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Heiliger Strohsack. Geschichten vom Heiligen des Monats, Dezember
28. Dezember: Die heiligen unschuldigen Kinder
Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht).
Ein von der größten Militärmacht der Welt im Vorderen Orient als
Marionetten-Präsident eingesetzter Warlord regiert mit blanker Gewalt
und übernervös. Bei jedem Schatten von Verrat rollen Köpfe, auch die
der eigenen Familie, Massaker sind Mittel der Innenpolitik. – Nicht
wirklich neu ? Nein, nicht wirklich neu, 2000 Jahre her, der Mann heißt
Herodes, und „homo homini lupus", der Mensch ist des Menschen Wolf.
Als die damalige Sandalen-Stasi meldet, daß es Unruhe wegen eines
angeblich neu geborenen Volkserlösers aus der rechtmäßigen Dynastie
gebe, schickt Herodes eine Einsatzgruppe in die Kernregion von deren
Clan und läßt in und um Bethlehem alle männlichen Kleinkinder
unterhalb des Kindergartenalters töten. Mission accomplished !
Einer aus dem Clan ist mit seinen gastarbeitenden Eltern nach Ägypten
entwischt (auch so ein palästinensisches Dauerschicksal). Den kriegen
sie erst 30 Jahre später: dann aber richtig.
So geht es zu auf der Welt – Fortschritt gibt es nur in der Waffentechnik.
Und da ist die alte Tante Kirche so vorgestrig, einen vernachlässigbaren
Kollateralschaden im „Bemühen um Stabilität in der Region" Jahr für
Jahr als „Fest der heiligen unschuldigen Kinder" zu begehen ? Wo sich
alle anderen doch daran gewöhnt haben, dass Kinder (und Frauen)
immer zuerst dran sind ? Dass niemand, aber auch wirklich niemand,
zivile Opfer zählt ? Und schon gar nicht die Kinder ?
Das sind wirklich wichtige Heilige – und Montag, der 28.12. 2009, könnte
ein prächtiger Tag sein, darüber nachzudenken, wen man heute wählt,
wem man heute Geld schickt, wen man unterstützen und wen man
bekämpfen sollte.

Peter Kirwel
Mikrokosmos: Erdsterne
Weihnachtliche Sterne, himmel - und erdwärts

Weißt Du wie viel Sternlein stehen - im Wald und auf der Heide?
Das heisst, man muss den Blick nicht unbedingt himmelwärts richten, um Sterne zu sehen: es gibt tatsächlich in der Natur sternförmige Pilze, und zu Weihnachten möchten wir Euch mit einem Makrofoto von diesen bodenbewohnenden Kleinoden erfreuen.
Erdsterne heissen sie deshalb auch ganz passend und ihre Gestalt ist unverkennbar sternförmig. Die Sporen wiederholen die Sternform im mikrokosmischen Bereich: sie sind kugelrund und mehr oder weniger gezackt ("warzig").
Die Fruchtkörper sind meist unterirdisch angelegt. Bei der Reife bricht die Aussenschicht sternförmig auf und in der freigelegten inneren Kugel entwickeln sich die Sporen, die bei dem hier abgebildeten Kamm-Erdstern (Geastrum pectinatum) aus einem kleinen gerieften Schnabel austreten, manchmal in regelrechten dunklen "Sternenwölkchen".
Frohe Weihnachten und einen guten Neujahrsanfang wünschen wir Euch.
Bis 2010!
Eva Wandelt, Lothar Claußnitzer
Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt)
In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.
Fotos © Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer
Schamanisches Märchen: Granatapfel
Leuchtende Seelenfrüchte
Ein Ort irgendwo im Rheinland, im Jahr 2110. Es ist November und noch warm, die Granatäpfel sind gerade reif. Die Alten erzählen, dass früher auf den Feldern ganz andere Apfelsorten wuchsen.
In der Allschule steht heute das Fach Seelenkunde auf dem Stundenplan des ersten Jahrgangs. Letztes Mal durften die Kinder mit leuchtenden Farben malen. Heute geht es in die Natur, um den Pflanzen etwas abzulauschen.
Die Kinder ziehen hinter der Lehrerin her und giggeln. Unter einem Granatapfelbaum auf einem Feld halten sie an und bereiten eine Art Picknick vor. Sie breiten Decken aus, packen die Getränke aus, pflücken etwas Obst, und lassen sich nieder. Eine halbe Stunde ist absolute Stille angesagt. Die Kinder verbinden sich mit ihrer Umgebung, mit der Natur, und lauschen, so wie sie es gelernt haben. Sie lassen ihren Atem fließen und genießen die Stille. Die Lehrerin macht sie nun auf die Granatapfelbäume und die Strahlkraft ihrer leuchtenden Früchte aufmerksam. Die Kinder konzentrieren sich auf ihre Richtung, und wie von einer süßen Engelsstimme ist, eher innerlich, etwas zu vernehmen.
"Ich helfe Euch, in Eure Seele zu schauen, den heiligsten Teil von Euch. Ihr sollt die Seele spüren - es fühlt sich leicht und frei an wie feine Vogelschwingen. Euer Herz ist für diesen Moment ganz freudig erregt, weil es die grenzenlose Freiheit des Daseins spürt. Es wird immer einfacher für Euch, wenn Ihr regelmäßig malt, tanzt, oder Euch in der Natur aufhaltet und spazieren geht.
Eure Seele ist der leichteste Teil von Euch, alles andere ist schwerer. Ihr dürft die Leichtigkeit der Seele in Euer schweres Leben lassen."
Nun fängt das Picknick an, mit Früchten, Brot und Käse. Zur Gitarre wird getanzt, und die Kinder toben sich aus, lachen und albern rum.
Überlieferung aufgezeichnet von Ursula Stübner
Die Granatäpfel sind gerade reif, und interessant, frisch zu essen. In unserem Sortiment gibt es den Luna-Aphrodite Tee mit Granatapfelschale, der etwas von diesem Moment lebendiger Freude ausstrahlt.
(heupd): Europäischer Gerichtshof verbessert Gesundheit
Grundrecht auf medizinische Selbsthilfe festgeschrieben
STRASSBURG heupd | Der Europäische Gerichtshof hat das Grundrecht der Menschen auf medizinische Selbsthilfe festgeschrieben (AZ 4711/2009).
Gerade in Deutschland wurde dieses Recht durch restriktive Arzneimittelgesetze, getrieben durch Lobbyisten, ausgehebelt.
Die Bundesregierung ist nun verpflichtet, dieser Leitlinie zu folgen und bis zum 1.6.2010 entsprechende nationale Gesetze zu erlassen.
Das Arzneimittelrecht soll weitgehend überarbeitet werden. Für die VerbraucherInnen sind die wichtigsten Änderungen: Pflanzendrogen in getrockneter Form für den Teeaufguss unterliegen grundsätzlich nicht mehr dem Arzneimittelgesetz, sondern müssen frei verfügbar gehandelt werden.
Die Krankenkassen müssen nach dem Vorbild indischer NGOs freie Kurse zur medizinischen Selbsthilfe anbieten. us/hg
heupd - Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten
Dystopie
Ich lebe in einer Dystopie
Eine Dystopie ist laut Wikipedia die Geschichte einer Gesellschaft, die sich zum Negativen entwickelt hat.
Also ganz das Gegenteil der "schöner, schneller, weiter" Utopien meiner Jugend.
Als ich 14 war, träumte ich davon, später lichtschnell durch Sonnensystem zu reisen oder zumindest mit fliegenden Autos über kühn geschwungene Rampen zu fahren wie in Fritz Langs Film "Metropolis".
Real fahre ich jetzt morgens mit der S-Bahn S11 von Köln-Holweide nach Köln-Hansaring zur Arbeit.
Und das Bahn-Erlebnis wird von Jahr zu Jahr schlimmer.
Letzten Mittwoch hatte ich einen Arzttermin um 8 Uhr morgens.
Schon durch Erfahrung mit unpünktlichen Bahnen klug, nahm ich die Bahn um 7:40 Uhr, die mich in 20 Minuten zum Hansaring bringen sollte. Sollte.
Auf dem Gleis gegenüber stand ein Güterzug, weshalb meine Bahn S11 ausfiel. Dafür kam 10 Minuten später eine Bahn, die in keinem Fahrplan stand. "OK - besser als keine", dachte ich und stieg ein. Diese Bahn fuhr allerdings sehr langsam und auf Umwegen nur bis Köln-Haupbahnhof - wo ich dann von Gleis 6 hinunterlaufen mußte und auf Gleis 11 wieder hinauf, um die verspätete nächste S11 zu erwischen.
Beim Arzt war ich 10 Minuten zu spät und hatte dadurch 12 andere Patienten vor mir und eine Wartezeit von einer Stunde. Bis ich dann zur Arbeit kam, war ich schon 3 Stunden mit den Auswirkungen einer immer schlechter funktionierenden Gesellschaft beschäftigt.
Dystopie.
Mein Vater war Beamter bei der "Deutschen Bundesbahn" wie die Bahn AG früher hieß und es war selbstverständlich, dass die Züge pünktlich fuhren.
Wenn eine Verspätung eintrat, dann selten im regulären Ablauf, eher bei Fernverbindungen oder wenn ein Unfall passiert war. Mein Vater starb vor 9 Jahren und würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er wüsste, dass heute Verspätungen an der Tagesordnung sind und unter 5 Minuten gar nicht mehr genannt werden.
Immer wieder erfrischend sind die Ausreden, die in der Bahn angesagt werden, wenn der Fahrplan durcheinanderkommt: "wegen eines Oberleitungsschadens", "wegen Laub auf den Schienen" oder "wegen einer defekten Aussenscheibe" verzögert sich dann die Fahrt "um wenige Minuten". Manchmal hege ich die Vermutung, dass jeder Zugführer ein kleines rotes Heftchen mit Ausreden bei sich trägt. Dabei könnte man die meisten Gründe durch mehr Mitarbeiter und dadurch bessere Wartung von Fahrzeugen und Anlagen in den Griff bekommen. Hätte man doch nicht so viele Mitarbeiter entlassen...
Ich fahre 40 mal im Monat dieselbe Strecke - und im letzten Monat lag die Zahl der verspäteten S-Bahnen bei 80 Prozent. So habe ich mir die Zukunft nicht vorgestellt.
Was kann ich mit meiner Enttäuschung und Wut tun?
Bei der Beschwerde-Hotline der Bahn anrufen? Ich habe gehört, die Telefon-Nummer sei kostenpflichtig. Hallo? Ich soll auch noch bezahlen, um mich beschweren zu können?
Als aufgeklärter Konsument kann ich ja das Produkt liegenlassen und von der Konkurrenz kaufen. Hallo? Die Bahn ist de fakto immer noch Monopolist - da fährt niemand anders meine Strecke.
Was taten die Matrosen des Panzerkreuzers Potemkin, als sie verschimmeltes Brot zu essen bekamen: zettelten die russische Revolution an. Was geschah in Berlin im Februar 1968 aus Protest gegen den Vietnamkrieg: der SDS veranstaltete einen Kongress und fortan gingen die Studenten auf die Barrikaden. Was geschah aus Protest gegen die Apartheid in Südafrika? Südafrikanische Agrar-Produkte wurden in den 1980ern boykottiert, was zu einem Umsatzrückgang von ca. 13 Prozent führte und mit half, den Untergang des Regimes zu beschleunigen.
Wie könnten wir der Bahn klarmachen, dass das so nicht läuft?
Was wäre ein angemessenes Zeichen? Dem Zugführer mit dem Finger drohen? Mit einem selbst gemalten Transparent am Kopfende des Zuges stehen? Das Gespräch mit den Leidensgenossen suchen? Würden andere frustrierte Reisende sich solidarisieren? Oder muss ich zum alten Spinner mutieren, der monoton vor sich hinbrabbelt: "früher war alles besser..."
Alle Ideen sind willkommen.
Wolfgang Kurtz
ist Inhaber der Kölner Internet-Agentur
kpunkt.
Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.
Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.










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