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Demeter in Übersee

... die schönste, kreativste und individuellste Art und Weise, wie man im eigenen Betrieb zur Zukunft der Erde am besten beitragen kann...

Heuschrecke - Demeter - Gewürze
Seit August 2016 haben wir einen Demeter-Vertrag, sodass wir unsere Demeter-Gewürze und –Kräuter jetzt explizit ausloben und kennzeichnen können. In unserer kleinen Demeter-Linie gibt es nun ca. 20 Gewürze und Kräuter.


Warum machen wir das ? Warum jetzt? Eine zusätzliche Zertifizierung ist für einen kleinen Spezialisten wie uns natürlich immer mit viel Aufwand verbunden, und wahrscheinlich wird es sich unterm Strich nicht rechnen. Was uns überzeugt hat ist die Begeisterung unserer Kleinbauernpartner in den Übersee-Ländern, die schon länger am Demeter-„Ball“ sind.

 

Wir konnten auf mehreren Kontinenten schon begutachten, mit wieviel Liebe die Präparate hergestellt werden. Unsere Bauern empfinden – wie sie erzählen – durch die naturnahe und sinnliche Methode eine stärkere Verbindung zu ihren Vorfahren. Sie können beobachten, dass in den ganzen Klimawandel-Phänomenen die Demeter-Setzlinge stärker sind und besser überleben.


Neben den Kleinbauernprojekten PDS/ Sahyadri Spice Farmers in Indien und SOFA / Biofoods in Sri Lanka (von dort haben wir schon lange die Demeter-Qualitäten importiert) könnte es ab Mitte 2017 Demeter Rooibusch von unseren Wupperthalern geben. Auch in China (Fairbiotea-Teefarm Qingshan) und bei TPI (verschiedene Darjeeling-Teegärten, u.a. Singell) wird geschult, geforscht und z.T. angewandt, obwohl noch nicht zertifiziert.

 

Wenn man den Zukunftsforschern glauben mag, wird unsere Nahrungsmittelproduktion unter Bevölkerungswachstum und Bodenverlusten durch Klimawandel / Übernutzung in mittlerer Zukunft eine Schlacht sein zwischen gentechnischen Verfahren (CrisprCas) und urbanem Anbau unter Kunstlicht bei ressourcensparenden Wasserkreisläufen in mehrstöckigen Anbau-Gebäuden. Da ist die Demeter-Landwirtschaft ein echter Lichtblick – wir hätten gerne, dass sie sich noch etwas über die Welt verbreitet.

Derzeit führen wir folgende Produkte in Demeter-Qualität: Bockshornklee, Cardamom gemahlen, Curcuma, Ingwer gemahlen, Knoblauch Granulat, Liebstöckel, Muskatblüte gemahlen, Muskatnuss ganz, Muskatnuss gemahlen, Nanaminze, Nelken ganz, Pfeffer 'Tellicherry' schwarz ganz, Pfeffer schwarz gemahlen, Pfeffer weiß ganz, Pfeffer weiß gemahlen, Schnittlauch, Schwarzkümmel, Zimt Ceylon gemahlen, Zimtstangen Ceylon, Zitronenmelisse. (Bezugsquellen: Bioläden)

 

 

Was ist das Wichtigste an Demeter?

 

Der biodynamische Landbau bezieht die geistige oder spirituelle Dimension der Erde mit ein - die Verbindung von Erde, Pflanzen und Tiere zum Kosmos und den anderen Planeten. Demeter-Landbau bedeutet Artenvielfalt und gesunde Kreisläufe. Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel werden dynamisiert (wie in der Homöopathie). Viele Bauern in Übersee machen dies selbst, andere besorgen sich die fertigen Präparate.

 

 Jan-Kees Luijerink mit Demeter-Kräuterbauer Peter Heuner vom Krebsbachhof, vor Johanniskraut

"Der biodynamische Landbau ist die schönste, kreativste und individuellste Art und Weise, wie man im eigenen Betrieb zur allgemeinen, langfristigen Entwicklung der Erde als Träger der Menschheit in Zukunft am besten beitragen kann."

Jan-Kees Luijerink, langjähriger Inhaber des Demeter-Kräuterhofs "Het blauwe Huis" in Holland.
 

 

"Now I can see the plants singing and dancing in the wind".

Barend Salomo, Vorstand der Wupperthal Original Rooibos Cooperative, Westkap, Südafrika

 

 

"TPI believes that Biodynamic Agriculture in tea cultivation aligns to the rhythm of the Universe. This holistic farming system helps harness cosmic forces, releases them into the soil to make it vibrant and living."

Binod Mohan, Tea Promoters India

 

 

Fotos: Qingshan-Farm - von Fairbiotea; Wupperthal, Südafrika - von Christine Nachmann/ Jardins de Gaya; SOFA Sri Lanka - teilweise von BioFoods, alle anderen Fotos - von Heuschrecke.

 

 

 

Biodynamischer Tee-Anbau in Derjeeling, in den Bio-Teegärten Singell und Selimbong. Wahrscheinlich kann bald zertifiziert werden.
Die Präparate werden hier selbst hergestellt.


















Demeter-Schulung auf der Fairbiotea-Farm Qingshan.
"Der Berater kommt aus Indien und heißt Jakes Jayakaran und er ist von Demeter autorisiert. Außerdem gibt es in China noch einen Anthroposophischen Verein, für den der Leiter von Ceres China Ding Wei (früher Leiter IMO China) arbeitet. Er fungiert als eine Art Übersetzer der Beratung. Und dann haben wir dort noch unseren Berater Pablo Gonzales, der sich um das Kompostforschungsprojekt und die Kompostproduktion kümmert. Ob das mit der Demeter Zertifizierung letztlich funktionieren wird kann ich noch nicht sagen. Es gibt derzeit einen ungelösten Konflikt. Die Chinesen möchten erst eine Probeumstellung auf 7 ha machen, aber Demeter besteht auf einer Umstellung der gesamten Farm. Ich sehe das entspannt ob es denn eine Demeter Zertifizierung gibt oder nicht, die Beratung wird zu einem besseren Verständnis und einer Vertiefung des ökologischen Landbaues führen." Wolfgang Wilhelm, Gründer von Fairbiotea (www.fairbiotea.de)








Die Wupperthal Original Rooibos Cooperative im Westkap, Südafrika, hat letztes Jahr in einem Dorf mit biodynamischem Landbau begonnen.
Barend Salomo sagt, dass die biodynamische Methode die Kleinbauern glücklich mache. Sie verbinde sie in ihrer Ganzheitlichkeit mit den Vorvätern.
Wenn wir Glück haben, gibt es 2017 den ersten Demeter-Rooibos. Dies ist auch unserer Trust-Organic-Small-Farmer-Kollegin Arlette Rohmer von der französischen Tee-Firma Les Jardins de Gaia zu verdanken, die die Cooperative immer wieder zur Biodynamie ermutigt hat.
Demeter heißt übrigens nicht automatisch schadstofffrei. Was die Chemie und Agroindustrie in die Umwelt gebracht haben, kann kein Bauer auslöschen. Hier liegt die Lösung bei der Industrie bzw. bei der Politik. Demeter tut etwas für die Gesundheit der Pflanzen.
Aus Sri Lanka und Indien beziehen wir schon lange Demeter-Bulk-Ware. Die Kleinbauern dort sind so vertraut mit Demeter, dass man nicht meinen sollte, dass diese Methode aus Deutschland stammt. Sie fügt sich erstaunlich gut ein in die örtlichen Gegebenheiten, und wirkt sich günstig auf die Probleme des Klimawandels aus.
Unsere Kleinbauernpartner PDS / Sahyadri Spice Farmers in Indien, und SOFA / Biofoods in Sri Lanka gaben letzendlich den Anstoß zu unserer Zertifizierung.
Dr. Sarath Ranaweera von Biofoods hat letztes Jahr die Gründung der ersten Biodynamic Association in Sri Lanka mit initiiert.
Hier in den letzten 4 Bildern ist noch die Demeter-Kompost- und die Präparate-Herstellung der Sahyadri Spice Farmers / PDS in Kerala, Indien zu sehen.
Es ist ein gutes Gefühl, aber auch ein großer Aufwand, den die Kleinbauern im Demeter-Anbau stemmen.
Wichtiger als wir hier vielleicht denken ist es ihnen, ein gutes Feed Back von ihren Hauptmärkten, den westlichen Bio-Märkten zu bekommen.
Einfach die Nachricht, dass die Übersee-Demeter-Produkte hier wirklich gefragt werden, und dass das Durchhalten des Aufwandes von uns geschätzt wird.
Demeter ist mehr als nur gute Produkte - es bewahrt auch die kosmische Energie in Mutter Erde, ein kleiner Lichtblick im Agroindustriestress.
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Tags: demeter, biodynamischer landbau, bio-gewürze, kleinbauernprojekte, übersee
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Fairbiotea: Neues vom Qingshan Teegarten

Newsletter 10/2015, Bericht aus den Fairbiotea-Projekten: Qingshan-Farm

 

Fairbiotea

Das Fairbiotea-Logo ist auch auf unseren Fairbiotea-Tees zu sehenWegen der besonderen politischen und sozialen Lage in China ist die Beschaffung von zuverlässiger, fairer Bio-Ware erschwert. Obwohl die Chinesen die Regeln ihrer harmonischen und ganzheitlichen Feng-Shui-Lehre auch auf die Landwirtschaft anwenden, passt das Einhalten unserer rigiden EU-Bio-Gesetzgebung nicht ins Weltbild. Mehr oder weniger häufig sind China-Bioprodukte aus den unterschiedlichsten Gründen pestizidbelastet, was für europäische Bio-Importeure ein aufwändiges Analysesystem unbedingt erforderlich macht. Der parallel wachsende Kapitalismus hat eine gigantische Landfluchtbewegung ausgelöst, mit negativen Folgen für die Landwirtschaft.

Unser Tee-Importeur, mit dem wir seit über 35 Jahren zusammenarbeiten, tüftelte deshalb seit 2008 an einer Lösung, die im Jahr 2010 unter dem Logo "Fairbiotea" spruchreif wurde: ein über den EU-Bio-Standard hinausgehendes Qualitäts-Management-System für ökosoziale Gerechtigkeit, das die Verordnung, besonders für den Teebereich, ergänzt und sicherer und transparenter für alle Seiten macht. Ein Versuch, eine vertrauensvolle, verläßliche Situation für Bauern und Handelspartner bis zu den KonsumentInnen zu schaffen.
Das System ist auf ein praktisches Qualitätsmanagement ausgerichtet, und bietet kostenlose, qualifizierte Schulung und analytische Beratung für Bio-Teebauern und -Farmen. Neben zusätzlichen Sicherheitsstandards hat das System eine ökosoziale Entwicklung zum Ziel: Entwicklung von Nährstoffkreisläufen, Bonussysteme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Motivation der Bauern, Abnahmegarantien, faire Preise u.v.m.. Die Fairbiotea-Standards werden jährlich extern von CERES geprüft. Zur Zeit machen 2 Teegärten bei Fairbiotea mit: Qingshan und Donghzai.
Wir listen aus jeder Ernte soviele Fairbiotea-Tees wie möglich. Die Teegärten sind auf dem Rücketikett angegeben - Fairbiotea-Tees tragen das Siegel. Wir zahlen einen höheren Preis für die Tees, sowie eine jährliche Gebühr.

Am Ende dieses Newsletters geht der Fairbiotea-Gründer ebenfalls auf die Sozialstandard-Zertifizierungen ein, und belegt damit nochmal unsere Ausführungen aus unserem vorherigen Blogbeitrag. Nun folgt der Fairbiotea-Newsletter 10/2015:

 

Entwicklung


In unserem Newsletter 1/2014 und 7/2014 haben wir über eine positive ökologische Entwicklung in der Qingshan-Farm berichtet. Diese Entwicklung hat sich bei der jüngsten Fairbiotea-Inspektion im Mai 2015 bestätigt. Da wir außerdem keinerlei Probleme mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Tees aus diesem Teegarten haben, können wir davon ausgehen, dass der vorgeschriebene ökologische Prozess nach EU-Verordnung umgesetzt wird.




Die im Sommer 2013 durch extreme Trockenheit zerstörten Teebüsche wurden im Frühling 2014 neugepflanzt. Es wird nun ca. 7-10 Jahre dauern, bis die neuen Teebüsche wieder den vollen Mengenertrag bringen. Im Rahmen des Fairbiotea Bonussystems wurden ca. 100 Schattenbäume gepflanzt, die zukünftige Zerstörungen durch Dürre verhindern sollen. In den nächsten Jahren sollen, je nach Verfügbarkeit von Geldmitteln, weitere Schattenbäume gepflanzt werden.


Das laufende Kompostforschungsprojekt, das Fairbiotea in der Qingshan Farm seit Jahren durchführt, wird ebenfalls einen Beitrag für den Schutz der Teepflanzen und der Böden gegen Wetterextreme leisten. Bis dahin werden die Erträge auch in den nächsten Jahren, wegen der Trockenheit in 2013, niedriger ausfallen und die Teequalität wird ebenfalls beeinflusst werden.


Nachdem die Kontrollstelle IMO im Januar 2014 Ihre Kontrolltätigkeit in China aufgegeben hat, wurde diese Tätigkeit durch die deutsche Kontrollstelle Ceres übernommen, die schon länger, auch in China akkreditiert ist. Die Zusammenarbeit zwischen Fairbiotea und Ceres hat sich inzwischen sehr positiv entwickelt.




Kompostforschungsprojekt


 

Auch im Jahr 2014 hat Fairbiotea die Fortführung des Kompostforschungsprojektes finanziert und auch in 2014 wurde technisches Equipment für die Kompostforschung und die Kompostgroßproduktion angeschafft. Finanziert wurde das überwiegend von Fairbiotea.

Mehr über die Kompostforschung lesen Sie bitte unter: http://www.fairbiotea.de/assets/files/Newsletter_DEU_07_2014.pdf


Fairbiotea hofft, dass in den Jahren 2015 und 2016, die noch fehlenden Maschinen und Geräte angeschafft werden können, die für die Kompostgroßproduktion noch nötig sind. Derzeit wird mit den Qingshan Bauern über die Verpachtung eines passenden Geländes für die Kompostgroßproduktion verhandelt.

 

 

 

Bonussystem

 


Mit dem Strategiewechsel Bonuszahlungen nur noch für Materialien, Maschinen, Werkzeuge oder andere sichtbare Projekte auszuzahlen, hat Fairbiotea die Kontrolle über den Verbleib der Gelder wieder zurückgewonnen. Leider mussten wir in den vergangenen Jahren wiederholt feststellen, dass finanzielle Bonuszuwendungen nicht bei den Bauern ankamen oder die Höhe der Zuwendungen, die die Bauern erhielten, nicht mit den geplanten Zahlungen übereinstimmten. Eine Überprüfung der Auszahlungen war so praktisch unmöglich geworden. Leider müssen wir in China grundsätzlich davon ausgehen, dass in allen Bereichen der chinesischen Gesellschaft Korruption stattfindet.



Im Jahr 2014 wurden durch das Fairbiotea Bonussystem folgende Entwicklungsmaßnahmen finanziert:


  • Traktor als Antrieb für verschiedene Geräte, die in der Kompostproduktion benötigt werden und als Zugmaschine für einen Anhänger

  • Frontlader

  • Mähgeräte für Großflächen

  • Schredder

  • Kompostabdeckung 5 Meter x 50 Meter

  • Messgeräte für Sauerstoffgehalt und Feuchtigkeitsgehalt im Kompost

  • Die Jahresgehälter für zwei Kompostmanager

  • Honorar des Fairbiotea Beraters und Projektleiters des Kompostforschungsprojektes

  • 100 Schattenbäume

  • Demeter Training für Manager

  • Für die Xiaojiaqiao Schule, diese besuchen auch die Kinder der Qingshan Farm, wurde die komplette Ausstattung eines neuen Multimediaraums finanziert


 

Bevor mit der Kompostgroßproduktion begonnen werden kann, müssen über das Jahr 2014 hinaus weitere Geräte und Maßnahmen finanziert werden.

 

Leider treten auch immer wieder Probleme auf, die wir in dem hochentwickelten Europa kaum kennen. So stellen wir fest, dass manche Geräte, die von Fairbiotea finanziert wurden, von den Bauern nicht benutzt werden, obwohl diese Geräte ihre Arbeit erleichtern, weil sie einfach nicht gewohnt sind damit umzugehen.


Die jeweiligen Werkzeuge, die an den Traktor angebaut werden sollten, passen nicht und müssen vom Hersteller nachgearbeitet werden. Ein Anhänger, der für den Traktor angeschafft wurde, ist nicht so ausgelegt, dass er in den engen Kurven und auf den schmalen Straßen benutzt werden kann.


Leider dauert es immer sehr lange, bevor Anschaffungen auch einsatzfähig sind. Entwicklungsarbeit bedeutet Geduldsarbeit und ist immer wieder von Rückschlägen begleitet.


Im Wesentlichen konzentriert sich Fairbiotea darauf, die Bonus-Prämien in die nachhaltige Entwicklung der Farm zu investieren und nach Möglichkeit, sichtbare und kontrollierbar soziale Projekte zu unterstützen.


 

 

 

Teequalität und Export


Leider hat die Qualität bei einigen Teesorten etwas nachgelassen. Die Exportpreise sind teilweise sehr stark gestiegen. Dies ist dadurch begründet, dass die chinesische Regierung die Mindestlöhne für Saison- und Wanderarbeiter in den letzten Jahren um durchschnittlich ca. 13% pro Jahr erhöht hat, deshalb steigen auch die Produktionskosten permanent. Die anhaltende Schwäche des Euros hat Tee für Europa ebenfalls erheblich verteuert. Das nachhaltige Fairbiotea Projekt gibt es auch nicht umsonst.


Diese Preissteigerung zusammengenommen machen es nun Fairbiotea Produkten in Europa schwer, ausreichend Absatzmärkte zu finden und entsprechende Mengen Tee zu vermarkten, die einen Fortbestand von Fairbiotea sichern können. Leider müssen wir feststellen, dass Fairbiotea derzeit in Europa mit den Qingshan Tees keine Gewinne mehr erwirtschaften kann, weil die Teesorten wegen der Kosten, die Fairbiotea verursacht, für Europa zu teuer geworden sind und die Unterstützung für Fairbiotea aus dem Markt zu gering ist. Die Qingshan Farm kann auch nicht genug Gewinn erwirtschaften, um den dort lebenden Teebauern bessere Lebensbedingungen zu finanzieren.


Die permanent schlechten Lebensbedingungen in Teefarmen sind weltweit verantwortlich für die Flucht junger Menschen aus den Farmen in die großen Städte, auf der Suche nach besserer Arbeit, besserer Bezahlung und einem besseren Leben. Selbst Saison- und Wanderarbeiter haben ein besseres Einkommen als die Bauern in den Teefarmen. Deshalb gibt es kaum noch junge Bauern in den Teefarmen. Mit überwiegend nur alten Bauern, lässt sich aber nicht die traditionelle Qualität und Arbeitsleistung aufrechterhalten. Deshalb werden immer mehr Saison- und Wanderarbeiter in den Farmen benötigt und es fehlen immer mehr ausgebildete Fachkräfte. Das hat zur Folge, dass die Qualitätsanforderungen aus Europa ohne zusätzliche Mittel und Kräfte in Zukunft immer weniger erfüllt werden können.


Für Fairbiotea ist es frustrierend in Europa immer mehr über Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung, fairer Handel, Gemeinwohlökonomie usw. zu lesen und zu hören, aber gleichzeitig festzustellen, dass das Interesse des Marktes und der Verbraucher daran nur dann vorhanden ist, wenn der Tee besonders billig ist. Fair gehandelte, nachhaltige Produkte, die mit sozialer Verantwortung, umweltbewusst und gesundheitsbewusst hergestellt wurden, können nicht billig sein. Im Gegenteil, solche Produkte müssen teuer sein. Das ist nicht mit wenigen Cents herzustellen. Da in Europa kaum jemand bereit ist, mehr als Almosen für solche Leistungen zu bezahlen, wird es solche Leistungen auf Dauer auch nur sehr bedingt geben können oder diese Leistungen werden herbei fantasiert durch Marketing. Marketing ist in diesem Fall mehr Schein als Sein.


Seit Jahren nutzen mehr und mehr Markenhersteller die einfachen Lösungen, wenn es um das nachhaltige Image und die soziale Verantwortung im Marketing geht. Sie kaufen für wenig Geld Sozialzertifizierungen für Nachhaltigkeit und soziale Entwicklung oder Zertifikate für Fair Trade. Europäische Politiker und Medien werben für diese Sozialzertifizierungen, deren Label man mehr und mehr auf Produktpackungen von Markenherstellern finden kann. Offensichtlich gibt es da ein kollektives Unwissen über die Inhalte und Resultate solcher Zertifizierungen. Denn für Teeproduzenten und Teebauern haben solche Zertifizierungssysteme noch niemals positive Veränderungen herbeiführen können und man kann bezweifeln, ob das überhaupt gewollt ist, wenn sich nach 30 Jahren weltweiter Zertifizierungen nichts für Produzenten und Teebauern geändert hat.


Warum handeln wir als Gesellschaft so? Warum benutzen wir solche Marketinglügen? Warum betrügen wir uns gegenseitig? Warum wollen wir so wenig über die Folgen unseres Handelns und Konsumverhaltens wissen? Warum können wir uns nicht entsprechend unserer Einsicht ändern?

Ich fürchte die Antwort lautet, dass alle längst wissen, dass sich in einem globalen Wirtschaftssystem, in dem Unternehmen ausschließlich den niedrigsten Preisen und den höchsten Gewinnen folgen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben, Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Fairness kaum eine Rolle spielen können. Deshalb können nachhaltig und sozial verantwortliche Unternehmen und Menschen in unserer Gesellschaft, nur auf die internationale Politik hoffen, die weltweit Arbeits- und Sozialgesetze sowie Mindestlöhne gesetzlich festlegen muss, die auch Bauern und Arbeitern überall in der Welt einen angemessenen Lebensstandard sichern können und die gleichzeitig Wettbewerbsgleichheit unter den Bedingungen nachhaltiger und sozialer Verantwortung herstellen. Das würde den Begriff fairer Handel oder soziale Marktwirtschaft rechtfertigen. Bis dahin bitten wir von Fairbiotea, um Unterstützung durch den Kauf der Fairbiotea Tees, die überwiegend in Naturkostläden, aber auch in guten Teefachgeschäften zu finden sind.


Fairbiotea 2015/10


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Tags: china, bio-tee-qingshan-teegarten, fairbiotea
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Zimbabwe: KAITE ORGANIC AFRICA

Bio-Kleinbauernprojekt KAITE / ORGANIC AFRICA - Lieferantenportrait

Vorbemerkung

Wir lernten Dominikus Collenberg 2008 auf der BioFach Messe in Nürnberg kennen. Dominik ist Agraringenieur und Demeterbauer, arbeitete viele Jahre für die GTZ, als Berater u.a. in verschiedenen Ländern Asiens, Lateinamerikas und Afrikas (u.A. Zimbabwe), sowie China, wo er beim Aufbau der organischen Zertifizierung beteiligt war.
In Zimbabwe begründete er 2007 schließlich die umfassende Initiative KAITE mit folgender Struktur:


KAITE Organic Africa - Struktur

* Bio-Kleinbauernprojekt in Kooperation mit 2 Trainingscentern, die durch NGOs finanziert werden: ein Center ist das Trainigscenter der Jesuiten, das u.A. durch Miserior, aber auch die EU und andere potente Geber finanziert wird, dann Kufunda, ein kleines Center, dass  für KAITE ideal gelegen und von sehr engagierten Menschen geführt und implementiert wird.
* KAITE hat ein Unternehmen in Zimbabwe, das zur Erreichung der ökonomischen Ziele notwendig ist, sowie eine Stiftung in Zimbabwe und einen Verein in Deutschland, die zur Erreichung der gemeinnützigen Ziele wichtig ist:
* - KAITE Stiftung - Vertreter der örtlichen Prominenz, denen die Entwicklung des Landes am Herzen liegt, sind im Stiftungsrat vertreten
* - in Deutschland ein gemeinnütziger Verein KAITE Trust ( jetzt ORGANIC AFRICA Trust) u.A. für AIDS-Waisen)
* 2014 wird der ökonomische Teil von KAITE umbenannt in " ORGANIC AFRICA". ORGANIC AFRICA arbeitet zusammen mit BIZ (Bio Innovation Zimbabwe), eine Organisation, die sich um "underutilized plants", also um bessere Nutzung der heimischen, "unternutzten" indigenen Pflanzen kümmert, wie auch Baobab, Makoni- und Resurrection Tee.


ORGANIC AFRICA verhält sich unpolitisch und verzichtet auf eigenen Landbesitz. ORGANIC AFRICA arbeitet mit gegenwärtig ca. 3500 Kleinbauern (70% Bäuerinnen und 30% Bauern) zusammen. Diese bauen Kräuter, Gewürze und Ätherische Ölpflanzen an. Die Produkte werden alle bei den Bäuerinnen und Bauern auf den Gehöften weiterverarbeitet und veredelt. Damit entsteht der Mehrwert vor Ort und die Menschen finden Beschäftigung. Das Engagement von ORGANIC AFRICA kann schon in dem ersten Jahr zu einer Verdoppelung des Einkommens führen. Das Einkommen wird meist für die Schulausbildung der Kinder und die medizinische Versorgung, aber auch den Zukauf von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln genutzt.






Auf der BioFach 2008 ging es darum, im Voraus potentielle Abnehmer auf dem Naturkostmarkt für Bio-Gewürze und -Kräuter zu finden, die nun verstärkt angebaut werden sollten. Bis dahin flossen ORGANIC AFRICA-Produkte in die Kosmetikherstellung.
Die Aufgabe für unsere Firma Heuschrecke bis zu den geplanten ersten Ernten bestand darin, ein Netz von Interessenten zu gewinnen, und auch, mitzudenken, welche Gewürze und Kräuter für den deutschen Markt Erfolg versprechend sind, sodass es dann genügend Abnehmer für einen Container geben würde. Klimatisch ist Zimbabwe ideal für Kräuter, Blüten, und auch z.B. Chili (klein, sehr scharf, Bird-eye-Qualität).


Doch die Wirklichkeit ist anders als der Plan, und dieses Beispiel zeigt, welch langer Atem für ein Projekt benötigt wird.


Es folgte 2008 die Hungersnot und dann die Cholera-Epidemie in Zimbabwe. Die galoppierende Inflation und die einseitige Subventionspolitik Mugabes für Mais verzögerten den Anbau in größerem Umfang und Export von Bio-Kräutern erstmal.
2009 stieß ORGANIC AFRICA zu unserer Kommunikations- und Netzwerk-Initiative "Trust organic small farmers". 2010 gewinnt die ORGANIC AFRICA Initiative den renommierten SEED AWARD der Vereinten Nationen, und der erste große Container mit einigen Tonnen Chilischoten und verschiedenen Kräutern erreichte uns genau an Karneval 2011.

Dominik Collenberg, Gründer von Kaite Organic Africa, und Heinz-Dieter Gasper, Heuschrecke
Dominik Collenberg, Gründer von Kaite Organic Africa, und Heinz-Dieter Gasper, Heuschrecke
Vor dem Büro in Harare
Vor dem Büro in Harare
Tariro, die rechte Hand
Tariro, die rechte Hand
Morgenrunde der Mitarbeiter. Alle, auch wir, stellen sich vor und beschreiben ihre Tätigkeiten.
Morgenrunde der Mitarbeiter. Alle, auch wir, stellen sich vor und beschreiben ihre Tätigkeiten.
Kaite hat dieses Trocknungsgestell entworfen, als einfachen Bausatz für die Bauern, sicher gegen Ungeziefer, kleine Tiere, und Federvieh.
Kaite hat dieses Trocknungsgestell entworfen, als einfachen Bausatz für die Bauern, sicher gegen Ungeziefer, kleine Tiere, und Federvieh.
Gotu Kola im winterlichen Versuchsgarten
Gotu Kola im winterlichen Versuchsgarten
Der Fuhrpark
Der Fuhrpark
Fahrbare Destille. Ätherische Öle sind ein wichtiges Standbein, z.B. Tagetesöl.
Fahrbare Destille. Ätherische Öle sind ein wichtiges Standbein, z.B. Tagetesöl.
Die alte Destille
Die alte Destille
Weitere Schätze aus dem Firmenfuhrpark
Weitere Schätze aus dem Firmenfuhrpark
Baobab-Setzlinge werden an die Bauern verteilt
Baobab-Setzlinge werden an die Bauern verteilt
Baobab-Frucht und Souvenir
Baobab-Frucht und Souvenir
Gerade fand die Neu-Organisation der Kleinbauern statt, die nach Fairtrade-Regeln ein freier Partner der Firma Kaite Organic Africa sein sollen (keine Ausbeutung oder Knebelverträge).
Gerade fand die Neu-Organisation der Kleinbauern statt, die nach Fairtrade-Regeln ein freier Partner der Firma Kaite Organic Africa sein sollen (keine Ausbeutung oder Knebelverträge).

Unsere Reise

Im Sommer 2014 (ein Jahr nach den friedlich verlaufenen Wahlen mit absehbarem Ergebnis) besuchten wir dann Kleinbauerngruppen von ORGANIC AFRICA in verschiedenen Regionen. In Simbabwe war es natürlich Winter, trocken und sonnig, und abends rechts kalt.


Wir waren gut eine Woche unterwegs, begleitet von Benedikt Kaukler (Firma Topqualitea) und natürlich Dominik Collenberg, dem ORGANIC AFRICA-Gründer und Chef.


Unsere Reise startete in Harare, der Hauptstadt und Firmensitz von ORGANIC AFRICA.
Hier vor Ort arbeiten 7 Angestellte in den Bereichen: EDV, Zertifizierungen (Bio + Fairtrade), Lagerhaltung, Finanzen, Administration. Hinter dem Bürogebäude liegt ein Garten mit kleinen Versuchsfeldern für Gotu Kola (im Südosten des Landes wächst es wild in ‚Teppichen' wie Bärlauch bei uns), Chili, Zitronengras, Tagetes (eines der großen Produkte von ORGANIC AFRICA für ätherisches Öl - auch die mobile Destille steht hier), Jasminblüten, Hibiskus, u.a..


Die Hauptprodukte von ORGANIC AFRICA sind Tagetes-Öl (für die Kosmetik-Industrie), Baobab-Fruchtpulver (2014 ist ORGANIC AFRICA der größte Baobab-Produzent weltweit), Strophantus (hier war ORGANIC AFRICA bisher auch weltgrößter Produzent), Chili, Hibiskus, Teufelskralle, Gotu Kola, Papaya Blatt (ein Boom in Österreich) ...
Daneben werden viele verschiedene Küchenkräuter und Blüten angebaut.
Relativ neu hinzu kommt Moringa - z.Zt. ein Boom in Deutschland. Moringa (Moringa oleifera) ist in Sambia heimisch, und in den letzten Jahren wurden viele Bäume in Simbabwe angepflanzt zur eigenen Gemüseversorgung.


Ebenfalls zu sehen ist der von ORGANIC AFRICA entwickelte hygienische Solartrockner - ohne Strom, reine Sonnentrocknung. Die Ware liegt auf einem Drahtnetz und ist durch ein Schrägdach geschützt (hühnersicher - Federvieh rutscht sofort ab auf der Schräge). Das Ganze auf 4 Beinen stehend zum Schutz vor Erdverschmutzungen, Insekten und Nagern. Die Kleinbauern erhalten diese Trockner als Bausatz und setzen sie selbst zusammen - eine geniale und preiswerte Lösung.


In der nördlich von Harare gelegenen Region Domboshawa besuchen wir einige Farmer. Domboshawa liegt im Mashonaland (von den Shona bewohnt) und ist geprägt durch eine bizarre Granitlandschaft - die jetzt im Winter wie eine gebirgige Mondlandschaft aussieht.

Begleitet werden wir vom Berater in der Region‚ Extension Executive Pedzisai Nemadziba. Sein letzter großer Einsatz bevor er nach Australien und in die Niederlande für sein Masterstudium ‚Biolandbau' geht.
ORGANIC AFRICA hat 5 solcher Berater fest angestellt: studierte, sehr versierte einheimische Agrarfachleute. Jeder betreut eine Region mit 500 - 1000 Bauern. Jeder Bauer wird zumindest einmal besucht, aber intensiv arbeiten die Berater mit 70 Kontaktbauern, die 2x/Monat besucht werden. Die Kontaktfarmer besuchen ihrerseits 2x im Monat alle anderen Bauern - ihre Partner -, schulen und beraten.
Pedzisai trainiert auch zu speziellen Themen wie Ernte, Hygiene, Lagerung, Handling.

Typische Dokumentation für die Bio- und Fairtrade-Zertifizierung von Kleinbauern: Vertrag
Typische Dokumentation für die Bio- und Fairtrade-Zertifizierung von Kleinbauern: Vertrag
Kontrolldokument
Kontrolldokument
Betriebsbeschreibungen
Betriebsbeschreibungen


Dossier für Farmer
Dossier für Farmer
Unsere Reisestationen: Domboshava nördlich von Harare
Unsere Reisestationen: Domboshava nördlich von Harare
Region der Victoria-Fälle im Westen
Region der Victoria-Fälle im Westen
Region Hwange
Region Hwange
Region Binga und Kariba-Stausee
Region Binga und Kariba-Stausee
Winterliche Landschaft mit ...
Winterliche Landschaft mit ...
... Granitbergen
... Granitbergen

Unterwegs
Unterwegs
Pedzisai, der regionale Berater
Pedzisai, der regionale Berater

Domboshawa

Domboshawa: Familie Chigon'a bewirtschaftet 3 ha. Die Hauptprodukte sind Chili, Orangen, Saflor- und Calendulablüten, daneben Erd- und Bambaranüsse, sowie verschiedene Gemüse für den Eigenbedarf.

 




Domboshawa, Guhwa: Dominik erzählt, dass hier seine beste Bauerngruppe sei. Wir besuchen Godfrey Guhwa, der sich für die winterliche Dürrezeiten selbst einen stattlichen Wassertank konstruiert hat. Seine Felder sehen dementsprechend schön grün aus. Auf 2 ha baut er Chili, Saflor, Calendula, Kornblume, Papaya und Gemüse an, hält außerdem 2 Schweine und Hühner.
Die Gruppe um Guhwa tauscht sich gut aus. Wir besichtigen anschließend die Kompostherstellung von Bauer Fortune Muzariri.


Auf dem Weg zur Kleinbauernfamilie Chigon'a
Auf dem Weg zur Kleinbauernfamilie Chigon'a
Chilifeld ...
Chilifeld ...
... mit Bäuerin. Eine tolle Gelegenheit, unseren KundInnen zu zeigen, wo unser Cayennepfeffer herstammt.
... mit Bäuerin. Eine tolle Gelegenheit, unseren KundInnen zu zeigen, wo unser Cayennepfeffer herstammt.
Mutter und Tochter am Solartrockner. Es gefiel ihnen, ihr Produkt im Heuschrecke Streudöschen zu sehen.
Mutter und Tochter am Solartrockner. Es gefiel ihnen, ihr Produkt im Heuschrecke Streudöschen zu sehen.
Saflorblüten
Saflorblüten

Frau Chigon'a mit uns Reisenden
Frau Chigon'a mit uns Reisenden
Bauerngruppe Guhwa in Domboshawa
Bauerngruppe Guhwa in Domboshawa
Wir werden erwartet
Wir werden erwartet
Ungewöhnliches Grün im trockenen Winter ,,,
Ungewöhnliches Grün im trockenen Winter ,,,
... dank der selbstgebauten Zisterne
... dank der selbstgebauten Zisterne
Heinz-Dieter Gasper diskutiert mit dem ...
Heinz-Dieter Gasper diskutiert mit dem ...
... Wiedererfinder über das uralte Prinzip.
... Wiedererfinder über das uralte Prinzip.
Ringelblumenblüten auf der Trocknung
Ringelblumenblüten auf der Trocknung
Sonnenblumenblüten
Sonnenblumenblüten
Viehhaltung im kleinen Maße
Viehhaltung im kleinen Maße
Papayabaum
Papayabaum
Nicht nur die Früchte sind gesund, sondern auch das Blatt begehrt für naturmedizinale Kräutertees
Nicht nur die Früchte sind gesund, sondern auch das Blatt begehrt für naturmedizinale Kräutertees
Papayabaum mit Bauer ...
Papayabaum mit Bauer ...
und Bäuerin ...
und Bäuerin ...
und solo
und solo

Diese Kleinbauerngruppe stellt selber Kompost her. Auf dem Weg dorthin.
Diese Kleinbauerngruppe stellt selber Kompost her. Auf dem Weg dorthin.
Kompost im Entstehen
Kompost im Entstehen
Kompost.
Kompost.
Im Dorf
Im Dorf
Mittags um 1: Schule aus
Mittags um 1: Schule aus
Auf dem Weg zurück nach Harare haben wir die winterliche Granitlandschaft bewundert ...
Auf dem Weg zurück nach Harare haben wir die winterliche Granitlandschaft bewundert ...
... eigenartig wie Mondlandschaft
... eigenartig wie Mondlandschaft



Baobab, Affenbrotbaum


Baobab (Adansonia digitata) ist kein Baum, sondern eine Sukkulente, gehört also zur Kakteenfamilie. Wenn man genau hinsieht, bemerkt man die graue glatte Haut, und kann sich vorstellen, dass im Inneren Unmengen von Wasser gespeichert sind. Auf unserer Reise begegneten wir einem 1000jährigen Baobab (ein Naturdenkmal) - ein Ungetüm mit der Würde eines alten Elefanten.
In der Regenzeit entwickelt der Riese etwas zaghaftes Grün, und schließlich die Früchte in ihrer harten Schale. Zur Reife zieht der Baum sämtliches Wasser aus der Frucht, sodass beim Öffnen praktisch schon das fertige Fruchtpulver zu sehen ist, im Zwischenraum der vielen Kerne, zusammengehalten von braunen Fasern.

Die Bäume sind im heißeren Süden von Simbabwe heimisch. Für ORGANIC AFRICA knacken die Bauern vor Ort die Früchte von Hand und liefern nur noch das komplette Fruchtfleisch mit Fasern und Kernen (Ugugu) zur deren Fabrik in die Nähe von Harare. Hier wird weiterverarbeitet: erst wird das Fruchtfleisch von Fasern und Samenkernen getrennt.
Aus den Samen wird Öl für Kosmetik gepresst. Aus dem Pressrückstand kann eine Art Presskuchen zum Knabbern hergestellt werden, der sogar schmeckt und noch wertvolle Inhaltsstoffe hat ...
Das Fruchtpulver wird dann durch sehr feine Siebe abgesiebt. Fertig.

Baobab-Fruchtpulver erlebt gerade in Deutschland einen Boom als Superfood (kleine Produkte mit konzentrierten Wirkstoffen). Das sehr saure, erfrischende Pulver kann in Smoothies, Mixgetränke, in Desserts, beim Backen oder in Marmeladen verwendet werden.

Nationaldenkmal: wahrscheinlich 1000jähriger Baobabbaum
Nationaldenkmal: wahrscheinlich 1000jähriger Baobabbaum
Die Früchte sind schon geerntet
Die Früchte sind schon geerntet
Die Früchte sind hart und werden richtig geknackt.
Die Früchte sind hart und werden richtig geknackt.
Das Innere ist bereits trocken - der Baum zieht in der Trockenzeit das Wasser aus den Früchten heraus.
Das Innere ist bereits trocken - der Baum zieht in der Trockenzeit das Wasser aus den Früchten heraus.
Aus den Kernen wird Öl gepresst. Aus dem Pressgut kann eine Knabberei hergestellt werden.
Aus den Kernen wird Öl gepresst. Aus dem Pressgut kann eine Knabberei hergestellt werden.
Das Saure Pulver wird z.B. in Smoothies, Desserts, Marmeladen verwandt.
Das Saure Pulver wird z.B. in Smoothies, Desserts, Marmeladen verwandt.
Korrekte Deklaration der Säcke
Korrekte Deklaration der Säcke

Nord-West-Simbabwe

Unsere Reise geht weiter in den Westen des Landes - zunächst machen wir den Victoria Falls unsere obligatorische Aufwartung, anschließend besuchen wir eine Farmer-Gruppe in Binga im Hwange Distrikt.

Auf dem Weg übernachteten wir am Kariba - Stausee. In Erinnerung bleibt uns der imposante Sternenhimmel, die glitzernden Augen der Krokodile im Dunkeln, und die Grusel-Geschichten der Einheimischen, was einem passiert, sobald man nachts vor die Tür geht.

 

 

Die Victoria Wasserfälle, kurz Vic Falls, gehören zu den größten der Welt.
Die Victoria Wasserfälle, kurz Vic Falls, gehören zu den größten der Welt.
Der interessantere Teil liegt in Zimbabwe (sagen die Zimbabwer)
Der interessantere Teil liegt in Zimbabwe (sagen die Zimbabwer)
und ein Teil liegt in Sambia
und ein Teil liegt in Sambia
Auch der Karibe-Stausee hat gigantische Ausmaße - und Krokodile
Auch der Karibe-Stausee hat gigantische Ausmaße - und Krokodile

Binga


Binga: In Hwange District im Westen Simbabwes arbeiten ca. 400 Kleinbauern und ca. 150 Wildsammler mit ORGANIC AFRICA zusammen.
Hauptprodukte hier sind u.a. Hibiskus (Rosella), Strophantus und Teufelskralle. Die Menschen hier sind Tonga - dieser Stamm wird in der Literatur als matrilinear, lebhaft und redefreudig beschrieben - tatsächlich werden wir in dieser Region stets von der kompletten Dorfgemeinschaft, und teilweise auch mit Gesang begrüßt (Dominik behauptet, dass er immer mitsingt).

Unterwegs treffen wir Daniel Munanaieri, den Berater für diese Region, und besuchen mit ihm die Farmergruppe "Sikalenge": 63 Mitglieder - 10 Männer, 53 Frauen.
Diese Gruppe hat 2010 mit dem Bio-Anbau begonnen und ist seit 2013 auch Fairtrade-zertifiziert. Erstes Produkt von Sikalenge ist Rosella (Hibiskus), dann Hirse, Sorgum, Mais, neu: Moringa und Saflor (Färberdistel).
In der Verwaltung der Bauerngruppen sind die Frauen präsent: Jenet ist Field-Inspector, und Annah Vizepräsidentin.


 


Die Funktion solcher Lieferanten-Reisen ist nicht nur, dass wir etwas über unsere Produkte lernen, sondern auch umgekehrt den Bauern und Bäuerinnen zu zeigen, dass ihre Erzeugnisse gebraucht und wertgeschätzt werden. Dazu gehören auch Besuche bei "officials", den lokalen Verwaltungen oder NGOs, die mit ORGANIC AFRICA zusammenarbeiten.


Anschließend besuchen wir zusammen mit Daniel die Manjolo Toseke Group. Diese Bauerngruppe ist neben Rosella (Hibiskus) auf Strophantus spezialisiert.
41 Familien bewirtschaften je ca. 3 ha mit Rosella, Strophantus, Sorgum, Hirse, Mais, Bohnen, Baobab, Kaffee, Gemüse, Tomaten, Zuckerrohr und verschiedene einheimische Beeren.
Beim Empfang durch die Dorfgemeinschaft finden verschiedene Dinge statt: Die Bauern und Bäuerinnen präsentieren ihre Arbeit, wir stellen uns vor und erzählen, was mit ihren Produkten in Deutschland geschieht, und nebenbei finden kleine Schulungen statt, z.B. zur Hygiene beim Schneiden und Trocknen. Evtl. werden weitere Projekte angedacht, neue Ideen, was noch vermarktet werden könnte, oder Dinge, die geändert und verbessert werden sollten. Alle tragen sich in eine Anwesenheitsliste ein. Wir sprechen englisch, Daniel übersetzt von Englisch auf Shona, und ein weiterer Übersetzer von Shona auf Tonga.

Die sehr giftige Pflanze Strophantus wird zur Herstellung von pflanzlichen Herzmedikamenten benötigt, und letztes Jahr war ORGANIC AFRICA der weltgrößte Lieferant dafür. Im Busch werden die bumerangähnlichen Früchte des wildwachsenden Strauchs geerntet. Sie müssen dann sehr vorsichtig weiterverarbeitet werden: sie werden im Dorf vor Ort geschält, dann wird das faserige Fruchtinnere aufgeschlitzt um an die Kerne zu kommen. Nur diese werden gebraucht. Dann erst wird an der Sonne getrocknet.
ORGANIC AFRICA hat diese arbeitsaufwendige Methode implantiert, um Aflatoxinbildung zu vermeiden (die große Gefahr, wenn Pflanzenteile nicht richtig trocknen können).


Kleinbauerngruppe von Sikalenge
Kleinbauerngruppe von Sikalenge
Ein Hauptprodukt ist Rosella, Hibiscus
Ein Hauptprodukt ist Rosella, Hibiscus
Getrocknete Moringablätter
Getrocknete Moringablätter
Rosella
Rosella
Jenet ist die Feld-Inspektorin der Gruppe
Jenet ist die Feld-Inspektorin der Gruppe
Rosella im Winter
Rosella im Winter

Auf dem Weg ins Dorf
Auf dem Weg ins Dorf
Moringabaum
Moringabaum
Baobab
Baobab
Lagerhäuser sind immer auf Stelzen
Lagerhäuser sind immer auf Stelzen
Wohnhaus
Wohnhaus
Hausbau
Hausbau
Berühmte Tonga-Pfeife. Nur bei den Tonga ist das Hasch-Rauchen legal bzw. Gewohnheitsrecht.
Berühmte Tonga-Pfeife. Nur bei den Tonga ist das Hasch-Rauchen legal bzw. Gewohnheitsrecht.
Behördenbesuche: Distriktadministrator
Behördenbesuche: Distriktadministrator
Distrikt-Präsident
Distrikt-Präsident
Die Vorsitzende Rosemary der NGO Zubo Trust.
Die Vorsitzende Rosemary der NGO Zubo Trust.
Der Trust fördert dörfliche, kleinbäuerliche Strukturen und Frauen
Der Trust fördert dörfliche, kleinbäuerliche Strukturen und Frauen
Die Kleinbauerngruppe Toseke ist spezialisiert auf Strophantus
Die Kleinbauerngruppe Toseke ist spezialisiert auf Strophantus
Bumerangähnliche Strophantus-Frucht
Bumerangähnliche Strophantus-Frucht
Empfang im Dorf der Toseke-Gruppe.
Empfang im Dorf der Toseke-Gruppe.
Immer mit Dokumentation, Anwesenheitslisten.
Immer mit Dokumentation, Anwesenheitslisten.
Chairwoman der Gruppe. Sie erzählt uns über ihre Produkte.
Chairwoman der Gruppe. Sie erzählt uns über ihre Produkte.
Aus den giftigen Strophantus-Früchten werden nur die Kerne herausgelöst und dann getrocknet.
Aus den giftigen Strophantus-Früchten werden nur die Kerne herausgelöst und dann getrocknet.


Im Dorf
Im Dorf


Speicherhaus
Speicherhaus
Typischer Getreidespeicher aus Ton
Typischer Getreidespeicher aus Ton
Speicherhaus
Speicherhaus

Abschiedsfoto
Abschiedsfoto

Bewässerungsprojekt


Ausflug zu einem neuen Bewässerungsprojekt.
Am Fuße eines Gebirges tief im Busch entsteht gerade ein EU-gefördertes Bewässerungsprojekt. Es ist bestechend simpel konstruiert: aus einem Stausee in den Bergen wird Wasser heruntergeleitet und fließt in mehrere offenen Kanäle. Rechts und links liegen Felder, Regierungsland. Bauern können jeweils 2-ha-Felder pachten, und bewässern sie selbst mithilfe eines Gummischlauchs.

Dominik würde für ORGANIC AFRICA gerne mit Bauern auf 2-3 Felder zusammenarbeiten, direkt am Anfang der Felderreihe - so gäbe es keine Gefahr von Pestizideinträgen. Das würde erlauben, mehr der gefragten Pflanzen Kamille, Saflor, Melisse und Minze anzubauen. Auf dem guten Boden und in diesem Klima wären 2 - 3 Ernten/Jahr möglich.

Fahrt nach Hwange
Fahrt nach Hwange
Neues, EU-gefördertes Bewässerungsprojekt
Neues, EU-gefördertes Bewässerungsprojekt
Es ist grün ...
Es ist grün ...
Mehrere solcher Kanäle trennen die Feldreihen
Mehrere solcher Kanäle trennen die Feldreihen
Einfaches Prinzip - aber wir konnten das nicht so lässig handhaben wie diese Bäuerin
Einfaches Prinzip - aber wir konnten das nicht so lässig handhaben wie diese Bäuerin
Das Wasser wird aus dem Kanal angesogen und fließt durch den einfachen Gummischlauch ins Feld
Das Wasser wird aus dem Kanal angesogen und fließt durch den einfachen Gummischlauch ins Feld


Reifenpanne auf der Dirtroad
Reifenpanne auf der Dirtroad

Teufelskralle

In der Region Ndlovu, etwa 100km von den Victoria Falls entfernt, werden die Wurzel der Teufelskralle (devils claw) geerntet. Wir besuchen dort einige Dörfer, die Namen tragen wie BH9 (Brunnen 9, 32 Familien) oder BH8/7 (Brunnen 8-7, 15 Familien). In der Gesamtregion werden 8 - 10 Tonnen der Wurzeln gewonnen, die in Europa zu pflanzliche Arthose-Mittel verarbeitet werden.

In BH9 wurden wir mit einem "Arbeiterlied" empfangen, in etwa: "bleib nicht faul im Bett liegen, sondern steh auf und arbeite ..." (Dominik hat diesmal nicht mitgesungen).

In der Begrüßungsrunde werden nach der Vorstellung unserer Firma und der Präsentation der Dorfgemeinschaft auch über Qualität gesprochen.
Die wichtigen Regeln sind:
1) nichts auf dem Boden trocken (Sand, Kabel, Hühnermist)
2) Keine Kontamination mit den Hütten - diese werden im November zur Regenzeit von der Regierung mit DDT ausgesprüht.
3) Immer Hände waschen
Im November stoppen dann auch die Ernten wegen Lagerproblemen.

Bei unserem Besuch ist die Teufelskrallenernte in vollem Gange, und wir dürfen in den Busch mitgehen. Im Winter stehen natürlich keine Pflanzen mehr, deshalb wird zunächst anhand der Spuren, vertrocknetem Gestrüpp und den Teufelskrallenfrüchten, das Zentrum einer Pflanze ausgemacht.
Die Hauptwurzel darf nicht verletzt werden, deshalb wird ein Radius um die vermutete Pflanze gezogen und nur dort in die Tiefe gegraben. Männer und Frauen schippen bis zu einem Meter tief den Sand hinaus und sammeln dabei Wurzel-Ableger. Eine Gruppe Frauen feuert die Grabenden durch Gesang an.
Ein Teufelskrallenbusch kann nur alle 3 Jahre beerntet werden - solange braucht die Wurzel, um neue Ableger zu bilden.

Anschließend werden die geernteten Wurzelstücke gewaschen, geschält, in Scheiben geschnitten und auf einem Gestell getrocknet.

Wir wurden auch gefragt, wofür die Teufelskrallenwurzeln eigentlich gebraucht werden - unsere demonstrierten Erklärungen (Humpeln, Rücken halten) konnten sie gut nachvollziehen und werden die Wurzeln ab nun auch selber benutzen.

Besuch bei der Kleinbauerngruppe von Ndlovu. Die Dörfer heißen Borhole (Brunnen) 8 oder BH9
Eine fröhliche Gruppe - Empfang mit Tanz ...
... und Gesang.

Empfang in der Kleinbauerngruppe

Heinz-Dieter Gasper beschreibt, was unsere Firma macht


Ein Hauptprodukt dieser Gruppe ist Teufelskrallenwurzel. Trocknung ...
... der geschnittenen Wurzel
Die "Frucht" der Teufelskralle
Die Bauern und Bäuerinnen demonstrieren uns, wie die Ernte vonstatten geht. Eingrenzen der vermuteten Fundstelle.
Es wird vorsichtig im Kreis um die vermutete Hauptpflanze gegraben. Die Frauen singen dabei.
Bis zu 1m tief wird gegraben






Demonstration für uns: die Wurzeln werden gewaschen ...
... und in Scheiben geschnitten



Der Stolz der Frauen - die neueingerichtete Gemeinschaftsküche.


Anmerkung von Dominik: Die Bäuerinnen und Bauern haben sich sehr gefreut, dass wir Heuschrecke-Cayennepfeffer in der roten Streudose mitbrachten. Sie haben so die Chance gehabt, einmal ein Produkt zu sehen, das sie selbst hergestellt haben und dann in Deutschland für die deutschen VerbraucherInnen verpackt wurde. Das hat die Bäuerinnen und Bauern sehr motiviert.



Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 3
Tags: bio-gewürze, bio-kräuter, kleinbauern-landwirtschaft, simbabwe, kaite, teufelskralle, devils claw
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Qingshan - Teefarm 2014

Bericht aus den Fairbiotea-Projekten: Qingshan-Farm

Das Fairbiotea-Logo ist auch auf unseren Fairbiotea-Tees zu sehen
Das Fairbiotea-Logo ist auch auf unseren Fairbiotea-Tees zu sehen
Fairbiotea-Inspektion, Interview Bäuerin
Fairbiotea-Inspektion, Interview Bäuerin
Teebusch nach der großen Trockenheit 2013
Teebusch nach der großen Trockenheit 2013
Fairbiotea finanziert auch Dinge wie Schneidemaschinen, LKW-Reparatur, Mähmaschinen ...
Fairbiotea finanziert auch Dinge wie Schneidemaschinen, LKW-Reparatur, Mähmaschinen ...
Inspektion Fairbiotea: Interview
Inspektion Fairbiotea: Interview
Abgestorbene Teepflanzen nach der großen Trockenheit werden herausgemacht.
Abgestorbene Teepflanzen nach der großen Trockenheit werden herausgemacht.
Fairbiotea-Inspektion
Fairbiotea-Inspektion
Teelandschaft Qingshan Farm
Teelandschaft Qingshan Farm
Kompost-Forschungsabschnitt
Kompost-Forschungsabschnitt
Dämpftrommeln in der Vorverarbeitungsfabrik
Dämpftrommeln in der Vorverarbeitungsfabrik
Welken der Teeblätter
Welken der Teeblätter
Teerollmaschine
Teerollmaschine
Fairbiotea-Inspektion: Interview
Fairbiotea-Inspektion: Interview
Wohnhaus
Wohnhaus
Wohnraum
Wohnraum
Wohnraum
Wohnraum
Wohnraum
Wohnraum
Kompost
Kompost
Kompost
Kompost
Kompostverarbeitungsplan
Kompostverarbeitungsplan
Bodenprobe-Entnahme für Laboruntersuchung
Bodenprobe-Entnahme für Laboruntersuchung
Pause in der teefabrik
Pause in der teefabrik
Befüllung der Dämpftrommel
Befüllung der Dämpftrommel
Teebauer Qingshan Farm
Teebauer Qingshan Farm
Die Teebüsche haben sich noch nicht ganz erholt nach der Trockenheit.
Die Teebüsche haben sich noch nicht ganz erholt nach der Trockenheit.


Aus den Fairbiotea-Newslettern 1 und 7 / 2014



Positive Entwicklung 2013 bis 01/14


Trotz aller Probleme im vergangenen Jahr erleben wir derzeit eine gute Kooperation mit dem Management der Qingshan-Teefarm.
Zwei abseits liegende Sektionen der Teefarm wurden aus der Zertifizierung herausgenommen, weil es dort immer wieder zu Problemen im ökologischen Prozess kam, die Bauern nicht kooperierten und die Kontrolle schwierig war.  Nun besteht die Hoffnung, dass das Qualitätsmanagement für die Farm besser wird.
Die Qingshan-Farm soll an anderer Stelle vergrößert werden. Hierfür ist geplant, dass Flächen der angrenzenden Hongxin-Farm hinzugenommen werden und in "Qingshan 2" umbenannt werden. Diese Flächen sind schon seit 2005 biozertifiziert. Es folgen Verhandlungen mit dem bisherigen Pächter und den dort ansässigen Bauern, mit dem Ziel, dass die Farm zukünftig vom Qingshan-Management gepachtet werden kann.



Die Biokontrollstelle muss dieser Zusammenführung zustimmen. Fairbiotea wird dieser Erweiterung nur dann zustimmen, wenn sichergestellt ist, dass auch auf diesen Flächen die zusätzlichen Fairbiotea-Standards entwickelt und angewendet werden (siehe Opens external link in new windowwww.fairbiotea.de/zusaetzliche-standards.html).


Nachdem es im vergangenen Jahr in viele chinesischen Bio-Teefarmen zu Schwierigkeiten gekommen ist, fühlt sich Fairbiotea mit dem eingeschlagenen Weg der Nachhaltigkeitsentwicklung, langfristiger Partnerschaft und der Konzentration auf kontrollierbare Strukturen in den Farmen bestätigt. Teefarmen mit kleinbäuerlichen Strukturen, dem traditionellen chinesischen System, wie unten beschrieben, wird Fairbiotea zukünftig nur noch dann aufnehmen, wenn nachweislich sichergestellt ist, dass kontrollierbare Strukturen vorhanden sind. Das wird kaum in einem solchen System möglich sein.
Fairbiotea wird sich auf Company-Farmen konzentrieren, die besser zu organisieren und zu kontrollieren sind.



Die zwei Systeme der chinesischen Bio-Teelandwirtschaft



Das traditionelle System:
Selbständige Bauern bearbeiten ihr eigenes Land und ein Produzent kauft den Bauern den Tee ab. Der Produzent besitzt den Bio-Zertifizierungsvertrag und muss dafür sorgen, dass alle Bauern den vorgeschriebenen biologischen Prozess umsetzen. Bei Hunderten schlecht bezahlter und unzufriedener Bauern und fehlendem internen Rückverfolgungssystem und Qualitätsmanagement ist es nicht möglich, jeden Bauern zu kontrollieren. Deshalb kommt es immer wieder zu Problemen mit Herbizid- oder Pestizidrückständen.
Das Einkommen der Bauern in diesem System beträgt in der Regel nicht mehr als 35-50 Euro im Monat. Bei diesem geringen Einkommen kann man keine vollständige Umsetzung des ökologischen Prozesses erwarten. Zumindest einige Bauern weigern sich, für die schlechte Bezahlung auch noch körperliche Mehrarbeit für den ökologischen Anbauprozess zu leisten.


Das Company-System:
Ein Produzent erwirbt bzw. pachtet die landwirtschaftlichen Flächen der Kleinbauern und bezahlt die Bauern dafür. So kommt das gesamte Land auch rechtlich unter die Kontrolle des Produzenten und es passiert nichts in der Farm, was der Produzent nicht möchte. So kann man die Farm organisieren, qualifizieren und kontrollieren. Die ehemaligen Kleinbauern werden vom Farmmanagement als Fabrikarbeiter und/oder Saisonarbeiter angeworben. Für solche Arbeitsverhältnisse gibt es in China gesetzliche Mindestlöhne. Das Company-System ist deutlich sicherer für den ökologischen Anbau und sozialer für die Arbeiter. Arbeiter in Company-Farmen erhalten ca. 100-150 Euro Einkommen im Monat. Company-Farmen sind also sicherer und kontrollierbar, deren Produkte wegen der höheren Kosten für Pachten, Löhne und Qualitätsmanagement aber auch deutlich teurer.  Die Qingshan-Farm ist eine Company-Farm und deshalb das qualitativ bessere Farmsystem in Bezug auf Ökologie und Soziales. Bonuszahlungen und Entwicklungspläne.


Im Jahr 2013 wurde erstmalig das neue Bonussystem angewendet. Der Unterschied zum alten System ist, dass der Produzent nun einen Jahresaktionsplan für die weitere Entwick- lung und deren Co-Finanzierung erstellen muss. Darin unterbreitet er Maßnahmenvor- schläge im Bereich Soziales, ökologische Entwicklung und Modernisierung. Ein Teil des Fairbiotea-Bonusbetrages ist außerdem für die Finanzierung eines Kompostforschungs- projekts in der Qingshan-Farm reserviert. Wenn Fairbiotea den Inhalten des Jahresplans zustimmen kann und alle geplanten Maßnahmen bis zum Ende des jeweiligen Jahres praktisch umgesetzt wurden, zahlt der Fairbiotea-Importeur die Bonussumme am Jahresende aus. Da es in der Vergangenheit zu Korruption kam und angekündigte Maßnahmen nicht wie geplant umgesetzt wurden, werden die Bonusbeträge also nicht mehr im Voraus ausbe- zahlt, sondern alle geplanten Maßnahmen durch den Produzenten vorfinanziert und an- schließend erstattet. Auf diesem Weg wird Korruption eingedämmt und durch das Erstattungsverfahren entsteht eine Motivation, die Pläne auch tatsächlich umzusetzen.

Im Jahr 2013 wurde eine Erhöhung der Pachten für die Bauern finanziert. Des Weiteren wurden landwirtschaftliche Maschinen zur Modernisierung angeschafft und ein kleiner LKW wurde instandgesetzt und repariert, um die Transportmöglichkeiten in der Farm zu verbessern. Für die Kompostforschung wurden Baumaßnahmen umgesetzt und Löhne der Kompostmanager und Arbeiter finanziert.
 


Entwicklung 2014, Juli


In unserem Newsletter 1/2014 haben wir über eine positive Entwicklung in der Qingshan-Farm berichtet. Diese hat sich bei der jüngsten Fairbiotea-Inspektion im Mai 2014 bestätigt. Da wir außerdem keinerlei Probleme mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Tees aus diesem Teegarten haben, können wir davon ausgehen, dass der vorgeschriebene ökologische Prozess nach EU-Verordnung inzwischen befolgt wird.



Stattdessen gibt es aber Probleme, denen Menschen nichts entgegenzusetzen haben. Mit zunehmendem Klimawandel sieht sich die Landwirtschaft weltweit mit extremen Wettersituationen konfrontiert. So hat die extreme Trockenheit in der Qingshan-Farm im vergangenen Sommer einen Teil der Teebüsche völlig zerstört. Ein anderer Teil muss vollständig zurückgeschnitten werden. Beides beeinflusst nachhaltig die Qualität des Tees und den Mengenertrag. Auch die Ernte 2014 wird deshalb geringer ausfallen und es werden weniger weiße Knospen gepflückt werden können. Es wird mehrere Jahre dauern, bis der Teegarten sich vollständig erholt hat. Neue Teebüsche müssen gepflanzt werden und die zurückgeschnittenen Büsche benötigen Zeit, bis sie wieder den vollen Ertrag bringen.


Dies ist aber nicht die einzige von außen beeinflusste Veränderung. Die Kontrollstelle IMO China musste im Januar 2014 aus nicht bekannten Gründen ihre Inspektionstätigkeit in China einstellen. Deshalb wurde mit der Inspektion 2014 auch in der Qingshan-Farm ein Kontrollstellenwechsel nötig. Für Fairbiotea ist dies bedauerlich, denn mit IMO China gab es eine gut eingespielte Zusammenarbeit und es ist derzeit nicht sicher, ob die Zusammenarbeit mit einer anderen Kontrollstelle ebenso gut funktionieren wird. Neue Verhandlungen und neue Verträge zwischen der neuen Kontrollstelle und Fairbiotea sind nötig. Wir werden darüber berichten. (Anm. von  Heuschrecke: Inzwischen liegt das Ceres-Zertifikat vor. Ceres hatte uns damals auch eine Weile bezüglich NOP zertifiziert. Für Interessierte: so sieht das Fairbiotea-Zertifikat aus). 

 

 

Kompostforschungsprojekt


Zum gezielten Aufbau eines natürlichen Nährstoffkreislaufs muss Material für die Kompostierung angebaut oder beschafft werden. Hierfür müssen entsprechende Flächen verfügbar sein oder erschlossen werden. Große Mengen organischer Abfälle und Biomasse müssen gesammelt und transportiert werden. Transportwege müssen gebaut werden. Enten, Hühner, Schweine, Ziegen, Schafe und Rinder müssen gekauft bzw. gezüchtet werden. Die für deren Unterbringung und Ernährung notwendigen Infrastrukturen müssen geschaffen werden. Zur Bodenverbesserung und zur Eindämmung von Erosion müssen Schattenbäume gepflanzt werden. Um diese Voraussetzungen für die Herstellung von nährstoffreichem Kompost zu realisieren, benötigen die Kompostmanager und Bauern entsprechende beratende Unterstützung - Unterstützung, die Fairbiotea kostenlos zur Verfügung stellt.

 

Zudem ist es erforderlich, unterschiedliche Herstellungs- und Anwendungsmethoden in einem an der Praxis orientierten Kompostforschungsprojekt zu testen. Es gilt, die Effizienz der verschiedenen Methoden festzustellen, um das beste Verhältnis zwischen Kosten und Ertrag zu finden, bevor eine flächendeckende Anwendung erfolgt. Ziel ist es, die nachhaltige ökologische Landwirtschaft möglichst wirtschaftlich, umweltfreundlich und klimaschonend zu gestalten. Diese Art von Entwicklung ist sehr beratungs- intensiv, arbeitsintensiv, kostenaufwändig und langwierig. Wenn am Ende der Forschungsphase nachgewiesen wird, dass der Nutzen größer ist als der Kostenaufwand, dann wird das angestrebte Ziel, die Farm mit großen Mengen natürlicher Nährstoffe zu versorgen, erreichbar sein. Auf diese Weise können die Bauern und Produzenten von der Errichtung eines natürlichen Nährstoffkreislaufs im nachhaltigen ökologischen Landbau überzeugt und motiviert werden, wovon sowohl die Bauern und Produzenten als auch Umwelt und Klima profitieren würden. Zurzeit befindet sich das Kompostprojekt noch in der Lernphase. Kompostmanager und Kompostarbeiter haben unterschiedliche Wege ausprobiert, hochwertigen Kompost herzustellen und ein entsprechendes Monitoring geübt. Nach diversen Fehlschlägen, ist in den letzten Monaten eine positive Entwicklung und Fortschritte bei der Umsetzung zu erkennen. Es besteht die begründete Hoffnung, dass Fairbiotea in 2014 den nächsten Entwicklungsschritt machen kann.

Nachdem Fairbiotea 2013 den Kauf von Gerätschaften für das Forschungsprojekt mitfinanziert hat, sehen wir 2014 guten Ergebnissen bei der hochwertigen Kompostherstellung entgegen. Wenn der Kompost den gewünschten Reifegrad erreicht hat, steht der nächste Schritt bevor. Unterschiedliche Anwendungen sollen in den nächsten Jahren getestet werden. Hierzu wurden Basisbodenproben auf Nährstoffgehalte untersucht. Zu einem späteren Zeitpunkt nach der Kompostanwendung soll durch erneute Laboruntersuchungen die Veränderung und die Wirksamkeit der Kompostanwendung nachgewiesen werden. Da auch die Wirksamkeit von Komposttee geprüft werden soll, der auf die Teeblätter gesprüht wird, werden die gleichen Laboruntersuchungen auch bei frischen Teeblättern durchgeführt.





Bonussystem



Leider mussten wir in den vergangenen Jahren wiederholt feststellen, dass finanzielle Bonuszuwendungen nicht bei den Bauern ankamen oder die Höhe der Zuwendungen, die die Bauern erhielten, nicht mit den geplanten Zahlungen übereinstimmten. Eine Überprüfung der Auszahlungen ist praktisch unmöglich. Im Jahr 2013 sollten die Pachterträge der Bauern mit Hilfe von Fairbiotea erhöht werden. Leider konnte kein Bauer bei der Befragung bestätigen, eine höhere Pacht erhalten zu haben. Wir bedauern dies sehr, denn es nimmt uns die Möglichkeit, die Bauern finanziell zu unterstützen. Wir möchten nicht die allgegenwertige Korruption fördern. Deshalb versuchen wir soziale finanzielle Zuwendungen auf vermeintlich überprüfbare Varianten zu reduzieren. Dabei müssen wir immer wieder feststellen, dass die Korruption sehr trickreich agiert.


Erfreulicherweise konnten wir aber auch feststellen, dass ein vermeintlich unnützes Straßenbauprojekt, das von Fairbiotea mitfinanziert wurde, nach 5 Jahren doch noch wie geplant fertiggestellt wurde. Die Straße hörte bisher kurz vor dem Anschluss an eine größere Straße auf und war damit nicht durchgängig befahrbar. Nun wurde sie im Jahr 2014 komplett fertiggestellt.


 

Im Wesentlichen konzentriert sich Fairbiotea darauf, die Prämien in die nachhaltige Entwicklung der Farm zu investieren. So wurden Hilfsmittel, Werkzeuge und Maschinen für Landwirtschaft und Kompostherstellung finanziert. Für eine Kompostgroßproduktion wird eine Reihe weiterer Maschinen benötigt, die Schritt für Schritt angeschafft werden sollen.


 

Für das Jahr 2014 sind Investitionen in die Rekultivierung der Farm geplant. Wie oben beschrieben, sollen die bei der Trockenheit im letzten Jahr entstandenen Schäden durch Neupflanzungen behoben werden. Gleichzeitig finanziert Fairbiotea Schattenbäume, die überall dort in der Qingshan-Farm gepflanzt werden wo durch die Trockenheit Schäden entstanden sind.


Geplant ist außerdem die Finanzierung von Demeter-Schulungen, mit dem Ziel den langen Weg zu einer Demeter-Zertifizierung einzuschlagen.


Fairbiotea stellt außerdem noch Geld für einen Multimediaklassenraum zur Verfügung, der in der Internatsschule eingerichtet werden soll, die von den Kindern der Qingshan-Farm besucht wird.


 


Teequalität und Export


Leider hat die Qualität bei einigen Teesorten nachgelassen. Die Exportpreise sind teilweise sehr stark gestiegen. Dies ist damit begründet, dass es immer schwieriger wird, Saisonarbeiter anzuwerben und die Saisonarbeiter immer besser bezahlt werden müssen. Immer weniger Chinesen möchten in Teefarmen arbeiten. Außerdem hat die extreme Trockenheit in 2013 einen erheblichen Teil der Ernte nachhaltig zerstört.


Wegen dieser Probleme konnten die Exportkontrakte nicht wie geplant erfüllt werden. Weder die geplante Menge noch die Qualität konnten durchgängig wie geplant geliefert werden. Betroffen waren insbesondere Tees mit weißen Blattspitzen, die nur in geringen Mengen geerntet werden konnten.


Inzwischen kann die gesamte Ernte der Qingshan-Farm gut in Europa vermarktet werden.

 

 

aus den Fairbiotea-Newslettern, siehe auch Opens external link in new windowwww.fairbiotea.de

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Tags: fairbiotea, bio-tee, china
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Verrückte Weltreise (3): Zukunft

Bio + Fair: auch ein Baustein für die Zukunft der Jugend

Zimbabwe/KAITE: Chili-Bäuerin Mrs. Chigon'a. Li: Dominik Collenberg, Gründer des Kleinbauernprojekts KAITE / All Organic Africa.
Zimbabwe/KAITE: Chili-Bäuerin Mrs. Chigon'a. Li: Dominik Collenberg, Gründer des Kleinbauernprojekts KAITE / All Organic Africa. 4.v. li.: Extension Executor (Gebietsleiter und Berater) Pezisai, studierter Agrarwissenschaftler.
Zimbabwe/KAITE: Mr. Godfrey Guhwa diskutiert mit Heinz Gasper über die selbstgebaute Zisterne zur Bewässerung in der Trockenzeit.
Zimbabwe/KAITE: Mr. Fortune Muzariri diskutiert mit Heinz Gasper über die selbstgebaute Zisterne zur Bewässerung in der Trockenzeit. Wir bekommen Papaya-Blätter von ihm.
Zimbabwe/KAITE: Kleinbauerngruppe Sikalenge, spezialisiert auf Hibiscus und neu: Moringa.
Zimbabwe/KAITE: Kleinbauerngruppe Sikalenge, spezialisiert auf Hibiscus und neu: Moringa.
Zimbabwe/KAITE: es geht los zu den Feldern
Zimbabwe/KAITE: es geht los zu den Feldern
Zimbabwe - Jugend ...
Zimbabwe - Jugend ...
... wir sind die Zukunft
... wir sind die Zukunft
Zimbabwe/KAITE: bei der Bauerngruppe für Strophantus, Baobab, Hibiscus
Zimbabwe/KAITE: bei der Bauerngruppe für Strophantus, Baobab, Hibiscus
Zimbabwe/KAITE: Die Gruppe  "Ndlovu" in der Nähe der Victoria-Wasserfälle erntet Teufelskrallen-Wurzeln - eine spezielle Prozedur.
Zimbabwe/KAITE: Die Gruppe "Ndlovu" in der Nähe der Victoria-Wasserfälle erntet Teufelskrallen-Wurzeln - eine spezielle Prozedur.
Nepal/Kanchanjangha Tea Estate: Pause
Nepal/Kanchanjangha Tea Estate: Pause
Nepal/Kanchanjangha Tea Estate: Teepflückerin auf dem Weg zur Arbeit.
Nepal/Kanchanjangha Tea Estate: Teepflückerin auf dem Weg zur Arbeit.
 

 


Wie schon geblogt, führte uns unsere Sommerweltreise über den Simbabwe-Winter nach Nepal und Darjeeling in den Monsun. Wir haben unsere Projektpartner für Bio-Gewürze und -Tees:
- KAITE / All organic Africa in Simbabwe
- Kanchanjangha Tea Estate in Nepal
- TPI / Bio-Fairtrade-Plantagen und Kleinbauern-Kooperativen in Darjeeling
besucht, und dabei ca. 35.000 km in 20 Tagen zurückgelegt.


 

 

Wir kamen auf unserer Reise auch viel mit jüngeren Menschen ins Gespräch. Bei der (Neu-)Organisation der kleinbäuerlichen Bio-Landwirtschaft ist es ein Schwerpunkt, auch für die nachfolgenden Generationen Grundlagen für ein sicheres Einkommen zu schaffen. Nur so können die Menschen auf dem Land es sich leisten, dort sesshaft zu bleiben und Familien zu gründen. Die Alternative, in die Megametropolen zu ziehen, hört sich nicht wirklich cool an.

 

 

 

Ein bäuerliches Landleben muss nicht auf Bildung verzichten - wir trafen den einfachen Bauern, der sich eine kunstvolle Zisterne zur Bewässerung konstruierte, junge Frauen, die verantwortlich für Gruppenleitung und Qualitätssicherung in Kooperativen waren, genauso wie studierte Berater für Ökolandbau, die in einem Bezirk Berater und Kommunikatoren für ca. 400 Bio-Bauernfamilien sind.

 

 

 

Das tradierte Wissen ist natürlich ebenfalls Bildung und darf nicht verloren gehen - uns hat z.B. die hausmedizinische Kenntnis über Pflanzen der Bauern in Nepal beeindruckt. Alle Kleinbauernprojekte forschen auch - Topthema ist die Reaktion auf den Klimawandel.

 

 

 

Begeistert hat uns auf unserer Reise, wie unbefangen wir aufgenommen wurden, einmal sogar mit Gesang und Tanz, und wie offen wir am Alltag unserer Bauernpartner teilhaben durften. Wir haben einiges dazu gelernt und noch mehr Gefühl für die Ware, die wir importieren und bei uns weiterhandeln, bekommen. Euch möchten wir das mithilfe des reichen Bildmaterials, unserer Website, und QR-Codes auf der Ware nun hier weitererzählen.

 

 

 

So ein Besuch wirkt immer auch beidseitig: die Kleinbauern und -bäuerinnen haben unsere weite Reise zu ihnen als Wertschätzung empfunden, und stellten viele Fragen, was denn nun mit den Produkten weiter passiert, die sie anbauen, pflegen, sammeln, ernten und trocknen.

In Diskussionen wurden Ideen entwickelt, was man noch Weiteres machen könnte.

Eine unsere Aufgaben war, die Erwartungen der westlichen KonsumentInnen zu erklären bezüglich Verarbeitung, Hygiene und Geschmack. Durch die Reisen werden die Grenzen durchlässiger, und wir werden an den Nahtstellen zur globalen Familie. Natürlich gibt es eine Menge clashs of culture bzw. unterschiedliche Interessen und Lebenserfahrungen zwischen einem afrikanischen Kraldorf und europäischer Konsumgesellschaft mit überbordendem Qualitätssicherungssystemen, die die Urproduktion "natürlich" unter aseptischen Laborbedingungen sehen möchten.

 

 

 

Jugend und Zukunft: in den besuchten Ländern ist die Überwindung von Armut und Perspektivlosigkeit der Jugend die wichtigste Aufgabe, um Frieden zu erhalten (wie in vielen Nachbarregionen auch). Wir durften eine fröhliche und entspannte Atmosphäre erleben; uns wurde aber auch von dem Brodeln unter der Oberfläche berichtet:


Niemand weiß, was passiert, wenn Simbabwe-Diktator Mugabe abtreten muss, der das Land mit seinem eisernen Griff zusammenhält - ob es eventuell in Partikularinteressen zerfällt.


Nepal ist noch immer ein Nach-Bürgerkriegsland mit einer fragilen, jungen Demokratie und einer frischen Regierung (Nov.2013 - die herrschenden Maoisten haben die Wahl verloren) - mit großem Reich-Arm-Gefälle und den Resten eines absurden Kastensystems.


In der Provinz Darjeeling gibt es eine starke und zuweilen gewalttätige Autonomiebewegung junger Gurkhas (Nepalesen in 3./4. Generation in Indien, hohe Arbeitslosenquote unter den jungen Männern. Die Ethnie der Gurkhas ist traditionell nicht unbedingt ein Synonym für Pazifisten), die raus aus dem kulturell sehr unterschiedlichen Bundesstaat West-Bengalen will, und auch raus aus den postkolonialen Strukturen der Teeplantagen-Wirtschaft (die zwar existenzsichernd ist, aber negativ interpretiert Merkmale von Leibeigenschaft aufweist). Darjeeling ist andererseits eine der schönsten Kulturlandschaften, die eigentlich Weltkulturerbe sein müsste.

 

 

 

Die Zusammenarbeit von postkolonialen Bio- und Fairtrade-Teeplantagenstrukturen mit selbstständigen Kleinbauernkooperativen (wie Singell/Potong/Teesta und Selimbong/Mineral Springs, die wir besucht haben) ist deshalb eine politisch/ökonomisch interessante Entwicklung. In derselben Logik wird auch KAITE in Simbabwe schon mal von den Bezirksregierungen gefördert. Wir denken, dass wir mit unserer kleinen Heuschrecke die Pflicht haben, Produkte aus kleinbäuerlicher Biolandwirtschaft zu handeln und bekannt zu machen, und ein kleiner, aber feiner Baustein sind, der Ansätze, Spuren, Anstöße ... vermittelt.

 

 

 


Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

 
Nepal/ Kanchanjangha Tea Estate: Regenguß vorbei -
Nepal/ Kanchanjangha Tea Estate: Regenguß vorbei -
Darjeeling: Prem und HeiDi sind etwa gleich alt.
Darjeeling: Prem und HeiDi sind etwa gleich alt.
Darjeeling: Prem und sein Vater waren beide in der Tee-Politik aktiv.
Darjeeling: Prem und sein Vater waren beide in der Tee-Politik aktiv.
Darjeeling: Versammlung in Mineral Springs, Diskussionen über die Zukunft.
Darjeeling: Versammlung in Mineral Springs, Diskussionen über die Zukunft.
Vermittler zwischen den Welten: Dr. Benedikt Kaukler und Mr. Sachin Subba, Farm-Manager des Bio-Teegartens Selimbong. Hier werden die Teeblätter von Mineral Springs verarbeitet.
Vermittler zwischen den Welten: Dr. Benedikt Kaukler und Mr. Sachin Subba, Farm-Manager des Bio-Teegartens Selimbong. Hier werden die Teeblätter von Mineral Springs verarbeitet.
Darjeeling: Mr. Binod Mohan hat die Firma TPI von seinem Vater übernommen. Sie verwaltet 6 Bio-Teeplantagen, z.T. Fairtrade und Demeter-zertifiziert, und betreut 3 Kleinbauernprojekte.
Darjeeling: Mr. Binod Mohan hat die Firma TPI von seinem Vater übernommen. Sie verwaltet 6 Bio-Teeplantagen, z.T. Fairtrade und Demeter-zertifiziert, und betreut 3 Kleinbauernprojekte.
Nepal: Kinder spielen in allen Ländern ...
Nepal: Kinder spielen in allen Ländern ...
Darjeeling: Handschmuck der verheirateten Frau.
Darjeeling: Handschmuck der verheirateten Frau.
Darjeeling: Präsident der Kleinbauern-Cooperative Mineral Springs, Mr. Puran Tamang, mit seiner Mutter.
Darjeeling: Präsident der Kleinbauern-Cooperative Mineral Springs, Mr. Puran Tamang, mit seiner Mutter.
Darjeeling: Mineral Springs
Darjeeling: Mineral Springs
Dooars, Putharjhora: die Teeregion südlich von Darjeeling im Flachland.
Dooars, Putharjhora: die Teeregion südlich von Darjeeling im Flachland.
Dooars/Putharjhora: in den Teefabriken findet viel mehr Handarbeit statt, als wir uns bei den großen Mengen an Tee, die eine einzige Teefabrik erzeugt, vorstellen können. Eine Teefarm mit Teefabrik ernährt bis zu 6000 Menschen.
Dooars/Putharjhora: in den Teefabriken findet viel mehr Handarbeit statt, als wir uns bei den großen Mengen an Tee, die eine einzige Teefabrik erzeugt, vorstellen können. Eine Teefarm mit Teefabrik ernährt bis zu 6000 Menschen.
Nepal: ... und spielen mit dem, was sie gerade haben.
Nepal: ... und spielen mit dem, was sie gerade haben.
Darjeeling: Verjüngungsstrukturen in der postkolonialen Teeplantagenwirtschaft (hier: Bio-Teegarten Singell)
Darjeeling: Verjüngungsstrukturen in der postkolonialen Teeplantagenwirtschaft (hier: Bio-Teegarten Singell)
Darjeeling: Die Cooperative Mineral Springs hat auffallend viele junge, sehr engagierte Mitglieder.
Darjeeling: Die Cooperative Mineral Springs hat auffallend viele junge, sehr engagierte Mitglieder.
... die Zukunft Darjeelings
... die Zukunft Darjeelings
Dooars, Putharjhora:Mittags wird die erste Fuhre frisch geernteter Teeblätter zur Verarbeitung in die Teefabrik gebracht.
Dooars, Putharjhora:Mittags wird die erste Fuhre frisch geernteter Teeblätter zur Verarbeitung in die Teefabrik gebracht.
Dooars/Putharjhora: Teeverkostung und Diskussion mit Gautam Mohan über Marketingstrategien für Bio-Darjeeling. Gautam ist nach seinem Studium in Agrarwirtschaft und einer Zeit bei der UN in New York in die Firma seines Vaters eingestiegen.
Dooars/Putharjhora: Teeverkostung und Diskussion mit Gautam Mohan über Marketingstrategien für Bio-Darjeeling. Gautam ist nach seinem Studium in Agrarwirtschaft und einer Zeit bei der UN in New York in die Firma seines Vaters eingestiegen.



Als wir in Darjeeling waren, wurde gerade folgendes Youtube-Video gehypt. Eine kleine Bewegung - interessanterweise bisher nur im asiatischen Raum (Nepal, Darjeeling, Japan) - , die den Hit "Happy" von Pharrell Williams in der eigenen Stadt umsetzt. Hier hat eine junge Filmemacherin aus Darjeeling Menschen aus allen Schichten, allen Altersgruppen und an verschiedenen Plätzen der Stadt vor die Linse und zum Tanzen bekommen.

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Tags: simbabwe, nepal, darjeeling, bio-gewürze, bio-tee
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