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Gastbeitrag
12.01.2012
11:17

Ohrenkuss: Geheime Emails

GEHEIM 2012

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.

 

Aus aktuellem Anlass erreichte uns folgendes geheime Email von Ohrenkuss.
 

Wir als Heuschrecken sind allerdings von allen Geheimhaltepflichten befreit, sodass es hier sichtbar ist.

Die Texte zum Briefgeheimnis, der Theorie des Geheimnisses und den möglichen Folgen stammen zum größten Teil bereits aus dem Jahr 1999 - vorahnend - oder ein ewiges Menschheitsthema?






1) Theorie: Was ist ein Geheimnis (philosophisch)

 

 
Anna Schomburg:Ohrenkuss: Geheimschrift, von Max Faur


Was ist ein Lebensgeheimnis? Ich würde keinem sagen, was für eine Gefahr uns droht.

  



Svenja Giesler:


Das Geheimnis Es ist ein Rätsel den man knacken muß oftmals fragtman sich wie kann man es nur lösen ohne es zu berürhen

 


Julia Keller:


Ein Geheimnis, darf man für sich allein behalten, was keinen angeht. Ein Geheimnis ist was sehr Persönliches, dass man nie im Leben vergessen soll. Ich selber habe auch Geheiminsse, die ich nie weiter erzählen werde, sondern für mich alleine behalte. 



Hermine Fraas:


Geheimnis ist, was keiner wissen darf nur ich. Ich lese auch gern geheimnisvolle Bücher. Da erfährt man erst am Ende, warum es so ist.

 


Tobias Wolf (diktiert und abgeschrieben):


Geheimnisse gibt es in der Natur, zum Beispiel: Man sieht die Vogel in der Luft fliegen. Mann versteht nich, was sie sagen. Sie können zwitschern. Und ein anderes Beispiel sind die Rehe, tagsüber sieht man Weinacheten und Geburtstagen gibt es Uberraschungen und Geschenke

 




2) Praxis: Briefgeheimnis (gilt auch für Emails und sonstige Daten-Mailboxen)


Ohrenkuss: Secret crimes. Pistole
Falsche Person. Von Anna Schomburg

Was ist ein Briefgeheimnis? Ein Briefgeheimnis ist es, wenn einer jemandem schreibt und dem jenigen, dem man dem man geschrieben hat jemand anders behält. Es ist so, wenn die falsche Person diesen Brief liest, bricht er das Geheimnis. Es ist also immer wichtig, daß die richtige Person ihn kriegt.



Unleidige Freunde. Von Hermine Fraas


Briefgeheimnis habe ich viel. Ich schreibe viele Briefe an Freunde und die ich nicht so leiden kann. Den Brief verstecke ich in meiner Arbeitstasche das es niemand merkt. Und dann gebe ich den ab. Und das gibt manchmal Ärger weil ich manchmal schreibe was die Leute nicht gern hören. Aber es ist wahr. Wenn ich geheimnisse schreibe das dürfen auch nicht alle Leute sehen. Das sind dann heimliche Liebesbriefe. Das ist dann Briefgeheimnis. In mein Buch "ich kann schreiben" durften auch nicht alle Briefe rein. Da habe ich brotestiert bei meiner Mutter.



Geheim ab Postkasten. Von Marc Lohmann, diktiert:


Wenn ich Brief schreibe, ich hab Post in dem Briefumschlag drin. Er soll nicht öffnen, weil das ist meine Schrift, wenn ich Briefe schreibe. Wenn ich den Brief wegschicke, darf keiner den Brief aufmachen - auch nicht meine Eltern. Ich schreibe den Brief an meine Freundin. Oder wenn ich wegfahre. Kein Fremder darf an den Brief! Es ist geheim. In dem Post. Wenn ich in den Postkasten reinschmeiße.


Ohrenkuss: Secret crimes. Weibliche Leich
Toternster Liebesbrif. Von Nora Fiedler  (selbstgeschrieben mit Stift und Hand:)

BrifGeheimnis
und was bedeutet Das BrifGeheimis Brechen
wenn Mann Fremde Brife ein fach lisst oder one zu fragen auf macht Das heist Brifgeheimis Brechen und ärger von Den Absender. Zum beisbil wei ein Toternster liebesbrif. Das ist Für mich Peinlich auch von den Absender, gib es richtick ärger



Sinnlos. Von Johanna von Schönfeld, diktiert


JvS - Sinnlos. Weil das ist sinnlos einfach. Weil Briefgeheimnis gibt es nicht. Briefgeheimnis gibt es schon, aber ich habe das noch nie gemacht und konnte auch keinen Eindruck sammeln.
Ich kann nur Briefe schreiben. Wenns ein Brief an meine Mutter schreiben würde, dann muss sie als betroffene Person diesen Briefumschlag öffnen und selbst lesen. Und falls es auch an die Familie angehen sollte, dann darf es sie auch dies lesen.
Ich hab noch nie in meinen ganzen Leben lang eine Brieffreundin oder viele Brieffreundinnen den Eindruck sammeln dürfen, um einen Einblick zu werfen.




3) Wenn es zum Krimi wird: Secret times (crimes?)


Ohrenkuss: Secret crimes. Drei Poliziste
von Svenja Giesler:


Es ist wie in einem Krimi man muß höllisch aufpaßen das man den richtig indiferciert man braucht die Angaben sowie Mord, Errpresung, Vergewaltigung und nicht zu fergessen den namen des Mörders dann kann er verhört werden
















Zeichnungen © Ohrenkuss. Texte und Zeichnungen aus Ohrenkuss Nr. 3 / 1999 und aus 2011


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Tags: ohrenkuss, geheimnis, briefgeheimnis, liebesbriefe, geheime emails, secret crimes
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Gastbeitrag
15.12.2011
10:54

Ohrenkuss-Anleitung zum Advent

Naschen, Plätzchen. Quatschen.

 

Ohrenkuss hat "Bock auf Advent"

 




Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.




Der Advent ist eine Zeit, der man sich kaum entziehen kann - das Jahr geht zu Ende, Weihnachten naht, die Straßen sind festlich beleuchtet und auch zu Hause werden letzte Vorbereitungen getroffen. Klar, dass auch die Ohrenkuss-Autorinnen und -Autoren was zum Thema zu sagen haben!


Was ist eigentlich Advent? Das erklärt Johanna von Schönfeld. Sie diktiert:

" Advent ist ein kirchliches Fest. Advent ist eine Vorbereitung auf Weihnachten = ein Vorbereitungsgedenk."


Ohrenkuss: Redaktionssitzung zum Adven, Johanna v. Schönfeld, Marley Thelent

Fernkorrespondentin Verena Elisabeth Turin aus Italien findet:

"Advent ist eine wunderschöne Zeit."




Björn Langenfeld diktiert, was ihm am besten gefällt am Advent:


"Adventfeier.
Flötespielen.
Glückwein trinken, Wein heiß machen.
Naschen, Plätzchen. Quatschen.
Erzählen."




Auch sein Kollege Martin Weser freut sich. Er schreibt:

"Advent kann man sich freuen - diese Stimmung ist auch schön. Adventskranz oder man sagt die Wünsche für Weihnachten ein."




Fernkorrespondentin Maria Trojer schickt eine Mail aus Österreich. Sie schreibt:

"Advent ist.......
1. Advent ist Hoffnung
2. Advent ist Ankommen
3. Advent ist Ruhe
4. Advent ist beten
5. Advent ist Gemeinschaft
6. Advent ist einander zu helfen
7. Advent ist, dass man an Gott glaubt
8. Advent ist Zeit haben
9. Advent ist , mit den anderen zu teilen
10. Advent ist Vorfreude"

 

 

 

Ein Adventskranz gehört für die meisten Ohrenkuss-Autorinnen und -Autoren dazu zur Vorfreude. Julia Bertmann schreibt:

"Wir haben auch einen Adventskranz. Der hat vier Kerzen. Am vierten Advent werden alle vier Kerzen angemacht. In Frankreich ist das anders. Sie würden schon alle vier Kerzen am ersten Advent anmachen."

 


Und womit dekoriert man so einen Adventskranz? Ganz klassisch mit Kerzen und Kugeln?

Das ist Daniel Rauers zu langweilig! Er diktiert:

"Ich bin auch mal verrückt. Ich habe schon einen Adventskranz zu Hause. Und ich könnte auf den Adventskranz Kerzen draufstecken und Tannenzweige und noch paar Kugeln. Dazu noch ein verrücktes Pferd. Was fehlt noch? Lebkuchenmänner."

 

Man merkt ganz klar - Daniel hat "Bock auf Advent"!


Julian Göpels Lichterkette


Julian Göpel hingegen braucht nicht viel Weihnachtsschmuck. Er diktiert:

" Ich mag keinen Adventskranz, wegen der Feuerwehr. Sonst gehen die Alarmanlagen los. Ich brauche keinen Weihnachtsschmuck. Ich habe eine Lichterkette, die mache ich einfach nur an."

 


Seine Kollegin Marley Thelen ist für vorweihnachtliche Dekoration zu haben. Und was ihr Konzept angeht, könnte man fast sagen: Sie ist ihrer Zeit voraus. Sie diktiert:

"Und dann, wenn wir Tannenbaum geholt haben, schmücken wir die Bäume. Mir fällt noch ein, was so verrückt ist, um den Tannenbaum zu schmücken: Osterhasen und Osterhasen-Ei. Und ein Huhn obendrauf. Oder einen Osterhase, so angezogen wie der Nikolaus, so Mütze hat. Mit dem Stern und Ohren."

 


Und was gehört unter den Baum? Korrekt - Geschenke.

Ob Julian Göpel schon nervös ist, was er wohl bekommt? Er diktiert:

"Nervös sein ist für mich kein Skandal, weil wir sind auch nervös, wenn es Geschenke gibt." Und sogar, was er sich wünscht, verrät er hier: "CDs, DVDs, eine Zitronenpresse und Unterhemden."

 


Gibt es auch etwas, das er nicht mag? Julian schreibt:

"Ich hasse zu viel Hin- und Hergefahre an Weihnachten zu den Weihnachtsmärkten mit Bus und Bahn und mit Auto. Dann schlafe ich direkt ein, das passiert auch bei Klassik Konzerten."

 


Ohrenkuss-Autor Daniel Rauers im Advent

Michael Häger hingegen mag Weihnachtsmärkte. Er diktiert:

"Auf Weihnachtsmarkt ganz viele Kerzen. Schön bunt. Und dann Schmuck, Ringe. Auf Weihnachtsmarkt Riesenrad. Es gibt Reibekuchen, Pommes, Bratwurst: das riecht gut. Geschenke einkaufen."

 


Auch Romy Reißenweber findet, dass es gut riecht im Advent. Sie schreibt:

"Es duftet sehr nach Plätzchen und nach Glühwein oder Kinderpunsch."

 


Nicht zu vernachlässigen ist selbstverständlich das Weihnachtsessen! Was gibt's?

Anna-Lisa Plettenberg schreibt:

"Ich esse um Weinachten Hänchenbraten mit Knödel mit Rotgol."

 


Und natürlich Plätzchen! Judith Klier schreibt:

"Advent ist zur Ruhe zu kommen. Plätzchen backen Stollen und Lebkuchen. Auf die kommende Weihnachten in den wir feiern und Plätzchen und der Advent ist besinlich und mit Plätzchen essen und der ganzen familie feiern wolln."

 

 

Mit der ganzen Familie - da können schon einige Leute zusammenkommen! Dann ist es natürlich wichtig, gut vorbereitet zu sein!

Anna-Lotta Mentzendorff schreibt dazu:

" Zu Weihnachten muss alles im Haushalt funktionieren, denn zu Weihnachten möchten wir ganz viel leckeres essen und dass müssen wir vorbereiten. Kekse müssen gebacken werden, das Weihnachtsessen muss geplant werden und wier müssen überlegen, wie viele Gäste kommen. Dieses Mal sind wier zehn Leute und eine Katze."

 


Auch für Martin Weser gibt es viel zu tun in der Vorweihnachtszeit. Er schreibt:

"Es passiert ganz viel im Haushalt. Wir müssen sauber halten die Küche. In diesen Advent haben wir jeden abend eine schöne Leuchtung von 10 wunderkerze. Die steht bei uns auf der Fensterbank. Die ist schön und wunderbar. Ich mache ganz viel Window Coloa und hängt am Fenster. Die sind einfach fabelhaft. Das finde ich schön."

 


Wer sich hoffnungsfroh auf weiße Weihnachten freut - Julian Göpel tut es nicht! Er schreibt:

"Ich hasse Schneeschüppen! Soll ich mich abfrieren? Soll ich mich krankschreiben?"

 

Weihnachtsgruß von Veronika Hammel


Alternativen?


Gemütlichkeit Kuscheleinheiten

Warm vom knisterten Kamin

Geschenke Übergeben

Heiße Glühweine mit Zimtgeschmack

Alkohol saufen (Johanna von Schönfeld)

 



Auf jeden Fall wünscht Ohrenkuss ein schönes Fest! Verabschieden möchten wir uns für dieses Jahr mit einem Gruß von Veronika Hammel. Sie hat mit der Hand geschrieben:


"Ich wünsche Dir Auch schöne Adventszeit und Rutz gut Rüber in Neues Jahr."

 

 

 

zusammengestellt von Anne Leichtfuß
Fotos © Ohrenkuss









Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 1
Tags: bock auf advent, weihnachten, ohrenkuss, naschen, plätzchen, quatschen, down syndrom, kulturwerkstatt
Gesehen: 62
Gastbeitrag
09.11.2011
15:44

Ohrenkuss im Strickfieber

Sitzen, fernsehen, stricken. Fuß hochlegen, stricken.

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.


Seit geraumer Zeit beschäftigen sich die Ohrenkuss-AutorInnen mit dem Thema Selbermachen. Zur Vorbereitung auf das aktuelle Ohrenkuss-Magazin Okt.2011 "weil ich es kann" gab es einen Woll- und Strickkurs.
Vom Strickfieber stärker befallen waren offensichtlich eher die Männer - ein Skandal!? Sollen sie nun eine Herdprämie bekommen?


Im Januar 2012 gibt es wieder eine Ohrenkuss-Lesung.
Das Thema heißt: Skandal.
Können die Männer der Ohrenkuss-Redaktion gleichzeitig lesen und stricken?
Wer das wissen möchte, sollte die Lesung nicht verpassen.

Termin: Montag, 23. Januar 2012 von 19:00 bis 20:00h
Ort: Schafgabe, Gottfried-Claren-Str. 7, 53225 Bonn-Beuel Es gibt nur wenige Plätze, bitte hier anmelden (0228 / 53 665 225).
Eintritt: 8,00 EUR     Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.schafga.be



 

Übrigens: wer schreibt eigentlich für Ohrenkuss?



Die fast zwanzig AutorInnen aus der Region Bonn und Rheinland treffen sich (nach ihrer normalen Arbeit) jeden zweiten Dienstag von 17:00 bis 20:00h zur Redaktionssitzung in den Räumen der downtown-werkstatt für kultur und wissenschaft. Sie sind zwischen 16 und 55 Jahre alt. Alle diese Personen haben das Down-Syndrom - das bedeutet, dass sie in manchen Dingen etwas mehr Zeit brauchen als andere Menschen und oft auch Lernschwierigkeiten haben.

Es bedeutet aber nicht, dass sie nichts zu sagen haben – deshalb schreiben sie ja auch für Ohrenkuss.

Sie schreiben selber, sie diktieren ihre Texte einem Sekretär oder dem Tonband. Einige können mit dem Computer umgehen und schreiben ihre Texte als WORD-Datei und verschicken sie dann mit einer eMail.

Es gibt fast 40 Menschen mit Down-Syndrom, die nicht in Bonn leben aber trotzdem für den Ohrenkuss schreiben. Sie werden Außenkorrespondenten genannt.

Die Außenkorrespondenten senden der Ohrenkuss-Redaktion ihre Texte mit Post, Fax, Tonband oder eMail zu.

Die Texte der Autoren werden nicht verbessert. Wer nicht weiß, wie ein Wort richtig geschrieben wird, kann in einem Wörterbuch nachsehen – oder es auch bleiben lassen – das ist nicht wichtig. Wichtig ist der Gedanke im eigenen Kopf.

Die Autoren- und Redaktionsarbeit wird von Assistenten begleitet, die dann unterstützen, wenn es gewünscht oder sinnvoll ist.

Bei Ohrenkuss kann sich jeder als Autor bewerben, der das so genannte “Down-Syndrom” hat – auch bekannt als “Trisomie 21”.

 

(Aus der Projektbeschreibung von Ohrenkuss. Mehr Informationen auf ihrer kurzweiligen Website Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de)






Strickende Männer - Knitting Men

Ohrenkuss: Björn Langenfeld im Strickkurs






Björn Langenfeld, diktiert

Strickkurs Spaß machen. Mache es gerne.
Alleine oder mit Hilfe.
Neue Wolle. Wolle, Tasche machen, Schulterriemen hängen.
Schön hier.
Stricken ist viel Spaß.
Sitzen, fernsehen, stricken.
Fuß hochlegen, stricken.
Stricken weitermachen.
Geschäft ist gut.
Strickkurs machen.
Geschäft ist gut.

Wolle mit Kaufen. Und teuer ist. Viele Geld. 50 Euro alles zusammen.












Ohrenkuss: Daniel Rauers und Stricklehrerin Regine Heinen
Daniel Rauers, diktiert

Das gefällt mir (lila Wolle).
Ich habe es im Fenster gesehen, das hat Björn gesehen.
Ich habe alles gesehen.
Lila ist meine Lieblingsfarbe.
Ich habe mir die Regale angeschaut.
Andere Seite auch alles angesehen.
Das ist grau, das schwarz.
Stricken war gut.
Metermaß gesehen.
Abmessen, 12,5 cm.
Das grüne habe ich gesehen.
Strickkurs hat mir ganz gut gefallen.
Ich habe es mir so vorgestellt.

















Ohrenkuss: Martin Weser
Martin Weser,  handgeschrieben

Ich kann stricken meine Mama hat mir bei gebracht wie man strickt.
Am anfag macht macht meine Mama dann lege ich los.
Zuerst muss Strickwolle haben unterschiedliche Farben und die gut schön sind.
Stricken das ist eine übung dann muss auf Finger aufpassen / ich habe mehrere Schal verschenkt und die Leute freue sich. Das ist ganz viel übung das zu machen dann muss man in Übung bleiben.
Zuerst muss man stricknadel und die Wolle haben dann macht mein Mama den anfang dann stricke ich in die Wolle einstechen solange bis ein Schal ensteht  das macht mir spaß jeden abend auf dem Sofar und stricke.
Und hab Weihnachten die wunderschöne Schal ein gepakt.
Und das macht Freude.















 

 








Fotos © Ohrenkuss


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Tags: ohrenkuss, down syndrom, strickkurs, schafgabe, spinnen, weil ich es kann
Gesehen: 21
Gastbeitrag
12.10.2011
09:37

Ohrenkuss: Yes, we can

"Selber machen - Selber lachen"

  • Das neue Ohrenkuss-Heft „weil ich es kann“

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.
Heute stellen wir hier die neue Ohrenkuss - Ausgabe Oktober 2011 vor. Wir haben natürlich ein Abo, und freuen uns, wenn die Post uns das neue Heft bald bringt. Hier vorab einige Textauszüge:

 


Einleitung



Liebe Ohrenkuss-LeserInnen,


vor Ihnen liegt - voll im Trend - die Ohrenkuss-Ausgabe zum Thema Selber machen. Auf dem Titel steht aber "weil ich es kann". Warum?!

Weil wir beim Zusammen stellen der Texte gemerkt haben: Es sind so viele Texte.

Es sind so viele Themen. Die Leute vom Ohrenkuss-Team können einfach so viel.

Und sie wollen mehr können. Sie wollen alle noch mehr lernen. Denn es ist ja eindeutig: Selber machen - Selber lachen (Zitat Claudine Egli).

 

Viel zu lachen hatten die Eltern eines dreijährigen Jungen mit Down-Syndrom nicht, die vor mehr als 25 Jahren zur genetischen Beratung

kamen. Sie waren verzweifelt. Warum? Der Kinderarzt hatte ihnen nach der Geburt mitgeteilt: "Stellen Sie sich da rauf ein, Ihr Sohn wird nie etwas können.


Er wird noch nicht mal WC lesen können." Der Arzt hatte einfach keine Ahnung.


Er hat etwas gesagt, was nicht stimmt.

 
Ohrenkuss: Der Schafscherer bei der Arbeit. (c) Swetlana Gasetski

Diese Ohrenkuss-Ausgabe ist der Beweis: Menschen mit Down-Syndrom können sehr viel.

Sie können Schafe scheren, spinnen, stricken und darüber berichten (S. 4 und S. 32). Sie wissen Bescheid über das Erwachsenwerden (S. 8) in Theorie und Praxis. Sie wissen genau, was sie können und was sie noch können möchten (S. 10). Sie haben sehr viel mehr Mitgefühl als der Kinderarzt und können trösten (S. 20). Sie wissen auch, welchen Trost sie selber brauchen (und den brauchen sie oft, S. 18). Sie wissen genau, wie die Dinge gehen (S. 22) und wenn es ihnen nicht passt, dann haben sie bereits einen geheimen Plan, um die Erde zu verlassen: Mission Mars (S. 26). Sie können das mongolische Alphabet von A bis Z öffentlich vortragen (und natürlich auch das Wort WC lesen) und die Kunst anderer besprechen (S. 31).

 

Das Magazin Ohrenkuss wird 2013 fünfzehn Jahre alt. Damit wir das schaffen, kostet ein Ohrenkuss-Abonnement ab jetzt 23,60 EUR jährlich (zzgl. Porto + Ver pack ung), statt wie bisher 19,60 EUR. Für die alten AbonnentInnen erhöht sich der Preis ab der Frühjahrsausgabe 2012 zum Thema Skandal. 


Viel Freude beim Lesen wünscht das Ohrenkuss-Team (weil wir es können).

Dr. Katja de Bragança


Aus dem Kapitel: Schafe scheren, Wolle spinnen, stricken ...



Anna Maria Schomburg, handgeschrieben

Zuerst haben wir die Schafe geschoren, jeder bekam ein Schaf und hat dann die Wolle im Sack vertauscht!

Danach betrachteten wir uns die Wolle und vergliechen sie; schwarze und weiße Wolle! Dann wurde die Wolle gekämmt auf einem Wollkamm! Dann sponnen wir die Wolle auf einer Spindel; einer hielt die Spindel und der andere konnte drehen immer zu zweit und immer abwechselnd!

Dann wurde Die Wolle im warmen Wasser gewaschen! Dann haben wir die Wolle aufgefädelt! Dann gabs Mittagspause und die Wolle wurde verbrühmt und anschließend zu einem Knöl verwickelt! Daraus erstand die Schafwolle! Dann wurde gestrickt und der Pullander für Matteo fertiggestrickt, dann gab es die Anprobe!

Jetzt gibt's Kaffee und Schafe melken und Milch und Käseprobe!

Abends grillen noch die Ohrenküssler. Ich (Anna), Björn, Martin und Daniel arbeiteten zusammen.

 

 

 Ohrenkuss: Matteo betrachtet die nackten Schafe und trägt dabei seinen neuen Pullover. (c) Swetlana Gasetski

Daniel Rauers, diktiert

Pullover für Matteo

Wir haben heute das Schaf abgeschoren.

An schwarzem Kabel kann man ziehen, geht automatisch.

Die Schafe sind nackt.

Ich fand das gut, weil die Wolle abging.

Der Bauer das Schaf festzuhalten, dann wird die Wolle abgeschoren.

Wolle rein ins Wasser tun, abwaschen. Bürsten auch noch, ist eine harte Bürste.

Dann wenn die Wolle abgetrocknet, gezwirnt.

Danach habe ich den Wollknäuel gemacht. Es war eine Haspel.

Als der Wollknäuel fertig war, habe ich den angeguckt.

Dann haben wir eine Pause gemacht.

Dann habe ich gestrickt.

Einen Pullover hat Matteo angezogen. Weiße Strickwolle.

 

 

Daniel Rauers, diktiert

Ich habe Peter gesehen. Auf dem Bauernhof. Ich habe geholfen, Schaf geholfen.

In den Sack, die Wolle reingetan.

Und dann habe ich geschoren.

Wolle mit Wasser in die Schale, Wolle gewaschen.

Wolle gebürstet.

Dann haben wir Feuer angefacht, wir haben gegrillt.

Trecker gefahren, Björn und ich, mit Peter.

 

 Ohrenkuss: Die Ohrenkuss-Autoren Daniel Rauers und Björn Langenfeld prüfen die Wollqualität. (c) Swetlana Gasetski

Daniel Rauers, diktiert

Das gefällt mir (lila Wolle).

Ich habe es im Fenster gesehen, das hat Björn gesehen.

Ich habe alles gesehen.

Lila ist meine Lieblingsfarbe.

Ich habe mir die Regale angeschaut.

Andere Seite auch alles angesehen.

Das ist grau, das schwarz.

Stricken war gut.

Metermaß gesehen.

Abmessen, 12,5 cm.

Das grüne habe ich gesehen.

Strickkurs hat mir ganz gut gefallen.

Ich habe es mir so vorgestellt.

 

 

 

Martin Weser, diktiert

Ein Schaf geschoren

Wir haben zuerst geschoren, den Schaf. Den fand ich cool. Den Schaf ist kitzelig, deshalb ist er wackelig. Ein Mutter hat ein schönes Schafpullover an. Weiß, ganz weiß.

Viereckig: 12 Maschen wurde gestrickt. Die Regina und eine Reihe ich: Ich bin Linkshänder, ich mache alles mit links.

Diese Wolle habe ich aus Bonn gekauft. Dann habe ich angefangen, damit zu stricken. Und gleich ist die Mütze fertig. Danach fange ich mit diesem Schal an, wieder an. Alles für Weihnachten.

Wir sind in Mudenbach, hinter Hachenburg. Bauernhof, da gibt Schafen. Weiß, davon wird die Wolle gemacht. Zuerst geschoren, dann wird der Schaf kitzelig und das gefällt dem Schaf nicht.

 

 

 

 Ohrenkuss: Martin Weser lernt das Stricken - hier läßt er sich das Abnehmen der Maschen erklären (bisher hat er nur Schals gestrickt) (c) Swetlana Gasetski

Björn Langenfeld, diktiert

Schaf schere.

Glatt sein.

Heute Mittag Pause gemacht.

Gegessen: Bohnensuppe mit Lamm.

Schmeckt gut.

Wolle waschen.

Heute Bauernhof: Es ist schön hier - schön.

Ich Bagger gefahren.

Umziehen.

Faden gerollt.

Faden gezwirnt.

Wolle gedreht.

Viel gemacht.

Säcke - Wolle reingetan.

Schafe Kopf halten.

Scheren - Wolle ab.

Schaf ist glatt. Es hat geschwitzt.

Schafe schläft auf Heu.

Fünf Schaf.

Schaf ist Schwanz. Kurz und lang.

Schafe schwarze Nase. Bein schwarz. Bauch hell.

Am Kopf ist die Ohren, die Augen.

Schaf ist Maul. Schaf guckt zu uns.

Große Schafe und kleine Schafe.

Schaf liegt jetzt Boden-Heu.

 

 Ohrenkuss: Der Ohrenkuss-Autor Martin Weser schaut beim Schafescheren zu. (c) Swetlana Gasetski

Björn Langenfeld, diktiert

Schafe, Samstag.

6 Uhr raus, um pünktlich zu kommen.

Wolle scheren, schneiden, ein bisschen geschwitzt.

Ich Wolle Sack rein.

Schaf ist jetzt glatt.

Wolle gemacht.

Stäbe, Wolle rein, gesponnen.

Pause gemacht, gegessen.

Abends Feuer gemacht.

Alle sitzt auf Bank.

Grillen, Schafwurst, gegessen, Lammwurst.

Abends wir fahren nach Hause.

 

 

Björn Langenfeld, diktiert

Strickkurs Spaß machen. Mache es gerne.

Alleine oder mit Hilfe.

Neue Wolle. Wolle, Tasche machen, Schulterriemen hängen.

Schön hier.

Stricken ist viel Spaß.

Sitzen, fernsehen, stricken.

Fuß hochlegen, stricken.

Stricken weitermachen.

Geschäft ist gut.

Strickkurs machen.

Geschäft ist gut.

Wolle mit Kaufen. Und teuer ist. Viele Geld. 50 Euro alles zusammen.

 

 
Im November wollen die Ohrenkuss-AutorInnen über ihren Strick-Kurs berichten. Bis dahin!

 
Die Fotos des neuen Heftes entstand bei einem Schafscher-Workshop auf einem Biobauernhof in Mudenbach (Westerwald)

http://www.mudenbach.de/Aktuelle_Bildergalerie/articles/Ohrenkuss-Farrenau-Projekttag-2011.html

Fotos © Swetlana Gasetski, Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.swetlanagasetski.com    





Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Tags: selber machen, selber lachen, schafe, wolle, stricken, ohrenkuss, down syndrom
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Gastbeitrag
16.09.2011
15:05

Ohrenkuss: Zum Erdbeben in Japan

"Erdbeeben ist wie Krieg"

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.
Heute möchten die Ohrenkuss-AutorInnen den Menschen in Japan nach der Erbeben- und Atom-Katastrophe im März 2011 ihr Mitgefühl ausdrücken. Die Lage in Japan ist weiterhin brisant, obwohl das Thema hier aus der Presse so ziemlich verschwunden ist. Deshalb finden wir es gut, dass Ohrenkuss Japan als Thema für den Monat September gewählt hat.






Ohrenkuss: Redaktionssitzung zum Thema Japan


Am 11. März 2011 gab es in Japan ein großes Erdbeben mit vielen Toten und Verletzten. Viele Häuser sind eingestürzt und viele Städte wurden überschwemmt.
Die Ohrenkuss-Redaktion hat sich mit dem Erdbeben in Japan und dem Unglück in Fukushima beschäftigt. Alle Redakteure waren sehr betroffen und hatten großes Mitgefühl mit den Japanern.





Martin Weser hat genau verfolgt, was in Japan passiert ist. Er schreibt:

"Japen ist Ort da wo ganz viele Leute umsteben kamen von der Welle.
Das ist schlim schlim genug.
Es gibt viele Leute in Japen die sind alle traurig.
In Japen ist alles kaput auch die Häuser von der Welle getrümmt und die Leute in den Häuser sind ums Leben gekommen. Die haben nichts zu Essen sie müssen alle auf dem Boden schlafen das war grausam gewesen in Japen.
Die alle Leute haben geweind von der Welle und von Erdbeeben. Sie haben kein zu Haus,... Es ist alles kaput in Japen sie haben mitleid.
Erdbeeben ist wie Krieg das ist traurig genug und das ist grund in Japen."





Ohrenkuss: Antonio Nodal, Gedanken zu Japan
Antonio Nodal haben die schrecklichen Bilder aus Japan sogar in seine Träume verfolgt. Er diktiert dazu:

"Japan, sehr Häuser und alle kaputt.
Hohe Wasser, schwarze Wasser hat ein gutes Schiff, alles kaputt gemacht.
Alle, viele Leute sterben.
Das ist schwer.
Ich fühle, nachdenke.
Nachdenke, Liebe Nacht geträumt.
Träumt er für: nicht gut."










Auch Katharina Müller ist unglücklich über das Erdbeben. Sie weist aber auch darauf hin, dass nicht nur in Japan, sondern überall auf der Welt Menschen in Armut leben. Sie schreibt:

"Ich habe eine Meinung. Ich habe auch ein Wunsch die Welt in Orgnung bringen. Ich habe ein Recht auf die Welt. Ich bin traurig das die Welt aus sind die Armen Leute die geinen Zuhause haben sind Armen weill es Edbeben und Wasserfluten in Küsten gibt. Große Flutwellen über die Küste in Japan und in den Neuseland."





Die Ohrenkuss-RedakteurInnen haben darüber nachgedacht, wie sie sich aus dem Gefühl der Ohnmacht und Untätigkeit lösen könnten. Sie kamen auf die Idee, ihr Mitgefühl auszudrücken indem sie Ideen für Trostpakete entwickelten. 


Martin Weser hat sich genau überlegt, was er in ein solches Trostpaket packen würde. Er schreibt:

"Ich würde gerne denen helfen das die Leute nicht mehr traurig sind. Das die Leute nicht mehr arm sind. Und denen die Häuse und andere alle wieder aufbauen.
Man kann alles zu schicken beispiel Anziehsachen.
Trostpaket.
Man kann ganz viel rein tun beispiel gestrickten Socken oder gestrickten Schal das ist selbst gemachte.
Dann haben die Japen schönen warm um den Hals.
Man kann auch Anziehsachen sein in den Paket.
Ich bin über Japen traurig mit der Welle und die Leute nicht mehr da sind das ist zum weinen."



Ohrenkuss: Redaktionssitzung zum Thema Japan
Tobias Wolf hat sogar schon eine Idee, an wen er sein Paket schicken würde, und möchte auch einen Brief an den Empfänger mit hineinlegen. Er diktiert:

"Es war einmal ein Junge irgendwo in Japan, einfach irgendwo. Der Junge hieß MiPang oder so ähnlich, der seine Familie in dem schrecklichen Erdbeben verloren hatte, der durch ein Wunder seine Bekannten von der Familie zufällig gefunden hat, die ihn dann übernommen haben für sein weiteres Leben. So was nennt man auch ein Trost-Paket.
Zum Trost würde ich ihm Sachen für die Schule schicken, was er so braucht. "Schade, dass du deine Familie verloren hast. Ich weiß, dass dies hart ist. Das ist mein Beileid." Das würde ich so in den Brief schreiben."





Auch Martin Weser weiß schon, was in sein Paket kommt und an wen er es adressieren wird. Außerdem hat er viele gute Wünsche, die er mit ins Paket stecken wird. Martin diktiert:
 

"Yue Hopu, der ist ein Mann, der lebt in Japan.
Der ist siebzig Jahre alt und lebt auf dem Land.
Da gibt gefährliche Dinge, die sind gefährlich.
Die Häuser sind Trümmer geworden mit Welle.
Da drin sind viele Leute gestorben.
Das ist sehr traurig auf dem Land.
 
Schleife und Ansichtskarte, dass er sich freut.
In einem Karton und dann werde ich das verpacken.
1000 Geld.
Blumensträuße.
Anziehsachen.
Ich wünsche Yue Hopu ein neues Leben.
Und sein Frieden.
Und sein Hoffnung.
Und die Welt beherrscht.
Und die Welt Ordnung ist."





Horst Kolbitz, mit 57 Jahren der dienstälteste und somit auch der lebenserfahrenste im Ohrenkuss-Team, diktiert die Packliste für ein besonders verlockendes Paket:

"Paket von Horst
Kartoffeln und Bockwurst.
Erbsen und Möhren. Dann gut.
Hinterher Eis drauf und Eierlikör. Dann besser wieder."

 

 

 




Zusammengestellt von Angelika Frey
Fotos © Ohrenkuss




Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
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Tags: ohrenkuss, down syndrom, japan, fukushima, erdbeben, trostpaket
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