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Gastbeitrag
10.02.2010
09:20

Ohrenkuss: Heuschrecken

... So niedlich wie die Beine, die tanzt und hüpft so fröhlich

Ohrenkuss ...da rein, da raus
Das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom. Ein Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Für ihren Februar-Beitrag in unserem Blog haben sie sich unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança etwas Besonderes ausgedacht - worüber wir uns sehr gefreut haben. Es lohnt sich auch, die Portraits der einzelnen AutorInnen zu lesen (siehe links unten).





Das Ohrenkuss-Magazin erscheint zweimal im Jahr. Das bedeutet: Mindestens ein halbes Jahr wird an den Texten jeder Ausgabe gearbeitet.
Die Bonner Redaktion (inzwischen mehr als 15 AutorInnen im Alter zwischen 15 und 51 Jahren) trifft sich alle 14 Tage um das jeweils nächste Thema zu bearbeiten. Zusätzlich gibt es noch "Außerhaus"-Termine an denen zu besonderen Fragen recherchiert wird.
Die mehr als 40 AußenkorrespondentInnen schreiben aus der Ferne mit und senden uns ihre Texte fristgerecht zu.
Nun ist es so, dass einige dem Schreibwahn verfallen sind und der Meinung sind, dass es nicht reicht, alle sechs Monate nur ein Thema zu bearbeiten.
Für diese Schreibfreaks gibt es Sonderthemen - und ja abstruser, desto besser, weil herausfordernder.





Susanne Kümpel: Heuschrecke 1Das letzte Thema lautete "Heuschrecke" und hier kann man sehen, wie die einzelnen Personen sich damit auseinandergesetzt haben:


Der Bonner Autor Björn Langenfeld nutze ein Wochenendbesuch bei seinen Eltern, um seiner Mutter eine knappe Zusammenfassung zu diktieren:


"Heuschrecke ist Tier, krabbelt auf Erde. Hüpft wie Känguru, kann auch fliegen."


Was will man mehr?! Da ist doch schon alles gesagt.





Aber das Thema ist vielschichtiger. Es gibt zunächst mal die historische bzw. biblische Betrachtungsweise. Mit der hat sich der Ohrenkuss Fernkorrespondent Patrick Görres beschäftigt. Seinen Text hat er old school mäßig auf einer Schreibmaschine getippt, ja - so was gibt es wirklich noch:



"In DEn 2 Buch Mose Haben die 10 Blangen cg 10 Monate Getauert:
Mose hatte Damals die Heuschreckenplage über Ägypten Geleget weil der Pharao Hartherz war um das sein Volk Israeliten nicht Siehen lassen Wollte.
Mose der Gottesmann Mußte es 8 X Über den Kopf von Pharao Schwiegen.
Daruch Kam die Heuschrecke Plage die aber länger Getauert Hatte:
20 Monte lang bis der Pharao Endlich aufgeben mußte:
In Ägypten Wurde die Lebenshiedel (Lebensmittel) Ganz Gnapp Geworden:
sso Sttarben Tiere noch Menschen."





Susanne Kümpel: Heuschrecke 2Aladdin Detlefsen, der Ohrenkuss-Korrespondent aus Bremen erzählt eine Geschichte (die er seiner willigen Sekretärin "Mutter" diktiert):



"Heuschrecke ist in Afrika ganz viel hundert auf die Baum und Blätter.
Groß ein Meter fünf.
Ich hab ein Geschichte davon:
Es war einmal ein Heuschrecke. Die hüpft immer hüpfen hüpfen bis hin und her.
Die war so klein, wenn ich anfasse hüpft der schnell wieder weg wie ein Wind.
Wenn die Heuschrecke immer größer werde dann wird der groß.
"Ich heiße Heuschrecke. Also ging ich alleine ganz einfach aus dem Haus.
Ich heiße Heuschrecke sagt man so schön."
 So niedlich wie die Beine, die tanzt und hüpft so fröhlich.
 Und dann hat auch mehrere Freunde."


 


Der Ohrenkuss USA-Korrespondent Tobias Wolf  liefert noch weiteres Hintergrundwissen und äußert sich zu der Namenswahl der Firma, die diesen Blog betreibt. Weil der Mann so beschäftigt ist und es schnell gehen musste, hat er den Text nicht selbst in die Mail getippt oder (wie so oft) auf Tonband gesprochen, sondern ebenfalls seiner Sekretärin "Mutter" diktiert:


"Heuschrecken kenne ich aus der Natur.
Das ist ein guter Name für ein Naturladen.
Heuschrecken können auch hüpfen, weil sie kleine Beinchen haben und weil sie einen kleinen Winkel in den Füßen haben. Damit können sie in den Wiesen hüpfen.
Manchmal sehe ich ganz zufällig welche, wenn sie vorbeihüpfen.
In Englisch heißt das GRASHOPPER, das heißt in Deutsch Grashüpfer.
Ich finde beide Namen schon ok.
Der Name Heuschreck kommt davon, dass man einen Schrecken kriegt, wenn man auf der Wiese sitzt, kann leicht einer in die Hose klettern oder reinhüpfen.
Danke, das war's."

 



Künstlerin und Ohrenkuss-Redaktionsmitglied Susanne KümpelWas sind Texte ohne Bilder?
Ohrenkuss lebt von den guten Fotos - aber hier haben wir eine Ausnahme gemacht.
Das Multitalent Susanne Kümpel hat den Auftrag übernommen, die Heuschrecke zu zeichnen. Susanne Kümpel ist 49 Jahre alt und Künstlerin von Beruf. Sie arbeitet in der Kreativen Werkstatt ALLERHAND in Köln. Zeichnend und malend ordnet sie in ihrem Werk Gesehenes und Erlebtes. Susanne Kümpel versteht die künstlerische Arbeit als Denkvorgang, der ihr eine intensive Auseinandersetzung und Durchdringung ihrer Lebenswelt eröffnet.
Kontakt: Jutta Pöstges allerhand@gwk-koeln.de  // Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.allerhand-kreativewerkstatt.de


Hier ist Susanne Kümpels Ohrenkuss-Portrait:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.ohrenkuss.de/projekt/portraits/kuempel/

Und hier die Links zu den Portraits der Autoren:

Björn Langenfeld
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.ohrenkuss.de/projekt/portraits/langenfeld/

Tobias Wolf
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.ohrenkuss.de/projekt/portraits/t_wolf/

Patrick Görres
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.ohrenkuss.de/projekt/portraits/goerres/

Aladdin Detlefsen - beschrieben von seinem Freund und Schauspielerkollegen Mirco Kuball
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.mirco-kuball.de/html/freunde.html











Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...
Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos.
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Gastbeitrag
13.01.2010
09:30

Ohrenkuss: Liebesgeschichte

In Berlin ist Wasser

 

 

 

Da Berlin, Fluss, Spree.

Sonne schön und Himmel blau.

Luft warm, Vögel tschiep tschiep tschiep!

Korb: Eier, Brot, Käse und Wurst und auch Fisch.

Ein Bier und Nele trinkt Saft.

Becher mit Henkel, blau, dunkelblau.

Stühle mit. Zwei.

Ich nehme alles, den Korb und die zwei Stühle.

Laufen, da lang.

Auspacken Essen und Trinken.

Stühle aufbauen.

Schön ist das, gut, schön.

Bäume, Theater andere Seite, Blumen, Wiese, Ente, alles!

Große Bach, Spree: Die Boote, viele Boote.

Nele: da drinne. Mein Herz.

Ich liebe dich.

 

 

Moritz Höhne, diktiert

 

 

 




 

 Moritz Höhne, Berlin

Moritz Höhne, Berlin

Antworten diktiert
Wann hast du Geburtstag?
30.4.79
In welcher Stadt bist du geboren?
Berlin
Was für ein Sternzeichen bist du?
Stier
Welche Schuhgröße hast du?
38
Wo arbeitest du?
Sonnenuhr / Ramba Zamba  ()

 

 


Theater Rambazamba und Künstlerwerkstatt Sonnenuhr: „Ein Ort für 138 ungewöhnlich scheinende Künstlerinnen und Künstler, misst man sie am Aussehen oder an der Art, durch unsere Welt zu gehen. Normale Künstler, misst man sie an ihrer Kunst. Menschen, die aufgrund noch immer geltender Normen von der Mehrheit unserer Gesellschaft als „geistig Behinderte“ abgetan werden ...“.
Moritz ist der eigentliche Gründer der Sonnenuhr und des Theaters, weil es ihn gibt, gibt es Werkstatt und Theater. So spielte er seit 1991 in 15 Inszenierungen mit, spielt Schlagzeug und malt. Seine Lieblingsrolle ist immer die, die gerade an dem Abend läuft. Auf der homepage gibt es eine tolles Porträt unter www.theater-Rambazamba.org, RambaZamba, Ensemble Gisela Höhne, Schauspielerporträts (http://www.theater-rambazamba.org/Ensemble_H/spielerport.php?id_spieler_port=16) und eine Bildergalerie der KünstlerInnen, darunter Moritz Höhne.

 

Ist die Arbeit sehr schwer?
Nee, gar nicht
Ist die Arbeit wichtig für dich?
Ja! Schauspiel
Wo wohnst du?
"hier". Berlin, Monbijoustraße
Wie lange bist du schon bei Ohrenkuss?
Seit 2000
Welche Aufgabe hast du bei Ohrenkuss?
Außenkorrespondent
Kannst du lesen?
Wenig
Was liest du gerne?
Bilder Herr der Ringe meine Textbücher (Theater), Fernsehprogramm
Kannst du schreiben?
Meinen Namen
Was schreibst du gerne?
Ich male lieber
Wenn du nicht schreiben kannst, wie machst du deine Texte?
Ich sage Mama oder Katja oder Bianca
Woran merkst du, dass du Down-Syndrom hast?
Augen ich seh an
Woran erkennt man einen Menschen mit Down-Syndrom?
Augen, anders
Was machst du für Sport?
. . . – Rad, Training – Theater
Liest du gerne Fußballhefte?
Ja
Magst du Borussia Dortmund?
Nein
Magst du Michael Schumacher?
Nein
Welche Musik gefällt dir?
Rockmusik
Wer ist dein Lieblings-Sänger?
"Maschine" (v.d. Puhdys), Dieter Birr; Peter Maffay; Gianna Nannini
Was ist deine Lieblings-Musik-Gruppe?
Die Puhdys
Spielst du ein Instrument?
Schlagzeug, Posaune, Cello
Verreist du gerne?
Ja, richtig
Wohin fährst du gerne in den Urlaub?
Italien, Rügen, Gomera
Wo bist du schon im Urlaub gewesen?
Portugal, Zypern, Italien, Spanien, Rügen, Schweden, Quedlinburg (Harz)
Was ist dein Lieblingsland?
Spanien
Was trinkst du gerne?
Bier
Was ist dein Lieblingsessen?
Reis
Was kannst du kochen?
Eier + Kaffee
Was sind dein Hobbies?
Serien; Fernsehen, Luftbaß, spielen, Malen, Küssen, Oma sehen, Kino!
Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Siehe vorige Frage
Was ist deine Lieblingsfarbe?
Rot
Was ist dein Lieblingstier?
Stier
Was magst du gerne?
Feiern
Was magst du gar nicht?
Wenn ich gedrängt werde, etwas gleich zu tun.
Hast du einen Traum oder einen Wunsch?
Nele
Bist du schon Tante oder Onkel?
Nein
Möchtest du auch einmal Kinder haben?
Nein, bitte nicht!
Bist du verheiratet?
Nein
Möchtest du mal heiraten?
Ja
Was ist der Unterschied zwischen einem Mädchen und einer Frau?
Frau hat Brüste; kann Liebe machen, kann kochen
Was ist der Unterschied zwischen einem Jungen und einem Mann?
Mann hat Bart, auch Haare am Körper; Mann ist stark; kann auch kochen
Was ist der Unterschied zwischen einer Frau und einem Mann?
Schwer
Was mögen Frauen gerne?
Einen Liebhaber, gestreichelt werden, Geheimnisse, naschen, schlank sein
Was mögen Männer gerne?
Freunde
Was müssen Frauen können?
Aufräumen, schön anziehen, Duschen
Was müssen Männer können?
Frauen aufpassen. Für sich sorgen, Hausarbeit
Wie sieht dein/e Traummann/frau aus?
Nele
Was magst du an dir selber?
Meinen Körper
Was findest du an dir schön?
Meine Muskeln, mein Gesicht, seit kurzem meinen Zopf
Was möchtest du an dir ändern?
Mein Gewicht und meine Haut
Gibt es Frauenberufe? Welche?
Sozialarbeiter, Krankenschwester
Gibt es Männerberufe? Welche?
Monteure, Theatertechniker, Truckfahrer
Beschreibe dich selbst in einem Satz:
Ich bin alles – Maler, Musiker, Schauspieler und harmlos und cool.
 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof.

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Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
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Gastbeitrag
09.12.2009
10:00

Weihnachts - Ohrenkuss

Rosenmadonna & Weltgericht

 

Die Ohrenkuss-Redaktion arbeitet gerne mit Fachmenschen zusammen - da lernt man immer am meisten, vorausgesetzt sie sind besessen von dem, was sie tun: Leidenschaft in der Atmosphäre verhindert, dass die ZuhörerInnen einschlafen beim Vortrag und Workshop...
Eine solche Person ist Jutta Pöstges. Seit unzähligen Jahren enstehen in ihrer kreativen Kölner Werkstatt Kunstwerke: skuril und einzigartig, so wie sie und ihre KünstlerInnen.
Zwei Kolleginnen der Werkstatt Allerhand, Jutta Pöstges und zahlreiche Redakteure vom Ohrenkuss machten sich im Sommer 2009 auf den Weg um mehr über die Gemälde "Rosenmadonna" und "Weltgericht" von Stephan Lochner (1400-1451) zu erfahren.
In dem Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in Köln hängen diese einzigartigen Werke: Umwerfend, unbedingt reingehen.
Aber man hat einfach mehr davon, wenn eine Kennerin einem alles erläutert: Mit Fachwissen und Neugierde weckend.
Astrid Westerfeld (von der KoKoBe in Köln) begleitete und erklärte alles und jedes Detail, bis sie fast selber zusammenbrach. Ja, diese Erfahrung machen wir oft. Jeder glaubt zunächst, dass die Ohrenkuss-AutorInnen mit ihrem Down-Syndrom schnell schlapp machen. Nein - es ist genau anders rum, sie halten ewig durch, konzentrieren sich und genießen jeden Moment. Der Kollege Patrick Görres meinte mal: "Hast Du eigentlich eine Vorstellung, wie selten wir soetwas erleben? (eben ein Vortrag von einem besessenen Fachmann) Davon zehre ich noch viele Monate. Ich merke mir alles."
Nach dem Betrachten der Bilder von Stephan Lochner konnte sich die Redaktion zurückziehen und schreiben, zeichnen.
Da entstanden diese Texte (auch im Ohrenkuss "Paradies" nachzulesen) und erste Skizzen für ein einzigartiges Vasenprojekt: die Vasen werden jetzt in der Allerhand-Werkstatt in limitierter Auflage und in einer neuentwickelten Technik produziert. Wer noch kein Weihnachtsgeschenk hat, sollte sich informieren (siehe unten)!

Dr. Katja de Bragança, Herausgeberin
Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom.

 





Astrid Westerfeld im Gespräch mit den Ohrenkuss-RedakteurenLieblicher Duft und Engelsmusik

Das Paradies ist so ein schöner Garten. Ich riche den liblichen duft
der Rosen und den sanften rasen die Engel spielen Musik es ist wie
im Himmel so reuch (ruhig) ganz hell sanften licht.
Ich schwebe als Mutter Gottes ganz für sorglich für das Kind auf
ihrem Arm es ist verspielt und glücklich im Paradies.

Christiane Grieb






Unreife Erdbeeren

Die Frau lebt in den Garten mit vielen Blumenarten und ist damit zufrieden
ich bin mit dem Gedanken bei den Engel sie Schweben oben und haben schöne Umhänge an.
Ich finde diesen Raum mit den schönen Blidern gut. Die Malerich hat Stefanlochner hat schön ausgedacht.
In Paradies sind viele Erdbeeren ungereift. Den Engel haben den frieden und schenkt den frieden. Über die Liebe in Paradies besteht unter einem Blid.

Martin Weser




Ein goldechter Schein

Das Bild vom Jesus Christus mit ihrer Mutter. Die sind in einem Bild.
Museumsbild ist ein altes. Das Aussehen vom Bild kann man erkennen und die Farben sind nicht mehr so hell.
Wir arbeiten in das Thema Paradies. Das Bild sieht grünisch aus.

Das Bild heißt "Muttergottes in der Rosenlaube".
Der heißt Stephan Lochner.

Die Engeln und die Rosenkranz, die mit Blumen gestrickt sind. Ich
glaube, dass die Muttergottes sehr gut in das paradiesvolle
Umgebung lebt. Das Leben sieht gemischt aus, weil die Engeln Musik
spielen. Ich glaube, dass die Muttergottes mit dem Sohne sehr gut zu
Recht kommt. Weil die Muttergottes mit ihrem Sohn heilig sind, weil
die ein goldechten Schein um den Kopf haben. Der Gott hat sich
gewünscht, dass sie heilig werden.

Johanna von Schönfeld, diktiert





Der Ohrenkuss-Redakteur Martin Weser vor dem Weltgericht von Stephan LochnerGut und böse

Die sind böse. Die Menschen sind rand und band. Und schlagen sich um sich. Auf den Steinen knien die gegenüber. Maria und Johannes der Täufer und die beten gegenseitig an Jesus, der soll die beiden helfen, um diesen Krieg zu beenden. Das Gericht ist in der Mitte. Der Jesus oben im Gericht sitzt, der entscheidet alles über die ganze Welt. Und behauptet auch, die ganzen Menschen sollen Frieden schließen.

Diese Hand gehört den Jesus, das zeigt, wie die armen und die guten Seiten sind. Weil die Engel sind gläubiger als die andere Seite, weil die packen unter die Arme, sonst sind die, die reißen rüber, diese Tiere, die packen dich auf die bösere Seite rüber.

Marcus Langens, diktiert






Es ist ernst

Die figuren die sind heilig. Der Johannes der Täufer mit der Muttergottes sind
Ebenso hat mit dem glauben zu tun. Der Gericht sagt Es wirklich Ernst.
Die Gewändern von den Engeln sind weiß und Gold.

Richtig Cool Erkennt mann.
Einige sind splitter Nackt die Immer was verliert.
Das feuer spielt auch ne wichtige Tradision die Im Mittelbungt steht.
Die Sache bleibt Ernst na ja auf jedenfall Ist es alles wahr.
Mit dem Weltgericht die vom Stefan Lochner Erfunden worde wahr richtig richtig Kraß Es hat mir gefallen.
Der Gericht meinte Eis kalt.

Johanna von Schönfeld









Weihnachtsgeschenk von Ohrenkuss und Allerhand




Vase RosenmadonnaVase Rosenmadonna

Die Vase





  • 10 x 15 x 5,5 cm - die Maße orientieren sich an einer (Kunst-)Postkarte. Gefertigt aus Steingut mit Aufglasurdekor.

  • Vorderseite: Paradies-Motiv von Birgit Meiser - Rückseite: Text von Susanne Kümpel.

  • Edition in kleiner Auflage

  • Verpackt in einem Stülpdeckelkarton aus Buchbinderpappe mit einer rosenroten Filzeinlage.

  • zu beziehen bei: ALLERHAND Kreative Werkstatt / , GWK allerhand[at]gwk-koeln.de , 0221-5982618. Preisinfo: 28,00 € + Versand (3, 50 €), weitere Informationen bitte bei Werkstatt Allerhand erfragen.
















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Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof.

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Fotos: Jo Schwartz, Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.joschwartz.com © Ohrenkuss



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Gastbeitrag
11.11.2009
09:00

Ohrenkuss im Paradies

Vielfältige Welt im Paradies - Ohrenkuss lädt ein


Einladung ins Paradies

Anfang 2009 meldete sich Jutta Mattern, Kuratorin am Arp Museum Bahnhof Rolandseck bei der Ohrenkuss-Redaktion. Sie regte an, sich einige Monate gemeinsam mit dem Thema "Paradies" zu beschäftigen. Sie lud die Redaktion ein, das Museum, die Kunst, Hans Arp, die traumhafte Landschaft, den Künstler Peter Hutchinson und auch seine wunderbare Kunst kennenzulernen. Das Ohrenkuss-Team war einverstanden, denn das eigentliche Thema "Heimat" konnte blitzschnell in "Paradies" umgewandelt werden.
Viele Redaktionssitzungen fanden daraufhin in Rolandseck statt: auf dem Rhein, im Museum, im Konferenzsaal mit dem unglaublichen Kronleuchter. Wir haben das Licht, die Architektur, die Großzügigkeit (in vielfacher Hinsicht) und die Gastfreundschaft genossen. Mit dem Bonner Künstler Peter Kurenbach schufen die Ohrenkuss-Redakteure Kunstwerke aus Gips. Diese Objekte erinnern an Träume der Zukunft: Städte im Paradies. Während des Fototermins mit Gordon Welters im September 2009 ging die Arbeit unermüdlich weiter. Um die Morgenröte und das Abendlicht zu erwischen verbrachten wir viele Stunden in und um das Museum. Die Küche des Restaurants verhinderte, dass die Ohrenkuss-Redaktion kläglich verhungerte, der gute Kaffee hielt uns wach. Wir durften durch die Ausstellungsräume gehen - es wurde gerade die Ausstellung "Erträumte Paradiese" von Peter Hutchinson sorgfältig aufgebaut. Wir haben über die Kunstwerke gesprochen und weitere Texte geschrieben.
Dann kam der große Moment: Die eigenen Kunstwerke wurden mit in die Ausstellung gemogelt - die Kuratorin war zufriedengestellt. Lange Diskussionen, Tränen und Debatten.
Wir lernten, dass es genauso viel Arbeit ist, eine Ausstellung zu erdenken - und auch zu hängen, wie eine Ohrenkuss Ausgabe fertig zu machen.

Dr. Katja de Bragança, Herausgeberin
Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom.


Termin-Hinweise:
1) Am 8. Dezember 2009 liest die Ohrenkuss-Redaktion zu Ehren von Peter Hutchinson im Arp Museum Bahnhof Rolandseck.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.arpmuseum.org.
2) Die neue Ohrenkuss-Ausgabe zum Thema Paradies ist jetzt da! Vergnüglich, besinnlich, Horizont erweiternd. Zu bestellen unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

 

 




 

Paradiesvorstellung


Die Ohrenkuss-Nachwuchsautorin Marley Thelen bei der ersten Recherche für das Magazin: Betrachten von Gemälden des Künstlers Peter Hutchinson."Das Lachen. Das Lachparadies!"

Claudine Egli, diktiert

 



Werkzeuge der Trennung: Die Schönheit umzäunen


"Eine schöne, weite Landschaft, so die Art wie große Wiese. Das breitet für das ganze Land aus. Deswegen zäunen wir den Zaun an, weil der schön ist, diese Landschaft. Es gibt auch verschiedene Blumenarten und Bäumen. Es gibt auch verschiedene Gräser und Klee. Es gibt viele Blumenarten und gemischte Farben.
Hinein in den Garten, was bedeutet das: Erklären wie der Garten beschrieben wird mit einem Zaun dran.
Wenn ich draußen stehe wie ein Mensch, dann fühle ich nicht gut an, wie ich draußen stehe.
Ich habe dieses Gefühl nicht mehr als Garten, weil ich draußen stehe, dass habe ich hier kein Gefühl im Garten mehr.
Es gibt eine Arten wie viele Tiere gibt es eigentlich im Garten.
Es gibt auch verschiedene Vögelarten wie im Himmel.
Manchmal krabbelt im Gras, so Art wie Insekten auf Blumen drauf sind.
Es gibt verschiedene Bäume und verschiedene Jahreszeiten bis zum Winter, wo alle zugefroren sind.
Es gibt Jahr zu Jahr, jede neue Farben.
Es gibt solche Dinge erklären und erzählen, wie die Leser versteht. Zum anfühlen oder spüren, wie kalt wird, wie warm wird, wie nass wird.
Es gibt auch verschiedene Hörarten.
Dann höre ich das Geräusch im Ohr wie ein Rauschen. Plätscher im Wasser und Tiere höre ich selten im Landschaft.
Es gibt auch verschiedene Hörschrei und Hörbrüllen.
Ich höre die Menschenstimme, was die sagen haben."

Verena Günnel, diktiert

Ohrenkuss Autorin Angela Fritzen erklärt die optimale Hängung eines der Ohrenkuss-Kunstwerke im Rahmen der Ausstellung Erträumte Paradiese, von Peter Hutchinson.



Schöpfungsgeschichte: Kollegialität beweisen


"Ich glaube dass es mal ein Paradies gab. Adam und Eva gehen im Wald spazieren, mit Palmen. Eva hat den verbotenen Apfel genommen, dann kam der Teufel und hat gesagt "nimm". Ich wünsche mir, dass Adam und Eva auch mal runter kommen, mit uns arbeiten gehen - die können die Kollegen doch nicht hängen lassen. Adam und Eva haben gefaulenzt - Adam hat Eva gefüttert Von Eva haben sie dann die Frauen erschaffen - hat der Adam auch Männer erschaffen. Dort wachsen Herzen, riesengroß und rot."

Christina Zehendner, diktiert

 


 

Darwin: Das nennt man Evolution


"Manche Fehler können korrigiert werden,
einige können tödlich enden
und aus manchen Fehlern entsteht etwas Neues."

Carina Kühne





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Fotos: Gordon Welters Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.gordonwelters.de © Ohrenkuss

Nachtrag: Pressetext aus dem Kölner Stadtanzeiger zu den Vorbereitungen der Paradies-Ausgabe: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.ohrenkuss.de/presse/ueber/ps_ksta_30072009.pdf

Im Dezember erzählt Ohrenkuss mehr zu Stephan Lochner hier im Heuschrecke-Blog !!

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Gastbeitrag
14.10.2009
08:00

Ohrenkuss stellt sich vor

Mongoleireise und Ohrenkuss

Liebe Ursula und Heinz-Dieter,

wie schön, dass wir mit unserem Ohrenkuss Gast bei der Heuschrecke sein dürfen.
Wir fühlen uns dort sehr gut aufgehoben - in dem Lebenstraum anderer Menschen.

Liebe Grüße von
Katja

 

Ohrenkuss-Autorin Veronika Hammel testet den mongolischen Bogen in der Steppe.Wie der Ohrenkuss entstanden ist? Das ist eine lange Geschichte, wie berichte ich das bloß in wenigen Worten?
Das hat mit meiner Lebens- und Reiselust zu tun und mit meiner Neugierde auf den Blick anderer Menschen: Was können die sehen, was ich (alleine) nicht erkennen kann?

Mehr als zehn Jahre arbeitete ich mit großer Freude in der Humangenetik und wechselte dann irgendwann die Seiten. Abschied von Zellen und Petrischalen und den damit verbundenen spannenden Experimenten - hin zu der Arbeit mit einer Gruppe von Menschen, die die Welt mit anderen Augen wahrnehmen können: Fachleute für den besonderen Blick mit der bestechenden Fähigkeit das auch knapp und charmant ausdrücken zu können.

Meine fast 50 Ohrenkuss KollegInnen haben alle das Down-Syndrom, sie sind zwischen 15 und 55 Jahre alt. Alle sechs Monate beschäftigen wir uns mit einem neuen Thema - aktuell gerade mit der Frage, was bedeutet eigentlich "unsichtbar"?

Vor einigen Jahren reisten wir gemeinsam in die Mongolei, es erfüllte sich mein Lebenstraum: Ewiger Horizont, sattes Grün, Edelweiß, Jurten und Musik der Pferdkopfgeige, ein satter Sternenhimmel, Vodka und Gesang, leckeres Schaf in der Milchkanne, coole Reisebegleiter, Steppendisco und Bogenschießen: Was will man mehr?

Na, andere daran teilhaben lassen. Und das machen wir nun seit mehr als zehn Jahren.

Angela Fritzen schreibt in der Dunkelheit weitere Seiten für das Ohrenkuss-Logbuch.Denn Ohrenkuss ...da rein, da raus bedeutet: Man hört vieles, das meiste geht auf der einen Seite rein und auf der anderen wieder raus. Nur das Wichtige bleibt drinnen und das ist dann ein Ohrenkuss.

Ach ja, ganz wichtig: Ohrenkuss ist werbefreie Zone (da sind wir sehr stolz drauf)!

"Ich habe Down-Syndrom, aber ich stehe dazu. Ich bin kein Alien, denn ich bin so wie ich bin. Jeder soll es verstehen und mich respektieren." Svenja Giesler, 47 Chromosomen

Svenja Giesler und ihre Kollegen haben alle das so genannte Down-Syndrom und schreiben für das Magazin Ohrenkuss ...da rein, da raus.
Menschen mit Down-Syndrom haben 47 statt 46 Chromosomen - bei ihnen ist das Chromosom 21 dreimal vorhanden, daher kommt auch die Bezeichnung "Trisomie 21".
Wer eine Trisomie 21 hat, sieht anders aus als seine Mitmenschen und nimmt ein Sonderposition in der Gesellschaft ein. Diese Menschen haben und leben eine Realität, die anders ist als "unsere" - sie werden von dem Rest der Gesellschaft auch anders wahrgenommen.

Bilder vergrößern - einmal draufklicken

 Dr. Katja de Bragança, Gründerin und Herausgeberin

 

 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...
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Alle Fotos: Michael Bause © Ohrenkuss

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