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Glückliche Rezepte: Kille Enna (3)

Herbst: Gelbe Sellerie-Quitten-Suppe






Kille Enna, Köchin, Gewürzspezialistin und Autorin
Kille Enna stammt aus Dänemark, lebt in Ystad und ist in Skandinavien vielleicht so etwas wie Sarah Wiener hier - siehe unser Portrait:Opens internal link in current window Kille Enna, Spitzenköchin, Fotografin, Autorin.

Sie liebt Gewürze, ihre Aromen, und ist begeistert von unseren Qualitäten.
Wir wiederum sind begeistert von ihrer überschwänglichen Energie, ihrem Mut und der Kreativität in dem, was sie tut. Wir haben selten so lebensfreudige, authentische Rezepte gesehen wie in ihrem Kochbuch *). Wir werden hier mit und mit ein paar ihrer Rezepte passend zu den Jahreszeiten vorstellen.








Unsere Bio-Gewürze:
Wenn es nicht möglich ist, die Gewürze selber frisch zu mahlen, oder frischen Ingwer zu bekommen, empfehlen wir als Alternative Bio-Gewürze aus unserem Sortiment, die bereits gemahlen sind. Wir mahlen selber bei uns im Haus, in kleinen Partien nahe zum Verkaufstermin, sodass die Gewürze frisch und intensiv sind. Unsere Mühlen mahlen nicht staubfein, sondern lassen eine ganz kleine Körnung, sodass die ätherischen Öle gut erhalten bleiben. Im Blogbeitrag: Öffnet externen Link in neuem Fenster"Unsere Gewürzmühlen" erhalten Sie einen Einblick in unsere Produktion.






Die Zutaten, alle bio: Gewürze von uns, Gemüse und Quitten von Naturata City Köln, statt Milch die Sojamilch von Provamel, Erdnussöl von Naturata. Sehr übersichtlich.




Gelbe Sellerie-Quitten-Suppe



Zutaten

Vorspeise für 4-5 Personen  (ergibt etwa 1 l)


  • 50g Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • Erdnussöl zum Braten
  • etwas 15g frischer Ingwer, fein gehacktZwiebeln, Knoblauch und frischer Ingwer sind schon geschnitten - jetzt kommen die Quitten.
  • 1 TL Curcuma oder frisch geriebene Curcumawurzel
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 6 Cardamomkapseln, mittelgrob gemahlen
  •  1 1/2  TL frisch gemahlener Ceylon-Zimt
  • Meersalz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 100g Quitten
  • 250g Knollensellerie
  • 200ml kochendes Wasser
  • 3/4 l Milch

 


Im Topf schmoren schon die Zwiebeln mit dem Knoblauch, Ingwer und den Gewürzen, während ...

Diese gleichzeitig süße und pikante Suppe ist nur ausgesprochen köstlich, sondern auch recht sättigend. Ich empfehle dazu einen bitteren Salat, etwas selbst gebackenes Naan-Brot und ein Glas Sekt. Sind keine Quitten zur Hand, können Sie die Suppe auch mit aromatischen Äpfeln wie zum Beispiel Boskop kochen. Quitten sind allerdings unschlagbar.









... das restliche Gemüse, der Sellerie, geschnibbelt wird.
1 Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Einen Topf erhitzen und etwas Ernussöl hineingeben. Zwiebeln, Ingwer, Curcuma (wenn Pulver verwendet wird, sollte es erst in den letzten Sekunden des Bratens zugegeben werden), Knoblauch, Chiliflocken und Gewürze hinzufügen. Bei mittlerer Temperatur 10-15 Minuten braten, bis die Zwiebeln etwas Farbe angenommen haben. Großzügig mit Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.









So häßlich ist die Suppe garnicht.
2 Quitten und Knollensellerie putzen und waschen. Quitten vom Kerngehäuse befreien und mit Schale grob hacken. Knollensellerie ebenfalls grob hacken. Mit kochendem Wasser in den Topf geben. Alles zum Kochen bringen, dann Milch angießen und den Topf zudecken. Die Suppe 20-30 Minuten kochen, bis die Zutaten gar sind. Beim Kochen flockt die Suppe aus und sieht ziemlich schrecklich aus. Pürieren Sie die Suppe daher, sobald die Zutaten gar sind. So wird sie wunderbar cremig.




Kille Enna

 
 

 

... löffeln unsere Suppe trotzdem aus. Der Riesentopf reicht drei Tage (wegen der Schärfe etwas verdünnt), und jedesmal sind wir überrascht vom Spiel der Aromen - das Säuerliche der Quitten, die Gewürze, der Sellerie garnicht penetrant ...

Höllisch scharf geworden - doch lieber etwas vorsichtiger mit dem Begriff GROßZÜGIG umgehen. Wir ...

 

 




















Buchcover: Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag

*) Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag GmbH, München Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.christian-verlag.de . Rezepte nach Jahreszeiten, mit wunderschönen Fotos von Kille Enna. Das vorgestellte Rezepte finden Sie auf S.114.

Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung von Kille und dem Christian Verlag.













 

 

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Tags: kille enna, rezepte, bio-gewürze, cardamom, zimt, curcuma, cayenne pfeffer, quitten, sellerie
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Heupd: Klimaschneise statt Fluglärm

Lärmaktionsplan in fünftlautester Stadt wird kreativ umgesetzt


Köln heupd | Sehr sorgfältig sind nach Abschluss von Messungen und Bürgerbefragungen in Köln nun die Ergebnisse kartiert worden. Erwartungsgemäß fiel der schon lang beklagte Fluglärm neben der Karnevalssaison besonders stark ins Gewicht.

Der Leiter des Umweltamtes Karl Bösmann lobt die engagierte Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen, betont aber, dass wahrscheinlich nicht alle Vorschläge zur Lärmreduzierung umgesetzt werden können. "Sobald die Flughafenbetreiber einen lauten Pups machen, ist es Essig mit Nachtflugverbot. Wer sich als kleiner Bürger im 21. Jahrhundert noch einbildet, er könne gegen die Wirtschaft anstänkern, lebt hinterm Mond", so Bösmann, "Bürgerwohl vor Wirtschaftsinteressen hat ausgeschissen." Der Leiter des Umweltamtes hat sich nach seiner Wutäußerung unverzüglich dafür entschuldigt.

Doch im Kölner Umweltamt wird bereits an einer Alternativlösung gearbeitet, dank der Zusammenarbeit der AG Stadtlärm und dem Think Tank Klimawandel. Da die Kölner Lärmkarte deutlich die sternförmige Anordnung der Ein- und Ausflugschneisen zeigt, entstand sogleich die Vision, für ein gesundes Stadtklima in Zeiten der Klimaerwärmung mit radikalen Vorschlägen vorzupreschen.

Bösmann stellt das vorläufige Ergebnis so dar: "Nicht mehr Grüngürtel, sondern Grünschneisen ins Herz der Stadt. Das sorgt für gute Luft, und nach den konsequenten Umsiedlungen stört auch der Fluglärm nicht mehr."

In der Entscheidung ist nun, die Menschen, die bisher in Gebieten mit massivem Fluglärm leben, in den ehemaligen ringförmigen Grüngürtel umzusiedeln, der ja nun nicht mehr gebraucht würde, da die neuen Klimaschneisen die Funktion einer grünen Lunge für die Stadt optimal übernehmen werden.

Zunächst wird es eine preisgünstige aber hochwertige Übergangscontainerlösung, "meinetwegen mit Vorgärtchen" so Bösmann, geben, bis es den umgesiedelten Haushalten finanziell wieder möglich ist, zu bauen.

Bis zum Jahr 2014 soll der mutige Plan vollständig umgesetzt sein, um der wachsenden Wirtschaft in ihren Bedürfnissen den Rücken freizuhalten. Eine neue Stadtphilosophie soll entstehen: "Gesellschaft gleich Ökonomie gleich Arbeitskräftemarkt gleich Gesellschaft", so lautet der neue Slogan.

Bereits jetzt sind kleine Erfolge zu spüren, wenn etwa aus anderen Städten Nachtflüge nach Köln umgelegt werden. "Alle sind herzlich willkommen", lautet es aus dem Kölner Presseamt, "und wenn wir mit der neuen Strategie auf Platz eins der Lärmstädte landen, soll es uns auch recht sein." Ob der gemeine Bürger und die gemeine Bürgerin damit wohl einverstanden sind, bleibt abzuwarten. hg/us



heupd = Heuschrecke-Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten

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Tags: fluglärm, nachtflugverbot, klimaschutz, umweltamt, zukunft, köln
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Eiertanz

Smart durch die Woche

Das waren aufregende Wochen.

Eigentlich wollte ich ja nicht über Steve Jobs schreiben – alle Zeitungen und Magazine waren nach seinem Tod am 5.10.2011 voll davon. Er war auf dem Cover des „Spiegel“, darin ein Artikel mit der denkwürdigen Überschrift „i“. Auf der Apple-Website begrüßt seit seinem Tod ein großes schwarz-weiß Portrait von Jobs mit seinem Geburtsjahr und Todesjahr – sehr dezent, sehr stylish, sehr angemessen. Apple eben.
Nein, darüber muss ich nicht auch noch schreiben, wenn sogar die Mutter meines Freundes Mark ihren Sohn anruft und erzählt: „hast Du schon gehört, der Stief Schopps ist gestorben...“. Mark hatte seiner Mutter zum 60sten Geburtstag ein iPad geschenkt.

Für mich war die Woche eher aufregend, weil ich auf die Vorstellung des iPhone 5 wartete. Und enttäuscht wurde. Mein 2. iPhone (Modell 3Gs) ist jetzt auch schon wieder gut 2 Jahre alt und wie das bei Unterhaltungselektronik so ist: Produkte die im Fokus sind und schnell weiterentwickelt werden, kann man alle 1 – 2 Jahre austauschen. Das Bessere ist der Feind des Guten.
Das war früher so mit Computern und Monitoren – jedes Jahr war das Ding wieder doppelt so gut, doppelt so schnell, doppelte Kapazität. Das Moore'sche Gesetz.
Danach kam die schnelle Entwicklung der Digitalkameras – jedes Jahr wieder viel leistungsfähiger und mehr Megapixel für immer weniger Geld. Und heute sind es die Smartphones, die die Wirtschaft vorantreiben.
Beschwerte sich doch letztlich eine Kollegin, dass in jeder Mittagspause alle Männer ihre Smartphones zücken und Größenvergleiche zwischen Android- und iPhone-Displays anstellen, nur noch über Apps geredet wird und ein „normales“ Klapphandy milde belächelt wird.
Jaa! War früher das Auto der Stolz jedes Mannes so ist es heute sein Smartphone. Glänzend, mit großen Scheiben und viiiel Speicher und Megahertz. „Was hatter denn?“

Mein 2-jähriger Knebelvertrag bei der Telekom war abgelaufen und es sollte nun ein neues iPhone geben. Schon seit Monaten las ich die wild wuchernden Gerüchte im Netz mit: mindestens 4 Zoll Bildschirm (mein „altes“ iPhone 3GS hat ja nur 3,5 Zoll) und bestimmt 64 MB Speicher (gegenüber derzeit 32 GB) und eine ganz tolle 8 Megapixel-Kamera mit Blitzlicht.
Das wäre schon schön. Damit könnte man dann auch immer mal zwischendurch ordentliche Fotos knipsen.  

Am 4. Oktober war es so weit. Apple „Keynote“, eine Veranstaltung zur Vorstellung neuer Produkte für Journalisten.
Gleich nach dem Abendessen saß ich vor dem Rechner – das Event wurde aus Kalifornien übertragen und kommentiert. Und je länger es dauerte umso länger wurde mein Gesicht. Vorgestellt wurde kein Seligkeit verheißendes iPhone 5 sondern „nur“ ein rundum verbessertes iPhone 4, genannt iPhone 4S.

Die Enttäuschung war auch den anwesenden Journalisten anzumerken. Alle warteten darauf, dass zum Ende der Veranstaltung hin Steve Jobs auftreten würde und wie schon so oft sagen würde „one more thing“ und dann käme der Knaller.
Es kam weder der kranke und seit Ende August von seinem Job zurückgetretene Jobs auf die Bühne noch wurde das iPhone 5 vorgestellt.

Die Kommentare der Netzgemeinde rund um den Globus war sofort nachzulesen: „der Tag an dem Apples Abstieg begann“ schrieb ein Fanboy. Auf Twitter konnte man lesen: „Es ist fast so, als ob man 15 Monate lang auf Weihnachten wartet, nur um dann herauszufinden, dass man dieselben Geschenke bekommt wie letztes Jahr.“ Ein Anderer schrieb „Android hat auch schöne Töchter“ über das Konkurrenz-System zum iPhone.
Dramatisch: der Kurs der Apple-Aktie sank innerhalb einer Stunde um fast 5 Prozent. Der Firmenwert verlor Milliarden.

Dabei: wenn man sich das iPhone 4S anschaut, erfüllt es etwa 80% der Erwartungen. Es hat von allem mehr und besser und ist sicher das beste iPhone ever. Allein dass es im alten iPhone 4 Gehäuse steckt und keinen größeren Bildschirm hat, dass es kein neues bahnbrechendes Design hat, enttäuschte Millionen willige Konsumenten.

Ich schaute mir in den nächsten Tagen auch zum ersten Mal die Mitbewerber aus dem rasch wachsenden Android-Lager an, dem Betriebssystem des Werbegiganten Google, und fand gar nicht so übel, was ich sah. Die Hersteller Samsung und HTC produzieren seit 2010 sehr attraktive und im Vergleich zum iPhone halb so teure Geräte. Großer 4,3 Zoll Bildschirm, knackige Amoled-Displays, USB-Anschlüsse und wechselbare Akkus.

Einen Tag nach dem iPhone5 Desaster verstarb Steve Jobs. Meinen geschmacklosen Witz von Ursache und Wirkung werde ich hier nicht wiederholen. Und über sein Leben und Werk kann man wie Eingangs erwähnt jetzt überall lesen.

Ja, es waren aufregende Wochen.

Nachtrag:
Letzten Mittwoch gab es für alle iPhone-Benutzer ein kostenloses Update auf die Betriebssystem Version 5: iOS 5.
Wieder verließ ich nach dem gemeinsamen Abendessen meine Familie und setzte mich vor meinem Rechner. Dann versuchte ich, das Update zu laden.  Das dauerte lange, da erst ein Backup vom iPhone gemacht und dann das Gerät komplett gelöscht wird. Anschließend wird das neue Betriebssystem downgeloadet und installiert, danach das Backup wieder zurück gespielt. Und irgendwo inmitten dieses langen Prozesses fragte das Gerät noch mal bei den Apple-Servern an, zum freischalten.

Aber das ging nicht, weil Millionen von Menschen es gleichzeitig versuchten. Die Apple-Server waren hoffnungslos überlastet. Aber darauf kam ich dann erst nach dem 6. Versuch gegen kurz nach 12 in der Nacht. Und als ich die immer wieder  auftauchende Fehlermeldung „Error 3200“ in Google eingab und über 500 Treffer erhielt, wurde klar, dass ich nicht alleine den Abend sinnlos verbracht hatte. Viel zu spät ins Bett um nach einer kurzen Nacht direkt am nächsten Morgen den nächsten Versuch zu starten. Und siehe! Ich war gesegnet und erhielt mein Update.
Da der ganze Vorgang dann aber 2 Stunden dauerte und ich um keinen Preis unterbrechen wollte, war ich erst mit reichlicher Verspätung um halb elf im Büro.

Ja, da machst Du was mit! Ohne Computer und Smartphones hätten wir ein ruhiges, vielleicht etwas langweiligeres Leben.
So, jetzt muss ich schließen – muss noch nach Ersatz für ein paar Apps suchen, die nach dem Update nicht mehr so richtig  funktionieren...    



Wolfgang Kurtz

ist
Wolfgang Kurtz Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

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Tags: apple, iphone, steve jobs, android, smartphone, apps, ios5, iphone 4s
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Heiliger des Monats Oktober: Lukas

18. Oktober: Apostel Lukas




Patron: der Ärzte und Künstler, insbesondere der Maler und Zeichner


"Lukasgilden" nannten sich die Vereinigungen der Kunstmaler und Zeichner in vergangenen Jahrhunderten, und bis heute ist er ihr Patron.
Anlaß für diese besondere Verehrung des Lukas, der ein Evangelium und die Apostelgeschichte verfaßte, ist die schöne Legende, Lukas habe Maria selber in Gemälden portraitiert. Tatsächlich schildert Lukas die Gottesmutter in seinem Evangelium ausführlicher und wohlwollender als alle anderen Quellen. Das eindrucksvolle Magnifikat-Lied (siehe Öffnet externen Link in neuem FensterHeilige des Monats Juli 2011 Mariä Heimsuchung) gibt es sogar nur bei ihm:

"Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan."




Man hat sehr den Eindruck, daß er die Gottesmutter persönlich gekannt und überaus geschätzt hat.


Und die Malerei ? Man weiß eigentlich gar nicht, wann und wie diese Berichte aufkamen, aber schon um 600 nach Christus ist von Marienbildern die Rede, die Lukas angefertigt haben soll. Aus dieser frühen Zeit hat z.B. die Ikone "Maria Fürsprecherin / Maria Advocata" überlebt, die in Rom in einem Kloster der Dominikanerinnen verwahrt wird.


Na ja, sagten die Theologen lange Jahre unisono, Lukas als Pinselschwinger, nette Story, aber leider alles Quatsch. Die Jünger sind in Leinensäcken und Schlappen  durch den Wüstensand geschlurft bzw. mit so besseren Tretbötchen kreuz und quer über den See Genezareth gepest und waren froh, wenn es abends was zu essen gab. Von Malerei - keine Rede, und natürlich sind auch die Evangelien erst sehr sehr spät geschrieben worden und in den Augen der Oberschlauen sowieso halbe Märchen.


In jüngerer Zeit wird an diesem Bild gekratzt. Man fragt sich, ob solche Vorstellungen nicht eher einem kräftigen mitteleuropäischem Größenwahn als biblischer Realität entsprechen ?
Unsere eigenen Vorfahren, ja die sprangen im Bärenfell den wilden Sauen im Walde hinterher - aber Palästina war als Teil des römischen Reiches doch deutlich komfortabler möbliert.


Man nimmt langsam und widerstrebend zur Kenntnis, daß der Grad der Verschriftlichung zur Zeit Jesu umfassend war. Wie heute wurde jeder Blödsinn auf Papier festgehalten, an jeder Ecke kritzelte jemand einen Papyrus voll, Briefe gab es waschkorbweise. Und - die Reden noch des dusseligsten Provinz-Politikers wurden in superschneller Kurzschrift live mitgeschrieben. Warum dann nicht auch die von Jesus, dem Star-Prediger aus Nazareth, dem Straßenfeger, dem wortwörtlich tausende hinterhertrabten ? Muß doch keiner meinen, die Evangelisten hätten eine Taube auf der Schulter gebraucht, die Ihnen was ins Ohr flüstert: die gingen wahrscheinlich einfach zum Pressearchiv.


Na denn, mag sein: aber geknipst wurde doch wohl noch nicht ?! - Wie man es nimmt. Im Nachbarland Ägypten, zu dem allerengste Kontakte bestanden, fanden Schatzgräber vor gut 100 Jahren nahe der auch von zehntausenden Juden bewohnten Stadt Alexandria in einer regenlosen Oase unzählige völlig realistisch und modern gemalte Portraits aus der Zeit Jesu, die man Verstorbenen mit ins Mumienpaket gewickelt hatte. Gemalt in einer Enkaustik genannten Wachsfarbentechnik, in der auch alle frühen Ikonen der Kirche gemalt sind.
Wenn es die Tradition hartnäckig überliefert, warum sollte Lukas also nicht so ein Zeichenfex gewesen sein ? Es spricht erst einmal gar nichts dagegen, daß es Gemälde seiner Hand gab (oder immer noch gibt), für die Maria tatsächlich Modell saß.


So ist das mit Legenden: manche sind einfach poetischer als die Wirklichkeit, aber manchmal ist die Wirklichkeit poetisch und trotzdem ganz real. Wir sollten uns der gelegentlichen Wahrheit der Legenden und Märchen nicht vorschnell verschließen: katholisch sein heißt, mit Geheimnissen leben zu können, den Reichtum jenseits der Grenzen des Offensichtlichen öfter mal zuzulassen.


Legenden bereichern das Leben, befeuert die Phantasie - und tun der ärmlichen Schulbuchwirklichkeit nicht weh, die auf Wikipedia mittlerweile eh alle 5 Minuten umgeschrieben wird ....








Unser Geschichtenerzähler   Peter Kirwel

Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb bei Öffnet externen Link in neuem   FensterViana/Tofutown.com, und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.








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Tags: lukas, evangelist, pinselschwinger, tretbötchenfahrer, pressezentrum, legenden, wikipedia
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Gastbeitrag
12.10.2011
09:37

Ohrenkuss: Yes, we can

"Selber machen - Selber lachen"

  • Das neue Ohrenkuss-Heft „weil ich es kann“

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.
Heute stellen wir hier die neue Ohrenkuss - Ausgabe Oktober 2011 vor. Wir haben natürlich ein Abo, und freuen uns, wenn die Post uns das neue Heft bald bringt. Hier vorab einige Textauszüge:

 


Einleitung



Liebe Ohrenkuss-LeserInnen,


vor Ihnen liegt - voll im Trend - die Ohrenkuss-Ausgabe zum Thema Selber machen. Auf dem Titel steht aber "weil ich es kann". Warum?!

Weil wir beim Zusammen stellen der Texte gemerkt haben: Es sind so viele Texte.

Es sind so viele Themen. Die Leute vom Ohrenkuss-Team können einfach so viel.

Und sie wollen mehr können. Sie wollen alle noch mehr lernen. Denn es ist ja eindeutig: Selber machen - Selber lachen (Zitat Claudine Egli).

 

Viel zu lachen hatten die Eltern eines dreijährigen Jungen mit Down-Syndrom nicht, die vor mehr als 25 Jahren zur genetischen Beratung

kamen. Sie waren verzweifelt. Warum? Der Kinderarzt hatte ihnen nach der Geburt mitgeteilt: "Stellen Sie sich da rauf ein, Ihr Sohn wird nie etwas können.


Er wird noch nicht mal WC lesen können." Der Arzt hatte einfach keine Ahnung.


Er hat etwas gesagt, was nicht stimmt.

 
Ohrenkuss: Der Schafscherer bei der Arbeit. (c) Swetlana Gasetski

Diese Ohrenkuss-Ausgabe ist der Beweis: Menschen mit Down-Syndrom können sehr viel.

Sie können Schafe scheren, spinnen, stricken und darüber berichten (S. 4 und S. 32). Sie wissen Bescheid über das Erwachsenwerden (S. 8) in Theorie und Praxis. Sie wissen genau, was sie können und was sie noch können möchten (S. 10). Sie haben sehr viel mehr Mitgefühl als der Kinderarzt und können trösten (S. 20). Sie wissen auch, welchen Trost sie selber brauchen (und den brauchen sie oft, S. 18). Sie wissen genau, wie die Dinge gehen (S. 22) und wenn es ihnen nicht passt, dann haben sie bereits einen geheimen Plan, um die Erde zu verlassen: Mission Mars (S. 26). Sie können das mongolische Alphabet von A bis Z öffentlich vortragen (und natürlich auch das Wort WC lesen) und die Kunst anderer besprechen (S. 31).

 

Das Magazin Ohrenkuss wird 2013 fünfzehn Jahre alt. Damit wir das schaffen, kostet ein Ohrenkuss-Abonnement ab jetzt 23,60 EUR jährlich (zzgl. Porto + Ver pack ung), statt wie bisher 19,60 EUR. Für die alten AbonnentInnen erhöht sich der Preis ab der Frühjahrsausgabe 2012 zum Thema Skandal. 


Viel Freude beim Lesen wünscht das Ohrenkuss-Team (weil wir es können).

Dr. Katja de Bragança


Aus dem Kapitel: Schafe scheren, Wolle spinnen, stricken ...



Anna Maria Schomburg, handgeschrieben

Zuerst haben wir die Schafe geschoren, jeder bekam ein Schaf und hat dann die Wolle im Sack vertauscht!

Danach betrachteten wir uns die Wolle und vergliechen sie; schwarze und weiße Wolle! Dann wurde die Wolle gekämmt auf einem Wollkamm! Dann sponnen wir die Wolle auf einer Spindel; einer hielt die Spindel und der andere konnte drehen immer zu zweit und immer abwechselnd!

Dann wurde Die Wolle im warmen Wasser gewaschen! Dann haben wir die Wolle aufgefädelt! Dann gabs Mittagspause und die Wolle wurde verbrühmt und anschließend zu einem Knöl verwickelt! Daraus erstand die Schafwolle! Dann wurde gestrickt und der Pullander für Matteo fertiggestrickt, dann gab es die Anprobe!

Jetzt gibt's Kaffee und Schafe melken und Milch und Käseprobe!

Abends grillen noch die Ohrenküssler. Ich (Anna), Björn, Martin und Daniel arbeiteten zusammen.

 

 

 Ohrenkuss: Matteo betrachtet die nackten Schafe und trägt dabei seinen neuen Pullover. (c) Swetlana Gasetski

Daniel Rauers, diktiert

Pullover für Matteo

Wir haben heute das Schaf abgeschoren.

An schwarzem Kabel kann man ziehen, geht automatisch.

Die Schafe sind nackt.

Ich fand das gut, weil die Wolle abging.

Der Bauer das Schaf festzuhalten, dann wird die Wolle abgeschoren.

Wolle rein ins Wasser tun, abwaschen. Bürsten auch noch, ist eine harte Bürste.

Dann wenn die Wolle abgetrocknet, gezwirnt.

Danach habe ich den Wollknäuel gemacht. Es war eine Haspel.

Als der Wollknäuel fertig war, habe ich den angeguckt.

Dann haben wir eine Pause gemacht.

Dann habe ich gestrickt.

Einen Pullover hat Matteo angezogen. Weiße Strickwolle.

 

 

Daniel Rauers, diktiert

Ich habe Peter gesehen. Auf dem Bauernhof. Ich habe geholfen, Schaf geholfen.

In den Sack, die Wolle reingetan.

Und dann habe ich geschoren.

Wolle mit Wasser in die Schale, Wolle gewaschen.

Wolle gebürstet.

Dann haben wir Feuer angefacht, wir haben gegrillt.

Trecker gefahren, Björn und ich, mit Peter.

 

 Ohrenkuss: Die Ohrenkuss-Autoren Daniel Rauers und Björn Langenfeld prüfen die Wollqualität. (c) Swetlana Gasetski

Daniel Rauers, diktiert

Das gefällt mir (lila Wolle).

Ich habe es im Fenster gesehen, das hat Björn gesehen.

Ich habe alles gesehen.

Lila ist meine Lieblingsfarbe.

Ich habe mir die Regale angeschaut.

Andere Seite auch alles angesehen.

Das ist grau, das schwarz.

Stricken war gut.

Metermaß gesehen.

Abmessen, 12,5 cm.

Das grüne habe ich gesehen.

Strickkurs hat mir ganz gut gefallen.

Ich habe es mir so vorgestellt.

 

 

 

Martin Weser, diktiert

Ein Schaf geschoren

Wir haben zuerst geschoren, den Schaf. Den fand ich cool. Den Schaf ist kitzelig, deshalb ist er wackelig. Ein Mutter hat ein schönes Schafpullover an. Weiß, ganz weiß.

Viereckig: 12 Maschen wurde gestrickt. Die Regina und eine Reihe ich: Ich bin Linkshänder, ich mache alles mit links.

Diese Wolle habe ich aus Bonn gekauft. Dann habe ich angefangen, damit zu stricken. Und gleich ist die Mütze fertig. Danach fange ich mit diesem Schal an, wieder an. Alles für Weihnachten.

Wir sind in Mudenbach, hinter Hachenburg. Bauernhof, da gibt Schafen. Weiß, davon wird die Wolle gemacht. Zuerst geschoren, dann wird der Schaf kitzelig und das gefällt dem Schaf nicht.

 

 

 

 Ohrenkuss: Martin Weser lernt das Stricken - hier läßt er sich das Abnehmen der Maschen erklären (bisher hat er nur Schals gestrickt) (c) Swetlana Gasetski

Björn Langenfeld, diktiert

Schaf schere.

Glatt sein.

Heute Mittag Pause gemacht.

Gegessen: Bohnensuppe mit Lamm.

Schmeckt gut.

Wolle waschen.

Heute Bauernhof: Es ist schön hier - schön.

Ich Bagger gefahren.

Umziehen.

Faden gerollt.

Faden gezwirnt.

Wolle gedreht.

Viel gemacht.

Säcke - Wolle reingetan.

Schafe Kopf halten.

Scheren - Wolle ab.

Schaf ist glatt. Es hat geschwitzt.

Schafe schläft auf Heu.

Fünf Schaf.

Schaf ist Schwanz. Kurz und lang.

Schafe schwarze Nase. Bein schwarz. Bauch hell.

Am Kopf ist die Ohren, die Augen.

Schaf ist Maul. Schaf guckt zu uns.

Große Schafe und kleine Schafe.

Schaf liegt jetzt Boden-Heu.

 

 Ohrenkuss: Der Ohrenkuss-Autor Martin Weser schaut beim Schafescheren zu. (c) Swetlana Gasetski

Björn Langenfeld, diktiert

Schafe, Samstag.

6 Uhr raus, um pünktlich zu kommen.

Wolle scheren, schneiden, ein bisschen geschwitzt.

Ich Wolle Sack rein.

Schaf ist jetzt glatt.

Wolle gemacht.

Stäbe, Wolle rein, gesponnen.

Pause gemacht, gegessen.

Abends Feuer gemacht.

Alle sitzt auf Bank.

Grillen, Schafwurst, gegessen, Lammwurst.

Abends wir fahren nach Hause.

 

 

Björn Langenfeld, diktiert

Strickkurs Spaß machen. Mache es gerne.

Alleine oder mit Hilfe.

Neue Wolle. Wolle, Tasche machen, Schulterriemen hängen.

Schön hier.

Stricken ist viel Spaß.

Sitzen, fernsehen, stricken.

Fuß hochlegen, stricken.

Stricken weitermachen.

Geschäft ist gut.

Strickkurs machen.

Geschäft ist gut.

Wolle mit Kaufen. Und teuer ist. Viele Geld. 50 Euro alles zusammen.

 

 
Im November wollen die Ohrenkuss-AutorInnen über ihren Strick-Kurs berichten. Bis dahin!

 
Die Fotos des neuen Heftes entstand bei einem Schafscher-Workshop auf einem Biobauernhof in Mudenbach (Westerwald)

http://www.mudenbach.de/Aktuelle_Bildergalerie/articles/Ohrenkuss-Farrenau-Projekttag-2011.html

Fotos © Swetlana Gasetski, Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.swetlanagasetski.com    





Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Tags: selber machen, selber lachen, schafe, wolle, stricken, ohrenkuss, down syndrom
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