BLOG | Neueste Nachrichten

Vanille - Der Star der Desserts
19.11.2017 13:13
Ohrenkuss: Mütter
09.11.2017 18:00
Ajowan - Gar nicht so entfernter...
05.11.2017 12:38
heupd-Reportage: Bio-Anbau in der...
25.10.2017 13:31
Bild - keine Worte
21.10.2017 08:00
Hibiskus-Blüten - Die exotische...
14.10.2017 12:16

Blog-Text-Suche

Meist gelesene Posts

Trocknungsverfahren für Kräuter und Gewürze
96201 mal gesehen   21.03.2014
Heiliger des Monats März: Oscar Romero
94640 mal gesehen   24.03.2014
Blogst Du hier!
76869 mal gesehen   21.10.2009
Verschwörungstheorien
75529 mal gesehen   19.05.2010

Archiv

Abonnieren für RSS-Reader

RSS 0.91Nachrichten
RSS 2.0Nachrichten

Zur Zeit wird gefiltert nach: Teepause
Filter zurücksetzen

Darjeeling streikt für Autonomie

Notwendiger Wandel für Darjeelings Teegärten - Kleinbauernkooperativen entstehen

Eine magische Brücke führt in die Region Mineral Spring in den Bergen Darjeelings
Eine magische Brücke führt in die Region Mineral Spring in den Bergen Darjeelings

Die Teeregion Mineral Spring - Sitz der Dorfkooperative Sanjukta Vikas. Wir vermarkten ihren Tee in unserem Darjeeling Springtime!
Die Teeregion Mineral Spring - Sitz der Dorfkooperative Sanjukta Vikas. Wir vermarkten ihren Tee in unserem Darjeeling Springtime!


Präsident der Kooperative Puram Tamang und seine Frau
Präsident der Kooperative Puram Tamang und seine Frau
Viele junge Teebauern dabei -
Viele junge Teebauern dabei -
Konferenz der Kooperativen-Mitglieder bei unserem Besuch
Konferenz der Kooperativen-Mitglieder bei unserem Besuch
Im Hintergrund Dokumentenverwaltung für die Bio-Zertifizierung
Im Hintergrund Dokumentenverwaltung für die Bio-Zertifizierung
Lageplan
Lageplan
Gruppenbild ...
Gruppenbild ...
... und Nachwuchs
... und Nachwuchs
Typische Wohnhäuser in den Bergen
Typische Wohnhäuser in den Bergen
Schmackhafte indisch-nepalische Küche
Schmackhafte indisch-nepalische Küche
Kein Ufo, sondern Bittercurd-Gemüse (Kürbisart)
Kein Ufo, sondern Bittercurd-Gemüse (Kürbisart)

Junge Teepflanzen
Junge Teepflanzen
Ingwer - Anbau, damit es weitere Standbeine außer Tee gibt
Ingwer - Anbau, damit es weitere Standbeine außer Tee gibt
Der Selimbong - Teegarten, bio.
Der Selimbong - Teegarten, bio.
Hier wird der frisch geerntete Mineral-Spring Darjeeling
Hier wird der frisch geerntete Mineral-Spring Darjeeling weiterverarbeitet

weiterverarbeitet, ...
... separat als Kleinbauerntee.
... separat als Kleinbauerntee.
Der Roller ist ein Herzstück in der Teefabrik.
Der Roller ist ein Herzstück in der Teefabrik.
Hier steckt viel Know How drin - wielange, mit welchem Druck und Temperatur die fermentierenden Teeblätter gerollt werden.
Hier steckt viel Know How drin - wielange, mit welchem Druck und Temperatur die fermentierenden Teeblätter gerollt werden.
Teeverkostung
Teeverkostung
Teepflückerinnen ...
Teepflückerinnen ...
auf dem Weg zur Teefabrik, um die gepflückten Two leafs and a bud abzuliefern. Sie werden gewogen und ihnen in ihrem Büchlein gutgeschrieben.
auf dem Weg zur Teefabrik, um die gepflückten Two leafs and a bud abzuliefern. Sie werden gewogen und ihnen in ihrem Büchlein gutgeschrieben.
Die TeemitarbeiterInnen der Fabrik.
Die TeemitarbeiterInnen der Fabrik.
Selimbong ist Demeter-zertifiziert und stellt seine Präparate selbst her - doch das wird nochmal eine eigene Geschichte ...



Juni 2017: Die Autonomie-Bewegung der Nepali-stämmigen Bevölkerung (Gorkha Movement) hat in Darjeeling zum Generalstreik aufgerufen. Auch die Teefabriken stehen schon seit Wochen still, second Flush bleibt auf den Feldern, sowie auch die darauf folgenden Ernten. Keine Exporte gehen mehr raus aus Darjeeling in 2017.


Kurz zur Geschichte: Als die Briten Mitte des 19. Jahrhunderts den Teeanbau in Darjeeling begannen, warben sie in diesem sehr dünn besiedelten Teil Indiens ArbeiterInnen aus Nepal an. Darjeeling ist deshalb tatsächlich heute überwiegend in Sprache und Kultur nepalisch geprägt. Und wehrt sich gegen eine zu starke Assimilierung in den Bundesstaat West-Bengal. Es brodelte schon lange unter der jungen Gorkha-"Kriegern" mit ihrer stolzen Tradition, die im Vielvölkerstaat West-Bengal (noch von den Briten konzipiert) die Verlierer sind.


Ein klassischer Darjeeling-Teegarten ernährt bis zu 8000 Personen in den umliegenden Dörfern, und die Beziehung zwischen den TeearbeiterInnen und den damals britisch geführten Teefarmen war fürsorglich-eng angelegt. Nach Abzug der Briten und Übernahme durch indische Leitungen funktionierten die Mechanismen nicht mehr, die Teegärten verarmten, und damit auch die umliegende Bevölkerung. Dringende Modernisierungsmaßnahmen, sei es in den Fabriken oder in den Häusern der DorfbewohnerInnen, blieben aus. Erschwerend ist, dass auf dem Weltmarkt für die edlen Darjeelingtees schon seit vielen Jahren nicht die Preise erzielt werden können, die benötigt werden. Zur Verdeutlichung: Auf den steilen Berglagen werden nur ca. 750kg Tee/ha erzeugt, im flachen Assam dagegen ca. 3000kg/ha - ein Verhältnis wie zwischen Bourgogne-Crus und Languedoc-Landwein - auch von der Qualität her. Anders als dort gelingt es bei Darjeelingtee nicht, entsprechende Preise durchzusetzen.


Als Außenstehender wünscht man sich einerseits, dass die schöne britische Teegarten-Kultur erhalten bleibt, sieht jedoch auch die dringende Notwendigkeit, den kolonialen Charakter in gerechtere Wirtschaftsformen überzuführen.


Die Frage ist, ob die fortschreitende Konzentration der Darjeelingfarmen in den Händen weniger, außerhalb Darjeelings lebender und nicht unbedingt nachhaltig wirtschaftender Besitzer die Teeregion weiter ruiniert: ausbleibende Reformen für die aktuell noch im Patronatsverhältnis lebenden ArbeiterInnen, z.B. Lösungen für zeitgemäße Sozial- und Rentenleistungen. Sowie Bildung. Eine aufmüpfige junge Generation stellt ihre Forderungen und scheint bereit, einiges abzufackeln: Ist die Zentralverwaltung in Delhi gewillt, wenigstens Darjeeling als Unions-Territorium anzuerkennen, wenn schon nicht der Status eines Bundeslandes erreicht werden kann? Der Traum Darjeelings ist, ein Bundestaat innerhalb der indischen Union zu werden wie das nördlich gelegene Sikkim, das auch nicht größer ist als Darjeeling ( Sikkim ist übrigens 100% Bio. Es gibt dort keine konventionelle Landwirtschaft mehr!). Stattdessen versucht West Bengal provokativ, Nepali als Schulsprache zu verbieten laut Medien ...


Aber auch die fehlende Werterzielung bzw. fehlender Konsens über kostendeckende Preise, die Instandhaltung und innovative Investitionen berücksichtigen, gehört zu den Konfliktursachen. Nur wenn der hochwertigste Tee Indiens seinen Preis erzielt, wird es die Teeregion Darjeeling auch noch in 10 Jahren geben.


Ein schöner Erfolg ist, dass nach den großen Unglücken der 90er durch Bodenerosion nach der langen Monokultur (ganze Hänge rutschten über Nacht ab), nun der größere Teil der Teegärten biologisch bewirtschaftet wird. Eine andere zukunftsweisende Entwicklung ist, dass sich selbstständige Dorfkooperativen gründen, aufgegebene Teepflanzungen wiederbewirtschaften, evtl. zusammen mit einem sanften Tourismuskonzept. Diese Dorfkooperativen arbeiten partnerschaftlich mit bekannten Bio-Teegärten zusammen, die den Kleinbauerntee separat verarbeiten und vermarkten - eine win-win-Situation.

 

Beispiel: Mineral Spring ...  (siehe Fotos)

Diese Dorf-Kooperative bewirtschaftet in unzugänglichen Gebieten alte, aufgegebene Teepflanzen:
Die Kleinbauern der Dörfer Harsing, Dabaipani und Yankhoo östlich der Stadt Darjeeling hatten begonnen, nach Abzug der Briten in den 50iger Jahren die aufgegebenen Teefelder wieder zu bearbeiten. Zuerst illegal, um den sehr kargen Lebensunterhalt mit etwas Tee-Ernte und Holzrodung aufzubessern.


In den 80igern wurde die Landnutzung mithilfe einer NGO legalisiert. Ende der 90iger erfolgte die Gründung der Kooperative Sanjukta Vikas mit 264 Familien in Mineral Spring. Mit dem Kontakt zu TPI (Tea-Promoters India, einem wichtigen Partner von uns für Bio-Tee) wurde der Teeanbau professionell, mit sehr guten Qualitäten, die schon prämiert wurden. TPI garantiert eine feste Abnahme der nun bio-zertifizierten Teeblätter und verarbeitet sie im Bio-Darjeeling-Teegarten Selimbong, getrennt als Mineral Spring Darjeeling.

 

Heute sind 11 Dörfer mit ca. 465 Familien beteiligt. Im Jahr 2014 haben wir die Kooperative in der magisch anmutenden Landschaft besucht.


Unser Darjeeling Springtime beinhaltet seit Ende 2016 eine schöne 1.Flush-Qualität von Mineral Spring. Im politisch fragilen Darjeeling mit vielen verschleppten postkolonialen Problemen ist die Zusammenarbeit von selbständigen Kleinbauerngruppen und Bio-Teeplantagen, wie es TPI unterstützt, eine echte Win-Win-Situation. Wir wünschen uns natürlich, dass unsere Kleinbauerntees guten Anklang finden (wie auch die Nepal-Tees, oder unsere Aroma-Schwarztees mit dem Basistee von den Sahyadri Farmers in Kerala).

 




Der Streik kann - bis die Teeproduktion wieder anrollt, die Felder erst mal von den sprießenden Beikräutern gereinigt worden sind (die Natur ruht nicht während des Streiks) - dazu genutzt werden, Kooperativentee von Mineral Spring, oder den Darjeeling-ähnlichen Tee von der nepalischen Genossenschaft Kanchanjangha Tea Estate kennenzulernen.

Darjeelingtee-Engpässe wird es aber erst ab September 2018 geben; dann auch unvermeidliche größere Preiserhöhungen. Bis dahin haben wir Kontrakte über Tee, der schon in Bremen liegt.

 

 

Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: darjeeling, bio-tee, kleinbauern-kooperativen, teegärten, briten, indien, nepali, gorkha, mineral spring
Anzahl Aufrufe: 388

Test: Grüntee - Schadstoff-Test

Bio im grünen Bereich. Stiftung Warentest vom 24.9.2015: Grüntee

Teelandschaft. Fairbiotea-Teegarten Qingshan


Im Test von Stiftung Warentest waren 25 Grüntees, darunter 9 Bioprodukte.


Getestet wurde auf folgende Schadstoffe: Pyrrolizidinalkaloide (i.f. Pyrrolizidine), Anthrachinon, PAK, Mineralölbestandteile (MOSH, MOAH), Nikotin und Pestizide. Nur ein konventioneller Tee überschritt die Grenzwerte (Pestizide), alle anderen Tees lagen unterhalb der Grenzwerte. Zu Pyrrolizidinen gibt es noch keine Grenzwerte, sondern nur eine Tageszufuhr-Empfehlung, die nicht überschritten werden sollte.


Neben den Pestiziden lag der Fokus auf Umweltbelastungen (Anthrachinon und PAK aus Verbrennungsprozessen / Trocknung, und Mineralölbestandteile aus Recycling-Anteilen (Druckfarben von Zeitungen!) in Verpackung) und den natürlichen Pflanzengiften (Nikotin, Pyrrolizidine aus Beikräutern). Nikotin scheint - wie auch Warentest sagt - aus den Pflanzen selbst zu stammen - wissenschaftliche Untersuchungen, wie dies zu bewerten sei, dauern noch an (evtl. fraßgiftige Pflanzen als Erfolge der Evolution).

 

 

Teepflückerin auf der Bio-Farm Qingshan in China

Ergebnisse: Stiftung Warentest hat die Risiken korrekt eingeordnet - bis auf den einen nicht verkehrsfähigen konventionellen Tee nichts kurzfristig Gesundheitsgefährdendes - dies ist auf die Pyrrolizidine gemünzt, die im Test bei einigen konventionellen Tees höhere Werte aufzeigten, und nicht in großen Mengen über längere Zeit getrunken werden sollten.
Bei allen anderen Stoffen wurden keine Höchstwerte überschritten - also grünes Licht für Grüntees, vor allem für Bio.
Pyrrolizidine treten nicht bei sauber geernteten Tees auf, Bio-Tees schneiden besser ab als konventionelle Tees, eine ubiquitäre Belastung ist in unserer Welt sowohl für konventionelle als auch für Bio-Anbauer nicht mehr zu vermeiden - dafür haben viele Generationen seit der Industrialisierung (auch des Landbaus) gesorgt - siehe die aktuelle Glyphosat-Diskussion. (Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR, das für alle erwähnten Kontaminanten Risiken aufzeigt, eiert bei dem "Topseller" Glyphosat entlarvend rum.)
So sieht es bei allen unseren Lebensmitteln aus, der Tee fällt da nicht aus dem Rahmen.


Leider wird dieser Warentest mit einer eher komplexen Hintergrundproblematik von den Medien vereinfachend tendenziös fehlinterpretiert: "Besonders gefährliche Grüntees", "Giftiger Tee", "Verheerende Ergebnisse" etc. was die Tests nicht hergeben, aber nun zu besorgten Kundenreaktionen führt.


Unsere Bio-GrünteesBio-Teegarten Singell, Darjeeling: Teepflückerinnen auf dem Heimweg



Wie sieht es nun bei unseren Bio-Tees aus - werden wir gefragt, da kein Tee von uns im Test dabei war.
Wir handeln ausschließlich mit losen Bio-Tees und beziehen unseren Tee seit ca. 35 Jahren bei ein und demselben Teemakler, einem engagierten Bio-Importeur, der auch das ökosoziale Qualitätsmanagementsystem "Fairbiotea" ins Leben gerufen hat.
Alle Tees werden vom Importeur lückenlos analysiert. Bei Grenzwertüberschreitungen bzw. Überschreitungen der BNN-Orientierungswerte für Bio-Produkte (unser Branchenverband Bundesverband Naturkost Naturwaren hat damit die Grenzen und Rückverfolgung von Pestizidrückständen bei Bio geregelt) gelangen die Tees nicht in den hiesigen Öko-Handel.


Pestizideinsatz ist im Bio-Anbau verboten und wird sanktioniert. Die anderen Stoffe, die durch Umweltkontaminationen in die Produkte gelangen, können nur durch u.U. längerwierige Prozesse reduziert werden. Teilweise ist hier auch eher die Agrar- und Umweltpolitik als der einzelne Bauer gefragt.

Bio-Teegarten in Kagoshima, Erntemaschine
Pyrrolizidine: unser Teemakler berichtet, dass in hunderten Analysen keine relevanten Werte in ihren/unseren Bio-Tees gefunden wurden. Die Handpflückung ist das eine Qualitätskriterium, das andere ist ein gutes Unkrautmanagement. Hier informiert unser Teemakler jedesmal die zuständige Ökokontrollstelle, wenn Pyrrolizidine in Spuren gefunden werden, und schafft im eigenen Fairbiotea-Qualitätsmanagement Anreize, dass Unkraut aus den Teefeldern rechtzeitig gejätet und kompostiert wird. Da das Handarbeit ist, wirken sich die zusätzlichen Löhne auf den Teepreis aus. 

 


Anthrachinon: dieser Stoff kommt einmal aus der Umweltbelastung / Feinstaub (Industrie, Autoverkehr, Haushaltsheizungen) auf die Teefelder, zum anderen durch die hauptsächlich übliche Holzkohletrocknung (als Pestizid ist er schon länger verboten und unüblich). Labore sind erst seit ca. 3 Jahren überhaupt in der Lage, Anthrachinon zu messen - erst seitdem wird über die Ursprünge geforscht, und werden sukzessive bauliche Verbesserungen in den Teefabriken in Angriff genommen. Typischer Geldmangel in den Drittländern verzögert diesen Prozess natürlich.
Nach Rückmeldung unserer indischen Partner spielt Anthrachinon aus Zelluloseherstellung (aus Papiersäcken/ Verpackung) keine große Rolle mehr bei der Anthrachinon-Belastung. Seitdem die Menschheit das Feuer erfunden hat, werden wir mit einem Quantum Anthrachinon leben müssen - mehr Sorgen müssen sich die Grillfreunde, und nicht die Teefreunde, machen.


Matcha / Japan Tees: Im Test wird darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zu Aufguss-Tees hier das Teeblatt ja quasi verzehrt wird - und damit auch evtl. Schadstoffe, die beim Aufguss nicht mitaufgelöst würden.
Anthrachinon, PAK, MOSH und MOAH gehen laut Test nur teilweise, bzw. gar nicht in den Tee-Aufguss über!

Japan ist ein technisch hochentwickeltes Land und auch die Teefabriken verfügen über modernere Anlagen und strengere HACCP-Systeme als etwa andere Teeländer.
Im Gegensatz zu unseren Partner-Teegärten in Indien, Nepal, Sri Lanka und China wird bei unseren japanischen Lieferanten aber nicht von Hand geerntet, sondern mit leichten Erntemaschinen, die jeweils die obersten 4-5cm abschneiden. Die Teefelder sind wie in einer Parklandschaft extrem gut gepflegt.

Wir führen ausschließlich Bio-Matcha-Tee aus Japan, aus der Präfektur Kagoshima auf der Insel Kyushu.Bio-Matcha Premium (Tencha) aus Kagoshima
Unsere Japan-Tees werden im Screening regelmäßig auf Pestizide incl. Anthrachinon analysiert, jeweils ohne Befund. Auch Pyrrolizidine sind getestet worden und waren unter der Nachweisgrenze.
Unsere japanischen Partner arbeiten mit Gastrocknung, und verpacken die Ware von Anfang an in alubedampfte (Barriere!) PE-Foliensäcke bzw. -beutel, sodass Anthrachinon- und Mineralöleinträge praktisch nicht zu erwarten sind. Barriere (meist noch unter Schutzgas/ Stickstoff eingeschweißt) bedeutet hier, dass die hochwertigen Japantees nicht oxidieren und keine Fremdgerüche annehmen, sodass ihre Spitzenqualität lange erhalten bleibt.


Alle Etiketten und Produktverpackungen der Marke Heuschrecke werden mit migrationsarmen Farben und aus mineralölfreien Verpackungsmaterialien hergestellt.


Wir haben in unseren Blog-Artikeln schon öfter auf den Konflikt zwischen Preisdumping und Qualität hingewiesen. Bei Tee wird viel von der Qualität per Handarbeit generiert, angefangen im Teegarten mit dem Jäten. Die Tendenz ist leider, dass von den westlichen Ländern immer noch zu niedrige Preise für guten Tee gezahlt werden, mit der Folge, dass ausgebildete und erfahrene Bauern lieber in die Städte in die Industrie gehen, und beim Tee fehlen.
Auch Darjeeling ist finanziell ausgezehrt - es fehlt im weltbesten Teeanbaugebiet an Geld für bauliche, aber auch soziale Verbesserungen. Es wird vermutet, dass die politische Situation in der Gegend in Kürze wieder explodiert.


Fairtrade-Zertifizierungen sind nicht in jedem Fall die Lösung, da es hier eher um einfache Standardtees zu günstigen Preisen geht (Rosinenpicken), und auch die Prämien nicht hoch ausfallen - die Zertifizierungen müssen jedoch von den Teegärten finanziert werden. Jede Teefarm hat aber einen relevanten Anteil an hochpreisigen Frühjahrspflückungen, die die ganzjährigen Kosten decken müssen - die aber oft nur noch unter Preis konventionell vermarktet werden können. Die späten Pflückungen sind eher nicht kostendeckend abzusetzen.
Bio-Vanille-Grüntee mit echter Madagaskar-Vanille


Das beste Einkaufsverhalten für Importeure, Teehändler- und TeetrinkerInnen wäre, den Fokus auf gute Produktqualität zu legen, dies führt zu höheren Einkünften für die Teefarmen, und auch die Schadstoffsituation verbessert sich.
Wir empfehlen natürlich, immer Bio-Tee zu kaufen. Selbst wenn damit keine Schadstofffreiheit von ubiquitären Belastungen einhergehen kann, ist es wie ein Versprechen an die Zukunft, dass die Menschheit den Planeten besser pflegen wird.

 



Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper





Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: stiftung warentest, pestizide, anthrachinon, nikotin, pyrrolizidinalkaloide, nio-tee, bio-grüntee, bio-matcha
Anzahl Aufrufe: 3023
Heuschrecke
28.06.2013
13:08

Rooibusch-Konfitüre

Edle Rooibusch-Rose - Konfitüre mit Himbeere

 

Dass man aus Tee Marmelade machen kann, hat Ingrid uns zuletzt mit einem geschenkten Glas Rooibusch-Rose - Konfitüre gezeigt.

Der Geschmack ist fein und tiefgründig, und angenehm süß. Die balsamischen, dunklen Noten des Rooibuschs verbinden sich mit den zarten Blütennoten des Rosenöl und Lavendels sowie den Fruchtnoten von Himbeere zu einem erstaunlich runden und eleganten Gesamteindruck. Eine Delikatesse!

Ingrid hat unseren Rooibusch-Rose - Tee verwendet, den wir mit echtem ätherischen Bio-Rosenöl auf Veilchenwurzeln aromatisieren. Unser fast kunsthandwerkliches Aromatisierungsverfahren ist von den alten Blütenpotpourris abgeschaut: wir fixieren die ätherischen Öle in Bio-Veilchenwurzelstückchen, so dass die Aromen lange halten.
Duft und Geschmack dieser Aromatisierung sind bedeutend feiner als mit herkömmlichen Aromastoffen. Die Aromen entwickeln sich erst nach einigen Schlucken Tee voll im Mund und hinterlassen einen angenehm runden und frischen Nachgeschmack.
Dazu nehmen wir eine hervorragende Rooibusch-Qualität vom Westkap in Südafrika, aus Wupperthal von einer Bio-Kleinbauernkooperative  - hier geht es zum Lieferantenportrait: http://www.heuschrecke.com/lief_wupperthal.htm .

Und hier folgt Ingrids Rezeptur zum Nachkochen:

 

 

 

Rooibusch-Rose - KonfitüreBio-Duftrose



Zutaten & Herstellung:

• 3 gehäufte EL Rooibusch-Rose Tee (Heuschrecke)
• 1 EL Lavendelblüten, getrocknet (Heuschrecke)
mit:
• 600 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen.


Den Sud und:

• 1 EL Balsamico-Essig und
• 100 ml Rotwein und
• 2 EL Zitronensaft (kein Konzentrat!) und
• 1 Tasse Himbeeren (frisch oder TK) und
• 350g Agavensirup (oder andere Süßungsmittel)



gut verrühren, und dannEdler Rooibusch-Rose - Tee von Heuschrecke aus kbA. Handwerkliche Aromatisierung auf Veilchenwurzel (trad. Verfahren).Der echte Lavendel aus Frankreich ist im Gegensatz zur Hybridpflanze Lavandin mehr grau als blau - aber sehr aromatisch. Hier aus kbA von Heuschrecke.



• 1 1/2  Tütchen (à 25g) "Für Konfitüre & Co" von "Biovita", gut einrühren.

Nach Packungsvorschrift kochen.


Vor dem Abfüllen in sterilisierte Gläser eventuell noch 2 EL Rosenwasser hinzufügen (dann aber noch 1 Mal aufkochen).


Gläser gut verschließen und 5 Minuten auf den Kopf stellen. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.





Gutes Gelingen wünscht

Ingrid

 


Rezept von SOBO, entwickelt und aufgeschrieben von Ingrid Küttelwesch.

 

 Ingrid Küttelwesch





Ingrid hatte vor einigen Jahren Praktikum bei uns gemacht, und bringt seitdem unsere Gewürze mit den Produkten von SOBO zusammen. Die Konfitüre ist zum Vergnügen zwischendurch entstanden.
SOBO ist eine alte Kölner Naturkost-Firma. Inhaber Uli Bergholz hat damals, so glauben wir, die Sojaschnetzel für Deutschland "erfunden". Später hat er dann wahrscheinlich den Pudding  erfunden, und vor Kurzem vermutlich auch noch die Gummibärchen.
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.sobo-naturkost.de

 





Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: rooibusch-rose, bio tee, bio kräutertee, lavendel, konfitüre
Anzahl Aufrufe: 3652
Heuschrecke
17.04.2012
11:51

Warum wird Tee teurer?

Hintergründe zur Preisentwicklung bei Bio-Tee

Europäische Hauptstadt



Seit ca. 2 Jahren ziehen die Teepreise weltweit stark an, und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Auch Bio-China- und -Indientees sind 2012/2013 deutlich teurer geworden.
Als KonsumentIn ist man versucht, Preissteigerungen auszuweichen - wir versuchen hier aufzuzeigen, warum das wahrscheinlich nicht weiterhilft.
Grund für die starken Erhöhungen im Bio-Bereich ist ein ganzes Bündel von Entwicklungen. Am Beispiel von China erläutern wir hier einige davon.







Eurokrise und Wechselkurse. Bezahlt wird der Tee in Euro. Gegenüber den chinesischen Rinminby bzw. Yuan (ebenso wie bei indischen Rupien, japanischen Yen) ist der Euro im Vergleich zum Vorjahr nochmal gesunken, was für die chinesischen Exporteure jetzt im Jahr 2012 allein 20% Verlust bedeutete, wenn nicht die Euro-Preise erhöht würden.


 





Europäische HauptstadtEntwicklungs- und Schwellenländer, Landflucht, Wanderarbeit. China boomt, bei steigenden Kosten und Inflation. Die Produktionskosten und Löhne haben sich innerhalb kurzer Zeit verdoppelt.
Dennoch geben immer noch viele Bauern wegen fehlenden Einkommens ihr Land auf und gehen als Wanderarbeiter in die Städte, der höheren Löhne wegen.
Auf dem Land werden infolge dessen mehr Arbeitskräfte angeworben - wegen der schwereren Landarbeit ist gute Bezahlung nötig, und "um die Freude, zu produzieren" zu erhalten, wie unser Teemakler es formuliert. Rapunzel hatte mal so eine schöne Plakatwerbung, die es trifft: "Bauern sind keine Bettler".








Europäische HauptstadtBio-Sicherheit und sicheres Einkommen. Die Existenzsicherung der Bauern ist nicht nur in einem Land wie China absolut notwendig, um die Sicherheit von Lebensmitteln herzustellen, besonders im Bio-Bereich. Die Initiative Fairbiotea gibt u.A. Geld für Maßnahmen, die die Bioqualität verbessern und konkret für die Bauern ein Zusatzeinkommen bedeuten, z.B. die eigene Kompostherstellung. In zugekauftem Bio-Kompost waren Rückstände von Chemikalien gefunden worden.












Europäische HauptstadtReparaturkosten für sicheres Bio. Ist Glyphosat im Tee die Antwort auf zu niedrige Teepreise?
Erst jetzt ist das omnipräsente Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat (Round Up, Monsanto) in den Fokus gerückt und das globale Ausmaß der Durchseuchung von Lebensmitteln allgemein durch Glyphosat bekannt geworden.
So erhalten die Bio-Teebauern von Fairbiotea jetzt einen Extra-Lohn für die rein manuelle Unkrautbeseitigung in den Teefeldern, um dieser Arbeit ihren gerechten Wert zu geben. Allein diese Maßnahme macht einen Mehrpreis von 0,50 EUR/ Kilo Biotee aus.
Schon grundsätzlich kostet Bio mehr. Es braucht z.B. viel mehr Arbeitskraft (und Löhne), eine Pflanzen von Hand mehrfach und immer zum rechten Zeitpunkt zu pflegen, als ein chemisches Präparat aufzubringen. So ist Preisdumping bei Bioprodukten immer kontraproduktiv, da Produzenten dann häufig keinen anderen Ausweg wissen, als verbotene chemische Substanzen einzusetzen, um keinen Verluste zu erleiden.
Unter folgendem Link sind auf der Fairbiotea-Seite die Bio-Mehrkosten einmal gut aufgeschlüsselt:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/assets/pdf/Hoehere_Kosten_Stand19112009.pdf








Europäische Hauptstadt

Teekultur kontra Niedrigpreise. Die chinesischen Teefarmen leben von der Vielfalt ihrer traditionellen Teesorten. Die höherwertigen und Spitzentees werden während der früheren Pflückungsperioden hergestellt  und zum großen Teil im Inland konsumiert (in China selbst werden für Tee insgesamt bessere Preise erzielt als im Export).
Darüber hinaus gibt es den "Resttee", einfache, typische Standardqualitäten, die aus späteren Pflückungen in Mengen produziert werden. Seit den 60er Jahren sorgt die chinesische Regierung in ihrem Devisenprogramm dafür, dass die Massentees mit subventionierten Lizenzen exportiert werden. Die erzielten Preise lagen damals wie heute unter den Produktionskosten der Teefarmen. Für konventionelle Farmen im Gesamtergebnis vielleicht noch tragbar - bei Bio funktioniert das nicht mehr.
In Deutschland sind vor allem diese Standard-Tees  bekannt, denn wegen der deutschen Preis-Rigidität finden höherwertige Tee leider zuwenig Nachfrage. So entsteht das Ungleichgewicht, dass Deutschland hauptsächlich China-Tees konsumiert, die nicht-kostendeckend produziert worden sind (erinnert an das innereuropäische Dilemma des deutschen Export-Überschusses). In anderen europäischen Ländern liegt die Wertschätzung für Teequalitäten vergleichsweise höher.





Globale Teeknappheit. Prosperierende "Entwicklungs- und "Schwellen"länder konsumieren ihre landwirtschaftlichen Produkte verstärkt selbst. Eigentlich gut. Für uns heißt das: seit 2 - 3 Jahren ist deutlich eine Verknappung der Teebestände bemerkbar, was sich ebenfalls preislich auswirkt. In den teeproduzierenden Ländern selbst wird aufgrund des steigenden Lebensstandards ca. 30% mehr Tee konsumiert, gleichzeitig importieren im Zuge der Globalisierung weitere Länder Tee, die dies bisher kaum getan haben: z.B. Osteuropa, Russland, asiatische und südamerikanische Länder.



Europäische Hauptstadt
Teure Qualitätsansprüche der Importländer. Die westlichen Qualitäts- und Bio-Standards verursachen in den typischen, deutlich ärmeren Agrarländern extreme Kosten.
Inzwischen übersteigen die Kosten von 10 - 15 Zertifizierungen, die den Teeproduzenten abverlangt werden, nicht selten die gesamte Lohnsumme aller Bauern.
Insgesamt ist es eine absurde Realität für Übersee-Ware mit zertifizierten Qualitäts- und HACCP-Konzepten sowie mehrerer Bio und Fair-Zertifizierungen (für die verschiedenen Importländer), dass die Bürokratiekosten mitunter den Wert des Lebensmittels übersteigen, ohne dass Bauern oder Konsumenten einen adäquaten Nutzen davon hätten.






Explodierende Laborkosten.
In agrarischen Ländern, wo unter Armutsbedingungen produziert wird, kollidieren die westlichen Qualitäts- und Bio-Standards zwangsweise mit den Alltagsbedingungen. Und dabei geht naturgemäß etwas schief. Im fairen Umgang zwischen Produzent und Importeur gibt es Beratungs- und Reparaturstrategien, aber es gibt auch immer höhere Analysekosten. Hinzu kommt, dass unsere Technik immer feiner und teurer wird  - man findet Substanzen, die man zwei Jahre vorher nicht buchstabieren konnte. Es gibt erschwerte Bedingungen durch den Klimawandel, Klimadruck, vermehrte Abdriften, Überflutungen aus konventionellen Feldern und verseuchtes Grundwasser, unwissentliche Kontaminationen und (nicht mal als häufigstes) manchmal auch einfach Betrug. In den letzten zwei Jahren haben sich die Laborkosten vervierfacht.



Europäische Hauptstadt
Verlust des Qualitätsniveaus. Eine gängige Strategie ist bei Preissteigerungen, auf die nächstniedrigere Qualitätsstufe auszuweichen.
Dies ist schleichend in den letzten 10 Jahren in Deutschland passiert. Kein Witz: das Teeniveau und damit die Fachkenntnis über Tee ist bei Bio-KonsumentInnen wirklich messbar gesunken. Wir haben es zunehmend schwer, Qualitäten, die über Standards hinausgehen, an den Mann und an die Frau zu bringen - und manchmal werden höherwertige Tees nur wegen ihres ausgeprägteren Geschmacks reklamiert.
Eine längerfristige Folge des Preisdrucks ist, dass die Einnahmen der Bauern nicht die Betriebskosten decken. Speziell im Teebereich wird die Kostendeckung hauptsächlich mit den hochwertigen Tees der beiden ersten Pflückungsmonate erreicht.
Ohne die Bereitschaft des Handels und der westlichen Verbraucher, für Qualität adäquate Preise zu bezahlen, bleibt ihnen nur die Möglichkeit, die Bioproduktion wieder aufzugeben (oder zu betrügen). Wir haben in Darjeeling, in China, und auch bei edlen Gewürzen wie Safran und Vanille in verschiedenen Ländern erlebt, dass Bauern und Farmen ihre Biozertifizierung in Phasen niedriger Weltmarktpreise nicht mehr verlängert haben/konnten.




Europäische Hauptstadt
Bio ist ein Versprechen. Ein Prozess - noch nicht die Lösung. In der globalen Welt gibt es zu viele komplexe Probleme, die kurzfristig nicht überwindbar sind. Kleines Beispiel: Pestizid S421 - auch so eine ubiquitäre Durchseuchung von Lebensmittel aufgrund staatlich verordneter Mücken & Malaria-Prophylaxe und Zwangsentwesung von Lager- und Wohnstätten. Wir müssen weiter am Bewusstsein von Produzenten - und eigentlich auch von Politkern - arbeiten.
Unsere Strategie ist: wir gestehen den Produzenten gerechte Preise zu, und auch eine Weiterentwicklung ihres Lebensstandards. Dafür bieten wir: keine perfekte Welt, aber Produktkultur: ein umfassendes Programm aller Qualitätsstufen. Bei unseren Standard-Tees, z.B. den Aktionstees, wählen wir gerne die höchste verfügbare Qualität aus. Als Fairbiotea-Partner arbeiten wir, sooft es geht, mit den 4 chinesischen Fairbiotea-Teefarmen zusammen. Für den bezahlten Preis bekommt man einen gerechten Gegenwert.
Wir sehen wie der Agrarbericht 2009 die (kleinbäuerliche) Bio-Landwirtschaft als wichtigsten Baustein zur Zukunftssicherung der Welternährung, und wollen dazu beitragen, dass "die Freude, zu produzieren" für die Bio-Bauern erhalten bleibt.




************************************
Die Fotos stammen nicht aus China, sondern aus einer europäischen Haupstadt.
Wer als erstes diese Hauptstadt errät, dem senden wir 1 x 100g eines erlesenen China-Fairbiotea-Tee zu.
Es gilt das Datum des Kommentars ... also los.


************************************








Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 2
Tags: bio-tee, china, bio, fair, fairbiotea, preisentwicklung, wechselkurse, qualität, biosicherheit
Anzahl Aufrufe: 5501
Heuschrecke
10.06.2011
14:24

Flugtee 2011 aus Indien+Japan

Kultur für Teefans, Sünde für Ökos

Edle Vorboten aus Indien und Japan

 


Wir bieten jedes Jahr einen Flugdarjeeling sowie einen Flug-Sencha (Shincha) aus kontrolliert biologischem Anbau an. Warum?


Argument dafür: als TeetrinkerIn im Nicht-Produktionsland nimmt man Anteil an einer Teekultur und -tradition, abseits von Massenpflückungen der späteren Pflückungsperioden, um die sich auch in der Naturkostbranche die Importeure bevorzugt reißen. Man kann es als Würdigung einer ganzheitlichen Teekultur beschreiben, denn jede Teeplantage produziert sowohl Tee im Spitzenbereich (vor allem die frühen Pflückungen) als auch im preiswerten Alltagsbereich. Sie sind darauf angewiesen, dass die VerbraucherInnen alle Qualitäts- und Preisstufen gleichermaßen abnehmen. Die Realität ist jedoch so, dass hohe Qualitäten kaum gefragt sind, und später unter Preis irgendwo untergemischt werden müssen. Der Flugdarjeeling gehört dazu, und ihn jedes Jahr in kleinem Umfang zu genießen, trägt dazu bei, die Teetradition des Herkunftslandeslandes zu erhalten (hier sägt sowieso schon Coca Cola dran ...)

Argument dagegen: Der Transport per Flugzeug ist energieaufwendiger als per Schiff, und aus ökologischen Gesichtspunkten  möglichst zu vermeiden.






Flugdarjeeling

 

Flugdarjeeling ist feiner, edler Tee der ersten Erntetage der 1. Pflückperiode (first flush) und wird erntefrisch eingeflogen.  Der Verkauf läuft bis Herbst, bis die Tees per Schiff eintreffen.
Passionierte Teetrinker warten alljährlich sehnsüchtig auf den frischen Frühlingsboten aus den Hochlagen Darjeelings. Nur aus den Hochlagen werden diese Top-Qualitäten erzielt.
TeegenießerInnen lieben und schätzen besonders das frische und sehr kraftvolle Aroma der ersten Pflückungen. Jeder einzelne Pflückgang hat seinen eigenen Geschmack und Charakter. Anfangs gibt es nur sehr kleine und kostbare Partien (DJ. / Invoice) von ca. 50 - 150 kg je Erntegang.


Wir haben uns dieses Jahr wieder für die sehr gute erste Pflückung (DJ1) der First Flush-Saison 2011 aus dem Bio-Teegarten Singell entschieden, der vor rund 20 Jahren auf "Bio" umgestellt hat. Dieser Garten liegt in ca. 1500 m Höhe in Darjeeling und liefert Spitzenqualitäten mit außerordentlichen Eigenschaften. Dieser Flugtee ist dieses Mal spritzig, dabei aber weich mit einem runden Geschmack, der an schmelzende Süße erinnert, mit extravagantem, hocharomatischem und zart-blumigem First Flush-Charakter.

Zubereitungstipp: Für den Aufguss benötigt man von dieser Pflückung ca. 10g Teeblätter und lässt den Tee ca. 2 Minuten ziehen. Am besten sollte gutes Wasser für solche hochwertigen Teesorten verwendet werden. Zum Beispiel gefiltertes Wasser oder St. Leonhardsquelle (still).






Bio-Teefeld in Japan, Kagoshima

Shincha Soshun - Flugsencha 

 

Auch in Japan gibt es jedes Jahr den Kult des Neuen Tees (Shincha heißt ‚Neuer Tee') und wird sogar noch stärker gepflegt als in Darjeeling. Die ersten Pflückungs-Durchgänge in der 1.Flush-Saison werden als Kostbarkeit gehandelt. Über dem ganzen Land liegt in dieser Zeit, wenn die Pflückungen wieder beginnen (Ende April/Anfang Mai) ein zarter, charakteristischer Grüntee-Duft.

Der Beginn der neuen Erntesaison und Einschätzungen der Teequalität sind Seite-1-Themen der Tageszeitungen. In den Teeläden werden Shincha-Feste gefeiert zu Ehren des neuen Jahrgangs.


Shinsha-Tee wird nach dem Dämpfen leichter getrocknet als normaler Sencha und ist deshalb wunderbar frisch und grün. Sein Aroma gleicht "einem Spaziergang durch einen erwachenden Teegarten", betört und erinnert an Lichee, Jasmin, grüne Algen. Per Flugzeug trifft eine kleine Menge als Vorbote ein, alle anderen Tees kommen ebenfalls per Schiff im Herbst.

Unser Shincha - Tee stammt aus Kagoshima und ist ein Kabusé - Halbschattentee. Er ist dieses Jahr natürlich auf radioaktive Belastung analysiert worden. Er weist keinerlei Radioaktivität auf: alle Werte liegen unter der Nachweisgrenze. Kagoshima liegt 1200 km von Fukushima entfernt, ganz im Süden.

In folgendem Beitrag beschreiben wir ein Shincha-Fest, das dieses Jahr bei der deutschen Partner- und Importfirma Shimodozono vom gleichnamigen Familienunternehmen in Kagoshima, von dem wir unseren Tee beziehen, stattgefunden hat: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2011/05/31/japan-3-shincha-fest.htm



Petra Prescher, Ursula Stübner


+++  AKTUELL  +++

Gerade erreichte uns der Link eines Spiegelartikels: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,767724,00.html   mit der Überschrift: Erhöhte Strahlung in Japans größtem Teeanbaugebiet. In einem "weit entfernten" Teeanbaugebiet ... usw.

Es handelt sich um Shizuoka, was von den relevanten Teeanbaugebieten Japans am nächsten an Fukushima liegt (was man im Artikel nicht erfährt). Erhöhte Werte waren hier zu erwarten. Allerdings ist auch dieses Gebiet differenziert zu betrachten:

"Bei den Untersuchungsergebnissen handelt es sich um den Aracha. Der ist vorgetrocknet und aus diesem werden verschiedene Teesorten hergestellt. Da der Aracha so nicht in den Handel kommt und weiter runtergetrocknet wird, ist die Relevanz der Ergebnisse umstritten. Es ist auch ein Steit zwischen der Zentralregierung in Tokio und der Praefektur-Regierung in Shizuoka ausgebrochen ob der Tee jetzt vermarket werden darf oder nicht. Bei den Werten gab es einige Ausreisser (der im Spiegel-Artikel natuerlich auch...) aber was sonst im Shizuoka-Tee gefunden wurde war maximal um die 100Bq/kg bei den frischen Blaettern und ca. 10-20Bq/kg bei dem verarbeiteten Tee."

So erreichte uns jetzt ein Kommentar zum obengenannten Artikel aus Tokio von unserem Bio-Partner aus dem Teeanbaugebiet Uji. Dort, in Uji, sei von behördlicher Seite weiterhin nichts gefunden worden.

 

Schwierig wird diese Verallgemeinerung im Spiegel-Artikel (und sicher noch weitere) für die Situation von Japan-Tees.

Selbstverständlich gelangen 2011er japanische Grüntees nur nach Analyse bei uns in Deutschland in den Handel, sodass Jede/r sich sicher fühlen kann.

Relevante Mengen 2011er Japan-Grüntees werden frühestens Ende August hier eintreffen.

Wir wollen mit unseren Informationen EndverbraucherInnen die Möglichkeit geben zu differenzieren. Die weiter entfernt liegenden Teeanbaugebiete Uji und Kagoshima sind bis jetzt unbelastet. Mit transparenten Informationen kann sehr gut weiter japanischer Grüntee konsumiert werden.

Japan-Produkte spielen eine kleine, aber feine Rolle im deutschen Lebensmittelmarkt, in der Naturkostbranche und bei uns. Seit dem Reaktorunglück berichten wir in Abständen über die dortige Situation und unsere Teelieferanten. Wir finden es wichtig, das Thema ‚Japan’ in der Öffentlichkeit „am Laufen zu halten“, aus Respekt für die Japaner, die – könnte man meinen – stellvertretend für die hochentwickelten Industrieländer das Atomunglück durchleben. Wir können nur hoffen, dass das, was wir jetzt an Japan lernen, nie anwenden werden müssen. Allein deshalb gebietet es sich eigentlich, öfter mal eine Schale kostbaren Japan Sencha Tee zu Ehren dieser alten, bemerkenswerten (Tee-) Kultur zu genießen - und Teebauern und Händlern Glück zu wünschen, was den Fallout angeht.          


22.6.2011   Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://edition.cnn.com/2011/WORLD/asiapcf/06/17/japan.green.tea/

Aktueller Bericht aus Japan zur Lage des Grüntees.




Heinz Gasper / Ursula Stübner

 




 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: flugdarjeeling, shincha, erste pflückungsperiode, bio-tee, teekultur
Anzahl Aufrufe: 4155