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Südafrika-Reisebericht (6): Rooibusch aus den Cederbergen

Besuch bei unserem Lieferanten: die Wupperthal Original (Bio-) Rooibusch Cooperative

Reisebericht in Fortsetzungen ... hier der 6. Teil.

(1. Teil: Öffnet externen Link in neuem    Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/15/vom-rheinland-nach-wupperthal-1.htm ) Ankunft in Kapstadt
(2. Teil: Öffnet externen Link in neuem   Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm  ) Im Nordkap, Papkuilsfontain, Flora, Felsmalereien
(3. Teil: Öffnet externen Link in neuem  Fenster http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/20/vom-rheinland-nach-wupperthal-3.htm  )  Besuch der Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld, Koos Koopman
(4. Teil: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/27/suedafrikareise-4-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm  )  Ankunft in Wupperthal. Die Geschichte des Dorfes Wupperthal, frühere Missionsstation.
( 5. Teil:  Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/05/11/suedafrika-reise-5-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm   )  Wupperthal Original Rooibusch Cooperative. Verarbeitung und Fermentieren von Bio-Rooibusch.



Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal, Südafrika.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen (Tra Tra - River) und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten. Unsere erste Station war noch weiter im Norden gelegen die Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville. Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her.
Unsere 8-köpfige Reisegruppe bestand aus: uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH, Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte, Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka. In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert. Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.





In diesem Teil berichten wir über die Rooibusch-Ernte und die Endverarbeitung des Tees. Außerdem erzählen wir von der Vorstandssitzung und der Farmer-Versammlung, an denen wir teilnahmen.


Doch zunächst sitzen wir, die Reisegruppe, an unserem ersten Abend in Wupperthal zusammen, und haben uns die DVD über den Bau des Teacourts angesehen. Mit einfachem Werkzeug und Schubkarre wurde die alte Leder-Gerberei ausgeräumt, gereinigt, und aus den Felsen die neue Trockenfläche herausgearbeitet.
Unsere Gruppe in Heuningvlei auf dem Weg zur Ernte

Nicht nur die EG-Bio-Verordnung, für uns der Mindeststandard für Bio-Anbau, sondern auch die HACCP-VO oder IFS-Standards für Qualitätsmanagement und Hygiene mit ihrem Perfektionsanspruch stoßen in Drittweltländern gerne an ihre Grenzen - bzw. umgekehrt: den einfachen Bauern und den Vorständen der Kleinbauernverbänden fehlt es oft an Ausbildung und finanziellen Mittel, um alle Bestimmungen immer erfüllen zu können, und es ist eine größere Meisterleistung als bei uns, es zu schaffen.


Nach unseren ganzen Reisen meinen wir - und auch die anderen Mitglieder unserer Reisegruppe - dass in den ärmeren Ländern, die inzwischen den größten Teil unserer (Bio-) Lebensmittel produzieren, ein ewiger Kampf mit und gegen Bestimmungen stattfindet. Mag sein, dass die Vorgaben nicht zur einheimischen Kultur passen (z.B. in China so erlebt), oder andere einheimischen Überlebensprobleme die westlichen Anforderungen auch einfach absurd erscheinen lassen. Zum Teil ist es nötig, sie durchzusetzen, zum Teil könnte es sicher modifiziert werden. Zum Teil ist die Europäische Ordnungsvorstellung in einem Land mit wenig und mentalitätsbedingt anderer Art von Infrastruktur zu schwierig zu bedienen.

In Heuningvlei, auf dem Weg zur Rooibusch-Ernte
Hilft nichts - ohne Erfüllung des EU-Standards kann keine Bio-Ware in die EU exportiert werden - und manchmal wandert auch das ganze Bio-Business (ohne bösen Willen) auf einem Grat zwischen fairen Geschäften und Ökokolonialismus (als eine Art Bevormundung).


Überhaupt steckt in einem Kilo Rooibusch-Tee erstaunlich viel körperliche Arbeit, vor allem in der Weiterverarbeitung auf dem Teacourt.
Wir selber trinken Rooibusch Tee seitdem mit sehr viel mehr Respekt - und haben dabei jetzt auch noch wunderschöne Landschaftsbilder und nette Menschen im Kopf - was wir mit diesem Bericht weitergeben möchten.





In Heuningvlei, auf dem Weg zur Rooibusch-ErnteHolzsammler in Heuningvlei
Am nächsten Tag wurde in Heuningvlei geerntet, eine Siedlung noch einmal 400m höher gelegen.
Nach einem herzlichen Empfang ging es gemeinsam auf die Felder.










Schädling an der Rooibusch-WurzelAbgestorbene Rooibusch-Büsche nach Schädlingsfraß
Zwischendrin waren immer wieder vertrocknete rote Büsche zu sehen - es gibt hier einen verbreiteten Schäding, ein Wurm, der die Wurzel so anfrisst, dass die Pflanze abstirbt. Ein großes Problem, da ein Rooibusch wie Wein oder Tee ca. 3 Jahre braucht, um guten Ertrag zu bringen.











Geerntet wird immer im Team - meist ein Mann und eine Frau. Einer schneidet mit der Sichel die Garben ab, der Partner nimmt sie an, und das Ganze in einer Blitzgeschwindigkeit. Hier eine Bilderreihe:



Rooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalSkeptische Neugier: Rooibusch-Ernte in Heuningvlei / Wupperthal. Wir mussten auch ran.Rooibusch-Ernte in Heuningvlei / Wupperthal. Wir mussten auch ran.Rooibusch-Ernte in Heuningvlei / Wupperthal. Wir mussten auch ran.Rooibusch-Ernte in Heuningvlei / Wupperthal, VorstellungsrundeRooibusch-Ernte in Heuningvlei / Wupperthal, Vorstellungsrunde




Wenn ein Auto voll beladen ist, wird der Tee sofort zum Teacourt gebracht, zum Schneiden und Fermentieren.
Spontan einberufene Vorstandssitzung in Wupperthal
Wir fuhren mit, da wir anschließend auf eine Vorstandssitzung eingeladen waren, die anlässlich unseres Besuchs stattfand.



Zum 8-köpfigen Vorstand der Cooperative gehören: Wayne van Schalkwyk (Präsident), Barend Salomo (Vizepräsident und verantwortlich für Marketing / Kommunikation, unser Ansprechpartner), Thomas (Tommy) Salomo (Vize-Schatzmeister und Courtmanager), Christian (Koos) Gertse (Training / Organisaion), Christo Farao (Human Ressources (Personal/Mitarbeiter-Belange) und Zertifizierung), Sofia Valentyn (Schatzmeisterin), Petrus (Piet) Salomo (Sekretär), Sofia Farao (Vize-Sekretärin).




Spontan einberufene Vorstandssitzung in WupperthalNachdem wir uns und unsere Unternehmen einzeln vorgestellt hatten, berichtete Barend Salomo aus der Cooperative. Unser Importeur und Organisator der Gruppe, Benedikt Kaukler, hatte ein intelligentes GPS-Gerät mitgebracht. Das erlaubt nun, die Felder genauer zu kartieren, und auch Versuchsreihen besser zu überwachen.
Der Klimawandel macht sich durch verstärkte Dürreperioden bemerkbar, die die Pflanzen bedrohen. Es sollen jetzt gezielte Versuche gemacht werden, auch begleitet von einer Doktorandin, wilde Rooibusch-Pflanzen zu vermehren, und verschiedene Höhenlagen auszuwerten.

Wie in vielen ländlichen Gemeinden gibt es auch in Wupperthal das Problem der Abwanderung junger Menschen - es gibt zuwenig Arbeitsplätze. Bei der nächsten Vorstandswahl sollen gezielt Jüngere und in gleichem Anteil Männer und Frauen aufgestellt werden: "die Jungen haben neue Ideen, und Frauen denken noch mal anders als Männer ...".







Am Abend gab es direkt die nächste Versammlung, die reguläre Farmerversammlung der Region Heuningvlei. Der Vorstand war wieder dabei, außerdem ca. 25 Kleinbauern und -Bäuerinnen. Wir waren praktisch 2 intensive Tage überall dabei gewesen, und gaben jetzt eine Art Feed Back. Nach dem drastischen Umsatzrückgang von Rooibusch in Europa war es aber auch unsere Aufgabe, realistische Möglichkeiten vorzustellen, mehr zur Förderung des Rooibuschtees zu tun. Dabei wurden die Absatzzahlen und die möglichen Produktionsmengen diskutiert, und wir stellten unsere Rooibusch-Mischungen vor - eine Möglichkeit, Mengen zu erhöhen. Ebenso analysierten wir Prozessabläufe in der Herstellung, die evtl. noch optimiert werden können, vor allem bei der Verarbeitung auf dem Teacourt - das Spezialgebiet von Teewissenschaftler Sarath Ranaweera. Es war auch Thema, welche Pflanzen außerdem angebaut und verarbeitet werden könnten (Zitronengras wäre evtl. eine Möglichkeit), um zusätzliches Einkommen zu generieren. Es ist immer noch so, dass viele der Farmer außerhalb der Rooibusch-Saison im Wein- und Zitrusanbau oder in der Viehzucht Saisonarbeit suchen. Hier die Bilderreihe:

Farmerversammlung der Region HeuningvleiWas passiert eigentlich bei uns mit ihrem Tee? Wir stellen die Heuschrecke-Mischungen vor. Farmerversammlung der Region HeuningvleiRooibusch-Chai und Rooibusch-Vanille von Heuschrecke. Farmerversammlung der Region HeuningvleiFarmerversammlung der Region Heuningvlei. Heinz Gasper spricht über den Film zum Bau des Teacourts, und unsere Eindrücke.Kommunikation: Farmerversammlung der Region HeuningvleiFrage, Kommentare, Austausch, Eindrücke: Farmerversammlung der Region HeuningvleiTon Vink spricht über seine Erfahrungen mit einer französischen Kleinbauernkooperative - auf niederländisch. Barend Salomo übersetzt, und schließt die Versammlung mit einem Segen. Farmerversammlung der Region Heuningvlei

Obwohl alle recht gut Englisch sprachen, übersetzte Barend ins Afrikaans, die eigentlich vertraute Sprache im Kapland.
Ton Vink berichtete auf Niederländisch über seine Erfahrungen beim Aufbau einer Kleinbauernkooperative in Frankreich, was von der Versammlung besonders geschätzt wurde.
Wir sprachen auch lange über den außergewöhnlichen Zusammenhalt der Cooperative, der beim Bau des Teacourts so deutlich wurde.

Die Versammlung wurde mit einem Gebet eröffnet und einem Segen geschlossen. Barend hat hier in der Moravian Gemeinde auch die Funktion eines Priesters inne, neben seiner Aufgaben in der Cooperative.




Besuch bei Frans van der Westhuizen - Rooibusch-Endverarbeitung


Frans van der Westhuizen verarbeitet den Rooibusch von WupperthalKing's Products, Frans van der Westhuizen war der erste Produzent von Bio-Rooibusch in Südafrika
Frans van der Westhuizen ist der Bio-Pionier für Rooibusch in Südafrika. Seine Firma Kings Products liegt in Klipfontein, etwa 20km von Wupperthal entfernt.


Frans produziert selber Rooibusch Tee - seine Spezialität ist Grüner Rooibuschtee (hohe Qualität, bei uns im Programm!).
Außerdem macht er Auftragsverarbeitung für andere Betriebe. Es ist ein Familienbetrieb: seine Frau ist verantwortlich für die Eigenmarken-Produktion, und die beiden Söhne (beide zur Zeit im Studium) können auf jeder Position im Betrieb einspringen.






Mischer / SiebMischer / Sieb
Hierhin werden laufend die Säcke fermentierten und sonnengetrockneten Rooibuschs aus Wupperthal für die abschließende Verarbeitung hingebracht.

Frans ist nicht nur Verarbeiter für die Wupperthaler Cooperative, sondern auch Mentor - und weiß, bei welchem Bauern man günstig eine Maschine oder einen Traktor organisieren kann.

Wie bei uns: unser Kräuterbauer Alfred Hammann besorgte uns auch unsere Mühlen und Siebe von Kollegenbetrieben ...





Haupt-Siebanlage, siebt in verschiedene GrößenDer grobe Rooibusch wird im Mischer/Vorsieb herausgesiebt.
Zunächst geht der Tee in die Misch- und Siebanlagen.

Er wird noch einmal gut gemischt und dann durch verschiedene Siebarten separiert nach gröberen Anteilen (Stokkies, gut für unsere Teemischungen), Fine Cut und Superfine Cut (das, was wir als Rooibusch kennen), noch feinere Anteile für Teebeutel, sowie Dust, Staub.








Aus dem Hauptsieb: der feine Rooibusch, wie wir ihn kennen.Trennen in verschiedene Fraktionen

















Sterilisation und Endtrocknung


Anschließend geht der Tee in die Anlage zur Dampfsterilisation und Endtrocknung. Zunächst wird bei 120 - 150°C und 400 bar sterilisiert, und dann bei ca. 60°C endgetrocknet. In dieser Form gelangt der Tee dann zu uns.











Jetzt heißt es, für dieses Mal von den Wupperthalern Abschied zu nehmen. Voraussichtlich werden wir Barend Salomo wieder im Frühjahr auf unserer Trust Organic Small Farmers-Versammlung und der BioFach-Messe in Nürnberg sehen.

Trust Organic Small Farmers ist eine Kommunikations- und Marketing-Initiative zur Förderung von Kleinbauernprojekten. Mitglieder sind Hersteller-Firmen wie wir, Importeure und Kleinbauernprojekte aus der ganzen Welt. Info: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.trust-organic-small-farmers.de



Als letzten Punkt unserer Reise werden wir noch das Honeybusch-Projekt Ericaville besuchen. Dieser Trust, gegründet von Township-Bewohnern, ist vernetzt mit Wupperthal und Heiveld. Hiervon erzählen wir dann im nächsten und letzten Teil unseres Reiseberichts.


Heinz-Dieter (Heidi) Gasper + Ursula Stübner

 


 

Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Fotos mit "cn" im Dateinamen: © Christine Nachmann, Fotografin aus Scarborough, Südafrika
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Tags: südafrika, wupperthal, bio-rooibusch, ernte, trocknen, sieben, sterilisieren
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Bärlauchernte (3) in Echtzeit: Im Wald!

Bio-zertifizierte Wildsammlung in Kroatien

Bild-Impressionen von der Bärlauch-Ernte 2010 in Kroatien. Die Bio-Firma Terra Magnifica liefert uns seit 10 Jahren Bärlauch. Hier das Sammeln im Wald, jede Woche geht es auf eine höhere Höhenstufe. Für dieses Jahr ist die Ernte nun abgeschlossen. Nächstes Jahr wieder ... Die bisherigen Ernteberichte finden Sie hier: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/05/06/baerlauchernte-in-echtzeit.htm und www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/05/10/baerlauchernte-2-in-echtzeit.htm
Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: bärlauch, bio-gewürze, kroatien, terra magnifica, mai
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Südafrika-Reise (5) - Vom Rheinland nach Wupperthal

In Wupperthal: Rooibusch - Herstellung

 

Reisebericht in Fortsetzungen ... hier der 5. Teil.

(1. Teil: Öffnet externen Link in neuem    Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/15/vom-rheinland-nach-wupperthal-1.htm )
(2. Teil: Öffnet externen Link in neuem   Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm  )
(3. Teil: Öffnet externen Link in neuem  Fenster http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/20/vom-rheinland-nach-wupperthal-3.htm  )
(4. Teil: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/27/suedafrikareise-4-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm  )



Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal, Südafrika.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten. Unsere erste Station war noch weiter im Norden gelegen die Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville. Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her.
Unsere 8-köpfige Reisegruppe bestand aus: uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH, Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte, Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka. In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert. Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.

 







Wupperthal: Teacourt, fermentierter Rooibusch  Tee trocknetWupperthal: Teacourt, Rooibusch trockne
In diesem Teil wird nun das Schneiden und Fermentieren des Rooibusch-Tees beschrieben - also das, was direkt nach der Ernte geschieht.

Später werden wir die Dorfbewohner zur Ernte begleiten, und auch noch Frans van der Westhuizen besuchen, der die Endproduktion, also das Aussieben der verschiedenen Fraktionen (Größen), das Endtrocknen und Sterilisieren übernimmt.





Zur Rooibusch-Produktion gehört ein Teacourt, das ist einfach eine Trocknungsfläche aus Beton, direkt an der Teehalle, wie es sie auch in Indien und Sri Lanka für Muskat, Pfeffer, Ingwer, Curcuma usw. gibt.






Wupperthal: Teacourt, fermentierter, getrockneter Rooibusch wird zusammengeschobenWupperthal: fermentierter Rooibusch Tee
Diesen Teacourt hatten die Mitglieder der Cooperative, Frauen wie Männer, vor kurzem gebaut: in wirklich schwerer Arbeit, mit Hacken und Schubkarren, eine ebene Fläche aus den Felsen gehauen und betoniert.


Die Vorgeschichte:  es gab in Wupperthal eine Rooibusch-Association, seit 1998 auch biozertifiziert, und im Fairen Handel präsent. Gerade die Wupperthaler Region ist in Südafrika für den besten Rooibusch Tee bekannt.











Wupperthal: Teacourt, fermentierter, getrockneter Rooibusch wird zusammengeschobenWupperthal: Teacourt, fermentierter, getrockneter Rooibusch wird zusammengeschoben
Die Association hatte sich aufgerieben - die übliche Landflucht aus einem Dorf mit zuwenig Verdienstmöglichkeiten, Absatzkrise von Rooibuschtee (sehr starker Rückgang auch in Deutschland). Einige Mitglieder wollten in dieser Situation aufhören, die Bio-Richtlinien zu befolgen, andere doch weiter ökozertifiziert bleiben, was Stress in der Association und mit der Kontrollstelle auslöste (die Zertifizierung von Kleinbauerninitiativen ist recht aufwendig).










Wupperthal, teacourt: Barend Salomo prüft die FermentationWupperthal, teacourt: Barend Salomo, Heinz-Dieter Gaspe
2009 gründete schließlich die "Öko-Fraktion" mit rund 80 Familien die Wupperthal Original Rooibos Coop. Allerdings ohne Produktionsmittel, sodass sie - bis auf ihren Besitz von Rooibos-Feldern - materiell von vorne anfangen mussten. Sie bekamen von der Moravian Church, dem aktuellen Besitzer der ehemaligen Missionsgüter, das Gebäude und Land der ehemaligen Gerberei zugeteilt.

Im dortigen Winter ist der Teacourt gebaut worden, eine Aktion, die auf unglaubliche Art die (Öko-)Dorfbewohner solidarisiert und gestärkt hat. Es existiert eine DVD über den Prozess (die wir irgendwann mal, sobald es technisch geht - in den Blog stellen wollen). Uns erinnerte das an das Zusammenrücken der Trümmerfrauen nach dem 2. Weltkrieg, dem Schuttaufräumen und Steineklopfen.










Wupperthal, teacourt: Pause!
Zum Zeitpunkt unserer Ankunft am frühen Nachmittag wurde gerade der Tee der Ernte des Vortags zusammengeschoben und in Säcke abgefüllt. Der Tee hatte in der Nacht zuvor fermentiert, und war am Morgen zum Trocken ausgebreitet worden.
Dieser Rooibusch-Rohtee wird später zur Weiterverarbeitung zu Frans van der Westhuizen gebracht.







 

 

 

 

Teehalle: das Lager wurde gerade eingerichtetTeehalle, Büro sieht noch provisorisch aus ..
Teehalle: Büro-Ecke und Lager, alles noch recht frisch eingerichtet.















Teehalle: durch die Kodierung der Säcke, kann  der einzelne Sack bis zum Bauern zurückverfolgt werdenTeehalle: die Beschriftung der Tee-Säcke
Rückverfolgbarkeit: durch den Code auf den Säcken kann der Tee bis zur jeweiligen Pflückung zurückverfolgt werden.













Teehalle: die Vorstandsmitglieder Piet und Sofia
Piet Salomo und Sofia Valentyn aus dem Vorstand. Wir werden später noch an einer Vorstandssitzung teilnehmen.









 

 

 

 

 

 

Teacourt: der frische Rooibusch wird geschnittenTeacourt: der frische Rooibusch wird geschnitten
Es geht weiter mit der Produktion:

Bis Mittag brachten Coop-Mitglieder mehrmals Ladungen frisch geernteten Tees - dieser musste nun auch am selben Tag zügig weiterverarbeitet werden - was mitunter bis in die Nacht geht.









Teacourt: der frische Rooibusch wird geschnittenTeacourt: der frische Rooibusch wird geschnitten
Zunächst wird der Tee auf der Schneidemaschine zerkleinert - die Maschine ist eine neue, stolze Errungenschaft, die Frans vermittelt hatte.



 

 

 

 


Teacourt: der frische Rooibusch wird geschnittenTeacourt: der frische Rooibusch wird geschnitten

 

 

 

 




 

 



Der geschnittene Tee wird eingesammelt

die Rooibusch-Schneidemaschine Frisch geschnitten aus der Machine

















Der frischgeschnittene Rooibusch fällt auf den Teacourt, und wird mit Schubkarren zu einer langen Reihe aufgehäuft.

 

Frisch geschnittener Tee wird zur Reihe angehäuftFrisch geschnittener Tee wird zur Reihe angehäuft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





Experiment

 Experiment, Änderung im Prozess

Zwischendrin gab es ein Experiment - der (Grün-)Teewissenschaftler unserer Gruppe, Dr. Sarath Ranaweera aus Sri Lanka, versuchte eine neue Vorgehensweise - er begleitete die ganze Prozessreihe mit Ideen und Vorschlägen - vielleicht lassen sich einige Techniken der Grünteeherstellung auf den Rooibusch übertragen, um die Aromen noch besser herauszuholen ...



 

 

 

 

 Experiment



















Experiment und Diskussion ...Barend Salomo





















Der Tee wird zum Fermentieren befeuchtetinzwischen geht die Sonne farbenprächtig  unter
Ist die Reihe fertig, wird der Tee für die Fermentation vorbereitet. Er wird angefeuchtet, mit Schaufeln gut durchgearbeitet, und dann muss er sehr fest gepresst bzw. gequetscht werden, um die nadelartigen "Blättchen" des Rooibuschs aufzubrechen.

 

Der Pflanzensaft oxidiert (autofermentiert) dann und bringt die rot-braune Farbe und das Aroma, wie bei Schwarztee in Indien und Sri Lanka.



 

 

 

 

 

Der Tee wird zum Fermentieren befeuchtetDer Tee wird zum Fermentieren befeuchtet

Früher wurden Esel über den Tee geführt, heute macht es ganz profan ein Traktor - gut gereinigt und am Boden abgedichtet, presst er mit seinen Reifen die angehäuften Teereihen. Zwischendurch werden die Reihen mit Schaufel und Holzschieber immer wieder durchgemischt, damit am Ende eine gleichmäßige Fermentation erreicht wird.

Über Nacht fermentiert der Tee, und der Duft, der über dem Teacourt liegt, ändert sich.









Am nächsten Morgen ist die Fermentation abgeschlossen


Am nächsten Morgen wird er dann auf der Trocknungsfläche ausgebreitet, so wie wir es eingangs gesehen hatten.

 

 

 

 

 




Am nächsten Tag werden wir die Cooperativenmitglieder nach Heuningvlei zur Ernte begleiten - das erzählen wir im nächsten Teil ...


Hier wollen wir unseren Wupperthaler Freunden zeigen, wie der Tee bei uns abgepackt wird:






Dear Friends from Wupperthal,




Der Wupperthal-Rooibusch wird abgepackt bei Heuschrecke in SpichDer Wupperthal-Rooibusch wird abgepackt bei Heuschrecke in SpichThank you for showing us frankly all steps of production in your Rooibos-processing, and discussing all issues, equally if difficult or well-functioning. Not at least we thank your for your hospitality and sharing your beautiful environment with us. We often think of you as our global family.




 

 

 

Der Tee wird im 5er-Display verpacktDer Tee wird im 5er-Display verpackt

Here you see how your tea is packed in our company. We don't do any teabags, just loose tea because of the better taste.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere halbautomatische AbfüllmaschineUnsere halbautomatische Abfüllmaschine
The ladies Lydia and Ira are responsible for tea-packing.
There is a half-automatic machine to fill the right weight, and the packages are labelled and closed by hand. Five packages are in one Display.




 

 

 

 

... und hier geht es weiter zum nächsten Teil des Reiseberichts:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/06/11/suedafrika-reisebericht-6-rooibusch-ernte-in-wupperthal.htm

 


Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner bei der Rooibusch-Ernte
Best regards to you all

Heinz-Dieter (Heidi) Gasper + Ursula Stübner

 

 

Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Fotos mit "cn" im Dateinamen: © Christine Nachmann, Fotografin aus Scarborough, Südafrika
Alle Fotos mit Klickvergrößerung

 

 

 

Bärlauchernte (2) in Echtzeit

Mai ist Bärlauchzeit. Natur und Technik.

 

Bio-Bärlauch Heuschrecke




Roman Turk ist unser Lieferant aus Kroatien für Bio-Kräuter und -Gewürze. Nachdem er als Maschinenbau-Ingenieur gearbeitet hat, baute er nach dem Krieg ein Netzwerk von Kräutersammlern und -Sammlerinnen, sowie von Bio-Kräuterbauern über ganz Kroatien auf. Er organisiert die Biozertifizierung, Verarbeitung und Export der Ware. Seine Firma trägt den Namen Terra Magnifica. Mehr zu Terra Magnifica: www.heuschrecke.com/kroatien.htm.   Das charmante Österreichisch / Deutsch von Roman wurde wegen des Verständnisses leicht geglättet, seine Wortschöpfungen eines Fremdsprachlers beibehalten.

Seit Anfang an gibt es bei Heuschrecke den Bärlauch von Terra Magnifica. Da wir auch als Drittlandimporteur für Kroatien die Importe für den frischen, bzw. tiefgefrorenen Bärlauch organisieren - z.B. für Naturkostmarkenhersteller, die wunderbares Bärlauchpesto und -nudeln machen, bekommen wir die intensive Ernteaktion hautnah mit.



Rückmeldung aus Kroatien:

Der Koordinator hat sich euere Webseite angeschaut und ist begeistert. Ist sofort einige Zentimeter höher geworden.

 

 

 

 

Fein, der LKW mit Bärlauch ist da.

Aber, es sind 22 Uhr und im schlimmsten Fall können auch 1 in der Nacht sein.

 

Photo 0, Partisanen tragen Bärlauch in Kühlcontainer
Denn die Sammelgebiete sind weit und es lohnt sich nicht, nur vormittags zu sammeln, das sind die Ganz-Tag-Ausflüge, die erst um ca. 17 Uhr mit dem Abwiegen und Verladen des LKWs enden. Und bis der LKW zum Betrieb fährt, vergehen auch einige Stunden.

 

Sollte der Bärlauch im ungekühlten LKW übernachten, so ist er in der Früh kaputt, also es kommen jede Nacht 2 Partisanen und tragen die Rohware in den Kühlcontainer rüber – Ergebnis sieht man am Photo 0.





 

 

Die Kühl-LKWs wären natürlich auch eine Lösung, wir hatten aber einige Male Probleme mit den schweren Wagen auf den nassen Forstwegen und haben mit dieser Variante aufgegeben.

Außerdem sehen die auf die Natur nicht gewöhnten Fahrer der professionellen Transportfirmen die zarten Markierungen im Wald (z.B. einen 1x1 Meter großen weißen Sack neben dem Weg) nicht, und dann kann man sie nur hellseherisch orten, denn meistens gibt es kein Signal am Handy in den  Wäldern.


 


Photo 2, zu spät gernteter Bärlauch, schon in der BlütePhoto 1, Hagelschaden am Bärlauch 

Und in der Früh gibt es dann Überraschung, wie z.B. die mit Hagel beschädigte (Photo 1) oder vegetativ zu spät gesammelte Ware, bereits in der Blüte (Photo 2).


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bärlauch wird sortiert 


Dann kommen unsere Damen auf die Szene und verlesen die Rohware vor der weiteren Behandlung (Photo 3). Studenten kommen für diese Arbeit nicht in Frage und meiste Männer sind auch nicht fähig, die Gesprächsthematik länger zu überstehen. Aber auch die Frauen hätten kein Interesse für Getriebe und Jagdgeschichten.










 

Photo 4: frischer Bärlauch im Kühl-LKW
Bis vor kurzer Zeit herrschte in Kroatien ein Mangel an Gefrieranlagen und wir haben bei teueren und unflexiblen ehemaligen Staatsbetrieben, oft aber auch in gemieteten LKWs die Ware zwischenlagern müssen (Photo 4). Wegen Nachbarn musste so eine LKW-Kühlanlage in der Regel mittels Strom (anstatt dem lauten Dieselmotor) betrieben werden, der vorbeifahrende Zug hat in der Nacht die Überspannung ausgelöst und die ganze Ladung war zum Wegwerfen. Der Vermieter des LKWs fühlte sich dafür nicht verantwortlich, hat über Gericht das vereinbarte Geld bekommen und wir haben für nächste Saison eigenen Kühlcontainer gekauft.

 

 








Photo 5: Bärlauch-WachhundFalls Ihr je eine unendliche Baustelle haben wollt, kann ich meinen befreundeten Elektriker empfehlen. Wir haben ihm den Spitznahmen „Kernchen“ zugeteilt, weil er diese einige Jahre lang versprach, aber nie realisiert hat. Die Kernchen sollten den Strom direkt am Kühlcontainer messen und einen high-tech-Alarm (bei etwaigem Stromausfall, nicht aber bei regelmäßigen ein- und ausschalten) auf meinem Handy auslösen.

 

So habe ich einige Bärlauchmonate im Häuschen neben der laufenden Kühlanlage geschlafen, in der Hoffnung, ich werde eine längere Ruhepause (also keine Wiederinbetriebnahme nach dem Erreichen der maximalen Temperatur im Container) im Schlaf erkennen. Das passierte nie, außer an einer Nacht, wo ich nach Österreich fahren musste und zwischen 22 und 03 niemand vor Ort war.

Außer meinen Hund, der damals neben Vorliebe für meine Socken (Photo 5) auch die Elektrokabel entdeckt- und überlebt hat.

Die Um-03-Uhr-Wächterin hat dann den Kernchen alarmiert und er hat diese (bereits tiefgekühlte Ware) gerettet, aber trotzdem die Kernchen nie gemacht. 

 

 

Vor ca. 2 Jahren haben sich die Verarbeitungsabläufe modernisiert und standardisiert, und seit dieser Zeit gab es keine Schocktherapie für uns, im Gegensatz zum Bärlauch, der jetzt im Normalfall steif nach Deutschland wegfährt und auch ankommt (was auch 2 verschiedene Begriffe sein können).

Weiter darf ich nicht reden, um etwas nicht zu verzaubern.











Bei Terra Magnifica,  Kroatien: oben rechts: Gründer Roman Turk. Unten links: Heinz Gasper,  Heuschrecke-Gründer, außerdem Mitarbeiterinnen Ana und Sanya
Roman Turk, Gründer von Terra Magnifica (Freund und langjähriger Lieferant von Heuschrecke), ein biozertifiziertes Anbau- und Wildsammlungsprojekt für Kräuter, mittlerweile eines der größeren Kräuterexport-Unternehmen in Kroatien. Nach dem Krieg wurden die alten Sammlerstrukturen von Roman Turk wieder aufgebaut - dies die soziale Komponente: Terra Magnifica ist eine wichtige Verdienstmöglichkeit in der Nachkriegszeit für die verschiedensten Gruppen von Bauern, Flüchtlingen bis zu Kriegsversehrten, für junge und ganz alte Menschen. Zertifizierte Wildsammlung ist Landschaftspflege und dient dem Umweltschutz.










 

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Tags: bärlauch, bio, ernte, terra magnifica, wildsammlung
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Bärlauchernte in Echtzeit

Mai ist Bärlauchzeit. Biozertifizierte Wildsammlung - logistische Meisterleistung.

 

Bio-Bärlauch Heuschrecke




Roman Turk ist unser Lieferant aus Kroatien für Bio-Kräuter und -Gewürze. Nachdem er als Maschinenbau-Ingenieur gearbeitet hat, baute er nach dem Krieg ein Netzwerk von Kräutersammlern und -Sammlerinnen, sowie von Bio-Kräuterbauern über ganz Kroatien auf. Er organisiert die Biozertifizierung, Verarbeitung und Export der Ware. Seine Firma trägt den Namen Terra Magnifica. Mehr zu Terra Magnifica: www.heuschrecke.com/kroatien.htm.   Das charmante Österreichisch / Deutsch von Roman wurde wegen des Verständnisses leicht geglättet, seine Wortschöpfungen eines Fremdsprachlers beibehalten.

Seit Anfang an gibt es bei Heuschrecke den Bärlauch von Terra Magnifica. Da wir auch als Drittlandimporteur für Kroatien die Importe für den frischen, bzw. tiefgefrorenen Bärlauch organisieren - z.B. für Naturkostmarkenhersteller, die wunderbares Bärlauchpesto und -nudeln machen, bekommen wir die intensive Ernteaktion hautnah mit.











 

Bio-Bärlauchernte 2010 in Kroatien



Seit ca. 10 Jahren "machen wir" den Bärlauch.

 

Frisch, gefroren, lose Blätter oder gemaischt und blanchiert, auch trocken, ganze Blätter oder in verschiedenen Schnittgrößen.
Inzwischen steht Eines fest, den Frischen darf man im Auto nicht über Nacht stehen lassen, ansonsten muss das Auto auf eine Aromatherapie nachher.

 

Das Machen von Bärlauch ist ein ziemlich kompliziertes System, welches maximal 2 Monate pro Jahr einwandfrei funktionieren muss und darnach bis zur nächsten Saison stillgelegt wird.
Dies weil der Bärlauch oberirdisch nur ab Anfang März bis Ende Mai (auf höchsten Lagen) zu sehen ist und nur in ca. Hälfte dieser Zeit für das Sammeln geeignet ist.

Wenn man die marktbedingten Schwankungen im Absatz dazu nimmt (wir hatten inzwischen eine 2jährige Pause mit Menge Null), ist es klar, dass man fast jedes Jahr das System sorgfältig einspielen-, wenn auch nicht sogar vom Neu anfangen muss.

 

Bio-Bärlauchernte 2010 in Kroatien 

Ein System für Bärlauch - Sammeln klingt wahrscheinlich etwas hochgetrieben, ich kann Euch aber zusichern, dass die QS (Qualitätssicherungs) - Leute  daraus zumindest 200 Seiten machen würden.

Mein ehemaliger Chef im Planungsbüro hat oft wiederholt, dass Präsident Kennedy die Entscheidung über das Vietnam-Krieg auf eine Seite DIN A4 untergebracht hat (DIN hat sich offensichtlich stark in der Welt verbreitet) und in diesem Sinne werde ich also die Kennwörter anführen:



  • Sammelgebiet - üblicherweise kein Problem, wenn es denn Bärlauch gibt, dann sind das wie gesäte Felder im Wald zwischen den Bäumen. Man muss sie nur finden.
  • Lage des Gebiets - kaum in der Nähe der Leute, wahrscheinlich dort ausgerottet wegen dem Gestank in der Zerfallsphase.
  • Zugänglichkeit - üblicherweise schlecht für die LKWs (die bei einer koordinierten und gezielten Sammlung der frischen Kräuter für deren Transport nötig sind)
  • Walddichte - wenn Wald zu dünn ist, dann zerfällt der Bärlauch sehr schnell
  • Waldschaden - nach dem nassen Schnee und anschließenden sehr tiefen Temperaturen im letztem Winter liegen heuer am Boden unzählige gebrochene Bäume und Äste.
  • Bio-Bärlauchernte 2010 in KroatienWetter - Schnee muss abtauen, nach dem Regen verkleben die Teile anderer Pflanzen am Bärlauch gerne, also Trockenperiode ist ideal
  • Hagel - in April oft vorkommend, macht die Blätter kaputt
  • Transport der Sammler - heuer haben wir einen extra LKW für die Sammler, die so ihre Autos am Asphalt stehen lassen können. LKW dient auch als Obdach beim etwaigem Gewitter.
  • Transport der gesammelten Blätter zum LKW - Gott erschuf die Gravitation und es wird nur oberhalb der Waldstraße gesammelt.
  • Transport an Forstwegen - ein Traktor bringt die Sammler und das Sammelgut zum LKW,  dort wo es keine Waldstraße gibt.
  • Edukation der Sammler - am besten durch die zeitversetzte Bezahlung, nach der Freigabe des Leiters der Verarbeitung. Deshalb werden die Säcke mit der Rohware mit Namen des Sammlers beschriftet. Und bei der wiederholten Nutzung des Sackes muss der Name des früheren Sammlers gestrichen werden.
  • Feiertage - sind nicht umzugehen, man hat aber die Sammler verschiedener Konfessionen und es bleiben immer welche arbeitsfähig, auch am 1.Mai. Wirtschaftskrise hat das potentiell gefährliche Zusammenfahren abgeschafft, es sind immer noch kleine Streiche, wie das Übertrampeln gegnerischer Sammelspur, möglich.
  • Aufsicht vor Ort - empfiehlt sich, am besten durch ein(e) der Sammler. Kann auch der Fahrer des LKWs sein, aber meistens sitzen diese lieber in Kabine den ganzen Tag.
  • Bio-Bärlauchernte 2010 in KroatienLokaler Koordinator - muss alle Gebiete bereisen und u.a. die zur Verfügung stehende Mengen und die übriggebliebene Zeiträume für die Sammlung erfassen. Muss große Autorität gegenüber den Sammlern haben. Darf nicht am Ende der Saison mit dem für die Sammler bestimmten Geld verschwinden.  

 


Bin schon über A4 und habe mich von der Sammelstelle noch nicht entfernt.
Nicht für USA Präsidenten tauglich.
Kann außerdem nicht hypnotisieren (in den USA gibt es eine "Verschwörungstheorie", die Obama auf Schritt und Tritt analysiert und ihm Hypnosetechniken zuschreibt - ).

Grüsse
Roman









Bei Terra Magnifica, Kroatien: oben rechts: Gründer Roman Turk. Unten links: Heinz Gasper, Heuschrecke-Gründer, außerdem Mitarbeiterinnen Ana und Sanya
Roman Turk, Gründer von Terra Magnifica (Freund und langjähriger Lieferant von Heuschrecke), ein biozertifiziertes Anbau- und Wildsammlungsprojekt für Kräuter, mittlerweile eines der größeren Kräuterexport-Unternehmen in Kroatien. Nach dem Krieg wurden die alten Sammlerstrukturen von Roman Turk wieder aufgebaut - dies die soziale Komponente: Terra Magnifica ist eine wichtige Verdienstmöglichkeit in der Nachkriegszeit für die verschiedensten Gruppen von Bauern, Flüchtlingen bis zu Kriegsversehrten, für junge und ganz alte Menschen. Zertifizierte Wildsammlung ist Landschaftspflege und dient dem Umweltschutz.










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