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Gastbeitrag
26.04.2011
19:27

Mikrokosmos: Pilzkorallen

Fungia patella


Pilzkoralle, Fungia patella, Oberseite
In der naturkundlichen Sammlung des Prager Nationalmuseums stiessen wir auf eigenartig pilzartige Gebilde, obwohl wir uns augenscheinlich in der Korallenabteilung befanden.



"Fungia patella" lasen wir, ja, tatsächlich es gibt eine ganze Familie mit dem Namen "Pilzkorallen". Mit Pilzen haben sie ausser der lamelligen Blätterpilzstruktur des Korallenkörpers und der an eine Striegelige Tramete (Trametes hirsuta) erinnernden flachen Unterseite gar nichts gemein.



Pilzkorallen (Fungiidae) gehören zu den Steinkorallen, die nicht wie andere Korallen festgewachsene, in Kolonien lebende Tiere , sondern große Einzelpolypen sind. Wie die meisten Steinkorallen leben sie in einer symbiotischen Beziehung mit kleinen Algen (Zooxanthellen), von denen sie sich mit Nährstoffen versorgen lassen.







Pilzkoralle, Fungia patella, Unterseite
Unsere museale Fungia patella besitzt den Durchmesser einer größeren Untertasse. So groß werden fast alle 25 Fungia-Arten.


Da wir wegen anhaltender Trockenheit derzeit kaum Pilze in Feld und Wald zu sehen bekommen hat uns der Museumsfund hoch erfreut, zumal wir kaum gemerkt haben, dass uns unsere Museumsexkursion zum Stamm der Nesseltiere geführt hat.





Frohe Ostern mit diesem Kuckucksei!





Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer

Bilder mit Klickvergrößerung





Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos ©  Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer



Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: fungiidae, pilzkorallen, prag, nationalmuseum
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Urwaldpfeffer Kannampady

Adivasi - Niederlassung Kannampady in Kerala, Indien


PDS, Adivasi-Niederlassung Kannampady
Seit vielen Jahren arbeiten wir mit der Peermade Development Society (PDS)  in Indien, Kerala zusammen.
Diese kirchliche Nichtregierungsorganisation fördert durch verschiedene Projekte die Lebensqualität der ärmeren kleinbäuerlichen und indigenen Bevölkerung. Siehe hierzu auch unsere bisherigen Berichte:

Öffnet internen Link im aktuellen FensterLieferantenportrait PDS 

und 

Öffnet internen Link im aktuellen FensterReisebericht PDS





In diesem Zusammenhang haben wir natürlich am meisten mit dem Sahyadri Spice Farmers Consortium zu tun - das ist der Zusammenschluss der biozertifizierten Kleinbauern, die an die PDS angegliedert sind. Wir beziehen vor allem die Bio-Gewürze Pfeffer, Curcuma und Ingwer von ihnen.
PDS, Adivasi-Niederlassung Kannampady, Urwaldpfeffer

Eine Gruppe der Spice Farmers lebt in der geschützten Niederlassung Kannampady für indigene Stämme. Die PDS kam mit der Idee auf uns zu, Gewürze aus Kannampady separat unter der genauen Herkunftsbezeichnung zu vermarkten, um Aufmerksamkeit für diese indigenen Gewürzbauern zu erreichen. So entstand die kleine Reihe "Gewürz-Projekt" von 4 Sorten Urwaldpfeffer aus Kannampady.




Hier folgt nun die Übersetzung eines Berichts von PDS über Kannampady:






Adivasi - Niederlassung Kannampady

PDS, Adivasi-Niederlassung Kannampady
Die Industrialisierung hat überall in der Welt immer eher negative Auswirkungen für die indigenen Bevölkerungen und ihre Kultur gehabt als Vorteile (Segen) gebracht.
Die Ureinwohner sind ihrer traditionellen Lebensbedingungen, die sie seit Jahrhunderten genossen haben, beraubt worden, und gezwungen worden, die Forderungen der Regierungen zu akzeptieren, sich niederzulassen und sich dem sogenannten modernen Leben anzupassen.


Kannampady ist eine solche Adivasi - Niederlassung im Idukki Bezirk (Kerala), 8 km inmitten des Urwalds gelegen, geographisch von den lokalen Gemeinden isoliert durch Wald und Wasser.
Diese Siedlung wurde Anfang der 1970er Jahre gebildet, als die Regierung Keralas den Bau der Idukki-Bogenstaumauer begann, um durch Wasserkraft Elektrizität zu gewinnen. Der See, der dabei entstand, überflutete Wälder in einem Umfang von 60 km ². Laut Geschichte wurde die genaue Position der Dammseite von einem Stammesführer namentlich als 'Karuvellayan Kolumban' identifiziert.
Die größte Gemeinschaft in der Siedlung bilden die Urali - Stämme. Ulladan Stämme ließen sich ebenfalls hier vor kurzem nieder. Jetzt gibt es rund 1500 Familien hier, die in 7 Sub-Gemeinschaften angesiedelt sind.


PDS, Adivasi-Niederlassung Kannampady, Schule
Ausbildung: Kannampady hat eine staatliche Schule, die bis zur Sekundarstufe ausbildet. Für ein Hochschulstudium fahren die Studenten zu den nahe gelegenen Hochschulen. Es gibt 300 Studierende und 15 Lehrkräfte hier.



Gesundheit: Es gibt hier ein primäres Gesundheits-Zentrum, das zweimal die Woche bis mittags besetzt ist.. Bei kleineren Beschwerden helfen sich die Anwohner selbst und verwenden (ayurvedische) Hausmittel. (Die PDS bietet in ihrem Trainingscenter Kurse zur medizinischen Selbsthilfe mit traditionellen Heilmethoden an.)
Das nächste Krankenhaus ist 14 km vom Kannampady entfernt.



Anfahrtsmöglichkeiten: Kannampady wird über eine unbefestigte (Schlamm-) Straße erreicht, die fast 6 km durch den Urwald verläuft. Diese Straße wurde von der PDS und ehrenamtlich mithelfenden Studenten einiger Hochschulen gebaut.
Die entlegendste Siedlung ist etwa 4 km außerhalb des Herzens von Kannampady. Ein Bus fährt bis zum ca. 4 km entfernten und im Wald gelegenem Kizhukanam, wenn das Wetter gut ist. Andernfalls gehen die Menschen den ganzen Weg zu Fuß oder verlassen sich auf Autostop.


PDS, Adivasi-Niederlassung Kannampady. Ein neues Pfefferfeld wird vorbereitet

Elektrizität: Obwohl die Adivasi praktisch für die Stromgewinnung für den Rest der Bevölkerung aus dem Wald evakuiert wurden, ist Elektrizität immer noch ein Traum für sie.



Kommunikation: Es gibt zwar keine Telefonleitungen, aber bestimmte Bereiche liegen im Mobilfunknetz. Die Kommunikation ist vom Mobilfunk abhängig.





Gesellschaft:
Soziale Ungleichheiten zwischen den Familien waren kein Problem, solange sie im Wald lebten, da der Landbesitz keine Rolle spielte. Nach dem Sesshaftwerden entwickelten sich Ungleichheiten im Besitztum, die sich auf die sozialen Beziehungen auswirken.


PDS, Adivasi-Niederlassung Kannampady. 3 Generationen vor neuem Farmhäuschen


Wirtschaft:
Landwirtschaft ist die wichtigste Einkommensquelle. Viehzucht gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Die ausgebildete Jugend zieht weg, um Arbeit zu finden.



Cash Crops:
Die wichtigste Anbaufrucht in Kannampady ist schwarzer Pfeffer, wobei ökologischer Landbau die übliche Praxis hier in der Landwirtschaft ist.

Die Erde tief im Wald im Gebiet der Niederlassung ist lebendig und fruchtbar. Die Bauern pflegen weiterhin eine reiche Artenvielfalt. Vererbt durch die Generationen, halten sich diese Landwirte an den Grundsatz der Koexistenz mit der Natur. Es leben auch heute noch Wildtiere und Dschungel-Vögel im Farmland.



 

 



Abgesehen von Pfeffer bauen die Kleinbauern außerdem Ingwer, Curcuma, Gewürznelken, Vanille, Cardamom, Kaffee, Tee etc. an.


PDS, Adivasi-Niederlassung Kannampady. Lageplan der Bio-FarmenHier Details zu Fläche und Erntemengen der Bio-Kleinbauern in Kannampady:

  • Anzahl der biozertifizierten Farmer:        252
  • Durchschnittl. Landbesitz / Farm:        1 ha
  • Gesamte biozertifizierte Fläche:        253,34 ha
  • Zertifizierungs-Status:            USDA NOP (USA), EU, NPOP (Indien),JAS (Japan), Naturland, Biosuisse.












PDS, Adivasi-Niederlassung Kannampady. Weißer PfefferErntemengen in Kannampady für die Gruppe der biozertifizierten Farmer (auf 253,34 ha):


  • 1. Schwarzer Pfeffer:         90000 kg
  • 2. Weißer Pfeffer:              7000 kg
  • 3. Ingwer, frisch:            14000 kg
  • 4. Curcuma, frisch:        14000 kg
  • 5. Nelken:                600 kg
  • 6. Cardamom, frisch:           5000 kg
  • 7. Muskatnüsse:                 10 kg
  • 8. Tee (Grünes Blatt):          9000 kg
  • 9. Kaffee Robusta (getrocknet, mit Schale):    40000 kg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PDS, Adivasi-Niederlassung Kannampady, HonigschleuderMaßnahmen der PDS zur Verbesserung der Lebensbedingungen:
Die Peermade Development Society, die Dachorganisation des PDS Bio-Gewürze, arbeitet mit dieser Gemeinde seit Anfang der 1990er Jahre zusammen.
Einige der Bereiche, in denen die PDS zu Verbesserungen beitragen konnte, sind:

  • 1. Bau von festen Häusern
  • 2. Bau von Latrinen
  • 3. Bau der Straße zur Siedlung
  • 4. Bau der Gemeindehalle
  • 5. Trinkwasser-Projekte
  • 6. Lieferung von Pflanzgut
  • 7. Gelieferte Möbel für die Schule
  • 8. Special Coaching für Schulabbrecher
  • 9. Führt eine Herberge für indigene Kinder, die weit von der Schule entfernt leben.
  • 10. Schul-Gesundheitsprogramm
  • 11. Medical Camps usw.









PDS, Adivasi-Niederlassung Kannampady, Urwaldpfeffer weiß ganzSeit Frühjahr 2011 ist Kannampady-Pfeffer in Naturkostläden erhältlich. Das Foto auf der Verpackung zeigt eine Kleinbauern-Familie in ihrem Feld. Neben den obengenannten Cash Crops Gewürze, Kaffee und Tee werden vielfältige Früchte für die Selbstversorgung angebaut, und Ziegen, Kühe und Bienen gehalten. Für uns sieht erstmal alles wie grüner Dschungel aus, doch die Farmer wissen genau, wo welche Pflanze wächst ...

Kannampady-Pfeffer unter der Marke Heuschrecke:
  • Urwaldpfeffer schwarz ganz
  • Urwaldpfeffer schwarz gemahlen
  • Urwaldpfeffer weiß ganz
  • Urwaldpfeffer weiß gemahlen










Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner




Ich kleb Dir eine

Kostenlose Kunst im öffentlichen Raum

Unter dem Pflaster liegt der Strand :-), Foto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0Seit 5 Jahren treffe ich mich an Samstagnachmittagen mit Freunden und ziehe fotografierend durch Köln.
Begonnen hat das, als ich zusammen mit einem alten Freund 2 baugleiche digitale Spiegelreflex-Kameras kaufte, damit wir gemeinsam diese technischen Wunderwerke kennen- und beherrschen lernen konnten.

Seitdem habe ich knapp 15 Tausend Fotos in Kölner Strassen gemacht und viel gelernt.

Das Schöne an unserer Fotografie ist, mit geschärften Sinnen durch die Stadt zu gehen, sich aus dem ewigen Gedankenfluss der alltäglichen Sorgen und Pläne zu lösen und bewußt zu  S E H E N.
Wir laufen langsam, schlendern eher und lassen unsere Blicke schweifen. Das Pflaster unter unseren Füßen, Markierungen an den Fassaden, aussergewöhnliche Gebäude oder rostige Regenrinnen. Und immer wieder den Blick heben: wie ist der Himmel, woher kommt das Licht?
Und es gibt viel zu entdecken, wenn man mit wachem Blick durch die Stadt läuft.
Die Stadt verändert sich ja ständig und sobald man das neue Rheinauhafenviertel mit den Kranhäusern fotografiert hat, kann man 3 Monate später schon wieder hin, weil nicht nur die Baustellen sich verändert haben sondern auch das Licht an diesem Tag anders ist oder andere Menschen andere Dinge hinterlassen haben.

Der Himmel über Köln, Foto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0Jeder von uns Fotografen hat so seine Vorleiben. Manche "sammeln" Bänke oder Haustüren. Andere lieben runde Fenster.
Ich entdeckte vor einigen Jahren ein neues Element in den Strassen, ähnlich den Graffitis oder den gesprayten Schablonen.
Vorbereitete Bilder, die dann auf Wände oder Laternenpfähle geklebt werden. Wir nennen sie "Kleber".

Das Konzept gefällt mir: Kleber können in Ruhe und stressfrei zuhause vorbereitet werden und  - anders als gesprayte Kunstwerke - rückstandslos wieder abgelöst werden.
Keine Beschädigung der Flächen, kein Ärger mit verärgerten Hausbesitzern oder der Stadt. Kleber sind "karma-neutral" :-)
Oft werden sie vom Künstler kopiert, um eine größere Verbreitung in der Stadt zu finden. Manchmal auch nachträglich koloriert. Die Größe variiert. Von super-mini, nur ein Satz oder "Tag"-Zeichen bis hin zu einer Plakat-ähnlichen Fläche. Überall in der Stadt kann ein offenes Auge mittlerweile die Kleber entdecken. Skurrile, politische , witzige oder künstlerische Ausdrücke einer freien, unabhängigen Kunst. Ohne Markt, ohne Vermarktung, ohne Stars und ohne Filter.

Hier einige Beispiele aus meiner Sammlung, die jeder auch im Original in Kölns großer Freiluft-Austellung sehen kann. Open your Eyes...

 

Foto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0
Foto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0
Foto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0
Foto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0
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Foto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0
Foto: Wolfgang Kurtz, CC-BY-SA-3.0

Wolfgang Kurtz
Wolfgang Kurtz

ist Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.

Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: all, kleber, graffiti, kunst, köln, fotos
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Zwischen-Nachrichten aus Japan ...

... Grenzwertdiskussionen und Sencha Tee




Wir bleiben mit Japan in Verbindung, fragen regelmäßig nach, wie es dort geht.


Seit Beginn der Atomkatastrophe in Fukushima veröffentlichen wir auf unserer Website Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.heuschrecke.com Informationen, die regelmäßig aktualisiert werden.


Gesetzlich gilt der Grenzwert von 500Bq/kg (EU-VO vom 11.4.2011).
In einer firmeninternen Leitlinie haben wir uns für die Empfehlung des Umweltinstituts München entschieden, als oberen Grenzwert 50 Bq einzuhalten.


Noch gibt es begrenzte Mengen Tee aus Ernte 2010.


Wie es für die Ernte 2011 ab Mai aussehen wird, weiß noch niemand, aber momentan scheinen die Teeregionen Uji und Kagoshima noch keinen Fall Out zu haben.



Wir denken einerseits, dass wir uns bei Radioaktivität von der Erwartung "Null-Werte" verabschieden müssen. Auch aufgrund Tschernobyl und vieler,  ungemeldeter und / oder spät entdeckter Störfälle in anderen AKWs haben in Deutschland viele Lebensmittel, oder z.B. auch Atlantik-Lachs durch Sellafield, ein "Grundrauschen". Dazu kommt eine natürliche Radioaktivität, sowie eine Messfehlertoleranz der Labore, sodass Zahlen im einstelligen Bereich schwer interpretierbar sind. Eine vollständige Freiheit von Radioaktivität wird uns wahrscheinlich niemand mehr garantieren können.


Hier in Deutschland stecken wir als Hersteller der Marke Heuschrecke im Konflikt: alles ist vorbereitet, um japanische Produkte sicher und gut analysiert zu importieren und weiterzuhandeln.
Uns erreichen natürlich besorgte Anfragen der KonsumentInnen nach evtl. belasteter Ware. Die vielen Zahlen, mit denen die Medien jonglieren, sind nicht nur für Laien verwirrend.


Wir wissen zwar, dass wir auch natürlicherweise immer mit Radioaktivität leben, aber haben kein Gefühl dafür, was wir wegstecken können (auch "Die Wissenschaft" weiß es noch nicht genau): daher stützen wir uns auf den vorsichtigen Grenzwert von 50 Bq/Kg, der in kritischen Diskussionen nach Tschernobyl entstanden ist und vom Umweltinstitut München vertreten wird.


Und da gibt es noch die "German Angst". Irrationale Anfragen der Industriekunden (die u.a. für die großen Bio-Filialisten produzieren), ängstliche Naturkostkunden, die überall versteckte Japan-Zutaten vermuten, Stimmen aus Verbänden und Parteien, die nicht nur einen Importstopp aus Japan fordern, sondern gleich mit aus China und anderen ostasiatischen Ländern.
Das wird der derzeitigen Lage nicht gerecht und missachtet die Menschen dort. Uns ist es wichtig, die Zukunft für unsere Partner zu erhalten, und Warenströme weiter fließen zu lassen, solange es geht. Es fließen nicht nur Warenströme, sondern auch Kultur und Beziehungen.



Gero Plath von der Firma Mitoku (Japan Sencha extra fine) in Tokio berichtet:

"Hier im Buero geht es von frueh morgens bis spaet abends eigentlich nur um 297/2011.Was wir da den Behoerden an Dokumenten vorlegen muessen, ist der Wahnsinn. Es wird nie wieder eine EU Verordung geben die so genau bis ins Detail beachtet wird, das kann ich jetzt schon versprechen. Und das muessen wir ja mit ca. 25 verschiedene Behoerdenstellen koordinieren...
Der Teegarten dann, also ich glaube die haben genug Bestellungen von uns fuer ca. 3-4 Monate und dann faengt dann noch im Mai die Ernte an. Die werden die naechsten Wochen jeden Sa & So arbeiten.
Zum Teegarten, da kann ich aus erster Hand berichten, da ich vor ca. 10 Tagen da war. Da hat sich nichts geaendert, da kein Erbeben, kein Tsunami, keine Strahlung, keine Benzinknappheit, keine Wasserknappheit ...
Ca. 70% von Japan ist doch von der ganzen Geschichte nur indirekt betroffen. Die kennen das doch auch wie ihr auch nur aus dem Fernsehen.
Die machen sich natuerlich Sorgen um die Menschen in Tohoku und Sorgen um unsere Produkte (weil seit dem Erbeben nichts mehr rausgegangen ist = null Umsatz)."




Markus Hastenpflug von Shimodozono International, Kabusé-Sencha Tees aus Kagoshima:

"Mir zeigt das - alle Zahlenangaben, egal wie niedrig sie auch sind (selbst wenn sie unter den natürlichen radioaktiven Werten liegen), werden ins Negative interpretiert. Sobald gedruckte Werte veröffentlicht sind, ist eine "Belastung" augenscheinlich.
Was bleibt nach der Lektüre eines solchen Berichtes hängen?
Die Frage bleibt: Gibt es für verantwortungsvoll handelnde und um Aufklärung bemühte Lebensmittelhändler eine Lösung für dieses Dilemma?
Vielleicht hilft "Abwarten und Tee trinken".  Und wenn nicht ..."




Ein Teekonsument und Japan-Teeliebhaber antwortete uns:

"ich halte Ihren internen Grenzwert von 50 Bq/kg durchaus für vertretbar.
Eine 50g-Packung hat dann max. 2,5 Bq, d.h. wir würden 2,5*26 (eine Packung alle 2 Wochen) =65 Bq pro Jahr konsumieren. Emotionslos betrachtet im vertretbaren Bereich. Wenn man bedenkt welche Strahlung man noch so zu sich nimmt, dass ver- bzw. bestrahlt wurde.
Radioaktivität ist sicherlich eine sehr komplizierte Materie. Angefangen von den verschiedenen Strahlungsarten, Strahlungsleistungen und Strahlungsdosen. Dies wurde in den allgemeinen Medienberichte nur sehr wage angesprochen und erläutert. Daher kam die "German Angst" natürlich auch sehr schnell auf, die nur durch den lapidaren Satz "die Wolke kommt nicht bis zu uns" etwas gedämpft wurde."




In Deutschland vergessen wir leicht, dass Japan ein unheimlich langes Land ist, und die Winde bisher meist günstig wehten. In den Teeanbauregionen Uji (Präfekturen Kyoto, Nara u. angrenzende) und Kagoshima (= Präfektur Kagoshima), wo unsere Japan Sencha Tees herstammen, werden zur Zeit (Mitte April) keine erhöhten Werte festgestellt.
Wir hoffen, dass der (heroische - kann man schon sagen -) Kampf um die Reaktoren nützt, und dass Japan weiter für seine entlegeneren Anbaugebiete und Regionen Glück haben wird.


Hier die Werte für alle Präfekturen, Update 2x am Tag
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.mext.go.jp/english/radioactivity_level/detail/1303986.htm


Weitere informative Internetseiten zum Thema Japan:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Japan/japan.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.bmu.de/allgemein/aktuell/160.php
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.bmelv.de/DE/Startseite/startseite_node.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://umweltinstitut.org



Im Mai treffen noch Schiffe mit Tee-Ernte 2010 ein. Die Ernte 2011 wird per Schiff nicht vor Juni / Juli

Teefeld in Kagoshima

eintreffen.


Shincha Tee: Mitte Mai kommt - wie beim Flugdarjeeling - eine kleine Menge der ersten Pflückungstage der neuen Ernte per Flugzeug. Dieser Tee ist besonders aufbereitet, enthält noch eine kleine Restfeuchtigkeit und schmeckt dadurch unglaublich frisch und duftig "wie ein Spaziergang durch Teefelder im Morgentau".

Shincha-Tee ist ein Kult. In den Teeanbaugebieten liegt der süßherbe Duft des frischgeernteten Tees über dem Land. In den Teeläden werden Shincha-Feste gefeiert, und auch hier erwarten Japan-TeeliebhaberInnen diesen Tee als Vorboten des neuen Teejahres.

 

Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner


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Tags: japan, grenzwerte, radioaktivität, teebauern, uji, kagoshima, shincha, bio-grüntee, bio-sencha
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Gastbeitrag
15.04.2011
15:19

Ohrenkuss: Frischer Wind

Mitschiffs, Backbord 5 Maschine. Langsam voraus

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns. Heute: Auf hoher See mit der Roald Amundsen (aus Ohrenkuss No 21 / Oktober 2008).

 



Logbuch Roald Amundsen


Abenteuerliche Stunden in der Kieler Bucht auf der Brigg Roald Amundsen: Vorfreude und eine Busfahrt mit Unwetter, gemeinsames Segelsetzen und duftende Brötchen in den Morgenstunden, Sonne und Schwimmweste, Steuermann und dröhnender Maschinenraum, tonnenweise Kartoffeln schälen und ein seltsames Klo (nachts), Regen und Kompass, eine coole, aufmerksame Crew und Wolken am Himmel, gemütliche Kojen und steile Treppen, Kapitän Hugo und lautlose U-Boote, Sauerkraut und Piratenflagge, 21 Redaktionsmitglieder (auch der Nachwuchs) mit 47 Chromosomen. Kieler Woche 2008 - Feierabend wurde erst gemacht, als das von der Redaktion spendierte Fassbier leer war, es wurden 83 Seiten Logbuch geschrieben, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ohrenkuss dankt für das Abenteuer.

Website der Roald Amundsen
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.sailtraining.de

Und schaut mal hier:
Traumpostkarten können bestellt werden:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.ohrenkuss.de/bestellung/einzelheft/#heft_pk





23.6.2008 // 7:25H


Ohrenkuss: auf dem Segelschiff Roald Admunsen. Foto: Michael BauseAndrea Wicke, diktiert

Leben kommt an Bord - endlich sind wir aufgestanden. Ein Erlebnisreichertag beginnt auf hoher See.



Marcus Langens, diktiert

Das Wetter ist wechselhaft. Die Seeluft kommt. Die Sonne scheint und die Wolken und dunkel. Irgendwann kommt auch mal der Regen.




Andrea Wicke, diktiert

Sonne und Regen spielen miteinander. Dadurch entsteht ein Regenbogen. Wir werden heute richtig segeln und es wird sogar das Großsegel aufgezogen und die Fock. Wir werden richtig mit einbezogen, wir dürfen all mal ans Steuer.



Michael Häger, diktiert

Unheimlich. Der guckt was nach. Himmel schwarz ist, ist grau. Der
lenkt und gucken bei finster. Kommt Regen runter, wird ganz nass.
Der denkt die Sterne nach. Da oben ist hell, Schiff ist schwarz. Der
Mann geht sehr gut, ist sehr glücklich, das heißt lieb. Der Schiff fährt wohin?



22.6.2006 // 14:47 Uhr


Ohrenkuss: auf dem Segelschiff Roald Admunsen. Foto: Michael BauseChristiane Grieb, diktiert

Auf hoher See im Schiff.
Ein schönes Gefühl, selber Entdecker zu sein.
Meine Insel heißt Indonesien. Grün.
Es gibt indische Gewürze. Thymian, Melisse und Koriander.
Alles ist grün, es ist angenehm.
Das Wetter bleibt warm. Und einmal regnet es. Dann ist es grau.
Die Gerüche verteilen sich in die blinde Welt.


Sicco Bremer, diktiert

Ich würde mit dem Schiff die ganze Welt umsegeln. Erstens dass es Spaß macht mal was anderes zu sehen und viele schöne Häfen zu sehen und das jedes Land mit dem Boot erreichbar ist. Und das jedes Land seine Spezialitäten hat. Das inspiriert mich, wie die Länder so aussehen. Zum Beispiel das Land von Christopher Kolumbus und es ist schön zu wissen wie Kolumbus es geschafft hat, die Welt zu entdecken. Aber Kolumbus ist nicht der erste, der die Welt erobert hat. Es gab noch einen davor, der wirklich das Land erobert hat. Ich weiß das Kolumbus aus Italien kam und da auch geboren ist.



22.6.2008 // 22:00 Uhr


Veronika Hammel, diktiert

Ohrenkuss: auf dem Segelschiff Roald Admunsen. Foto: Michael BauseWir legen an.
Auf den Häusern ist eine schöne rote Farbe und das nennt man Abendrot. Auf den Schiffen, da gehen die Lichter an, da gibt es auch Piratenschiffe. Eine Möwe ist gerade vorbei geflogen. Ich bin schon viel auf Schiffen gefahren. Viele große Häuser auf dem Hafen. Wir legen gerade an und es fährt noch ein kleines Boot auf den See, gucken, ob alles in Ordnung ist. Auf dem Hafen sind die Häuser beleuchtet. Dann gibt es noch rote Fahnen und hier gehen die Lichter an.



23.6.2008 11:43h


Sicco Bremer, selbstgeschrieben

Ich füle mich als wer ich Golumbus. Der di ganse Welt umsegelt und das lit Golumbus war ein schüner Man den man hrzlich danken kann.
Golumbus schpnaes alter Gesel und laufe schnel wirde weint das himliche Kint und aufen das Segel geschtet.
Auf den Schif habe ich schon den Kompas gesichtet und habe den Kepten beim schteurn beobachtet. Der Wint und die Leute erfrischt das Denken beim Schreiben.



23.6.2008


Carina Kühne, selbstgeschrieben

Ohrenkuss: auf dem Segelschiff Roald Admunsen. Foto: Michael BauseRudergänger, 1 Steuermann + Kapitän
Mitschiffs
liegt Mitschiffs
ein kurzer Ton
Steuerbord 5
neues Kommando Steuerbord 10
Mitschiffs, Backbord 5
Maschine Langsam voraus
langsam voraus
Kraft vor
Ruder
Backbord 10
3x kurz
langsam zurück
halbe voraus
voll voraus
Ruder liegt 10,15
Stopp Maschine
Motor aus!
an Steuerbord!

1 Steuermann befiehlt dem Rudergänger, was er machen soll.
Rudergänger dreht das Schiffsrad.
Es wird jedes Mal wiederholt!
Kapitän beaufsichtigt, ob alles in Ordnung ist.
Schiff angelegt!
Abschied, Abschluss!!



Im Bus, 23.6.2008 20:45 Uhr, 20:26 Uhr


Svenja Giesler, diktiert

Entdecker
Gibt es auch noch Frauen
Außer Frauen
Gibt es ja auch noch Männer.

Entdecker
Weltentdecker
Weltentdeckerinnen
Kolumbus
Indien nicht
Amerika ist ja auch größer
hat er irgendwie Mist gebaut
was Kleines erwischt,
nichts großes.











Mehr? Öffnet externen Link in neuem FensterHier kann diese (und auch die bisherigen) Ausgabe bestellt werden.

 



Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

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Tags: ohrenkuss, roald amundsen, segelschiff, kolumbus
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