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Fortschrott ...

... aber das Kräutersalz bleibt in alter Qualität.

Der neue Elektro-Deichselhubwagen. Eine Palette Salz wiegt eine Tonne. 

Einige Tage konnten wir nun weder Kräutersalz produzieren noch abpacken.

 

Der Hand-Gabelstapler bzw. Elektro-Deichselhubwagen unseres Flurförderfahrzeugparks (für die engen Gänge Nr. 1 und Nr. 7) war endgültig altersmüde und ließ sich nicht mehr reparieren. Der Neue wurde sehnsüchtig erwartet. Wir hatten uns natürlich den Porsche unter den Flurfahrzeugen ausgewählt (unser Firmenballett wollte es mit einem Tanz auf den hochgefahrenen Gabeln einweihen, wenn der Sicherheitsbeauftragte nicht hinguckt).

 

 



Heute kam er. Man freut sich nach 2 Wochen ohne doch sehr über die Möglichkeiten der Technik. 

 

Auch wenn wir uns immer wieder wundern: wie der Fortschritt die gusseisernstabilen Vorgängergeräte der 80er Jahre (hat ja bis vorletzte Woche funktioniert) zu zarten Plastikteilchen verhunzt. (Übrigens, einer unserer ersten Server - 1998 - funktioniert noch - die Nachfolgegeräte waren kurzlebiger.)

 





Hier werden die fertigen Kräutersalzmischungen heruntergeholt. Sie gehen nun zum Abfüllen in die ProduktionIn Gang 7 Beschickungsebene zum Mahl- und Mischraum. Darunter die Teeproduktion.

Die Ebene, wo sich unsere Mahl- und Mischräume befinden, ist 3,20m hoch und kann nur mit dem Handstapler im engen Gang Nr. 7 beschickt werden. Der dicke Gabelstapler passt da nicht rein.




Die Arbeitsvorgänge sind so: unten werden gemäß Mischprotokoll alle Kräuterzutaten einzeln fertig abgewogen. Eine andere Person kontrolliert nochmal, ob alles richtig zusammengestellt ist, und dann geht es hoch auf die Beschickungsebene. Dazu kommt eine Palette unseres Atlantik-Meersalz, die gut eine Tonne wiegt. (Natürlich wird das nicht einzeln per Treppe raufbugsiert. Daher die kleine Kräutersalz-Lieferlücke.) 









Rhönradmischer und KugelmischerUnsere beiden robusten Schätzchen, die Mühlen
Kräuter und Gewürze werden zusammen gemahlen (das Zusammenmahlen optimiert das Aroma), und dann mit dem Meersalz gemischt. Kultobjekt: der Rhönradmischer aus dem letzten Jahrtausend. Unser Kräutersalz ist übrigens auch ein Kultobjekt, mit einer interessanten Öffnet internen Link im aktuellen FensterGeschichte, und außerdem das zweitälteste Bio-Kräutersalz Deutschlands (1984, nach Rapunzel).

 

 

 

 















Fertiges Bio-Kräutersalz für die Abfüllung.Zum Beispiel unser Kräutersalz traditionell
Von der Mahl- und Mischebene geht's es dann wieder runter in die Produktionsräume, wo die Frauen das Salz abpacken - von der Streudose über den Nachfüllbeutel bis zum 2-kg-Pack für Verarbeiterkunden. Noch ein Kultobjekt - unsere Öffnet externen Link in neuem FensterKlipverschluss-Maschine ohne Strom und Computertechnik, die (da die Firma das Gerät und die Klipse längst eingestellt hatten wegen Unrentabilität - geht nie kaputt) jetzt mit Raubkopieklipsen aus Spanien läuft. 

 

 








 





Als nächstes bekommen wir dann noch einen Waagenhandgabelhubwagen!

 












Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner




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Tags: gabelstapler, bio-kräutersalz, mühlen, mischer
Anzahl Aufrufe: 5153
Gastbeitrag
23.11.2011
10:27

Mikrokosmos: Rötlinge

Die Schätze der mageren Wiesen



Porphyrbraunen Filz-Rötling (Entoloma porphyrophaeum)
Zwischen Gräsern, Kräutern, Moosen auf mageren Wiesen treten sie häufig auf: die Rötlinge (Familie Entolomataceae). Auf der diesjährigen Wiesenpilz-Tagung Anfang November 2011 gab's gleich mehrere Arten zu bestaunen.




Rötlinge als solche sind an ihren eckigen, rosa Sporen ( die Lamellen verfärben sich schon am Fruchtkörper mit der Sporenreife zum sogenannten 'Mykologenrosa', einem eher etwas schmutzigen Altrosa) bei entsprechender Vergrößerung leicht zu erkennen, sobald ihre Sporen auf dem Objektträger liegen.




Dann aber wird's schwierig, denn man hat den Eindruck, dass die Sporen fast alle gleich aussehen, wenn man nicht gerade den Kreuzsporigen Rötling (Entoloma conferendum, siehe Öffnet externen Link in neuem FensterMikrokosmos 11/2010) erwischt hat.




Entoloma jubatum, braunblättriger Filz-Rötling
Aber es gibt ja glücklicherweise noch andere gute Merkmale und mit dem Braunblättrigen Filz-Rötling (Entoloma jubatum) und dem Porphyrbraunen Filz-Rötling (Entoloma porphyrophaeum)  haben wir noch zwei relativ einfach zu identifizierende Arten entdeckt:




An den häufig sterilen Lamellenschneiden besitzen sie sterile Sonderzellen (Cheilocystiden) mit eigenartigen runden Köpfen, die wie Mensch-ärgere-Dich-nicht-Figuren aussehen, bei Entoloma porphyrophaeum allerdings untermischt mit noch anders geformten Cheilocystiden und auch sporenentwickelnden Zellen (Basidien).



Im mit Kongorot angefärbten Präparat sind die 'Spielfiguren' gut zu erkennen. Viel Spaß beim Schauspiel!







Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer

Bilder mit Klickvergrößerung




 



Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos © Evi Wandelt

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Tags: rötlinge, mikrokosmos, wiesenpilze, entolomataceae, entoloma porphyrophaeum, entoloma jubatum
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Rezepte: Same procedure ... Christstollen backen.

Rezept: Julias Christstollen

... mit Heuschrecke-Stollengewürz. Julia ist unsere Nichte. Mit 14 Jahren hat sie sich ein eigenes Kochbuch geschrieben mit ihren erprobten Lieblingsrezepten. Hier ist Julias Christstollenrezept - unser Kultrezept für den Monat Dezember. Es ist besonders einfach zuzubereiten, da der Stollen mit Backpulver anstatt mit Hefe gemacht wird. (Sozusagen auch für Nicht-BäckerInnen geeignet)


Julia beim Stollenbacken"Hallo ich bin Julia.
Fehlt euch nicht auch noch das richtige Weihnachtsgebäck für ein schönes und unvergessliches Fest???
Da ich in meiner Freizeit sehr viel und auch sehr gerne backe, ist bei mir schon so manches Rezept tatkräftig und mit viel Hingabe umgesetzt worden.
Was ich euch nun vorstellen werde, habe ich schon selbst oft gebacken und nach meinem Geschmack verbessert.
Selbstverständlich könnt ihr alle Produkte, die ihr hierfür benötigt, bei eurem Bioladen kaufen.
Ich hoffe, dass euch das Weihnachtsstollenrezept gefällt und es euch hoffentlich genauso köstlich schmeckt wie mir. Frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr,
eure Julia"

 


Christstollen ( Rezept für 2 große Stollen)

 

Zutaten:

500g Mehl (Typ 550)
1,5 P. Backpulver
300g Rohrohrzucker
175g Butter
250g Quark
125g Rosinen
125g Korinthen
125g geriebene Mandeln
 je 100g Zitronat und Orangeat
    2   Eier
2 EL Rum
1 kleine abgeriebene Zitrone
2,5 TL Stollengewürz von Heuschrecke
1/2  TL Vanille von Heuschrecke
1/2  TL Cardamom grün in der Schale gemahlen (von Heuschrecke)
200g Marzipan (in 2 Hälften teilen und zu Rollen formen)
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

Das mit Backpulver, Stollengewürz, Vanille und Cardamom vermischte Mehl auf ein Backbrett sieben und zu 2 Haufen teilen.
Die eine Hälfte des Mehls mit Zucker und Eiern zu einem dicken Brei verarbeiten.
Die geschnittene kalte Butter , das Zitronat und Orangeat, den Quark, die Rosinen und Korinthen und die Mandeln mit der anderen Hälfte des Mehles vermischen.
Alles zu einem festen Teig verkneten, diesen in 4 gleichgroße Stücke teilen und zu Laiben formen.
In die Mitte von 2 Laiben der Länge nach je eine Marzipanrolle legen, und die beiden anderen Laibe als Deckel darüberlegen. An den Seiten schließen.
Die Stollen zusammen auf einem Blech (Abstand lassen) bei 160°C mit Umluft (ohne: 180°C) 70-80 Minuten backen lassen.
Nach dem Backen die Stollen mit Butter und dann mit Puderzucker bestreichen, evtl. diesen Vorgang noch einmal wiederholen.


Tipps:
Klassisch wird der Stollen mit Lübecker Marzipan-Rohmasse gemacht (gibt es auch in bio.) Nimmt man Honigmarzipan, kommt eine leicht würzige Honignote dazu.
Julia hat den Stollen auch schon mit der doppelten Menge Gewürze gebacken, und die ganze Menge dann zu 4 schmalen Laiben geformt. Das schmeckt wie ein edler Teekuchen und erinnert an italienische Cantucchini.
Zum Stollen passt ein schöner Darjeeling Tee von Heuschrecke, z.B. Darjeeling 1.Flush Aktionstee.



Bio-Weihnachtsgewürze von HeuschreckeNeu: Bio-Printengewürz von HeuschreckeDie Heuschrecke - Weihnachtsgewürzmischungen:

Stollengewürz (Zutaten: Zimt, Anis, Muskat, Nelke, Piment)

Lebkuchengewürz (Zutaten: Zimt, Koriander, Anis, Nelke, Ingwer, Cardamom)

Spekulatiusgewürz (Zutaten: Zimt, Muskat, Nelke, Anis, Koriander, Piment, Macis)

Neu: Printengewürz (Zutaten: Orangenschale, Anis, Nelke, Cardamom, Muskatblüte, Muskatnuss, Sternanis, Fenchel)

alle Zutaten aus kontr. biol. Anbau









Das Internet nutzen

We the People

 

We the People - So funktioniert es

Barack Obama, der Präsident der USA, ließ im September 2011 eine innovative Petitionsplattform auf den Internet-Seiten des Weissen Hause einrichten:

Sie trägt den Namen der ersten Worte der Amerikanischen Verfassung: "We the People" und ermuntert jeden Amerikaner ab 13 Jahren, online an Abstimmungen über politische und soziale Verbesserungsideen teilzunehmen. Jeder kann auch selber eine Petition starten. Und dann im Bekanntenkreis oder online, zum Beispiel auf Facebook oder Twitter dafür werben.

Sollten innerhalb von 30 Tagen mehr als 25.000 positive Unterzeichner der Petition zusammenkommen, garantiert die Obama-Verwaltung, diese zu bearbeiten und den entsprechenden Politikern vorzulegen.

Es ging recht schnell und als erste Petition hatte die Forderung nach Legalisierung von Cannabis-Produkten die Hürde durchbrochen. Auch eine von der PETA gesponserte Petition zur Zwangssterilisierung von Hunden und Katzen sammelte schnell Punkte.

In der letzten Woche wurde - und damit sind wir bei meinem Blog-Thema "Nachrichten aus dem All" - die Frage, die 17.465 Amerikanern (aus 2 ähnlichen Petitionen) auf der Seele lag, beantwortet: "Die amerikanische Regierung möge Kontakte und Kommunikation mit außerirdischen Lebewesen bestätigen." Allerdings schreibt Phil Larson, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Weissen Hauses: "The U.S. government has no evidence that any life exists outside our planet, or that an extraterrestrial presence has contacted or engaged any member of the human race. In addition, there is no credible information to suggest that any evidence is being hidden from the public's eye."
("Die U.S. Regierung hat keine Beweise, dass irgendein Leben ausserhalb unseres Planeten existiert, oder dass ein ausserirdisches Wesen ein Mitglied der menschlichen Rasse kontaktiert hat. Darüber hinaus gibt es keine glaubwürdigen Hinweise darauf, dass Beweise dem öffentlichen Auge verborgen werden.")

Haben wir das also mal geklärt!
Trip nach Roswell gespart, Aliens als Hollywood-Produkte klassifiziert.

Auch die insgesamt 150.000 Befürworter der Beendigung der Cannabis-Prohibition wurden letzte Woche freundlich aber bestimmt abgebügelt:
Zur Zeit werde Marijuana bei den Wissenschaftlern der Nationalen Gesundheitsämter eher in Verbindung gebracht mit Sucht, Atembeschwerden und Bewußtseinsstörungen. Gerauchtes Marijuana erfülle bei weitem nicht die modernen Standards einer sicheren oder effektiven Medizin. Soso.

Momentan (Mitte November 2011) sind wieder einige interessante Petitionen online zu lesen:

- End Congress Members' Exemption from Insider Trading Laws.
Während Aktienhandel mit Insiderwissen schwer bestraft wird, sind amerikanische Kongress-Mitglieder von der Verfolgung ausgenommen. Das fördert Korruption und sollte beendet werden, meinen derzeit 720 Menschen.

- Classify Autism as an epidemic and allocate proportional federal research funds to early identification and treatment.
Obwohl Autismus zur Zeit bei 1 von 110 Kindern vorkommt, wird die Krankheit mit geringeren Mitteln untersucht als z.B. Leukämie (1 von 1.200 Kindern) oder Jugendlicher Diabetes (1 von 500 Kindern). Das sollte geändert werden meinen derzeit 289 Menschen.

- Stop lying. Und dann eine lange Liste mit Themen, zu denen man der Regierung vorwirft zu lügen.
Marijuana (sic!), Militätinterventionen in anderen Ländern, Nahrungsmittelqualität, Terrorismusbekämpfung, Hydrofracking, Gesundheitsindustrie und darüber, Petitionen ernst zu nehmen. Das sehen immerhin 1280 Menschen genauso...

Amüsant? Interessant? Bewußtseinserweiternd? Krank? Ich finde den Ansatz direkter Umfragen und Meinungsbilder gut und sehe hierin eine weitere Möglichkeit für das globale Netz, die Kommunikation und Information der Menschen zu verbessern.
Mal schauen, wann unsere deutschen "Piraten" darauf kommen...

Hier die Internet-Adresse um sich selber ein Bild zu machen: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://wwws.whitehouse.gov/petitions




Wolfgang Kurtz

ist
Wolfgang Kurtz Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: we the people, obama, petition, umfrage, amerikaner, aliens
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Weltweiter Pestizideinsatz erschwert rückstandsfreie Bioproduktion

Umwelt-Studie: Pestizide belasten Gewässer stärker als gedacht

 

Biozertifizierte Wildsammlung, kleinbäuerliche Bio-Landwirtschaft: häufig wird noch von Hand sortiertEs gibt mehrere Tausend verschiedener Pestizide der Chemieindustrie im Einsatz, es gibt wellenartig In- und Out-Pestizide (die Labore müssen detektivistische Arbeit leisten), einige in einigen Ländern verboten, in anderen aber nicht, windige Vertreter unterwegs, Falschberatung, im Klimadruck unvorsichtiger Einsatz auf konventionellen Feldern, Abdrift oder Überflutung von Bio-Feldern, und da haben wir den Salat.

Für uns als Importeur von Bio-Gewürzen, -Kräutern und -Tee haben sich die Kosten für Analytik innerhalb eines Jahres verdoppeln, und werden sich dieses Jahr noch mal verdoppeln.

Nach wie vor fatal ist, dass wir, unsere Bio-Produzenten und auch die Bio-KonsumentInnen, die Lasten aus der Agrochemie tragen müssen. Oft stammen die Pestizide aus einer profitoptimierten Agro-Industrie, während wir Ökos möglichst sozial verantwortlich mit Bio-Kleinbauernprojekten handeln, die den einzelnen Familien eine würdige, selbstbestimmte Arbeit auf wenigen ha Landeigentum mit einigermaßen ausreichendem Einkommen garantieren wollen. Wissenschaftler sagen sogar, dass diese kleinbäuerliche Bio-Landwirtschaft langfristig die Welt-Ernährung sichert (im Gegensatz zur zerstörerischen Agro-Industrie, siehe Öffnet externen Link in neuem FensterWeltagrarbericht 2009)). Pestizidfunde in Bioware können dagegen im Nu eine Existenz zerstören.

In seiner aktuellen Pressemitteilung spricht unser Branchenverband, der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) dieses Thema an. Hier folgt der gesamte Text des BNN:






PRESSEMITTEILUNG vom 14.11.2011

 

Weltweiter Pestizideinsatz erschwert rückstandsfreie Bioproduktion


 

Berlin. "Pestizideinträge aus der konventionellen Landwirtschaft sorgen im Bioanbau immer wieder für Probleme", erklärt Kirsten Arp, die das BNN-Monitoring für Obst und Gemüse im Naturkosthandel koordiniert. Da Bio in einer Umwelt mit vielen Belastungen produziert werde, könne eine vollständige Rückstandsfreiheit nicht garantiert werden. Selbst im grönländischen Inlandeis seien Pestizidspuren nachweisbar. "Eine hundertprozentig Sicherheit kann nur ein weltweites Verbot aller Pestizide bieten", so Arp.

 

Weltweit müssen Biobauern damit leben, völlig unverschuldet Opfer der Schadstoffbelastung aus der konventionellen Landwirtschaft zu werden. So kämpften im vergangenen Jahr 300 brasilianische Biobauern wegen Endosulfan-Rückständen in ihrer Soja-Ernte ums Überleben. Mit einer "öffentlichen Stellungnahme" macht der BNN gezielt auf die negativen Umwelteinflüsse aufmerksam, die von den Bioproduzenten nicht beeinflusst werden können.

 

Auch in Europa steht die Biobranche vor hohen Herausforderungen. Ein Fünftel aller europäischen Oberflächengewässer sind nach EU-Erhebungen schwer schadstoffbelastet. Bereits vor mehr als zehn Jahren erließ die europäische Kommission daher eine Wasserrahmenrichtlinie mit der sich jeder Mitgliedstaat verpflichtete, bis zum Jahr 2015 für oberirdische Gewässer einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu erreichen. Dieses Ziel scheint nun in weite Ferne gerückt. Der Pestizideintrag belastet Europas Gewässer wesentlich stärker als bisher angenommen.

 

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) haben gemeinsam mit Kollegen in Frankreich, der Slowakei, Belgien und Spanien insgesamt 500 organische Schadstoffe aus der Elbe, der Donau, der belgischen Schelde und des spanischen Llobregat mit Hilfe von 750.000 Wasseranalysen untersucht. Dabei deckten die Forscher in den geltenden EU-Richtlinien für Gewässerschutz große Lücken auf. Während die Gewässer bisher lediglich nach 33 Stoffen untersucht werden, stufen die Wissenschaftler insgesamt 73 Verbindungen als potentielle Schadstoffe ein. Zwei Drittel der nachgewiesenen Gifte sind Pestizide, die in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden.

 

Der Naturkosthandel stellt sich der Herausforderung einer belasteten Umwelt mit einem weltweit einmaligen unternehmensübergreifenden Qualitätssicherungssystem: dem BNN-Monitoring. Seit 2003 werden Bio-Obst und Bio-Gemüse aus dem Naturkosthandel dabei systematisch auf Verunreinigungen mit Pestiziden untersucht. "Jeder Rückstandsbefund führt zu einer gründlichen Ursachenforschung, denn vermeidbare Ursachen wie Kontaminationen während Lagerung oder Transport müssen selbstverständlich abgestellt werden", erklärt Kirsten Arp. Auch bei negativen Umwelteinflüssen wie Pestizideinträgen aus der Landwirtschaft, unterstützt das Monitoring die Biobranche bei der Analyse der Ursachen.

 



Weitere Informationen zum BNN-Monitoring unter: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bnn-monitoring.de,

und zur Öffentlichen Stellungnahme:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.n-bnn.de/cms/website.php?id=/de/qualitaet/bnn-orientierungswerte/pestizide.html "Öffentliche Stellungnahmen zur Anwendung des BNN-Orientierungswerts für Pestizide"



Kirsten Arp






Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. ist der Verband der mittelständischen Naturkost-Großhandelsunternehmen und Naturkost-Verarbeiter. Der Verband verabschiedet besondere Qualitätsrichtlinien für den Naturkost-Fachhandel, die über die gesetzlichen Anforderungen für Bio-Produkte hinausgehen. Der Naturkost-Fachhandel erzielte 2010 in Deutschland einen Umsatz von 2 Milliarden Euro mit Bio-Lebensmitteln und Naturkosmetik.



www.n-bnn.de, www.bio-kodex.de, www.bnn-monitoring.de 



 

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Tags: pestizide, bio-landwirtschaft, agrochemie, agroindustrie, kleinbäuerliche bio-landwirtschaft
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