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Darjeeling streikt für Autonomie

Notwendiger Wandel für Darjeelings Teegärten - Kleinbauernkooperativen entstehen

Eine magische Brücke führt in die Region Mineral Spring in den Bergen Darjeelings
Eine magische Brücke führt in die Region Mineral Spring in den Bergen Darjeelings

Die Teeregion Mineral Spring - Sitz der Dorfkooperative Sanjukta Vikas. Wir vermarkten ihren Tee in unserem Darjeeling Springtime!
Die Teeregion Mineral Spring - Sitz der Dorfkooperative Sanjukta Vikas. Wir vermarkten ihren Tee in unserem Darjeeling Springtime!


Präsident der Kooperative Puram Tamang und seine Frau
Präsident der Kooperative Puram Tamang und seine Frau
Viele junge Teebauern dabei -
Viele junge Teebauern dabei -
Konferenz der Kooperativen-Mitglieder bei unserem Besuch
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Im Hintergrund Dokumentenverwaltung für die Bio-Zertifizierung
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Lageplan
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Gruppenbild ...
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... und Nachwuchs
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Typische Wohnhäuser in den Bergen
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Schmackhafte indisch-nepalische Küche
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Kein Ufo, sondern Bittercurd-Gemüse (Kürbisart)
Kein Ufo, sondern Bittercurd-Gemüse (Kürbisart)

Junge Teepflanzen
Junge Teepflanzen
Ingwer - Anbau, damit es weitere Standbeine außer Tee gibt
Ingwer - Anbau, damit es weitere Standbeine außer Tee gibt
Der Selimbong - Teegarten, bio.
Der Selimbong - Teegarten, bio.
Hier wird der frisch geerntete Mineral-Spring Darjeeling
Hier wird der frisch geerntete Mineral-Spring Darjeeling weiterverarbeitet

weiterverarbeitet, ...
... separat als Kleinbauerntee.
... separat als Kleinbauerntee.
Der Roller ist ein Herzstück in der Teefabrik.
Der Roller ist ein Herzstück in der Teefabrik.
Hier steckt viel Know How drin - wielange, mit welchem Druck und Temperatur die fermentierenden Teeblätter gerollt werden.
Hier steckt viel Know How drin - wielange, mit welchem Druck und Temperatur die fermentierenden Teeblätter gerollt werden.
Teeverkostung
Teeverkostung
Teepflückerinnen ...
Teepflückerinnen ...
auf dem Weg zur Teefabrik, um die gepflückten Two leafs and a bud abzuliefern. Sie werden gewogen und ihnen in ihrem Büchlein gutgeschrieben.
auf dem Weg zur Teefabrik, um die gepflückten Two leafs and a bud abzuliefern. Sie werden gewogen und ihnen in ihrem Büchlein gutgeschrieben.
Die TeemitarbeiterInnen der Fabrik.
Die TeemitarbeiterInnen der Fabrik.
Selimbong ist Demeter-zertifiziert und stellt seine Präparate selbst her - doch das wird nochmal eine eigene Geschichte ...



Juni 2017: Die Autonomie-Bewegung der Nepali-stämmigen Bevölkerung (Gorkha Movement) hat in Darjeeling zum Generalstreik aufgerufen. Auch die Teefabriken stehen schon seit Wochen still, second Flush bleibt auf den Feldern, sowie auch die darauf folgenden Ernten. Keine Exporte gehen mehr raus aus Darjeeling in 2017.


Kurz zur Geschichte: Als die Briten Mitte des 19. Jahrhunderts den Teeanbau in Darjeeling begannen, warben sie in diesem sehr dünn besiedelten Teil Indiens ArbeiterInnen aus Nepal an. Darjeeling ist deshalb tatsächlich heute überwiegend in Sprache und Kultur nepalisch geprägt. Und wehrt sich gegen eine zu starke Assimilierung in den Bundesstaat West-Bengal. Es brodelte schon lange unter der jungen Gorkha-"Kriegern" mit ihrer stolzen Tradition, die im Vielvölkerstaat West-Bengal (noch von den Briten konzipiert) die Verlierer sind.


Ein klassischer Darjeeling-Teegarten ernährt bis zu 8000 Personen in den umliegenden Dörfern, und die Beziehung zwischen den TeearbeiterInnen und den damals britisch geführten Teefarmen war fürsorglich-eng angelegt. Nach Abzug der Briten und Übernahme durch indische Leitungen funktionierten die Mechanismen nicht mehr, die Teegärten verarmten, und damit auch die umliegende Bevölkerung. Dringende Modernisierungsmaßnahmen, sei es in den Fabriken oder in den Häusern der DorfbewohnerInnen, blieben aus. Erschwerend ist, dass auf dem Weltmarkt für die edlen Darjeelingtees schon seit vielen Jahren nicht die Preise erzielt werden können, die benötigt werden. Zur Verdeutlichung: Auf den steilen Berglagen werden nur ca. 750kg Tee/ha erzeugt, im flachen Assam dagegen ca. 3000kg/ha - ein Verhältnis wie zwischen Bourgogne-Crus und Languedoc-Landwein - auch von der Qualität her. Anders als dort gelingt es bei Darjeelingtee nicht, entsprechende Preise durchzusetzen.


Als Außenstehender wünscht man sich einerseits, dass die schöne britische Teegarten-Kultur erhalten bleibt, sieht jedoch auch die dringende Notwendigkeit, den kolonialen Charakter in gerechtere Wirtschaftsformen überzuführen.


Die Frage ist, ob die fortschreitende Konzentration der Darjeelingfarmen in den Händen weniger, außerhalb Darjeelings lebender und nicht unbedingt nachhaltig wirtschaftender Besitzer die Teeregion weiter ruiniert: ausbleibende Reformen für die aktuell noch im Patronatsverhältnis lebenden ArbeiterInnen, z.B. Lösungen für zeitgemäße Sozial- und Rentenleistungen. Sowie Bildung. Eine aufmüpfige junge Generation stellt ihre Forderungen und scheint bereit, einiges abzufackeln: Ist die Zentralverwaltung in Delhi gewillt, wenigstens Darjeeling als Unions-Territorium anzuerkennen, wenn schon nicht der Status eines Bundeslandes erreicht werden kann? Der Traum Darjeelings ist, ein Bundestaat innerhalb der indischen Union zu werden wie das nördlich gelegene Sikkim, das auch nicht größer ist als Darjeeling ( Sikkim ist übrigens 100% Bio. Es gibt dort keine konventionelle Landwirtschaft mehr!). Stattdessen versucht West Bengal provokativ, Nepali als Schulsprache zu verbieten laut Medien ...


Aber auch die fehlende Werterzielung bzw. fehlender Konsens über kostendeckende Preise, die Instandhaltung und innovative Investitionen berücksichtigen, gehört zu den Konfliktursachen. Nur wenn der hochwertigste Tee Indiens seinen Preis erzielt, wird es die Teeregion Darjeeling auch noch in 10 Jahren geben.


Ein schöner Erfolg ist, dass nach den großen Unglücken der 90er durch Bodenerosion nach der langen Monokultur (ganze Hänge rutschten über Nacht ab), nun der größere Teil der Teegärten biologisch bewirtschaftet wird. Eine andere zukunftsweisende Entwicklung ist, dass sich selbstständige Dorfkooperativen gründen, aufgegebene Teepflanzungen wiederbewirtschaften, evtl. zusammen mit einem sanften Tourismuskonzept. Diese Dorfkooperativen arbeiten partnerschaftlich mit bekannten Bio-Teegärten zusammen, die den Kleinbauerntee separat verarbeiten und vermarkten - eine win-win-Situation.

 

Beispiel: Mineral Spring ...  (siehe Fotos)

Diese Dorf-Kooperative bewirtschaftet in unzugänglichen Gebieten alte, aufgegebene Teepflanzen:
Die Kleinbauern der Dörfer Harsing, Dabaipani und Yankhoo östlich der Stadt Darjeeling hatten begonnen, nach Abzug der Briten in den 50iger Jahren die aufgegebenen Teefelder wieder zu bearbeiten. Zuerst illegal, um den sehr kargen Lebensunterhalt mit etwas Tee-Ernte und Holzrodung aufzubessern.


In den 80igern wurde die Landnutzung mithilfe einer NGO legalisiert. Ende der 90iger erfolgte die Gründung der Kooperative Sanjukta Vikas mit 264 Familien in Mineral Spring. Mit dem Kontakt zu TPI (Tea-Promoters India, einem wichtigen Partner von uns für Bio-Tee) wurde der Teeanbau professionell, mit sehr guten Qualitäten, die schon prämiert wurden. TPI garantiert eine feste Abnahme der nun bio-zertifizierten Teeblätter und verarbeitet sie im Bio-Darjeeling-Teegarten Selimbong, getrennt als Mineral Spring Darjeeling.

 

Heute sind 11 Dörfer mit ca. 465 Familien beteiligt. Im Jahr 2014 haben wir die Kooperative in der magisch anmutenden Landschaft besucht.


Unser Darjeeling Springtime beinhaltet seit Ende 2016 eine schöne 1.Flush-Qualität von Mineral Spring. Im politisch fragilen Darjeeling mit vielen verschleppten postkolonialen Problemen ist die Zusammenarbeit von selbständigen Kleinbauerngruppen und Bio-Teeplantagen, wie es TPI unterstützt, eine echte Win-Win-Situation. Wir wünschen uns natürlich, dass unsere Kleinbauerntees guten Anklang finden (wie auch die Nepal-Tees, oder unsere Aroma-Schwarztees mit dem Basistee von den Sahyadri Farmers in Kerala).

 




Der Streik kann - bis die Teeproduktion wieder anrollt, die Felder erst mal von den sprießenden Beikräutern gereinigt worden sind (die Natur ruht nicht während des Streiks) - dazu genutzt werden, Kooperativentee von Mineral Spring, oder den Darjeeling-ähnlichen Tee von der nepalischen Genossenschaft Kanchanjangha Tea Estate kennenzulernen.

Darjeelingtee-Engpässe wird es aber erst ab September 2018 geben; dann auch unvermeidliche größere Preiserhöhungen. Bis dahin haben wir Kontrakte über Tee, der schon in Bremen liegt.

 

 

Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: darjeeling, bio-tee, kleinbauern-kooperativen, teegärten, briten, indien, nepali, gorkha, mineral spring
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Schöne Kräuter aus Kroatien

Terra Magnifica - Wunderbare Erde: Wildsammlung und Anbau. Bio-Kräuter aus Kroatien

 Besuch bei Terra Magnifica: neue Biobauern in den Kalnik-Bergen

Diesen Sommer haben wir wieder einmal unsere Lieblingslieferanten Roman und Sanja in Kroatien besucht.

Roman Turk gründete 1996 die Kräuterfirma Terra Magnifica, um die durch den Balkankrieg aufgegebene Kräutertradition neu zu beleben. Er ließ Wildsammlungsgebiete und Kleinbauern biozertifizieren - heute ist er der drittgrößte Kräuterexporteur, 100% bio. Seit fast 20 Jahren arbeiten wir mit ihm und Sanja zusammen. Hier geht's zum ausführlichen Opens external link in new windowLieferantenportrait.

Diesmal haben wir fast live und mit vielen Fotos auf Facebook über unsere Sammler- und Bauernbesuche berichtet: https://www.facebook.com/HeuschreckeBio/  - eine Premiere für uns in den Social Media.

 

Das letzte Mal waren wir kurz vor dem EU-Eintritt in Kroatien; nach 4 Jahren in der EU ist die Bürokratie nicht weniger, aber anders kompliziert geworden. Es gibt noch die netten Balkan-Lösungen, aber auch in Gesetz gegossene Absurditäten, die besonders Kleinunternehmer wie die Sammler und Kleinstbauern betrifft. Einige haben leider aufgegeben.

Die Auswanderung in andere EU-Länder mit besseren Verdienstmöglichkeiten ist spürbar, aber es kommen auch Menschen wieder ins Land zurück, und es ziehen sogar junge Leute wieder auf's Land ihrer Eltern oder Großeltern zurück.

Terra Magnifica unterstützt diese jungen Biobauern mit Know How, Saatgut, und hilft bei der Verarbeitung und Vertrieb der Kräuter. Viele dieser Kräuter und Blüten kommen auch zu uns und werden zu Kräutertees und Gewürzmischungen unter der Marke Heuschrecke weiterverarbeitet.

 

Folgend unser Besuch in der Gebirgsregion Kalnik: Die beiden jungen Männer Zoran und Sinisa arbeiten hauptberuflich in einer Aluminiumgießerei, die nur aus 4 Mitarbeitern besteht. Nebenbei beginnen sie nun als Bauern auf dem Land ihrer Väter, und haben bereits die Umstellung auf Bio in die Wege geleitet. Kräuter-Anbau, und insbesondere Blüten, bringen bessere Verdienstmöglichkeiten als z.B. Mais, erfordern aber auch mehr Arbeitseinsatz. Als erstes haben die beiden ein Versuchsfeld verschiedener Kräuterkulturen eingerichtet, um zu testen, was auf ihrem Boden gut gedeiht. 

 

 

 

 

Aluminium-Verarbeiter und Biobauer Zoran auf den Feldern seines Vaters ...
Aluminium-Verarbeiter und Biobauer Zoran auf den Feldern seines Vaters ...
... in einem 500m hoch gelegenem Dorf in den Kalnik-Bergen
... in einem 500m hoch gelegenem Dorf in den Kalnik-Bergen
Heidi, Roman, Sanja, Zorans Vater, Zoran
Heidi, Roman, Sanja, Zorans Vater, Zoran
Blaue Stunde auf dem frisch eingesätem Feld. Die Reihen sollten besser quer zum Hang verlaufen (nächstes Mal), da bei Starkregen sonst zuviel Erde den Hang herunter gespült würde.
Blaue Stunde auf dem frisch eingesätem Feld. Die Reihen sollten besser quer zum Hang verlaufen (nächstes Mal), da bei Starkregen sonst zuviel Erde den Hang herunter gespült würde.
Die Testfelder, was am besten gedeiht. Hier: Wermut
Die Testfelder, was am besten gedeiht. Hier: Wermut
Immortelle, begehrt für die Destillation von ätherischem Öl.
Immortelle, begehrt für die Destillation von ätherischem Öl.
Nochmal Helichrysum
Nochmal Helichrysum
Thymian
Thymian
Melisse
Melisse
Ringelblume
Ringelblume
Zeichen großer Trockenheit und dann Starkregen: die Erde wird in Rinnen fortgespült. Hier sollte auch eine schnellwachsende Zwischenfrucht mit langen Wurzeln hin, und die Reihen quer angelegt werden.
Zeichen großer Trockenheit und dann Starkregen: die Erde wird in Rinnen fortgespült. Hier sollte auch eine schnellwachsende Zwischenfrucht mit langen Wurzeln hin, und die Reihen quer angelegt werden.
Zoran arbeitet Vollzeit in der Aluminiumgießerei unten im Ort. Für die nächsten Jahre wird er die Bio-Landwirtschaft nebenbei machen - hauptberuflich geht es erst, wenn er damit wirklich seine Familie mit den 2 kleinen Töchtern versorgen kann.
Zoran arbeitet Vollzeit in der Aluminiumgießerei unten im Ort. Für die nächsten Jahre wird er die Bio-Landwirtschaft nebenbei machen - hauptberuflich geht es erst, wenn er damit wirklich seine Familie mit den 2 kleinen Töchtern versorgen kann.
Rosa Kornblume
Rosa Kornblume - eigentlich falsches Saatgut geliefert - aber schön.
Sinisa arbeitet ebenfalls in der kleinen Aluminiumgießerei und betreibt auch mit ihm zusammen die Bio-Landwirtschaft.
Sinisa arbeitet ebenfalls in der kleinen Aluminiumgießerei und betreibt auch mit ihm zusammen die Bio-Landwirtschaft.
Das Land ist schon zertifiziert und gerade im ersten Umstelljahr.
Das Land ist schon zertifiziert und gerade im ersten Umstelljahr.
Der Hof von Zorans Eltern
Der Hof von Zorans Eltern


Für die Gründung kleiner Höfe gibt es EU-Mittel. Zoran und Sinisa habe sich eine Destille angeschafft. Viele Kleinbauern destillieren auch selbst ätherisches Öl aus ihren Ernten.
Für die Gründung kleiner Höfe gibt es EU-Mittel. Zoran und Sinisa habe sich eine Destille angeschafft. Viele Kleinbauern destillieren auch selbst ätherisches Öl aus ihren Ernten.
Eigener Brunnen mit köstlichem Wasser
Eigener Brunnen mit köstlichem Wasser
Gastfreundschaft. Alles selbstgemacht. Lecker.
Gastfreundschaft. Alles selbstgemacht. Lecker.
Unser Besuch hat auch den Sinn zu besprechen, welche Kräuter aus unserer Sicht benötigt werden, wo sicherer Verdienst zu erwarten ist, und wovon es bereits zuviel gibt.
Unser Besuch hat auch den Sinn zu besprechen, welche Kräuter aus unserer Sicht benötigt werden, wo sicherer Verdienst zu erwarten ist, und wovon es bereits zuviel gibt.
Landwirtschaft, und speziell Bio-Landwirtschaft braucht einen langen Atem, eine längere Planung und Durchhaltevermögen. Hier gibt es nichts Schnelllebiges. Erst in 4 Jahren wird es die erste voll-zertifizierte Bio-Ware nach den 3 Umstelljahren geben.
Landwirtschaft, und speziell Bio-Landwirtschaft braucht einen langen Atem, eine längere Planung und Durchhaltevermögen. Hier gibt es nichts Schnelllebiges. Erst in 4 Jahren wird es die erste voll-zertifizierte Bio-Ware nach den 3 Umstelljahren geben.
Dann werden wir sicher auch Kräuter aus den Kalnik-Bergen bekommen.
Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: kroatien, wildsammlung, terra magnifica, bio-kräuter, kontrolliert biologischer anbau, kleinbauern
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Demeter in Übersee

... die schönste, kreativste und individuellste Art und Weise, wie man im eigenen Betrieb zur Zukunft der Erde am besten beitragen kann...

Heuschrecke - Demeter - Gewürze
Seit August 2016 haben wir einen Demeter-Vertrag, sodass wir unsere Demeter-Gewürze und –Kräuter jetzt explizit ausloben und kennzeichnen können. In unserer kleinen Demeter-Linie gibt es nun ca. 20 Gewürze und Kräuter.


Warum machen wir das ? Warum jetzt? Eine zusätzliche Zertifizierung ist für einen kleinen Spezialisten wie uns natürlich immer mit viel Aufwand verbunden, und wahrscheinlich wird es sich unterm Strich nicht rechnen. Was uns überzeugt hat ist die Begeisterung unserer Kleinbauernpartner in den Übersee-Ländern, die schon länger am Demeter-„Ball“ sind.

 

Wir konnten auf mehreren Kontinenten schon begutachten, mit wieviel Liebe die Präparate hergestellt werden. Unsere Bauern empfinden – wie sie erzählen – durch die naturnahe und sinnliche Methode eine stärkere Verbindung zu ihren Vorfahren. Sie können beobachten, dass in den ganzen Klimawandel-Phänomenen die Demeter-Setzlinge stärker sind und besser überleben.


Neben den Kleinbauernprojekten PDS/ Sahyadri Spice Farmers in Indien und SOFA / Biofoods in Sri Lanka (von dort haben wir schon lange die Demeter-Qualitäten importiert) könnte es ab Mitte 2017 Demeter Rooibusch von unseren Wupperthalern geben. Auch in China (Fairbiotea-Teefarm Qingshan) und bei TPI (verschiedene Darjeeling-Teegärten, u.a. Singell) wird geschult, geforscht und z.T. angewandt, obwohl noch nicht zertifiziert.

 

Wenn man den Zukunftsforschern glauben mag, wird unsere Nahrungsmittelproduktion unter Bevölkerungswachstum und Bodenverlusten durch Klimawandel / Übernutzung in mittlerer Zukunft eine Schlacht sein zwischen gentechnischen Verfahren (CrisprCas) und urbanem Anbau unter Kunstlicht bei ressourcensparenden Wasserkreisläufen in mehrstöckigen Anbau-Gebäuden. Da ist die Demeter-Landwirtschaft ein echter Lichtblick – wir hätten gerne, dass sie sich noch etwas über die Welt verbreitet.

Derzeit führen wir folgende Produkte in Demeter-Qualität: Bockshornklee, Cardamom gemahlen, Curcuma, Ingwer gemahlen, Knoblauch Granulat, Liebstöckel, Muskatblüte gemahlen, Muskatnuss ganz, Muskatnuss gemahlen, Nanaminze, Nelken ganz, Pfeffer 'Tellicherry' schwarz ganz, Pfeffer schwarz gemahlen, Pfeffer weiß ganz, Pfeffer weiß gemahlen, Schnittlauch, Schwarzkümmel, Zimt Ceylon gemahlen, Zimtstangen Ceylon, Zitronenmelisse. (Bezugsquellen: Bioläden)

 

 

Was ist das Wichtigste an Demeter?

 

Der biodynamische Landbau bezieht die geistige oder spirituelle Dimension der Erde mit ein - die Verbindung von Erde, Pflanzen und Tiere zum Kosmos und den anderen Planeten. Demeter-Landbau bedeutet Artenvielfalt und gesunde Kreisläufe. Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel werden dynamisiert (wie in der Homöopathie). Viele Bauern in Übersee machen dies selbst, andere besorgen sich die fertigen Präparate.

 

 Jan-Kees Luijerink mit Demeter-Kräuterbauer Peter Heuner vom Krebsbachhof, vor Johanniskraut

"Der biodynamische Landbau ist die schönste, kreativste und individuellste Art und Weise, wie man im eigenen Betrieb zur allgemeinen, langfristigen Entwicklung der Erde als Träger der Menschheit in Zukunft am besten beitragen kann."

Jan-Kees Luijerink, langjähriger Inhaber des Demeter-Kräuterhofs "Het blauwe Huis" in Holland.
 

 

"Now I can see the plants singing and dancing in the wind".

Barend Salomo, Vorstand der Wupperthal Original Rooibos Cooperative, Westkap, Südafrika

 

 

"TPI believes that Biodynamic Agriculture in tea cultivation aligns to the rhythm of the Universe. This holistic farming system helps harness cosmic forces, releases them into the soil to make it vibrant and living."

Binod Mohan, Tea Promoters India

 

 

Fotos: Qingshan-Farm - von Fairbiotea; Wupperthal, Südafrika - von Christine Nachmann/ Jardins de Gaya; SOFA Sri Lanka - teilweise von BioFoods, alle anderen Fotos - von Heuschrecke.

 

 

 

Biodynamischer Tee-Anbau in Derjeeling, in den Bio-Teegärten Singell und Selimbong. Wahrscheinlich kann bald zertifiziert werden.
Die Präparate werden hier selbst hergestellt.


















Demeter-Schulung auf der Fairbiotea-Farm Qingshan.
"Der Berater kommt aus Indien und heißt Jakes Jayakaran und er ist von Demeter autorisiert. Außerdem gibt es in China noch einen Anthroposophischen Verein, für den der Leiter von Ceres China Ding Wei (früher Leiter IMO China) arbeitet. Er fungiert als eine Art Übersetzer der Beratung. Und dann haben wir dort noch unseren Berater Pablo Gonzales, der sich um das Kompostforschungsprojekt und die Kompostproduktion kümmert. Ob das mit der Demeter Zertifizierung letztlich funktionieren wird kann ich noch nicht sagen. Es gibt derzeit einen ungelösten Konflikt. Die Chinesen möchten erst eine Probeumstellung auf 7 ha machen, aber Demeter besteht auf einer Umstellung der gesamten Farm. Ich sehe das entspannt ob es denn eine Demeter Zertifizierung gibt oder nicht, die Beratung wird zu einem besseren Verständnis und einer Vertiefung des ökologischen Landbaues führen." Wolfgang Wilhelm, Gründer von Fairbiotea (www.fairbiotea.de)








Die Wupperthal Original Rooibos Cooperative im Westkap, Südafrika, hat letztes Jahr in einem Dorf mit biodynamischem Landbau begonnen.
Barend Salomo sagt, dass die biodynamische Methode die Kleinbauern glücklich mache. Sie verbinde sie in ihrer Ganzheitlichkeit mit den Vorvätern.
Wenn wir Glück haben, gibt es 2017 den ersten Demeter-Rooibos. Dies ist auch unserer Trust-Organic-Small-Farmer-Kollegin Arlette Rohmer von der französischen Tee-Firma Les Jardins de Gaia zu verdanken, die die Cooperative immer wieder zur Biodynamie ermutigt hat.
Demeter heißt übrigens nicht automatisch schadstofffrei. Was die Chemie und Agroindustrie in die Umwelt gebracht haben, kann kein Bauer auslöschen. Hier liegt die Lösung bei der Industrie bzw. bei der Politik. Demeter tut etwas für die Gesundheit der Pflanzen.
Aus Sri Lanka und Indien beziehen wir schon lange Demeter-Bulk-Ware. Die Kleinbauern dort sind so vertraut mit Demeter, dass man nicht meinen sollte, dass diese Methode aus Deutschland stammt. Sie fügt sich erstaunlich gut ein in die örtlichen Gegebenheiten, und wirkt sich günstig auf die Probleme des Klimawandels aus.
Unsere Kleinbauernpartner PDS / Sahyadri Spice Farmers in Indien, und SOFA / Biofoods in Sri Lanka gaben letzendlich den Anstoß zu unserer Zertifizierung.
Dr. Sarath Ranaweera von Biofoods hat letztes Jahr die Gründung der ersten Biodynamic Association in Sri Lanka mit initiiert.
Hier in den letzten 4 Bildern ist noch die Demeter-Kompost- und die Präparate-Herstellung der Sahyadri Spice Farmers / PDS in Kerala, Indien zu sehen.
Es ist ein gutes Gefühl, aber auch ein großer Aufwand, den die Kleinbauern im Demeter-Anbau stemmen.
Wichtiger als wir hier vielleicht denken ist es ihnen, ein gutes Feed Back von ihren Hauptmärkten, den westlichen Bio-Märkten zu bekommen.
Einfach die Nachricht, dass die Übersee-Demeter-Produkte hier wirklich gefragt werden, und dass das Durchhalten des Aufwandes von uns geschätzt wird.
Demeter ist mehr als nur gute Produkte - es bewahrt auch die kosmische Energie in Mutter Erde, ein kleiner Lichtblick im Agroindustriestress.
Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: demeter, biodynamischer landbau, bio-gewürze, kleinbauernprojekte, übersee
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Fairbiotea: Neues vom Qingshan Teegarten

Newsletter 10/2015, Bericht aus den Fairbiotea-Projekten: Qingshan-Farm

 

Fairbiotea

Das Fairbiotea-Logo ist auch auf unseren Fairbiotea-Tees zu sehenWegen der besonderen politischen und sozialen Lage in China ist die Beschaffung von zuverlässiger, fairer Bio-Ware erschwert. Obwohl die Chinesen die Regeln ihrer harmonischen und ganzheitlichen Feng-Shui-Lehre auch auf die Landwirtschaft anwenden, passt das Einhalten unserer rigiden EU-Bio-Gesetzgebung nicht ins Weltbild. Mehr oder weniger häufig sind China-Bioprodukte aus den unterschiedlichsten Gründen pestizidbelastet, was für europäische Bio-Importeure ein aufwändiges Analysesystem unbedingt erforderlich macht. Der parallel wachsende Kapitalismus hat eine gigantische Landfluchtbewegung ausgelöst, mit negativen Folgen für die Landwirtschaft.

Unser Tee-Importeur, mit dem wir seit über 35 Jahren zusammenarbeiten, tüftelte deshalb seit 2008 an einer Lösung, die im Jahr 2010 unter dem Logo "Fairbiotea" spruchreif wurde: ein über den EU-Bio-Standard hinausgehendes Qualitäts-Management-System für ökosoziale Gerechtigkeit, das die Verordnung, besonders für den Teebereich, ergänzt und sicherer und transparenter für alle Seiten macht. Ein Versuch, eine vertrauensvolle, verläßliche Situation für Bauern und Handelspartner bis zu den KonsumentInnen zu schaffen.
Das System ist auf ein praktisches Qualitätsmanagement ausgerichtet, und bietet kostenlose, qualifizierte Schulung und analytische Beratung für Bio-Teebauern und -Farmen. Neben zusätzlichen Sicherheitsstandards hat das System eine ökosoziale Entwicklung zum Ziel: Entwicklung von Nährstoffkreisläufen, Bonussysteme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Motivation der Bauern, Abnahmegarantien, faire Preise u.v.m.. Die Fairbiotea-Standards werden jährlich extern von CERES geprüft. Zur Zeit machen 2 Teegärten bei Fairbiotea mit: Qingshan und Donghzai.
Wir listen aus jeder Ernte soviele Fairbiotea-Tees wie möglich. Die Teegärten sind auf dem Rücketikett angegeben - Fairbiotea-Tees tragen das Siegel. Wir zahlen einen höheren Preis für die Tees, sowie eine jährliche Gebühr.

Am Ende dieses Newsletters geht der Fairbiotea-Gründer ebenfalls auf die Sozialstandard-Zertifizierungen ein, und belegt damit nochmal unsere Ausführungen aus unserem vorherigen Blogbeitrag. Nun folgt der Fairbiotea-Newsletter 10/2015:

 

Entwicklung


In unserem Newsletter 1/2014 und 7/2014 haben wir über eine positive ökologische Entwicklung in der Qingshan-Farm berichtet. Diese Entwicklung hat sich bei der jüngsten Fairbiotea-Inspektion im Mai 2015 bestätigt. Da wir außerdem keinerlei Probleme mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Tees aus diesem Teegarten haben, können wir davon ausgehen, dass der vorgeschriebene ökologische Prozess nach EU-Verordnung umgesetzt wird.




Die im Sommer 2013 durch extreme Trockenheit zerstörten Teebüsche wurden im Frühling 2014 neugepflanzt. Es wird nun ca. 7-10 Jahre dauern, bis die neuen Teebüsche wieder den vollen Mengenertrag bringen. Im Rahmen des Fairbiotea Bonussystems wurden ca. 100 Schattenbäume gepflanzt, die zukünftige Zerstörungen durch Dürre verhindern sollen. In den nächsten Jahren sollen, je nach Verfügbarkeit von Geldmitteln, weitere Schattenbäume gepflanzt werden.


Das laufende Kompostforschungsprojekt, das Fairbiotea in der Qingshan Farm seit Jahren durchführt, wird ebenfalls einen Beitrag für den Schutz der Teepflanzen und der Böden gegen Wetterextreme leisten. Bis dahin werden die Erträge auch in den nächsten Jahren, wegen der Trockenheit in 2013, niedriger ausfallen und die Teequalität wird ebenfalls beeinflusst werden.


Nachdem die Kontrollstelle IMO im Januar 2014 Ihre Kontrolltätigkeit in China aufgegeben hat, wurde diese Tätigkeit durch die deutsche Kontrollstelle Ceres übernommen, die schon länger, auch in China akkreditiert ist. Die Zusammenarbeit zwischen Fairbiotea und Ceres hat sich inzwischen sehr positiv entwickelt.




Kompostforschungsprojekt


 

Auch im Jahr 2014 hat Fairbiotea die Fortführung des Kompostforschungsprojektes finanziert und auch in 2014 wurde technisches Equipment für die Kompostforschung und die Kompostgroßproduktion angeschafft. Finanziert wurde das überwiegend von Fairbiotea.

Mehr über die Kompostforschung lesen Sie bitte unter: http://www.fairbiotea.de/assets/files/Newsletter_DEU_07_2014.pdf


Fairbiotea hofft, dass in den Jahren 2015 und 2016, die noch fehlenden Maschinen und Geräte angeschafft werden können, die für die Kompostgroßproduktion noch nötig sind. Derzeit wird mit den Qingshan Bauern über die Verpachtung eines passenden Geländes für die Kompostgroßproduktion verhandelt.

 

 

 

Bonussystem

 


Mit dem Strategiewechsel Bonuszahlungen nur noch für Materialien, Maschinen, Werkzeuge oder andere sichtbare Projekte auszuzahlen, hat Fairbiotea die Kontrolle über den Verbleib der Gelder wieder zurückgewonnen. Leider mussten wir in den vergangenen Jahren wiederholt feststellen, dass finanzielle Bonuszuwendungen nicht bei den Bauern ankamen oder die Höhe der Zuwendungen, die die Bauern erhielten, nicht mit den geplanten Zahlungen übereinstimmten. Eine Überprüfung der Auszahlungen war so praktisch unmöglich geworden. Leider müssen wir in China grundsätzlich davon ausgehen, dass in allen Bereichen der chinesischen Gesellschaft Korruption stattfindet.



Im Jahr 2014 wurden durch das Fairbiotea Bonussystem folgende Entwicklungsmaßnahmen finanziert:


  • Traktor als Antrieb für verschiedene Geräte, die in der Kompostproduktion benötigt werden und als Zugmaschine für einen Anhänger

  • Frontlader

  • Mähgeräte für Großflächen

  • Schredder

  • Kompostabdeckung 5 Meter x 50 Meter

  • Messgeräte für Sauerstoffgehalt und Feuchtigkeitsgehalt im Kompost

  • Die Jahresgehälter für zwei Kompostmanager

  • Honorar des Fairbiotea Beraters und Projektleiters des Kompostforschungsprojektes

  • 100 Schattenbäume

  • Demeter Training für Manager

  • Für die Xiaojiaqiao Schule, diese besuchen auch die Kinder der Qingshan Farm, wurde die komplette Ausstattung eines neuen Multimediaraums finanziert


 

Bevor mit der Kompostgroßproduktion begonnen werden kann, müssen über das Jahr 2014 hinaus weitere Geräte und Maßnahmen finanziert werden.

 

Leider treten auch immer wieder Probleme auf, die wir in dem hochentwickelten Europa kaum kennen. So stellen wir fest, dass manche Geräte, die von Fairbiotea finanziert wurden, von den Bauern nicht benutzt werden, obwohl diese Geräte ihre Arbeit erleichtern, weil sie einfach nicht gewohnt sind damit umzugehen.


Die jeweiligen Werkzeuge, die an den Traktor angebaut werden sollten, passen nicht und müssen vom Hersteller nachgearbeitet werden. Ein Anhänger, der für den Traktor angeschafft wurde, ist nicht so ausgelegt, dass er in den engen Kurven und auf den schmalen Straßen benutzt werden kann.


Leider dauert es immer sehr lange, bevor Anschaffungen auch einsatzfähig sind. Entwicklungsarbeit bedeutet Geduldsarbeit und ist immer wieder von Rückschlägen begleitet.


Im Wesentlichen konzentriert sich Fairbiotea darauf, die Bonus-Prämien in die nachhaltige Entwicklung der Farm zu investieren und nach Möglichkeit, sichtbare und kontrollierbar soziale Projekte zu unterstützen.


 

 

 

Teequalität und Export


Leider hat die Qualität bei einigen Teesorten etwas nachgelassen. Die Exportpreise sind teilweise sehr stark gestiegen. Dies ist dadurch begründet, dass die chinesische Regierung die Mindestlöhne für Saison- und Wanderarbeiter in den letzten Jahren um durchschnittlich ca. 13% pro Jahr erhöht hat, deshalb steigen auch die Produktionskosten permanent. Die anhaltende Schwäche des Euros hat Tee für Europa ebenfalls erheblich verteuert. Das nachhaltige Fairbiotea Projekt gibt es auch nicht umsonst.


Diese Preissteigerung zusammengenommen machen es nun Fairbiotea Produkten in Europa schwer, ausreichend Absatzmärkte zu finden und entsprechende Mengen Tee zu vermarkten, die einen Fortbestand von Fairbiotea sichern können. Leider müssen wir feststellen, dass Fairbiotea derzeit in Europa mit den Qingshan Tees keine Gewinne mehr erwirtschaften kann, weil die Teesorten wegen der Kosten, die Fairbiotea verursacht, für Europa zu teuer geworden sind und die Unterstützung für Fairbiotea aus dem Markt zu gering ist. Die Qingshan Farm kann auch nicht genug Gewinn erwirtschaften, um den dort lebenden Teebauern bessere Lebensbedingungen zu finanzieren.


Die permanent schlechten Lebensbedingungen in Teefarmen sind weltweit verantwortlich für die Flucht junger Menschen aus den Farmen in die großen Städte, auf der Suche nach besserer Arbeit, besserer Bezahlung und einem besseren Leben. Selbst Saison- und Wanderarbeiter haben ein besseres Einkommen als die Bauern in den Teefarmen. Deshalb gibt es kaum noch junge Bauern in den Teefarmen. Mit überwiegend nur alten Bauern, lässt sich aber nicht die traditionelle Qualität und Arbeitsleistung aufrechterhalten. Deshalb werden immer mehr Saison- und Wanderarbeiter in den Farmen benötigt und es fehlen immer mehr ausgebildete Fachkräfte. Das hat zur Folge, dass die Qualitätsanforderungen aus Europa ohne zusätzliche Mittel und Kräfte in Zukunft immer weniger erfüllt werden können.


Für Fairbiotea ist es frustrierend in Europa immer mehr über Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung, fairer Handel, Gemeinwohlökonomie usw. zu lesen und zu hören, aber gleichzeitig festzustellen, dass das Interesse des Marktes und der Verbraucher daran nur dann vorhanden ist, wenn der Tee besonders billig ist. Fair gehandelte, nachhaltige Produkte, die mit sozialer Verantwortung, umweltbewusst und gesundheitsbewusst hergestellt wurden, können nicht billig sein. Im Gegenteil, solche Produkte müssen teuer sein. Das ist nicht mit wenigen Cents herzustellen. Da in Europa kaum jemand bereit ist, mehr als Almosen für solche Leistungen zu bezahlen, wird es solche Leistungen auf Dauer auch nur sehr bedingt geben können oder diese Leistungen werden herbei fantasiert durch Marketing. Marketing ist in diesem Fall mehr Schein als Sein.


Seit Jahren nutzen mehr und mehr Markenhersteller die einfachen Lösungen, wenn es um das nachhaltige Image und die soziale Verantwortung im Marketing geht. Sie kaufen für wenig Geld Sozialzertifizierungen für Nachhaltigkeit und soziale Entwicklung oder Zertifikate für Fair Trade. Europäische Politiker und Medien werben für diese Sozialzertifizierungen, deren Label man mehr und mehr auf Produktpackungen von Markenherstellern finden kann. Offensichtlich gibt es da ein kollektives Unwissen über die Inhalte und Resultate solcher Zertifizierungen. Denn für Teeproduzenten und Teebauern haben solche Zertifizierungssysteme noch niemals positive Veränderungen herbeiführen können und man kann bezweifeln, ob das überhaupt gewollt ist, wenn sich nach 30 Jahren weltweiter Zertifizierungen nichts für Produzenten und Teebauern geändert hat.


Warum handeln wir als Gesellschaft so? Warum benutzen wir solche Marketinglügen? Warum betrügen wir uns gegenseitig? Warum wollen wir so wenig über die Folgen unseres Handelns und Konsumverhaltens wissen? Warum können wir uns nicht entsprechend unserer Einsicht ändern?

Ich fürchte die Antwort lautet, dass alle längst wissen, dass sich in einem globalen Wirtschaftssystem, in dem Unternehmen ausschließlich den niedrigsten Preisen und den höchsten Gewinnen folgen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben, Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Fairness kaum eine Rolle spielen können. Deshalb können nachhaltig und sozial verantwortliche Unternehmen und Menschen in unserer Gesellschaft, nur auf die internationale Politik hoffen, die weltweit Arbeits- und Sozialgesetze sowie Mindestlöhne gesetzlich festlegen muss, die auch Bauern und Arbeitern überall in der Welt einen angemessenen Lebensstandard sichern können und die gleichzeitig Wettbewerbsgleichheit unter den Bedingungen nachhaltiger und sozialer Verantwortung herstellen. Das würde den Begriff fairer Handel oder soziale Marktwirtschaft rechtfertigen. Bis dahin bitten wir von Fairbiotea, um Unterstützung durch den Kauf der Fairbiotea Tees, die überwiegend in Naturkostläden, aber auch in guten Teefachgeschäften zu finden sind.


Fairbiotea 2015/10


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Tags: china, bio-tee-qingshan-teegarten, fairbiotea
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Zimbabwe: KAITE ORGANIC AFRICA

Bio-Kleinbauernprojekt KAITE / ORGANIC AFRICA - Lieferantenportrait

Vorbemerkung

Wir lernten Dominikus Collenberg 2008 auf der BioFach Messe in Nürnberg kennen. Dominik ist Agraringenieur und Demeterbauer, arbeitete viele Jahre für die GTZ, als Berater u.a. in verschiedenen Ländern Asiens, Lateinamerikas und Afrikas (u.A. Zimbabwe), sowie China, wo er beim Aufbau der organischen Zertifizierung beteiligt war.
In Zimbabwe begründete er 2007 schließlich die umfassende Initiative KAITE mit folgender Struktur:


KAITE Organic Africa - Struktur

* Bio-Kleinbauernprojekt in Kooperation mit 2 Trainingscentern, die durch NGOs finanziert werden: ein Center ist das Trainigscenter der Jesuiten, das u.A. durch Miserior, aber auch die EU und andere potente Geber finanziert wird, dann Kufunda, ein kleines Center, dass  für KAITE ideal gelegen und von sehr engagierten Menschen geführt und implementiert wird.
* KAITE hat ein Unternehmen in Zimbabwe, das zur Erreichung der ökonomischen Ziele notwendig ist, sowie eine Stiftung in Zimbabwe und einen Verein in Deutschland, die zur Erreichung der gemeinnützigen Ziele wichtig ist:
* - KAITE Stiftung - Vertreter der örtlichen Prominenz, denen die Entwicklung des Landes am Herzen liegt, sind im Stiftungsrat vertreten
* - in Deutschland ein gemeinnütziger Verein KAITE Trust ( jetzt ORGANIC AFRICA Trust) u.A. für AIDS-Waisen)
* 2014 wird der ökonomische Teil von KAITE umbenannt in " ORGANIC AFRICA". ORGANIC AFRICA arbeitet zusammen mit BIZ (Bio Innovation Zimbabwe), eine Organisation, die sich um "underutilized plants", also um bessere Nutzung der heimischen, "unternutzten" indigenen Pflanzen kümmert, wie auch Baobab, Makoni- und Resurrection Tee.


ORGANIC AFRICA verhält sich unpolitisch und verzichtet auf eigenen Landbesitz. ORGANIC AFRICA arbeitet mit gegenwärtig ca. 3500 Kleinbauern (70% Bäuerinnen und 30% Bauern) zusammen. Diese bauen Kräuter, Gewürze und Ätherische Ölpflanzen an. Die Produkte werden alle bei den Bäuerinnen und Bauern auf den Gehöften weiterverarbeitet und veredelt. Damit entsteht der Mehrwert vor Ort und die Menschen finden Beschäftigung. Das Engagement von ORGANIC AFRICA kann schon in dem ersten Jahr zu einer Verdoppelung des Einkommens führen. Das Einkommen wird meist für die Schulausbildung der Kinder und die medizinische Versorgung, aber auch den Zukauf von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln genutzt.






Auf der BioFach 2008 ging es darum, im Voraus potentielle Abnehmer auf dem Naturkostmarkt für Bio-Gewürze und -Kräuter zu finden, die nun verstärkt angebaut werden sollten. Bis dahin flossen ORGANIC AFRICA-Produkte in die Kosmetikherstellung.
Die Aufgabe für unsere Firma Heuschrecke bis zu den geplanten ersten Ernten bestand darin, ein Netz von Interessenten zu gewinnen, und auch, mitzudenken, welche Gewürze und Kräuter für den deutschen Markt Erfolg versprechend sind, sodass es dann genügend Abnehmer für einen Container geben würde. Klimatisch ist Zimbabwe ideal für Kräuter, Blüten, und auch z.B. Chili (klein, sehr scharf, Bird-eye-Qualität).


Doch die Wirklichkeit ist anders als der Plan, und dieses Beispiel zeigt, welch langer Atem für ein Projekt benötigt wird.


Es folgte 2008 die Hungersnot und dann die Cholera-Epidemie in Zimbabwe. Die galoppierende Inflation und die einseitige Subventionspolitik Mugabes für Mais verzögerten den Anbau in größerem Umfang und Export von Bio-Kräutern erstmal.
2009 stieß ORGANIC AFRICA zu unserer Kommunikations- und Netzwerk-Initiative "Trust organic small farmers". 2010 gewinnt die ORGANIC AFRICA Initiative den renommierten SEED AWARD der Vereinten Nationen, und der erste große Container mit einigen Tonnen Chilischoten und verschiedenen Kräutern erreichte uns genau an Karneval 2011.

Dominik Collenberg, Gründer von Kaite Organic Africa, und Heinz-Dieter Gasper, Heuschrecke
Dominik Collenberg, Gründer von Kaite Organic Africa, und Heinz-Dieter Gasper, Heuschrecke
Vor dem Büro in Harare
Vor dem Büro in Harare
Tariro, die rechte Hand
Tariro, die rechte Hand
Morgenrunde der Mitarbeiter. Alle, auch wir, stellen sich vor und beschreiben ihre Tätigkeiten.
Morgenrunde der Mitarbeiter. Alle, auch wir, stellen sich vor und beschreiben ihre Tätigkeiten.
Kaite hat dieses Trocknungsgestell entworfen, als einfachen Bausatz für die Bauern, sicher gegen Ungeziefer, kleine Tiere, und Federvieh.
Kaite hat dieses Trocknungsgestell entworfen, als einfachen Bausatz für die Bauern, sicher gegen Ungeziefer, kleine Tiere, und Federvieh.
Gotu Kola im winterlichen Versuchsgarten
Gotu Kola im winterlichen Versuchsgarten
Der Fuhrpark
Der Fuhrpark
Fahrbare Destille. Ätherische Öle sind ein wichtiges Standbein, z.B. Tagetesöl.
Fahrbare Destille. Ätherische Öle sind ein wichtiges Standbein, z.B. Tagetesöl.
Die alte Destille
Die alte Destille
Weitere Schätze aus dem Firmenfuhrpark
Weitere Schätze aus dem Firmenfuhrpark
Baobab-Setzlinge werden an die Bauern verteilt
Baobab-Setzlinge werden an die Bauern verteilt
Baobab-Frucht und Souvenir
Baobab-Frucht und Souvenir
Gerade fand die Neu-Organisation der Kleinbauern statt, die nach Fairtrade-Regeln ein freier Partner der Firma Kaite Organic Africa sein sollen (keine Ausbeutung oder Knebelverträge).
Gerade fand die Neu-Organisation der Kleinbauern statt, die nach Fairtrade-Regeln ein freier Partner der Firma Kaite Organic Africa sein sollen (keine Ausbeutung oder Knebelverträge).

Unsere Reise

Im Sommer 2014 (ein Jahr nach den friedlich verlaufenen Wahlen mit absehbarem Ergebnis) besuchten wir dann Kleinbauerngruppen von ORGANIC AFRICA in verschiedenen Regionen. In Simbabwe war es natürlich Winter, trocken und sonnig, und abends rechts kalt.


Wir waren gut eine Woche unterwegs, begleitet von Benedikt Kaukler (Firma Topqualitea) und natürlich Dominik Collenberg, dem ORGANIC AFRICA-Gründer und Chef.


Unsere Reise startete in Harare, der Hauptstadt und Firmensitz von ORGANIC AFRICA.
Hier vor Ort arbeiten 7 Angestellte in den Bereichen: EDV, Zertifizierungen (Bio + Fairtrade), Lagerhaltung, Finanzen, Administration. Hinter dem Bürogebäude liegt ein Garten mit kleinen Versuchsfeldern für Gotu Kola (im Südosten des Landes wächst es wild in ‚Teppichen' wie Bärlauch bei uns), Chili, Zitronengras, Tagetes (eines der großen Produkte von ORGANIC AFRICA für ätherisches Öl - auch die mobile Destille steht hier), Jasminblüten, Hibiskus, u.a..


Die Hauptprodukte von ORGANIC AFRICA sind Tagetes-Öl (für die Kosmetik-Industrie), Baobab-Fruchtpulver (2014 ist ORGANIC AFRICA der größte Baobab-Produzent weltweit), Strophantus (hier war ORGANIC AFRICA bisher auch weltgrößter Produzent), Chili, Hibiskus, Teufelskralle, Gotu Kola, Papaya Blatt (ein Boom in Österreich) ...
Daneben werden viele verschiedene Küchenkräuter und Blüten angebaut.
Relativ neu hinzu kommt Moringa - z.Zt. ein Boom in Deutschland. Moringa (Moringa oleifera) ist in Sambia heimisch, und in den letzten Jahren wurden viele Bäume in Simbabwe angepflanzt zur eigenen Gemüseversorgung.


Ebenfalls zu sehen ist der von ORGANIC AFRICA entwickelte hygienische Solartrockner - ohne Strom, reine Sonnentrocknung. Die Ware liegt auf einem Drahtnetz und ist durch ein Schrägdach geschützt (hühnersicher - Federvieh rutscht sofort ab auf der Schräge). Das Ganze auf 4 Beinen stehend zum Schutz vor Erdverschmutzungen, Insekten und Nagern. Die Kleinbauern erhalten diese Trockner als Bausatz und setzen sie selbst zusammen - eine geniale und preiswerte Lösung.


In der nördlich von Harare gelegenen Region Domboshawa besuchen wir einige Farmer. Domboshawa liegt im Mashonaland (von den Shona bewohnt) und ist geprägt durch eine bizarre Granitlandschaft - die jetzt im Winter wie eine gebirgige Mondlandschaft aussieht.

Begleitet werden wir vom Berater in der Region‚ Extension Executive Pedzisai Nemadziba. Sein letzter großer Einsatz bevor er nach Australien und in die Niederlande für sein Masterstudium ‚Biolandbau' geht.
ORGANIC AFRICA hat 5 solcher Berater fest angestellt: studierte, sehr versierte einheimische Agrarfachleute. Jeder betreut eine Region mit 500 - 1000 Bauern. Jeder Bauer wird zumindest einmal besucht, aber intensiv arbeiten die Berater mit 70 Kontaktbauern, die 2x/Monat besucht werden. Die Kontaktfarmer besuchen ihrerseits 2x im Monat alle anderen Bauern - ihre Partner -, schulen und beraten.
Pedzisai trainiert auch zu speziellen Themen wie Ernte, Hygiene, Lagerung, Handling.

Typische Dokumentation für die Bio- und Fairtrade-Zertifizierung von Kleinbauern: Vertrag
Typische Dokumentation für die Bio- und Fairtrade-Zertifizierung von Kleinbauern: Vertrag
Kontrolldokument
Kontrolldokument
Betriebsbeschreibungen
Betriebsbeschreibungen


Dossier für Farmer
Dossier für Farmer
Unsere Reisestationen: Domboshava nördlich von Harare
Unsere Reisestationen: Domboshava nördlich von Harare
Region der Victoria-Fälle im Westen
Region der Victoria-Fälle im Westen
Region Hwange
Region Hwange
Region Binga und Kariba-Stausee
Region Binga und Kariba-Stausee
Winterliche Landschaft mit ...
Winterliche Landschaft mit ...
... Granitbergen
... Granitbergen

Unterwegs
Unterwegs
Pedzisai, der regionale Berater
Pedzisai, der regionale Berater

Domboshawa

Domboshawa: Familie Chigon'a bewirtschaftet 3 ha. Die Hauptprodukte sind Chili, Orangen, Saflor- und Calendulablüten, daneben Erd- und Bambaranüsse, sowie verschiedene Gemüse für den Eigenbedarf.

 




Domboshawa, Guhwa: Dominik erzählt, dass hier seine beste Bauerngruppe sei. Wir besuchen Godfrey Guhwa, der sich für die winterliche Dürrezeiten selbst einen stattlichen Wassertank konstruiert hat. Seine Felder sehen dementsprechend schön grün aus. Auf 2 ha baut er Chili, Saflor, Calendula, Kornblume, Papaya und Gemüse an, hält außerdem 2 Schweine und Hühner.
Die Gruppe um Guhwa tauscht sich gut aus. Wir besichtigen anschließend die Kompostherstellung von Bauer Fortune Muzariri.


Auf dem Weg zur Kleinbauernfamilie Chigon'a
Auf dem Weg zur Kleinbauernfamilie Chigon'a
Chilifeld ...
Chilifeld ...
... mit Bäuerin. Eine tolle Gelegenheit, unseren KundInnen zu zeigen, wo unser Cayennepfeffer herstammt.
... mit Bäuerin. Eine tolle Gelegenheit, unseren KundInnen zu zeigen, wo unser Cayennepfeffer herstammt.
Mutter und Tochter am Solartrockner. Es gefiel ihnen, ihr Produkt im Heuschrecke Streudöschen zu sehen.
Mutter und Tochter am Solartrockner. Es gefiel ihnen, ihr Produkt im Heuschrecke Streudöschen zu sehen.
Saflorblüten
Saflorblüten

Frau Chigon'a mit uns Reisenden
Frau Chigon'a mit uns Reisenden
Bauerngruppe Guhwa in Domboshawa
Bauerngruppe Guhwa in Domboshawa
Wir werden erwartet
Wir werden erwartet
Ungewöhnliches Grün im trockenen Winter ,,,
Ungewöhnliches Grün im trockenen Winter ,,,
... dank der selbstgebauten Zisterne
... dank der selbstgebauten Zisterne
Heinz-Dieter Gasper diskutiert mit dem ...
Heinz-Dieter Gasper diskutiert mit dem ...
... Wiedererfinder über das uralte Prinzip.
... Wiedererfinder über das uralte Prinzip.
Ringelblumenblüten auf der Trocknung
Ringelblumenblüten auf der Trocknung
Sonnenblumenblüten
Sonnenblumenblüten
Viehhaltung im kleinen Maße
Viehhaltung im kleinen Maße
Papayabaum
Papayabaum
Nicht nur die Früchte sind gesund, sondern auch das Blatt begehrt für naturmedizinale Kräutertees
Nicht nur die Früchte sind gesund, sondern auch das Blatt begehrt für naturmedizinale Kräutertees
Papayabaum mit Bauer ...
Papayabaum mit Bauer ...
und Bäuerin ...
und Bäuerin ...
und solo
und solo

Diese Kleinbauerngruppe stellt selber Kompost her. Auf dem Weg dorthin.
Diese Kleinbauerngruppe stellt selber Kompost her. Auf dem Weg dorthin.
Kompost im Entstehen
Kompost im Entstehen
Kompost.
Kompost.
Im Dorf
Im Dorf
Mittags um 1: Schule aus
Mittags um 1: Schule aus
Auf dem Weg zurück nach Harare haben wir die winterliche Granitlandschaft bewundert ...
Auf dem Weg zurück nach Harare haben wir die winterliche Granitlandschaft bewundert ...
... eigenartig wie Mondlandschaft
... eigenartig wie Mondlandschaft



Baobab, Affenbrotbaum


Baobab (Adansonia digitata) ist kein Baum, sondern eine Sukkulente, gehört also zur Kakteenfamilie. Wenn man genau hinsieht, bemerkt man die graue glatte Haut, und kann sich vorstellen, dass im Inneren Unmengen von Wasser gespeichert sind. Auf unserer Reise begegneten wir einem 1000jährigen Baobab (ein Naturdenkmal) - ein Ungetüm mit der Würde eines alten Elefanten.
In der Regenzeit entwickelt der Riese etwas zaghaftes Grün, und schließlich die Früchte in ihrer harten Schale. Zur Reife zieht der Baum sämtliches Wasser aus der Frucht, sodass beim Öffnen praktisch schon das fertige Fruchtpulver zu sehen ist, im Zwischenraum der vielen Kerne, zusammengehalten von braunen Fasern.

Die Bäume sind im heißeren Süden von Simbabwe heimisch. Für ORGANIC AFRICA knacken die Bauern vor Ort die Früchte von Hand und liefern nur noch das komplette Fruchtfleisch mit Fasern und Kernen (Ugugu) zur deren Fabrik in die Nähe von Harare. Hier wird weiterverarbeitet: erst wird das Fruchtfleisch von Fasern und Samenkernen getrennt.
Aus den Samen wird Öl für Kosmetik gepresst. Aus dem Pressrückstand kann eine Art Presskuchen zum Knabbern hergestellt werden, der sogar schmeckt und noch wertvolle Inhaltsstoffe hat ...
Das Fruchtpulver wird dann durch sehr feine Siebe abgesiebt. Fertig.

Baobab-Fruchtpulver erlebt gerade in Deutschland einen Boom als Superfood (kleine Produkte mit konzentrierten Wirkstoffen). Das sehr saure, erfrischende Pulver kann in Smoothies, Mixgetränke, in Desserts, beim Backen oder in Marmeladen verwendet werden.

Nationaldenkmal: wahrscheinlich 1000jähriger Baobabbaum
Nationaldenkmal: wahrscheinlich 1000jähriger Baobabbaum
Die Früchte sind schon geerntet
Die Früchte sind schon geerntet
Die Früchte sind hart und werden richtig geknackt.
Die Früchte sind hart und werden richtig geknackt.
Das Innere ist bereits trocken - der Baum zieht in der Trockenzeit das Wasser aus den Früchten heraus.
Das Innere ist bereits trocken - der Baum zieht in der Trockenzeit das Wasser aus den Früchten heraus.
Aus den Kernen wird Öl gepresst. Aus dem Pressgut kann eine Knabberei hergestellt werden.
Aus den Kernen wird Öl gepresst. Aus dem Pressgut kann eine Knabberei hergestellt werden.
Das Saure Pulver wird z.B. in Smoothies, Desserts, Marmeladen verwandt.
Das Saure Pulver wird z.B. in Smoothies, Desserts, Marmeladen verwandt.
Korrekte Deklaration der Säcke
Korrekte Deklaration der Säcke

Nord-West-Simbabwe

Unsere Reise geht weiter in den Westen des Landes - zunächst machen wir den Victoria Falls unsere obligatorische Aufwartung, anschließend besuchen wir eine Farmer-Gruppe in Binga im Hwange Distrikt.

Auf dem Weg übernachteten wir am Kariba - Stausee. In Erinnerung bleibt uns der imposante Sternenhimmel, die glitzernden Augen der Krokodile im Dunkeln, und die Grusel-Geschichten der Einheimischen, was einem passiert, sobald man nachts vor die Tür geht.

 

 

Die Victoria Wasserfälle, kurz Vic Falls, gehören zu den größten der Welt.
Die Victoria Wasserfälle, kurz Vic Falls, gehören zu den größten der Welt.
Der interessantere Teil liegt in Zimbabwe (sagen die Zimbabwer)
Der interessantere Teil liegt in Zimbabwe (sagen die Zimbabwer)
und ein Teil liegt in Sambia
und ein Teil liegt in Sambia
Auch der Karibe-Stausee hat gigantische Ausmaße - und Krokodile
Auch der Karibe-Stausee hat gigantische Ausmaße - und Krokodile

Binga


Binga: In Hwange District im Westen Simbabwes arbeiten ca. 400 Kleinbauern und ca. 150 Wildsammler mit ORGANIC AFRICA zusammen.
Hauptprodukte hier sind u.a. Hibiskus (Rosella), Strophantus und Teufelskralle. Die Menschen hier sind Tonga - dieser Stamm wird in der Literatur als matrilinear, lebhaft und redefreudig beschrieben - tatsächlich werden wir in dieser Region stets von der kompletten Dorfgemeinschaft, und teilweise auch mit Gesang begrüßt (Dominik behauptet, dass er immer mitsingt).

Unterwegs treffen wir Daniel Munanaieri, den Berater für diese Region, und besuchen mit ihm die Farmergruppe "Sikalenge": 63 Mitglieder - 10 Männer, 53 Frauen.
Diese Gruppe hat 2010 mit dem Bio-Anbau begonnen und ist seit 2013 auch Fairtrade-zertifiziert. Erstes Produkt von Sikalenge ist Rosella (Hibiskus), dann Hirse, Sorgum, Mais, neu: Moringa und Saflor (Färberdistel).
In der Verwaltung der Bauerngruppen sind die Frauen präsent: Jenet ist Field-Inspector, und Annah Vizepräsidentin.


 


Die Funktion solcher Lieferanten-Reisen ist nicht nur, dass wir etwas über unsere Produkte lernen, sondern auch umgekehrt den Bauern und Bäuerinnen zu zeigen, dass ihre Erzeugnisse gebraucht und wertgeschätzt werden. Dazu gehören auch Besuche bei "officials", den lokalen Verwaltungen oder NGOs, die mit ORGANIC AFRICA zusammenarbeiten.


Anschließend besuchen wir zusammen mit Daniel die Manjolo Toseke Group. Diese Bauerngruppe ist neben Rosella (Hibiskus) auf Strophantus spezialisiert.
41 Familien bewirtschaften je ca. 3 ha mit Rosella, Strophantus, Sorgum, Hirse, Mais, Bohnen, Baobab, Kaffee, Gemüse, Tomaten, Zuckerrohr und verschiedene einheimische Beeren.
Beim Empfang durch die Dorfgemeinschaft finden verschiedene Dinge statt: Die Bauern und Bäuerinnen präsentieren ihre Arbeit, wir stellen uns vor und erzählen, was mit ihren Produkten in Deutschland geschieht, und nebenbei finden kleine Schulungen statt, z.B. zur Hygiene beim Schneiden und Trocknen. Evtl. werden weitere Projekte angedacht, neue Ideen, was noch vermarktet werden könnte, oder Dinge, die geändert und verbessert werden sollten. Alle tragen sich in eine Anwesenheitsliste ein. Wir sprechen englisch, Daniel übersetzt von Englisch auf Shona, und ein weiterer Übersetzer von Shona auf Tonga.

Die sehr giftige Pflanze Strophantus wird zur Herstellung von pflanzlichen Herzmedikamenten benötigt, und letztes Jahr war ORGANIC AFRICA der weltgrößte Lieferant dafür. Im Busch werden die bumerangähnlichen Früchte des wildwachsenden Strauchs geerntet. Sie müssen dann sehr vorsichtig weiterverarbeitet werden: sie werden im Dorf vor Ort geschält, dann wird das faserige Fruchtinnere aufgeschlitzt um an die Kerne zu kommen. Nur diese werden gebraucht. Dann erst wird an der Sonne getrocknet.
ORGANIC AFRICA hat diese arbeitsaufwendige Methode implantiert, um Aflatoxinbildung zu vermeiden (die große Gefahr, wenn Pflanzenteile nicht richtig trocknen können).


Kleinbauerngruppe von Sikalenge
Kleinbauerngruppe von Sikalenge
Ein Hauptprodukt ist Rosella, Hibiscus
Ein Hauptprodukt ist Rosella, Hibiscus
Getrocknete Moringablätter
Getrocknete Moringablätter
Rosella
Rosella
Jenet ist die Feld-Inspektorin der Gruppe
Jenet ist die Feld-Inspektorin der Gruppe
Rosella im Winter
Rosella im Winter

Auf dem Weg ins Dorf
Auf dem Weg ins Dorf
Moringabaum
Moringabaum
Baobab
Baobab
Lagerhäuser sind immer auf Stelzen
Lagerhäuser sind immer auf Stelzen
Wohnhaus
Wohnhaus
Hausbau
Hausbau
Berühmte Tonga-Pfeife. Nur bei den Tonga ist das Hasch-Rauchen legal bzw. Gewohnheitsrecht.
Berühmte Tonga-Pfeife. Nur bei den Tonga ist das Hasch-Rauchen legal bzw. Gewohnheitsrecht.
Behördenbesuche: Distriktadministrator
Behördenbesuche: Distriktadministrator
Distrikt-Präsident
Distrikt-Präsident
Die Vorsitzende Rosemary der NGO Zubo Trust.
Die Vorsitzende Rosemary der NGO Zubo Trust.
Der Trust fördert dörfliche, kleinbäuerliche Strukturen und Frauen
Der Trust fördert dörfliche, kleinbäuerliche Strukturen und Frauen
Die Kleinbauerngruppe Toseke ist spezialisiert auf Strophantus
Die Kleinbauerngruppe Toseke ist spezialisiert auf Strophantus
Bumerangähnliche Strophantus-Frucht
Bumerangähnliche Strophantus-Frucht
Empfang im Dorf der Toseke-Gruppe.
Empfang im Dorf der Toseke-Gruppe.
Immer mit Dokumentation, Anwesenheitslisten.
Immer mit Dokumentation, Anwesenheitslisten.
Chairwoman der Gruppe. Sie erzählt uns über ihre Produkte.
Chairwoman der Gruppe. Sie erzählt uns über ihre Produkte.
Aus den giftigen Strophantus-Früchten werden nur die Kerne herausgelöst und dann getrocknet.
Aus den giftigen Strophantus-Früchten werden nur die Kerne herausgelöst und dann getrocknet.


Im Dorf
Im Dorf


Speicherhaus
Speicherhaus
Typischer Getreidespeicher aus Ton
Typischer Getreidespeicher aus Ton
Speicherhaus
Speicherhaus

Abschiedsfoto
Abschiedsfoto

Bewässerungsprojekt


Ausflug zu einem neuen Bewässerungsprojekt.
Am Fuße eines Gebirges tief im Busch entsteht gerade ein EU-gefördertes Bewässerungsprojekt. Es ist bestechend simpel konstruiert: aus einem Stausee in den Bergen wird Wasser heruntergeleitet und fließt in mehrere offenen Kanäle. Rechts und links liegen Felder, Regierungsland. Bauern können jeweils 2-ha-Felder pachten, und bewässern sie selbst mithilfe eines Gummischlauchs.

Dominik würde für ORGANIC AFRICA gerne mit Bauern auf 2-3 Felder zusammenarbeiten, direkt am Anfang der Felderreihe - so gäbe es keine Gefahr von Pestizideinträgen. Das würde erlauben, mehr der gefragten Pflanzen Kamille, Saflor, Melisse und Minze anzubauen. Auf dem guten Boden und in diesem Klima wären 2 - 3 Ernten/Jahr möglich.

Fahrt nach Hwange
Fahrt nach Hwange
Neues, EU-gefördertes Bewässerungsprojekt
Neues, EU-gefördertes Bewässerungsprojekt
Es ist grün ...
Es ist grün ...
Mehrere solcher Kanäle trennen die Feldreihen
Mehrere solcher Kanäle trennen die Feldreihen
Einfaches Prinzip - aber wir konnten das nicht so lässig handhaben wie diese Bäuerin
Einfaches Prinzip - aber wir konnten das nicht so lässig handhaben wie diese Bäuerin
Das Wasser wird aus dem Kanal angesogen und fließt durch den einfachen Gummischlauch ins Feld
Das Wasser wird aus dem Kanal angesogen und fließt durch den einfachen Gummischlauch ins Feld


Reifenpanne auf der Dirtroad
Reifenpanne auf der Dirtroad

Teufelskralle

In der Region Ndlovu, etwa 100km von den Victoria Falls entfernt, werden die Wurzel der Teufelskralle (devils claw) geerntet. Wir besuchen dort einige Dörfer, die Namen tragen wie BH9 (Brunnen 9, 32 Familien) oder BH8/7 (Brunnen 8-7, 15 Familien). In der Gesamtregion werden 8 - 10 Tonnen der Wurzeln gewonnen, die in Europa zu pflanzliche Arthose-Mittel verarbeitet werden.

In BH9 wurden wir mit einem "Arbeiterlied" empfangen, in etwa: "bleib nicht faul im Bett liegen, sondern steh auf und arbeite ..." (Dominik hat diesmal nicht mitgesungen).

In der Begrüßungsrunde werden nach der Vorstellung unserer Firma und der Präsentation der Dorfgemeinschaft auch über Qualität gesprochen.
Die wichtigen Regeln sind:
1) nichts auf dem Boden trocken (Sand, Kabel, Hühnermist)
2) Keine Kontamination mit den Hütten - diese werden im November zur Regenzeit von der Regierung mit DDT ausgesprüht.
3) Immer Hände waschen
Im November stoppen dann auch die Ernten wegen Lagerproblemen.

Bei unserem Besuch ist die Teufelskrallenernte in vollem Gange, und wir dürfen in den Busch mitgehen. Im Winter stehen natürlich keine Pflanzen mehr, deshalb wird zunächst anhand der Spuren, vertrocknetem Gestrüpp und den Teufelskrallenfrüchten, das Zentrum einer Pflanze ausgemacht.
Die Hauptwurzel darf nicht verletzt werden, deshalb wird ein Radius um die vermutete Pflanze gezogen und nur dort in die Tiefe gegraben. Männer und Frauen schippen bis zu einem Meter tief den Sand hinaus und sammeln dabei Wurzel-Ableger. Eine Gruppe Frauen feuert die Grabenden durch Gesang an.
Ein Teufelskrallenbusch kann nur alle 3 Jahre beerntet werden - solange braucht die Wurzel, um neue Ableger zu bilden.

Anschließend werden die geernteten Wurzelstücke gewaschen, geschält, in Scheiben geschnitten und auf einem Gestell getrocknet.

Wir wurden auch gefragt, wofür die Teufelskrallenwurzeln eigentlich gebraucht werden - unsere demonstrierten Erklärungen (Humpeln, Rücken halten) konnten sie gut nachvollziehen und werden die Wurzeln ab nun auch selber benutzen.

Besuch bei der Kleinbauerngruppe von Ndlovu. Die Dörfer heißen Borhole (Brunnen) 8 oder BH9
Eine fröhliche Gruppe - Empfang mit Tanz ...
... und Gesang.

Empfang in der Kleinbauerngruppe

Heinz-Dieter Gasper beschreibt, was unsere Firma macht


Ein Hauptprodukt dieser Gruppe ist Teufelskrallenwurzel. Trocknung ...
... der geschnittenen Wurzel
Die "Frucht" der Teufelskralle
Die Bauern und Bäuerinnen demonstrieren uns, wie die Ernte vonstatten geht. Eingrenzen der vermuteten Fundstelle.
Es wird vorsichtig im Kreis um die vermutete Hauptpflanze gegraben. Die Frauen singen dabei.
Bis zu 1m tief wird gegraben






Demonstration für uns: die Wurzeln werden gewaschen ...
... und in Scheiben geschnitten



Der Stolz der Frauen - die neueingerichtete Gemeinschaftsküche.


Anmerkung von Dominik: Die Bäuerinnen und Bauern haben sich sehr gefreut, dass wir Heuschrecke-Cayennepfeffer in der roten Streudose mitbrachten. Sie haben so die Chance gehabt, einmal ein Produkt zu sehen, das sie selbst hergestellt haben und dann in Deutschland für die deutschen VerbraucherInnen verpackt wurde. Das hat die Bäuerinnen und Bauern sehr motiviert.



Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

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Tags: bio-gewürze, bio-kräuter, kleinbauern-landwirtschaft, simbabwe, kaite, teufelskralle, devils claw
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