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Ländliche Bildbetrachtung

Portrait: Indigener Gewürzbauer in Kannampady, Indien

 

10 Dinge, die man sieht, und die man nicht sieht.




Urwaldpfeffer in Kannampady, Bio-Kleinbauer Mr. Kadatha





1) Ein älterer Herr - weiße Haare und Bart, rosé-weiß gestreiftes Hemd - im Zentrum. Der Gesichtsausdruck: präsent, etwas distanziert und leicht amüsiert.



2) Farben: die leuchtend-tiefbraune Hautfarbe vor dem satten Grün im Hintergrund. Das helle Hemd gibt Luftigkeit. Kontraste, gleichberechtigte Farbintensitäten. Ein herausblinzelnder Farbfleck: die rote Tüte.

Urwald-Niederlassung Kannampady, Dschungel

3) Der Hintergrund: Dschungel. Dichtes Grün. Wir waren frappiert von gefühlten 240 Grüntönen, die sich erst beim näheren Hinsehen in verschiedene Gewürz- und andere Nutzpflanzen differenzieren sollten. Nichts war zufällig, alles wurde erklärt.









Urwaldpfeffer in Kannampady, Bio-Kleinbauer Mr. Kadatha und Sohn Mr. Raghavan

4) Der Herr, Mr. Kadatha, ist von Beruf Gewürzbauer, seit Generationen. Hier neben ihm: sein Sohn, Mr. Raghavan, der mit ihm zusammenarbeitet. Die Großfamilie bewirtschaftet ca. einen Hektar Fläche.



5) Der Ort: wir sind in Indien, im Bundesstaat Kerala im Süden, ca. 400km von der Hauptstadt Trivandrum entfernt in den Bergen. Hier in unzugänglichen Urwaldregionen gibt es "Reservate" oder "Tribal Settlements", geschützte Gebiete für die indischen Ureinwohner, Adivasi oder indigene Stämme. Kannampady ist eine solche Adivasi - Niederlassung im Idukki Bezirk (Kerala), 8 km inmitten des Urwaldes gelegen.




6) Mr. Kadatha ist mit 251 anderen Gewürzbauern aus Kannampady Mitglied im Sahyadri Spice Farmers Consortium für Bio-Gewürze. Wir beziehen seit mehr als 15 Jahren Gewürze von ihnen.



7) Kunst in Zahlen:Urwaldpfeffer in Kannampady, Kleinbauernfamilie
Anzahl der biozertifizierten Farmer in Kannampady:        252
Durchschnittl. Landbesitz / Farm:                    1 ha
Gesamte biozertifizierte Fläche in Kannampady:        253,34 ha
Zertifizierungs-Status:    USDA NOP (USA), EU, NPOP (Indien),JAS (Japan), Naturland, Biosuisse (was eine sehr große Formular- und Dokumentenmenge bedeutet, und viele viele Arbeitsstunden mit Bürokratie).
Erntemengen in Kannampady für die Gruppe der biozertifizierten Farmer (auf 253,34 ha):
1. Schwarzer Pfeffer:         90000 kg
2. Weißer Pfeffer:          7000 kg
3. Ingwer, frisch:        14000 kg
4. Curcuma, frisch:        14000 kg
5. Nelken:                  600 kg
6. Cardamom, frisch:           5000 kg
7. Muskatnüsse:                 10 kg
8. Tee (Grünes Blatt):          9000 kg
9. Kaffee Robusta (getrocknet, mit Schale):    40000 kg





8) Daneben werden dort zur Selbstversorgung verschiedene Früchte und Gemüsesorten angebaut, sowie einige Tiere gehalten. Dieser relativ kleine Flecken Erde gibt reichlich, in einer gesunden Diversität. Deshalb hat der Weltagrarbericht 2009 ausdrücklich festgestellt, dass diese kleinbäuerliche (vorsintflutliche) Bio-Landwirtschaft mehr zur Zukunftssicherung der Welternährung beiträgt als die Agroindustrie, die vor allem viele Umweltschäden verursacht.



 




Bio-Urwalpfeffer 'Tribal' schwarz ganz aus KannampadyHeuschrecke Bio-Urwalpfeffer 'Tribal' schwarz gemahlen aus Kannampady9) Im Jahr 2009 haben wir Kannampady besucht. Später entstand dort die Idee, den Urwaldpfeffer von Kannampady separat zu trocknen und zu verarbeiten, sodass er mit genauer Herkunftsangabe vermarktet werden kann. Normalerweise werden die Gewürze der insgesamt ca. 2000 Kleinbauern des Sahyadri Spice Farmers Consortium nicht getrennt. Mit der genauen Herkunftsbezeichnung entsteht bei den KonsumentInnen in unserem Land ein genaueres Bild, welche Menschen denn den Pfeffer angebaut und in den Händen gehabt haben, den man gerade isst.




10) Und jetzt kommt per Email ein konkretes Bild zurück: unser Kannampady - Urwaldpfeffer in den Händen des Kannampady-Bauern.







Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper



Fairbiotea - Bericht 2011

Bericht aus den nachhaltigen Fairbiotea Grüntee-Projekten in China

 

 
 
 
Fairbiotea ist ein von der Kontrollstelle IMO geprüftes Qualitätsmanagement-System unseres langjährigen Teeimporteurs, entstanden wegen der unsicheren Situation in China bezüglich Bio-Qualität und sozialer Lage der Teebauern.
Das Fairbiotea-Logo

Mittel sind Schulungen der Bauern, intensive Begleitung bei Prozessentwicklung und Analytik, Abnahme- und faire-Preis-Garantie - ohne die Almosen-Rückvergütungssysteme der kommerz. Fairtrade-Organisationen - , konkrete Verbesserung der Situation der Teebauern durch Zuteilung von Gärten und Kühen, faires Lohnsystem, Verbesserung der Ökologie (Nährstoffkreisläufe).

Vier Teegärten, von denen der Hauptteil unserer China-Tees auch stammt, sind bisher Teil des Fairbiotea-Systems.

Die Überwachung und Begleitung der Maßnahmen ist sehr aufwendig (und teuer, wir zahlen entsprechend einen Aufpreis an den Koordinator), und es gibt eine ständige Auseinandersetzung der Kulturen: was ist machtbar, was wird nicht akzeptiert, wie macht man es besser.

Die Inspektionsberichte zu den Farmen, die auch ethno-soziologisch sehr interessant sind (es wird nicht beschönigt oder glattgeschrieben), werden auf der Website Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.Fairbiotea.de  ab November 2011 veröffentlicht. Wir haben die Erlaubnis erhalten, einen Auszug, der unserer Meinung nach die transparente und sich auseinandersetzende Herangehensweise von Fairbiotea gut zeigt, vorab hier zu einzustellen.

Auf dem Logo-Aufkleber auf unseren Teetüten wird auf die Website hingewiesen. Zur Zeit tragen im Heuschrecke-Sortiment ca. 20 Sorten reine und aromatisierte China-Grün- und Weiße Tees das Fairbiotea-Logo.


Hier folgt zuerst der aktuelle Newsletter von Fairbiotea. Danach ein Auszug aus dem Inspektionsbericht der Quingshan-Farm, den wir so interessant fanden.
 
 

 

 

Newsletter 9/2011

 

Inspektion der Fairbiotea Standards durch eine unabhängige Kontrollstelle

 

Fairbiotea Inspektion durchgeführt von einem chinesischen Inspektor von IMO

Im Sommer 2011 wurden in allen Fairbiotea Teefarmen Kontrollen durchgeführt, bei denen neben der normalen Kontrolle nach EU-Verordnung und nach USDA NOP auch die Entwicklung der zusätzlichen öko-sozialen Fairbiotea Standards überprüft wurden.

Damit beauftragt ist die unabhängige und anerkannte Kontrollstelle Institut für Marktökologie (IMO). Die Kosten hierfür übernimmt der Fairbiotea Importeur. Die Ergebnisse werden derzeit noch von IMO ausgewertet. Wir werden über die Ergebnisse berichten. Diese Inspektionen werden einmal jährlich durchgeführt.

 




 Fairbiotea Inspektion durchgeführt von einem chinesischen Inspektor von IMO

Wie in nahezu allen Schwellenländern üblich gibt es eine Menge kultureller Unterschiede zu bewältigen, die zu vielen Missverständnissen und Fehlinformationen führen.
Die Sichtweisen in Bezug auf Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit. Biolandbau, Qualitätsmanagement, Recht und Soziales sind aus chinesischer und aus europäischer Sicht sehr unterschiedlich.

Das führt auch immer wieder zu Problemen bei der Umsetzung der Fairbiotea Standards.

Deshalb sind auf dem Weg der Entwicklung ständige Anpassungen nötig, um am Ende das Fairbiotea Ziel zu erreichen.




Entwicklungsprogramm Nährstoffkreislauf:

Fairbiotea: Erste Versuche der professionellen Kompostherstellung
Folgende Probleme und Fehlentwicklungen wurden mit der durchgeführten Kontrolle aufgedeckt:


Das geplante Anbau-und Beschaffungsprogram zur Beschaffung von Biomasse für die Kompostherstellung und die Entwicklung eines natürlichen und nachhaltigen Nährstoffkreislaufes basierten auf falschen Angaben der Produzenten und konnte unter realen Bedingungen nicht zielführend aufrechterhalten werden.


Deshalb wurde ein neues Forschungs- und Trainingskonzept entwickelt, das die Bauern und Produzenten sensibilisieren und die ökologischen, ökonomischen und sozialen Vorteile der Kompostproduktion erforschen und Bauern und Produzenten überzeugen soll.
Fairbiotea: Junge Kälber auf der Qingshan Farm

Dieses Programm beginnt im Herbst 2011 mit einem professionellen Training durch Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.soilandmore.nl/. Die Kosten hierfür übernimmt der Fairbiotea Importeur.






 

 



Bonusauszahlung an die Bauern

 

Bauern quittieren den Erhalt der „fairbiotea“-Prämien mit Daumenabdruck weil sie nicht schreiben können.Bei der Inspektion wurde festgestellt, dass die Prämien, die direkt auf die Bankkonten der Teebauern eingezahlt wurden, nicht entsprechend der Überweisung bei den Bauern ankamen. Die Beträge, die ankamen, hatten sich verändert. Das betraf alle Fairbiotea Farmen gleichermaßen.


Für uns Europäer ist es völlig unverständlich, dass jemand seine Bankkarte und seine Geheimzahl an Dritte weitergibt. Aber genau das ist in China üblich. Die Bauern überlassen die Verwaltung ihrer Bankkonten dem Farmmanagement und das Management verfügt über das Geschick des Kontos, ohne dass die Bauern davon Kenntnis haben. Dafür gibt es sogar plausible Gründe, die sich aus der dortigen Situation ergeben. Details darüber können Sie ausführlich in den Farm-Profilen nachlesen (Links zu den Farmen untenstehend).




Inzwischen haben die Produzenten mitgeteilt, dass die gesamten Beträge an die Bauern ausgezahlt wurden bzw. ihrer Bestimmung zugeführt wurden. Das wird mit der nächsten Inspektion im Sommer 2012 erneut überprüft.
Qingshan Tee Bauer quittiert den Erhalt der Fairbiotea Prämie.Fairbiotea lernt aus dieser Entwicklung und passt das Bonussystem diesen chinesischen Strukturen an, damit die Bauern ihren verdienten Bonus auch vollständig erhalten.

 

Vom Fairbiotea Importeur wurden inzwischen Prämien, für die Teebauern in den 4 Fairbiotea Teefarmen ausgezahlt. Ca. 300 Haushalte (ca. 4-5 Personen) erhielten insgesamt:
für das Jahr 2009 =  24.481,00 Euro
für das Jahr 2010 =- 39.032,00 Euro



Wenn man von einem üblichen monatlichen Einkommen der Teebauern von 40 Euro ausgeht, ist das aus Sicht der Bauern ein ordentlicher Betrag, der mit wachsenden Fairbiotea Importen und mit der Hilfe von Verbrauchern in Europa noch deutlich steigen soll. 

Mingzhou Bauern: Symbolische Übergabe der Prämien im Rahmen der Übergabe Feier.
Damit die ausgezahlten Summen in ein Verhältnis gesetzt werden können, das zum allgemeinen Verständnis beiträgt, möchten wir an dieser Stelle den Jahresbericht 2009 von Transfair Fair-trade zitieren, nachzulesen unter: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.transfair.org/fileadmin/user_upload/materialien/download/download_jahresbericht0910.pdf 
Dort wird angegeben, dass die Prämien für Tee, die im Jahr 2009 in Deutschland gesammelt wurden, für ca. 100 Fair-trade zertifizierte Teeplantagen (ca. 300.000 Bauern) weltweit 136.000 Euro betrugen. Wobei sich jede Teeplantage von FLO-Cert Fair-trade zertifizieren lassen muss, die Kosten hierfür betragen pro Jahr und Plantage ca. 3000 Euro, die von den Teeplantagen zu bezahlen sind. Fazit: 100 Teeplantagen zahlen geschätzt ca. 300.000 Euro für Fair-trade Zertifizierungen.




Rückstände von chemischen Pflanzenschutzmitteln


Seit 2008 werden in allen Teesorten aus den Fairbiotea Projekten keine bedenklichen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln mehr gemessen. Die Ergebnisse entsprachen zu jeder Zeit den BNN Orientierungswerten Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.n-bnn.de/cms/website.php?id=/de/qualitaet/bnn-orientierungswerte.html&sid=12b00b654e566b1d92406f82a96d3789.

In mehr als 99 % der  untersuchten Fairbiotea Teesorten wurden keinerlei Rückstände gemessen. Die wenigen Rückstände die gemessen wurden, waren in sehr minimalen Mengen vorhanden und es gab natürliche Erklärungen für diese Rückstände. Wir leben leider in einer verschmutzten Umwelt. Diese Umweltverschmutzung ist sehr vielfältig und verunreinigt auch die biologische Landwirtschaft.

Es gibt außerdem Stoffe, die in der Liste der im ökologischen Landbau verbotenen Pflanzenschutzmittel aufgeführt sind, aber auch als natürliche Bestandteile von Pflanzen vorkommen oder im natürlichen Produktionsprozess entstehen, wie z.B. bei der Verbrennung von organischen Stoffen in der Landwirtschaft oder in der Herstellung. Hinzu kommen noch erlaubte organische Pflanzenschutzmittel.
Verbrennung von organischem Material (z.B. Holz) in der Produktion oder im privaten Bereich produziert Biphenyl. Biphenyl ist auch als verbotenes Pflanzenschutzmittel gelistet.

Rückstände von chemischen oder natürlichen Pflanzenschutzmitteln lassen sich auch in der ökologischen Landwirtschaft nicht immer 100%ig ausschließen. Wird allerdings der ökologische Anbauprozess nachhaltig entwickelt und umgesetzt, wie bei Fairbiotea, kann es keine Belastungen  geben, die innerhalb der Farm bewusst oder unbewusst verursacht wurden. Das ist normalerweise nicht durch die üblichen Kontrollen der EU-Verordnung sichergestellt. Nachzulesen unter Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/assets/pdf/EU-Oekokontrollsystem.pdf und Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/assets/pdf/Ist_Bio_drin.pdf

Nach  der Umsetzung nachhaltiger Fairbiotea Standards im Anbauprozess bleibt lediglich ein kleines, nicht beherrschbares und kaum vermeidbares Restrisiko, das durch die o.g. Umweltverschmutzung, durch natürliche Prozesse oder durch Fehler und Unachtsamkeit einzelner Bauern entsteht.


Diese Rückstände müssen dann  im Sinne der Fairness auch akzeptiert werden, wenn die zumutbaren Grenzen eingehalten werden,  denn man kann ja Produzenten und Bauern nicht für die Verschmutzung der Umwelt und für natürliche Prozesse, die zu unvermeidbaren Verunreinigungen führen, verantwortlich machen.


Parallelproduktion


Bei der Inspektion wurde festgestellt, dass es entsprechend den Fairbiotea Standards keinerlei Parallel Produktion mehr gibt. D.h. sowohl im landwirtschaftlichen Prozess als auch in den Fabriken werden nur noch Bioprodukte hergestellt. Damit ist eine Kreuzkontamination mit chemischen Stoffen durch Wind Drift innerhalb der Farm nicht mehr möglich. In der Teefabrik können keine Vermischungen mit belasteten konventionellen Produkten stattfinden.

Die Parallelproduktion in ökologischen Anbau ist die häufigste Ursache für Kontaminationen mit chemischen Stoffen, wird aber in der Regel von Kontrollstellen zugelassen.


Abnahmegarantien und Preise


Nur durch die Ambitionen und das finanzielle Engagement des Fairbiotea Importeurs ist es möglich das Fairbiotea Konzept umzusetzen. Noch kommt weder vom Markt noch von den Verbrauchern genügend Unterstützung.

2008 wurden ca. 200 Tonnen  aus den Fairbiotea Projekten  importiert, 2010 waren es schon ca. 500 Tonnen und für 2011 wurden 700 Tonnen bestellt. Die etwas höheren Preise als marktüblich, die hierfür gezahlt werden, finanziert ebenfalls der Fairbiotea Importeur und einige Großhändler in Europa (Anm.: wie auch die Heuschrecke), die Fairbiotea mit ebenfalls höheren Tee Preisen für nachhaltige Bio-Tees unterstützen.

Leider hat sich der nachhaltige ökologische Anbau- und Verarbeitungsprozess, mit sozialer Ausrichtung und fairen Geschäftsbedingungen, noch nicht im Markt durchgesetzt. Es wird viel über Nachhaltigkeit gesprochen, aber leider nur wenig in der Praxis realisiert.
Fairbiotea ist natürlich noch zu jung, um schon erfolgreich sein zu können. Die Hoffnung bleibt, dass dieser Erfolg noch eintritt und Nachhaltigkeit nicht nur im Marketing benutzt wird, sondern auch praktischen gelebt wird und alle, vom Bauern bis zum Verbraucher, davon profitieren können.
Das ist nur dann möglich, wenn sich das Bewusstsein verändert und wenn Händler und Verbraucher bereit sind diese Nachhaltigkeit mit höheren Produktpreisen zu bezahlen.

Zu Kosten für einen nachhaltigen ökologischen Landbau lesen sie bitte detaillierte: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/assets/pdf/Hoehere_Kosten_Stand19112009.pdf

Detaillierte Informationen zu den o.g. Themen können sie in den aktualisierten Farmprofilen nachlesen:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Hunan/qingshang01.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/hecheng.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/xinanyuan.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/mingzhou.html


Überschwemmung im Xinanyuan Projekt nach Starkregen:

 Überschwemmung im Xinanyuan-Gebiet Juni 2011

Im Juni 2011 trat innerhalb des Xinanyuan Gebietes in der Province Anhui (Mingzhou Farm, Xinanyuan Farm, Hecheng Farm, Liukou Farm) der Fluss über die Ufer und überschwemmte Teile der Farm und einer Teefabrik. Der Fluss transportiert auch Chemikalien aus der konventionellen Landwirtschaft, so können partiell minimale Mengen von Pflanzenschutzmittel gemessen werden, die sonst nicht vorkommen, die aber unterhalb der BNN-Orientierungswerte liegen. In der Teefabrik wurde eine erhebliche Menge Tee vernichtet und Maschinen wurden beschädigt, sodass diese Überschwemmung schwere finanzielle Verluste für das Projekt und die Bauern bedeutet.





Liukou Tee Farm neu im Fairbiotea System


Liukou-Farm neu im Fairbiotea-System
Nachdem in 2010 nahezu die Gesamtmenge Tee an den  Fairbiotea Importeur verkauft werden konnten, wird in 2011 die Liukou Farm neu in das Fairbiotea System aufgenommen. Die Farm wird ebenso wie die 3 anderen Farmen von der Xinanyuan Organic Development Co. Ltd. verwaltet und organisiert. Die Farm hat die 3 jährige Umstellungsphase durchlaufen und ist seit 2010 von IMO für den Europäischen Markt zertifiziert und ist wie die 3 anderen Farmen organisiert.
Mehr unterÖffnet externen Link in neuem Fenster http://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/Liukou.html





Fairbiotea Schulung und Beratung

Fairbiotea Schulung und Beratung 

Schulung und Beratung von außen ist gerade deshalb so wichtig weil es in China so viele Verständigungsprobleme gibt, aufgrund sprachlicher, kultureller und sozialer Unterschiede oder wegen mangelnder Bildung und fehlenden Organisationsstrukturen im Qualitätsmanagement.

Aber auch der Aufbau interner Kontroll- u. Beratungssysteme ist wichtig und muss entwickelt werden.

Dauerhafte Beratung durch Spezialisten ist dauerhaft unbedingt erforderlich, um Sicherheit im ökologischen Anbau zu gewährleiten, aber findet in der normalen EU-Kontrolle kaum statt.

Fairbiotea Schulung und Beratung

Die Kosten für externe qualifizierte Beratung werden nach seit 3 Jahren vom Fairbiotea Importeur übernommen. Diese Beratung ist auch zukünftig notwendig.

 





  

Bestätigung der Fairbiotea Entwicklung durch IMO


Wir hoffen dass IMO als unabhängige Kontrollstelle noch in diesem Jahr die Umsetzung der Fairbiostandards bzw. den Entwicklungsprozess förmlich bestätigen kann. Wegen der Farminternen Unregelmäßigkeiten bei der Handhabung der Bonuszahlungen, wäre es aber auch verständlich, dass man erst im Jahr 2012 nach der nächsten Inspektion eine Bestätigung ausstellt. Ggf. müssen die Produzenten erst belegen, dass die Bauern die komplette Summe der Prämien erhalten haben. Erst dann kann möglicherweise eine Bestätigung ausgestellt werden.




Fairbiotea Lizenznehmer

Beispiele: Heuschrecke-Bio-Grüntee mit Fairbiotea-Logo
Lizenznehmer sind Tee-Hersteller, -Großhändler und -Versandhändler.


Heuschrecke Naturkost GmbH ist einer der ersten Lizenznehmer. Im Juni 2011 wurden wir als erster Lizenznehmer innerhalb unserer normalen Bio-Kontrolle auf die Einhaltung der Fairbiotea-Regeln zertifiziert.




Nicht nur Fairbiotea Lizenznehmer vertreiben Tee aus den Fairbiotea Plantagen. Auch Unternehmen, die keine Lizenzverträge abgeschlossen haben vertreiben Tee aus den Fairbiotea Farmen, oft unter den Namen der Farmen (Mingzhou, Hecheng, Xinanyuan, Liukou, Qingshan). Allerdings kann Fairbiotea nur dann die Werbeaussagen, Herkunft und Vertrieb der Tees aus den Fairbiotea Projekten garantieren, wenn ein Lizenzvertrag abgeschlossen wurde, denn nur dann ist eine Kontrolle durch Fairbiotea gewährleistet.












Inspektionsbericht Qingshan-Farm 2011 (Auszug)



Vorbemerkung unseres Teeimporteurs, Gründer von Fairbiotea:


Fair zu handeln ist in Entwicklungsgebieten von Schwellenländern immer auch ein Entwicklungsprozess, der permanentes Lernen auf beiden Seiten erfordert, und die Standards müssen ständig fortentwickelt und angepasst werden.
Im wesentlichen geht es beim fairen Handeln um gegenseitiges Verständnis, Wohlwollen und Verantwortung mit dem Ziel, dass alle Beteiligten gleichermaßen von der Zusammenarbeit profitieren.
Dies zu verstehen, und auch in die Praxis umzusetzen, ist ein langer Entwicklungs- und Anpassungsprozess, der wegen der kulturellen Unterschiede kaum in den armen Regionen dieser Welt verstanden wird.
Aber besser, es wird nicht verstanden und es besteht Entwicklungspotenzial, als die Armut von Menschen bewusst auszunutzen um daraus Gewinn zu schöpfen, wie es die Industrieländer seit 150 Jahren praktizieren.



Aus dem Inspektionsbericht 2011 der Quingshan-Farm. Der Bericht ist ab November 2011 vollständig auf Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.fairbiotea .de veröffentlicht.

" ... Bei der fairbiotea Inspektion im Mai/Juni 2011 wurden leider Unregelmäßigkeiten beim Bonustransfer in 2009 zu den Bauern entdeckt. Es kamen nicht genau die Beträge bei den Bauern an, die gegen Bankbeleg vom Importeur auf die Konten der Bauern überwiesen wurden. Stattdessen kamen andere Beträge bei den einzelnen Empfängern an. Dies konnte durch Interviews mit den Bauern in Erfahrung gebracht werden, die zur Kontrolle der Auszahlungsbeträge geführt wurden. Die Unterschriften der Bauern auf den zusätzlichen Quittungen wurden vermutlich aus Bequemlichkeit vom Farmmanagement gefälscht.

Aus europäischer Sicht fragt man sich wie es möglich ist, dass ein Betrag der auf ein Konto überwiesen wird, nicht beim Kontoinhaber ankommt?

Weitere Recherchen ergaben, dass es in China auf dem Land üblich ist, dass alle Bauern ihre Bankkarten und Geheimzahlen an die Farmverwaltung übergeben und die Farmverwaltung die Konten verwaltet und Barauszahlungen an die Bauern leistet, ohne den Bauern mitzuteilen welche Geldeingänge auf den Konten eingehen. Dieser Vorgang wird damit begründet, dass viele Bauern nicht lesen und schreiben können, dass die Bank zu weit von der Farm entfernt ist und die Bauern nicht wissen wie sie bei Geldeingängen dorthin kommen sollen, um das Geld abzuheben. Außerdem sind die Bauern nicht daran gewöhnt ein Bankkonto zu haben und überlassen das lieber dem Farmmanagement.

Obwohl das aus Europäischer Sicht unglaublich erscheint, ist es offensichtlich in China üblich und die Argumentation durchaus glaubhaft, wie weitere Recherchen bestätigte. Ohne dem Farmmanagement etwas unterstellen zu wollen, eröffnet diese Handhabung der Korruption viele Möglichkeiten. Wir können an diesen Systemen kaum etwas ändern, außer den Kontrollen zu verstärken und mit der Farmverwaltung detaillierte Verträge auszuhandeln, die dann die Auszahlung der Bonusbeträge an die Bauern ganz genau regeln. Ob diese dann eingehalten werden, ist immer wieder zu überprüfen und bei Fehlverhalten müssen beim Management Korrekturen durchgesetzt werden.

Die Inspektion und Erklärung des Farmmanagements ergab weiter, dass man die leistungsbezogene Bezahlung als ungerecht empfand, weil eine leistungsbezogene Bezahlung in China nicht üblich sei und eine solche Bezahlung von den Bauern als unfair empfunden wird. Deshalb habe man die gesamte Summe sozial und gerecht mit gleichen Beträgen auf die Bauern verteilt, unabhängig davon, was der einzelne Bauer geleistet hat . Einen Teil des Geldes hat man dazu verwendet Rinder zu kaufen. Diese Beträge wurden von der Bonussumme abgezogen und die Bauern erhielten eine reduzierte Auszahlung und die Rinder zur Betreuung und Nutzung. Außerdem sollen die Bauern mehr Hühner und Schweine erhalten haben. Da die Interviews mit den Bauern diese Aussagen bestätigen, ist davon auszugehen, dass die verbleibenden Bonusbeträge unter den Bauern aufgeteilt wurden.

Deshalb besteht letztlich kein Grund an der Aussage zu zweifeln, obwohl unsere Vorgaben missachtet wurden. Das Farm Management war sich keiner Schuld bewusst, hat aber erklärt, die nicht gezahlten Beträge im August 2011 nachgezahlt zu haben.

Die Nachzahlung wird bei der nächsten Inspektion erneut überprüft.

Bis zur nächsten Bonuszahlung wird das leistungsbezogenes Bonussystem aber auch überdacht werden müssen. Halten wir am bisherigen System fest oder muss ein neuer Weg gefunden werden, wie wir das fairbiotea System durch motivierende, leistungsbezogene Bonuszahlungen an die Bauern unterstützen können und gleichzeitig den sozialen Empfindungen der Bauern und des Farmmanagements gerecht werden können. Erfahrungsgemäß kann man nichts gegen den Willen der Bauern und Produzenten erreichen, deshalb werden noch intensive Diskussionen mit den Produzenten nötig sein, um eine Entscheidung über eine Kurskorrektur treffen zu können und so eine höhere Akzeptanz zu erreichen. ..."






 

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Tags: fairbiotea, bio-grüntee, china
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Himbeerkerne

Balkan-Habsburg-Connection



Es begann mit der harmlosen Anfrage eines netten Kunden, der für einen Kunden was besorgen wollte. Ein alltäglicher Fall.


Für Kosmetikzwecke - Ölpressung - sollten wir 10 - 20 Tonnen Bio-Himbeerkerne besorgen und nach Österreich liefern. Das feine Öl der Himbeerkerne ist der neueste Coup der Naturkosmetikindustrie.


Balkan: biozertifizierte Wildsammlung in Kroatien - Bergbohnenkraut aus DalmatienWeil wir gut vernetzt sind, und immer neugierig, können wir so etwas meist lösen. In diesem Fall läuft der Kontakt über unseren kroatischen Lieblings-Lieferanten, dessen fitte Bio-Inspektoren der französischen Biokontrollstelle, Sektion Osteuropa (Bukarest, leider nicht fit), zufällig Serben sind. Diese zertifizieren zufällig auch in Serbien große Bio-Fruchtbetriebe, wo die Kerne nach der Fruchtverarbeitung anfallen. Gut, wenn man damit noch etwas Geld in einem nicht gesegneten Land verdienen kann, einigen einen Gefallen tun kann - eine schön gedachte Win-Win-Situation.


Nach hektischen Recherchen und Abstimmungen mit den betroffenen ca. 7 Firmen (schließlich ist die Himbeersaison kurz), sind die Beteiligten übereingekommen, die Kerne nicht vor Ort zu trocknen, sondern frisch gekühlt oder auch tiefgekühlt zu transportieren (Schimmeln vermeiden).


Soweit war alles klar - die Himbeerkerne würden im Kühlhaus bis zum Transport zwischengelagert bis genug zusammengekommen wäre, und dann für 800 EUR nach Österreich in die Provinz zum Kunden transportiert, incl. Verzollung. Ein ganzer, verplombter Bio-TK- oder Frisch Sattelzug - viele Grenzen.


Doch da bestand der Kunde des Kunden in Österreich auf einem Vorabmuster.

Balkan: biozertifizierte Wildsammlung in Kroatien - die alten BewohnerInnen des entsiedelten Inlands sammeln für uns
Nun ist es nicht vorgesehen, einfach Frischwaren-Muster ohne Wert aus Serbien in die EU herauszuschicken. Das Plastiktütchen voller Bio-Himbeerkerne als Ware in die EU zu exportieren hätte schon mehr als ein Viertel dessen gekostet, was für die komplette LKW-Fahrt veranschlagt war, weil der serbische und der österreichische Zoll jeder auf seine Weise, in der Transportszene berüchtigt sind.


Natürlich gibt es auf dem vorkriegs- und nachkriegsgebeuteltem Balkan pragmatische Lösungen für so etwas, den Jugo-Koffer und den internationalen Busfahrer. Natürlich wissen das auch die Gegner des freien Warenverkehrs, die Behörden. Und es geht wegen der Animositäten der Balkanesen auch nicht in jede Richtung. Am besten können es die Serben noch mit den Bosniern.


Der Transport via Belgrad-Wien-Bus über Kroatien wurde als komplett unmöglich eingeschätzt. Der Busfahrer wusste, wie der serbische Zoll ihn filzen und mit ihm und dem Tütchen umgehen würde. Logische Lösung: der Sarajewo-Wien-Bus würde wahrscheinlich keine Probleme haben beim Übergang Bosnien-Kroatien usw. .... Also schaffte der serbische Vermittler das Tütchen Himbeerkerne irgendwie zum bosnischen Busfahrer.

Balkan: biozertifizierte Wildsammlung in Kroatien - Wasserminze für unseren Waldtee
In Wien würde ein Kontaktmann warten, ein in Wien lebender Serbe, und das Tütchen nachts um 0:30 im Empfang nehmen. Eine Kopie des Ausweises des Kontaktmanns beim Busfahrer sollte gewährleisten, dass er in Wien als berechtigter Empfänger erkannt würde.


Der Bus kam mitten in der Nacht mit mehreren Stunden Verspätung an, der Kontaktmann war schon nach Hause, ins Bett gegangen.


Hektische Telefoniererei zwischen uns Kölnern und den anderen ca. 7 Beteiligten, unserem Kroaten in Zagreb, der Fruchtfirma in Serbien und dem Kunden in Wien.


Der Busfahrer konnte tagsüber nicht erwischt werden, der schlief.


Letzte Hoffnung: Der bosnische Busfahrer würde am selben Abend vom Busbahnhof wieder starten, und der in Wien lebende serbische Kontaktmann wollte zufällig am selben Abend vom selben Busbahnhof in seine alte Heimat Belgrad reisen. Wir hatten gehofft, die beiden würden sich treffen, die Himbeerkerne noch schnell irgendwo deponieren können, wo sie dann an unseren Kunden weitergeleitet hätten werden können.
Balkan: Drago baut für uns in Kroatien die Bio-Sonnenblumenblüten an

Die beiden haben sich verfehlt, alles ist irgendwie anders gelaufen, die Synchronizitäten waren gegen den Deal, und nachdem alle Seiten soviel Energie in diese Geschäftsidee gesteckt hatten, und es wirklich eine innovativ-positive Idee war, mit der man in Deutschland reihenweise Nachhaltigkeitspreise hätte abräumen können, waren wir in Köln, in Zagreb, in Serbien, in Wien und anderswo in Österreich doch enttäuscht. Dem Kunden konnten wir angesichts des drohenden Ernte-Endes nur noch sagen, dass das Geschäft nur laufen würde, wenn er 300,-EUR in sein Vorabmuster investieren wollte. Die Himbeerkerne sind, nachdem die Kühlhausrechnung stieg und stieg, längst wie in den anderen Jahren zum Trocknen (und Schimmeln) nach draußen gebracht worden und dienen wieder als Brennmaterial.




Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper (haben gerade einen wundervollen Urlaub auf dem Balkan verbracht)



Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: bio, balkan, busfahrer, jugokoffer, himbeerkerne
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Bildbetrachtung, Bio

Impressionismus: Bio-Kamillefeld in Kroatien



10 Dinge, die man sieht, und die man nicht sieht.



Kroatien: Bio - Kamillefeld

 


1) Felder - 3 Farben, sanft wie Schleier: weiß, grün, rot.
Links ziehen sich Kamilleblüten in die Tiefe des Bildes (100m? 300m?). In der Mitte ein schmaler grüner Streifen Gras. Rechts leuchtend roter Mohn, soweit das Auge reicht.


2) Sieht man genau hin, ist auch das weiße Kamillefeld von roten Tupfern durchzogen: Klatschmohnblüten. Im grünen Streifen gibt es rote und weiße Flecken, und auch im roten Mohnfeld gibt es weiße Punkte.


3) Eigentlich ist das Ganze ein Kamillefeld. Der Bio-Bauer in Kroatien hat das Land erst recht spät von der Gemeinde gepachtet, gepflügt, und auf den letzten Drücker noch ausgesät, jedenfalls den linken Teil, der gut aufgegangen ist. Im mittleren Teil liegt eine Drainage zur Entwässerung, deshalb wenig Blüten und sattes Grün. Der rechte Streifen wurde zu spät mit Kamille eingesät, sodass der Mohn das Rennen gewonnen hat.


4) Jetzt ist das Feld abgeerntet. Die Blüten werden getrocknet, und der Mohn von Hand aussortiert - eine Arbeit, die wir uns in Deutschland nicht mehr vorstellen können - oder fast unbezahlbar wäre. Leider konnte in dieser Situation nicht mehr realisiert werden, auch Abnehmer für die getrockneten Mohnblüten zu finden. Mohnblüten sind auch bei uns Bestandteil von Kräuterteemischungen.


5) Ganz kurze Zeit später kam der Hagel und hat innerhalb von 10 Minuten die anderen Felder dieses auf Kamille spezialisierten Bio-Bauers verwüstet, die noch nicht abgeerntet waren. Im Wert macht das ca. 0,5 Mio. EUR aus. Die Häufung solch heftiger Wetterlagen ist Zeichen des Klimawandels (das hören wir auch von unseren anderen Bio-Bauern).


6) Hier die Fotos eines "voll erblühten" Kamillefeldes, aufgenommen ein paar Tage nach dam Hagel, verwüstet.


Kroatien: Kamillefeld nach HagelKroatien: Kamillefeld nach Hagel


 















7) Das ist eine typische Gefahr für die Bio-Landwirtschaft. Bei extremen Wetterlagen verwenden konventionelle Bauern mehr Pestizide. Sie kommen einmal durch Abdrift, zum anderen gelangen kontaminiertes Wasser und Schlamm bei den Überflutungen in die Bio-Felder. Und übrigens auch ins Grundwasser und zunehmend in unsere Mineralwasserbrunnen, wie Ökotest in seiner Ausgabe 7/2011 warnt. Das zunehmende Problem durch die Agrochemie kann kein einzelner Bio-Bauer mehr lösen, sondern gehört auf die politische Ebene.


8) Wenn unser Bio-Bauer uns erzählt, seine Kamillefelder liegen nun weiter von konventionellen Tabakfeldern entfernt, ist das wieder weniger Risiko. Kamille ist ein Sammler - diese Pflanzen speichern mehr Pestizide als andere Pflanzen bei Belastung. Deswegen wird jede Charge analysiert.


9) Im Moment werden die Felder zu einem 2. Versuch vorbereitet. Es wird alles untergepflügt und als Zwischensaat Raps eingesät.


10) Im Spätsommer wird dann wieder Kamille eingesät. Wenn das Wetter mitspielt und mit etwas Glück gibt es noch mal eine Ernte.





Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper



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Tags: kroatien, terra magnifica, bio-kräuter, kamille, klimawandel, hagel
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Japan (3): Shincha-Fest

Shincha - der erste Tee des neuen Jahrgangs


Bio-Teefeld in Kagoshima
Shincha heißt Japans erster Tee des neuen Jahres - wie bei Darjeeling wird eine kleine Menge der hochwertigsten ersten Pflückungstage als Vorbote per Flugzeug eingeflogen. Aller anderer Tee des Jahrgangs folgt dann ab Sommer per Schiff.

Wenn die Tee-Ernte im April beginnt, gibt es ein Teefieber im ganzen Land - der typische Duft von frischen Teeblättern ist in den Teeregionen allgegenwärtig, und in den Teeläden werden Shincha-Feste gefeiert.

Der Geschmack des Shincha wird "wie ein Spaziergang durch die dampfenden Teefelder am frühen Morgen" beschrieben. Dieser Tee wird weniger stark endgetrocknet als anderer Sencha-Tee, und schmeckt dadurch unglaublich frisch und aromatisch bei sehr grüner Tasse.

Dieses Jahr nach dem Atomunglück wurde die Ernte natürlich mit besonderer Spannung erwartet. Die Analysen der ersten Tees im Teeanbaugebiet Kagoshima, ganz im Süden Japans, weisen sie jetzt als unbelastet aus, ebenso im bei Kyoto gelegenen Anbaugebiet Uji.






Shincha-Fest bei Shimodozono International Deutschland


Shimodozono International in Diepholz: Markus und Katharina HastenpflugWir arbeiten seit über 15 Jahren mit dem Familienunternehmen Shimodozono in Kagoshima zusammen.
1954 vom Vater gegründet, wurde sie von den Brüdern Yutaka und Hiroshi Shimodozono weitergeführt und mit einigen Vertrags-Teefarmern auf kontrolliert biologischen Anbau umgestellt. Gerade bereitet Yutaka die Übergabe an die nächste Generation, an seinen Sohn, vor.

Jetzt, am vorletzten Mai-Wochenende, fand in Diepholz ein großes Shincha-Fest bei der deutschen Partner- und Importfirma Shimodozono International von Markus und Katharina Hastenpflug statt. Gleichzeitig feierten die Gäste dort die Einweihung des neuen Firmengebäudes mit, und das Fest umschloss außerdem ein Benefizkonzert für die Betroffenen in der Region Fukushima. Die Spenden gehen an das Japanische Rote Kreuz. (Wer ebenfalls etwas spenden möchte - hier die Konto Nr.: 0191059567, BLZ 25651325, Kreissparkasse Diepholz, Stichwort:Japanhilfe)






Yutaka und Hiroshi Shimodozono, PermakulturShincha-Fest: Yutaka Shimodozono, Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper


Wir freuten uns sehr, Yutaka Shimodozono dort wiederzutreffen, den wir zuletzt 1998 bei unserem Besuch in Kagoshima gesehen hatten. Die Außenkontakte hatte in erster Linie sein jüngerer Bruder Hiroshi wahrgenommen, der leider vor 2 Jahren verstorben ist. In seinen letzten Jahren hatte Hiroshi sich stark mit einer noch radikaleren Philosophie innerhalb des biologischen Anbaus, permakulturartig, ohne Zufuhr von Dünger, beschäftigt. Ein Teefeld von Shimodozono ist so bewirtschaftet und konnte dieses Jahr zum ersten Male beerntet werden - natürlich sind die Erträge noch geringer als beim "normalen" Bio-Anbau. Wir haben leider noch nicht probiert - die Qualität soll ungewöhnlich sein, sodass die Japaner "jeden Preis" dafür zahlen, und dieser Tee es wohl nicht bis nach Deutschland schaffen wird.








Yutaka Shimodozono bereitet die Teeverkostung vor

Verkostung der Arachas, Rohtees der neuen Ernte


Im Gepäck brachte Yutaka den neuen Rohtee 2011, Aracha, von verschiedenen Teefeldern mit. Wie typischerweise bei deutschem Wein wird Grüntee in Japan nach engsten Regionen separiert gefertigt und vermarktet. Markus hatte uns schon erzählt, dass die Ernte 2011 außergewöhnlich gut ausfällt. In der Verkostung, die Yutaka auf dem Shincha-Fest durchführte, konnten wir in den Aromen ganz frischen Grüntees schwelgen. Wie bei Wein sind die Tees mal kraftvoller oder feiner, verspielter oder geradliniger, vorder- oder hintergründiger, mit schnellem oder nachhaltigerem Abgang.






Yutaka Shimodozono bereitet die Teeverkostung vor

Yutaka Shimodozono bereitet die Teeverkostung vor

Yutaka Shimodozono bereitet die Teeverkostung vor

Teeverkostung: die Gäste probieren und diskutieren wie bei einer gehobenen Weinprobe - das Vokabular ist sehr ähnlich

Teeverkostung: die Gäste probieren und diskutieren wie bei einer gehobenen Weinprobe - das Vokabular ist sehr ähnlich

Teeverkostung: die Gäste probieren und diskutieren wie bei einer gehobenen Weinprobe - das Vokabular ist sehr ähnlich









Teezeremonie


Teezeremonie: der Teemeister, Gastgeber und GastAlwin studiert seit etlichen Jahren bei einem Teemeister, von denen es nur wenige in Deutschland gibt, die Kunst der japanischen Teezeremonie.
In den abgezirkelten Handbewegungen, der genauen Reihenfolge der einzelnen Handlungen und sogar im Teegeschirr verstecken sich viele Bedeutungen. Früher zu Samuraizeiten war die Teezeremonie auch entscheidender Bestandteil diplomatischer oder auch Kriegshandlungen. Das berühmte Buch "Der Tod des Teemeisters" von Yasushi Inoue erzählt z.B. eine dramatische politische Begebenheit zur alten Zeit der Teezeremonie. Heute ist die politische Bedeutung aus der traditionellen Teezeremonie herausgenommen.
Auf dem Shincha-Fest waren die rituellen Gäste der Teezeremonie keine Shogune, sondern Yutaka Shimodozono und Katharina Hastenpflug. Alwin bereitet beiden mit den vorgeschriebenen, an Zen-Meditation erinnernden Handbewegungen eine Schale Matcha-Tee (gemahlener Grüntee, der schaumig geschlagen wird) zu, eine Zeremonie, die pro Schale etwa 10 Minuten dauerte. Damit war nun das kleine japanische Teehaus im neuen Firmensitz eingeweiht.



Teezeremonie: der Teemeister bereitet den Matcha-Tee vor.

Teezeremonie: der Teemeister bereitet den Matcha-Tee vor.

Teezeremonie: der Teemeister bereitet den Matcha-Tee vor.

Teezeremonie: der Teemeister bereitet den Matcha-Tee vor.

Teezeremonie: der Teemeister bereitet den Matcha-Tee vor.

eezeremonie: die Gastgeberin empfängt ihre Schale Tee






Shimodozono International Diepholz: der Steingarten vor dem FirmengebäudeDer Steingarten


Wer wollte, durfte seine Spuren hinterlassen im Kies, und mit einer großen Holzharke den Steingarten im Firmengelände neu dekorieren. Man fühlt sich in die Wellenbewegungen des Lebens oder des Wassers ein, und zieht die Harke auf den intuitiv gewählten Wegen hinter sich her, immer die eigenen Fußspuren verwischend. Körperlich ein bisschen anstrengend, aber das Ergebnis sieht immer schön aus. Eine meditative Übung ...












Shincha-Fest: Teemenue, Dessert Erdbeeren mit Matcha-SahneDas Tee-Menue


Das Abendmenue von Koch Ulrich stand natürlich im Zeichen des Grüntees. Sowohl in China als auch in Japan ist Grüntee traditionell Bestandteil vieler kunstvoller Gerichte.
Zum Grundnahrungsmittel Reis gab es verschiedene Gemüse, Salate mit Matcha-Balsamico-Dressing, mit Teeblättern gedünsteter Stör, und als Dessert Erdbeeren mit grünleuchtender Matcha-Sahne und Genmaicha (Tee mit gepufften Reiskörnern) "on Top". Dazu grellgrüne Cocktails mit Matcha-Pulver, Sekt und Fruchtschorlen. Die Masse an den verzehrten teein-reichen japanischen Tees in verschiedenster Form (auch als Schokolade) ließ die folgende Nacht hellwach werden.








Benefizkonzert der japanischen Trommelgruppe Masa DaikoBenefizkonzert mit Masa Daiko


Wenn man die japanische Teezeremonie beobachtet hat, versteht man auch die Besonderheit der japanischen Trommelmusik. Das professionelle japanische Trommler-Ensemble Masa Daiko aus Bremen (http://www.masa-daiko.de/) führte in der leergeräumten Halle des Betriebsgebäudes traditionelle Trommelstücke verschiedener Regionen vor, teils mit Flöte und (Sprech-) Gesang, und auch Neukompositionen oder -entwicklungen. Die Stücke werden von den hier 6 SpielerInnen an großen und riesengroßen, mit Tierhäuten bezogenen Holztrommeln gespielt, mit ausholenden, choreographischen Bewegungen, die wiederum Bedeutungen in sich verbergen (Morgenerwachen, der Drache ...). Die tieftönenden Trommeln haben einen archaischen Reiz, in Gedanken wurden wir in Donnergrollen der Natur, von Wind und Wasser, stampfende Tierherden oder auch in zarte Töne des erwachenden Tages mitgenommen. Laut Yutaka ist das japanische Trommeln eine richtig lebendige Tradition in Japan. Es gibt viele professionelle und Laien - Gruppen dort.
In Diepholz gab es tosenden Applaus des staunenden Publikums.



Benefizkonzert der japanischen Trommelgruppe Masa Daiko

Benefizkonzert der japanischen Trommelgruppe Masa Daiko

Benefizkonzert der japanischen Trommelgruppe Masa Daiko








Ausblick auf Japan Tee nach der Atomkatastrophe in Fukushima

Kagoshima Bio-Sencha: typische Tee-Erntemaschine
Auf dem Shincha-Fest bei Shimodozono in Diepholz standen japanische Tee- und auch andere Traditionen im Vordergrund, auch die strenge, ästhetische Schönheit der japanischen Kultur - z.B. sind Außen und einige Innenräume des Betriebsgebäudes traditionell gestaltet.
Das Fukushima-Unglück war aber auch präsent. Yutaka Shimodozono berichtete, dass junge Menschen in Kagoshima, das selbst nicht von radioaktiver Verseuchung betroffen ist, dieses Jahr ihren Urlaub dafür hergaben, im Krisengebiet zu helfen. Er hofft, dass in der momentanen kritischen Energie-Diskussion auch das Bewußtsein für Umweltschutz und Bio-Landwirtschaft steigen wird.

In den letzten Wochen sind alle Naturkostfirmen, die mit japanischen Lebensmitteln handeln, mit den Ängsten der EndverbraucherInnen vor radioaktiver Belastung konfrontiert worden.
Hier haben wir nun Glück: bei der Analyse der ersten Pflückungen in Kagoshima liegt die Radioaktivität sogar unter der Nachweisgrenze.

Wie bei vielen Lebensmitteln aus Deutschland und anderen Herkünften auch, leben wir mit einer radioaktiven natürlichen Belastung, die einige wenige Bequerel betragen kann. Es ist unabhängig von Atomunfällen also davon auszugehen, dass Messwerte bei Lebensmittel oder Tee natürlicherweise nicht immer bei 0, sondern auch leicht darüber liegen.

Wir haben uns gefreut, dass auf dem Fest das Gefühl einer globalen Familie spürbar war. Und auch, ein Fest in japanischer Tradition feiern zu können, einer alten, bemerkenswerten Kultur, die wir in unserer Arbeit als Bio-Gewürz- und Teehersteller als bereichernd kennengelernt haben.






Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner






Bio - Halbschatten-Tees aus Kagoshima von Shimodozono in unserem Sortiment:

  • Fuka-Tenbu (frühe erste Pflückung, Rarität. Neu: ersetzt Tenbu-Sencha)
  • Soshun (Sencha 1. Pfl.)
  • Shunshi (Sencha 1. Pfl.)
  • Haruno (Sencha 1. Pfl.)
  • Natsu Cha (Sencha 2. Pfl.)
  • Aki Cha (Sencha 3. Pfl.)
  • Shuto Ban (Sencha 1. Pfl.)


... und aktuell Shincha (Flug-Sencha, erster Tee der neuen Ernte, Rarität)




Fotos: Steingarten, Nachtisch und Gruppenfoto Masa Daiko: Shimodozono International GmbH

Alle anderen Fotos: Heuschrecke Naturkost GmbH

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Tags: japan, shincha, sencha, matcha, bio-grüntee, kagoshima, masa daiko, japanische trommeln
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