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Aufbrechender Frühling
Kathrin Franckenberg: Dancing Queens
Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von M. Cassou, USA ("Point Zero"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.
"Galumphierend:
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…" Kathrin Franckenberg
Bilder vergrößern = bitte einmal anklicken.
Messe-Vertretung: Pressedienst für unterbliebene Nachrichten
Quanten-Richter
Der in Köln lebende Künstler Gerhard Richter ist soeben 80 Jahre alt geworden.
Seit 2004 steht er (außer im Jahr 2009) auf Platz 1 der "Weltrangliste der lebenden Künstler".
Richters Schaffen ist äußerst vielseitig - er hat so ziemlich alle modernen Stile ausprobiert.
Er hat Fotovorlagen unscharf nach gemalt, hatte eine Grau-in-Grau-Phase, stellte Collagen zusammen und nahm sie wieder auseinander (Decollage).
In der Fortführung seiner Arbeiten "Farbtafeln" von 1966 und dem Werk "4096 Farben" das 6 Jahre später entstand, schuf er 2006 ein Fenster für den Kölner Dom, bestehend aus 11.500 Quadraten aus mundgeblasenen Glasscheiben
in 72 unterschiedlichen Farben, deren Eindruck sich durch den wechselnden Lichteinfall von außen ständig verändert.
Ich habe das Fenster schon oft bewundert und fotografiert – sehenswert!
Richter wurde vom Kölner Erzbischofs Kardinal Meisner für das abstrakte Farbspiel heftig kritisiert, das Fenster passe eher in eine Moschee.
Dabei ist der evangelisch erzogene Richter heute Atheist...
Was viele nicht wissen:
Sein Kirchen-Fenster im Kölner Dom mit den farbigen Glasflächen war nur der Vorläufer zur Erfindung einer komplett neuen Kunstrichtung.
Seit einigen Jahren schon arbeitet Richter an einer virtuellen Anwendung für das Internet-Zeitalter.
Er nennt die Markierungen, die (leider oft nur in einer günstig zu druckenden Schwarz-Weiss-Version) mittlerweile auf vielen Plakaten und Werbeträgern zu sehen sind: QR-Codes.
Das "Q" steht für die Quantisierung von Informationen und das "R" natürlich für den Namen des Künstlers.
Das genial interaktive am Sujet ist, dass wir mit Hilfe moderner "Apps" (zum Beispiel das kostenlose "Barcoo" für iPhones oder Android-Smartphones) die im Kunstwerk enthaltenen Informationen auslesen und direkt anwenden können.
Das können kurze Texte sein ("Kunst ist forschende Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit") oder Internet-Links zu Videos oder Installationen.
Wikipedia meint dazu: "Gleichzeitig integrieren sie Betrachterin und Betrachter in das Werk und machen sie zu Akteuren im Bild, plädieren gegen die Idee des autonomen Kunstwerks."
Sogar das Nachrichten-Magazin Spiegel druckt die QR-Codes mittlerweile oft am Ende der Artikel, um mit ein wenig künstlerischem Sahnehäubchen den sonst eher nüchternen investigativen Journalismus zu erhellen.
Wenn Sie also in den nächsten Tagen die Quanten-Richter-Codes irgendwo sehen, zücken Sie ruhig ästhetisch beseelt Ihr Smartphone und entdecken Sie die Information hinter der Kunst.
Nicht alles ist so, wie es scheint...
Wolfgang Kurtz
ist Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur
Kpunkt.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.
Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.
Ohrenkuss: Tiere
wenn man einfacch in der Nähe hat / das ist schön
Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.
Dieser Beitrag erscheint demnächst in DAS BAND (
www.bvkm.de)
"Die Liebe zu Tieren verbindet behinderte und nicht behinderte Menschen" (Carina Kühne)
Mit Texten von Veronika Hammel, Judith Klier, Carina Kühne, Björn und Brigitte Langenfeld, Anna-Lotta Mentzendorff, Antonio Nodal, Maria Trojer und Martin Weser
Das Ohrenkuss-Team liebt alles, was mit dem Thema Tiere zu tun hat - so geht es fast allen Menschen. Daher war die Freude (und Dankbarkeit) groß, als die Aufforderung der Redaktion von DAS BAND kam, einen Beitrag zu schreiben. Das Problem: gleichzeitig schreiben die Ohrenkuss KollegInnen auch für den Ohrenkuss (natürlich) und zwar zum Thema "Skandal" (so heißt die Ausgabe im Frühjahr 2012). Also entstanden nicht nur Texte zum Thema Tierliebe, sondern auch über den skandalösen Umgang mit Tieren.
"Wir haben genug Haustiere zu Hause 2 Katzen eine heißt Hermine und Sir Harry die sind Eifersündtig." Das schreibt der Autor Martin Weser mit der Hand (wie immer) und ergänzt:
"Sir Harry wollte mit Hermine spielen dann fängt Hermine zu fauchen."
Martin Weser hat das Glück, auf dem Land zu leben: "Und wir haben Tiere draußen ein Gans und Hühner und meine Hühner Black und Waid die sind glücklich. Tier sind wunderschön."
"Mit den Tieren bin ich groß geworden" diktiert auch sein Kollege Björn Langenfeld. Und zwar "Bei Großeltern immer viele Tiere: Schäferhund, Katzen, Papagei, Vögel, Kaninchen, Fische, Enten."
Ohrenkuss Fernkorrespondentin Maria Trojer aus Tirol beobachtet Tiere ganz genau, sie schreibt ihren poetischen Text mit der Hand:
"Katzen haben es fein. Können Vögel Mäuse fangen. Untertags da schlafen sie. Jedesmal zum Fressnapf gehen. Denn so ist es im Katzenleben. Eine weiße Katze wird vom Schnee gebaut."
Aber, so geht es weiter: "Und die Maus lacht. Streckte ihre Zunge raus. Nun steht eine Eisstatue da. Von dieser frechen Maus."
"Tiere gibt es viele in meinen Leben"
schreibt Judith Klier in einer Mail an die Redaktion "die ich gerne mag / die ich gerne zum streicheln zum gern haben und zum knuddeln hab / die sind das die Leben in der Freie Natur / die auch Menschen sind / die es auch so sind wie wir in täglichen leben / die konnen auch sterben wie wir / wenn man älter werden / das gehört zum Leben da zu / dieses Artikel schreibe ich gerne weil es um Tiere gwht / in dem man sich sehr fülllt / da bei wie es den Tieren geht / wenn man einfacch in der Nähe hat / das ist schön / Tiere sind sehr wichtig / das die ein Leben sehr viel da zu haben was sie auch dann tun könen im hohen alter / danke."
"Meine Katze Filou", so beginnt Anna-Lotta Mentzendorff ihren Text, den sie selbst auf dem Computer geschrieben hat. Auch sie beobachtet ihr Haustier genau:
"Ich habe eine Katze sie trinkt Wasser und sie isst Trockenfutter . Und manchmal Fleisch. Sie geht immer raus zum Maüsefangen. Ihr Name ist Filou. Manchmal ist sie auch nerfig: da kratzt sie nachts
Immer an der Schafzimmertür weil sie in mein Bett will; und sie ist auch
Komisch, denn dann pinkelt sie ins Haus, z.B. in das Zimmer von meiner Mutter
oder auch in Papas Zimmer und in meins. Und das stingt ziemlich ekelig. Manchmal
Ist Filou witzig: dann steigt sie in den Geigenkasten von Mamas
Schülern und will ihn nicht mehr verlassen, weil sie es so gemütlich findet. Das ist das Leben von unserer Katze."
Den Dingen auf den Grund geht auch Antonio Nodal, Spanier und Ohrenkuss-Autor. Er diktiert:
"Das Ei bringt der Osterhase. Ein Ei ist ein falsches Ei. Der Osterhase versteckt die Eier zu Hause. Zwölf Eier bringt der Osterhase." Die Erinnerung an Kindertage lässt ihn sicher wissen: "Die Eier kommen von den Hühnern. Ich liebe Eier. Hühner können fliegen. In Spanien hatten wir Hühner und einen Hahn.".
Seit dem Sommer 2011 gibt es eine Ohrenkuss-Vogelgruppe. Sie haben sich der Wette gestellt, bis Ende 2012 zwanzig einheimische Vögel erkennen zu können. Bisher wurde an der Elster, dem Spatz und der Stockente gearbeitet.
Die Stockente nahm Brigitte Langenfeld zum Anlass, der Redaktion eine Geschichte zu erzählen - aus einer Zeit, als der Ohrenkuss Autor Björn Langenfeld noch so jung war, dass er noch keine Texte diktieren konnte:
"Liebe Katja, leider kann ich erst am kommenden Wochenende mit Björn zusammen einen Tier-Text schreiben. Ich werde ihn natürlich "so kurz wie möglich" mit ihm verfassen. Aber ich erzähle Dir schnell die Geschichte: Mein Vater ist ein sehr großer Tierliebhaber. Er hatte immer viele Tiere und einige auch jetzt noch. So hat mein Vater vor Jahren Stockenten-Küken, deren Mutter von einem Auto totgefahren wurde, großgezogen. Von diesen 4 Küken ist nur noch "Julchen" da, die seit Jahren im Haushalt meines Vaters lebt. Sicher findest Du es ungewöhnlich (ich auch), aber mein Vater kann sich nicht von dem Tier trennen. Erst seit einigen Monaten haben wir es geschafft, dass Julchen nicht mehr durchs Wohnzimmer läuft bzw. dort auch lebt. Mein Vater hat es murrend akzeptiert, dass Julchen jetzt "draußen" im Hof leben muss. Mal sehen wie es im Winter ist. Damit möchte ich sagen, dass Björn quasi mit einer Stockente "groß geworden" ist. Ich habe mit ihm schon gesprochen, dass wir für den Ohrenkuss was schreiben müssen und er hat kurz und bündig gesagt: Ente läuft in Wohnzimmer, kackt auf Teppich, ich schreie "raus". So schreibe ich natürlich nicht mit ihm, ich wollte es Dir nur mal erzählen.... LG Brigitte"
Der Sohn Björn Langenfeld jedoch hat heute einen anderen Blickwinkel als sein Mutter. Er eröffnet die unangenehme Seite des Thematik und diktiert: "Tiere quälen und verletzen, Tiere Angst haben, Tiere nicht jagen."
Sein Kollege Antonio Nodal ist seiner Meinung. Als Spanier ist er auch Fachmann und diktiert seine Meinung zum Thema Stierkampf:
"Ich denke, da kommt der Stier mit den am Bauch unten, das ist sehr gefährlich. Ich nicht gut, ich mag das nicht, den spanischen Stier. Der Stierkämpfe springen über den Zaun, da ist gefährlich."
Carina Kühne äußert sich auch zu der skandalösen Seite und schreibt auf dem Computer, wie immer:
"Ich finde, dass es ein Skandal ist, dass Geflügel und auch andere Tiere regelmäßig mit Antibiotika behandelt werden."
Ihre Kollegin Veronika Hammel, Mongoleireisende und 100% Tierfreundin gerät bei dem Thema in Rage. Sie hat recherchiert und per Hand einen Beitrag aus der Krone-Zeitung abgeschrieben:
"Milliardenwetten wichtiger als Wohlergehen der Tiere. / Ein Skandal rund um Wundhund-Rennen / die Entsorgung die Tiere die schon mit dreieinhalb bis Fünf Jahren Als zu alt Für den Sport gelten / Erschuttert zuzeit Grossbrttanmien. / Die Zeitung The Sunday Times veröffentlich Videoaufnamen des etwa 50 jahrigen David Smith der Windhunde mit einem Bolzenschussgerät Erschossen und in seinem Feld begraben hat. / Der Mann sol in 15 Jahren über 10.000 Tiere auf diese Art beseitigt haben. / Der Baustoffhadler David Smith handelte offenbar nicht Einmal gegen britisches Recht / wer eine Zulassung Für ein Bolzenschussgerat besitzt darf dort nämlich Tiere töten. / Smith erkärte das er auf Etwa 4.000 Quadratmeter grossen Feld seit 15 Jahren Windhunde für verschiedene Trainer beseitigt / es dauere Etwa drei jahre bis das Feld / Er hat die Tiere mit einem Bagger dort vergraben - Voll sei so innerhalb Eines Jahres sind die Körper weg / ich brauche ungefähr drei Jahe Enmal quer über das Feld zu komme und wenn ich dan durch Bin kann ich wieder von Vorne anfangen und es sind nur ein Paar wenige Knochen übrig / sagte Smith.
Pro Jahr verschwinden in Grossbritannien Etwa 12.000 junge Windhunde obwohl sie Ein Alter von zwölf bis 14-Jahren erreichen können.
Smith hat mit seinem grausamen Geschft wol nicht schlecht verdient / immerhin verlangte Er umgerechnet 15 Euro Pro Tier / obwohl diverse Mitglieder von Windhund Rennverbanden inzwischen ihr Bedauern über die Zustände ausgedrückt haben / werfen ihnen Insider das Billigen diese Praxis - und das seit Jahen - vor / Immerhin werden Mit Wetten auf Windhundrennen Pro Jahr umgerechnet 3,6 Milliarden Euro in Grossbritannien verdient.
Smith ist selbst Hundebesitzer / Nachdem sich die Undercover-Journalisten zu erkennen gegeben und Smith mit ihren Aufnahmen konfrontiert hate - gab dieser an / mit dem Töten von Hunden aufhören zu wollen.
Er hätte die Tiere schliesslich nur aus humanen Grunden Erschossen. Er selbst hält übrigens zwei Rottweiler."
Rottweiler und Schäferhunde sehen manchmal gefährlich aus, viele Menschen haben Angst vor ihnen. Carina Kühne jedoch zeigt in ihrem Beitrag auf, dass "Tiere helfen, Berührungsängste abzubauen". Sie teilt ihre Beobachtungen und Gedanken mit uns:
"Wenn ich unterwegs bin, schaue ich immer, ob ich andere Menschen mit Behinderung sehe. Ich achte darauf, wie man mit ihnen umgeht.
Oft bemerke ich, dass hinter einem behinderten Menschen getuschelt wird und die Leute vor ihm die Straßenseite wechseln. Einmal hörte ich sogar jemanden sagen: "Ich mag keine Behinderten und will nichts mit ihnen zu tun haben!"
Wenn ein behinderter Mensch einen niedlichen kleinen Hund bei sich hatte, wurde die Aufmerksamkeit dem Tier gewidmet und man unterhielt sich sogar miteinander.
Als ich im Altenheim arbeitete, fiel mir auf, dass viele Bewohner sehr verschlossen und kaum noch ansprechbar waren. Nachdem dort regelmäßig Hundebesitzer mit ihren Tieren zu Besuch kamen, blühten sie auf, streichelten die Hunde und nahmen sogar wieder an Gesprächen teil.
Die Liebe zu Tieren verbindet behinderte und nicht behinderte Menschen. Diese Erfahrung machte ich auch mit meinem Hund. Durch ihn hatte ich viel mehr Kontakt zur Außenwelt und mehr Freunde. Immer, wenn wir spazieren gingen, wurden wir in Gespräche verwickelt. Leute, die mich normalerweise ignoriert hätten, freuten sich, wenn wir uns trafen.
Mein Hund spürte auch immer, wenn ich traurig war und tröstete mich. Meine Kusine erlebte das mit ihrer Katze.
Auf Blindenfreizeiten waren die anderen Gäste den Blinden gegenüber oft sehr reserviert. Einmal hatten zwei Frauen ihren Blindenhund mit. Da gab es keine Berührungsängste sondern viel Interesse an der Arbeit der Hunde. Wenn sie nicht im Dienst waren, durften wir auch mit ihnen spielen.
Während meines Praktikums in einer Schule für praktisch Bildbare fuhren wir einmal in der Woche zum therapeutischen Reiten. Da bemerkte ich, dass die Pferde den Schülern gut taten. Die Kinder freuten sich und machten dadurch Lernfortschritte in der Schule.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass selbst autistische Kinder, die gar nicht ansprechbar waren, durch eine Delphintherapie sprechen lernten und keine Angst mehr vor der Nähe ihrer Mitmenschen hatten.
Ich bin sehr glücklich, dass wir unsere Tiere haben!"
Diese Tierdiskussion, die sich zwischen Tierbeobachtungen, Kritik an Tierskandalen und essbaren Tieren (siehe KASTEN) bewegt, möchten wir mit Arco beenden. Wer ist Arco?!
Carina Kühne erklärt es uns:
"An einem Samstagabend im März 2000, bekam ich eine große Überraschung. Als ich im Bett lag und schlafen sollte, hörte ich ein leises Fiepen und Winseln. Schnell sprang ich aus meinem Bett und rannte so schnell ich konnte aus meinem Zimmer. Da sah ich ein ganz goldiges kleines Schäferhundbaby mit Schlappohren. Gleich nahm ich es auf meinen Arm und streichelte es immer wieder.
Die erste Nacht durfte unser Hundebaby bei meinem Bruder schlafen. Weil der kleine Racker ständig jaulte und meinem Bruder die Bettdecke wegzog, hatte dieser eine schlaflose Nacht.
Am nächsten Tag gaben mein Bruder, meine Tante Katharina und ich ihn den Namen "Arco."
Arco folgte mir immer auf Schritt und Tritt. Deshalb holte ich die Leine und wollten mit ihm spazieren gehen.
Zuerst, wollte er nicht an der Leine laufen. Da musste ich immer mit dem Futternapf vorlaufen, damit er sich von meinem Bruder an der Leine führen ließ. Später holte er seine Leine selber wenn er spazieren gehen wollte. Wenn wir ihn aufforderte uns die Schuhe zu bringen, brachte er meiner Mutter, meinem Bruder und mir nacheinander die richtigen Schuhe.
Schon als er ganz klein war holte er sich riesige Baumstämme und legte sie uns vor die Füße.
Er liebte das Wasser und war nicht mehr zu halten, wenn wir in die Nähe von einem Teich oder Fluss kamen.
Vögel liebte er besonders. Wenn wir an einer Voliere vorbeikamen, blieb er stehen und schaute die Vögel an.
Wenn er Krähen auf dem Feld sah, rannte er hinterher.
Arco, half meinem Bruder Tobias auch immer bei der Gartenarbeit. Wenn Tobi frische Blumen einpflanzte, buddelte Arco sie aus und legt sie vollkommen zerrupft vor die Haustür. Da Arco ein fleißiger Lehrling war, half er auch bei der Teichpflege. Wenn mein Bruder das alte Schilf abschnitt, brachte Arco es zum Kompost. Selbst als Tobias mit der Arbeit fertig war, arbeitete Arco weiter und holte alle Pflanzen die er kriegen konnte heimlich aus dem Teich.
Wenn der Postbote die Post brachte, rannte Arco ihm entgegen und nahm ihm die Briefe ab. Er war sehr stolz, wenn er uns die Post überreichte.
Unsere Nachbarn zwei Häuser weiter haben eine Hündin aus dem gleichen Wurf. Es war zu schön, wenn die zwei miteinander spielten.
Wenn wir eine Tiersendung im Fernseher anschauten, kroch unser Arco fast in den Fernseher und war ganz gespannt. Waren keine Tiere mehr zu sehen, so verschwand er.
Mein Knuddelmax merkte immer, wenn ich traurig war und tröstete mich.
Immer wenn eine Feuerwehrsirene zu hören war, jaulte er mit und alle Leute drehten sich zu ihm um und fingen an zu lachen.
Arco war ein wunderschönes Tier und viele Leute bewunderten ihn.
Wenn ein Filmteam zu uns kam und ich gefilmt werden sollte, wurde Arco auch immer gefilmt.
Wenn es ein Fotoshooting bei uns zu Hause gab, wurde Arco auch fotografiert.
Darüber bin ich sehr froh, weil ich nun eine sehr schöne Erinnerung an ihn habe.
Im Mai letzten Jahres musste er leider eingeschläfert werden, weil er einen großen Milztumor und leider auch schon Metastasen im Gehirn hatte.
Darüber bin ich sehr traurig und vermisse ihn immer noch sehr."
Carina schreibt hin und wieder für Ohrenkuss. Sie hat auch einen eigenen Blog:
http://carinasblog.de/
Zusammengestellt von Katja de Bragança
www.ohrenkuss.de
Mehr über die Ohrenkuss-Vogelwette erfahren Sie hier:
http://www.facebook.com/Ohrenkuss
Fotos © Ohrenkuss. Fotos mit Arco: Eva Haeberle

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...
Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos.
www.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter: Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren:
www.ohrenkuss-ipeschl.de.
Heiliger des Monats Februar: Paul Miki
6. Februar: Paul Miki
Schöne Geschichten für das Unterbewusstsein bzw. die archaische Psyche. Das katholische Christentum und insbesondere der rheinische Katholizismus bietet mit seinen unzähligen Heiligen einen ähnlich guten psychologisch-spirituellen Service wie unser altes Kelten- und Germanentum (zum großen Teil wurden deren (Natur-) Gottheiten dem spröden Monotheismus zunutze gemacht).
Und manche Geschichten zeigen, wie sehr Religion von Politik durchwoben ist.
Einer der Schutzpatrone Japans.
Als am 09. August 1945 um 11.02 Uhr über der japanischen Stadt Nagasaki eine amerikanische Atombombe explodiert, ist das Hauptziel eigentlich ein Rüstungsbetrieb der Firma Mitsubishi. Tatsächlich liegt im Zentrum der alles tötenden, alles zerstörenden Explosion eine der wenigen katholischen Kirchen Japans, erst 20 Jahre zuvor fertiggestellt. - Zwei Botschaften des Westens an die Welt, die spirituelle der Liebe unter den Menschen, und die politische der Dominanz durch technische Überlegenheit, treffen in der Vernichtung aufeinander.
400 Jahre vor diesem Tag des Schreckens war Japan auf dem besten Weg, ein ganz und gar christlicher Staat zu werden. Nach den Anfängen durch Franz Xaver (siehe Heiliger des Monats Dezember 2011) hatten sich Jesuiten und Franziskaner sehr bemüht, und die Message der Liebe, des Ausgleichs, der Gemeinschaft der Gotteskinder gefiel im Land der aufgehenden Sonne so ganz und gar, daß die Missionare mit der gewünschten Unterrichtung kaum hinterherkamen. Ganze Gegenden im Süden Japans wenden sich dem Christentum zu, von den einfachen Bauern bis hin zu den herrschenden Schichten. Gepredigt wird in der Landessprache, japanische Sitten werden integriert, einige Jahrzehnte geht das so erstaunlich friedlich.
Zwei Botschaften des Westens an die Welt - die eine will man schon, die andere jedoch nicht. Die autokratischen Militärmachthaber Japans schauen irritiert auf die südlich benachbarten Philippinen. Auch dort breitet sich das Christentum mit überwältigendem Tempo aus - aber zugleich werden diese Inseln mehr und mehr zu spanischen Kolonien. Diese Entwicklung läuft dabei weniger als Eroberung ab, die Spanier integrieren die alten Eliten in Ihr System - und die Wirtschaft kommt dabei mächtig in Schwung. Importe quer über den Pazifik aus dem ebenfalls spanisch beeinflußten Mexiko, Handel mit China und ganz Südostasien, Exporte in alle Welt.
Die Bürger Japans wollen genau das auch: Christentum und mehr Wohlstand für alle durch Globalisierung. - Bis hier hin ein Märchen, fast schon zu schön. Die Realität holt uns ein. Angst vor zu großem Einfluß fremder Mächte, Neid auf den neuen Reichtum der christlichen Provinzen, die Möglichkeiten purer Gewalt: der Shogun, Japans Herrscher, beschließt die Ermordung der führenden Köpfe der christlichen Gemeinden, die Ausweisung aller Ausländer, die Unterdrückung der daraufhin teils aufständischen südlichen Provinzen. Wie in den schlimmsten Zeiten des römischen Reiches ist das Christsein unter Todesstrafe verboten. In den nächsten Jahrzehnten sterben zehntausende, ein kleiner Rest (die "verborgenen Christen") bleibt durch die Jahrhunderte beim Glauben, offenbart sich erst in freieren Zeiten.
Paul Miki, unser Heiliger des Monats, ist nur einer von vielen Märtyrern. Sein Vater, ein in Japan bekannter Kriegsheld, ist unter den ersten Getauften, sein Sohn wächst schon als Christ auf, wird Jesuit und erfolgreicher Prediger. Nach der Verhaftung treibt man ihn und zwei Dutzend andere japanische und fremde Christen unter ständigen Quälereien in bitterer Kälte von Kyoto über 900 Kilometer barfuß nach Nagasaki, der Hochburg des christlichen Japan. Dort werden sie alle am 05. Februar 1597 um 10 Uhr morgens öffentlich gekreuzigt. Trotz Ausgangssperre an diesem Tag kommen 4.000 Menschen, um mit den Märtyrern zu beten.
In der Folge isoliert sich das Land komplett, igelt sich ein, hegt und pflegt einen völlig überspannten Nationalismus (man hat ja keinen Vergleich), der im 20. Jahrhundert schließlich die Grundlage für eine Herrenmenschen-Ideologie bildet, die ganz Ostasien unter die Fuchtel zu zwingen versucht, nur in Hitler einen Verbündeten findet - und, siehe den Anfang des Artikels, katastrophal scheitert.
Der lange, tödliche Bann gegen alles Christliche wirkt in Japan heute noch nach - in kaum einem Land der Welt gibt es so wenige Christen, wohl nur 1% der Bevölkerung.
Gern wird heute ja "regional" als positives Gegenbild zur bösen Globalisierung verstanden - und natürlich ist es wahr, daß das Zusammenwachsen der Welt Streß macht. Aber genau dieses Einswerden unseres blauen Planeten ist der Traum für unsere Zukunft, nicht dumpfbackig-engstirniges Hinter-dem-Ofen-hocken, schon gar nicht sich abschottender Nationalismus.
Peter Kirwel

Peter Kirwel
macht hauptberuflich den Vertrieb bei
Viana/Tofutown.com, und hält nebenberuflich die traditionellen katholischen Prozessionsbräuche (die eigentlich die ganz alten Kulte fortführen) in seinem Eifeldorf am Laufen, auch eine Punkzeit soll es gegeben haben.
Köln geht in die 5. Session
Kathrin Franckenberg: Scham und Unschuld
... Köln fiebert in der 5. Session...
Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von M. Cassou, USA ("Point Zero"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.
"Galumphierend:
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…" Kathrin Franckenberg
Bilder vergrößern = bitte einmal anklicken. Der kreative Künstler überschreitet hin und wieder die Begrenzung des weißen Blattes ...












