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Die Zeugenaussage. Nordindische Kürzestgeschichten

Ghanschyam Agraval: Die Zeugenaussage

 

Gegen einen gewissen Mann lief ein Mordverfahren. Es gab zwei Zeugen, die gegen ihn aussagten.

Der erste Zeuge gab zu Protokoll:
"Ich lag zwei Monate lang im Regierungskrankenhaus. Anfangs herrschte zwischen dem Angeklagten und dem Toten eine starke Sympathie. Wann und wie zwischen den beiden Streitigkeiten aufkamen, weiß ich nicht; denn genau einen Tag vor dem Mordtag bin ich aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen worden. An diesem Tag war ich jedenfalls bass erstaunt, als ich hörte, wie der Tote dem Angeklagten gegenüber eine Morddrohung aussprach."

Der zweite machte folgende Zeugenaussage:
"Als ich mich am Mordtag aufmachte, um meine Lebensmittelration abzuholen, hörte ich, wie sich der Angeklagte und der Tote gegenseitig beschimpften. Eine halbe Stunde später, als ich mit meiner Lebensmittelration wieder zurückkam, sehe ich, wie der Angeklagte über dem Toten kniet. Er hatte ein Messer in der Hand. Ich hatte in jeder Hand eine Tasche. Aber noch ehe ich die beiden mit der Lebensmittelration gefüllten Taschen auf den Boden abstellen und die beiden voneinander trennen konnte, stieß der Angeklagte dem Toten das Messer in die Brust."

Es war für den Verteidiger nicht schwer, seinen Mandanten freizubekommen.

Als der Leichendämon von diesem Vorfall hörte, sagte er zu Vikramaditya:
"Nun gut, erzähl' mir mal, wie es dem Verteidiger gelang, den Mann freizubekommen! Wenn Du mir nach reiflicher Überlegung darauf keine Antwort geben kannst, dann - so merke Dir! - wird Deine Rationskarte verschwinden."

Darauf antwortete Vikramaditya, dass der Verteidiger nachwies, dass beide Zeugen gelogen hatten.

Zum ersten Zeugen, der gesagt hatte, dass er nach zwei Monaten, während deren er im Regierungskrankenhaus lag, die Morddrohung gehört hatte: Diese Zeugenaussage ist falsch, denn keiner, der zwei Monate lang in einem Regierungskrankenhaus liegt, ist in der Lage, von dort jemals wieder lebend herauszukommen.

Da sich dieser Vorfall in Indien ereignet hat und es hier noch nicht einmal einem Draufgänger möglich ist, innerhalb von einer halben Stunde seine Ration abzuholen, ist auch der zweite Zeuge falsch.







Die Kürzestgeschichten aus Nordindien, in ihrer Art zwischen Weisheits- und Schelmengeschichten, haben es uns angetan. Wir freuen uns über die Erlaubnis von Prof. Kapp, sie hier im Heuschrecke-Blog vorzustellen.



Ghansyam Agraval: Die Zeugenaussage (1990), aus: Der Schmuck einer Frau. Kürzestgeschichten aus Nordindien. Ausgewählt, aus dem Hindi übersetzt und herausgegeben: Dieter B. Kapp. Shaker Verlag Aachen 2006; S.14



Prof. Dr. Dieter B. Kapp (geb. 1941), Indologe, zuletzt Professor an der Universität Köln, Übersetzer und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Werke, aber auch zeitgenössischer Literatur aus den verschiedenen Regionen und Sprachen Indiens. Träger der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Medaille und des Rabindranath-Tagore-Kulturpreises, und Künstler (Fotografie, Digitalkunst, Komposition).

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Tags: indien, kürzestgeschichte, agraval
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Heilige des Monats September: Thekla

23. September: Thekla von Ikonium

Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht).  



Patronin der Sterbenden, gegen Augenleiden, in Feuersgefahr

Den Heiligen Friedrich Spee des letzten Monats hat die Kirche noch nicht anerkannt, die heilige Thekla hat die katholische Kirche (nicht die orthodoxe) erst vor wenigen Jahren wieder aus dem Kalender gelöscht - beides schlecht begründet. Bei Thekla heißt es seitens der katholischen Offiziellen, ihr Leben und Wirken sei nicht hinreichend sicher belegbar - dabei gibt es Akten aus urchristlicher Zeit, viele Kirchenväter gedenken ihrer, schon in der Antike ist ihre Verehrung im gesamten östlichen Mittelmeerraum weit verbreitet, die Tradition ist stark und alt. Wieso diese Streichung, wo der Kirche sonst die Tradition wichtiger ist als Bibel, Fakten und gesunder Menschenverstand zusammen ? Der Wind weht hier von wo ganz anders her.

Thekla ist ein Teenager, als der heilige Paulus im Jahr 50 in ihrer Heimatstadt Ikonium (dem heute türkischen Konya) predigt. Zwei Tage lang hört sie ihm vom Balkon ihres Elternhauses aus zu: "Selig, die reinen Herzens sind,denn sie werden Gott schauen ... Selig, die das Fleisch keusch bewahren, denn sie werden Tempel Gottes werden ... Selig die Enthaltsamen, denn zu ihnen wird Gott sprechen." Sie ist hingerissen. Mit dem Feuer der Jugend teilt sie ihren Eltern mit, wo der Hammer hängt, und ihrem Verlobten, daß sie nicht heiraten wird. Die Entscheidung, ihr Ding durchzuziehen, Gott mehr als den Menschen zu folgen, spirituell zu leben, steht. - Die üblichen Repressionen setzen ein: Paulus wird gegeißelt und rausgeschmissen, Thekla zum Feuertod verurteilt, kann aber (wie wunderbar auch immer) aus Ikonium fliehen und Paulus nach Antiochia in Syrien folgen. Dort wehrt sie sich  erfolgreich gegen männliche Gewalt - und landet in der Arena vor den wilden Tieren, ein einzelnes Mädchen in einer fremden Stadt, wie es so geht. Sie überlebt, auch Dank des Eingreifens einer mächtigen Frau, der historisch gut belegten Königin Tryphaina von Pontos. So kann sie in Myra, wohin sie in Männerkleidern gereist ist, endlich Paulus treffen, und erhält von ihm den Auftrag, ihre Heimatstadt Ikonium zu missionieren. Sie wirkt dort auch erfolgreich, bevor sie nach Seleukia (dem heute türkischen Silifke) geht, wo sie ebenfalls viele Menschen bekehrt und im hohen Alter geachtet und verehrt eines natürlichen Todes stirbt.

Also warum haben die alten Männer in Rom Thekla aus dem Verzeichnis der Heiligen gelöscht ? Eine erfolgreiche, jahrzehntelang tätige, vom Apostel Paulus höchstselbst eingesetzte Apostelin, Priesterin, Missionarin ? Weil unsere verkalkten, verknöcherten, hartherzigen Hierarchen immer noch nicht verstanden haben, das Gott den Menschen als Mann und Frau schuf, gleich berechtigt, gleich heilig, ganz wunderbare Geschöpfe, denen nichts fehlt - keinem von beiden.
Heilige Maria, hilf deinen Töchtern - und lass Hirn regnen, reichlich, du weißt schon wo.








Unser Geschichtenerzähler   Peter Kirwel

Peter Kirwel

macht hauptberuflich den Vertrieb bei Öffnet externen Link in neuem   FensterViana/Tofutown.com, und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.








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Tags: thekla, paulus, ikonium, myra
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Gastbeitrag
22.09.2010
09:46

Ohrenkuss: Geschwister

Geschwister sind gut - Alleine ist auch gut.

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus
Das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen. Weitere Infos zu Ohrenkuss, Newsletter, Abo-Möglichkeit: siehe unten. Im letzten Monat wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm



Viele Menschen haben Geschwister, manche aber nicht. Und heute haben immer weniger Menschen viele Geschwister, zumindest in unseren Breitengraden. Sehr schade.
Es hat Vorteile und oft (nicht immer) ist es auch schön, wenn man einen Bruder hat - oder mindestens eine Schwester. Der Bruder kann für Respekt sorgen, wenn Leute in der Schule frech werden, mit den Schwestern kann man bzw. frau sich unterhalten und z.B. rausfinden, welches die beste Methode ist, sich an diversen Körperstellen zu enthaaren.
Die Ohrenkuss-AutorInnen haben auch oft mindestens einen Bruder oder eine Schwester. Und das tut denen gut.
Wir haben ja unseren Enkel Matteo in der Familie, er hat auch das Down-Syndrom. Matteo wird bald drei Jahre alt. Und seit einigen Monaten hat er einen Bruder: Valentino. Die Mutter ist heilfroh, dass (1) Matteo schon laufen kann und (2) Valentino sehr gerne schläft, wenn er nicht gerade zufrieden seine Welt betrachtet.
Noch herrscht also Ruhe bei denen zuhause.
Aber was ist in drei Jahren?! Dann werden die beiden eine Bande bilden und sich Dinge ausdenken, von denen wir (und deren Eltern) noch keine Ahnung haben.
Und was ist in zehn Jahren? In zwanzig?!
Um sich das ein wenig vorzustellen, hilft es, wenn man sich die Texte meiner bereits erwachsenen KollegInnen durchliest. Und (mal wieder) merkt man, dass es nicht viel anders ist, als bei einem selber.
Wie gut, dass ich einen Bruder habe.
Und wie gut, dass meine Kinder Geschwister haben. Großes Glück!

Katja de Bragança







Geschwister sind ein Thema, das jeden, der welche hat, ein Leben lang beschäftigt - so auch die Ohrenkuss-Redakteure.


Angela Fritzen erklärt erst mal, wie das so geht, mit den Geschwistern. Sie schreibt:

"Meine Eltern sind Ilse Fritzen Heinz-Willi Fritzen. Die haben zwei Kinder. Die Ältere Schwester heißt Christiane und die Junge heißt Angela."

 Ohrenkuss: Martin Weser und Geschwister


Martin Weser schreibt dazu:

" Ich habe Geschwister das ist einfach schön. Die sind besonders für mich da."

Er hat zwei Geschwister, die in jeder Lebenslage auf ihn aufpassen:

"Geschwister sind für mich wichtig das wir Gegenseitig aufpassen müssen. Die passen auf mich auf und das ich nett sein kann meinem Geschwister zu haben das ist wichtig für mich das ist schön. Ich finde Geschwister schön das man nett unterhalten kann. Geschwister sind Liebevoll die sind coll. Ich habe Geschwister im Herzen gerne gehabt die sind nett zur mir einfach Toll."






Auch Katja Sothmann kann sich der Unterstützung ihres Bruders immer sicher sein: Ohrenkuss: Carina Kuehne und Bruder

"Ich habe einen großen Bruder. Er ist 25 Jahre alt.  Ich verstehe mich blendend  mit meinen Bruder. Er ist einfach für mich da wenn ich ihn brauche."





Carina Kühne findet es wichtig, Geschwister zu haben. Sie schreibt über ihren Bruder und sich:

"Ich finde es ist sehr wichtig, Geschwister zu haben. Man lernt voneinander und miteinander. Es ist schön und wichtig weil man füreinander da ist und sich gegenseitig unterstützt. Man kann einander vertrauen."












Für Christian Janke sind seine beiden Geschwister sogar echte Helden: Ohrenkuss: Christian Jahnke und Geschwister

"Meine Geschwister versteht mich gut  und ich auch meine Geschwister mag ich die immr tolle Ideen hat. Ich finde echt toll Geschwister zu haben. Ich möchte gute Laune haben das meine Geschwister genauso so ist auch  gute Laune. Ihr seit Echte Geschwister ich habe für mich bist Du 2 Helden."





Sicco Bremer hat eine besondere Beziehung zu seiner Schwester - sie ist seine Betreuerin.

"Ich habe eine ser tolle Schwester. Meine Schwester ist vür mich einfach das Beste, was mir im Leben pasirn konnte. Ich weis das meine Schwester auch vör mich di gesezliche Betreuerin geworden ist und das auch seit Jaren ser gut macht mit Zusamarbeit von meinen Papa. Ich bin mit beiden sehr zufrieden. Die Zusamarbeit mit den beiden kann mir ser fil und gute Unterstüzunk für mein Leben machen. Das sind einfach die besten THOP-Betreuer, die immer für mich da sint."







Ohrenkuss: Nora Fiedler und Geschwister
Dass es unter Geschwistern mitunter Streit gibt, weiß Nora Fiedler. Sie diktiert: 

"Streiten tun wir fast alle, gleichzeitig. Und wir beklauen uns gegenseitig: Deos, CDs, Geld eigentlich nicht so. Deos. Und wir haben uns manchmal auch gegenseitig auch lieb - das ist der Gegenteil."

Doch Streiten tut der Liebe keinen Abbruch:

" Eigentlich verstehen wir uns ausgezeichnet, kann man sagen, miteinander. Es liegt nur daran wie wir uns gegenseitig freuen, dass wir uns sehen. Weil ich meinen Geschwistern echt total liebe."

Von praktischen Aspekten mal ganz abgesehen:

" Ich finde Geschwistern sind wichtig im Leben, weil man mit Geschwistern viele Sachen machen kann. Nämlich, wenn man Einzelkind ist, finde ich irgendwie todlangweilig; nämlich sonst kann man die Schuld nicht auf den anderen schieben."







Einzelkind zu sein kann sich Christiane Grieb nicht vorstellen. Sie erinnert sich an Ferien bei ihrer jüngeren Schwester Juliane in Berlin und schreibt:

"Ich bin ganz allein mit den Zug gefahren und sie hat mich abgeholt. Mit den Ganzen Freunden von ihr bin ich in der Uckermark Floß gefahren. Wir haben abends gegrillt und lagen besoffen auf den Rasen. Es war richtig schön. Ich freue mich, dass ich eine ganz liebe Schwester hab."





Auch Achim Reinhardt verbringt viel Zeit mit seinen beiden Schwestern. Er schreibt:

"Wenn sie kommen machen wir einen Ausflug. Wir branchen und reden. Fernsehen gucken und Fußball. Sie müssen für mich viele fragen Am Computer Raussuchen. Sie Laden Mich ein auch zum Cocktailtrinken."

 


Tobias Wolf hat zwei Brüder. Er diktiert:

"Mit meinem ersten Bruder mache ich immer mal einen Pizza-Bond-Abend. Wir unterhalten uns immer über die Nachrichten. Alles Mögliche, was in den Nachrichten so ist. Wenn ich in Vashon bin [Tobias Wolf ist der US-Korrespondent des Ohrenkuss], mache ich das per Telefon. Mit meinem zweiten Bruder gehe ich immer mal in Konzerte."

 

Nicht nur Tobias Wolf - auch Julia Bertmann nutzt moderne Kommunikationsmittel, um mit ihrer Schwester in Kontakt zu bleiben:

"Meine Schwester ist länger aber jünger als ich. Ab und zu streiten wir uns auch, aber jede Woche schreiben wir uns eine E Mail. Ich finde mein Schwesterherz klasse."

 

Judith Klier ist die direkte Kommunikation zwischen Geschwistern lieber:

"Mir machen sehr viel zusammen wenn ich mal bei uns sind da ratschen wir mal zusammen oder wir spiele zusammen oder wir gehen mal essen."

 



Anna-Lisa Plettenberg und ihre Schwester Eva Maria haben viele gemeinsame Hobbys:

"Wir spielen  zusammen  wir frühstücken zusammen  wir fahren  zusammen einkaufen. Wir  gehen  zusammen zu dem Messdiener. Meine Schwester  ist  nett."

 

Ohrenkuss: Dorothee Reumann und SchwesterFür Dorothee Reumann sind ihre Geschwister auch gleichzeitig ihre besten Freunde. Sie diktiert:

"Wir fahren am Ostsee Schloss Nöer. Es ist so schön und meine beste Freunde gemeinsame Urlaub genießen. Die viele Fliegen essen Frühstück, Mittag und Abend. Und ich fahre nach Hause, meine Geschwistern macht mir genießen schönes Wochenende: grillen oder Wohnung Wände malen: Ich helfe meine Schwester dazu und mein Bruder hilft auch mit dazu. Mein Geschwistern ist supernett und ich helfe mein Geschwistern."

 



Anna Ring teilt mit ihrem Bruder die Liebe zur Musik. Sie schreibt:

"Mein bruter macht viel mit mir. hat meine musik auf meinen i pot gemacht. UND WIR GEHEN AUF ROCK KONZERTe: VON MeTAlLIcA:" 


 

Auch Fragen der Hygiene sind unter Schwestern kein Tabu.

"Wir reden und ticken uns ob meine Hände braun sind oder nicht, und das gleiche ist ob meine Hände sauber sind oder nicht Wir machen nicht viel zusammen."

schreibt Verena Elisabeth Turin am Computer.

 


Beziehungen zwischen Geschwistern verändern sich im Laufe des Lebens. Charlotte Tomberger schreibt dazu:

" Also ich habe einen Bruder und der ist älter als ich. Er heißt Tobias. Jetzt machen wir nicht mehr viel miteinander weil mein Bruder nicht mehr bei uns wohnt. Er ist schon verheiratet und hat auch schon eine ganz liebe Tochter. Früher haben wir aber viel miteinander gemacht." 

Aber auch die neue Situation hat Vorteile:

"Ich bin schließlich die einzige und die echte wahre Tante von der Tochter von meinem Bruder."




Katharina Müller hat zwei Schwestern. Auch wenn man sich seine Familie nicht aussuchen kann, ist sie im Großen und Ganzen zufrieden. Sie diktiert:

"Natürlich mag ich Geschwister. Ich hätte aber am liebsten einen Bruder gehabt. Manchmal sind sie auch frech - manchmal aber nur. Ich nerve manchmal auch. Aber nur selten. Aber zickig bin ich immer - was ich nicht will, das wird nie gemacht."

Aber auch Einzelkind zu sein, hat seine Vorteile:

"Ich wäre gerne Einzelkind - wenn ich eins wäre dann hätte ich ein großes Zimmer. Ich wollte keine Schwestern haben. Die Mama hätte mehr Platz im Haus, es macht ihr keinen stress und hätte weniger Wäsche."




Auch Sarah Eibensteiner möchte lieber keine Geschwister, denkt dabei aber nicht an sich selbst, sondern an eventuelle noch nicht geborene Brüder oder Schwestern:

"Ich bin ein Einzelkind, und habe leider keine Geschwister. Ich möchte in meiner Zukunft auch keine Geschwister haben, weil ich schon 21 Jahre bin, und  auch weil ich schon  sehr groß bin. Ich habe auch schon einen festen Freund, und natürlich sind meine Geschwister dann ganz alleine zu Hause, wenn ich mit meinen Freund ausgehe. Drum möchte ich keine Geschwister haben."




Peter Keller ist da pragmatischer:

"Geschwister sind gut-Alleine ist auch gut."

 

Franziska Wolf hingegen hätte sogar lieber noch mehr Geschwister. Sie schreibt:

" Ich find meine Geschwistern So supper sehr wichtig.  Ich würde für immer Geschwistern haben weil die sind supper die ganz  größten hilfe ist für mich zum unterschützen."

 

Und auch Johanna von Schönfeld schreibt:

"Ich kann mir nicht vorstellen dass ich keine Geschwirster habe ohne Geschwirster wäre mein Leben koplelt auf dem Kopf gestellt und kann unmöglich daran glauben wie gesagt ich kann nicht ohne meine Geschwirster leben."

 

Ob mehr Geschwister oder weniger, Brüder und Schwestern, die Hauptsache ist, dass man sich gut versteht. Und so schreibt Carina Kühne das Schlusswort:

" Wir verstehen uns sehr gut. Natürlich streiten wir auch manchmal. Aber ich bin sehr stolz auf meinen großen Bruder und er sagt auch immer, dass er sehr stolz auf mich ist."

 

 

 


Zusammengestellt von Anne Leichtfuß





 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...
Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de


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Tags: ohrenkuss, magazin von menschen mit down syndrom, literatur, poesie, kunst
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Jubiläum

12 Monate Heuschrecke Blog!

Der Druck wächst - Mittwoch ist meine monatliche Deadline.
Der Beitrag für den Heuschrecken-Blog muss online stehen und ich habe immer noch kein Thema.
Seit Tagen wälze ich mich abends im Bett, läuft es mir unter der morgendlichen Dusche kalt den Rücken herunter, suche ich zunehmend verzweifelt nach einer Idee für "meine Leser" im Internet.

Und nichts ist gut genug. Kein Plot genügt den Ansprüchen.

Und das gerade zum 1. Jahres-Jubiläum des Heuschrecken-Blogs.
11 mal fand ich ein Thema, das des anspruchsvollenen Publikums würdig war - und da soll es am 12. Monat scheitern?

Im September 2009 hatten wir das Blog-System für unsere guten Kunden und alten Weggefährten, die Naturkost-Firma Heuschrecke, erbaut und erfolgreich getestet.
Der erste Blog-Beitrag der Herausgeberin und Chefredakteurin in Personal-Union, Ursula Stübner, mit dem Thema "11710 Tage nach Gründung der Heuschrecke - Geburt des Heuschrecke-Blogs" ging dann am 01.10.2009 online.
Seitdem sind 142 Blog-Beiträge durch Ursulas Förderung und Forderung erschienen, 80 Beiträge aus ihrer eigenen Feder (respektive USB-Tastatur) geflossen. Also mehr als die Hälfte.
Wie hoch der Anteil unserer grauen Eminenz, Heinz-Dieter Gasper, an diesen Blog-Beiträgen war, mag ich nur vermuten. Sicher stand er immer kenntnissreich und kommentierend zur Seite.

142 Beiträge in 12 Monaten - das bedeutet durchschnittlich 12 pro Monat, exakt 2,95 pro Woche. Von 7 verschiedenen RedakteurInnen die alle treu bei dem Projekt mitwirken.
Gern wüßte ich, ob auch die geschätzten KollegInnen ab und zu ihre liebe Not mit der Themenfindung haben. So wie ich seit Tagen.

Die Besucherzahlen der www.heuschrecke.com stiegen in den 12 Monaten von 6.500 Besuchern monatlich auf 10.500 Besucher pro Monat. Ganz beachtlich!
Es wurden 48 Kommentare zu den Blog-"Posts" abgegeben. Die meisten Kommentare verursachte ein Artikel über "Verschwörungstheorien" - was ich aber für eine Verschwörungstheorie halte.
Der meistgesehen Beitrag im letzten Jahr war der Beitrag "Ohrenkuss: Yo, también - ME TOO" - zu recht, wie ich finde, berichtet er doch über ein ganz außergewöhnliches und förderungswürdiges Film-Projekt.
(wer's noch nicht gesehen hat - hier ist der Link: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/07/16/ohrenkuss-yo-tambien-me-too-preisgekroenter-bezaubernder-sommerfilm-aus-spanien-ab-58-im.htm)

Mir hat der Heuschrecke Blog bisher viel gebracht. Einblicke in die Welt von Menschen mit Down-Syndrom, Eindrücke aus der Inventur bei der Heuschrecke, Einsichten in die Ansichten kleinster Pilze.
Sogar mein Wissen um katholische Heilige hat sich auf angenehmste und unterhaltsamste Weise vermehrt! Wer hätte das gedacht.
So gesehen, macht das bloggen auch viel Spaß und mein Stress lässt nach - vor allem, weil ich auf diese Weise meinen Beitrag für diesen Monat wieder mal geschafft habe.



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.

Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

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Tags: all jubiläum blog heuschrecke statistik
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Im September: Bruschetta da Roberto

Pesto - Pizza

Bio-Bruschettagewürz von Heuschrecke 

Gewürz des Monats:

Bruschetta da Roberto.
Bruschetta-Gewürzmischung, grob, kbA. Zutaten: Basilikum, Bockshornklee, Curcuma, Thymian, Oregano, Tomaten, Meersalz# (<5%), Knoblauch, Zwiebeln, Cayenne.
Mild-aromatisch, ideales Tomatengewürz, z.B. für Bruschetta, Tomate-Mozarella, Salate, milde Tomatensaucen, und hier mal auf der Pizza.



Pesto - Pizza


Zutaten:

  • 300g Mehl
  • 1 kleinen Teelöffel Salz
  • 1/2 Teelöffel Zucker
  • 1 Ei (nach Belieben)
  • Trockenhefe (ca.2/3 Päckchen)
  • 200 ml Sprudel oder Bier
  • 30g Butter
  • ca. 200g Basilikum-Pesto (z.B. fertig aus dem Glas von Bio Verde)
  • 150 ml Sahne
  • 2-3 Mozarella
  • 500g Tomaten
  • Bruschetta da Roberto Gewürzmischung



Zubereitung:

  • Mehl mit Trockenhefe in einer Schüssel vermischen
  • Salz, Zucker und Ei hinzufügen
  • Butter schmelzen, mit Sprudel oder Bier ablöschen, und die Flüssigkeit lauwarm in die Schüssel geben und alles vermengen
  • Teig zugedeckt 30 min. gehen lassen
  • Tomaten in Würfel schneiden, absieben und leicht salzen
  • Ofen vorheizen: auf 220C° oder 180C° Umluft
  • Blech einfetten und mit Mehl bestreuen
  • Teig auf Blech ausbreiten
  • Pesto und Sahne verrühren und auf den Teig verteilen
  • Mozarella in dünne Scheiben schneiden und belegen
  • mit Bruschetta da Roberto bestreuen
  • ca. 15-20 min. backen
  • anschließend die fertige Pizza mit Tomatenwürfeln bestreuen




GUTEN APPETIT !!!


wünscht Ulrike Segalla

 

 






Diesmal stammt das Rezept von meiner anderen Schwester Ulrike (Maria war in Urlaub ...). Sie ist verheiratet mit Roberto Segalla (er ist Eismann und Koch), nach dem unsere Gewürzmischungen Arrabbiata und Bruschetta da Roberto benannt sind. Er hatte uns bei der Zusammenstellung der Gewürzmischungen Arrabbiata und Bruschetta beraten, sodass sie einen besonderen Pfiff haben.

Ulrike hat diese Pesto-Pizza anläßlich des Sommerbesuches des italienischen Teils der Familie entwickelt, für einen festlichen Familienabend.

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Tags: bruschettagewürz, pizza, pesto, bio-gewürze
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