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Von Facebook zu Google+

"Social" Networking

Zwischen Weihnachten und Neujahr hatte ich frei und etwas Zeit, mich mit "Facebook" zu beschäftigen.
Diese "Sozialen Netzwerke" sind ja in aller Munde und vor allem junge Menschen kommunizieren ständig über diese Kanäle im Internet.
Mich interessierte das und ich wollte auch die Möglichkeiten für meine Firma ausloten, eventuell Facebook-Leistungen für unsere Kunden anzubieten.

Angemeldet war ich schnell und füllte mein "Profil" aus. Name, Geburtsdatum, noch schnell ein Portrait-Foto hochladen und schon wurde ich gefragt, ob Facebook meine E-Mail-Adressen importieren darf, um dort zu schauen, ob schon "Freunde" unter meinen Adressen sind. Ich gestattete dies mit dem flauen Gefühl, meine Daten einem Unternehmen preis zu geben ohne zu wissen, was damit geschieht - aber war fest entschlossen,
das jetzt auszuprobieren.

Dann war ich doch etwas erstaunt, dass von meinen 350 Kontakten im gut gepflegten Thunderbird-Adressbuch fast 30 Menschen schon Mitglied bei Facebook waren.
Und nicht nur meine 19-jährige Tochter und ihr Freundeskreis sondern auch Kunden jenseits der Lebensmitte und Professoren und Bioladner. Querbeet.
Und mit einem Klick fragt man dann die gewünschten Personen an, ob sie zum "Freund" werden wollen.
Erst nachdem dies akzeptiert wurde, kann man sehen, was der andere so treibt.
Manche "posten" fast nie etwas, also teilen keine Informationen mit - andere scheinen ständig online zu sein.
Man kann seinen "Status updaten" also per Text mitteilen, was man macht oder meint, man kann Fotos hoch laden und mit seinen Freunden teilen und auch Links, zum Beispiel zu YouTube-Videos oder Webseiten, die man toll findet.
Mein aktivster "Freund" ist ein Kunde, der als Fotograf professionelle Foto-Seminare in seinem Studio anbietet und über Facebook die Kontakte sowohl zu seinen Modellen als auch zu seinen Kunden hält und verbessert. Es vergeht kein Tag, an dem er nicht ein Foto hochlädt und uns alle daran teilhaben lässt.
Ein anderer Kunde ist ein angesagter DJ und legt auf Hochzeiten und bei Feiern Musik auf. Dadurch bin ich nun ständig mit aktuellen Musik-Tipps versorgt.
Aus diesen "Posts" oder "Postings" werden die Nachrichten, ein Strom von Status-Mitteilungen, der ständig wächst und sich oft innerhalb von Minuten ändert.
Ich kann auf die Beiträge meiner Freunde reagieren, in dem ich Kommentare hinzufüge oder einfach nur ein "Daumen hoch"-Symbol anklicke: "Gefällt mir!"
Alle anderen sehen dies, können wiederum darauf reagieren und es entsteht ein Gefühl von Interaktion und Nähe.

Ich denke, das ersetzt bei vielen Menschen das Bedürfnis nach echter Nähe durch ein sehr bequemes, schnelles System. Dadurch, dass keine echte Nähe, kein wirkliches Treffen erforderlich ist, kann ich die Ersatz-Nähe zu viel mehr Menschen gleichzeitig herstellen und pflegen. Ein Klick auf "Gefällt mir" ist schnell getan und da ist jemand, der sich über die kleine Aufmerksamkeit freut. Weil keine wirkliche Nähe erforderlich ist, sind die Kontakte auch viel ungefährlicher als im echten Leben.
Das führt den Trend fort, der sich schon mit der intensiven Nutzung von SMS abzeichnete. Beziehungen werden eingeleitet durch virtuelle Systeme, Beziehungen werden beendet durch eine SMS oder durch ein "Blocken" des (ex-)Freundes bei Facebook.

Nach einer Woche Facebook war klar, dass ich es nicht wirklich brauchen würde.
Ein großer Zeiträuber mit zweifelhaftem Nutzen. Trotzdem interessant wie eine Soap im Fernsehen. Ein schöner Effekt war, dass ich nun viel mehr über die Tagesabläufe unserer Tochter mitbekam, ihre Freunde kennenlernte und merkte, welch gute soziale Position sie innerhalb ihres Freundeskreises hat. (Kann ich Eltern nur empfehlen ;-) Auch schön war, über die Facebook-Personensuche wieder Kontakt zu einer alten Freundin zu bekommen, die ich vor knapp 30 Jahren zuletzt gesehen hatte und die mittlerweile nach Spanien ausgewandert war. Oder der Schulfreund, der in Australien lebt und dort als Musiker Erfolge feiert.
Ich teile Fotos vom Geburtstag meiner Mutter mit meinen Geschwistern und deren Kinder. Dafür ist ein System wie Facebook gut geeignet.

Unseren Kunden kann ich jedoch nicht empfehlen, ein eigenes Firmen-Profil in Facebook anzulegen. Das mag für große Konzerne wie Coca-Cola oder Nike wertvoll sein, die darüber aktuelle Informationen sehr schnell an ihre zigtausend "Freunde" verteilen. Auch für Konzertagenturen und Veranstalter ist das vorteilhaft - erfordert aber kontinuierlich Arbeit an den Inhalten.
Entweder hat man die Zeit, um täglich Neuigkeiten zu posten und immer "on" zu sein oder man hat die Mittel, um einige junge Menschen den Facebook-Account pflegen zu lassen - oder aber man lässt es besser.
Einer unserer Kunden hat sich selber ein Firmenprofil auf Facebook angelegt und dort dann ganze 3 Beiträge eingestellt, der letzte stammt aus dem März. Das schaut sich dann auch niemand mehr an.
Da bringt eine informative, gut gepflegte Website deutlich mehr Nutzen mit weniger Aufwand.

Meine weiteren Kritikpunkte sind:
1. natürlich der Datenschutz. Facebook erfährt schon sehr viel über seine Nutzer und macht es nicht sicher, eigene Informationen zu kontrollieren. Vor allem externe Anwendungen wie Spiele oder Umfragen verlangen Zugriff auf den Datenbestand, den man tunlichst nicht erlauben sollte. Facebook hat sich in der Vergangenheit wenig um die Sicherheit seiner Nutzer gekümmert und zum Beispiel erst auf heftiges Drängen in diesem Jahr die Möglichkeit eingeführt, das Konto zu kündigen und alle Daten zu löschen. Außerdem gibt es eigens für Facebook programmierte Scripte und Trojaner die auch versuchen, die Nutzer-Daten ab zu greifen.
2. die fehlende Differenzierung meiner "Freunde". Bei Facebook gibt es nur 2 mögliche Zustände: "Freund" oder nicht vorhanden. Das ist mir zu wenig. Nicht jeden Bekannten, der in den letzten Monaten anfragte, möchte ich zu meinen Freunden rechnen. Die Freundinnen meine Tochter sind nicht unbedingt meine "Freunde". Eher Bekannte. Nicht alle meiner Kunden möchte ich zu meinen Freunden rechnen und vor allem müssen meine Kunden nicht unbedingt sehen, was ich mit Familie oder wirklichen Freunden austausche. Das ist mir zu amerikanisch und unverbindlich.
3. Der hohe Zeitaufwand. Obwohl ich durch die mobile Facebook-App fürs iPhone das soziale Netzwerk sozusagen in der Tasche habe, reicht es doch oft nur zum Lesen der "Posts" meiner "Freunde".
Selber was schreiben, was inhaltlich über "gehe jetzt zum Kühlschrank um mir ein Bier zu holen" hinausgeht, dafür reicht morgens in der S-Bahn schon die Zeit nicht mehr.
Dabei könnte ich doch so einfach ein Foto mit dem Handy schießen und unterwegs direkt hochladen und mit einem Kommentar versehen. Unsere Katze in der Küche, der Himmel über Köln, der Geburtstagskuchen meiner Frau.
Macht man das wirklich? Muß man sich immer mitteilen? Ist unser Leben nicht eh schon zu sehr mit dem Flirren der Informationen überladen?

Innerhalb der nächsten Wochen kommt die Internet-Weltmacht Google mit einem ähnlichen Produkt an den Start. Der neue Dienst Google+ ist eigentlich eine Kopie von Facebook - macht aber einiges Richtiger, wie man lesen kann. Die Bedienung ist klarer, so dass die Datenschutz-Einstellungen für das soziale Netzwerk übersichtlicher zu erreichen sind. Google+ gibt dem Nutzer die Möglichkeit, eigene Kreise "Circles" zu definieren. Einen für die Familie, einen für die echten Freunde, einen für die online-Freunde, einen für die Kunden, einen für Vorgesetzte und Chefs... und bei jedem Post kann man entscheiden, wer was sehen darf. Außerdem lassen einmal abgegebene Kommentare sich nachträglich ändern und sogar löschen.
Das kommt meinen 'Vorstellungen schon entgegen. Wo es bei Facebook um die Frage "wer bin ich?" und um das sich zeigen und präsentieren ging, soll das zentrale Thema bei Google+ die Frage sein "was interessiert mich?" - also ein etwas erwachsenerer Ansatz. Google+ als der verbesserte Facebook-Nachfolger? Facebook 2.0 sozusagen?
Wir werden sehen. So wie Facebook in den letzten 2 Jahren ehemals große Netzwerke wie StudiVZ und SchülerVZ in die Bedeutungslosigkeit hat versinken lassen, so könnten sich auch die derzeit weltweit 750 Millionen Facebook-Anwender mit wenigen Klicks zu Google+ bewegen. So ein virtueller Umzug ist denkbar einfach.

Ich werde mir das weiter anschauen, versuchen, auf dem Laufenden bleiben und dem Ganzen nicht allzu viel Bedeutung beizumessen.
Die Welt dreht sich auch ohne uns...  



Wolfgang Kurtz

ist
Wolfgang Kurtz Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.

Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

    

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Tags: facebook, google+, google, soziale netzwerke, social networks
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Gastbeitrag
20.07.2011
08:00

Ohrenkuss: Weltraumforschungstag

Keine Mondexpedition ohne Rutschsocken


Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen. Heute:

 



Das Ohrenkuss-Team zum Weltraumforschungstag

 



Am 20. Juli ist der Weltraumforschungstag. Es ist ein Gedenktag anlässlich der ersten bemannten Landung auf dem Mond 1969.
Expeditionen in den Weltraum beschäftigen auch die Ohrenkuss-Redakteure seit geraumer Zeit. Sie planen eine Mars-Expedition und wissen genau, worauf es so ankommt im Weltraum.




Ohrenkuss: Marley Thelen, Primasol
Nachwuchs-Autorin Johanna von Schönfeld nimmt vor allem Kräfte mit. Sie diktiert: "Kräfte braucht man zum Bauen und zu überleben zu können."

Weil sie nicht weiß, was sie erwarten wird in den unendlichen Weiten des Weltraums, nimmt sie sich einen Schutzengel als Begleitung mit.

"Ich weiß nicht, wie es wird, weil ich nicht weiß, aber auf die große Entdeckungsreise muss auf jeden Fall der Schutzengel mitkommen, und ich brauche Kräfte für die Entdeckungsreise. Und wenn es dunkel wird, brauche ich sehr viel Licht und Wasser, damit ich leben kann. Ich brauche Steine und Sicherheit, dass wir oder ich bauen können den Grundstück. Wasser und Brot ist beim Bauen auch sehr wichtig. Und bei diesem Gebiet sollte der Schutzengel auf jede Positionen mitkommen und mir oder uns zu beschützen, wenn ich oder wenn wir bauen und das Ganze einrichten sollten. Telefon und Funkgeräten sollten wir zumindest haben, um dann kontaktfähig zu behalten. Ferngläser sollte man mitnehmen, weil dann können wir oder kann ich natürlich in der Ferne sehen und zu beobachten, damit wir oder ich überleben können."






Auch Karoline Spielberg ist auf alle Eventualitäten vorbereitet, die im Weltraum auftreten könnten. Sie packt in ihren Koffer alles, was nützlich sein könnte auf Mond oder Mars. Sie diktiert ihre Packliste:

"* Schlafanzug
* Handschuhe
* 3 Getränke
Ohrenkuss: Angela Baltzer, Mirama
* Schlafsack
* Lange Haushose
* Bettzeug
* Schlagzeug / Trommeln
* Radio
* Strumpfhose
* Wurst
* Margarine
* T-Shirt

* Käse
* Schokolade
* Rutschsocken
* Hausschuhe"





Und natürlich will sie nicht alleine in den Weltraum. Kollege Horst Kolbitz soll sie begleiten:

"Ich will Horst einladen mitkommt. Da im Hotel helft uns. Koffer tragen. Hotel alleine schaff ich nicht mehr. Hole Bett - zusammen schlafen. Mit Horst zusammen leben, zusammen leben, gut und glücklich und verlobt. "


Horst kann die Expeditions-Koffer tragen, aber besser nicht das Ohrenkuss-Raumschiff fliegen.

Wie das Raumschiff aussieht und sich fortbewegt, davon haben Johanna von Schönfeld und Caroline Spielberg eine ziemlich genaue Vorstellung. Johanna von Schönfeld diktiert, wie das Schiff heißen soll:

"Der Name vom Schiff kann ja ‚Grüß Gott' drauf kommen."

Dann wissen auch alle außerirdischen Lebensformen, dass man im Ohrenkuss-Team was von guten Manieren und Höflichkeit versteht!




Ohrenkuss: Julian Göpel, Golden House Club
Karoline Spielberg diktiert: " Das (Raumschiff) ist weiß und rot."

Johanna ergänzt: "Sieht zumindest groß aus. Es soll eckig aussehen. Wenn das schön eckig von innen aussieht, soll dann schneller fliegbar sein."


Aber wer fliegt? Caroline Spielberg ist sich sicher - es ist ein Mann! "Der Pilot ist ein Mann (nicht Horst)."

Auch für Johanna erfüllt Horst nicht die entscheidenden Kriterien: "Ein unsichtbarer Mensch soll das Ganze fliegen."





Ob unsichtbar oder nicht - Daniel Rauers hat sich Gedanken um die erforderliche Ausstattung eines Astronauten gemacht. Er diktiert:

"Ein Raumanzug. Der brauch einen Weltraumhelm. Der braucht ein Ufo, um zum Mond hinzukommen. Und der braucht ein Fahrzeug. Das ist Steine von dem Mond aufheben. Dann habe ich noch eine Fahne."


Eine Fahne findet auch Julian Göpel wichtig. Er diktiert:

" Atomkraft
Ich fliege mit der Rakete auf den Mond und ich erforsche die Nicht-Welt: vom Mond bis auf die Erde. Meine Fahne ist eine kanadische Fahne, und die heißt "Ohrenkuss". Wenn ich angekommen bin, habe ich den Raumanzug an und ich fliege raus."






Autor Martin Weser hat seinen Kollegen viel voraus - er war schon mal im Weltraum. Er diktiert: " Ich bin schon mal auf die Weltraum geflogen mit dem Flugzeug. Das war cool und zauberhaft - von oben nach unten zu sehen, wie die Welt so groß ist.  Und wahrhaftig. Alles aus dem Flugzeug nach unten auf die Erde zu gucken. Das fand ich zauberhaft cool! Und dann sieht man das aus dem Flugzeug, wie die Welt so ist. Man kann alles aus dem Flugzeug sehen. Beispiel: das Mittelmeer, große Berge, Vulkan und ganz viele Tiere zu sehen."

Auch Daniel Rauers freut sich vor allem auf die tolle Aussicht. Er diktiert: " Wenn ich gelandet bin, dann gucke ich noch. Siehst die Erde."

Und weil man die schönsten Dinge im Leben gerne teilen will, will auch Romy Reißenweber nicht alleine auf den Mond fliegen. Sie nimmt alle Ohrenkuss-Kollegen mit und schreibt: " Wenn wir uns oben Treffen ganz eng umschlingen und zusammen halten." ?





Während also die Supermächte aus Kostengründen ihre Weltraumforschungsprogramme zusammenstreichen, bleiben bei der Bonner Redaktion des Ohrenkuss keine Fragen mehr offen am Weltraumforschungstag. Wir verabschieden uns, oder wie Johanna von Schönfeld diktiert: " Und dies ist meine Texterzählung zu Ende."




Die Illustrationen sind Überarbeitungen der Ohrenkuss-Redaktion aus dem Band "Sinai Hotels" von Haubitz und Zoche, erschienen in der Fotohof edition.
Textredaktion: Anne Leichtfuß








Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.



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Tags: weltraumforschungstag, mondexpedition, raumschiff, grüß gott
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heupd| Lärmschädigung bald zuende?

Frachtunternehmen verlässt Flughafen Köln Bonn


Köln | heupd    Der Verein Lärmgeschädigte Bürger und Bürgerinnen durch den Flughafen Köln Bonn jubelt: derzeit scheint es so, als hätten sie ihr Ziel - Nachtflugverbot für alle Maschinen - wenn auch indirekt, erreicht.

Die Frachtfirma FRACHT-WEG, deren veraltete und extrem laute Maschinen die Bürger und Bürgerinnen vom rechtsrheinischen Köln bis Siegburg Nacht für Nacht quälten und um ihren Schlaf brachten, gab nun bekannt, den Standort schließen zu wollen. Kurz, nachdem das Unternehmen die weltweit größte vollautomatische Sortieranlage eingeweiht hat, heißt es wieder Koffer packen.

FRACHT-WEG Deutschland-Sprecher Denis Zbel  benutzt leicht verändert einen alten Slogan, um die neueste Entscheidung zu verdeutlichen: Fracht braucht die Macht. "Wir gehen davon aus, dass es in absehbarer Zeit in einer westeuropäischen Demokratie nicht mehr möglich sein wird, wirtschaftliche Interessen in der Art über die Interessen der Bürger zu stellen, dass Gesundheitsschäden in erheblichem Ausmaß billigend in Kauf genommen werden."
Der Wind habe sich gedreht, und das Argument Arbeitsplätze ziehe nicht mehr wie noch vor wenigen Jahren. Deshalb habe man sich nach geeigneteren Standorten umgesehen, um den Zentral- und osteuropäischen Markt aufzurollen, und sei auch fündig geworden. Verhandlungen mit der belarussischen Stadt Brest (Bjeraszje) seien vielversprechend.
D. Zbel: "Da die Stadt Brest so günstig an der polnischen Grenze liegt, erfüllt sie voll und ganz die Anforderungen an ein modernes Drehkreuz für Transkontinentalflüge zwischen Asien, USA und Europa."
Auf elegante Art wäre so ein jahrelanger Streit beigelegt, bevor Flughafen und Frachtfirma einem drohenden Bürgerentscheid unterliegen.  us/hg









heupd = Heuschrecke-Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten


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Tags: nachtflugverbot, frachtmaschinen, köln-bonn, flughafen, schlaf, bürgerentscheid
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Bildbetrachtung, Bio

Impressionismus: Bio-Kamillefeld in Kroatien



10 Dinge, die man sieht, und die man nicht sieht.



Kroatien: Bio - Kamillefeld

 


1) Felder - 3 Farben, sanft wie Schleier: weiß, grün, rot.
Links ziehen sich Kamilleblüten in die Tiefe des Bildes (100m? 300m?). In der Mitte ein schmaler grüner Streifen Gras. Rechts leuchtend roter Mohn, soweit das Auge reicht.


2) Sieht man genau hin, ist auch das weiße Kamillefeld von roten Tupfern durchzogen: Klatschmohnblüten. Im grünen Streifen gibt es rote und weiße Flecken, und auch im roten Mohnfeld gibt es weiße Punkte.


3) Eigentlich ist das Ganze ein Kamillefeld. Der Bio-Bauer in Kroatien hat das Land erst recht spät von der Gemeinde gepachtet, gepflügt, und auf den letzten Drücker noch ausgesät, jedenfalls den linken Teil, der gut aufgegangen ist. Im mittleren Teil liegt eine Drainage zur Entwässerung, deshalb wenig Blüten und sattes Grün. Der rechte Streifen wurde zu spät mit Kamille eingesät, sodass der Mohn das Rennen gewonnen hat.


4) Jetzt ist das Feld abgeerntet. Die Blüten werden getrocknet, und der Mohn von Hand aussortiert - eine Arbeit, die wir uns in Deutschland nicht mehr vorstellen können - oder fast unbezahlbar wäre. Leider konnte in dieser Situation nicht mehr realisiert werden, auch Abnehmer für die getrockneten Mohnblüten zu finden. Mohnblüten sind auch bei uns Bestandteil von Kräuterteemischungen.


5) Ganz kurze Zeit später kam der Hagel und hat innerhalb von 10 Minuten die anderen Felder dieses auf Kamille spezialisierten Bio-Bauers verwüstet, die noch nicht abgeerntet waren. Im Wert macht das ca. 0,5 Mio. EUR aus. Die Häufung solch heftiger Wetterlagen ist Zeichen des Klimawandels (das hören wir auch von unseren anderen Bio-Bauern).


6) Hier die Fotos eines "voll erblühten" Kamillefeldes, aufgenommen ein paar Tage nach dam Hagel, verwüstet.


Kroatien: Kamillefeld nach HagelKroatien: Kamillefeld nach Hagel


 















7) Das ist eine typische Gefahr für die Bio-Landwirtschaft. Bei extremen Wetterlagen verwenden konventionelle Bauern mehr Pestizide. Sie kommen einmal durch Abdrift, zum anderen gelangen kontaminiertes Wasser und Schlamm bei den Überflutungen in die Bio-Felder. Und übrigens auch ins Grundwasser und zunehmend in unsere Mineralwasserbrunnen, wie Ökotest in seiner Ausgabe 7/2011 warnt. Das zunehmende Problem durch die Agrochemie kann kein einzelner Bio-Bauer mehr lösen, sondern gehört auf die politische Ebene.


8) Wenn unser Bio-Bauer uns erzählt, seine Kamillefelder liegen nun weiter von konventionellen Tabakfeldern entfernt, ist das wieder weniger Risiko. Kamille ist ein Sammler - diese Pflanzen speichern mehr Pestizide als andere Pflanzen bei Belastung. Deswegen wird jede Charge analysiert.


9) Im Moment werden die Felder zu einem 2. Versuch vorbereitet. Es wird alles untergepflügt und als Zwischensaat Raps eingesät.


10) Im Spätsommer wird dann wieder Kamille eingesät. Wenn das Wetter mitspielt und mit etwas Glück gibt es noch mal eine Ernte.





Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper



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Tags: kroatien, terra magnifica, bio-kräuter, kamille, klimawandel, hagel
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heupd| Brunnenvergiftung

Verband der Chemischen Industrie entschuldigt sich



Frankfurt heupd | In einer beispielhaften Aktion entschuldigt sich der Verband der Chemischen Industrie (VCI) bei den Bürgern und Bürgerinnen Deutschlands für die beunruhigende Belastung von Trinkwasserbrunnen durch Rückstände der Agrochemie.

Vorausgegangen war eine Warnmeldung von Ökotest in diesem Monat, die über eine zunehmende Vergiftung der Mineralbrunnen mit Pestiziden und deren Metaboliten klagte.

Bisher wurde dieses Thema nie öffentlich diskutiert, und die Bürger und Bürgerinnen konsumierten unwissend belastetes Trink- und Mineralwasser. Pressesprecher Dr. A.R.Glos:" Es geht nicht an, dass die Mineralbrunnenbetreiber nun dazu verdonnert werden, ihre Brunnen zu sanieren und sogar zu schließen wegen zunehmender Pestizidfunde im Wasser. Das geht völlig an der Ursache vorbei. Unser Wunsch ist, ein Umdenken in der Landwirtschaft zu erreichen. Wir wollen mit neuen Maßnahmen zu einer gesünderen Umwelt beitragen. Schließlich gehörte Brunnenvergiftung in der Antike zu den schwersten Verbrechen und wurde sogar mit der Todesstrafe geahndet. Und was ist das heute anderes?"

Mit Berufung auf Bundeskanzlerin Merkel, die ja schließlich auch nach dem Atomunglück in Fukushima zu einer ehrlichen Kehrtwende in der Energiepolitik aufgerufen habe, werde jetzt an neuen Forschungsprojekten gefeilt. Zusätzlich wird ein Fonds eingerichtet, der Schäden durch Agrochemie ersetzen soll. hg/us







heupd = Heuschrecke-Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten

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Tags: brunnenvergiftung, pestizide, metaboliten, trinkwasser, ökotest, chemische industrie
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