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Fairbiotea: Aktuelles aus von der Qingshan-Farm

Fairbiotea: Aktuelles aus von der Qingshan-Farm

Newsletter 09/2017: Bericht aus den Fairbiotea-Projekten

Qingshan Farm Pflanzen

Fairbiotea

Das Fairbiotea-Logo ist auch auf unseren Fairbiotea-Tees zu sehenWegen der besonderen politischen und sozialen Lage in China ist die Beschaffung von zuverlässiger, fairer Bio-Ware erschwert. Obwohl die Chinesen die Regeln ihrer harmonischen und ganzheitlichen Feng-Shui-Lehre auch auf die Landwirtschaft anwenden, passt das Einhalten unserer rigiden EU-Bio-Gesetzgebung nicht ins Weltbild. Mehr oder weniger häufig sind China-Bioprodukte aus den unterschiedlichsten Gründen pestizidbelastet, was für europäische Bio-Importeure ein aufwändiges Analysesystem unbedingt erforderlich macht. Der parallel wachsende Kapitalismus hat eine gigantische Landfluchtbewegung ausgelöst, mit negativen Folgen für die Landwirtschaft.

Unser Tee-Importeur, mit dem wir seit fast 40 Jahren zusammenarbeiten, tüftelte deshalb seit 2008 an einer Lösung, die im Jahr 2010 unter dem Logo "Fairbiotea" spruchreif wurde: ein über den EU-Bio-Standard hinausgehendes Qualitäts-Management-System für ökosoziale Gerechtigkeit, das die Verordnung, besonders für den Teebereich, ergänzt und sicherer und transparenter für alle Seiten macht. Ein Versuch, eine vertrauensvolle, verläßliche Situation für Bauern und Handelspartner bis zu den KonsumentInnen zu schaffen.
Das System ist auf ein praktisches Qualitätsmanagement ausgerichtet, und bietet kostenlose, qualifizierte Schulung und analytische Beratung für Bio-Teebauern und -Farmen. Neben zusätzlichen Sicherheitsstandards hat das System eine ökosoziale Entwicklung zum Ziel: Entwicklung von Nährstoffkreisläufen, Bonussysteme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Motivation der Bauern, Abnahmegarantien, faire Preise u.v.m.. Die Fairbiotea-Standards werden jährlich extern von CERES geprüft. Zur Zeit machen 2 Teegärten bei Fairbiotea mit: Qingshan und Donghzai.
Wir listen aus jeder Ernte soviele Fairbiotea-Tees wie möglich. Die Teegärten sind auf dem Rücketikett angegeben - Fairbiotea-Tees tragen das Siegel. Wir zahlen einen höheren Preis für die Tees, sowie eine jährliche Gebühr.

 

Allgemeine Entwicklung

 

Nach der jüngsten Inspektion im Mai 2017 kommen wir zu dem Resultat, dass alles was in der Qingshan Farm zu beraten war, beraten wurde und alles was wir unterstützen konnten finanziert wurde.


Wir sind nun an dem Punkt angekommen wo die Entwicklungsunterstützung ihre Ziele erreicht hat und das Farm-Management nun ohne die ständige Hilfe von Fairbiotea gefordert ist, Eigenverantwortung zu übernehmen. Schon in unserem Newsletter https://www.fairbiotea.de/assets/files/Newsletter_DEU_08_2016.pdf haben wir die anhaltende positive Entwicklung beschrieben. Das wird auch durch die Bestätigung der Biokontrollstelle Ceres unter https://www.fairbiotea.de/assets/files/CERES-Fairbiotea-certification-2017.pdf bestätigt.


Fairbiotea wird auch noch eine Weile die Löhne für die Kompost-Manager und die Rinderzucht übernehmen und das Projekt weiter begleiten und unterstützen. Die Beratung und Finanzierung wird allerdings zurückgefahren. Irgendwann sind in jedem Projekt die Entwicklungsziele erreicht und die Projekte müssen auf eigenen Beinen stehen.

Kleiner StallKuh steht in der NaturVerschiedene Tiere in StallKühe laufen frei herum

 

Umweltkontaminationen

Es wurden 2016 und 2017 erhebliche Maßnahmen eingeleitet, die zu einer Minimierung der Kontamination von Tee durch Umweltchemikalien führte. Hierfür waren Umbaumaßnahmen in der Fabrik und Änderungen beim Ablauf des Produktionsprozesses nötig. Die Zusammenhänge zwischen Umweltbelastung und Produktkontaminationen haben wir in unserem Newsletter 2016 beschrieben. Da wir in Europa mit immer besserer Analytik konfrontiert sind und immer neue gesundheitsgefährdende Stoffe aus natürlichem Vorkommen oder durch die allgemeine Umweltbelastung systematisch entdeckt werden, werden uns vermutlich diese Minimierungsmaßnahmen auch in Zukunft weiter beschäftigen. Es bleibt allerdings eine Illusion, dass der ökologische Anbau frei von allen Chemikalien sein könnte.


Die weltweite Umweltbelastung durch Abgase und Chemikalien macht auch vor der Kontamination landwirtschaftlicher Flächen nicht halt, egal ob konventionell oder Bio produziert wird. Nach dem Bekanntwerden solcher Kontaminationen muss geforscht werden, woher die Kontaminationen stammen und wie Kontaminationen, bzw. chemische Prozesse, z.B. durch Hitze beim Trocknen des Tees, entstehen und welche Möglichkeiten bestehen, die Rückstände im Tee auf ein verträgliches Maß zu minimieren. Leider sind unsere Umweltgesetze nicht streng genug, um solche gesundheitsgefährdenden Kontaminationen zu vermeiden. Das zeigen auch die jüngsten Erkenntnisse bei der Umweltbelastung durch Dieselfahrzeuge. Es kann nicht in der Verantwortung der Lebensmittelunternehmen liegen, die Folgen von Umweltverschmutzung in Lebensmitteln zu beseitigen oder zu reduzieren, während die Umwelt weiterhin verschmutzt wird und die Verursacher nicht belangt werden. Hier ist der Gesetzgeber gefordert.

 

 

Modernisierung, Minimierung von gesundheitsgefährdenden Substanzen

Die neue moderne Endverarbeitungsfabrik, in der zukünftig Qingshan-Tee verarbeitet wird, ist fertiggestellt worden und hat 2017 die Produktion aufgenommen.

Fabrik von innenFabrik von außen

 

Kompostforschungsprojekt

Das 2017 abgeschlossene Kompostforschungsprojekt, welches Fairbiotea in der Qingshan-Farm seit Jahren betreibt, wird einen Beitrag zum Schutz der Teepflanzen liefern und die Böden fruchtbarer machen. Bis dahin werden die Erträge in den nächsten Jahren weiterhin niedrig ausfallen.

Konstruktion des Unterstands Unterstand im fertigen ZustandBeratungFrische Erde

 

 

Fairbiotea hat in 2017 die letzten, noch fehlenden Maschinen angeschafft, die für eine moderne Kompostgroßproduktion nötig waren.

 

Großer Berg KompostAbfüll-Maschine

Hilfsmittel zur KompostierungArbeiter sammeln frische Planzen für Kompost

 

 

Kompostgroßproduktion

Die in Newsletter 2016 beschriebenen kleinen Probleme werden auch zukünftig eine Rolle spielen.

Diese Probleme müssen allerdings in Zukunft vom Farm-Management und von den Kompostmanagern gelöst werden. Deren Verantwortung ist nun gefragt.


Die Großproduktion von Kompost wurde auch in 2017 fortgesetzt.

 

Bonussystem

Das Bonussystem wurde nun nach 10-jähriger Unterstützung zurückgefahren. In den 10 Jahren hat die Qingshan-Farm von Fairbiotea ca. 500.000 Euro Bonuszahlungen und Beratungsleistungen erhalten. Im Rahmen des Fairbiotea-Systems, konnten aufgrund von Abnahmegarantien ca. 2500 Tonnen Bio-Tee nach Deutschland exportiert werden.


Bis zum Jahr 2017 hat Fairbiotea folgende Entwicklungsmaßnahmen initiiert und co-finanziert:


  • Traktor als Antrieb für verschiedene Geräte, die in der Kompostproduktion benötigt werden, und als Zugmaschine für einen Anhänger
  • Frontlader
  • Mähgeräte für Großflächen
  • Schredder
  • Kompostabdeckung 5x50 Meter
  • Messgeräte für Sauerstoffgehalt und Feuchtigkeitsgehalt im Kompost
  • Kompostwender (selbstfahrend)
  • Siebmaschine für große Mengen Kompost
  • Neuer Lastwagen
  • Neue elektrisch betriebene und elektrisch heizende Maschinen für die Teeverarbeitung in der Vorverarbeitungsfabrik
  • Zuwegung für Kompostplatz (Kompost-Großproduktion) Jahresgehälter für zwei Kompostmanager
  • Jahresgehalt für Manager der Rinderzucht
  • Die Anschaffung von Zuchttieren für die Rinderzucht
  • Stallbauten
  • Honorar des Fairbiotea-Beraters und Projektleiters des Kompostforschungsprojektes
  • 100 Schattenbäume
  • Demeter-Training für Manager
  • UTZ-Training
  • Für die Xiaojiaqiao-Schule, die von den Kindern der Qingshan-Farm besucht wird, wurde die komplette Ausstattung eines neuen Multimediaraums finanziert
  • Straßenbau von der Farm bis zur Xiaojiaqiao-Schule
  • Straßenbau innerhalb der Farm

 

Das Fairbiotea-Team vor OrtDem Fairbiotea-Team wird Garten erklärtSee und Berge um die Qingshan-Farm

 

Soziale Standards

Das chinesische Arbeitsrecht und die Mindestlöhne sind beispielhaft für andere teeproduzierende Länder. Leider gelten diese Standards nur für Plantagenbetriebe wie die Qingshan-Farm. Dort dürfen nur Menschen per Arbeitsvertrag beschäftigt werden.


Leider gelten diese Gesetze nicht für die kleinbäuerlichen Farmen und Betriebe in China, in denen chinesische Händler die Kleinbauern ausbeuten. Leider produzieren diese rechtlosen Kleinbauern immer noch die größte Menge Tee für den Export nach Europa, denn nur durch Ausbeutung kann der Tee so billig sein, wie das in Europa gewünscht ist. Diese Kleinbauern verdienen oft nicht einmal 50 Euro im Monat.


Hier nochmals die Sozialstandards, die für die Qingshan-Farm und die Fabriken gelten, die den Tee von Qingshan verarbeiten


Gesetzlicher Mindestlohn Landtarif: für alle Beschäftigten 1390 RMB (ca. 190 Euro) monatlich. Es wird auch übertariflich bezahlt. Ausgebildete Fachkräfte, z.B. in der Endverarbeitungsfabrik erhalten bis zu 4500 RMB (ca. 600 Euro) monatlich.

Gesetzliche Rentenversicherung: 20% der Lohnsumme zahlt der Arbeitgeber, 8% der Arbeitnehmer

Gesetzliche Krankenversicherung: 8% der Lohnsumme zahlt der Arbeitgeber, 2% der Arbeitnehmer

Gesetzliche Unfallversicherung: 0,5% der Lohnsumme zahlt der Arbeitgeber, 0,5% der Arbeitnehmer


Gesetzliche Arbeitsverträge: Außer den Saisonarbeitern (Erntehelfern), die kurzfristige Arbeitsverträge während der Erntesaison erhalten, bekommen alle Mitarbeiter unbefristete Verträge. In der Erntesaison werden Überstunden geleistet, die während der erntefreien Zeit abgefeiert werden können. Überstunden an Werktagen werden mit dem 1,5-fachen vergütet, an Wochenenden mit dem 2-fachen und Feiertage mit dem 3-fachen. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden, 5 Arbeitstage die Woche. Urlaub gibt es an den gesetzlichen Feiertagen, 11 Tage im Jahr.


Gewerkschaften sind im gesetzlichen Rahmen erlaubt und sollen die Rechte der Arbeitnehmer schützen. Gewerkschaften auf Unternehmensebene (betriebliche Gewerkschaften) sind zu gründen, wenn im Unternehmen 25 oder mehr Gewerkschaftsmitglieder arbeiten. Die Gewerkschaftsvertreter werden von einer dem Betrieb übergeordneten Behörde ernannt. Hauptaufgabe der Gewerkschaften ist die Bündelung und Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer, immer auch mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Statt Arbeitskämpfen ist das Ziel, einen Ausgleich von Arbeitnehmer- und Unternehmensinteressen zu verfolgen und ganzheitliche Lösungen anzustreben.


Betriebsrat: Die betrieblichen Gewerkschaften unterstützen die Gründung von Betriebsräten im Unternehmen. Anders als die Gewerkschaftsvertreter werden die Betriebsräte von allen Arbeitnehmern im Unternehmen gewählt. Der Betriebsrat ist nicht ständig aktiv, sondern tritt in bestimmten Abständen als Gremium zusammen. Die Beschäftigten der Qingshan-Farm haben von Ihrem Recht keinen Gebrauch gemacht, deshalb existiert dort kein Betriebsrat.


2016 wurde eine UTZ Nachhaltigkeits-Zertifizierung in der Qingshan-Farm durchgeführt. Obwohl solche Zertifizierungen bis heute den Produzenten wenig inhaltlichen Nutzen bieten können, hoffen wir auf eine positive Entwicklung, die Nachhaltigkeit in der Farm fördern wird. Es ist schon heute bekannt, dass UTZ ab 2019 eine Kooperation mit Rainforest Alliance eingehen wird und dann nur noch der Name Rainforest Alliance fortbestehen wird.

 


 

Dazu hat fairbiotea noch einen kleinen Meinungstext geschrieben, den wir Euch nicht vorenthalten wollen:

Teepreise, Export und nachhaltige soziale Entwicklung

 

Wir haben von Anfang an immer wieder über das negative Zusammenspiel der Marktkräfte innerhalb Europas und innerhalb teeproduzierender Länder berichtet, zuletzt auch in unserem Newsletter 2016.


Der wachsende Wunsch europäischer Verbraucher und Hersteller nach immer billigeren Produkten, statt nach hochwertigen, teuren Produkten, wirkt sehr negativ auf die nachhaltige Entwicklung in den Entwicklungsländern. Wenn auch im Laufe der Jahre die Einkommen von Produzenten und Ihren Mitarbeitern gestiegen sind, so sind die Kosten für die Produktion und die Lebenshaltungskosten für Ihre Mitarbeiter sehr viel schneller gestiegen. So verlieren Produzenten immer mehr Ihre Möglichkeit, Nachhaltigkeit zu finanzieren.

 


 

Diese Produzenten kommen auch deshalb immer mehr unter Druck, weil es z.B. in China gesetzliche Regelungen nur für Plantagenbetriebe gibt, die finanziert werden müssen, und gleichzeitig gibt es die Vielzahl von rechtlosen Kleinbauern, die von chinesischen Geschäftemachern ausgebeutet werden können, ohne dass irgendwelche gesetzliche Regelungen einzuhalten wären oder irgendeine Nachhaltigkeit hergestellt werden könnte. Es handelt sich hierbei, so kann man sagen, teilweise um Sklaverei. Diese Bauern sind arm und abhängig und werden ausgenutzt, um die Nachfrage nach billigem Tee aus Europa zu befriedigen. Solche Preisforderungen können nur noch durch Ausbeutung erfüllt werden. Die nachhaltigen Betriebe dagegen, können immer weniger zu den geforderten Preisen produzieren.

 


 

Die Europäer sind sehr gespalten, zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

 


 

So besteht in Europa der Wunsch nach gesunden, nachhaltigen, qualitativ hochwertigen Bio-Produkten, Umweltschutz, Naturschutz, Artenschutz, nach Produkten, die mit sozialer Verantwortung hergestellt werden und Produzenten, die fair bezahlt werden. Dazu kommen noch Qualitätssicherungssysteme, Modernisierungsmaßnahmen und die Umsetzung von Europäischen Lebensmittelgesetzen. Das muss von einer Vielzahl von Zertifizierungsverfahren und Marken begleitet werden, die teuer sind und deren Wirksamkeit bezweifelt werden muss. All das müssen die Produzenten in Entwicklungsländern bezahlen. Selten beteiligen sich die Europäer an diesen Kosten.

 


 

In der Realität wollen weder Europäische Hersteller noch die europäischen Verbraucher die Produktpreise bezahlen, die nötig wären, um diese Wünsche Realität werden zu lassen.

 

Bei dieser Zwiespältigkeit wird oftmals die Ehrlichkeit über Bord geworfen und die Marken und Zertifizierungssysteme dienen dem Marketing, mit dem man die Konsumenten glauben machen möchte, dass die Produkte mit diesen Siegeln nachhaltig hergestellt wurden und Ihre Wünsche nachhaltig erfüllen.

 


 

Leider verschließen hier auch viele Konsumenten die Augen und handeln gegen besseres Wissen und gegen ihre eigenen Wünsche. Im Kommunikationszeitalter kann man sich jederzeit seriöse Informationen beschaffen. Am Ende wollen die Hersteller und die Verbraucher es gar nicht so genau wissen und interessieren sich mehr für den niedrigen Produktpreis als für nachhaltige Verantwortung.

 


 

Dieses kollektive, eigennützige europäische Verhalten führt zu enormen negativen Folgen für Produzenten und die Landbevölkerung, für Ökologie, Ökonomie und Soziales, bis hin zu Landflucht mit allen Folgen, die wir durch die Flüchtlingsbewegungen in den letzten Jahren auch in Europa erleben.

 


 

Das alles passiert, weil uns billige Produkte wichtiger sind als Nachhaltigkeit und Produktqualität.

 

fairbiotea 2017/09

 

 

Dazu noch eine kurze Ergänzung von uns:

 

Wir als Heuschrecke möchten das Ganze nochmal um unser letztes Beispiel (siehe Facebook-Posts zu Darjeeling-Streik) zur Verdeutlichung ergänzen:


Genuss ist ein guter Ausblick -

und dabei die sozialpolitischen Hintergründe nicht vergessen.

 

Einfach nochmal als Referenz:

Bei 10,-EUR/100g (einfacherer Darjeeling oder guter Standard-China-Tee) kostet die Tasse Tee (200ml) 20 cent. (10g/l)

Bei 20,-EUR/100g sind es dann 40 cent.

Bei 30,-EUR/100g sind es dann 60 cent.

Usw.


Der Genuss eines sehr guten Tees macht soviel Freude wie ein besonders guter Wein oder handgefertigte Pralinen, und ist doch noch soviel preiswerter, selbst bei weiter steigenden Preisen ....

 

 

Eure Heuschrecken

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tags: fairbiotea, bio, umwelt, qingshan
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Darjeeling streikt für Autonomie

Notwendiger Wandel für Darjeelings Teegärten - Kleinbauernkooperativen entstehen

Eine magische Brücke führt in die Region Mineral Spring in den Bergen Darjeelings
Eine magische Brücke führt in die Region Mineral Spring in den Bergen Darjeelings

Die Teeregion Mineral Spring - Sitz der Dorfkooperative Sanjukta Vikas. Wir vermarkten ihren Tee in unserem Darjeeling Springtime!
Die Teeregion Mineral Spring - Sitz der Dorfkooperative Sanjukta Vikas. Wir vermarkten ihren Tee in unserem Darjeeling Springtime!


Präsident der Kooperative Puram Tamang und seine Frau
Präsident der Kooperative Puram Tamang und seine Frau
Viele junge Teebauern dabei -
Viele junge Teebauern dabei -
Konferenz der Kooperativen-Mitglieder bei unserem Besuch
Konferenz der Kooperativen-Mitglieder bei unserem Besuch
Im Hintergrund Dokumentenverwaltung für die Bio-Zertifizierung
Im Hintergrund Dokumentenverwaltung für die Bio-Zertifizierung
Lageplan
Lageplan
Gruppenbild ...
Gruppenbild ...
... und Nachwuchs
... und Nachwuchs
Typische Wohnhäuser in den Bergen
Typische Wohnhäuser in den Bergen
Schmackhafte indisch-nepalische Küche
Schmackhafte indisch-nepalische Küche
Kein Ufo, sondern Bittercurd-Gemüse (Kürbisart)
Kein Ufo, sondern Bittercurd-Gemüse (Kürbisart)

Junge Teepflanzen
Junge Teepflanzen
Ingwer - Anbau, damit es weitere Standbeine außer Tee gibt
Ingwer - Anbau, damit es weitere Standbeine außer Tee gibt
Der Selimbong - Teegarten, bio.
Der Selimbong - Teegarten, bio.
Hier wird der frisch geerntete Mineral-Spring Darjeeling
Hier wird der frisch geerntete Mineral-Spring Darjeeling weiterverarbeitet

weiterverarbeitet, ...
... separat als Kleinbauerntee.
... separat als Kleinbauerntee.
Der Roller ist ein Herzstück in der Teefabrik.
Der Roller ist ein Herzstück in der Teefabrik.
Hier steckt viel Know How drin - wielange, mit welchem Druck und Temperatur die fermentierenden Teeblätter gerollt werden.
Hier steckt viel Know How drin - wielange, mit welchem Druck und Temperatur die fermentierenden Teeblätter gerollt werden.
Teeverkostung
Teeverkostung
Teepflückerinnen ...
Teepflückerinnen ...
auf dem Weg zur Teefabrik, um die gepflückten Two leafs and a bud abzuliefern. Sie werden gewogen und ihnen in ihrem Büchlein gutgeschrieben.
auf dem Weg zur Teefabrik, um die gepflückten Two leafs and a bud abzuliefern. Sie werden gewogen und ihnen in ihrem Büchlein gutgeschrieben.
Die TeemitarbeiterInnen der Fabrik.
Die TeemitarbeiterInnen der Fabrik.
Selimbong ist Demeter-zertifiziert und stellt seine Präparate selbst her - doch das wird nochmal eine eigene Geschichte ...



Juni 2017: Die Autonomie-Bewegung der Nepali-stämmigen Bevölkerung (Gorkha Movement) hat in Darjeeling zum Generalstreik aufgerufen. Auch die Teefabriken stehen schon seit Wochen still, second Flush bleibt auf den Feldern, sowie auch die darauf folgenden Ernten. Keine Exporte gehen mehr raus aus Darjeeling in 2017.


Kurz zur Geschichte: Als die Briten Mitte des 19. Jahrhunderts den Teeanbau in Darjeeling begannen, warben sie in diesem sehr dünn besiedelten Teil Indiens ArbeiterInnen aus Nepal an. Darjeeling ist deshalb tatsächlich heute überwiegend in Sprache und Kultur nepalisch geprägt. Und wehrt sich gegen eine zu starke Assimilierung in den Bundesstaat West-Bengal. Es brodelte schon lange unter der jungen Gorkha-"Kriegern" mit ihrer stolzen Tradition, die im Vielvölkerstaat West-Bengal (noch von den Briten konzipiert) die Verlierer sind.


Ein klassischer Darjeeling-Teegarten ernährt bis zu 8000 Personen in den umliegenden Dörfern, und die Beziehung zwischen den TeearbeiterInnen und den damals britisch geführten Teefarmen war fürsorglich-eng angelegt. Nach Abzug der Briten und Übernahme durch indische Leitungen funktionierten die Mechanismen nicht mehr, die Teegärten verarmten, und damit auch die umliegende Bevölkerung. Dringende Modernisierungsmaßnahmen, sei es in den Fabriken oder in den Häusern der DorfbewohnerInnen, blieben aus. Erschwerend ist, dass auf dem Weltmarkt für die edlen Darjeelingtees schon seit vielen Jahren nicht die Preise erzielt werden können, die benötigt werden. Zur Verdeutlichung: Auf den steilen Berglagen werden nur ca. 750kg Tee/ha erzeugt, im flachen Assam dagegen ca. 3000kg/ha - ein Verhältnis wie zwischen Bourgogne-Crus und Languedoc-Landwein - auch von der Qualität her. Anders als dort gelingt es bei Darjeelingtee nicht, entsprechende Preise durchzusetzen.


Als Außenstehender wünscht man sich einerseits, dass die schöne britische Teegarten-Kultur erhalten bleibt, sieht jedoch auch die dringende Notwendigkeit, den kolonialen Charakter in gerechtere Wirtschaftsformen überzuführen.


Die Frage ist, ob die fortschreitende Konzentration der Darjeelingfarmen in den Händen weniger, außerhalb Darjeelings lebender und nicht unbedingt nachhaltig wirtschaftender Besitzer die Teeregion weiter ruiniert: ausbleibende Reformen für die aktuell noch im Patronatsverhältnis lebenden ArbeiterInnen, z.B. Lösungen für zeitgemäße Sozial- und Rentenleistungen. Sowie Bildung. Eine aufmüpfige junge Generation stellt ihre Forderungen und scheint bereit, einiges abzufackeln: Ist die Zentralverwaltung in Delhi gewillt, wenigstens Darjeeling als Unions-Territorium anzuerkennen, wenn schon nicht der Status eines Bundeslandes erreicht werden kann? Der Traum Darjeelings ist, ein Bundestaat innerhalb der indischen Union zu werden wie das nördlich gelegene Sikkim, das auch nicht größer ist als Darjeeling ( Sikkim ist übrigens 100% Bio. Es gibt dort keine konventionelle Landwirtschaft mehr!). Stattdessen versucht West Bengal provokativ, Nepali als Schulsprache zu verbieten laut Medien ...


Aber auch die fehlende Werterzielung bzw. fehlender Konsens über kostendeckende Preise, die Instandhaltung und innovative Investitionen berücksichtigen, gehört zu den Konfliktursachen. Nur wenn der hochwertigste Tee Indiens seinen Preis erzielt, wird es die Teeregion Darjeeling auch noch in 10 Jahren geben.


Ein schöner Erfolg ist, dass nach den großen Unglücken der 90er durch Bodenerosion nach der langen Monokultur (ganze Hänge rutschten über Nacht ab), nun der größere Teil der Teegärten biologisch bewirtschaftet wird. Eine andere zukunftsweisende Entwicklung ist, dass sich selbstständige Dorfkooperativen gründen, aufgegebene Teepflanzungen wiederbewirtschaften, evtl. zusammen mit einem sanften Tourismuskonzept. Diese Dorfkooperativen arbeiten partnerschaftlich mit bekannten Bio-Teegärten zusammen, die den Kleinbauerntee separat verarbeiten und vermarkten - eine win-win-Situation.

 

Beispiel: Mineral Spring ...  (siehe Fotos)

Diese Dorf-Kooperative bewirtschaftet in unzugänglichen Gebieten alte, aufgegebene Teepflanzen:
Die Kleinbauern der Dörfer Harsing, Dabaipani und Yankhoo östlich der Stadt Darjeeling hatten begonnen, nach Abzug der Briten in den 50iger Jahren die aufgegebenen Teefelder wieder zu bearbeiten. Zuerst illegal, um den sehr kargen Lebensunterhalt mit etwas Tee-Ernte und Holzrodung aufzubessern.


In den 80igern wurde die Landnutzung mithilfe einer NGO legalisiert. Ende der 90iger erfolgte die Gründung der Kooperative Sanjukta Vikas mit 264 Familien in Mineral Spring. Mit dem Kontakt zu TPI (Tea-Promoters India, einem wichtigen Partner von uns für Bio-Tee) wurde der Teeanbau professionell, mit sehr guten Qualitäten, die schon prämiert wurden. TPI garantiert eine feste Abnahme der nun bio-zertifizierten Teeblätter und verarbeitet sie im Bio-Darjeeling-Teegarten Selimbong, getrennt als Mineral Spring Darjeeling.

 

Heute sind 11 Dörfer mit ca. 465 Familien beteiligt. Im Jahr 2014 haben wir die Kooperative in der magisch anmutenden Landschaft besucht.


Unser Darjeeling Springtime beinhaltet seit Ende 2016 eine schöne 1.Flush-Qualität von Mineral Spring. Im politisch fragilen Darjeeling mit vielen verschleppten postkolonialen Problemen ist die Zusammenarbeit von selbständigen Kleinbauerngruppen und Bio-Teeplantagen, wie es TPI unterstützt, eine echte Win-Win-Situation. Wir wünschen uns natürlich, dass unsere Kleinbauerntees guten Anklang finden (wie auch die Nepal-Tees, oder unsere Aroma-Schwarztees mit dem Basistee von den Sahyadri Farmers in Kerala).

 




Der Streik kann - bis die Teeproduktion wieder anrollt, die Felder erst mal von den sprießenden Beikräutern gereinigt worden sind (die Natur ruht nicht während des Streiks) - dazu genutzt werden, Kooperativentee von Mineral Spring, oder den Darjeeling-ähnlichen Tee von der nepalischen Genossenschaft Kanchanjangha Tea Estate kennenzulernen.

Darjeelingtee-Engpässe wird es aber erst ab September 2018 geben; dann auch unvermeidliche größere Preiserhöhungen. Bis dahin haben wir Kontrakte über Tee, der schon in Bremen liegt.

 

 

Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

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Tags: darjeeling, bio-tee, kleinbauern-kooperativen, teegärten, briten, indien, nepali, gorkha, mineral spring
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Schöne Kräuter aus Kroatien

Terra Magnifica - Wunderbare Erde: Wildsammlung und Anbau. Bio-Kräuter aus Kroatien

 Besuch bei Terra Magnifica: neue Biobauern in den Kalnik-Bergen

Diesen Sommer haben wir wieder einmal unsere Lieblingslieferanten Roman und Sanja in Kroatien besucht.

Roman Turk gründete 1996 die Kräuterfirma Terra Magnifica, um die durch den Balkankrieg aufgegebene Kräutertradition neu zu beleben. Er ließ Wildsammlungsgebiete und Kleinbauern biozertifizieren - heute ist er der drittgrößte Kräuterexporteur, 100% bio. Seit fast 20 Jahren arbeiten wir mit ihm und Sanja zusammen. Hier geht's zum ausführlichen Opens external link in new windowLieferantenportrait.

Diesmal haben wir fast live und mit vielen Fotos auf Facebook über unsere Sammler- und Bauernbesuche berichtet: https://www.facebook.com/HeuschreckeBio/  - eine Premiere für uns in den Social Media.

 

Das letzte Mal waren wir kurz vor dem EU-Eintritt in Kroatien; nach 4 Jahren in der EU ist die Bürokratie nicht weniger, aber anders kompliziert geworden. Es gibt noch die netten Balkan-Lösungen, aber auch in Gesetz gegossene Absurditäten, die besonders Kleinunternehmer wie die Sammler und Kleinstbauern betrifft. Einige haben leider aufgegeben.

Die Auswanderung in andere EU-Länder mit besseren Verdienstmöglichkeiten ist spürbar, aber es kommen auch Menschen wieder ins Land zurück, und es ziehen sogar junge Leute wieder auf's Land ihrer Eltern oder Großeltern zurück.

Terra Magnifica unterstützt diese jungen Biobauern mit Know How, Saatgut, und hilft bei der Verarbeitung und Vertrieb der Kräuter. Viele dieser Kräuter und Blüten kommen auch zu uns und werden zu Kräutertees und Gewürzmischungen unter der Marke Heuschrecke weiterverarbeitet.

 

Folgend unser Besuch in der Gebirgsregion Kalnik: Die beiden jungen Männer Zoran und Sinisa arbeiten hauptberuflich in einer Aluminiumgießerei, die nur aus 4 Mitarbeitern besteht. Nebenbei beginnen sie nun als Bauern auf dem Land ihrer Väter, und haben bereits die Umstellung auf Bio in die Wege geleitet. Kräuter-Anbau, und insbesondere Blüten, bringen bessere Verdienstmöglichkeiten als z.B. Mais, erfordern aber auch mehr Arbeitseinsatz. Als erstes haben die beiden ein Versuchsfeld verschiedener Kräuterkulturen eingerichtet, um zu testen, was auf ihrem Boden gut gedeiht. 

 

 

 

 

Aluminium-Verarbeiter und Biobauer Zoran auf den Feldern seines Vaters ...
Aluminium-Verarbeiter und Biobauer Zoran auf den Feldern seines Vaters ...
... in einem 500m hoch gelegenem Dorf in den Kalnik-Bergen
... in einem 500m hoch gelegenem Dorf in den Kalnik-Bergen
Heidi, Roman, Sanja, Zorans Vater, Zoran
Heidi, Roman, Sanja, Zorans Vater, Zoran
Blaue Stunde auf dem frisch eingesätem Feld. Die Reihen sollten besser quer zum Hang verlaufen (nächstes Mal), da bei Starkregen sonst zuviel Erde den Hang herunter gespült würde.
Blaue Stunde auf dem frisch eingesätem Feld. Die Reihen sollten besser quer zum Hang verlaufen (nächstes Mal), da bei Starkregen sonst zuviel Erde den Hang herunter gespült würde.
Die Testfelder, was am besten gedeiht. Hier: Wermut
Die Testfelder, was am besten gedeiht. Hier: Wermut
Immortelle, begehrt für die Destillation von ätherischem Öl.
Immortelle, begehrt für die Destillation von ätherischem Öl.
Nochmal Helichrysum
Nochmal Helichrysum
Thymian
Thymian
Melisse
Melisse
Ringelblume
Ringelblume
Zeichen großer Trockenheit und dann Starkregen: die Erde wird in Rinnen fortgespült. Hier sollte auch eine schnellwachsende Zwischenfrucht mit langen Wurzeln hin, und die Reihen quer angelegt werden.
Zeichen großer Trockenheit und dann Starkregen: die Erde wird in Rinnen fortgespült. Hier sollte auch eine schnellwachsende Zwischenfrucht mit langen Wurzeln hin, und die Reihen quer angelegt werden.
Zoran arbeitet Vollzeit in der Aluminiumgießerei unten im Ort. Für die nächsten Jahre wird er die Bio-Landwirtschaft nebenbei machen - hauptberuflich geht es erst, wenn er damit wirklich seine Familie mit den 2 kleinen Töchtern versorgen kann.
Zoran arbeitet Vollzeit in der Aluminiumgießerei unten im Ort. Für die nächsten Jahre wird er die Bio-Landwirtschaft nebenbei machen - hauptberuflich geht es erst, wenn er damit wirklich seine Familie mit den 2 kleinen Töchtern versorgen kann.
Rosa Kornblume
Rosa Kornblume - eigentlich falsches Saatgut geliefert - aber schön.
Sinisa arbeitet ebenfalls in der kleinen Aluminiumgießerei und betreibt auch mit ihm zusammen die Bio-Landwirtschaft.
Sinisa arbeitet ebenfalls in der kleinen Aluminiumgießerei und betreibt auch mit ihm zusammen die Bio-Landwirtschaft.
Das Land ist schon zertifiziert und gerade im ersten Umstelljahr.
Das Land ist schon zertifiziert und gerade im ersten Umstelljahr.
Der Hof von Zorans Eltern
Der Hof von Zorans Eltern


Für die Gründung kleiner Höfe gibt es EU-Mittel. Zoran und Sinisa habe sich eine Destille angeschafft. Viele Kleinbauern destillieren auch selbst ätherisches Öl aus ihren Ernten.
Für die Gründung kleiner Höfe gibt es EU-Mittel. Zoran und Sinisa habe sich eine Destille angeschafft. Viele Kleinbauern destillieren auch selbst ätherisches Öl aus ihren Ernten.
Eigener Brunnen mit köstlichem Wasser
Eigener Brunnen mit köstlichem Wasser
Gastfreundschaft. Alles selbstgemacht. Lecker.
Gastfreundschaft. Alles selbstgemacht. Lecker.
Unser Besuch hat auch den Sinn zu besprechen, welche Kräuter aus unserer Sicht benötigt werden, wo sicherer Verdienst zu erwarten ist, und wovon es bereits zuviel gibt.
Unser Besuch hat auch den Sinn zu besprechen, welche Kräuter aus unserer Sicht benötigt werden, wo sicherer Verdienst zu erwarten ist, und wovon es bereits zuviel gibt.
Landwirtschaft, und speziell Bio-Landwirtschaft braucht einen langen Atem, eine längere Planung und Durchhaltevermögen. Hier gibt es nichts Schnelllebiges. Erst in 4 Jahren wird es die erste voll-zertifizierte Bio-Ware nach den 3 Umstelljahren geben.
Landwirtschaft, und speziell Bio-Landwirtschaft braucht einen langen Atem, eine längere Planung und Durchhaltevermögen. Hier gibt es nichts Schnelllebiges. Erst in 4 Jahren wird es die erste voll-zertifizierte Bio-Ware nach den 3 Umstelljahren geben.
Dann werden wir sicher auch Kräuter aus den Kalnik-Bergen bekommen.
Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: kroatien, wildsammlung, terra magnifica, bio-kräuter, kontrolliert biologischer anbau, kleinbauern
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Demeter in Übersee

... die schönste, kreativste und individuellste Art und Weise, wie man im eigenen Betrieb zur Zukunft der Erde am besten beitragen kann...

Heuschrecke - Demeter - Gewürze
Seit August 2016 haben wir einen Demeter-Vertrag, sodass wir unsere Demeter-Gewürze und –Kräuter jetzt explizit ausloben und kennzeichnen können. In unserer kleinen Demeter-Linie gibt es nun ca. 20 Gewürze und Kräuter.


Warum machen wir das ? Warum jetzt? Eine zusätzliche Zertifizierung ist für einen kleinen Spezialisten wie uns natürlich immer mit viel Aufwand verbunden, und wahrscheinlich wird es sich unterm Strich nicht rechnen. Was uns überzeugt hat ist die Begeisterung unserer Kleinbauernpartner in den Übersee-Ländern, die schon länger am Demeter-„Ball“ sind.

 

Wir konnten auf mehreren Kontinenten schon begutachten, mit wieviel Liebe die Präparate hergestellt werden. Unsere Bauern empfinden – wie sie erzählen – durch die naturnahe und sinnliche Methode eine stärkere Verbindung zu ihren Vorfahren. Sie können beobachten, dass in den ganzen Klimawandel-Phänomenen die Demeter-Setzlinge stärker sind und besser überleben.


Neben den Kleinbauernprojekten PDS/ Sahyadri Spice Farmers in Indien und SOFA / Biofoods in Sri Lanka (von dort haben wir schon lange die Demeter-Qualitäten importiert) könnte es ab Mitte 2017 Demeter Rooibusch von unseren Wupperthalern geben. Auch in China (Fairbiotea-Teefarm Qingshan) und bei TPI (verschiedene Darjeeling-Teegärten, u.a. Singell) wird geschult, geforscht und z.T. angewandt, obwohl noch nicht zertifiziert.

 

Wenn man den Zukunftsforschern glauben mag, wird unsere Nahrungsmittelproduktion unter Bevölkerungswachstum und Bodenverlusten durch Klimawandel / Übernutzung in mittlerer Zukunft eine Schlacht sein zwischen gentechnischen Verfahren (CrisprCas) und urbanem Anbau unter Kunstlicht bei ressourcensparenden Wasserkreisläufen in mehrstöckigen Anbau-Gebäuden. Da ist die Demeter-Landwirtschaft ein echter Lichtblick – wir hätten gerne, dass sie sich noch etwas über die Welt verbreitet.

Derzeit führen wir folgende Produkte in Demeter-Qualität: Bockshornklee, Cardamom gemahlen, Curcuma, Ingwer gemahlen, Knoblauch Granulat, Liebstöckel, Muskatblüte gemahlen, Muskatnuss ganz, Muskatnuss gemahlen, Nanaminze, Nelken ganz, Pfeffer 'Tellicherry' schwarz ganz, Pfeffer schwarz gemahlen, Pfeffer weiß ganz, Pfeffer weiß gemahlen, Schnittlauch, Schwarzkümmel, Zimt Ceylon gemahlen, Zimtstangen Ceylon, Zitronenmelisse. (Bezugsquellen: Bioläden)

 

 

Was ist das Wichtigste an Demeter?

 

Der biodynamische Landbau bezieht die geistige oder spirituelle Dimension der Erde mit ein - die Verbindung von Erde, Pflanzen und Tiere zum Kosmos und den anderen Planeten. Demeter-Landbau bedeutet Artenvielfalt und gesunde Kreisläufe. Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel werden dynamisiert (wie in der Homöopathie). Viele Bauern in Übersee machen dies selbst, andere besorgen sich die fertigen Präparate.

 

 Jan-Kees Luijerink mit Demeter-Kräuterbauer Peter Heuner vom Krebsbachhof, vor Johanniskraut

"Der biodynamische Landbau ist die schönste, kreativste und individuellste Art und Weise, wie man im eigenen Betrieb zur allgemeinen, langfristigen Entwicklung der Erde als Träger der Menschheit in Zukunft am besten beitragen kann."

Jan-Kees Luijerink, langjähriger Inhaber des Demeter-Kräuterhofs "Het blauwe Huis" in Holland.
 

 

"Now I can see the plants singing and dancing in the wind".

Barend Salomo, Vorstand der Wupperthal Original Rooibos Cooperative, Westkap, Südafrika

 

 

"TPI believes that Biodynamic Agriculture in tea cultivation aligns to the rhythm of the Universe. This holistic farming system helps harness cosmic forces, releases them into the soil to make it vibrant and living."

Binod Mohan, Tea Promoters India

 

 

Fotos: Qingshan-Farm - von Fairbiotea; Wupperthal, Südafrika - von Christine Nachmann/ Jardins de Gaya; SOFA Sri Lanka - teilweise von BioFoods, alle anderen Fotos - von Heuschrecke.

 

 

 

Biodynamischer Tee-Anbau in Derjeeling, in den Bio-Teegärten Singell und Selimbong. Wahrscheinlich kann bald zertifiziert werden.
Die Präparate werden hier selbst hergestellt.


















Demeter-Schulung auf der Fairbiotea-Farm Qingshan.
"Der Berater kommt aus Indien und heißt Jakes Jayakaran und er ist von Demeter autorisiert. Außerdem gibt es in China noch einen Anthroposophischen Verein, für den der Leiter von Ceres China Ding Wei (früher Leiter IMO China) arbeitet. Er fungiert als eine Art Übersetzer der Beratung. Und dann haben wir dort noch unseren Berater Pablo Gonzales, der sich um das Kompostforschungsprojekt und die Kompostproduktion kümmert. Ob das mit der Demeter Zertifizierung letztlich funktionieren wird kann ich noch nicht sagen. Es gibt derzeit einen ungelösten Konflikt. Die Chinesen möchten erst eine Probeumstellung auf 7 ha machen, aber Demeter besteht auf einer Umstellung der gesamten Farm. Ich sehe das entspannt ob es denn eine Demeter Zertifizierung gibt oder nicht, die Beratung wird zu einem besseren Verständnis und einer Vertiefung des ökologischen Landbaues führen." Wolfgang Wilhelm, Gründer von Fairbiotea (www.fairbiotea.de)








Die Wupperthal Original Rooibos Cooperative im Westkap, Südafrika, hat letztes Jahr in einem Dorf mit biodynamischem Landbau begonnen.
Barend Salomo sagt, dass die biodynamische Methode die Kleinbauern glücklich mache. Sie verbinde sie in ihrer Ganzheitlichkeit mit den Vorvätern.
Wenn wir Glück haben, gibt es 2017 den ersten Demeter-Rooibos. Dies ist auch unserer Trust-Organic-Small-Farmer-Kollegin Arlette Rohmer von der französischen Tee-Firma Les Jardins de Gaia zu verdanken, die die Cooperative immer wieder zur Biodynamie ermutigt hat.
Demeter heißt übrigens nicht automatisch schadstofffrei. Was die Chemie und Agroindustrie in die Umwelt gebracht haben, kann kein Bauer auslöschen. Hier liegt die Lösung bei der Industrie bzw. bei der Politik. Demeter tut etwas für die Gesundheit der Pflanzen.
Aus Sri Lanka und Indien beziehen wir schon lange Demeter-Bulk-Ware. Die Kleinbauern dort sind so vertraut mit Demeter, dass man nicht meinen sollte, dass diese Methode aus Deutschland stammt. Sie fügt sich erstaunlich gut ein in die örtlichen Gegebenheiten, und wirkt sich günstig auf die Probleme des Klimawandels aus.
Unsere Kleinbauernpartner PDS / Sahyadri Spice Farmers in Indien, und SOFA / Biofoods in Sri Lanka gaben letzendlich den Anstoß zu unserer Zertifizierung.
Dr. Sarath Ranaweera von Biofoods hat letztes Jahr die Gründung der ersten Biodynamic Association in Sri Lanka mit initiiert.
Hier in den letzten 4 Bildern ist noch die Demeter-Kompost- und die Präparate-Herstellung der Sahyadri Spice Farmers / PDS in Kerala, Indien zu sehen.
Es ist ein gutes Gefühl, aber auch ein großer Aufwand, den die Kleinbauern im Demeter-Anbau stemmen.
Wichtiger als wir hier vielleicht denken ist es ihnen, ein gutes Feed Back von ihren Hauptmärkten, den westlichen Bio-Märkten zu bekommen.
Einfach die Nachricht, dass die Übersee-Demeter-Produkte hier wirklich gefragt werden, und dass das Durchhalten des Aufwandes von uns geschätzt wird.
Demeter ist mehr als nur gute Produkte - es bewahrt auch die kosmische Energie in Mutter Erde, ein kleiner Lichtblick im Agroindustriestress.
Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: demeter, biodynamischer landbau, bio-gewürze, kleinbauernprojekte, übersee
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Fairbiotea: Neues vom Qingshan Teegarten

Newsletter 10/2015, Bericht aus den Fairbiotea-Projekten: Qingshan-Farm

 

Fairbiotea

Das Fairbiotea-Logo ist auch auf unseren Fairbiotea-Tees zu sehenWegen der besonderen politischen und sozialen Lage in China ist die Beschaffung von zuverlässiger, fairer Bio-Ware erschwert. Obwohl die Chinesen die Regeln ihrer harmonischen und ganzheitlichen Feng-Shui-Lehre auch auf die Landwirtschaft anwenden, passt das Einhalten unserer rigiden EU-Bio-Gesetzgebung nicht ins Weltbild. Mehr oder weniger häufig sind China-Bioprodukte aus den unterschiedlichsten Gründen pestizidbelastet, was für europäische Bio-Importeure ein aufwändiges Analysesystem unbedingt erforderlich macht. Der parallel wachsende Kapitalismus hat eine gigantische Landfluchtbewegung ausgelöst, mit negativen Folgen für die Landwirtschaft.

Unser Tee-Importeur, mit dem wir seit über 35 Jahren zusammenarbeiten, tüftelte deshalb seit 2008 an einer Lösung, die im Jahr 2010 unter dem Logo "Fairbiotea" spruchreif wurde: ein über den EU-Bio-Standard hinausgehendes Qualitäts-Management-System für ökosoziale Gerechtigkeit, das die Verordnung, besonders für den Teebereich, ergänzt und sicherer und transparenter für alle Seiten macht. Ein Versuch, eine vertrauensvolle, verläßliche Situation für Bauern und Handelspartner bis zu den KonsumentInnen zu schaffen.
Das System ist auf ein praktisches Qualitätsmanagement ausgerichtet, und bietet kostenlose, qualifizierte Schulung und analytische Beratung für Bio-Teebauern und -Farmen. Neben zusätzlichen Sicherheitsstandards hat das System eine ökosoziale Entwicklung zum Ziel: Entwicklung von Nährstoffkreisläufen, Bonussysteme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Motivation der Bauern, Abnahmegarantien, faire Preise u.v.m.. Die Fairbiotea-Standards werden jährlich extern von CERES geprüft. Zur Zeit machen 2 Teegärten bei Fairbiotea mit: Qingshan und Donghzai.
Wir listen aus jeder Ernte soviele Fairbiotea-Tees wie möglich. Die Teegärten sind auf dem Rücketikett angegeben - Fairbiotea-Tees tragen das Siegel. Wir zahlen einen höheren Preis für die Tees, sowie eine jährliche Gebühr.

Am Ende dieses Newsletters geht der Fairbiotea-Gründer ebenfalls auf die Sozialstandard-Zertifizierungen ein, und belegt damit nochmal unsere Ausführungen aus unserem vorherigen Blogbeitrag. Nun folgt der Fairbiotea-Newsletter 10/2015:

 

Entwicklung


In unserem Newsletter 1/2014 und 7/2014 haben wir über eine positive ökologische Entwicklung in der Qingshan-Farm berichtet. Diese Entwicklung hat sich bei der jüngsten Fairbiotea-Inspektion im Mai 2015 bestätigt. Da wir außerdem keinerlei Probleme mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Tees aus diesem Teegarten haben, können wir davon ausgehen, dass der vorgeschriebene ökologische Prozess nach EU-Verordnung umgesetzt wird.




Die im Sommer 2013 durch extreme Trockenheit zerstörten Teebüsche wurden im Frühling 2014 neugepflanzt. Es wird nun ca. 7-10 Jahre dauern, bis die neuen Teebüsche wieder den vollen Mengenertrag bringen. Im Rahmen des Fairbiotea Bonussystems wurden ca. 100 Schattenbäume gepflanzt, die zukünftige Zerstörungen durch Dürre verhindern sollen. In den nächsten Jahren sollen, je nach Verfügbarkeit von Geldmitteln, weitere Schattenbäume gepflanzt werden.


Das laufende Kompostforschungsprojekt, das Fairbiotea in der Qingshan Farm seit Jahren durchführt, wird ebenfalls einen Beitrag für den Schutz der Teepflanzen und der Böden gegen Wetterextreme leisten. Bis dahin werden die Erträge auch in den nächsten Jahren, wegen der Trockenheit in 2013, niedriger ausfallen und die Teequalität wird ebenfalls beeinflusst werden.


Nachdem die Kontrollstelle IMO im Januar 2014 Ihre Kontrolltätigkeit in China aufgegeben hat, wurde diese Tätigkeit durch die deutsche Kontrollstelle Ceres übernommen, die schon länger, auch in China akkreditiert ist. Die Zusammenarbeit zwischen Fairbiotea und Ceres hat sich inzwischen sehr positiv entwickelt.




Kompostforschungsprojekt


 

Auch im Jahr 2014 hat Fairbiotea die Fortführung des Kompostforschungsprojektes finanziert und auch in 2014 wurde technisches Equipment für die Kompostforschung und die Kompostgroßproduktion angeschafft. Finanziert wurde das überwiegend von Fairbiotea.

Mehr über die Kompostforschung lesen Sie bitte unter: http://www.fairbiotea.de/assets/files/Newsletter_DEU_07_2014.pdf


Fairbiotea hofft, dass in den Jahren 2015 und 2016, die noch fehlenden Maschinen und Geräte angeschafft werden können, die für die Kompostgroßproduktion noch nötig sind. Derzeit wird mit den Qingshan Bauern über die Verpachtung eines passenden Geländes für die Kompostgroßproduktion verhandelt.

 

 

 

Bonussystem

 


Mit dem Strategiewechsel Bonuszahlungen nur noch für Materialien, Maschinen, Werkzeuge oder andere sichtbare Projekte auszuzahlen, hat Fairbiotea die Kontrolle über den Verbleib der Gelder wieder zurückgewonnen. Leider mussten wir in den vergangenen Jahren wiederholt feststellen, dass finanzielle Bonuszuwendungen nicht bei den Bauern ankamen oder die Höhe der Zuwendungen, die die Bauern erhielten, nicht mit den geplanten Zahlungen übereinstimmten. Eine Überprüfung der Auszahlungen war so praktisch unmöglich geworden. Leider müssen wir in China grundsätzlich davon ausgehen, dass in allen Bereichen der chinesischen Gesellschaft Korruption stattfindet.



Im Jahr 2014 wurden durch das Fairbiotea Bonussystem folgende Entwicklungsmaßnahmen finanziert:


  • Traktor als Antrieb für verschiedene Geräte, die in der Kompostproduktion benötigt werden und als Zugmaschine für einen Anhänger

  • Frontlader

  • Mähgeräte für Großflächen

  • Schredder

  • Kompostabdeckung 5 Meter x 50 Meter

  • Messgeräte für Sauerstoffgehalt und Feuchtigkeitsgehalt im Kompost

  • Die Jahresgehälter für zwei Kompostmanager

  • Honorar des Fairbiotea Beraters und Projektleiters des Kompostforschungsprojektes

  • 100 Schattenbäume

  • Demeter Training für Manager

  • Für die Xiaojiaqiao Schule, diese besuchen auch die Kinder der Qingshan Farm, wurde die komplette Ausstattung eines neuen Multimediaraums finanziert


 

Bevor mit der Kompostgroßproduktion begonnen werden kann, müssen über das Jahr 2014 hinaus weitere Geräte und Maßnahmen finanziert werden.

 

Leider treten auch immer wieder Probleme auf, die wir in dem hochentwickelten Europa kaum kennen. So stellen wir fest, dass manche Geräte, die von Fairbiotea finanziert wurden, von den Bauern nicht benutzt werden, obwohl diese Geräte ihre Arbeit erleichtern, weil sie einfach nicht gewohnt sind damit umzugehen.


Die jeweiligen Werkzeuge, die an den Traktor angebaut werden sollten, passen nicht und müssen vom Hersteller nachgearbeitet werden. Ein Anhänger, der für den Traktor angeschafft wurde, ist nicht so ausgelegt, dass er in den engen Kurven und auf den schmalen Straßen benutzt werden kann.


Leider dauert es immer sehr lange, bevor Anschaffungen auch einsatzfähig sind. Entwicklungsarbeit bedeutet Geduldsarbeit und ist immer wieder von Rückschlägen begleitet.


Im Wesentlichen konzentriert sich Fairbiotea darauf, die Bonus-Prämien in die nachhaltige Entwicklung der Farm zu investieren und nach Möglichkeit, sichtbare und kontrollierbar soziale Projekte zu unterstützen.


 

 

 

Teequalität und Export


Leider hat die Qualität bei einigen Teesorten etwas nachgelassen. Die Exportpreise sind teilweise sehr stark gestiegen. Dies ist dadurch begründet, dass die chinesische Regierung die Mindestlöhne für Saison- und Wanderarbeiter in den letzten Jahren um durchschnittlich ca. 13% pro Jahr erhöht hat, deshalb steigen auch die Produktionskosten permanent. Die anhaltende Schwäche des Euros hat Tee für Europa ebenfalls erheblich verteuert. Das nachhaltige Fairbiotea Projekt gibt es auch nicht umsonst.


Diese Preissteigerung zusammengenommen machen es nun Fairbiotea Produkten in Europa schwer, ausreichend Absatzmärkte zu finden und entsprechende Mengen Tee zu vermarkten, die einen Fortbestand von Fairbiotea sichern können. Leider müssen wir feststellen, dass Fairbiotea derzeit in Europa mit den Qingshan Tees keine Gewinne mehr erwirtschaften kann, weil die Teesorten wegen der Kosten, die Fairbiotea verursacht, für Europa zu teuer geworden sind und die Unterstützung für Fairbiotea aus dem Markt zu gering ist. Die Qingshan Farm kann auch nicht genug Gewinn erwirtschaften, um den dort lebenden Teebauern bessere Lebensbedingungen zu finanzieren.


Die permanent schlechten Lebensbedingungen in Teefarmen sind weltweit verantwortlich für die Flucht junger Menschen aus den Farmen in die großen Städte, auf der Suche nach besserer Arbeit, besserer Bezahlung und einem besseren Leben. Selbst Saison- und Wanderarbeiter haben ein besseres Einkommen als die Bauern in den Teefarmen. Deshalb gibt es kaum noch junge Bauern in den Teefarmen. Mit überwiegend nur alten Bauern, lässt sich aber nicht die traditionelle Qualität und Arbeitsleistung aufrechterhalten. Deshalb werden immer mehr Saison- und Wanderarbeiter in den Farmen benötigt und es fehlen immer mehr ausgebildete Fachkräfte. Das hat zur Folge, dass die Qualitätsanforderungen aus Europa ohne zusätzliche Mittel und Kräfte in Zukunft immer weniger erfüllt werden können.


Für Fairbiotea ist es frustrierend in Europa immer mehr über Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung, fairer Handel, Gemeinwohlökonomie usw. zu lesen und zu hören, aber gleichzeitig festzustellen, dass das Interesse des Marktes und der Verbraucher daran nur dann vorhanden ist, wenn der Tee besonders billig ist. Fair gehandelte, nachhaltige Produkte, die mit sozialer Verantwortung, umweltbewusst und gesundheitsbewusst hergestellt wurden, können nicht billig sein. Im Gegenteil, solche Produkte müssen teuer sein. Das ist nicht mit wenigen Cents herzustellen. Da in Europa kaum jemand bereit ist, mehr als Almosen für solche Leistungen zu bezahlen, wird es solche Leistungen auf Dauer auch nur sehr bedingt geben können oder diese Leistungen werden herbei fantasiert durch Marketing. Marketing ist in diesem Fall mehr Schein als Sein.


Seit Jahren nutzen mehr und mehr Markenhersteller die einfachen Lösungen, wenn es um das nachhaltige Image und die soziale Verantwortung im Marketing geht. Sie kaufen für wenig Geld Sozialzertifizierungen für Nachhaltigkeit und soziale Entwicklung oder Zertifikate für Fair Trade. Europäische Politiker und Medien werben für diese Sozialzertifizierungen, deren Label man mehr und mehr auf Produktpackungen von Markenherstellern finden kann. Offensichtlich gibt es da ein kollektives Unwissen über die Inhalte und Resultate solcher Zertifizierungen. Denn für Teeproduzenten und Teebauern haben solche Zertifizierungssysteme noch niemals positive Veränderungen herbeiführen können und man kann bezweifeln, ob das überhaupt gewollt ist, wenn sich nach 30 Jahren weltweiter Zertifizierungen nichts für Produzenten und Teebauern geändert hat.


Warum handeln wir als Gesellschaft so? Warum benutzen wir solche Marketinglügen? Warum betrügen wir uns gegenseitig? Warum wollen wir so wenig über die Folgen unseres Handelns und Konsumverhaltens wissen? Warum können wir uns nicht entsprechend unserer Einsicht ändern?

Ich fürchte die Antwort lautet, dass alle längst wissen, dass sich in einem globalen Wirtschaftssystem, in dem Unternehmen ausschließlich den niedrigsten Preisen und den höchsten Gewinnen folgen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben, Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Fairness kaum eine Rolle spielen können. Deshalb können nachhaltig und sozial verantwortliche Unternehmen und Menschen in unserer Gesellschaft, nur auf die internationale Politik hoffen, die weltweit Arbeits- und Sozialgesetze sowie Mindestlöhne gesetzlich festlegen muss, die auch Bauern und Arbeitern überall in der Welt einen angemessenen Lebensstandard sichern können und die gleichzeitig Wettbewerbsgleichheit unter den Bedingungen nachhaltiger und sozialer Verantwortung herstellen. Das würde den Begriff fairer Handel oder soziale Marktwirtschaft rechtfertigen. Bis dahin bitten wir von Fairbiotea, um Unterstützung durch den Kauf der Fairbiotea Tees, die überwiegend in Naturkostläden, aber auch in guten Teefachgeschäften zu finden sind.


Fairbiotea 2015/10


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Tags: china, bio-tee-qingshan-teegarten, fairbiotea
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