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SEED-Award für KAITE, Bio-Kleinbauernprojekt Zimbabwe
KAITE: ein neues Bio-Kleinbauernprojekt in Zimbabwe für Kräuter und Gewürze
Vorbemerkungen:
Wir freuen uns, dass KAITE soeben den begehrten SEED Award for Entrepreneurship in Sustainable Development in Gold gewonnen hat. einem 2002 von UNEP, UNDP und IUCN gegründeten Netzwerk zur Unterstützung innovativer Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt, dem auch das deutsche Bundesumweltministerium angehört.
Wir lernten Dominikus Collenberg auf der BioFach Messe 2008 kennen. Dominikus ist Agraringenieur und Demeterbauer, arbeitete viele Jahre für die GTZ, als Berater u.a. in verschiedenen Ländern Asiens, Lateinamerikas und Afrikas (u.A. Zimbabwe), sowie China, wo er beim Aufbau der organischen Zertifizierung beteiligt war.
In Zimbabwe begründete er 2007 schließlich die umfassende Initiative KAITE.
KAITE - Struktur:
- Bio-Kleinbauernprojekt in Kooperation mit 2 Trainingscentern, die durch NGOs finanziert werden: ein Center ist das Trainigscenter der Jesuiten, das u.A. durch Miserior, aber auch die EU und andere potente Geber finanziert wird, dann Kufunda, ein kleines Center, dass für KAITE ideal gelegen und von sehr engagierten Menschen geführt und implementiert wird.
- KAITE hat ein Unternehmen in Zimbabwe, das zur Erreichung der ökonomischen Ziele notwendig ist, sowie eine Stiftung in Zimbabwe und einen Verein in Deutschland, die zur Erreichung der gemeinnützigen Ziele wichtig ist:
- - KAITE Stiftung - Vertreter der örtlichen Prominenz, denen die Entwicklung des Landes am Herzen liegt, sind im Stiftungsrat vertreten
- - in Deutschland ein gemeinnütziger Verein KAITE Trust (u.A. für AIDS-Waisen)
KAITE verhält sich unpolitisch und verzichtet auf eigenen Landbesitz. KAITE arbeite mit gegenwärtig 500 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zusammen. Diese bauen Kräuter, Gewürze und Ätherische Ölpflanzen an. Die Produkte werden alle bei den Bäuerinnen und Bauern auf den Gehöften weiterverarbeitet und veredelt. Damit entsteht der Mehrwert vor Ort und die Menschen finden Beschäftigung. Das Engagement von KAITE kann schon in dem ersten Jahr zu einer Verdoppelung des Einkommens führen. Das Einkommen wird meist für die Schulausbildung der Kinder und die medizinische Versorgung, aber auch den Zukauf von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln genutzt.
Auf der BioFach 2008 ging es darum, im Voraus potentielle Abnehmer auf dem Naturkostmarkt für Bio-Gewürze und -Kräuter zu finden, die nun verstärkt angebaut werden sollten. Bis dahin flossen KAITE-Produkte in die Kosmetikherstellung.
Die Aufgabe für unsere Firma Heuschrecke bis zu den geplanten ersten Ernten bestand darin, ein Netz von Interessenten zu gewinnen, und auch, mitzudenken, welche Gewürze und Kräuter für den deutschen Markt Erfolg versprechend sind, sodass es dann genügend Abnehmer für einen Container geben würde. Klimatisch ist Zimbabwe ideal für Kräuter, Blüten, und auch z.B. Chili (klein, sehr scharf, Bird-eye-Qualität).
Doch die Wirklichkeit ist anders als der Plan, und dieses Beispiel zeigt, welch langer Atem für ein Projekt benötigt wird.
Es folgte 2007/08 die Hungersnot und dann die Cholera-Epidemie in Zimbabwe. Die galoppierende Inflation und die einseitige Subventionspolitik Mugabes für Mais verzögerten den Anbau in größerem Umfang und Export von Bio-Kräutern erstmal.
2009 stieß KAITE zu unserer Kommunikations- und Netzwerk-Initiative "Trust organic small farmers". 2010 gewinnt die KAITE Initiative den renommierten SEED AWARD, und der erste große Export von Chilischoten im Herbst (diese werden wir unter der Marke Heuschrecke dann natürlich in den Naturkostläden anbieten) ist realistisch.
Wir freuen uns mit KAITE! Lesen Sie hier die Original-Pressemeldung von SEED:
Her zunächst die englische Kurzvorstellung des Kleinbauernprojekts KAITE, Zimbabwe, vom SEED Komitee:
About KAITE: Since 2007, KAITE trains small-scale farmers to produce, process and certify organic essential oils, herbs and spices. It is the first local enterprise in Zimbabwe to work with small-scale women farmers to produce these products for export. The 30 employees at KAITE connect the 500 cooperating partner farmers to local and international fair trade markets in order to target key markets in Europe and the US in the flavouring, fragrance, cosmetics and pharmaceutical industries.
Each KAITE partner farmer increases its family's income by 150% while fulfilling international customers' demands for organic products and derivatives. This provides a sustainable income base for farmer families, in addition to a marked improvement in food security.
Trainings organised by KAITE not only involve sharing of knowledge about production and processing skills but also about, nutrition, schooling and HIV/Aids prevention. The initiative thus contributes to better health and education levels of participating communities and particularly of households headed by women. This results in direct community involvement and empowerment.
Organic farming promotes sustainable, ecological and holistic approaches to land use. This leads to a marked improvement in soil fertility of partner farmers' plots; elimination of harmful agrochemicals and persistent organic pollutants; and reversal of land degradation in the wards practising conservation agriculture.
SEED Award presented by Dutch Minister of Agriculture to Zimbabwe based organisation KAITE
Nuremberg 17 February 2010 - To celebrate the 2009 SEED Award Gold Winner from Zimbabwe, KAITE, the Dutch Minister of Agriculture, Gerda Verburg, and SEED will hold an Award Ceremony at the Biofach in Nuremberg on 17th February 2010. The Award Ceremony will celebrate the success of KAITE, which has been selected as Gold Winner for the 2009 SEED Awards for Entrepreneurship in Sustainable Development. KAITE trains small-scale farmers to produce, process and certify organic essential oils, herbs and spices. It is the first local enterprise in Zimbabwe to work with small-scale women farmers to produce these products for export.
"The inspiring partnership between KAITE and local communities demonstrates the importance of recognising the connection between community development and organic farming for sustainable development," said Gerda Verburg. "It is this type of innovation in knowledge transfer and community development that the Ministry of Agriculture promotes. As a SEED partner, I congratulate KAITE on their outstanding achievements and leadership."[MZ1]
Constance Hybsier, Programme Manager of the SEED Initiative, said: "Over the last five years SEED has had the privilege of working with exceptional and promising social and environmental entrepreneurs. We are very happy to count KAITE as one of the five 2009 SEED Gold Winners. The partnership of KAITE is inspiring in many different ways, be it in the way they engage with local communities, or tackle the future challenge of sustainable land use. Most importantly however KAITE is an example of how business opportunities can be combined with conserving natural resources and creating positive social, environmental and economic benefits. "
Dominikus Collenberg, Director of KAITE, said: "We and our local partners are overjoyed. We look forward to developing our existing partnerships and developing new ones; KAITE and those with whom we work will genuinely benefit from the support that SEED has to offer."[MZ2]
KAITE's Director furthermore stated: There is an enormous enthusiasm when we approached farmers: "We want to work with you," they tell us, "because we feel that you know how to treat us as your equals. [MZ3]Our main challenge working in Zimbabwe is the lack of finance - there is simply no credit line available banks ask for up to 80% interest. We are sure that SEED will help us to access credit and be able to grow for the benefit of the rural poor!"
KAITE was selected as one of the five SEED Gold Winners from more than 1100 applications from close to 100 countries worldwide, representing the collaborative efforts of about 5000 organizations from the private sector, non-governmental organizations, women's groups, labour organizations, public authorities, international agencies and academia.
Rather than the traditional monetary prize, the Gold Winner will receive individually-tailored business and partnership support services. This includes access to relevant expertise and technical assistance, meeting new partners and building networks, developing business plans and identifying sources of finance. The specific nature of the support is decided by KAITE, hence tuning it to local needs - SEED helps locate and provide the services required, drawing mainly on local know-how and expertise and well as national and international networks.
For more Information:
KAITE - Dominikus Collenberg, Email: Info@KAITE.biz
SEED Initiative - Constance Hybsier, Email: constance.hybsier@seedinit.org
In den folgenden Wochen werden wir hier im Blog über die BioFach 2010 und die "Trust organic small farmers"-Konferenz 2010 berichten.
Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper
Bürokratie - eine sekundäre Erbsünde ...
... und die Schlacht der kleinen Leute
Aus unserem Jahresrückblick 2009:
(...) Was zugenommen hat, ist die Arbeit, konkret: die Daten-, Formular- und Informationsflut, die Schlacht mit Bürokratie und Verwaltungsanforderungen, wo wir als Kleinbetrieb am Rande dessen sind, was leistbar ist (und wir uns eigentlich lieber um unsere Ware und Produktion kümmern).
2009 machte sich die neue Verpackungsnovelle, die neue REACh (Chemikalien)-Verordnung, die neue Aromaverordnung mit ihren Active Principles, und die Nanotechnologie bemerkbar, davor war es die Verlagerung von Zollarbeiten in die Betriebe - alles, wofür man eigentlich eine Spezialausbildung braucht, sowohl die Betriebe als auch die Kunden, und was deshalb vor allem Verunsicherung mit sich bringt. Auch die Biokontrolle ist formalaufwändiger geworden. Dieses Jahr waren drei Prüfer einen ganzen Tag bei uns beschäftigt, dazu aufwändige Vor- und Nacharbeiten bezüglich Formalitäten (bis vorletztes Jahr war es nur ein Prüfer).
Übrigens (falls sich jetzt jemand wundert), die Chemikalien-Verordnung betrifft uns als Naturkosthersteller insofern, dass wir nun Bescheinigungen ausstellen müssen, dass unsere Verpackung nicht nur lebensmittelzugelassen ist, sondern auch zusätzlich versichern, dass die gefährlichen Chemikalien der REACh-Liste (die sowieso nicht lebensmittelzugelassen sind) abwesend sind (hier beginnt es, absurd zu werden) (...).
Dies hatten wir gerade geschrieben, als uns folgende Email unseres kroatischen Lieblingslieferanten Terra Magnifica erreichte:
Brot, Spiele und ............
Oktopus (der Krake), der unsere Welt in eiserner Umarmung hält, bedient sich mit wesentlich mehr Betäubungsmitteln als den allgemein bekannten Brot und Spiele.
In letzten 20 Jahren reden kroatische Politiker über EG-Beitritt. Ein französischer Insider schrieb, dass der gemeinsame Eintritt der ex-Jugo Staaten in EG in 2014 stattfinden wird, weil eben bekannt ist, dass der Oktopus ein passionierter Nummerologe ist und damit wird es 100 Jahre nach der Franz-Josef Assassination (der Anarcho "Princip" erschoss den österreichischen Thronfolger, was zum Anlass für den völkischen Krieg genommen wurde, später WW1 genannt) in Sarajevo zu großen Wiedervereinigung kommen. Das ist also ein Viertel des Jahrhunderts der "warm-kalt" Rede, die die Leute konfus macht und das Blindglauben ins Überleben nur mit Hilfe von Außen produziert.
Dazu kamen die wegen dem Krieg und Ende der Sozialismus interessante Themen wie Religion, Kroate-Serbe, Rot-Schwarz und alle andere Dualitäten, die genügend in Unterbewusstsein verwurzelt waren.
Plus, man konnte nach vielen Jahren die Konsumgüter frei und in der Nähe (nicht also in Triest oder Graz) kaufen und hatte dafür auch das Plastikgeld und großen Minus bekommen.
Natürlich auch die Explosion und ständiger Wechsel der Elektronik und das Infotainment (wie von Hesse im "Spiel der glaesernen Perlen" (das Glasperlenspiel) bereits vor 50 Jahren beschrieben wurde) lenken die Leute vom Sehen ständig ab. Das ist aber nicht nur für die junge Staaten wie Kroatien spezifisch.
Dann hatten wir unlängst die Presidentenwahl. Wieder eine Lüge, die Leute haben einen KEINEN gewählt (unter 50% der Wähler ging auf die Wahl) und nicht den XY. Demokratie ist wieder eine Beruhigungstablette aus der braven entwickelten Welt. 
Am Ende das was mich schlussendlich zum Schreiben gebracht hat - wieder neue Naturschutzgesetzte aus der EG abgeschrieben und natürlich, dienen sie nicht zur Naturschutz, sondern sind für Beschäftigung neuer Birokratiekräfte gedacht, plus bringen sie viel unnötige Arbeit den betroffenen Unternehmen und bringen diese noch näher der Grenze, für irgendwelche Blödsinn bestraft werden zu können. (...)
Grüsse
Roman
Roman Turk, Gründer von Terra Magnifica (Freund und Lieblingslieferant von Heuschrecke), ein biozertifiziertes Anbau- und Wildsammlungsprojekt für Kräuter, mittlerweile eines der größeren Kräuterexport-Unternehmen in Kroatien. Nach dem Krieg wurden die alten Sammlerstrukturen von Roman Turk wieder aufgebaut - dies die soziale Komponente: Terra Magnifica ist eine wichtige Verdienstmöglichkeit in der Nachkriegszeit für die verschiedensten Gruppen von Bauern, Flüchtlingen bis zu Kriegsversehrten, für junge und ganz alte Menschen. Zertifizierte Wildsammlung ist Landschaftspflege und dient dem Umweltschutz.
Siehe auch unser Lieferantenportrait
Terra Magnifica
Best wishes 2010 from Wupperthal
Neujahrsgrüße aus Wupperthal, Südafrika
Gestern erreichten uns ein Neujahrsbrief der Bio-Rooibusch-Cooperative Wupperthal in Südafrika, wo wir unseren Rooibusch her beziehen, und mit der wir über die gemeinsame Initiative "Trust organic small farmers" freundschaftlich verbunden sind. Wir stellen hier den Brief im Original auf englisch in den Blog. Erklärend dazu: es gab eine Menge Streit in der "alten" Cooperative, der zur Spaltung geführt hat - vor allem Ex-Mitglieder, die nur noch Landbesitzer waren, aber nicht mehr dort gelebt und gearbeitet hatten, hatten sich von der ursprünlichen Idee entfernt (daher jetzt das 'Original' im Namen). Bitte lesen Sie zur weiteren Information auch unser
Lieferantenportrait Wupperthal-Rooibusch.
Im Frühjahr werden wir die Wupperthaler sowie das Dorf Erikaville besuchen, und darüber natürlich wieder einen Reisebericht schreiben.
Wupperthal, 31 December 2009
Dear Friends of Wupperthal Rooibos Original Coop
We from Wupperthal wish you all the best for the New Year 2010.
We would like to inform you about the latest developments and progress in our Coop.
Our group of 83 farmers has been registered in June 2009 as "Wupperthal Original Rooibos Agricultural Primary Co-operative Limited" which we refer to from now as Wupperthal Original Rooibos Coop.
We successfully received also in June 2009 the organic certification via LACON for EC and NOP.
We also were able to go through the lengthy application process of FLO certification and had on 15 December a very successful inspection and are awaiting final certification. The new FLO ID is 22605.
The Wupperthal Original Coop is also member of the "Trust Organic Small Farmers" and the International Alliance for ECO- ETHICAL TRADE AND GOODS
During the past year we received land from the church to build our new tea court. All farmers were very encouraged to help building and last week we casted the concrete bed. We are looking forward to using this new tea court by the end of January.
Via Frontier's (USA-Importeur) Well Earth program we were able to purchase new machines for the primary processing of the rooibos tea.
For the secondary processing we have found a reliable partner in Kings Products where our tea also gets sterilized and packed for export and the local market. At Kings Products we can produce various grades, blends and flavoured rooibos tea products and we are in the process of building up a BEE partnership with Kings Products.
Our export gets done by our partners at TopQualiTea - South Africa (Pty) Ltd. The bureaucracy involved with each shipment is something we decided should be handled in Cape Town where fast and reliable acting is required.
We are sorry we haven't been more informative in the past few months but re-building our team, production, facilities and getting all the registrations and certifications sorted kept us quite busy.
For now we wish you a prosperous 2010
For the Coop
Barend Salomo
(chairman of the coop)
Der Wupperthal-Bio-Rooibusch ist Grundlage unserer Bio-Rooibusch-Tees:
Rooibusch rot pur, Rooibusch Lemon Myrtle, Rooibusch Sanddorn, Rooibusch Citron, Rooibusch Rose, Rooibusch Vanille, Rooibusch SchokoZimt, Rooibusch Gewürz, Rooibusch Chai.
Alte Meister
Drei weise Kräuterheilige
Die TAZ (tageszeitung) hatte aktuell eine kleine Serie "Alte Meister": moderne Pressefotos von Politikern wurden kunstgeschichtlich wie Alte Meister - Gemälde besprochen, was zu interessanten Ansichten führte.
Hier haben wir drei echte alte Meister.
Links im Bild sehen wir Ton Vink, einen Amsterdamer, der Ende 70er / Anfang der 80er mit seiner Familie nach Frankreich in ein kleines Paradies auswanderte: Drôme, das Alpengebiet nordöstlich der Provence. In Die (berühmt durch den Sekt Clairette de Die und den Honig-Nougat) baute er die Kräuterfirma l'Herbier du Diois auf, die mit regionalen Bio-Kräuterbauern kooperierte. Daneben organisierte er als Kulturliebhaber Jazzfestivals und als Sportler Bergläufer-Worldcups und begründete in dem Zusammenhang Partnerschaften mit osteuropäischen Ländern.
Die Person in der Mitte, die Ton Vink freundschaftlich an den Schultern fasst, ohne dabei die Kontrolle zu übernehmen, ist Heinz-Dieter Gasper. Er gründete zur gleichen Zeit den Naturkostgroßhandel Heuschrecke in Köln, spezialisiert auf Bio-Wein, -Tee- und -Kräuter. Er war einer der Ersten in Deutschland, der systematisch und mit einem Hang zum Hedonismus ein professionelles Bio- Weinprogramm und -Teeprogramm mit tiefen Sortimenten aufbaute. Die Kräuter und Gewürze kamen etwas später hinzu. Bei dieser Gelegenheit begegneten sich diese drei Personen.
Der dritte alte Meister rechts im Bild, leicht amüsiert, ist Jan-Kees Luijerink, ebenfalls ein alter Niederländer. Ebenfalls zur gleichen Zeit gründete er mit der Kräuterbäuerin Trees Boeke den Demeter-Kräuterhof Het Blauwe Huis in Drente und baute, ähnlich wie Heuschrecke, einen Großhandel mit Kräutern und Gewürzen für Naturkostläden auf. In Drente darf die Zeit langsamer vergehen als im Rest der Welt. Es muss nicht mit dem Traktor sondern darf mit Pferden gearbeitet werden.
Die drei Männer sind sich Anfang der 80er Jahre zum ersten Mal begegnet und kooperieren bis heute, freundschaftlich verbunden, zusammen. Das Bild entstand am Rande der BioFach Messe 2009 in Nürnberg in festlich - freudiger Atmosphäre. Nur gerade in diesem Moment, den die Kamera eingefangen hat, schauen die drei mit ernstem Gesichtsausdruck auf die fotografierende Person (der Sohn von Ton Vink) und auf etwas, das gerade auf der anderen Seite des Tisches passiert.
Die Farbgebung ist dem festlichen Anlass entsprechend warm, dunkel, mit einer leuchtenden Zone in der Mitte. Unten am Bildrand symbolisieren ein angedeutetes Glas Wasser und Wein Klarheit und Weisheit.
Bildbesprechung: Ursula Stübner. Bild mit Klickvergrößerung
Mikrokosmos: Zufallsereigniskette
Eine der vielen Geschichten über Terra Magnifica
Vor einigen Tagen ging ich zum Zahnarzt in die Stadt. Zuerst musste ich eine Röntgen-Aufnahme der Zähne machen und die Ambulanz liegt in der Nähe meiner Volksschule. Die Kastanienbäume stehen zwar immer noch dort, diese sind aber (wie die Ziege aus der indischen Geschichte) nur als Begriff die Gleiche, nicht als Individuen. In jedem Fall, es gab fast keine Blätter am Boden, die ich damals vor über 30 Jahren so fleissig mit den Füssen den Boden reibend vor mir geschoben habe.
Der Weg führte mich weiter neben der Mittelschule, vor welcher jetzt massivst ausgegraben wird und die Erinnerungen sprangen eine nach der anderen, wie die Erde bei der Schule.
Auch das sonnige milde Wetter hat meiner mälankonischen Stimmung stark beigetragen.
Gute Zahnärzte muss man trotz der sog. Sozialversicherung selber zahlen, also stand ich anschliessend vor dem Bankomaten und sah meinen Universitäts-Professor auch vor der Bank stehen. Er hat sich nach 20 Jahren nur nebelig auf mich erinnern können, verständlich, mein Aussehen hat sich in diesem Zeitraum mehr als sein verändert.
Er hat jetzt 20 anstatt 150 Stundenten und war damit etwas enttäuscht, daß ich nach dem Studium vom Maschinenbau mich für die Kräuterbransche entschieden habe.
Dann taucht ein Mann auf welchen der Professor gewartet hat auf - er stellt mir Hrn. Blagus vor, den Mann mit welchem ich meine oben erwähnte Mittelschule und zwar die Kunstgewerbeschule, Abteilung für Möbel und Innenarchitektur, in der Klasse mit insgesamt 13 Leute abgeschlossen habe.
Wir tauschen die Telefonnummer aus und ich erkläre dem Professor, dass ausgerechnet eine Bemerkung von Hrn. Blagus ("Blagi") in einen Umgangsgespräch damals vor 25 Jahren mich zum Kurswechel gebracht hat - er hat mich nämlich gefragt, warum ich nicht Maschinenbau studieren wolle. Denn von uns 13, es sind 9 in Architektur geblieben und ich habe irgendwie (richtig) gespürt, daß das nicht der ideale Beruf für mich wäre. Vom Maschinenbau habe ich wirklich erst vom Blagi gehört und nach einem Monat Vorbereitungen die Einganfsprüfung bestanden.Ohne Maschinenbau hätte ich dann keine Arbeit gefunden und keine Zeit und Geld für das Kräuterln gehabt, usw, usw....
Die Zufall - Ereigniss - Kette meines Lebens setzt sich in beide Richtungen von dieser substantieller Frage von Blagi fort, nur die Zusammenhänge werden erst nach einer gewissen Zeit, als eine Richtung sich etablieren konnte, erkennbar.
Ansonsten hatte Blagi so gut wie keine Einflüsse auf meinen Lebensweg.
Wie sind die Chancen für so ein Treffen, wie ich es vor ein Paar Tage hatte? Sehr genau Null.
Wie wird die sog. Realität erschaffen? Emotionen spielen offensichtlich eine grosse Rolle dabei.
Wir können uns die Welt einfach ausdenken. Punkt.
Grüsse
Roman
Bilder - Klickvergrößerung. Erklärungen: mit dem Cursor auf das Bild gehen.
Roman Turk, Gründer von Terra Magnifica (Freund und Lieblingslieferant von Heuschrecke), ein biozertifiziertes Anbau- und Wildsammlungsprojekt für Kräuter, mittlerweile eines der größeren Kräuterexport-Unternehmen in Kroatien. Nach dem Krieg wurden die alten Sammlerstrukturen von Roman Turk wieder aufgebaut - dies die soziale Komponente: Terra Magnifica ist eine wichtige Verdienstmöglichkeit in der Nachkriegszeit für die verschiedensten Gruppen von Bauern, Flüchtlingen bis zu Kriegsversehrten, für junge und ganz alte Menschen.
Siehe auch unser Lieferantenportrait
Terra Magnifica











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