." - daher unser neuer milder Kinder-Rooibusch mit leckerer Vanille und Erdbeerflocken.
17 Eine Neuheit, die wir schon länger im Sinn hatten: keltisches Würzsalz, ein Premium-Kräutersalz mit vielen Wildpflanzen und Wild-Wurzeln.
18 Zu den Keltischen Tees hatte uns das Buch "Pflanzen der Kelten" von Wolf-Dieter Storl inspiriert.
19 Hier besuchen uns Herr Roy Zhong und Frau He Xue Jia von der Qingshan-Farm zusammen mit Herrn Wilhelm, Herr Dellwisch und Frau Ka Yan Lee, unsere Teemakler, an unserem Stand.
20 In diesem Gespräch geht es um schwarzen Cardamom, der ebenfalls in Darjeeling wächst - wir möchten ihn gerne in unser Sortiment aufnehmen. Benedikt Kaukler organisiert für uns hauptsächlich Gewürzimporte - hier mit Praveen Periwal von einer Darjeeling - Bio-Teefirma.
21 Bio-Wasabi ist schwer anzubauen, nun bringt Herr Naito, zusammen mit Gero Plath von der japanischen Firma Mitoku, die heißerwarteten ersten Muster.
22 Neben den Naturkostläden - denen der Weg mittlerweile oft leider zu weit zur BioFach ist, treffen wir natürlich unsere Verarbeiter-Kunden, die selbst ausstellen. Werner und Gudrun Baensch von der Ölmühle Solling verarbeiten unsere Gewürze in Ölen und feinem Kokosfett.
23 Werner hatte schon ein interessantes Leben, bevor er die Ölmühle übernahm - es macht Spaß, ihn auszufragen, und sein chemisch-alchemistisches Wissen über alles, was in der Mühle bei der Ölherstellung passiert, zu bestaunen.
24 Hier ein Tip des beliebten, ungenannt bleibenden (da ihn sowieso jeder kennt) Außendienstmitarbeiters von Naturata: Barbecue-Sauce von Naturata mit Heuschrecke-Gewürzen drin.
25 Auch in den ayurvedischen Lippenstiften und Kajals von Lakshmi stecken einige Kräuter für das Wohlergehen zarter Haut und empfindlicher Augen: Melisse und Augentrost bestellt Inhaberin Katharina von Nagy bei uns. Ihre Tochter Yasmin arbeitet ebenfalls in der Firma.
26 Wir sind Fans dieser Firma: In der Werkstatt von Windmühlen-Messer wird wie vor 100 Jahren sehr handwerklich gearbeitet. Es gibt auch eine Partnerschaft mit japanischen Schmieden: Samurai-Klingen für das Küchenmesser. Frau Herder (Mitte) ist die Chefin.
27 Herr Takada, Inhaber der Feinkostfirma Culina Japan, stellt auf dem Windmühlen-Messestand edle japanische Lebensmittel vor, und ist außerdem in der Initiative Atomfree-east-west aktiv. Zum Jahrestag von Fukushima hat die Initiative diese Taschen hergestellt.
28 Informationen und Bestellmöglichkeiten für diese Taschen auf www.atomfree-eastwest.com
29 Zufälliges Zusammentreffen an unserem Stand - unsere ungarischen Paprika-Connections: Guszti und Werner. Ungarischer Paprika ist - sagt man - der beste der Welt. Es gibt eine lange frostfreie Periode, aber es ist nicht so heiß, dass die Paprikafrüchte am Strauch ausreifen. So haben die Ungarn die Methode des Nachreifens entwickelt, die dem Aroma sehr gut tut (Zucker baut sich auf, aber die Aromen bauen nicht so sehr ab wie am Strauch).
30 Mit Guszti haben wir etwas Neues ausgeheckt: Bio-Anis-Anbau in Ungarn. Die Anissamen, die wir auf die Messe mitgebracht haben, wird Guszti jetzt zur Aussaat mitnehmen, das Klima ist günstig. Es gab leider mit Anis aus der Türkei und aus Italien, wo er üblicherweise herkommt, des öfteren Pestizidprobleme - so entstand die Idee mit unseren ungarischen Partnern.
31 Unsere Öko-Kontrollstelle QC&I, Gründer Maik Pickel.
32 Die Firma Petersilchen macht unter der Marke Sanchon wunderbare Chutneys und Currypasten auf der Basis frischer Zutaten und mit Tonnen von Heuschrecke-Gewürzen. Christoph und Barbara - Matthias, der begnadete Produktentwickler, fehlt hier auf dem Bild ...
33 Also beim nächsten Bioladen-Einkauf mal nach Sanchon schauen ...
33a Stephan Roggenkamp stellt die neue Sylter Salatsauce vor - mit unserem Wacholder verfeinert. Unser Lieblingssalat diesen Winter (schnell in der Mittagspause zubereitet) war: geraspelte Kohlrabi mit geraspelten Möhren, geschnittene kleine Zwiebel, etwas Kresse, und diese Sylter Salatsauce ...
34 Renate Künast, Grünen-Spitzenpolitikerin, mag gerne guten Grüntee und geht traditionell bei unserem Teelieferanten Shimodozono (Halbschattentees aus Japan, Kagoshima) auf der BioFach Messe Teetrinken. Hier mit Inhaber Markus Hastenpflug (rechts).
34 Sie erklärt hier ihrem Tross ...
35 ausführlich ...
35a ... wie Matcha-Tee, ein aus Grünteepulver schaumig geschlagener Tee, zubereitet wird.
36 Derweil hat Johannes für die Politiker einen feinen Grüntee zubereitet, ...
37 ... und Uli-der-Koch die passenden Süßigkeiten angerichtet.
38 Besinnliche Teepause auf der Messe.
39 Auch wir hatten im NRW-Gemeinsschaftsstand Staatsbesuch: nachdem letztes Jahr Umweltminister Remmel bei uns war, kam dieses Jahr Staatssekretär Paschedag vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.
40 Manchmal bestellt ein Neukunde erst länger Muster und tüftelt offensichtlich an irgendetwas noch Geheimem... hier können wir zum erstenmal die erfrischende, nicht zu süße Kräuterlimonade von "Tau in den Wiesen" probieren.
41 Auch das ist BioFach: alte Freunde und Kollegen wiedertreffen, hier Maria Kettenring, Buchautorin und Mitarbeiterin bei Primavera. Ende der 80er Jahre haben erst Primavera und kurz danach Heuschrecke mit ätherischen Ölen gestartet, wir von unseren Kräuterlieferanten animiert, da Überschüsse destilliert wurden. Während Primavera sich zum Marktführer für ätherische Öle (und seit einigen Jahren mit eigener Kosmetiklinie) in unserer Branche entwickelt hat, sind wir verstärkt Spezialist für Gewürze, Kräuter und Tee geworden, mit einem kleinen Basissortiment ätherischer Öle.
42 Maria Wanetschek von ecoinform.de. Auf dieser Naturkost-Datenbank haben die meisten Naturkosthersteller ihre Produkte präsentiert, von uns gibt es hier ausführliche Beschreibungen unseres Kernsortiments.
43 Pfefferkäse (mit unserem Pfeffer) ist der Renner der Fleckenbühler Käserei. Suchthilfe Fleckenbühl - hier aus ihrer Selbstdarstellung: "Eine offene, konsequent nüchterne Gemeinschaft: Das sind wir Fleckenbühler. Unser Angebot ist einfach: Wir nehmen Menschen mit Suchtproblemen in jeder Lebenssituation sofort bei uns auf. Und dann helfen wir ihnen, dauerhaft suchtfrei und selbstbestimmt zu leben. Unsere eigenen früheren Suchterfahrungen helfen uns dabei. Wir Fleckenbühler haben uns dafür entschieden, nüchtern - ohne Drogen, Alkohol und Tabak – zu leben und unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wir leben und arbeiten zusammen." Auf dem Foto: der Vize-Käsemeister und der Käsemeister.
44 Die Firma Isana mit ihrer Naturkostmarke Bio Verde ist bekannt für frische Bio-Feinkost. Einmal im Jahr organisieren wir mit Terra Magnifica (Wildsammlungsprojekt in Kroatien) den Bärlauch-Transfer während der Erntzeit im Mai, tiefgekühlt und Tonnen - jedesmal eine Aufregung, ob alles gutgeht - es nicht regnet, und die Kühlungen während der wöchentlichen Transporte im ganzen Mai heil bleiben - , für das frische (nicht erhitzte) Bärlauchpesto und die Bärlauchgnocchi. Walter Lutz zeigt sie hier - lecker! Auch das findet auf der BioFach statt: zusammen mit Isana und Terra Magnifica besprechen wir die Planung für kommenden Mai. In unserem Blog haben wir schon mehrmals über die Bärlauch-Ernte (sozusagen life) berichtet.
45 Taifun, die Firma von Wolfgang Heck, macht leckere Tofus, Bratlinge und Tofuwurst (die es zum o.g. Salat in unserer Mittagspause gibt, wenn es schnell gehen muss) - u.A. mit vielen Heuschrecke-Gewürzen. Für die Grillknacker von Taifun tüfteln wir die ideale Mischung aus mehreren weißen Pfeffern aus, die den richtigen Fermentations-Ton haben (das, was Pfefferneulinge an Schafstall erinnert). Dieser gibt dem neutralen Tofu eine angenehme Würze. Weißer Pfeffer ist neben Muskat und Majoran auch für Metzger eins der wichtigsten Gewürze.
46 Freund, Lieferant und Kunde seit den 80iger Jahren: Jan Kees vom Demeter-Kräuterhof Het blauwe Huis in den Niederlanden (siehe bei unseren Lieferantenportraits). Jan Kees erinnert nicht zufällig an den weisen Schulleiter Dumbledore. Sein Büro sieht fast aus wie die Studierstube von Dumbledore, komplett voll mit wertvollen alten Kräuterbüchern. Das Trio mit Jan Kees, Ton Vink (ein anderer Kollege mit einem Kräuterbetrieb in der Drome, Frankreich), und Heuschrecke-Inhaber Heinz-Dieter Gasper wird auch "Alte Meister" genannt.
47 Dieses Jahr im Sommer haben wir mit Roman Turk und seiner Frau Sanja von Terra Magnifica in Kroatien Sammlergruppen und Kleinbauern besucht. Auf unsere Theke "Coole Kelten" zeigen wir ein Fotobuch davon (ganz einfach und schnell im Internet mit einer Fotolabor-Software erstellt - überraschend gute Qualität ... hatten wir erst kurz vor der Messe entdeckt, dass es sowas gibt ...). Roman, Sanja und Ana (Ana hält das Büro zusammen) sind fasziniert, ein Buch über ihren Betrieb zu sehen.
48 Die Schwestern Sanja und Ana. Sanja kann 500 Pflanzen botanisch korrekt bestimmen. Während Ana die Stellung hält, reisen Roman und Sanja viel zu den Sammlern und Anbauern.
49 Jan Kees und Roman. Pflanzen-Spezialisten. Niederlande und Kroatien.
50 Dominik Collenberg hat in Zimbabwe die Bio-Kleinbauerninitiative KAITE ins Leben gerufen. Seit mehreren Jahren sind wir nun schon in gutem Kontakt. Nachdem KAITE zunächst auf ätherische Öle und Kosmetik-Rohstoffe spezialisiert war, kamen dann die Gewürze und Kräuter dazu. Dieses Jahr erwarten wir den ersten Container mit Chili (sehr scharf) und verschiedenen Kräutern und Blüten. Inzwischen gehören 1000 Bauernfamilien zu KAITE.
52 Vor der Messe ist auf der Messe: Mr. Saurabh aus Indien ist einer unserer Lieferanten für die Fässer voll tiefschwarzer, saurer Tamarindenpaste, die Petersilchen (s.o.) in rauhen Mengen in seinen Chutneys verarbeitet.
53 Mr. Saurabh und Heinz-Dieter Gasper.
54 Sönke leitet die Firma Topqualitea Südafrika in Kapstadt und organisiert die Exporte für die Wupperthaler Rooibusch Cooperative. Außerdem ist er beratend tätig bei der Ökokontrollstelle Ceres.
55 Ein neuer Kontakt für Vanille aus einem Kleinbauernprojekt.
56 Von Kim Axmann, Farm Kimango in Tanzania, kommt die beste Qualität Zitronengras.
57 Sabine Schritt, Chefin des Naturkostgroßhandels Kornkraft, trifft, während sie gerade unseren neuen Kinder-Rooibusch Tee probiert ...
57a ... zufällig auf Brian von der Wupperthal Original Rooibos Cooperative. Er hat diesen Tee mitgepflückt. Rechts seine Kolleginnen Geraldine, zuständig für Qualitätssicherung, Hygiene und Schulungen.
58 José aus Portugal liefert uns aus dem Naturschutzgebiet Ria Formosa Salze, vom einfachen Atlantik-Meersalz bis zum edlen Fleur de Sel.
59 Wer wissen möchte, was Klaus Griesbach, früher Importeur der bekannten Japan-Feinkostfirma Muso, heute macht: er lebt nun in China, ist Berater für eine Gruppe von Bio-Farmen, und organisiert die Importe von Naturkostprodukten für deren Shop und Versandhandel - sogar unsere Gewürze gibt es dort.
60 Die kirchliche Nichtregierungsorganisation Peermade Development Society hat ein gut funktionierendes Kleinbauernprojekt in Kerala ins Leben gerufen, mit mittlerweile 2100 Familien. Wir arbeiten schon lange mit ihnen zusammen, und planen hier mit Chacko Thomas und Leiter Father Sabu John unseren Gewürzbedarf für 2012.
61 Wir bekommen u.A. Curcuma, verschiedene Pfeffersorten und Ingwer von der PDS und den Sahyadri Spice Farmers. Aus der Urwaldniederlassung Kannampady stammt unser Urwaldpfeffer.
62a Begegnung am Messe-Abend: Albrecht von Keyserlingk aus Korsika war früher Lieferant für Kräuter (Zitronenverbene) und ätherische Öle von uns.
62b Es ist schön, ihn wiederzutreffen, obwohl wir nun lange schon keinen Geschäftskontakt mehr haben.
62c Mit der Wiedersehens-Freude soll unser Messebericht ausklingen. - - - - - - - - - Ursula Stübner
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Tags: messe, biofach, trust organic small farmers, bio-gewürze, bio-tee, bio-kräuter, heuschrecke, nordrhein westfalen
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Messe-Vertretung: Pressedienst für unterbliebene Nachrichten

Quanten-Richter

Der in Köln lebende Künstler Gerhard Richter ist soeben 80 Jahre alt geworden.

Nahaufnahme Richter-Fenster im Kölner Dom, Foto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0Seit 2004 steht er (außer im Jahr 2009) auf Platz 1 der "Weltrangliste der lebenden Künstler".
Richters Schaffen ist äußerst vielseitig - er hat so ziemlich alle modernen Stile ausprobiert.
Er hat Fotovorlagen unscharf nach gemalt, hatte eine Grau-in-Grau-Phase, stellte Collagen zusammen und nahm sie wieder auseinander (Decollage).

In der Fortführung seiner Arbeiten "Farbtafeln" von 1966 und dem Werk "4096 Farben" das 6 Jahre später entstand, schuf er 2006 ein Fenster für den Kölner Dom, bestehend aus 11.500 Quadraten aus mundgeblasenen Glasscheiben
in 72 unterschiedlichen Farben, deren Eindruck sich durch den wechselnden Lichteinfall von außen ständig verändert.
Ich habe das Fenster schon oft bewundert und fotografiert – sehenswert!
Richter wurde vom Kölner Erzbischofs Kardinal Meisner für das abstrakte Farbspiel heftig kritisiert, das Fenster passe eher in eine Moschee.
Dabei ist der evangelisch erzogene Richter heute Atheist...

Was viele nicht wissen:
Sein Kirchen-Fenster im Kölner Dom mit den farbigen Glasflächen war nur der Vorläufer zur Erfindung einer komplett neuen Kunstrichtung.

Seit einigen Jahren schon arbeitet Richter an einer virtuellen Anwendung für das Internet-Zeitalter.
Er nennt die Markierungen, die (leider oft nur in einer günstig zu druckenden Schwarz-Weiss-Version) mittlerweile auf vielen Plakaten und Werbeträgern zu sehen sind: QR-Codes.
QR-Code, by: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0Das "Q" steht für die Quantisierung von Informationen und das "R" natürlich für den Namen des Künstlers.

Das genial interaktive am Sujet ist, dass wir mit Hilfe moderner "Apps" (zum Beispiel das kostenlose "Barcoo" für iPhones oder Android-Smartphones) die im Kunstwerk enthaltenen Informationen auslesen und direkt anwenden können.
Das können kurze Texte sein ("Kunst ist forschende Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit") oder Internet-Links zu Videos oder Installationen.
Wikipedia meint dazu: "Gleichzeitig integrieren sie Betrachterin und Betrachter in das Werk und machen sie zu Akteuren im Bild, plädieren gegen die Idee des autonomen Kunstwerks."
Sogar das Nachrichten-Magazin Spiegel druckt die QR-Codes mittlerweile oft am Ende der Artikel, um mit ein wenig künstlerischem Sahnehäubchen den sonst eher nüchternen investigativen Journalismus zu erhellen.

Wenn Sie also in den nächsten Tagen die Quanten-Richter-Codes irgendwo sehen, zücken Sie ruhig ästhetisch beseelt Ihr Smartphone und entdecken Sie die Information hinter der Kunst.

Nicht alles ist so, wie es scheint...




Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.  

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: gerhard richter, kunst, malerei, glas, fenster, kölner dom, meissner, qr-codes, spiegel
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Gastbeitrag
10.02.2012
17:14

Ohrenkuss: Tiere

wenn man einfacch in der Nähe hat / das ist schön

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.

 

Dieser Beitrag erscheint demnächst in DAS BAND (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bvkm.de)





"Die Liebe zu Tieren verbindet behinderte und nicht behinderte Menschen" (Carina Kühne)



Mit Texten von Veronika Hammel, Judith Klier, Carina Kühne, Björn und Brigitte Langenfeld, Anna-Lotta Mentzendorff, Antonio Nodal, Maria Trojer und Martin Weser



Arco als BabyDas Ohrenkuss-Team liebt alles, was mit dem Thema Tiere zu tun hat - so geht es fast allen Menschen. Daher war die Freude (und Dankbarkeit) groß, als die Aufforderung der Redaktion von DAS BAND kam, einen Beitrag zu schreiben. Das Problem: gleichzeitig schreiben die Ohrenkuss KollegInnen auch für den Ohrenkuss (natürlich) und zwar zum Thema "Skandal" (so heißt die Ausgabe im Frühjahr 2012). Also entstanden nicht nur Texte zum Thema Tierliebe, sondern auch über den skandalösen Umgang mit Tieren.



"Wir haben genug Haustiere zu Hause 2 Katzen eine heißt Hermine und Sir Harry die sind Eifersündtig." Das schreibt der Autor Martin Weser mit der Hand (wie immer) und ergänzt:
"Sir Harry wollte mit Hermine spielen dann fängt Hermine zu fauchen."
Martin Weser hat das Glück, auf dem Land zu leben: "Und wir haben Tiere draußen ein Gans und Hühner und meine Hühner Black und Waid die sind glücklich. Tier sind wunderschön."



"Mit den Tieren bin ich groß geworden" diktiert auch sein Kollege Björn Langenfeld. Und zwar "Bei Großeltern immer viele Tiere: Schäferhund, Katzen, Papagei, Vögel, Kaninchen, Fische, Enten."



Ohrenkuss Fernkorrespondentin Maria Trojer  aus Tirol beobachtet Tiere ganz genau, sie schreibt ihren poetischen Text mit der Hand:
"Katzen haben es fein. Können Vögel Mäuse fangen. Untertags da schlafen sie. Jedesmal zum Fressnapf gehen. Denn so ist es im Katzenleben. Eine weiße Katze wird vom Schnee gebaut."
Aber, so geht es weiter: "Und die Maus lacht.  Streckte ihre Zunge raus. Nun steht eine Eisstatue da. Von dieser frechen Maus."



"Tiere gibt es viele in meinen Leben"
schreibt Judith Klier in einer Mail an die Redaktion "die ich gerne mag / die ich gerne zum streicheln zum gern haben und zum knuddeln hab / die sind das die Leben in der Freie Natur / die auch Menschen sind / die es auch so sind wie wir in täglichen leben / die konnen auch sterben wie wir / wenn man älter werden / das gehört zum Leben da zu / dieses Artikel schreibe ich gerne weil es um Tiere gwht / in dem man sich sehr fülllt / da bei wie es den Tieren geht / wenn man einfacch in der Nähe hat / das ist schön / Tiere sind sehr wichtig / das die ein Leben sehr viel da zu haben was sie auch dann tun könen im hohen alter / danke."



"Meine  Katze  Filou", so beginnt Anna-Lotta Mentzendorff ihren Text, den sie selbst auf dem Computer geschrieben hat. Auch sie beobachtet ihr Haustier genau:
"Ich  habe  eine  Katze  sie  trinkt   Wasser  und  sie  isst  Trockenfutter . Und  manchmal  Fleisch. Sie  geht  immer  raus  zum  Maüsefangen. Ihr  Name  ist  Filou.   Manchmal  ist sie  auch  nerfig:   da  kratzt  sie  nachts
Immer  an  der  Schafzimmertür   weil  sie  in  mein Bett  will;  und  sie ist auch
Komisch, denn  dann  pinkelt  sie  ins Haus,  z.B.  in das  Zimmer  von meiner Mutter
oder  auch in Papas Zimmer  und  in meins.  Und  das stingt ziemlich ekelig. Manchmal
Ist  Filou  witzig:   dann  steigt  sie   in den Geigenkasten  von  Mamas
Schülern  und  will  ihn  nicht  mehr  verlassen, weil sie es so gemütlich findet. Das  ist das   Leben  von  unserer Katze."



Was war zuerst - das Ei in der Ohrenkuss-RedaktionDen Dingen auf den Grund geht auch Antonio Nodal, Spanier und Ohrenkuss-Autor. Er diktiert:
"Das Ei bringt der Osterhase. Ein Ei ist ein falsches Ei. Der Osterhase versteckt die Eier zu Hause. Zwölf Eier bringt der Osterhase." Die Erinnerung an Kindertage lässt ihn sicher wissen: "Die Eier kommen von den Hühnern. Ich liebe Eier. Hühner können fliegen. In Spanien hatten wir Hühner und einen Hahn.".



Seit dem Sommer 2011 gibt es eine Ohrenkuss-Vogelgruppe. Sie haben sich der Wette gestellt, bis Ende 2012 zwanzig einheimische Vögel erkennen zu können. Bisher wurde an der Elster, dem Spatz und der Stockente gearbeitet.
Die Stockente nahm Brigitte Langenfeld zum Anlass, der Redaktion eine Geschichte zu erzählen - aus einer Zeit, als der Ohrenkuss Autor Björn Langenfeld noch so jung war, dass er noch keine Texte diktieren konnte:

"Liebe Katja, leider kann ich erst am kommenden Wochenende mit Björn zusammen einen Tier-Text schreiben. Ich werde ihn natürlich "so kurz wie möglich" mit ihm verfassen. Aber ich erzähle Dir schnell die Geschichte: Mein Vater ist ein sehr großer Tierliebhaber. Er hatte immer viele Tiere und einige auch jetzt noch. So hat mein Vater vor Jahren Stockenten-Küken, deren Mutter von einem Auto totgefahren wurde, großgezogen. Von diesen 4 Küken ist nur noch "Julchen" da, die seit Jahren im Haushalt meines Vaters lebt. Sicher findest Du es ungewöhnlich (ich auch), aber mein Vater kann sich nicht von dem Tier trennen. Erst seit einigen  Monaten haben wir es geschafft, dass Julchen nicht mehr durchs Wohnzimmer läuft bzw. dort auch lebt. Mein Vater hat es murrend  akzeptiert, dass Julchen jetzt "draußen" im Hof leben muss. Mal sehen wie es im Winter ist. Damit möchte ich sagen, dass Björn quasi mit einer Stockente "groß geworden" ist. Ich habe mit ihm schon gesprochen, dass wir für den Ohrenkuss was schreiben müssen und er hat kurz und bündig gesagt: Ente läuft in Wohnzimmer, kackt auf Teppich, ich schreie "raus". So schreibe ich natürlich nicht mit ihm, ich wollte es Dir nur mal erzählen.... LG Brigitte"




Der Sohn Björn Langenfeld jedoch hat heute einen anderen Blickwinkel als sein Mutter. Er eröffnet die unangenehme Seite des Thematik und diktiert: "Tiere quälen und verletzen, Tiere Angst haben, Tiere nicht jagen."



Sein Kollege Antonio Nodal ist seiner Meinung. Als Spanier ist er auch Fachmann und diktiert seine Meinung zum Thema Stierkampf:
"Ich denke, da kommt der Stier mit den am Bauch unten, das ist sehr gefährlich. Ich nicht gut, ich mag das nicht, den spanischen Stier. Der Stierkämpfe springen über den Zaun, da ist gefährlich."



Carina Kühne äußert sich auch zu der skandalösen Seite und schreibt auf dem Computer, wie immer:
"Ich finde, dass es ein Skandal ist, dass Geflügel und auch andere Tiere regelmäßig mit Antibiotika behandelt werden."



Text von Veronika Hammel, handgeschriebenIhre Kollegin Veronika Hammel, Mongoleireisende und 100% Tierfreundin gerät bei dem Thema in Rage. Sie hat recherchiert und per Hand einen Beitrag aus der Krone-Zeitung abgeschrieben: 

"Milliardenwetten wichtiger als Wohlergehen der Tiere. / Ein Skandal rund um Wundhund-Rennen / die Entsorgung die Tiere die schon mit dreieinhalb bis Fünf Jahren Als zu alt Für den Sport gelten / Erschuttert zuzeit Grossbrttanmien. / Die Zeitung The Sunday Times veröffentlich Videoaufnamen des etwa 50 jahrigen David Smith der Windhunde mit einem Bolzenschussgerät Erschossen und in seinem Feld begraben hat. / Der Mann sol in 15 Jahren über 10.000 Tiere auf diese Art beseitigt haben. / Der Baustoffhadler David Smith handelte offenbar nicht Einmal gegen britisches Recht / wer eine Zulassung Für ein Bolzenschussgerat besitzt darf dort nämlich Tiere töten. / Smith erkärte das er auf Etwa 4.000 Quadratmeter grossen Feld seit 15 Jahren Windhunde für verschiedene Trainer beseitigt / es dauere Etwa drei jahre bis das Feld / Er hat die Tiere mit einem Bagger dort vergraben - Voll sei so innerhalb Eines Jahres sind die Körper weg / ich brauche ungefähr drei Jahe Enmal quer über das Feld zu komme und wenn ich dan durch Bin kann ich wieder von Vorne anfangen und es sind nur ein Paar wenige Knochen übrig / sagte Smith.
Pro Jahr verschwinden in Grossbritannien Etwa 12.000 junge Windhunde obwohl sie Ein Alter von zwölf bis 14-Jahren erreichen können.
Smith hat mit seinem grausamen Geschft wol nicht schlecht verdient / immerhin verlangte Er umgerechnet 15 Euro Pro Tier / obwohl diverse Mitglieder von Windhund Rennverbanden inzwischen ihr Bedauern über die Zustände ausgedrückt haben / werfen ihnen Insider das Billigen diese Praxis - und das seit Jahen - vor / Immerhin werden Mit Wetten auf Windhundrennen Pro Jahr umgerechnet 3,6 Milliarden Euro in Grossbritannien verdient.
Smith ist selbst Hundebesitzer / Nachdem sich die Undercover-Journalisten zu erkennen gegeben und Smith mit ihren Aufnahmen konfrontiert hate - gab dieser an / mit dem Töten von Hunden aufhören zu wollen.
Er hätte die Tiere schliesslich nur aus humanen Grunden Erschossen. Er selbst hält übrigens zwei Rottweiler."





Rottweiler und Schäferhunde sehen manchmal gefährlich aus, viele Menschen haben Angst vor ihnen. Carina Kühne jedoch zeigt in ihrem Beitrag auf, dass "Tiere helfen, Berührungsängste abzubauen". Sie teilt ihre Beobachtungen und Gedanken mit uns:

"Wenn ich unterwegs bin, schaue ich immer, ob ich andere Menschen mit Behinderung sehe. Ich achte darauf, wie man mit ihnen umgeht.
Oft bemerke ich, dass hinter einem behinderten Menschen getuschelt wird und die Leute vor ihm die Straßenseite wechseln. Einmal hörte ich sogar jemanden sagen: "Ich mag keine Behinderten und will nichts mit ihnen zu tun haben!"
Wenn ein behinderter Mensch einen niedlichen kleinen Hund bei sich hatte, wurde die Aufmerksamkeit dem Tier gewidmet und man unterhielt sich sogar miteinander.
Als ich im Altenheim arbeitete, fiel mir auf, dass viele Bewohner sehr verschlossen und kaum noch ansprechbar waren. Nachdem dort regelmäßig  Hundebesitzer mit ihren Tieren zu Besuch  kamen, blühten sie auf, streichelten die Hunde und nahmen sogar  wieder an Gesprächen teil.
Die Liebe zu Tieren verbindet behinderte und nicht behinderte Menschen. Diese Erfahrung machte ich auch mit meinem Hund. Durch ihn hatte ich viel mehr Kontakt zur Außenwelt und mehr Freunde. Immer, wenn wir spazieren gingen, wurden wir in Gespräche verwickelt. Leute, die mich normalerweise ignoriert hätten, freuten sich, wenn wir uns trafen.
Mein Hund spürte auch immer, wenn ich traurig war und tröstete mich. Meine Kusine erlebte das mit ihrer Katze.
Auf Blindenfreizeiten waren die anderen Gäste den Blinden gegenüber oft sehr reserviert. Einmal hatten zwei Frauen ihren Blindenhund mit. Da gab es keine Berührungsängste sondern viel Interesse an der Arbeit der Hunde. Wenn sie nicht im Dienst waren, durften wir auch mit ihnen spielen.
Während meines Praktikums in einer Schule für praktisch Bildbare fuhren wir einmal in der Woche zum therapeutischen Reiten. Da bemerkte ich, dass die Pferde den Schülern gut taten. Die Kinder freuten sich und machten dadurch Lernfortschritte in der Schule.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass selbst autistische Kinder, die gar nicht ansprechbar waren, durch eine Delphintherapie sprechen lernten und keine Angst mehr vor der Nähe ihrer Mitmenschen hatten.
Ich bin sehr glücklich, dass wir unsere Tiere haben!"




Diese Tierdiskussion, die sich zwischen Tierbeobachtungen, Kritik an Tierskandalen und essbaren Tieren (siehe KASTEN) bewegt, möchten wir mit Arco beenden. Wer ist Arco?!


Carina Kühne mit ArcoCarina Kühne erklärt es uns:

"An einem Samstagabend im März 2000, bekam ich eine große Überraschung. Als ich im Bett lag und schlafen sollte, hörte ich ein leises Fiepen und Winseln. Schnell sprang ich aus meinem Bett  und rannte so schnell ich konnte aus meinem Zimmer. Da sah ich ein ganz goldiges kleines Schäferhundbaby mit Schlappohren.  Gleich nahm  ich es auf meinen Arm und streichelte es immer wieder.
Die erste Nacht durfte unser Hundebaby bei meinem Bruder schlafen. Weil der kleine Racker ständig jaulte und meinem Bruder die Bettdecke wegzog, hatte dieser eine schlaflose Nacht.
Am nächsten Tag gaben mein Bruder, meine Tante Katharina und ich ihn den Namen "Arco."
Arco folgte mir immer auf Schritt und Tritt. Deshalb holte ich die Leine und wollten mit ihm spazieren gehen.                   
Zuerst, wollte er nicht an der Leine laufen. Da musste ich immer mit dem Futternapf vorlaufen, damit er sich von meinem Bruder an der Leine führen ließ. Später holte er seine Leine selber wenn er spazieren gehen wollte. Wenn wir ihn aufforderte uns die Schuhe zu bringen, brachte er meiner Mutter, meinem Bruder und mir nacheinander die richtigen Schuhe.
Schon als er ganz klein war holte er sich riesige Baumstämme und legte sie uns vor die Füße.
Er liebte das Wasser und war nicht mehr zu halten, wenn wir in die Nähe von einem Teich oder Fluss kamen.
Vögel liebte er besonders. Wenn wir an einer Voliere vorbeikamen, blieb er stehen und schaute die Vögel an.
Wenn er Krähen auf dem Feld sah, rannte er hinterher.
Arco, half meinem Bruder Tobias auch immer bei der Gartenarbeit. Wenn Tobi frische Blumen einpflanzte, buddelte Arco sie aus und legt sie vollkommen zerrupft vor die Haustür. Da Arco ein fleißiger Lehrling war, half er auch bei der Teichpflege. Wenn mein Bruder das alte Schilf abschnitt, brachte Arco es zum Kompost. Selbst als Tobias mit der Arbeit fertig war, arbeitete Arco weiter und holte alle Pflanzen die er kriegen konnte heimlich aus dem Teich.
Wenn der Postbote die Post brachte, rannte Arco ihm entgegen und nahm ihm die Briefe ab. Er war sehr stolz, wenn er uns die Post überreichte.
Unsere Nachbarn zwei Häuser weiter haben eine Hündin aus dem gleichen Wurf. Es war zu schön, wenn die zwei miteinander spielten.
Wenn wir eine Tiersendung im Fernseher anschauten, kroch unser Arco fast in den Fernseher und war ganz gespannt. Waren keine Tiere mehr zu sehen, so verschwand er.
Mein Knuddelmax merkte immer, wenn ich traurig war und tröstete mich.
Immer wenn eine Feuerwehrsirene zu hören war, jaulte er mit und alle Leute drehten sich zu ihm um und fingen an zu lachen.
Arco war ein wunderschönes Tier und viele Leute bewunderten ihn.
Wenn ein Filmteam zu uns kam und ich gefilmt werden sollte, wurde Arco auch immer gefilmt.
Wenn es ein Fotoshooting bei uns zu Hause gab, wurde Arco auch fotografiert.
Darüber bin ich sehr froh, weil ich nun eine sehr schöne Erinnerung an ihn habe.
Im Mai letzten Jahres musste er leider eingeschläfert werden, weil er einen großen Milztumor und leider auch schon Metastasen im Gehirn hatte.
Darüber bin ich sehr traurig und vermisse ihn immer noch sehr."


Carina schreibt hin und wieder für Ohrenkuss. Sie hat auch einen eigenen Blog:  Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://carinasblog.de/




Kann man Tiere essen?


arley Thelen findet nicht richtig, dass Schnepfe ein Schimpfwort istIn der Bonner Redaktionsrunde kam die folgende Frage auf: Kann man Tiere essen?
Alle antworteten natürlich mit: NEIN!
Das nahmen wir zum Anlass, sich mit dem Thema "Tiere als Nahrung" zu beschäftigen.


Angela Fritzen, diktiert:
Schweinefleisch esse ich gerne / Am liebsten mag ich gerne Cordon Bleu mit Pommes, mit sehr viel Käse und Schinken drin. Ich mag am liebsten, wenn ich Spanien wäre, gebratene Schnecken.

Antonio Nodal, diktiert:
Nein, die Tiere nicht / Nicht so viel essen, das nicht / Ich esse das nicht, ich mag das nicht. Das Pferde, der Schweine, der Hühner: die habe ich in der Bauch da drinne. Der Spanien heißt der Fleisch der "carne", der heißt "tortilla", der Stier heißt der "torro".

Svenja Giesler, diktiert:
Eigentlich ist es mir egal, welches Fleisch, Hauptsache, dass es gut schmeckt / Entenfleisch gibt es ja auch, das esse ich auch / Es gibt so viele Fleischsorten mit Tieren, das ist nicht so einfach/ Ich mag Fleisch, egal ob tierisch / Ich mag auch Meerestiere.

Michael Häger, diktiert:
Ich habe überlegt: Falscher Hase / Falscher Hahn / Falsche Pferd.

Marc Lohmann, diktiert:
Rinderfleisch / Gänsefleisch / Bockwürste mit Pommes und Ente (ach nee, das passt nicht, lieber Schweinefilet).

Björn Langenfeld, diktiert:
Gratin mit Putenfleisch / Hähnchen, Kartoffeln und Rotkohl / Lamm und Kroketten und Bohnen.

Susanne Kümpel, diktiert:
Mein Lieblingsessen: Rinderbraten, Kohlrouladen / Sauerbraten esse ich gerne / Sauerbraten gibt es zum Muttertag bei uns / Sauerbraten, Rotkohl und ganz lecker: selbstgemachte Knödel, Semmelknödel / Und ich esse gerne, mein Lieblingsessen: Leberkäse, Sauerkraut und der lecker Stampfkartoffeln.

Karoline Spielberg, diktiert:
Ich esse gerne am 25. Dezember: Weihnachten gibt Gansfleisch / Es gibt ein Tier, das heißt Schafe, es gibt auch Schafskäse/ Es gibt auch welche Tier heißt Kuh / Kuh gibt auch Kuhmilch, Ziegenmilch gibt auch.

Peter Rüttimann und Peter Keller, diktiert:
Salami / Schinken / Cervela- und Bratwurst / Spiessli / Huhn / Leber und Leberwürste mit Rösti / Fleischkäse und Essiggurken / Fisch / Lachs.





Zusammengestellt von Katja de Bragança
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Mehr über die Ohrenkuss-Vogelwette erfahren Sie hier:
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Fotos © Ohrenkuss. Fotos mit Arco: Eva Haeberle


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Tags: ohrenkuss, down syndrom, tiere
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Heiliger des Monats Februar: Paul Miki

6. Februar: Paul Miki

Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten psychologisch-spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht).

Und manche Geschichten zeigen, wie sehr Religion von Politik durchwoben ist. 

 


Einer der Schutzpatrone Japans.


Als am 09. August 1945 um 11.02 Uhr über der japanischen Stadt Nagasaki eine amerikanische Atombombe explodiert, ist das Hauptziel eigentlich ein Rüstungsbetrieb der Firma Mitsubishi. Tatsächlich liegt im Zentrum der alles tötenden, alles zerstörenden Explosion eine der wenigen katholischen Kirchen Japans, erst 20 Jahre zuvor fertiggestellt.  - Zwei Botschaften des Westens an die Welt, die spirituelle der Liebe unter den Menschen, und die politische der Dominanz durch technische Überlegenheit, treffen in der Vernichtung aufeinander.


400 Jahre vor diesem Tag des Schreckens war Japan auf dem besten Weg, ein ganz und gar christlicher Staat zu werden. Nach den Anfängen durch Franz Xaver (siehe Heiliger des Monats Dezember 2011) hatten sich Jesuiten und Franziskaner sehr bemüht, und die Message der Liebe, des Ausgleichs, der Gemeinschaft der Gotteskinder gefiel im Land der aufgehenden Sonne so ganz und gar, daß die Missionare mit der gewünschten Unterrichtung kaum hinterherkamen. Ganze Gegenden im Süden Japans wenden sich dem Christentum zu, von den einfachen Bauern bis hin zu den herrschenden Schichten. Gepredigt wird in der Landessprache, japanische Sitten werden integriert, einige Jahrzehnte geht das so erstaunlich friedlich.


Zwei Botschaften des Westens an die Welt - die eine will man schon, die andere jedoch nicht. Die autokratischen Militärmachthaber Japans schauen irritiert auf die südlich benachbarten Philippinen. Auch dort breitet sich das Christentum mit überwältigendem Tempo aus - aber zugleich werden diese Inseln mehr und mehr zu spanischen Kolonien. Diese Entwicklung läuft dabei weniger als Eroberung ab, die Spanier integrieren die alten Eliten in Ihr System - und die Wirtschaft kommt dabei mächtig in Schwung. Importe quer über den Pazifik aus dem ebenfalls spanisch beeinflußten Mexiko, Handel mit China und ganz Südostasien, Exporte in alle Welt.


Die Bürger Japans wollen genau das auch: Christentum und mehr Wohlstand für alle durch Globalisierung. - Bis hier hin ein Märchen, fast schon zu schön. Die Realität holt uns ein. Angst vor zu großem Einfluß fremder Mächte, Neid auf den neuen Reichtum der christlichen Provinzen, die Möglichkeiten purer Gewalt: der Shogun, Japans Herrscher, beschließt die Ermordung der führenden Köpfe der christlichen Gemeinden, die Ausweisung aller Ausländer, die Unterdrückung der daraufhin teils aufständischen südlichen Provinzen. Wie in den schlimmsten Zeiten des römischen Reiches ist das Christsein unter Todesstrafe verboten. In den nächsten Jahrzehnten sterben zehntausende, ein kleiner Rest (die "verborgenen Christen") bleibt durch die Jahrhunderte beim Glauben, offenbart sich erst in freieren Zeiten.


Paul Miki, unser Heiliger des Monats, ist nur einer von vielen Märtyrern. Sein Vater, ein in Japan bekannter Kriegsheld, ist unter den ersten Getauften, sein Sohn wächst schon als Christ auf, wird Jesuit und erfolgreicher Prediger. Nach der Verhaftung treibt man ihn und zwei Dutzend andere japanische und fremde Christen unter ständigen Quälereien in bitterer Kälte von Kyoto über 900 Kilometer barfuß nach Nagasaki, der Hochburg des christlichen Japan. Dort werden sie alle am 05. Februar 1597 um 10 Uhr morgens öffentlich gekreuzigt. Trotz Ausgangssperre an diesem Tag kommen 4.000 Menschen, um mit den Märtyrern zu beten.


In der Folge isoliert sich das Land komplett, igelt sich ein, hegt und pflegt einen völlig überspannten Nationalismus (man hat ja keinen Vergleich), der im 20. Jahrhundert schließlich die Grundlage für eine Herrenmenschen-Ideologie bildet, die ganz Ostasien unter die Fuchtel zu zwingen versucht, nur in Hitler einen Verbündeten findet - und, siehe den Anfang des Artikels, katastrophal scheitert.
Der lange, tödliche Bann gegen alles Christliche wirkt in Japan heute noch nach - in kaum einem Land der Welt gibt es so wenige Christen, wohl nur 1% der Bevölkerung.
Gern wird heute ja "regional" als positives Gegenbild zur bösen Globalisierung verstanden - und natürlich ist es wahr, daß das Zusammenwachsen der Welt Streß macht. Aber genau dieses Einswerden unseres blauen Planeten ist der Traum für unsere Zukunft, nicht dumpfbackig-engstirniges Hinter-dem-Ofen-hocken, schon gar nicht sich abschottender Nationalismus.






Peter Kirwel





Unser Geschichtenerzähler   Peter Kirwel

Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb bei Öffnet externen Link in neuem   FensterViana/Tofutown.com, und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.









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Tags: japan, paul miki
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