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(heupd): Europäischer Gerichtshof verbessert Gesundheit
Grundrecht auf medizinische Selbsthilfe festgeschrieben
STRASSBURG heupd | Der Europäische Gerichtshof hat das Grundrecht der Menschen auf medizinische Selbsthilfe festgeschrieben (AZ 4711/2009).
Gerade in Deutschland wurde dieses Recht durch restriktive Arzneimittelgesetze, getrieben durch Lobbyisten, ausgehebelt.
Die Bundesregierung ist nun verpflichtet, dieser Leitlinie zu folgen und bis zum 1.6.2010 entsprechende nationale Gesetze zu erlassen.
Das Arzneimittelrecht soll weitgehend überarbeitet werden. Für die VerbraucherInnen sind die wichtigsten Änderungen: Pflanzendrogen in getrockneter Form für den Teeaufguss unterliegen grundsätzlich nicht mehr dem Arzneimittelgesetz, sondern müssen frei verfügbar gehandelt werden.
Die Krankenkassen müssen nach dem Vorbild indischer NGOs freie Kurse zur medizinischen Selbsthilfe anbieten. us/hg
heupd - Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten
Dystopie
Ich lebe in einer Dystopie
Eine Dystopie ist laut Wikipedia die Geschichte einer Gesellschaft, die sich zum Negativen entwickelt hat.
Also ganz das Gegenteil der "schöner, schneller, weiter" Utopien meiner Jugend.
Als ich 14 war, träumte ich davon, später lichtschnell durch Sonnensystem zu reisen oder zumindest mit fliegenden Autos über kühn geschwungene Rampen zu fahren wie in Fritz Langs Film "Metropolis".
Real fahre ich jetzt morgens mit der S-Bahn S11 von Köln-Holweide nach Köln-Hansaring zur Arbeit.
Und das Bahn-Erlebnis wird von Jahr zu Jahr schlimmer.
Letzten Mittwoch hatte ich einen Arzttermin um 8 Uhr morgens.
Schon durch Erfahrung mit unpünktlichen Bahnen klug, nahm ich die Bahn um 7:40 Uhr, die mich in 20 Minuten zum Hansaring bringen sollte. Sollte.
Auf dem Gleis gegenüber stand ein Güterzug, weshalb meine Bahn S11 ausfiel. Dafür kam 10 Minuten später eine Bahn, die in keinem Fahrplan stand. "OK - besser als keine", dachte ich und stieg ein. Diese Bahn fuhr allerdings sehr langsam und auf Umwegen nur bis Köln-Haupbahnhof - wo ich dann von Gleis 6 hinunterlaufen mußte und auf Gleis 11 wieder hinauf, um die verspätete nächste S11 zu erwischen.
Beim Arzt war ich 10 Minuten zu spät und hatte dadurch 12 andere Patienten vor mir und eine Wartezeit von einer Stunde. Bis ich dann zur Arbeit kam, war ich schon 3 Stunden mit den Auswirkungen einer immer schlechter funktionierenden Gesellschaft beschäftigt.
Dystopie.
Mein Vater war Beamter bei der "Deutschen Bundesbahn" wie die Bahn AG früher hieß und es war selbstverständlich, dass die Züge pünktlich fuhren.
Wenn eine Verspätung eintrat, dann selten im regulären Ablauf, eher bei Fernverbindungen oder wenn ein Unfall passiert war. Mein Vater starb vor 9 Jahren und würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er wüsste, dass heute Verspätungen an der Tagesordnung sind und unter 5 Minuten gar nicht mehr genannt werden.
Immer wieder erfrischend sind die Ausreden, die in der Bahn angesagt werden, wenn der Fahrplan durcheinanderkommt: "wegen eines Oberleitungsschadens", "wegen Laub auf den Schienen" oder "wegen einer defekten Aussenscheibe" verzögert sich dann die Fahrt "um wenige Minuten". Manchmal hege ich die Vermutung, dass jeder Zugführer ein kleines rotes Heftchen mit Ausreden bei sich trägt. Dabei könnte man die meisten Gründe durch mehr Mitarbeiter und dadurch bessere Wartung von Fahrzeugen und Anlagen in den Griff bekommen. Hätte man doch nicht so viele Mitarbeiter entlassen...
Ich fahre 40 mal im Monat dieselbe Strecke - und im letzten Monat lag die Zahl der verspäteten S-Bahnen bei 80 Prozent. So habe ich mir die Zukunft nicht vorgestellt.
Was kann ich mit meiner Enttäuschung und Wut tun?
Bei der Beschwerde-Hotline der Bahn anrufen? Ich habe gehört, die Telefon-Nummer sei kostenpflichtig. Hallo? Ich soll auch noch bezahlen, um mich beschweren zu können?
Als aufgeklärter Konsument kann ich ja das Produkt liegenlassen und von der Konkurrenz kaufen. Hallo? Die Bahn ist de fakto immer noch Monopolist - da fährt niemand anders meine Strecke.
Was taten die Matrosen des Panzerkreuzers Potemkin, als sie verschimmeltes Brot zu essen bekamen: zettelten die russische Revolution an. Was geschah in Berlin im Februar 1968 aus Protest gegen den Vietnamkrieg: der SDS veranstaltete einen Kongress und fortan gingen die Studenten auf die Barrikaden. Was geschah aus Protest gegen die Apartheid in Südafrika? Südafrikanische Agrar-Produkte wurden in den 1980ern boykottiert, was zu einem Umsatzrückgang von ca. 13 Prozent führte und mit half, den Untergang des Regimes zu beschleunigen.
Wie könnten wir der Bahn klarmachen, dass das so nicht läuft?
Was wäre ein angemessenes Zeichen? Dem Zugführer mit dem Finger drohen? Mit einem selbst gemalten Transparent am Kopfende des Zuges stehen? Das Gespräch mit den Leidensgenossen suchen? Würden andere frustrierte Reisende sich solidarisieren? Oder muss ich zum alten Spinner mutieren, der monoton vor sich hinbrabbelt: "früher war alles besser..."
Alle Ideen sind willkommen.
Wolfgang Kurtz
ist Inhaber der Kölner Internet-Agentur
kpunkt.
Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.
Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.
Eine klare Anwort. Nordindische Kürzestgeschichte.
Bharatendu Harischtschandra: Eine klare Antwort
Als ein Bettler einen Reichen um Geld anging, sagte der Reiche zum Bettler:
"Hättest Du Dir von den Menschen Fähigkeiten statt Geld gewünscht, so wärst Du ein tüchtiger Mann geworden."
Prompt versetzte der Bettler:
"Ich erbettle nur das von einem Menschen, was ich in ihm sehe."
Die Kürzestgeschichten aus Nordindien, in ihrer Art zwischen Weisheits- und Schelmengeschichten, haben es uns angetan. Wir freuen uns über die Erlaubnis von Prof. Kapp, sie hier im Heuschrecke-Blog vorzustellen.
Bharatendu Hariscandra: Eine klare Antwort (1990), aus: Der Schmuck einer Frau. Kürzestgeschichten aus Nordindien. Ausgewählt, aus dem Hindi übersetzt und herausgegeben: Dieter B. Kapp. Shaker Verlag Aachen 2006; S.101
Prof. Dr. Dieter B. Kapp (geb. 1941), Indologe, zuletzt Professor an der Universität Köln, Übersetzer und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Werke, aber auch zeitgenössischer Literatur aus den verschiedenen Regionen und Sprachen Indiens. Träger der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Medaille und des Rabindranath-Tagore-Kulturpreises, und Künstler (Fotografie, Digitalkunst, Komposition).
Weihnachts - Ohrenkuss
Rosenmadonna & Weltgericht
Die Ohrenkuss-Redaktion arbeitet gerne mit Fachmenschen zusammen - da lernt man immer am meisten, vorausgesetzt sie sind besessen von dem, was sie tun: Leidenschaft in der Atmosphäre verhindert, dass die ZuhörerInnen einschlafen beim Vortrag und Workshop...
Eine solche Person ist Jutta Pöstges. Seit unzähligen Jahren enstehen in ihrer kreativen Kölner Werkstatt Kunstwerke: skuril und einzigartig, so wie sie und ihre KünstlerInnen.
Zwei Kolleginnen der Werkstatt Allerhand, Jutta Pöstges und zahlreiche Redakteure vom Ohrenkuss machten sich im Sommer 2009 auf den Weg um mehr über die Gemälde "Rosenmadonna" und "Weltgericht" von Stephan Lochner (1400-1451) zu erfahren.
In dem Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in Köln hängen diese einzigartigen Werke: Umwerfend, unbedingt reingehen.
Aber man hat einfach mehr davon, wenn eine Kennerin einem alles erläutert: Mit Fachwissen und Neugierde weckend.
Astrid Westerfeld (von der KoKoBe in Köln) begleitete und erklärte alles und jedes Detail, bis sie fast selber zusammenbrach. Ja, diese Erfahrung machen wir oft. Jeder glaubt zunächst, dass die Ohrenkuss-AutorInnen mit ihrem Down-Syndrom schnell schlapp machen. Nein - es ist genau anders rum, sie halten ewig durch, konzentrieren sich und genießen jeden Moment. Der Kollege Patrick Görres meinte mal: "Hast Du eigentlich eine Vorstellung, wie selten wir soetwas erleben? (eben ein Vortrag von einem besessenen Fachmann) Davon zehre ich noch viele Monate. Ich merke mir alles."
Nach dem Betrachten der Bilder von Stephan Lochner konnte sich die Redaktion zurückziehen und schreiben, zeichnen.
Da entstanden diese Texte (auch im Ohrenkuss "Paradies" nachzulesen) und erste Skizzen für ein einzigartiges Vasenprojekt: die Vasen werden jetzt in der Allerhand-Werkstatt in limitierter Auflage und in einer neuentwickelten Technik produziert. Wer noch kein Weihnachtsgeschenk hat, sollte sich informieren (siehe unten)!
Dr. Katja de Bragança, Herausgeberin
Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom.
Lieblicher Duft und Engelsmusik
Das Paradies ist so ein schöner Garten. Ich riche den liblichen duft
der Rosen und den sanften rasen die Engel spielen Musik es ist wie
im Himmel so reuch (ruhig) ganz hell sanften licht.
Ich schwebe als Mutter Gottes ganz für sorglich für das Kind auf
ihrem Arm es ist verspielt und glücklich im Paradies.
Christiane Grieb
Unreife Erdbeeren
Die Frau lebt in den Garten mit vielen Blumenarten und ist damit zufrieden
ich bin mit dem Gedanken bei den Engel sie Schweben oben und haben schöne Umhänge an.
Ich finde diesen Raum mit den schönen Blidern gut. Die Malerich hat Stefanlochner hat schön ausgedacht.
In Paradies sind viele Erdbeeren ungereift. Den Engel haben den frieden und schenkt den frieden. Über die Liebe in Paradies besteht unter einem Blid.
Martin Weser
Ein goldechter Schein
Das Bild vom Jesus Christus mit ihrer Mutter. Die sind in einem Bild.
Museumsbild ist ein altes. Das Aussehen vom Bild kann man erkennen und die Farben sind nicht mehr so hell.
Wir arbeiten in das Thema Paradies. Das Bild sieht grünisch aus.
Das Bild heißt "Muttergottes in der Rosenlaube".
Der heißt Stephan Lochner.
Die Engeln und die Rosenkranz, die mit Blumen gestrickt sind. Ich
glaube, dass die Muttergottes sehr gut in das paradiesvolle
Umgebung lebt. Das Leben sieht gemischt aus, weil die Engeln Musik
spielen. Ich glaube, dass die Muttergottes mit dem Sohne sehr gut zu
Recht kommt. Weil die Muttergottes mit ihrem Sohn heilig sind, weil
die ein goldechten Schein um den Kopf haben. Der Gott hat sich
gewünscht, dass sie heilig werden.
Johanna von Schönfeld, diktiert
Gut und böse
Die sind böse. Die Menschen sind rand und band. Und schlagen sich um sich. Auf den Steinen knien die gegenüber. Maria und Johannes der Täufer und die beten gegenseitig an Jesus, der soll die beiden helfen, um diesen Krieg zu beenden. Das Gericht ist in der Mitte. Der Jesus oben im Gericht sitzt, der entscheidet alles über die ganze Welt. Und behauptet auch, die ganzen Menschen sollen Frieden schließen.
Diese Hand gehört den Jesus, das zeigt, wie die armen und die guten Seiten sind. Weil die Engel sind gläubiger als die andere Seite, weil die packen unter die Arme, sonst sind die, die reißen rüber, diese Tiere, die packen dich auf die bösere Seite rüber.
Marcus Langens, diktiert
Es ist ernst
Die figuren die sind heilig. Der Johannes der Täufer mit der Muttergottes sind
Ebenso hat mit dem glauben zu tun. Der Gericht sagt Es wirklich Ernst.
Die Gewändern von den Engeln sind weiß und Gold.
Richtig Cool Erkennt mann.
Einige sind splitter Nackt die Immer was verliert.
Das feuer spielt auch ne wichtige Tradision die Im Mittelbungt steht.
Die Sache bleibt Ernst na ja auf jedenfall Ist es alles wahr.
Mit dem Weltgericht die vom Stefan Lochner Erfunden worde wahr richtig richtig Kraß Es hat mir gefallen.
Der Gericht meinte Eis kalt.
Johanna von Schönfeld
Weihnachtsgeschenk von Ohrenkuss und Allerhand


Die Vase
- 10 x 15 x 5,5 cm - die Maße orientieren sich an einer (Kunst-)Postkarte. Gefertigt aus Steingut mit Aufglasurdekor.
- Vorderseite: Paradies-Motiv von Birgit Meiser - Rückseite: Text von Susanne Kümpel.
- Edition in kleiner Auflage
- Verpackt in einem Stülpdeckelkarton aus Buchbinderpappe mit einer rosenroten Filzeinlage.
- zu beziehen bei: ALLERHAND Kreative Werkstatt / , GWK allerhand[at]gwk-koeln.de , 0221-5982618. Preisinfo: 28,00 € + Versand (3, 50 €), weitere Informationen bitte bei Werkstatt Allerhand erfragen.
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... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...
Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos.
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Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren:
www.ohrenkuss-ipeschl.de.
Fotos: Jo Schwartz,
www.joschwartz.com © Ohrenkuss
(heupd) Weltkindergerichtshof gegründet
Weltkindergerichtshof tagt im Web2.0
WEB2.0 heupd | Nach dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag und dem Weltgerichtshof gegen Wirtschafts- und Umwelt-Kriminalität in Kolkata gibt es nun ein neues Weltgericht: der Weltkindergerichtshof mit Sitz im world wide web.
Bisher unbemerkt von der Öffentlichkeit haben selbstbewusste Kindergruppen sich weltweit vernetzt und im Internet ein System von "Courtrooms" aufgebaut. Dazu wurde von Nachwuchs-Hackern Plattformen wie youtube und myspace aufgebohrt. Finanziell begleitet und unterstützt wurde die Aktion von der Gruppe Tokio Hotel, die nach eigenen Aussagen voll hinter dem Anliegen stehen.
Annika Langkous (13), Pressesprecherin und eine der Gründerinnen, erklärt, das Gebaren der Industriestaaten, sowohl bei den Weltwirtschaftgipfel als auch bei den Klimakonferenzen, habe "dem Fass den Boden ausgeschlagen". Schamlos würde überall Wirtschaftslobbyismus betrieben, und dabei die Umwelt und die guten Lebensbedingungen zerstört. Immer mehr Kinder hätten das Gefühl, ihre Zukunft werde durch korrupte Regierungen mit ungerechten Bildungs-, Transport-, Umwelt- und Sozialsysteme unangemessen stark beschädigt.
Die MitgliederInnen der Courtrooms sind zwischen 6 und 17 Jahren alt, können lesen, schreiben, surfen und kommen aus allen Erdteilen. Anklagen werden - so Annika Langkous, derzeit gegen verschiedene Wirtschaftskonzerne und Regierungen vorbereitet. Anders als bei herkömmlichen Gerichten legen die Kinder Wert auf eine 1:1-Wiedergutmachung bzw. nachhaltige Änderung. us/hg
heupd - Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten









