BLOG | Neueste Nachrichten

Joshuas Gewürzreise: Safran
10.12.2017 10:41
Buchrezension: Achim Priester -...
03.12.2017 09:32
Vanille - Der Star der Desserts
19.11.2017 13:13
Ohrenkuss: Mütter
09.11.2017 18:00
Ajowan - Gar nicht so entfernter...
05.11.2017 12:38
heupd-Reportage: Bio-Anbau in der...
25.10.2017 13:31

Blog-Text-Suche

Meist gelesene Posts

Trocknungsverfahren für Kräuter und Gewürze
96257 mal gesehen   21.03.2014
Heiliger des Monats März: Oscar Romero
94664 mal gesehen   24.03.2014
Blogst Du hier!
77527 mal gesehen   21.10.2009
Verschwörungstheorien
75593 mal gesehen   19.05.2010

Archiv

Abonnieren für RSS-Reader

RSS 0.91Nachrichten
RSS 2.0Nachrichten

Zur Zeit wird gefiltert nach: Juni 1
Filter zurücksetzen

UNRUHEN. Nordindische Kürzestgeschichten

Uddschval Barua: Unruhen


Als ein Hund, der am Rande eines Dschungels stand, eine Kuh und ein Schwein auf den Dschungel zuhasten sah, fragte er bestürzt:

"Ihr Lieben, warum habt Ihr es denn so eilig? Sind in der Stadt etwa Unruhen ausgebrochen?"


Da blieben die beiden stehen und blickten sich prüfend um. Dann sagte die Kuh, nach Atem ringend:

"Nein, noch nicht, aber es wird welche geben. Alle Vorbereitungen dafür sind schon getroffen. Nur nach uns wird noch gesucht!"











Die Kürzestgeschichten aus Nordindien, in ihrer Art zwischen Weisheits- und Schelmengeschichten, haben es uns angetan. Wir freuen uns über die Erlaubnis von Prof. Kapp und des Shaker Verlags, sie hier im Heuschrecke-Blog vorzustellen.



Ujjval Barua: Unruhen (1994), aus: Der Schmuck einer Frau. Kürzestgeschichten aus Nordindien. Ausgewählt, aus dem Hindi übersetzt und herausgegeben: Dieter B. Kapp. Shaker Verlag Aachen 2006; S.59



Prof. Dr. Dieter B. Kapp (geb. 1941), Indologe, zuletzt Professor an der Universität Köln, Übersetzer und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Werke, aber auch zeitgenössischer Literatur aus den verschiedenen Regionen und Sprachen Indiens. Träger der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Medaille und des Rabindranath-Tagore-Kulturpreises, und Künstler (Fotografie, Digitalkunst, Komposition).

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: indien, kürzestgeschichte, uddschval barua
Anzahl Aufrufe: 3632

Heiliger des Monats Juni: Johannes der Täufer

24. Juni: Johannes der Täufer



Feste: 24. Juni (Geburt), 29. August (Tod)



Schutzpatron vieler Länder und zahlloser Berufe, u.a. der Schneider, Maurer und Steinmetze, der Sänger, Musiker und Tänzer, außerdem der Schafe und aller Haustiere


Vor und um 1980 lebte mitten unter uns der Punk. Wenn man diesen Ur-Punk denen, die damals noch zu klein waren und denen, die sich die Ohren zugehalten haben, erklären wollte, könnte man sagen: Punk sagt nein, wo andere ja sagen (und umgekehrt), ohne groß auf Inhalte Rücksicht zu nehmen: mal kucken, was passiert, der Teufel ist die Gewohnheit. Durch ständiges den Institutionen "Vor-den-Koffer-treten" mit dem Springerstiefel übt sich der Punk in Materialprüfung. Wo gehobelt wird, fallen Späne.


So einer ist Johannes. Wo die Jerusalemer Tempelpriester in gestickten Paramenten lustwandeln wie nur je ein Papst mit roten Pantoffeln, wickelt er sich in eine grobe Kamelhaardecke, lehnt das Geld ab (was ja auch heute noch den kompletten Outsider macht - dem Mammon gehört unser aller Herzelein), ißt was er findet und hält rotzige Reden am Rande der Wüste. Sein Schlachtruf ist "Kehrt um !", hört auf, ihr seid total bekloppt, no future für euren Highway to Hell. Johannes ist immer für Rabatz zu haben. Mehr und mehr Leute beeindruckt er, er tauft sie im Fluß, gibt ihnen mit "Bereitet dem Herrn den Weg !", alles andere ist Quatsch, ihr habt nur ein Leben, vergeudet es nicht mit aufgeblasenem Mist. Die lieben Bürger nennt er "Schlangenbrut" und Zombies, "übertünchte Gräber" mit verfaultem Inhalt. No future, so jedenfalls nicht.


Eine Gruppe Gutmenschen (Johannes hätte sicher "Sch...liberale" gesagt) will ihn zähmen und einwickeln, quasselt auf ihn ein so à la "Wir kommen alle alle alle in den Himmel, weil wir so brav sind, weil wir Gottes Kinder, weil wir das erwählte Volk sind". Johannes brüllt sie in Grund und Boden: "Aus jedem verdammten Stück Dreck kann Gott Kinder Abrahams machen", Euer Laber interessiert ÜBERHAUPT nobody. Auf jeden einzelnen kommt es an, auf dich kommt es an, tu du das richtige jetzt oder laß es jetzt. It´s up to you what you´re really gonna do. It´s up to you strictly you and you.


Seinen König, der sich um Gott nicht schert und meint, auch im Heiligen Land rumlottern zu können wie die anderen römischen Skavenhalter und Leuteschinder, greift er frontal an: was ihm erst den Knast beschert und dann den Kopf kostet.


Ausgerechnet von ihm sagt Christus: "Echt, glaubt´s mir: unter allen Menschenkindern war keins größer als Johannes der Täufer." - So spontan würde man wohl meinen, wenn Jesus Musik hörte, wäre es Klassik, so hingejubelte Festmessen mit Orgelgeorgel und himmlischen Chören. - Mal im Ernst, ist doch alles gar nicht wahr. Jesus liebt Punk.








Unser Geschichtenerzähler   Peter Kirwel

Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb bei Öffnet externen Link in neuem   FensterViana/Tofutown.com, und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.







Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: johannes der täufer, gutmenschen.scheißliberale, leuteschinder, punks
Anzahl Aufrufe: 3865
Gastbeitrag
22.06.2011
10:09

Mikrokosmos: Korallenpilze

Runzelige Keulenpilze und Bauchweh-Korallen



Korallenpilz Clavulina cinerea. Foto: Wilhelm Schulz
Im April gab's PilzKORALLEN, diesmal geht's umgekehrt um PILZE, die wie Korallen aussehen.






Die häufigsten korallenähnlichen Pilze, die in unseren Hunsrückwäldern auch auf sauren Böden vorkommen, gehören gar nicht zu den echten Korallen der Gattung Ramaria (Korallen), denn deren Arten beanspruchen meist bessere, basische Böden, sondern zu der Gattung Clavulina (Keulenpilze). Wilhelm Schulz hat sie im Jahr 2010 im Spätherbst fotografiert:












Korallenpilz Clavulina coralloides. Foto: Wilhelm Schulz
Wie kleine Schmuckstücke glitzern uns die hellen, feinverzweigten Fruchtkörper von Kammförmigem oder Grauem Keulenpilz aus Falllaub, dunklen Moosen oder Nadelstreu an. Der Runzelige Keulenpilz wächst oftmals gar auf nackter Erde und ist ein häufiger Begleiter unserer Waldwege.














Korallenpilz Clavulina rugosa. Foto: Wilhelm Schulz
Alle Keulenpilze sind nicht essbar, aber auch echte Korallenpilze sollten, selbst wenn sie gegessen werden könnten, ihrer Seltenheit wegen geschont werden. Manche sind giftig, z.B. die berühmt-berüchtigte "Bauchweh-Koralle" Ramaria pallida, die, wie der Name schon sagt, heftige Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann.





Makroskopisch sind Korallenpilze oft schwer bestimmbar, im Unterschied zu denen der Gattung Clavulina, die in Deutschland nur vier Arten umfasst, von denen wir hier drei! zeigen können.







Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer

Bilder mit Klickvergrößerung





PS. Auf unsere Frage, was denn nun die wahren Korallenpilze seien, kam noch folgende Erklärung: "Liebe Ursula, die Keulenpilze (Clavulina) wurden noch vor einigen Jahren auch Korallenpilze genannt, z.B. Clavulina cristata war die Kammförmige Koralle, heissen heute aber Keulenpilze, sehen aber deshalb trotzdem wie Korallenpilze aus. Nur noch für die Gattung Ramaria ist der deutsche Name Korallen vorgesehen und für die Gattung Ramariopsis der deutsche Name Wiesenkorallen. Leider haben wir von denen keine Bilder, da sie z.T. sehr sehr selten sind. Vielleicht haben wir welche nach unserer Wiesenpilztagung im November, wenn wir hoffentlich einige Wiesenkorallen finden werden."






Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos © Wilhelm Schulz



Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: korallen, korallenpilze, clavulina, keulenpilze, ramaria, bauchweh-korallen
Anzahl Aufrufe: 7814

Cloud Computing

Hüngerchen auf Wölkchen?

Seit der diesjährigen Computer-Messe "CeBit" werben große Computer-Firmen verdächtig heftig mit einer neuen Technologie: "Cloud Computing".

Dieser wolkige Begriff meint, dass wir unsere Daten nicht mehr auf unseren Rechnern (lokal) speichern sollen, sondern auf den Internet-Servern der Anbieter-Firmen.

Unser Leben wird schneller und einfacher durch "Cloud-Computing".
Durch die Auslagerung ins Internet können wir von überall her auf unsere Daten zugreifen, vom Rechner zu hause, im Büro und immer öfter ja auch mobil, vom Smartphone oder Pad-Computer aus.
Selbst Applikationen können aus der Wolke bezogen werden und schon kann man (glaubt man der Werbung) den Fotos seiner Familienangehörigen auch ordentliche Gesichter verpassen.

Die ersten Häppchen sind zumeist kostenlos: 5GB Speicherkapazität für lau und erst wenn der Appetit größer wird, muß gezahlt werden.
Aber nur ein bisschen. Alle großen IT-Firmen bewerben momentan Cloud-Computing als "the next big thing": IBM, Siemens, SAP und Oracle sind zu diesem Suchbegriff bei Google mit bezahlter Werbung vertreten. Amazon praktiziert Cloud Computing um Zugriffs-Spitzen, z.B. im Weihnachtsgeschäft, abzufangen. Google arbeitet an einer Cloud für amerikanische Verwaltungen und staatliche Institutionen.

Das hört sich alles nützlich an, Wölkchen sind ja auch harmlos und können unser Daten-Hüngerchen bequem stillen.
Aber taugt das digitale Fast-Food wirklich und wie sicher sind unsere Daten in der "Wolke"?

Zum Einen:
Alle Daten, auch eventuell sensible, private oder geheime Daten, werden über Internet-Leitungen zu Servern in Rechenzentren irgendwo auf der Welt übertragen.
Meist sind die Datenleitungen unverschlüsselt. Dies stellt ein grundsätzliches Problem dar. Wenn keine sicheren Dienste (HTTPS, SFTP, SSL/TSL) verwendet werden, können die Datenströme durch versierte Hacker "mit gelesen" werden, während die Daten über das Internet übertragen werden.
Man sollte hier also nur einem Anbieter vertrauen, der verschlüsselte Übertragung anbietet.
Oder die Daten erst gar nicht in die Wolke schicken.

Zweitens:
Wer bisher schon die Google'sche Speicherwut als bedenklich empfand und sich fragte, was die Amerikaner mit all unseren E-Mails, Terminen und Suchanfragen anfangen, der sollte das outsourcen in die "Cloud" misstrauisch betrachten. Solange meine Daten lokal bei mir sind, kann ich relativ sicher sein, dass weder die Betreiber der Cloud noch Regierungsstellen an die Daten herankommen. Ein Zugriff auf online gespeicherte Wolkenkuckucksheime dagegen ist nicht ausgeschlossen.

Und zum Dritten:
Die jüngsten Angriffe auf Server von Sony (April 2011: Playstation-Netzwerk, über 100 Millionen Kundendaten geklaut) und die amerikanische Citigroup (Juni 2001: 200.000 Bankkunden-Daten entwendet) zeigen, dass ein sicherer Schutz der Online-Server nicht möglich ist. Alle Schutzmechanismen die Menschen ersinnen können auch durch Menschen wieder geknackt werden.

Meine Firma betreibt zur Zeit 6 Server in verschiedenen deutschen Rechenzentren.
Wir teilen die Server auf und vermieten Speicherplatz (webs) und Datentransfer (traffic) an Firmenkunden.
Unsere Kunden nutzen den Speicher, um Ihre Internetauftritte rund um die Uhr aufrufbar zu machen.
Niemals würde ich einem Kunden empfehlen, sensible Daten wie Kundenlisten, Umsatzzahlen, interne Memos oder Statistiken dort zu speichern.
Auch wenn wir größtmögliche Sicherheit garantieren und Einiges an Aufwand betreiben, beobachten wir immer wieder Versuche, diese Server zu hacken.
Rund um die Uhr kommen Anfragen herein, die alle möglichen Passwortanfragen ausprobieren, nach Schwachstellen in den PHP-Systemen suchen oder die Server auf fehlende Sicherheits-Updates abklopfen. Als ich das vor Jahren zum ersten Mal sah, konnte ich es kaum glauben - mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, es gehört zum normalen Hosting-Alltag, dass Eindringlinge nach unverschlossenen oder schwachen Türen suchen. Wenn die Angriffe zu hartnäckig werden oder die Flut der Anfragen unsere Server zu stark belastet, blocken wir die IP des Angreifers und sperren die Anfragen.
Und dabei sind unsere Server mit Image-Auftritten von Firmen längst nicht so interessant wie sensible Daten, Firmeninterna und Bankzugänge.
Eine "Cloud" muss einem Hacker wie ein Sahne-Häubchen erscheinen: was sonst in den Tresoren der Firmen schlummert ist hier ins Licht gestellt und rund um die Uhr bequem online erreichbar.
Der Vorteil des Cloud Computing kann so auch zum großen Nachteil werden.

Ich persönlich vertraue einem USB-Stick mit einem TrueImage-Container.
Das ist ein kostenloses (OpenSource) Verschlüsselungsprogramm mit dem ich unsere Firmendaten und meine persönlichen Dateien verschlüssele und auf dem USB-Stick immer dabei habe.
Geheimnisse gehören nicht auf Internet-Server.
Das ist mein Credo!

Update:
Letzte Woche stellte Apple das zukünftige Betriebssystem für iPhones & Co. vor.
Ich liebe mein iPhone.
Das neue iOS 5 wird ab September die innovative Nutzung der "iCloud" beinhalten.
Wie toll: alle Musik, alle Apps, lassen sich auf allen Apple-Geräten synchronisieren. Lese ich ein eBook in der S-Bahn auf dem iPhone,
kann ich zu hause auf dem iPad an der gleichen Stelle weiter lesen. Synchronisiert durch die Cloud. Magisch & bequem.
Die Cloud wird unser Leben verändern...

Was mache ich als iPhone-User ab September? 

 

(alle Fotos entschärfte Screenshots: 13th Floor, Tron Legacy, Sneakers, Johnny Mnemnonic, 2001, Matrix)

 



Wolfgang Kurtz

ist
Wolfgang Kurtz Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.

Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: cloud computing, daten, computer, it, sicherheit, verschlüsselung, hacker, server, apple, ios 5, iphone
Anzahl Aufrufe: 3752
Heuschrecke
10.06.2011
14:24

Flugtee 2011 aus Indien+Japan

Kultur für Teefans, Sünde für Ökos

Edle Vorboten aus Indien und Japan

 


Wir bieten jedes Jahr einen Flugdarjeeling sowie einen Flug-Sencha (Shincha) aus kontrolliert biologischem Anbau an. Warum?


Argument dafür: als TeetrinkerIn im Nicht-Produktionsland nimmt man Anteil an einer Teekultur und -tradition, abseits von Massenpflückungen der späteren Pflückungsperioden, um die sich auch in der Naturkostbranche die Importeure bevorzugt reißen. Man kann es als Würdigung einer ganzheitlichen Teekultur beschreiben, denn jede Teeplantage produziert sowohl Tee im Spitzenbereich (vor allem die frühen Pflückungen) als auch im preiswerten Alltagsbereich. Sie sind darauf angewiesen, dass die VerbraucherInnen alle Qualitäts- und Preisstufen gleichermaßen abnehmen. Die Realität ist jedoch so, dass hohe Qualitäten kaum gefragt sind, und später unter Preis irgendwo untergemischt werden müssen. Der Flugdarjeeling gehört dazu, und ihn jedes Jahr in kleinem Umfang zu genießen, trägt dazu bei, die Teetradition des Herkunftslandeslandes zu erhalten (hier sägt sowieso schon Coca Cola dran ...)

Argument dagegen: Der Transport per Flugzeug ist energieaufwendiger als per Schiff, und aus ökologischen Gesichtspunkten  möglichst zu vermeiden.






Flugdarjeeling

 

Flugdarjeeling ist feiner, edler Tee der ersten Erntetage der 1. Pflückperiode (first flush) und wird erntefrisch eingeflogen.  Der Verkauf läuft bis Herbst, bis die Tees per Schiff eintreffen.
Passionierte Teetrinker warten alljährlich sehnsüchtig auf den frischen Frühlingsboten aus den Hochlagen Darjeelings. Nur aus den Hochlagen werden diese Top-Qualitäten erzielt.
TeegenießerInnen lieben und schätzen besonders das frische und sehr kraftvolle Aroma der ersten Pflückungen. Jeder einzelne Pflückgang hat seinen eigenen Geschmack und Charakter. Anfangs gibt es nur sehr kleine und kostbare Partien (DJ. / Invoice) von ca. 50 - 150 kg je Erntegang.


Wir haben uns dieses Jahr wieder für die sehr gute erste Pflückung (DJ1) der First Flush-Saison 2011 aus dem Bio-Teegarten Singell entschieden, der vor rund 20 Jahren auf "Bio" umgestellt hat. Dieser Garten liegt in ca. 1500 m Höhe in Darjeeling und liefert Spitzenqualitäten mit außerordentlichen Eigenschaften. Dieser Flugtee ist dieses Mal spritzig, dabei aber weich mit einem runden Geschmack, der an schmelzende Süße erinnert, mit extravagantem, hocharomatischem und zart-blumigem First Flush-Charakter.

Zubereitungstipp: Für den Aufguss benötigt man von dieser Pflückung ca. 10g Teeblätter und lässt den Tee ca. 2 Minuten ziehen. Am besten sollte gutes Wasser für solche hochwertigen Teesorten verwendet werden. Zum Beispiel gefiltertes Wasser oder St. Leonhardsquelle (still).






Bio-Teefeld in Japan, Kagoshima

Shincha Soshun - Flugsencha 

 

Auch in Japan gibt es jedes Jahr den Kult des Neuen Tees (Shincha heißt ‚Neuer Tee') und wird sogar noch stärker gepflegt als in Darjeeling. Die ersten Pflückungs-Durchgänge in der 1.Flush-Saison werden als Kostbarkeit gehandelt. Über dem ganzen Land liegt in dieser Zeit, wenn die Pflückungen wieder beginnen (Ende April/Anfang Mai) ein zarter, charakteristischer Grüntee-Duft.

Der Beginn der neuen Erntesaison und Einschätzungen der Teequalität sind Seite-1-Themen der Tageszeitungen. In den Teeläden werden Shincha-Feste gefeiert zu Ehren des neuen Jahrgangs.


Shinsha-Tee wird nach dem Dämpfen leichter getrocknet als normaler Sencha und ist deshalb wunderbar frisch und grün. Sein Aroma gleicht "einem Spaziergang durch einen erwachenden Teegarten", betört und erinnert an Lichee, Jasmin, grüne Algen. Per Flugzeug trifft eine kleine Menge als Vorbote ein, alle anderen Tees kommen ebenfalls per Schiff im Herbst.

Unser Shincha - Tee stammt aus Kagoshima und ist ein Kabusé - Halbschattentee. Er ist dieses Jahr natürlich auf radioaktive Belastung analysiert worden. Er weist keinerlei Radioaktivität auf: alle Werte liegen unter der Nachweisgrenze. Kagoshima liegt 1200 km von Fukushima entfernt, ganz im Süden.

In folgendem Beitrag beschreiben wir ein Shincha-Fest, das dieses Jahr bei der deutschen Partner- und Importfirma Shimodozono vom gleichnamigen Familienunternehmen in Kagoshima, von dem wir unseren Tee beziehen, stattgefunden hat: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2011/05/31/japan-3-shincha-fest.htm



Petra Prescher, Ursula Stübner


+++  AKTUELL  +++

Gerade erreichte uns der Link eines Spiegelartikels: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,767724,00.html   mit der Überschrift: Erhöhte Strahlung in Japans größtem Teeanbaugebiet. In einem "weit entfernten" Teeanbaugebiet ... usw.

Es handelt sich um Shizuoka, was von den relevanten Teeanbaugebieten Japans am nächsten an Fukushima liegt (was man im Artikel nicht erfährt). Erhöhte Werte waren hier zu erwarten. Allerdings ist auch dieses Gebiet differenziert zu betrachten:

"Bei den Untersuchungsergebnissen handelt es sich um den Aracha. Der ist vorgetrocknet und aus diesem werden verschiedene Teesorten hergestellt. Da der Aracha so nicht in den Handel kommt und weiter runtergetrocknet wird, ist die Relevanz der Ergebnisse umstritten. Es ist auch ein Steit zwischen der Zentralregierung in Tokio und der Praefektur-Regierung in Shizuoka ausgebrochen ob der Tee jetzt vermarket werden darf oder nicht. Bei den Werten gab es einige Ausreisser (der im Spiegel-Artikel natuerlich auch...) aber was sonst im Shizuoka-Tee gefunden wurde war maximal um die 100Bq/kg bei den frischen Blaettern und ca. 10-20Bq/kg bei dem verarbeiteten Tee."

So erreichte uns jetzt ein Kommentar zum obengenannten Artikel aus Tokio von unserem Bio-Partner aus dem Teeanbaugebiet Uji. Dort, in Uji, sei von behördlicher Seite weiterhin nichts gefunden worden.

 

Schwierig wird diese Verallgemeinerung im Spiegel-Artikel (und sicher noch weitere) für die Situation von Japan-Tees.

Selbstverständlich gelangen 2011er japanische Grüntees nur nach Analyse bei uns in Deutschland in den Handel, sodass Jede/r sich sicher fühlen kann.

Relevante Mengen 2011er Japan-Grüntees werden frühestens Ende August hier eintreffen.

Wir wollen mit unseren Informationen EndverbraucherInnen die Möglichkeit geben zu differenzieren. Die weiter entfernt liegenden Teeanbaugebiete Uji und Kagoshima sind bis jetzt unbelastet. Mit transparenten Informationen kann sehr gut weiter japanischer Grüntee konsumiert werden.

Japan-Produkte spielen eine kleine, aber feine Rolle im deutschen Lebensmittelmarkt, in der Naturkostbranche und bei uns. Seit dem Reaktorunglück berichten wir in Abständen über die dortige Situation und unsere Teelieferanten. Wir finden es wichtig, das Thema ‚Japan’ in der Öffentlichkeit „am Laufen zu halten“, aus Respekt für die Japaner, die – könnte man meinen – stellvertretend für die hochentwickelten Industrieländer das Atomunglück durchleben. Wir können nur hoffen, dass das, was wir jetzt an Japan lernen, nie anwenden werden müssen. Allein deshalb gebietet es sich eigentlich, öfter mal eine Schale kostbaren Japan Sencha Tee zu Ehren dieser alten, bemerkenswerten (Tee-) Kultur zu genießen - und Teebauern und Händlern Glück zu wünschen, was den Fallout angeht.          


22.6.2011   Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://edition.cnn.com/2011/WORLD/asiapcf/06/17/japan.green.tea/

Aktueller Bericht aus Japan zur Lage des Grüntees.




Heinz Gasper / Ursula Stübner

 




 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: flugdarjeeling, shincha, erste pflückungsperiode, bio-tee, teekultur
Anzahl Aufrufe: 4195