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03.12.2017
09:32

Buchrezension: Achim Priester - Das goldene Birkenzweiglein

Buchrezension: Achim Priester - Das goldene Birkenzweiglein

 

 

Der Zwerg mit der roten Zipfelmütze

 

In einem fernen Königreich, irgendwo am Meer, begab sich eine kleine Prinzessin, die bestimmt nicht älter war als vier oder fünf, an den Strand eines Meeres und ging dort spazieren. Sie war schon oft mit ihrem Vater dort gewesen und beide saßen dann auf einem Stein, der vom Strand Richtung landeinwärts auf einer kleinen Anhöhe, die man Düne nannte, vereinsamt lag. Von dort aus blickten gar oft König und Prinzessin auf das weite Meer hinaus und lauschten auf die Brandung, wie die Wellen zischend mit weißem Schaum an den Strand gespült wurden. Aber sehr oft hatte der König leider keine Zeit dazu, um dort auf dem Stein zu sitzen und sich das Meer zu betrachten. Schließlich musste so ein König auch sein Land regieren. Da durfte die kleine Elisa, so wurde die Prinzessin gerufen, dann auch alleine an den Strand gehen. Eines Tages traf sie dort einen Zwerg, der sehr traurig war und als Elisa ihn fragte, was er denn habe, antwortete er: „Ach, ich habe meine rote Zipfelmütze verloren und finde sie nicht mehr. Gerne möchte ich sie wieder zurückhaben.“ Elisa beruhigte den traurigen Zwerg wieder und sagte: „Sei nicht traurig, wir werden deine rote Mütze schon wieder finden. Schließlich ist mein Vater König und ein König muss doch alles wissen, da wird er sicherlich wissen, wo deine rote Zipfelmütze abgeblieben ist. Warte hier, bis ich zurück bin. Ich gehe zu ihm hin und werde ihn fragen.“ Gesagt, getan! Elisa ging zum König, erzählte ihre Geschichte und fragte ihn schließlich, wo die rote Zipfelmütze abgeblieben sei. Da antwortete der König schließlich, obwohl er mitten in einer wichtigen Besprechung war: „Hast du schon unter den Stein geguckt, auf dem wir immer sitzen und dabei auf das weite Meer schauen?“ Elisa schüttelte den Kopf und der König antwortete darauf: „Dann tu das bitte!“ Elisa ging wieder zum Strand und beide, sie und der Zwerg, gingen dann zu dem Stein und schauten darunter. Aber dort lag die Zipfelmütze nicht. Da wurde der Zwerg wieder traurig. Aber Elisa ließ es nicht zu, dass der Zwerg wieder mit Weinen anfangen wollte und sagte leise zu sich selbst: „Ich kann es einfach nicht verstehen, dass mein Vater sich geirrt haben sollte. Ein König irrt sich doch nie. Am besten ist es jetzt, ich frage ihn zum zweiten Mal.“ Dann wandte sie sich wieder dem Zwerg zu: „Sei nicht traurig, ich und mein Vater werden deine rote Zipfelmütze schon wiederfinden.“ Mit diesen Worten rannte sie hastewaskannste wieder zu ihrem Vater und erzählte ihm alles. „Ei“, sprach der König, „dann wird es wohl am besten sein, wenn ich auch mit zum Strand komme und auch unter diesem Stein mal nachschaue.“  Gesagt, getan!

...

(S. 32)

 


 

Buchcover: Goldener Birkenzweig

 

Das goldene Birkenzweiglein

 


Das Buch ist toll. Ganz einfach, ohne viel drum rum, möchte ich das so sagen. Es berührt, es erzählt, es lehrt und es erfreut.

Das goldene Birkenzweiglein ist ein Buch, das nie geplant war, doch bin ich froh, dass es existiert. Es ist eine Sammlung von kleinen, wirklich schönen Märchen von Achim Priester, die dazu geschrieben wurden, Kinder zu erfreuen. Nun bin ich in manchen Zügen kein Kind mehr, doch hat es auch bei mir gewirkt. Denn obwohl Märchen meist für Kinder geschrieben wurden, können sie auch im Erwachsenenalter noch viel Freude bringen.

Achims Märchen sind auf eine Art sehr einfach: Leicht, kurz und gut verständlich. Sie sind ja auch für Kinder geschrieben. Doch gleichzeitig schafft er es, zu berühren, Dinge zu erzählen, die nicht erwähnt werden und einfach so - Freude zu bringen. Mit jedem neuen Märchen gibt es eine kleine neue Welt, die voll Prinzessinnen, Helden in verschiedenen Kostümen, Musik, Fabeltieren und guten Enden ist. Sie vermitteln ein Gefühl, dass alles in Ordnung ist, spenden Trost, lehren und - was mir dazu noch viel Freude bereitet - geben Einblick in die Gedanken des Autoren. Buch: Letzte Seite

Märchen erzählen immer mindestens zwei Geschichten: Einmal die offenkundige, tatsächlich geschriebene Geschichte. Dazu kommt die parallel erzählte Aussage über Menschen, oft moralisch oder wertend. Und dann, wenn man Glück hat, und der Autor sich traut, seine Geschichten von Herzen zu schreiben, erfährt man noch etwas über ihn. Und in diesem Fall finde ich, kommt vorallem das durch.

Die Geschichten sind von Herzen geschrieben. Sie sind geschrieben, um Kinder zu erfreuen und sie sind auf eine Art sehr ehrlich. Das kann ich leider gar nicht näher benennen, es ist bloß ein Gefühl, das beim Lesen aufkommt, was mich erfreut und berührt.

Ich möchte gar nicht so viel zu dem Buch schreiben: Es hat fantastische Märchen, die einfach geschrieben sind und doch so viel weiter gehen. Es ist nicht dick und nicht lang, aber es ist sehr wertvoll. Es ist schön aufgemacht, Achim Priesters Geschichte ist schön und ich würde jedem empfehlen, einfach mal ein Blick hinein zu werfen.

Denn das Buch ist genau das, was es sein soll - Ein Märchenbuch, dessen Geschichte auch fast ein Märchen sein könnte.

 

Geschenktipp - von Heuschrecke empfohlen!



Kurzes über den Autor:

Buchautor: Achim PriesterAchim Priester wurde am 19. Juni 1959 in Bonn mit dem Down-Syndrom geboren. Seit dem schreibt er viel, anfangs über alles was er sieht und seit 2013 als Teil der Ohrenkuss-Redaktion. Diese Märchen sind ein ausgewählter Auszug aus den 40 Jahren, die er mittlerweile geschrieben hat.

 

 

Downtown-Werkstatt

Sie wurde von Katja de Bragança und Bärbel Peschka für das Ohrenkuss-Projekt gegründet. Katja de Bragança hat ebenfalls das wissenschaftliche Projekt Opens external link in new windowtouchdown21 , gemeinsam mit Anne Leichtfuß, gegründet (auch faszinierend, als Experten wirken hier natürlich auch Menschen mit Down-Syndrom mit).
Die
Downtown-Werkstatt gibt 2x jährlich das Ohrenkuss-Magazin heraus (von AutorInnen mit Down-Syndrom) die wir in unserem Blog regelmäßig vorstellen.

Mehr: Opens external link in new windowHier

 

Buch: Achim Priester - Das goldene Birkenzweiglein

Hrsg: Bärbel Peschka

ISBN: 978-3-9819294-7-8

Preis: 19,90 EUR

Opens external link in new windowLink zum Buch

 

 

 

Fotos: © Maya Hässig

 


 Joshua Stübner

 

Meine Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

Mehr zu dem anderen Opens external link in new windowhier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 1
Tags: rezension, das goldene birkenzweiglein, achim priester, ohrenkuss, down syndrom
Anzahl Aufrufe: 607
Gastbeitrag
09.11.2017
18:00

Ohrenkuss: Mütter

Klar hat meine Mutter Superkräfte!

 

Ohrenkuss Magazin: Mütter

Heuschrecke und Ohrenkuss haben schon über 15 Jahre eine freundschaftliche Verbindung.

 

Wer oder was ist Ohrenkuss?

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus - ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft gGmbH.
 
Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen.Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet, und auf hohem ästhetischen Niveau.
 
 
In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor, oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

 

 
In der neuen Ohrenkuss-Herbstausgabe schreiben die AutorInnen über ihre Mütter (nachdem es schon eine Väter und Großeltern-Ausgabe gab), und in einem zweiten Teil berichten die Mütter dann in einer Mütterrunde über ihr Leben mit einem Kind mit Down Syndrom.
 
Doch lesen Sie selbst ... hier Ausschnitte aus dem Mütter-Magazin:

 


 

 

 

 

 

 

 

Claudine Egli, diktiert Martin Wesers Mutter

Mütter
Die Mütter, sie bücken sich.
Das Bücken ist mühsam.
Sie trinken Kaffee.
Sie sticken.
Sie häkeln.
Sie lesen.
Sie schwatzen – wie eine Ente.



Marley Thelen, diktiert

Meine Mutter hat eine wunderschöne, elegante Zauberkräfte von alle Welten. Meine Mutter ist stark. Weil meine Mutter stark ist, ist sie auch unschlagbar gegen wilde Wölfe. Sie ist mutig. Ich bin so mutig wie sie. Das habe ich von ihr gelernt. Das macht mich stolz von meine Herzen.


Marley Thelen, diktiert

Also überhaupt nicht kann die – das sage ich ganz klar: kochen. Manchmal probiert sie es trotzdem. Aber das schmeckt dann nicht so richtig doll.


Natalie Dedreux, diktiert

Klar hat meine Mutter Superkräfte! Sie hat politische Kräfte. Die zeigt sie auch. Sie sagt ihre Meinung. Sie präsentiert sich und sagt, womit sie nicht einverstanden ist. Das findet sie wichtig. Und ich finde es gut, wie sie das macht.


Maria Trojer, handgeschrieben und dann abgetippt

Meine Mutter ist wie ein bunter Regenbogen und leuchtet wunderschön, so wie bunte Seifenblasen.
Meine Mutter ist wie eine Rose die mich lieb hat oder gar ein Kaktus, was auch stechen kann.
Meine Mutter könnte eine Geigenmusik sein und leitet einen Chor, spielt auf der Flöte und Geige und singt.
Meine Mutter kann auch ein Marillenbaum sein, mit wunderbaren Blüten.
Wenn sie grantig ist dann kommt ein Donnerwetter.


Verena Günnel und ihre Mutter
Verena Günnel, diktiert

Ich hab Dich lieb.
Das ist mein Satz.
Ich hab Dich auch lieb.
Das sagt sie zu mir, immer, da sie an mich denkt.
Da sie mich kennt.
Das berührt in mein Herz und das pocht, wenn ich diesen Satz sagen würde. Für jeden Mensch das zu kennen, zu lassen und auszusprechen.

Ich schreibe nicht, ich sage das.
Dann merkt sie das, dass sie das liest und dann wird sie mich genauso liebhaben.





julian Göpel und seine Mutter
Julian Göpel, diktiert

Meine Mutter heißt Eva. Was ich gut an meiner Mutter finde: Ich bin ihr Lieblingssohn. Und ich mache sehr viel mit meiner Mutter Bastelstunden. Ich gehe viel mit ihr in Museen und Kinobesuche und so weiter. Was ich mit meiner Mutter nicht mag: SMS schreiben, WhatsApp schreiben. Sie stresst mich. Wenn ich zu viele Anrufe von ihr bekomme. Meine Mutter hab ich sehr lieb. Ich höre ihre Konzerte an und manchmal sind die auch total langweilig.
Ich hab einfach meine Mutter lieb. Manchmal muss ich ihr auch sagen, was mir nicht passt, aber ich hab sie beide trotzdem lieb.
Bald geht meine Nichte mit zum Stadion. Mütter lieben auch sportliche Arten.
Meine Mutter ist anstrengend. Ich mache selbst heldenhafte Sachen, was ihr nicht passt. Ich war ja beim Kirchentag in Berlin, da war ich durch ein Tränengas reinspaziert. Musst ich. Das war heldenhaft von mir. Ich durfte nicht zu meinen Lieblingskonzerten. Ich kann’s auch erklären. Ich wollte zu Yvonne Catterfeld. Meine Mutter sagt nein. Diesmal wird es anders bei dem Kirchentag, das möcht ich alleine machen, die Johanniter mit mir. Ich fahre bald zum Kirchentag nach Dortmund, mach ich Dortmund unsicher. Ich war noch nie in Dortmund gewesen, nie. Ich durfte nicht zu der Eröffnungsfeier von Barak Obama gehen, alles voll in Berlin gewesen. Ich wollte hin, ich wollte ihn zum ersten Mal sehen. Aber nein, bla bla bla. Ich wollte unbedingt in Blue Man Group gehen, das hat nicht geklappt und das gleiche bei den Klöckner von Notre Dame. Da bekomm ich unterschiedliche Anrufe, die mich stören. Diesmal wird es anders - ohne Mutter. Meine Zukunft: Ich will diesmal nach Dortmund, um meine Lieblingskonzerte anzusehen und die Eröffnungsfeier, aber ich hab sie trotzdem lieb. Meine Mutter ist lieb. Ich habe Rechte dafür.
Meine Mutter ist Oma geworden und manchmal ist sie auch streng. Ich als Onkel auch. Meine Familie, die brüllen sich manchmal gegenseitig an. Mit Wortgefechten. Meine Mutter hört gerne Klassik. Mein Vater und ich nicht. Ich höre meine eigene Musik, mein Vater auch. Mein Vater ist Opa.
Ich habe schon viele Praktikumsstellen besucht mit meiner Mutter und ich bring nur gutes Wetter. Nur. Und nette Blumen, die ich am Straßenrand finde.

David Bläser und seine Mutter
David Bläser, handgeschrieben

Es war einmal ein Mutter, sie hat mich auf mich aufgepast.
Meine Mutter hat mal gepicknikt mit mein Vater.
Mein Mutter ist wunderschön, sie hat mit mein Vater geheiratet.
Mein Mutter ist toll, manchmal auch besofen.
Mein Mutter schümpft manchmal mit meiner, auch mit mein Vater, das finde ich blöd.
Meine Mutter und ich Entschuldigen wir auch.
Meine Mutter erlaubt mir manchmal, eis zu essen.
Meine Mutter erlaubt mir manchmal, dass ich Süßigkeiten kaufen darf, wenn ich es auch esse.
Meine Mutter ist so schön, wie eine Fee, auf gar keinen fal, ist meine Mutter ein Apfel, sonst kann ich meine Mutter essen, dass finde ich blöd.
Meine Mutter hat ein Herz volle Liebe.


Nora Fiedler, selbst am Computer geschrieben

Was ich nicht so gut finde an sie bei mir oder bei philine die nervennarung kontrolle zu machen. Das finde ich nicht so toll von ihr. Was ich an meine mutter toll finde oder gut finde das sie mein vater gehiratet hat da rauf bin ich stolz auf sie entlich hat sie ihre grosse liebe gefunden mein richtigen vater. Endlich ein mann der sehr gut für sie past. Da rauf bin ich sehr dang haft und sehr stolz auf sie die haben sich in einen bar kennen gelrnt da hat es gefungelt bei die beiden die haben sich gesucht und gefunden. Es wahr die liebe auf den ersten blick. Darauf sind wir kindern und ich sehr stolz. Auf die eltern kann ich sehr stolz  sein.


Daniel Rauers Mutter

Von der Mutter gelernt



Nora Fiedler, selbst am Computer geschrieben

Wie man selbstständig wird.


Christina Groß, handgeschrieben

Langsam sprechen, Sauberkeit, Haushalt.


Achim Reinhardt, handgeschrieben

Rad fahren und lesen und schreiben.


Ansgar Peters, selbst als E-Mail geschrieben

Ich habe viel gelernt und zwar habe ich das Aufräumen. Und Putzen Kochen und Andere Dinger gemacht.


Michael Häger, diktiert

Zusammen helfen. Wir haben ein großen Garten. Wir haben zu Hause ein Wäscheleine. Wäsche aufhängen hat sie mir gezeigt. Und Wäsche zu waschen. Bügeln kann ich. Saugen mache ich auch alleine. Abwechselnd – Mama und ich. Sie hat mir gezeigt, wie man Frikadellen macht.

 


Tobias Wolf, diktiert


Von meiner Mutter habe ich gelernt, was richtig und falsch ist.


Martin Weser, handgeschrieben

Meine Mama kann alles. Sie kann kochen, putzen, Wäsche machen, stricken, im Garten arbeiten – und ich habe das alles von ihr gelernt. Ich bin dankbar.


Jeanne-Marie Mohn, diktiert (als Sprachnachricht per WhatsApp gesendet)

Ich habe von ihr Sachen andübeln gelernt. Schwimmen und Ski fahren. Ich kann auch richtig Ski fahren. Und was noch? Schwimmen gelernt und Seepferdchen gemacht.
Sie hat mir gezeigt, Wäsche zu waschen und zu bügeln. Alles gemacht.




Jeanne-Marie Mohn, diktiert (als Sprachnachricht per WhatsApp gesendet)

Jetzt möchte ich erwachsen leben. Mein Leben.
Ich kann die Frage verantworten: Selbständig zu werden. Viel Selbständig. Und viel Sonnenschein.


Matteo und seine Mutter


Selbst Mutter werden / Kinder bekommen



Andrea Halder, selbst am Computer geschrieben

Nein. Für mich nicht, das gehört sich nicht in meiner jetzigen Welt. Und später auch nicht. Eigentlich habe ich keine Vorstellungen davon, wie es sein wird, als eine Mutter mit eigenen Kindern. Meine Kinder hätten nämlich (vielleicht) auch das Down-Syndrom, deswegen kommt es bei mir nicht in Frage. Und ich bin selbst zu jung um Mutter zu werden.


Anne Feldmann, diktiert

Auf jeden Fall gerne. Wir wollen gerne Kinder machen. Ich und mein Freund. Aber es geht im Moment leider nicht bei mir, denn ich habe die Spirale.
Vielleicht können wir auch eins adoptieren.
Aber ich stelle es mir schön vor, eine Mutter zu sein. Denn ich kann schon so vieles: Einkaufen, Wäsche aufhängen und gelegentlich mal saugen oder wischen. Ich habe gerne kleine Kinder und freue mich immer, ein paar Kinder in der Familie zu haben. Auch wenn es eins mit Down-Syndrom wird, bin ich offen und ehrlich und könnte mich auch um das Kind kümmern, mit allem was zu tun ist. Mit trösten, Windeln wechseln, Beulen kühlen oder in die Kita bringen.


Verena Elisabeth Turin, handgeschrieben und dann selbst abgetippt

Ja, ich möchte viel später Kinder haben. Auch wenn es niemals geschehen wird. Ich habe meinen Freund mein Kinderwunsch schon gesagt. Und ich würde meine Kinder Michelle, Gabi, Jasmin, Felix, Armin, Tobias nennen. Sie sollen meine Lernschwierigkeit das Down Syndrom haben. Und nicht auf der Vaterseite. Ich würde gerne eine Mutter sein. Also ich werde meine Kinder ganz normal und gerecht, ein wenig streng, sehr lieb erziehen. Ganz anders als wie meine Mutter.




Ohrenkuss-Gruppenbild in Weiß: Die AutorInnen und ihre Mütter

Mütter-Interview


Viele wissen nicht: Wie lebt es sich als Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom? 5 Mütter trafen sich zu einem Gespräch in der Ohrenkuss-Redaktion. Hier eine Geschichte:


Michaela Dedreux

Es gibt eine Geschichte, an die denke ich immer wieder. Das ist schon einige Jahre her, da war Natalie 12 oder 13. Ich weiß noch genau, wir haben im Auto gesessen auf dem Weg zur Schule und Natalie hatte gerade die Astronauten-Phase.
Wie Ihr ja sicherlich alle wisst, können unsere Kinder sich ja intensiv mit Themen beschäftigen und da auch sehr ausdauernd dabei bleiben.
Es war das Weltall und sie wollte Astronautin werden und das auch schon sehr lange. Und ich hab ihr versucht zu erklären, im Laufe von Wochen und Monaten, dass das vielleicht aufgrund ihres Herzschrittmachers usw. nicht möglich ist. Wir saßen an der Ampel und da guckte sie mich an und sagte dann auf einmal:
"Mama, dann kannst Du doch Astronaut werden."
Da hab ich zu ihr gesagt, also bei aller Liebe, um Astronaut zu werden, da darf man nicht zu jung und nicht zu alt sein, man muss superklug sein, muss total sportlich sein, da muss man kerngesund sein - das wird nichts mehr.
Da guckte sie mich an und sagte: "Wieso, das sind wir beide doch alles."
Und da hab ich wirklich gedacht: Ich beneide diese jungen Menschen um diese positive Einstellung und diesen Glauben an sich und auch an mich.
Wir werden jetzt beide nicht Astronaut. Ich fand, das war etwas, was ich mir immer wieder sage, wenn es schwierig wird oder Dinge kompliziert sind, dann denke ich: "Komm, du wirst Astronaut."

 

 

 

 

 

 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

Fotos und Texte © Ohrenkuss
Fotos: Britt Schilling, www.brittschilling.de
Grafik und Gestaltung der gedruckten Ausgabe: Maya Hässig

 
 

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Tags: ohrenkuss, down syndrom, trisomie 21, touchdown 21, mütter
Anzahl Aufrufe: 864

heupd-Reportage: Bio-Anbau in der Cloud

Bio-Anbau in der Cloud - Die Zukunft der Bio-Agrarwirtschaft?

 

 

Eine heupd - Reportage aus Madrid und Suelo Ligero

 

Text: Henri Stübner und Joshua Stübner

Bilder: Johannes Kayßer und Ursula Stübner

 

Die Rettung der Biolandwirtschaft? Anbau in der Cloud

 

 

Klar ist: Bio-Anbau wird immer schwieriger. Auflagen werden erhöht, neue Gesetze entworfen und den Bauern wird akribisch auf die Finger geschaut. Diese strengeren Verordnungen haben durchaus eine gewisse Rechtfertigung, doch es wird problematisch, wenn die Bio-Bauern die Kontrolle über ihren sauberen Anbau verlieren. Durch den großräumigen Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Insektiziden in der konventionellen Agrarwirtschaft müssen sich die Bio-Bauern zunehmend für gefundene Rückstände in ihren Produkten rechtfertigen.

 

 

 

Das Problem mit den Pestiziden der Anderen

 

Hummel auf SchaDie Hummeln, Meisterinnen in Überwindung der Schwerkraft, fühlen sich in dieser Höhe pudelwohlbzigerklee - mitten in den Wolken


Den zugrunde liegenden Mechanismus haben wir und andere schon erläutert. Hier nochmal die Zusammenfassung: Im konventionellen Anbau spielt Effizienz eine große Rolle: Flugzeuge werden für die großflächige Verbreitung der Chemie eingesetzt und starke Mittel werden verwendet, die möglichst viele Bereiche abdecken und im Idealfall sogar noch die Resistenz der Pflanze fördern. Durch Wind, Wasser und sogar kleine Tiere werden nun aber diese Gifte über die eigenen Felder hinaus verbreitet. Frisch gespritzt, sorgt schon ein kleiner Regen oder ein schwacher Wind dafür, dass der Bio-Bauer plötzlich Pestizide mitten in seinen Feldern findet. In einigen Fällen kann das sogar schon durch das Grundwasser geschehen.

Doch in Bioprodukten sind jegliche Rückstände dieser Substanzen verboten. Schon ein kleiner Nachweis auf ein Pestizid führt dazu, dass die Ware nicht mehr (als Bio) verkauft werden kann. Das ist ziemlich schwierig für die gewissenhaften Bauern, die mit viel Aufwand, Geld und Liebe ihre Felder biologisch pflegen, nur um dann durch so ein Unglück um ihren verdienten Lohn gebracht werden.

 

 

Neue Ansätze kamen, doch funktionierten sie nicht

 

Das hat der Bio-Agrarwirtschaft in letzter Zeit deutlich zu beißen gegeben. Verschiedene Möglichkeiten werden getestet, die Abhilfe schaffen sollen. In Brandenburg versuchte man, Bio-Anbau unter Schutz-Vlies zu betreiben - nur um auf weitere Probleme zu stoßen. Es schien alles gut zu gedeihen, bis die Bauern versuchten, die Pflanzen zu ernten: Als sie das Vlies anhoben, vielen alle Pflanzen, die sich mittlerweile an die wohligen Temperaturen und die Dunkelheit gewöhnt hatten, einfach in sich zusammen. Das war ein riesiger Schreck für die Bauern mit verheerenden Folgen. Wir sprachen mit einem Bauern, der sich auch an dieser Technik versuchte:



"Nach den vielen Problemen mit Pestiziden hatten wir versucht, unseren Weißkohl jetzt unterm Vlies anzubauen. Tja, das schien ganz gut zu funktionieren, bis wir dann vor 2 Wochen ernten wollten. Zur Ernte muss man natürlich das Vlies runter nehmen. Als wir das gerade anhoben, gingen die Weißkohle in wenigen Minuten ein - wurden platt und verloren sämtliches Volumen... Es war fast, wie das falsche Öffnen einen Backofens beim Soufle. Einfach platt. Wir waren fassungslos und mussten die Ernte leider entsorgen. Finanziell war es ein Desaster" - Helmut Iob, Bio-Bauer aus Brandenburg

 

Es wurden weitere, ähnlich verlaufende Tests durchgeführt. Versuche mit goldenem Vlies schienen sehr vielversprechend, bis sie alle nach und nach verschwanden.

 

 

 

Der Durchbruch - Aufbruch in ungewisse Höhen

 

Ein Feld in der Cloud: So schön kann Landwirtschaft sein


Doch jetzt scheint ein revolutionärer Lösungsansatz gefunden worden zu sein: Bio-Anbau in der Cloud wird das Konzept genannt. Und das ist hier buchstäblich gemeint - Der Anbau findet in den Wolken statt. Entwickelt wurde es Spanien, genauer gesagt in Suelo Ligero, einem kleinen Ort im Nord-Osten.


Professor Dr. Enrico Tutep von der "Universidad Complutense de Madrid", einer der ältesten und renommiertesten Universitäten der Welt, war bereit, uns alle Einzelheiten zu erklären.


"Bauern mischen Biogas bzw. Treibhausgase unter die Erde, wodurch sie signifikant an Dichte verliert. Die Dichte dieser Mischung fällt sogar unter diejenige der Luft, sie wird sozusagen leichter als Luft und fängt an zu schweben. Genau wie bei einem Heißluftballon."



Dieses Experiment könnte riesige Fortschritte für den Bio-Anbau bedeuten. Obendrein ist es auch noch klimaschonend:



"Der Clou an der ganzen Sache ist, dass die Gase dauerhaft in der Erde gebunden bleiben und so keine schädlichen Auswirkungen auf die Erderwärmung haben. Für die Pflanzen macht das beigefügte Gas keinen Unterschied, da es durch die Bindung mit der Erde von ihnen gar nicht aufgenommen werden kann."

Nach unserer Rundführung wurden wir wieder mit dem Heißluftballon abgeholt

Professor Dr. Tutep lud uns ein, das ganze mal vor Ort anzuschauen. Gemeinsam besuchten wir den Bio-Kleinbauern José de Peso direkt in Suelo Ligero, wo er am Pilotprojekt mitgearbeitet hat. Er zeigte uns die Felder und erzählte uns, dass es zwar aufwändig sei so ein Feld zu produzieren, es dann aber sehr viele Vorteile gäbe. Im Himmel sei die  Schadstoffbelastung verschwindend gering, da handelsübliche Pestizide nicht so weit aufsteigen können. Für den Bioanbau ist dies ein entscheidender Vorteil. Außerdem scheine so weit über den Wolken immer die Sonne und das Sonnenlicht habe in der Höhe so viel Qi (Chi), dass die Pflanzen von ganz alleine gedeihen.

 


Leider gibt es noch einen Nachteil: In diesem sehr lockeren Boden ist es noch nicht möglich, Bäume anzubauen, da diese dort keinen Halt finden. Doch an diesem Problem arbeiten die Erfinder schon. Sie versuchen, dem ganzen mehr Halt zu geben und bisher scheint ein Beimischen von homöopathisch aufbereitetem radioaktivem Abfall vielversprechend. Auch dieser scheint für die Pflanzen gänzlich ungefährlich, ja sogar förderlich. Der homöopathische radioaktive Abfall scheint mit der Sonneneinstrahlung und dem Qi in einem Gleichgewicht zu stehen, in dem die Pflanzen besonders viel Energie aufnehmen und so größer und stärker werden, als je zuvor - und das auch noch vollkommen Bio.


Zukünftig wollen die Wissenschaftler und Bauern eine Steuerung für die Felder entwickeln, die es ihnen ermöglicht, die Felder aus Gewitterstürmen heraus zu fliegen und diese somit zu vermeiden.

 

 

 

 

Manchmal müssen es eben doch Pferde sein: Zur Zeit wird daran gearbeitet, die Pferde wohlbehalten in die Cloud upzuloaden

Ob dies die Lösung aller Probleme ist, bleibt abzuwarten. Die Bauern scheinen sehr zuversichtlich und arbeiten schon fleißig daran, weitere Felder in die Luft zu schicken. Bis 2025 wollen sie in Spanien den kompletten Bio-Anbau in die "Cloud uploadet" haben - so der Fach-Terminus. Wir werden regelmäßig von der weiteren Entwicklung berichten. ¤

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

heupd - Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte oder sich selbst erfüllende Nachrichten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tags: bio, cloud, agrar, heupd
Anzahl Aufrufe: 339

Bild - keine Worte

Kathrin Franckenberg: Heilige Ursula am 21.10.

 

Kathrin Franckenberg: Hl. Ursula

 

 

So kann es gehen:

"Hier habe ich eine kleine Zeichnung - zu der ich keine Worte habe."

"Das Bild erinnert mich an die heilige Ursula. Sie wird oft so dargestellt, dass sie schützend mit so einem entschlossenen Gesicht vor ihren Gefährtinnen steht, als die Hunnen angreifen,  auch Goya hat sie so gemalt."

 

 

 

 



Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von Michelle Cassou, USA ("Point Zero Painting"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter:

https://www.youtube.com/watch?v=toyIS39bpxU

 





"Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 

Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…"  

Kathrin Franckenberg

 

 

 

 

 

 

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Tags: point zero painting, authentisches malen, intuitives malen, kreativität, kunst
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heupd-EILMELDUNG: Glyphosat wird Bio

Deutscher Bio-Kräuterimporteur empfiehlt Glyphosat-Zulassung für Bio-Produkte

 Ernte von Bio-Kamille - wie lange noch?

BRÜSSEL heupd | Ein innovativer Antrag erreichte die EU-Kommission in Brüssel kurz vor den Bundestagswahlen in Deutschland. Ein deutscher Importeur für Bio-Kräuter und -Gewürze fordert mit einer dreiseitigen Begründung die Aufnahme von Glyphosat in Anhang II der Durchführungsbestimmungen der sog. EU-Bio-Verordnung  834/2007 bzw. der neuen Nachfolge-Verordnung.

Der berüchtigte Anhang 2 enthält die Stoffe, die in der ökologischen Landwirtschaft erlaubt sind. Natürlich sind dort keine gesundheitsgefährdete Pestizide dabei. Doch Glyphosat als roundup-Herbizid hat in den letzten 10 Jahren eine so breite Anwendung gefunden, dass die EU-Behörden EFSA und ECHA als auch das hiesige Institut BfR die Unbedenklichkeit bestätigen und so den weltweiten Chemiekonzernen keine Steine mehr in den Weg gelegt werden. Neu ist, dass die erzeugende Industrie nach EV (Entbürokratisiertem Verfahren) jetzt auch die Zulässigkeit selbst attestieren darf angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung.

Auf diese Befürworter stützt sich maßgeblich das 3-seitige Antragsdokument des deutschen Bio-Importeurs: Glyphosat sei nachweislich nicht gefährlich. Die zweite Argumentationskette ist empirisch: Das Glyphosat-Grundrauschen in Boden, Luft und Grundwasser sei um ein Vielfaches höher als der normale Konsument und die normale Konsumentin es sich träumen lassen. In den traditionell kräuterexportierenden EU-Ländern beträgt die Belastung in Wild- und Heilpflanzen bis zu 10 mg/kg Glyphosat. Der Spitzenreiter ist Sauerampfer, aber auch Schachtelhalm, Löwenzahn, Kamille, Brennnessel & Co sammeln fleißig die chemischen Stoffe aus dem Boden heraus. Sie wären, falls der Antrag des Importeurs nicht durchkommt, nur noch selten in Bio-Qualität erhältlich, obwohl niemand dort konkret gespritzt hat.

Noch düsterer sieht es mittlerweile in den Monokulturen der USA und Kanadas aus, hier müßte der Bio-Anbau per definitionem verboten werden, da sich der nano-feine Unkrautvernichter nicht nur 10km, sondern 100erte Kilometer durch Feinststaub verbreitet.

Durch seinen Antrag möchte der zukunftsorientierte Unternehmer die Zukunft der Bio-Landwirtschaft retten und gleichzeitig der Realität Respekt zollen: "So viele Mitmenschen schätzen das Glyphosat, das jetzt so einen großen Teil der Böden so versaut hat. Durch die Legitimierung im Bio-Anbau bleibt dann alles friedlich. Der drohende Aufstand der organisierten Biowelt, damit meine ich Konsumenten, Händler, Produzenten und Bauern, wird somit abgewendet."




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Tags: heuschrecke pressedienst, fake news, augmented reality, bio, glyphosat
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