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Heilige des Monats Mai: Johanna von Orleans

30. Mai: Johanna von Orleans

  • Schutzpatronin Frankreichs, der Telegrafie und des Rundfunks



Es gibt Heilige, die sind so atemberaubend fromm, die kucken kaum aus ihrer Kutte - die sind so lieb, die tragen die Spinnen lebend aus dem Haus in den Garten -  und wirken da so behutsam, daß ihnen das Efeu über die Sandalen wächst - ja ja, so was gibt´s. Geht aber auch anders.


Die kleine Johanna hat schon als Mädchen gewaltige Visionen. Gewalttätige Visionen. Sie spricht mit dem Erzengel Michael, dem Träger des Flammenschwerts, dem schreckenerregenden Anführer der himmlischen Heerscharen. Einer muß Dreinschlagen. Einer muß Gottes Vorsehung die Hand reichen, Gottes Hammer sein, die rächende Hand des Herrn. Eine ?


Vor knapp 600 Jahren tobt in Frankreich ein endloser Krieg. Die Engländer haben einen Großteil des Landes besetzt, Kriegshorden aus ganz Europa foltern, morden, vergewaltigen. Die französischen Großen haben resigniert - oder sich arrangiert. Das Volk leidet entsetzlich.


Mit 16 findet Johanna, daß es Zeit ist. Sie erzählt von ihren Erscheinungen: sie, Johanna, habe von Gott klipp und klar den Auftrag erhalten, den jungen französischen Thronfolger zur Krönung nach Reims zu führen. Dieser werde dann als siegreicher König die Engländer aus dem Land werfen.
Niemand kann das einfache Bauernmädchen aufhalten. Wer mit ihr spricht, ist überzeugt, daß sie eine Gesandte Gottes ist. Krieg ist Männersache, Sache der Adligen, aber Johanna dringt bis zum Thronfolger vor. Dieser stimmt zu, wacht aus seiner Lethargie auf, Johanna ist überwältigend.


Das Mädchen greift sich Pferd, Rüstung und Schwert und erfüllt die Prophezeiungen Wort für Wort. Bei Orléans schlägt sie die Engländer in die Flucht, und schon am 17. Juli 1429 wird in der Kathedrale von Reims aus dem ehedem schlappen Prinzen Karl ein König von Frankreich.


Johanna steht dabei neben dem Altar und bezeichnet ihre Mission als beendet. Sie hätte fest bleiben und ihre Jugend von nun an genießen sollen - aber der König hält sie am Hof und beschäftigt sie mit nur halbherzig unterstützten Militäraktionen. Sie fällt den Engländern in die Hände und wird nach einem Schauprozeß verbrannt, gerade 19, im Wonnemonat Mai.


Nach dem grauenhaften 1. Weltkrieg brauchen die Franzosen Trost, wollen aufgerichtet werden: und so spricht man Johanna heilig, deren Tod fast 500 Jahre zurück liegt, die den 100jährigen Krieg seinem Ende ein gutes Stück näher brachte.


Bei einer ländlichen Feldprozession in den 1920ern segnet der Pastor alle Äcker seiner Eifeler Schäfchen - nur vor den Furchen eines besonders faulen Bauern zuckt seine Hand zurück, spricht sein Mund die Worte: "Hier hilft kein Segnen, hier hilft nur Mist !"
Ebenso gibt es politische Situationen, wo Beten nicht genug ist, wo es anderer Kraftakte bedarf: man hätte Hitler aufhalten können, klar.
Oder anders: eine Kalaschnikow macht noch keinen Heiligen - aber es gibt Heilige mit Kalaschnikow.




Peter Kirwel







Diskussionen im Hintergrund ...

Oft gibt es bei der Übersendung der Heiligengeschichten noch eine kleine Hintergrund-Diskussion, da: "Klar, die Heiligen haben meist (so oder so) exemplarisch gelebt - und sind sehr geeignet, eigene Positionen zu überprüfen."

Oder rühren auch an aktuell politisch heiße Eisen:

"... Paßt ja haargenau zur Erschiessung von Osama bin Laden - die Diskussion, ob man aus gutem Zweck töten darf. Das wird ja zur Zeit kontrovers diskutiert. Theoretisch würde ich immer sagen, man hat nie das Recht, jemanden zu töten, aber praktisch würde ich das in gewissen Fällen auch nicht beurteilen wollen.
Mich würde interessieren, wie die Kirche heute die Heiligsprechung bewertet. Gibt es da was? Aus heutiger Sicht würde sie wahrscheinlich nicht mehr heiliggesprochen, oder?"

"... Ja, genau, das ist eine weite weite Grauzone - und Johanna sicher ein interessantes Beispiel.
Kirchenrechtlich ist die Heiligsprechung der Johanna seinerzeit "hieb- und stichfest" gemacht worden - man hatte ja auch ein paar hundert Jahre Zeit. Da würde ich weiter nichts mehr dazu setzen.
Bei Karl dem Großen hat die Kirche (also doch durchaus flexibel) seinerzeit anders entschieden: den hatte ein deutscher Papst auf Wunsch von Kaiser Friedrich Barbarossa (der war Karl-Fan) heilig gesprochen. Später hat man sich das noch mal angeschaut und gesagt, Karl habe zwar einerseits unendlich viel für die Ausbreitung des Christentums getan, andererseits aber doch so viel Blut an den Händen, das man ihn nicht so ohne weiteres zu den Heiligen zählen könne: und hat die erlaubte Verehrung auf die Stadt Aachen beschränkt (aber der Kaiser Konstantin, auch ein großer Metzger vor dem Herrn, ist in der Ostkirche bis heute ein Heiliger)."








Unser Geschichtenerzähler   Peter Kirwel

Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb bei Öffnet externen Link in neuem   FensterViana/Tofutown.com, und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.










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Tags: johanna von orleans, erzengel michael, krieg, frankreich, england
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Gastbeitrag
24.05.2011
10:19

Ohrenkuss: ESC - European Song Contest

Der Eurovision Song Contest 2011 - eine coole Show mit vielen Gewinnern





Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.

 





Ohrenkuss -Reportage ESC: Veronika Hammels Bericht trifft ein
Der Eurovision Song Contest in Düsseldorf schlug bereits im Vorfeld hohe Wellen. Google rechnete Lena hohe Chancen auf einen erneuten Sieg aus, das deutsche Publikum tendenziell eher nicht. Auch die Ohrenkuss-Autoren verfolgten mehrheitlich das Spektakel - vor dem heimischen Fernseher, mit Freunden oder der ganzen Familie.


Nicht so Fernkorrespondent Aladdin Detlefsen. Er hatte andere Verpflichtungen und stand an diesem Abend selbst auf der Bühne. Er diktiert:

"Ich hatte Auftritt gehabt: Freude schöner Götterfunken in Rap. Und Abend war Partyyyyy, mit meine Freunde und Freundin auch dabei."




Die Bonner Autorin Verena Günnel hielt es ebenfalls nicht schnöde auf der Couch. Sie trainierte im Fitness-Studio, statt anderen beim Tanzen und Singen zuzusehen. Sie diktiert:

"Also Samstag waren wir in Sport. Ich war im Fitness-Studio. Wir haben einen Trainer dort, und die begleitet ein bisschen für Aktion. Das heißt Perutura." (Erklärung der Autorin, was Perutura sei: "So wie Power Blade.")




Doch nicht alle Ohrenkuss-Autoren waren zu beschäftigt, um den Song Contest zu verfolgen. Julian Göpel ist die ganze Nacht wach geblieben, um nichts zu verpassen. Er diktiert:

"Ich habe es ja auch geguckt. Ich war ja auch lange wach am Wochenende, bis zwei Uhr nachts. Ich habe ja auch gearbeitet."




Auch der Ohrenkuss US-Korrespondent Tobias Wolf hat vorm Fernseher ausgeharrt - im Gegensatz zu seiner Mutter. Er diktiert:

"Ich habe mit dem Fernseher geguckt im Wohnzimmer. Ich habe geguckt mit meiner Mom zusammen. Sie hat ab und zu zwar geschlafen."




Bei Marley Thelen und ihrer Familie wurde deutlich mehr an Rahmenprogramm geboten. Unseren Informationen zufolge ist dort niemand eingeschlafen. Marley diktiert:

"Ich war in Urlaub gewesen in Holland und habe mit ganzen Familie die Lena Meyer-Landruth gesehen. Wir waren bei Holland gewesen, erst Süßigkeiten und Wrap und so was. Wir haben Alkohol getrunken, so vieles und haben zugeguckt. Und dann war die Party endlich losgegangen. Ich finde das total schön, die Party."




Angela Fritzen hingegen hat den Wettbewerb allein verfolgt. Sie diktiert:

"Ich habe alleine geguckt, weil ich habe zwei Tage, wo meine Mutter nicht da war und mein Vater nicht da war, bin ich alleine zu Hause geblieben. Und dann habe ich unten im Wohnzimmer geschlafen, habe ich breite Couch genommen. Und natürlich auch die Lena geguckt."




Aber nicht nur Lena hat teilgenommen. Marc Lohmann diktert:

"Die Eröffnung - das habe ich gesehen. Die Länder von 25 Teilnehmer, 25 Länder."




Tobias Wolf war von der Eröffnung genauso begeistert. Er diktiert:

"Die coolste Show war gleich am Anfang mit der Lena und ihren Doubles, den 42 Lenas, und Stefan Raab. Sie haben den Gewinnersong von Lena von 2010 gesungen und getanzt. Das war Satellite. Das Big Band-Orchester war stark! Zum Schluss von dieser coolsten Show ist Lena auf den Bass gestiegen. Der Bass-Spieler musste richtig den Bass festhalten."




Johanna von Schönfeld als echter Pop-Musik-Fan kann sich gar nicht entscheiden, was ihr an diesem Abend am besten gefallen hat. Sie schreibt:

"Ich Finde das Eurovision Song Contest sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr Interessant und Horror spannend Pur. Meine Persönliche Favoriten Habe Ich Noch Nie in meinem Ganzen leben Gesammelt. Ich Hab Mein Persönliches Herz für Jeden einzelnen Star oder Sänger sehr weit Geöffnet Ich liebe alle Popige und Party Music übrigens auch Songs. Ich Finde Einfach der Kampf oder das Eurovision Song Contest Total Happy Mann kan natürlich auch Mit Happy End Begrenzen."




Auch Paul Spitzeck hat keinen klaren Favoriten. Er diktiert:

"Viele war da, 25 Länder. Ich find alle toll."




Ohrenkuss -Reportage ESC: Anna-Lisa Plettenberg schickt ihren Kommentar ebenfalls per BriefAndere Autoren hatten durchaus ihre Favoriten. Anna-Lisa Plettenberg diktiert:

"Das war schade, dass die Lena nicht gewonnen hat. Darum bin ich traurig."




Paul Spitzeck ist sich jedoch sicher, dass Lena selbst nicht traurig ist über den verpassten Sieg. Er diktiert:

"Die Lena ist nicht traurig. Und die hat Pokal für die [Sieger] gegeben hat. Und sie macht nicht mehr mit, reicht das."




Woran mag es gelegen haben, dass Lena nicht ein zweites Mal das Siegertreppchen erklommen hat? Angela Fritzen mutmaßt, fehlende Authentizität könne die Ursache gewesen sein. Sie schreibt:

"Lena Meyer-Landruth - wer sich verstellt, verliert sein Gesicht."




Wer jedoch gewonnen hat - darüber ist sich die Redaktion uneinig. Antonio Nodal diktiert:

"Der Deutsche und der Spanische nicht keine Stimme, gar nicht. Ich sehe da ein andere Mensch mit so weiße Mütze. Der hat auch gewonnen. Ich habe gesehen, die Frau und der Mann mit der weiße Kappe. Habe ich gesehen, die hat gewonnen: Türkei."




Die Türkei? Daniel Rauers ist sich sicher, es war Lena. er diktiert:

"Lena Meyer-Landruth hat gesungen und hat gewonnen."




Auch Björn Langenfeld glaubt, einen deutschen Sieg mitverfolgt zu haben. Er diktiert:

"Musik mit Frau. Die Frau hat geschafft - gewonnen, Deutschland."




Und Angela Fritzen ist sich sicher, die Finnen hätten das Rennen gemacht. Sie diktiert:

"Finnland hat gewonnen. Finnland, ja. Die ist nämlich erstens, Finnland."




Ohrenkuss -Reportage ESC: Recherche von Paul SpitzeckUm alle Unklarheiten zu beseitigen, schaut Paul Spitzeck auf der offiziellen Website des Eurovision Song Contests nach, wer die Sieger waren. Er diktiert:

"Aserbaidschan. Der Erste hat 221 Punkte. Die heißen Ell und Nikki. Der Song ist ‚Running Scared'."




Tobias Wolf ergänzt:

"Die Gewinner des Abends und vom Eurovision Contest waren von Aserbaidschan. Es war ein Mann und eine Frau, ein Duo. Die waren schon sehr stark und man hatte schon gesehen, dass sie sehr gut waren. Aserbaidschan liegt ganz in der Nähe von der Grenze zu Iran."





Der Eurovision Song Contest 2011: ein spannender Abend mit vielen Gewinnern und zahlreichen neuen Fans innerhalb der Ohrenkuss-Redaktion. Alle erwarten mit Hochspannung den Wettbewerb 2012. Stattfinden wird er in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, wie Paul Spitzecks Recherche ergeben hat.






Texte zusammengestellt von Anne Leichtfuß
Die Zeichnungen stammen von den Autoren Veronika Hammel,
Anna-Lisa Plettenberg und Paul Spitzeck.



Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.




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Tags: esc, european song contest, lena, aserbaidschan, down syndrom, ohrenkuss
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Glückliche Rezepte: Kille Enna

Frühling: zart, jung und grün. Rezepte von Kille Enna



Kille Enna, Köchin, Gewürzspezialistin und Autorin
Kille Enna lebt in Ystad und ist in Schweden und Dänemark vielleicht so etwas wie Sarah Wiener hier - siehe unser Portrait:Opens internal link in current window Kille Enna, Spitzenköchin, Fotografin, Autorin.

Sie liebt Gewürze, ihre Aromen, und ist begeistert von unseren Qualitäten.
Wir wiederum sind begeistert von ihrer überschwänglichen Energie, ihrem Mut und der Kreativität in dem, was sie tut. Wir haben selten so lebensfreudige, authentische Rezepte gesehen wie in ihrem Kochbuch *). Wir werden hier mit und mit ein paar ihrer Rezepte passend zu den Jahreszeiten vorstellen.














Heuschrecke: Fleur de Sel, PortugalHeuschrecke: Urwaldpfeffer Kannampady bio

Gewürze:










Gebratene Heringe mit Zitronen-Pickles, Senf & Dill



Zutaten
Vorspeise für 6 Personen

  • 6 frische Heringfilets
  • 6 TL Zitronen-Pickles
  • 6 TL Senf
  • etwa 1 EL fein gehackter Dill
  • Meersalz
  • fisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwa 50g Roggen- oder Dinkelmehl
  • kalt gepresstes Olivenöl zum Braten


Als Beilagen:

  • Roggenbrot
  • rohe Zwiebeln



Gebratener Hering ist ein dänisches Nationalgericht, das hier mit den Zitronen-Pickles einen interessanten neuen Pfiff erhält.

1) Falls nötig, die Flossen von den Heringen abschneiden. Heringfilets mit der Hautseite nach unten auf ein Schneidebrett legen und mit Zitronen-Pickles und mit Senf bestreichen. Filets mit Dill bestreuen und mit reichlich Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.

2) Filets nun von hinten nach vorne klappen, sodass die Hautseite außen liegt. Roggenmehl in einen tiefen Teller geben und die Fischfilets darin von beiden Seiten gut bemehlen. Überschüssiges Mehl abschütteln.

3) Eine große Pfanne erhitzen und reichlich Olivenöl hineingeben. Heringe darin von beiden Seiten goldbraun und knusprig braten. Das dauert je nach Dicke der Filets und nach Temperatur der Pfanne 5-8 Minuten. Heringe noch am selben Tag mit einer Scheibe geröstetem Roggenbrot und sehr viel Zwiebelringen genießen.






Zitronen-Pickles



Zutaten
Ergibt etwa 300 g

  • 500 g vollreife, unbehandelte Zitronen
  • 40 g Fleur de Sel
  • 175 g heller Rohrzucker
  • 250 ml Wasser



Die Zitronen-Pickles mit ihrer säuerlichen Note sind so etwas wie der Inbegriff meiner Küche. Darum tauchen sie in diesem Buch auch immer wieder auf. Der Geschmack ist raffiniert, sehr anpassungsfähig und harmoniert mit den meisten Gerichten - ganz gleich, ob süß oder herzhaft. Suchen Sie dafür aber stets die absolut besten Zitronen oder Limetten aus, die Sie finden können. Da das Hacken viel Zeit in Anspruch nimmt, verwenden Sie dafür möglichst einen Zerkleinerer.

1) Zitronen heiß abwaschen, in dünne Scheiben schneiden, alle Kerne entfernen und Zitronenscheiben sehr fein hacken, Fleur de Sel untermischen und Zitronen bei Zimmertemperatur bis zum nächsten Tag (etwa 24 Stunden) durchziehen lassen.

2) In einen Topf geben, Rohrzucker und Wasser hinzufügen und zum Kochen bringen. 20-30 Minuten sanft köcheln lassen, bis eine dicke Masse entsteht, die leicht durchsichtig ist.

3) Zitronen-Pickles in ein sauberes Einmachglas füllen und an einem trockenen, kühlen, dunklen Ort lagern. Geöffnete Gläser sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden. Hier halten sich die Pickles problemlos bis zu einem halben Jahr.









Buchcover: Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag

*) Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag GmbH, München Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.christian-verlag.de . Rezepte nach Jahreszeiten, mit wunderschönen Fotos von Kille Enna. Die vorgestellten Rezepte finden Sie auf S.35 und 43.

Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung von Kille und dem Christian Verlag.

 

 











 

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Tags: kille enna, bio-gewürze, glückliches essen, jahreszeiten, authentische küche, rezepte
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Schau in die Röhre, Kleines

Youtube - die Welt im Video

Eine der Errungenschaften des Internets:
jeder kann ein Sender sein, kann seine Meinung kundtun und sich sein Publikum suchen.

In der Vor-Internet-Zeit waren wir reine Empfänger: Radio-Empfänger, Fernseh-Empfänger.
Zum Beispiel eine eigene Zeitung zu verlegen, viele Menschen weltweit zu erreichen, war sehr schwierig.
Heute ist es möglich, seine Meinung zum Beispiel hier im Blog kund zu tun, oder sogar einen eigenen TV-Kanal zu betreiben.

Beispiel: youtube.com"YouTube" ist der größte Fernseh-Sender der Welt. Völlig kostenlos, ohne Fernseh-Gebühren ohne feste Verträge.
YouTube wurde 2005 gegründet und 2006 für 1,3 Milliarden Euro an Google verkauft. Millionen Menschen sind hier nicht nur Zuschauer, sondern gestalten ihr Programm selber. Sie laden hier ihre selbst gedrehten Videos hoch und erreichen damit wiederum Millionen Menschen. Eine handelsübliche Digital-Web-Cam für weniger als 50 Euro und ein Internet-Zugang reichen. Viele dieser Videos sind belanglos: Selbstdarstellungen pubertierender Look-Alikes und 5-Minuten-Stars - aber manches ist sehr professionell gemacht und vieles äußerst witzig!

Youtube hat über die Unterhaltung hinaus auch soziale und politische Aspekte: die aktuellen Volks-Revolutionen im nahen Osten wären ohne diese Plattform wohl nicht denkbar und es gab vor Jahren eine Initiative/NGO in Südamerika, die Videokameras verteilt hat, damit Verbrechen oder Vergehen von GOs dokumentiert werden. Das Material wird dann bei Youtube hochgeladen und alle interessierten Menschen können es sehen.

Junge Menschen schauen Musik-Videos auf YouTube - der neue Song von Bruno Mars? - kurz in youtube gesucht und schon hat man zusätzlich zur Musik auch noch das Video in bester Qualität. Die Nutzergewohnheiten ändern sich: gehöre ich noch zu der Generation der "Sammler und Jäger", die alles Material abspeichern, so findet meine 19jährige Tochter das vollkommen unnütz: "ist doch eh alles online...". Keine Notwendigkeit, zu archivieren und zu verwalten. Ich bleibe aber bei dem "besser haben als brauchen" und sammle z.B. die historischen Musikvideos aus der "Beatclub"-Zeit, die launigen Reden der "zahnlosen Squaw" Wolfgang Neuss oder mittlerweile historische Osho-Videos aus Poona.

Mein Freund Bernhard hat im Alter von 61 Jahren ebenfalls die Möglichkeit von YouTube für sich entdeckt: Eigentlich wollte er ein Werbevideo für Produkte seiner Firma in die eigenen Internet-Seiten einbinden. Damit das nicht seinen Firmen-Speicherplatz belastet, hat er sich bei youtube.com angemeldet, testweise ein Video mit seinem Android-Smartphone gedreht und dann bei youtube hochgeladen.
Das ging schnell und unkompliziert. Und weil das so einfach ging, hat er mit seinem Freund, dem Taxifahrer, begonnen, kleine Kurzfilme um den fiktiven Helden "Hubert, der Taucher" zu entwickeln. Nette kleine Geschichten die mit selbstgebastelten Figuren aus bemalten Steinen realisiert werden. Ich kann diese Filme bewerten (Daumen hoch oder runter), kann Kommentare dazu absondern und sogar das Angebot vom Bernhard als "Kanal" abonnieren. Dann habe ich diesen Fernseh-Sender quasi immer einprogrammiert.

YouTube bietet seit kurzem ein Partner-Programm an, bei dem Kanäle mit genügend Abonnenten an den Einnahmen der gezeigten Werbung beteiligt werden. Interessante Inhalte können so vergütet werden und sich zu einer interessanten Einnahmequelle mausern.

Wieder eine Option mehr für die Beschäftigung im Alter...




Wolfgang Kurtz

ist
Wolfgang Kurtz Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.

Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

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Tags: youtube, video, mcluhan, sender, internet-tv, bruno mars
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Schamanisches Märchen: Frau Holle

Holunderbeere: Licht und Dunkel




Frau Holle ist lebendig und weiter aktiv.

Sie ließ Goldmarie und Pechmarie, die von ihren Erlebnissen immer noch gezeichnet waren - die eine in Gold, die andere in Schwarz - noch einmal zu sich kommen.

"Ihr beide müsst Euch als die beiden Seiten einer Medaille betrachten" sagte sie. Goldmarie solle von ihrem Glück abgeben, Pechmarie von ihren Lastern. "Es muss gleich verteilt sein, nur so habt Ihr eine Chance, ein an Erfahrung reiches Leben zu leben, was dann zur Weisheit führt. Ihr sollt Euch nicht auf Eurem Wissen ausruhen, sondern raus in die Welt! Gebt Euch die Hände und fühlt Euch als Verwandte, die dasselbe aus zwei Perspektiven berichten können. Andere können so von Euch profitieren."

Sie verabschiedete die Schwestern herzlich und gab ihnen zum Abschied zwei Säcke voll Holunderbeeren mit, um Marmelade zu kochen. "Es wird eine besondere Marmelade - herb, pechartig, aber im Gehirn und im Körper wird sie Licht erzeugen."


So wanderten die Schwestern heim, am Ofen und am Apfelbaum vorbei, alte Bekannte, die ihnen zunickten, und bereiteten zuhause alles für das Einkochen vor. Die Beeren wurden sorgfältig gewaschen, entstielt, und in den Kochtopf gegeben.

Die Düfte aus dem brodelnden Topf nebelten ihre Sinne ein - vielleicht waren auch die alten Erinnerungen hilfreich - auf jeden Fall vernahmen sie die Botschaft des Holunders deutlich:


"Ich stehe für Leben und Sterben in einem.
Das Licht hält Euch am Leben.
Dunkle Schwärze, pechartige Ablagerungen durch die negative Ideen- und Gedankenwelt, Glaubenssätze, vermeintliche Gelüste und Begierden, die im Wege stehen: sie setzen Abbau in Gang.
Ihr dürft die Aufbauprozesse lichtvoll vollbringen - das bedeutet vorher eine Art Reinigung: Verdauung und Klärung unvollständiger Denkweisen, die sich ja auch im Körper vermerken lassen.
Loslassen und bereit sein zum partiellen Sterben-Lassen reinigt Euren Körper, den Darm, das Gemüt und das Denken.
Ihr dürft Licht denken und nehmt es dadurch auf. Die Holunderbeere sorgt, dass das Dunkel nicht beeinträchtigt.
Geht das Licht suchen und haltet das Dunkel als Kehrseite im Blick."




Die Schwestern nahmen sich in den Arm, und wandten sich dann wieder konzentriert der Aufgabe des Einkochens zu.

 

 







Jetzt blüht der Holunder gerade...    Hier unsere Tees und sogar ein Gewürz mit Holunderbeeren:


  • Keltischer Früchtetee.   Zutaten: Apfelstücke, Hagebuttenschale, Rote Bete, Schlehenfrüchte, Birnenstücke, Heidelbeeren, Haselnussblatt, Holunderbeeren, Brennnesselfrüchte, Heidekraut
  • Keltischer Abendtee.   Zutaten: Lindenblüte, Weißdorn, Schachtelhalm, Holunderblüten, Holunderbeeren, Melisse, grüner Hafer, Schafgarbe, Mädesüß, Hagebuttenschale, Apfelstücke, Ehrenpreis, Schlüsselblume
  • Märchen Tee.   Zutaten: Apfelstücke, Rosmarin, Lindenblüten, Johannisbeerblätter, Melisse, Himbeerblätter, Verveine (Zitronenverbene), Hibiscus, Rosen, Queckenwurzel, Weissdorn, Holunderblüte, Eberesche/Vogelbeere, Holunderbeere
  • Wald Tee.  Zutaten:  Brombeerblätter, Wasserminze, Ehrenpreis, Holunderbeeren, Heidelbeeren, Eibisch

  • Rosengewürz: Zutaten: Rosenblüten, Kubebenpfeffer, Kreuzkümmel, Paprika edelsüß, Veilchenwurzel, Langer Pfeffer, Nelke, Holunderbeeren, Zwiebeln, Meersalz#, Senfsaat, Zimt-Cassia, Lorbeer


alle Zutaten außer # aus kontrolliert biologischem Anbau





aufgezeichnet von Ursula Stübner

 

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Tags: schamanisch, frau holle, holunderbeere, goldmarie, pechmarie
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